Levitikus Lev 20-27. Kap.: Auslegung, Kommentar und Andacht zur Bibel
Christliche Bibel – Auslegung, Kommentar, Andacht, Impuls, Erklärung, Bedeutung bzw. Predigt zum Buch Levitikus Lev 20-27. Kap
Lev 25,12: Denn es ist ein Jubeljahr: Es soll euch heilig sein. Nur was das Feld von selber trägt, sollt ihr essen.
Jubeljahr
Das Alte Testament kennt nicht nur den Rhythmus von Wochen und Monaten, der sich jedes Jahr wiederholt; es gibt darüber hinaus den Rhythmus von sieben Jahren und von sieben Mal sieben Jahren. Alle sieben Jahre soll die Erde „Sabbat“ haben, es soll nicht gepflügt und nicht gesät werden. Nach sieben Mal sieben Jahren wird das Jubeljahr gefeiert, hebräisch Jobel-Jahr, weil es mit dem Lärm-Horn (= jobel) angekündigt wurde.
In diesem Jahr soll jeder Israelit, der sich etwa aus Not als Sklave verkauft hat, wieder frei werden, und alles verkaufte Land soll zu seinem ursprünglichen Eigentümer zurückkehren, so dass die Kaufverträge praktisch nur Pachtverträge sind. Hinter dieser wirtschaftlichen und sozialen Gesetzgebung steht die Auffassung, dass der Mensch frei ist und seine Freiheit nie endgültig verlieren kann; alles Land aber ist Eigentum Gottes, deshalb kann es nicht endgültig verkauft werden.
Der Beginn des Jobel-Jahres fällt mit dem Versöhnungstag zusammen; damit wird auch angedeutet, dass mit dem Schulderlass ein Sündenerlass verbunden ist. Die Ankündigung dieses „Gnadenjahres“ war frohe Botschaft, „Evangelium“. Das Gesetz war gut, aber es ist praktisch kaum je durchgeführt worden. Seine wahre Deutung und Verwirklichung erhielt es, als Jesus auftrat und die Frohe Botschaft verkündete. Erzabtei Beuron
Lev 25:17: So soll nun keiner seinen Nächsten übervorteilen; sondern du sollst dich fürchten vor deinem Gott; denn ich, der Herr, bin euer Gott
Für dein Leben
- Fürchte deinen Gott und sei ehrlich in deinen Geschäften. Handle fair und gerecht mit anderen, auch wenn es dir einen Nachteil bringen könnte.
- Erinnere dich daran, dass alles, was du hast, letztendlich von Gott kommt. Sei dankbar für deine Segnungen und teile sie mit denen, die weniger Glück haben.
Gerecht miteinander umgehen
Für mich bedeutet dieser Vers, dass wir achtsam und gerecht miteinander umgehen sollen. Besonders im Umgang mit anderen Menschen, sei es im Geschäftsleben oder im Alltag, sollten wir auf Ehrlichkeit und Fairness achten. Gott erinnert uns daran, dass unser Verhalten Konsequenzen hat und dass wir ihn als unseren höchsten Maßstab betrachten sollen. Er sieht nicht nur unsere Taten, sondern auch unsere Absichten. Wenn wir aus Respekt vor Gott handeln, wird unser Umgang mit anderen geprägt sein von Rücksicht, Mitgefühl und Wahrhaftigkeit. So schaffen wir ein Miteinander, das von Vertrauen und Liebe geprägt ist.
Lev 25,35: Wenn dein Bruder verarmt neben dir und sich nicht mehr halten kann, so sollst du ihm Hilfe leisten.
Hilfe leisten
Wer in der Lage ist zu helfen, erkennt, daß gerade so auch ihm selber geholfen wird und daß es nicht sein Verdienst und seine Größe ist, helfen zu können. Dieser Auftrag ist Gnade. Je mehr einer für die anderen wirkt, desto mehr wird er das Wort Christi verstehen und sich zueignen: ,,Unnütze Knechte sind wir’’ (Lk 17, 10). Denn er erkennt, daß er nicht aufgrund eigener Größe oder Leistung handelt, sondern weil der Herr es ihm gibt.
Manchmal kann ihm das Übermaß der Not und die Grenze seines eigenen Tuns Versuchung zur Mutlosigkeit werden. Aber gerade dann wird ihm helfen zu wissen, daß er letzten Endes nur Werkzeug in der Hand des Herrn ist, er wird sich von dem Hochmut befreien, selbst und aus Eigenem die nötige Verbesserung der Welt zustande bringen zu müssen.
Er wird in Demut das tun, was ihm möglich ist und in Demut das andere dem Herrn überlassen. Gott regiert die Welt, nicht wir. Wir dienen ihm nur, soweit wir können und er uns die Kraft dazu gibt. Mit dieser Kraft freilich alles zu tun, was wir vermögen, ist der Auftrag, der den rechten Diener Jesu Christi gleichsam immerfort in Bewegung hält: ,,Die Liebe Christi drängt uns’’ (2 Kor 5, 14). Benedikt XVI
Lev 26,1: Ihr sollt keine Götzen machen; ein Götterbild und eine Säule sollt ihr euch nicht aufrichten, auch keinen Stein mit Bildwerk in eurem Land aufstellen, dass ihr euch davor niederwerft; denn ich, der Herr, bin euer Gott.
Abbildungen des Kreuzes
Möge man daher Abbildungen des Kreuzes haben. Sie sind ja gemacht, aufgestellt und verwendet zur Erhaltung der schuldigen Erinnerung an die Wohltaten Gottes und um seine göttliche Güte um so mehr zu ehren. Das Kreuz stellt etwas ganz Echtes dar, nämlich den Tod und die Passion des Erlösers und man fertigt es nicht an, um es anzubeten und ihm zu dienen,sondern um in ihm und durch es den Gekreuzigten anzubeten und ihm zu dienen. Deshalb ist der rechte Gebrauch von geweihten und heiligen Bildern in keiner Weise verboten.
Wer das Bild verehrt, betet in ihm den König selbst an. Athanasius
Lev 26,6: Ich will Frieden geben.
Lev 26,9: Ich will mich zu euch wenden.
Lev 26,11: Ich will meine Wohnung in eure Mitte setzen.
Lev 26,12: Ich will in eurer Mitte wandeln.
Ich will
Dies ist ein mächtiges „Ich will!“ Mehrmals kommt es in diesem Kapitel vor. Eines wird aus diesen Versen ersichtlich. Gott will uns vor allem sich selbst schenken. Er weiß, daß wir uns bald in Schwierigkeiten befinden werden, wenn wir uns von ihm entfernen. Deshalb versichert er uns, daß er unendliche Barmherzigkeit ist, die sich immer neu dem Menschen zuwendet und daß wir immer zu ihm zurückkehren können, zum Haus des Vaters.
Die eigenen Wege führen im Kreise immer zu uns selbst zurück. Gottes Wege führen zu Gott. Gott leitet uns durch Glück und Unglück immer nur zu Gott. Bonhoeffer
Lev 26,13: Ich bin der Herr, euer Gott, der euch aus Ägyptenland geführt hat, dass ihr nicht ihre Knechte bleibt, und habe euer Joch zerbrochen und habe euch aufrecht einhergehen lassen.
Befreiung
Für mich persönlich bedeutet dieser Vers eine Befreiung aus allen Formen von Unterdrückung und Belastung. Gott hat uns nicht nur physisch, sondern auch geistig und emotional befreit. Er erinnert uns daran, dass wir nicht mehr Sklaven der Vergangenheit oder unserer Ängste sind. Indem Gott unser Joch zerbricht, gibt er uns die Freiheit und die Kraft, unser Leben selbstbestimmt und aufrecht zu führen. Dieser Vers inspiriert mich, auf Gottes Befreiung zu vertrauen und mutig voranzuschreiten.
Lev 26,11: Ich schlage meine Wohnung in eurer Mitte auf und habe gegen euch keine Abneigung.
Umgang mit Abneigungen
Auch wir wollen Gott darin folgen, keine Abneigung zu haben: Habe ich mit einem Menschen zu tun, der mir zuwider ist, so muss ich meinen Geist davon losreißen, an diese Abneigung zu denken, und tun, als wenn nichts wäre. Leider Gottes möchten wir aber nur zu gern wissen, ob dieser Widerwillen berechtigt ist oder nicht. O, auf derlei Untersuchungen dürfen wir uns nie einlassen.
Denn die Eigenliebe, die niemals stirbt, wird uns die Pille so geschickt vergolden, dass wir sie wirklich für gut halten, d.h. sie wird uns vorspiegeln, dass wir unsere guten Gründe haben, der betreffenden Person abgeneigt zu sein. Wir müssen in diesen Dingen sehr auf der Hut sein! Wir haben niemals einen Grund zur Abneigung und noch weniger, sie zu nähren. Franz von Sales
Lev 27,34: Das sind die Gebote, die der Herr Mose aufgetragen hat an die Kinder Israels, auf dem Berg Sinai.
Abschluss
Der Grundgedanke der Gottesbegegnung zieht sich durch das ganze Buch Levitikus. Die Begegnung, die Verbindung, der Bund mit dem lebendigen Gott führen zu gelingendem Leben, wenn Gottesdienst und Alltag nach Gottes Weisung gestaltet werden. Das ist für mich der wesentliche Kern des Buches Levitikus: Rechter Gottesdienst und gerechtes Handeln im Alltag müssen zusammenkommen.
Hier geht’s zu einer Auslegung von G. de Koning zu Levitikus
Das war eine Christliche Bibel – Auslegung, Kommentar, Andacht, Impuls, Erklärung, Bedeutung bzw. Predigt zum Buch Levitikus Lev 20-27. Kap