Christliche Andachten

Habakuk Hab 1. Kap.: Auslegung, Kommentar, Andacht bzw. Predigt

Auslegung, Kommentar, Andacht bzw. Predigt zu ausgewählten Bibelversen aus dem Buch Habakuk Hab 1. Kap.

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Hab 1,1-4: Der Prophet klagt

Hab 1:1: ‭Die Last, die der Prophet Habakuk geschaut hat:

Hab 1:2: ‭Wie lange, o Herr, rufe ich schon, ohne dass du hörst! Ich schreie zu dir wegen des Unrechts, und du hilfst nicht.

Warum lässt Gott das Böse zu?

In Habakuk 1,2 und folgende Verse stellt der Prophet Habakuk eine dringliche Frage an Gott, die vielen von uns vertraut ist: Warum lässt Gott das Böse zu? Habakuk ist zutiefst besorgt über die Ungerechtigkeit und das Leid um ihn herum und bittet Gott um Antworten. Diese Frage nach dem „Warum“ ist zeitlos und menschlich. Es ist ein Ausdruck des tiefen Verlangens nach Sinn und Gerechtigkeit inmitten von Schmerz und Chaos. Durch seine Ehrlichkeit zeigt Habakuk uns, dass es in Ordnung ist, Fragen zu stellen und Zweifel zu haben. Letztendlich ermutigt uns Habakuk, trotz unserer Unsicherheiten auf Gott zu vertrauen und darauf zu vertrauen, dass er souverän über allem steht.

Hab 1,3: Warum lässt du mich Bosheit sehen und schaust dem Unheil zu? Bedrückung und Gewalttat werden vor meinen Augen begangen; es entsteht Streit, und Zank erhebt sich.

Die Frage nach dem Leid

Das war und ist eine ausgezeichnete Frage. Warum lässt Gott zu, dass wir Ungerechtigkeit und Ärger sehen, in uns selbst oder in anderen? Habakuk sah überall Ärger und Sünde, von persönlichen Beziehungen bis zu den Gerichten. Das beunruhigte ihn so sehr, dass er zu Gott schrie und Gott fragte, warum er nicht das Gericht brachte und die Dinge sofort korrigierte.

Die Leid-Frage ist eine uralte Frage, wie der Bibelvers aus Habakuk zeigt. Wir alle haben zwar Menschen, die uns im Leid beistehen. Wir erfahren Mitgefühl. Dennoch: zwei Menschen bleiben zwei Menschen. Die Tiefe unseres Schmerzes können wir nicht mit anderen teilen. Andere können unseren Schmerz niemals ganz verstehen. Wir müssen letzten Endes unser Leid ganz für uns allein durchstehen. Wir wollen es verstehen: warum? Auch wenn es da keine endgültigen Antworten gibt, ist es nicht damit getan, der Frage auszuweichen, denn der niedliche liebe Gott ist vielen leidgeprüften Menschen zu billig. Die Leidfrage stellt unser Gottesbild in Frage. Das war schon immer so und wir in dieser diesseitgen Welt immer wieder so sein.

Hab 1:4: ‭Darum wird das Gesetz kraftlos, und das Recht bricht nicht mehr durch; denn der Gottlose bedrängt den Gerechten von allen Seiten; darum kommt das Urteil verkehrt heraus!

Hab 1,5-11: Gottes Antwort

Hab 1:5: ‭Seht euch um unter den Heidenvölkern und schaut umher; verwundert und entsetzt euch! Denn ich tue ein Werk in euren Tagen — ihr würdet es nicht glauben, wenn man es erzählte!

Ihr würdet es nicht glauben, wenn man es erzählte!

In Habakuk 1,5 spricht der Prophet über Gottes Taten, die so unglaublich sind, dass sie selbst dann unvorstellbar erscheinen würden, wenn sie erzählt würden. Es geht um das Eingreifen Gottes in die Geschichte und die Erfüllung seiner Pläne, die oft unseren Verstand übersteigen. Persönlich betrachtet ermutigt mich dieser Vers, dass Gott in seiner Souveränität handelt, auch wenn wir seine Wege nicht immer verstehen können. Es erinnert mich daran, dass ich mich darauf verlassen kann, dass Gott auch inmitten von Schwierigkeiten und scheinbar unlösbaren Situationen am Werk ist, und dass ich ihm vertrauen kann, selbst wenn ich die Antwort nicht sofort sehe.

Hab 1:6: ‭Denn siehe, ich erwecke die Chaldäer, ein bitterböses und ungestümes Volk, das die Weiten der Erde durchzieht, um Wohnsitze zu erobern, die ihm nicht gehören.

Hab 1:7: ‭Es ist schrecklich und furchterregend; sein Recht und sein Ansehen gehen von ihm selbst aus.

Hab 1:8: ‭Schneller als Leoparden sind seine Rosse und rascher als Wölfe am Abend; seine Reiter kommen im Galopp daher, von fern her kommen seine Reiter; sie fliegen daher wie ein Adler, der sich auf den Fraß stürzt.

Hab 1:9: ‭Sie gehen alle auf Gewalttaten aus; ihre Angesichter streben unaufhaltsam vorwärts, und sie fegen Gefangene zusammen wie Sand.

Hab 1:10: ‭Es spottet über die Könige, und für Fürsten hat es nur Gelächter übrig; es lacht über alle Festungen, schüttet Erde auf und erobert sie.

Hab 1:11: ‭Dann fährt es daher wie ein Sturmwind, geht weiter und lädt Schuld auf sich; denn diese seine Kraft macht es zu seinem Gott.

Hab 1,12-17: Herr, warum schweigst du?

Hab 1:12: ‭Bist du, o Herr, nicht von Urzeiten her mein Gott, mein Heiliger? Wir werden nicht sterben! Herr, zum Gericht hast du ihn eingesetzt, und zur Züchtigung hast du, o Fels, ihn bestimmt.

Hab 1:13: ‭Deine Augen sind so rein, dass sie das Böse nicht ansehen können; du kannst dem Unheil nicht zuschauen. Warum siehst du denn den Frevlern schweigend zu, während der Gottlose den verschlingt, der gerechter ist als er?

Warum siehst du schweigend zu?

In Habakuk 1,12 spricht der Prophet Habakuk zu Gott und äußert seine Verwunderung über die scheinbare Untätigkeit Gottes angesichts des Bösen in der Welt. Er drückt seinen Glauben aus, dass Gott, als der Heilige und Ewige, die Situation sieht und eingreifen wird. Habakuk vertraut darauf, dass Gott gerecht handelt und die Schuldigen nicht ungestraft lässt. Er erkennt Gottes Souveränität und hält an seiner Hoffnung fest, dass Gott seine Versprechen erfüllen wird. Diese Verse zeigen eine tiefe Beziehung zwischen dem Propheten und seinem Gott, die von Ehrfurcht, Vertrauen und Hoffnung geprägt ist.

Hab 1:14: ‭Du lässt die Menschen so behandeln wie die Fische im Meer, wie das Gewürm, das keinen Herrscher hat.

Hab 1:15: ‭Er fischt sie alle mit der Angel heraus, fängt sie mit seinem Netz und sammelt sie in sein Garn; darüber freut er sich und frohlockt.

Hab 1:16: ‭Darum opfert er auch seinem Netz und bringt seinem Garn Räucherwerk dar; denn ihnen verdankt er seine fetten Bissen und seine kräftige Nahrung.

Hab 1:17: ‭Darf er aber darum sein Netz beständig ausleeren und ohne Erbarmen Völker hinmorden?

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Das war eine Auslegung, Kommentar, Andacht bzw. Predigt zu ausgewählten Bibelversen aus dem Buch Habakuk Hab 1. Kap.


Hab 1

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Mein Name ist Joachim Brenner. Ich arbeite als Lehrer für Kinder und Jugendliche mit einer körperlichen Behinderung. Ich bin katholisch, jedoch mit einem zutiefst ökumenischen Geist. Christ ist derjenige, der Christus nachfolgt. Den täglichen christlichen Impuls schreibe ich seit 2014. Durch kurze und doch tiefgehende Worte zu einzelnen Bibelversen und einem jeweiligen Wochenthema möchte ich Geschwistern im Glauben Unterstützung in ihrem geistlichen Leben geben.