Philliperbrief Phil 3. Kap.: Auslegung, Kommentar und Andacht zur Bibel
Inhaltsverzeichnis
Christliche Bibel – Auslegung, Kommentar, Andacht, Impuls, Erklärung, Bedeutung bzw. Predigt zum Philipper Brief Phil 3. Kap.
Zum Philipper Brief Phil Kap. 3
In Phil 3 betont Paulus die Wichtigkeit, sich auf Christus zu konzentrieren und nicht auf weltliche Dinge oder persönliche Leistungen zu vertrauen. Er ermahnt die Philipper, ihre Identität in Christus zu suchen und das Ziel zu verfolgen, das Gott für sie vorgesehen hat. Paulus warnt auch vor falschen Lehrern, die versuchen, die Philipper in die Irre zu führen. Insgesamt betont der Brief an die Philipper die Bedeutung des Glaubens an Christus und die Notwendigkeit, sich von weltlichen Versuchungen abzuwenden, um ein Leben in Übereinstimmung mit Gottes Plan zu führen.
Phil 3,1-11: Baut nicht auf menschliche Vorzüge
Christliche Bibel – Auslegung, Kommentar, Andacht, Impuls, Erklärung, Bedeutung bzw. Predigt zum Philipper Brief Phil 3,1-11
Phil 3,1: Übrigens, liebe Geschwister, freut euch im Herrn! Das zu schreiben ist mir keine Last, und euch macht es sicher.
Für dein Leben
- Freue dich: Richte deinen Fokus auf das, was dir Frieden schenkt, und lass dich nicht von Negativem bestimmen.
- Sei wachsam: Achte darauf, nicht von alten Gewohnheiten oder falschen Lehren abgelenkt zu werden.
- Parallelstellen zum Vers Phil 3,1: 2,18; Ps 32,11; 2Kor 13,11; sicher 2Petr 1,10; 1,12
Freut euch im Herrn
Das ist ein passendes Thema für den ganzen Brief. Paulus teilte den Philippern den Grundsatz mit, sich im Herrn freuen zu können – nicht in Umständen oder Situationen, sondern in dem Herrn , der alles zum Guten führt. Diese bleibende Freude passt zu den Gläubigen, weil sie zeigt, dass wir wirklich auf einen Gott vertrauen, von dem wir wirklich glauben, dass er die Kontrolle hat. Wenn wir das glauben, ist es keine Überraschung, dass wir dann von Freude erfüllt sind. Diese Freude zu kultivieren ist uns eine Pflicht. Wir müssen jeder Neigung zum Murren und Klagen standhaft Einhalt gebieten; Fehler in Gottes Handeln zu finden; oder versuchen, Sympathie hervorzurufen. Wir müssen der Versuchung zu Depression und Melancholie genauso widerstehen wie jeder Form von Sünde.
Phil 3,2: Doch nehmt euch in Acht vor diesen bösartigen Kötern, den falschen Missionaren, den Propheten der Verstümmelung!
Parallelstellen zum Vers Phil 3,2: Hunde Offb 22,15; Arbeiter 2Kor 11,13; Zerschneidung Gal 5,1–3
Phil 3,3: Wir verlassen uns nicht auf menschliche Anstrengungen, sondern sind stolz darauf, zu Jesus Christus zu gehören.
Für dein Leben
- Vertraue nicht auf äußere Erfolge: Dein Wert liegt nicht in deiner Leistung, deinem Status oder dem, was du besitzt. Lerne, dein Herz vor Gott zu öffnen und auf ihn zu bauen.
- Richte dich auf Jesus aus: Lass dein Leben von seiner Liebe und Gnade bestimmen, anstatt dich von deinem Stolz oder deiner Vergangenheit leiten zu lassen. Gott wirkt in dir, nicht durch Werke, sondern durch den Geist.
- Parallelstellen zum Vers Phil 3,3: Röm 2,28.29; Kol 2,11; Geist Joh 4,23; Röm 1,9; rühmen 1Kor 1,31
Stolz, zu Christus zu gehören
Echtes Selbstvertrauen gründet sich nicht darauf, wie wir uns fühlen oder was wir können oder nicht können. Es steht vielmehr im Zusammenhang mit der Erkenntnis, wer wir in Christus sind. Wenn wir begreifen, wie sehr Gott uns liebt, brauchen wir unser Selbstvertrauen nicht mehr auf menschliche Dinge zu gründen. Wir können uns dann an Gott wenden und Heilung für Verletzungen aus der Vergangenheit empfangen. Jesus will dir echtes Selbstvertrauen schenken, indem er dich von Verletzungen aus der Vergangenheit heilt, die dein Selbstwertgefühl beeinträchtigen. Schau mehr auf das, was an Gott gut ist, als darauf, was an dir schlecht ist. Dann wird sich dein Selbstvertrauen darauf gründen, wer du in ihm bist.
Phil 3,4: Natürlich könnte ich mich auch auf menschliche Vorzüge berufen. Wenn andere Grund haben, darauf zu vertrauen, hätte ich das noch viel mehr.
Parallelstellen zum Vers Phil 3,4: 2Kor 11,18–22
Phil 3,5: Ich wurde beschnitten, als ich acht Tage alt war. Von Geburt bin ich ein Israelit aus dem Stamm Benjamin, ein Hebräer reinster Abstammung. Und was das Gesetz betrifft, gehörte ich zur strengen Richtung der Pharisäer.
Parallelstellen zum Vers Phil 3,5: Lev 12,3; Pharisäer Apg 23,6; 26,5
Phil 3,6: Dem Eifer nach war ich ein unerbittlicher Verfolger der Gemeinde; und gemessen an der Gerechtigkeit, die aus der Befolgung des Gesetzes kommt, war ich ohne Tadel.
Der alte Paulus
In Philipper 3,4-6 spricht Paulus von seiner vorherigen Vertrauensbasis im Fleisch, die er einst als Grund zur Rechtfertigung betrachtete. Er zählt seine pharisäischen Verdienste auf und betont seine Stellung im Volk Israel. Doch nach seiner Begegnung mit Christus erkennt er, dass diese irdischen Merkmale an Wert verlieren. Die wahre Gerechtigkeit kommt durch den Glauben an Christus zustande. Paulus‘ persönliche Transformation verdeutlicht, dass unsere Identität nicht in äußeren Leistungen liegt, sondern in der Annahme der Gnade Gottes durch den Glauben. Dies ermutigt uns, unser Vertrauen nicht auf weltliche Errungenschaften zu setzen, sondern auf die Erlösung durch Christus.
Parallelstellen zum Vers Phil 3,6: Verfolger Apg 8,3; untadelig Lk 1,6
Phil 3,7: Früher hielt ich diese Dinge für einen Gewinn, aber jetzt, wo ich Christus kenne, betrachte ich sie als Verlust.
Für dein Leben
- Alles andere ist nichts: Du erkennst, dass dein Erfolg, Status und Besitz keinen echten Wert haben im Vergleich zu deiner Beziehung zu Jesus.
- Christus ist dein Gewinn: Du lebst mit dem Bewusstsein, dass allein Christus dich erfüllt und dir ewige Hoffnung gibt, unabhängig von äußeren Umständen.
- Parallelstellen zum Vers Phil 3,7: Mt 13,46
Betrachte ich sie als Verlust
Dreck, Unrat, Verlust, Mist bis hin zum Kot: die Übersetzungen überschlagen sich hier. Alle meinen das Gleiche: den Dingen den richtigen Wert zumessen! Paulus war vor seiner Bekehrung ein Vorbild-Religiöser. Er war aber innerlich blind, soweit, dass er sogar die Christen verfolgte. Erst die direkte Begegnung mit Jesus Christus ließ ihn aus seiner Blindheit erwachen und er erkannte: es zählt nur das Leben in Christus. Was unser Leben wertvoll macht, ist Gottes Ja zu uns in Christus. Verdient hat es keiner. Alles ist Gnade. Auch wir brauchen diese direkte persönliche Begegnung, um nicht zu erblinden, sondern mit offenen Augen nur auf ihn zu schauen. Die persönliche Begegnung findet statt im Gebet, dem Lesen der Bibel und im Empfang der Sakramente. So lernen wir Christus immer besser kennen und werden immer tiefer in ihm verwurzelt.
Beziehung zu Christus
Paulus stellte hier eine persönliche Beziehung zu Jesus Christus in den Mittelpunkt des Lebens eines Christen. Er nahm freudig den Verlust aller anderen Dinge für die Größe dieser persönlichen Beziehung in Kauf.
Phil 3,8: Ja wirklich, alles andere erscheint mir wertlos, wenn ich es mit dem unschätzbaren Gewinn vergleiche, Jesus Christus als meinen Herrn kennen zu dürfen. Durch ihn habe ich alles andere verloren und betrachte es auch als Dreck. Nur er besitzt Wert für mich.
Phil 3,8: Ja, wahrlich, ich achte alles für Schaden gegenüber der alles übertreffenden Erkenntnis Christi Jesu, meines Herrn, um dessentwillen ich alles eingebüßt habe; und ich achte es für Dreck, damit ich Christus gewinne
Für dein Leben
- Setze Prioritäten neu: Alles, was dir früher wichtig war – Erfolg, Besitz, Ansehen – wird unwichtig, wenn du erkennst, wie wertvoll die Beziehung zu Christus ist.
- Lass los, was dich bindet: Du kannst bewusst loslassen, was dich hindert, Christus zu folgen. Erfüllung findest du nicht in Dingen, sondern in der Nähe zu ihm.
- Parallelstellen zum Vers Phil 3,8: Joh 17,3; Jer 9,23
Nur Jesus Christus kennen
Wünsche nichts anderes zu wissen als Jesus Christus, den Gekreuzigten, sein Leben und seinen Tod, wie auch seine Forderungen an dich. Alles andere halte fern von dir! Dann wirst du Gott wohlgefällig sein; denn jene sind seine bevorzugten Lieblinge, die nach ihm verlangen und nur diejenige Kenntnis zu erlangen trachten, welche dazu dient, um ihn, das höchste Gut, zu lieben und seinen heiligen Willen zu erfüllen. Jedes andere Verlangen und Forschen ist Eigenliebe, Stolz und ein Fallstrick des Teufels. Lorenzo Scupoli (zu Phil 3,8)
Für die ich den Verlust aller Dinge erlitten habe
Dieser Zählverlust war nicht nur eine innere spirituelle Übung. Paulus hatte tatsächlich den Verlust aller Dinge erlitten , um Christus zu gewinnen. Dies zeigen der Ort und die Umstände, unter denen Paulus diesen Brief schrieb – ein römisches Gefängnis, wo er wirklich sagen konnte, dass er den Verlust aller Dinge erlitten hatte.
Übertreffende Erkenntnis Christi Jesu
Die geistliche Erkenntnis Jesu Christi ist eine persönliche Erkenntnis. Ich kann den Herrn Jesus nicht durch einen anderen kennenlernen, der Ihn kennt. Nein, ich muss selber mit Ihm bekannt werden! Ich muss Ihm von Angesicht zu Angesicht persönlich begegnen. Es muss eine bewusste Erkenntnis sein; nicht wie der Träumende Ihn in seinen Träumen erblickt, sondern wie Ihn das Wort uns offenbart. Ich muss Seine beiden Naturen erkennen, Seine menschliche und Seine göttliche Natur. Ich muss Seine Ämter erkennen, Seine Eigenschaften, Seine Werke, Seine Schmach, Seine Herrlichkeit.
Damit auch ich erkenne, dass Christus lieb zu haben viel besser ist als alles Wissen. Es muss eine liebende Erkenntnis Christi sein, denn wenn ich Ihn überhaupt erkannt habe, so muss ich Ihn lieb gewinnen. Eine staubkorngroße Herzenserkenntnis Seines Wesens ist mehr wert als eine ganze Schiffsladung voll Wissenschaft.
Diese Erkenntnis Jesu Christi ist eine über alles seligmachende Erkenntnis. Sie ist wahrlich so erhebend, dass sie mich manchmal weit über alle Trübsal, Zweifel und Leiden hinweghebt. Denn sie umschlingt mich mit der Unsterblichkeit des ewig lebenden Heilandes und umgürtet mich mit dem goldenen Gürtel Seiner ewigen Freude. Komm, liebe Seele, setze dich zu Jesu Füßen und lerne heute von Ihm. Spurgeon
Phil 3,9: Und zu ihm möchte ich um jeden Preis gehören. Deshalb vertraue ich nicht mehr auf meine Gerechtigkeit, die aus dem Befolgen des Gesetzes kam, sondern auf die Gerechtigkeit, die ich durch den Glauben an Christus habe, auf die Gerechtigkeit, die von Gott kommt und dem Glaubenden zugesprochen wird.
Für dein Leben
- Vertraue nicht auf deine eigenen Leistungen oder deine moralischen Errungenschaften, sondern wisse, dass allein der Glaube an Christus dich gerecht macht.
- Lebe täglich in dem Bewusstsein, dass deine wahre Identität in Christus liegt und nicht in weltlichen Erfolgen oder Anerkennung.
- Parallelstellen zum Vers Phil 3,9: Gerecht. Röm 1,17; Gal 2,16
Gerechtigkeit durch Christus
In Philipper 3,9 spricht Paulus über die Erkenntnis Christi und betont, dass er nicht durch eigene Werke, sondern durch den Glauben an Christus gerechtfertigt wird. Die persönliche Hingabe an Jesus und das Vertrauen in seine Gnade stehen im Mittelpunkt. Durch die Gemeinschaft mit Christus sucht Paulus, die Rechtfertigung nicht aus eigenen Leistungen zu gewinnen, sondern durch den Glauben an ihn. Diese Verse erinnern uns daran, dass die Beziehung zu Christus die Grundlage unseres Glaubens ist und uns befähigt, in seiner Gnade zu wachsen und gerechtfertigt zu sein.
Phil 3,10: Ich möchte nichts anderes mehr kennen als Christus, und ich will die mächtige Kraft, die ihn aus den Toten auferstehen ließ, an meinem eigenen Leib erfahren. Ich möchte lernen, was es heißt, mit ihm zu leiden und in ihm zu sterben,
Für dein Leben
- Erkenne den Wert des Leidens: Die Gemeinschaft mit dem Leiden Christi lehrt dich, dass schwere Zeiten deinen Glauben stärken und dich näher zu Gott führen können.
- Strebe nach Auferstehungskraft: Suche die Kraft, die Jesus von den Toten auferweckte, in deinem Alltag. Sie hilft dir, alte Gewohnheiten abzulegen und ein neues Leben zu führen.
- Parallelstellen zum Vers Phil 3,10: Auferstehung Eph 1,19.20; Leiden 2Kor 4,10; Röm 8,17
Phil 3,11: um dann auch unter denen zu sein, die aus den Toten heraus auferstehen werden.
In ihm sterben
Das Kreuz als dein Wegbegleiter: Du musst überall, wo du hingehst, Geduld mit dir nehmen, wenn du inneren Frieden haben willst. Denn das Kreuz ist ein fester Wegbegleiter. Entweder hast du einen körperlichen Schmerz oder die Psyche macht dir zu schaffen. Mal fühlst du dich von Gott verlassen, mal macht dir ein Mitmensch zu schaffen und oft bist du dir selbst eine Last. Und so wirst du überall ein Kreuz finden. Bitten wir den Herrn darum, uns die Kraft zu geben, die Kreuze zu tragen. Am Kreuze ist alles gelegen. Es führt kein anderer Weg zum Leben, zum wahren, inneren Frieden, als der Weg des Kreuzes, des täglichen Sterbens.
Denke oft daran, dass der Heiland uns durch Leiden und Dulden erlöst hat. Auch wir können unser Heil nur wirken durch geduldiges Ertragen der Schwierigkeiten, Widerwärtigkeiten und Unannehmlichkeiten. Franz von Sales
Parallelstellen zum Vers Phil 3,11: Herausauferstehung Offb 3,21; 6,9–11; 12,5.11; 20,5.6
Phil 3,12-21: Lauft auf das Ziel zu
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Phil 3,12: Ich will nicht behaupten, das Ziel schon erreicht zu haben oder schon vollkommen zu sein; doch ich strebe danach, das alles zu ergreifen, nachdem auch Christus von mir Besitz ergriffen hat.
Für dein Leben
- Bleibe dran: Du bist noch nicht am Ziel. Setze dir klare Ziele und arbeite täglich daran, dich weiterzuentwickeln.
- Vertraue auf Gott: Dein Leben ist ein Weg, den Gott mit dir geht. Lass dich von seiner Führung leiten, statt dich auf deine Schwächen zu konzentrieren.
- Parallelstellen zum Vers Phil 3,12: 1Tim 6,12
Zur Vollkommenheit
Während das Werk Christi für uns vollkommen ist und es vermessen wäre, etwas hinzuzufügen, ist das Werk des Heiligen Geistes in uns nicht vollkommen, es wird von Tag zu Tag fortgesetzt und wird es sein müssen unser ganzes Leben lang fortgesetzt.
Ergreifen und Ergriffen sein
Paulus begann diesen Vers mit der Idee, dass Jesus Christus ihn ergriffen hatte. Dies ist eine wichtige Idee; doch manchmal reagieren Christen auf diese Idee, indem sie passiv sind. Sie nehmen an: „Jesus hat mich ergriffen; also das wars jetzt. Ich bin ein Christ und ich komme in den Himmel.“ Paul zeigte eine andere Haltung; er war entschlossen, das zu ergreifen , was Jesus ergriffen hatte hatte. Man sollte sich also fragen: „Warum hat Jesus Paulus ergriffen?
Phil 3,13: Noch bin ich nicht am Ziel angekommen. Aber eins steht fest: Ich will vergessen, was hinter mir liegt, und schaue nur noch auf das Ziel vor mir.
Phil 3,13: Nein, ich bilde mir nicht ein, es schon geschafft zu haben, liebe Geschwister; aber eins steht fest: Ich vergesse das Vergangene und schaue auf das, was vor mir liegt.
Für dein Leben
- Vergangenheit loslassen: Du darfst nicht in der Vergangenheit verweilen. Fehler oder Erfolge aus früheren Zeiten dürfen dich nicht bremsen oder stolz machen. Konzentriere dich auf das, was vor dir liegt.
- Zukunft anstreben: Dein Ziel sollte das Leben mit Gott und seine Bestimmung für dich sein. Strebe danach, im Glauben zu wachsen und seine Berufung für dein Leben zu erfüllen.
- Parallelstellen zum Vers Phil 3,13: Lk 9,62
Wir sind Werdende
Wir sind und bleiben Werdende in diesem Leben fortschreitend mit Christus auf dem Weg unserer inneren Entwicklung. Dieser Weg führt immer auch durch das Tal, wo wir mit uns selbst kämpfen, den Kampf darum, den Glauben so zu leben, dass wir dabei konsequent den Weg Gottes gehen. Wir sind hier lebenslang unterwegs.
Der folgende Text von Luther drückt dies sehr schön aus: Das Leben ist nicht ein Frommsein, sondern ein Frommwerden, nicht eine Gesundheit, sondern ein Gesundwerden, nicht ein Sein, sondern ein Werden, nicht eine Ruhe, sondern eine Übung. Wir sind’s noch nicht, wir werden’s aber. Es ist noch nicht getan oder geschehen, es ist aber im Gang und im Schwang. Es ist nicht das Ende, es ist aber der Weg. Es glüht und glänzt noch nicht alles, es reinigt sich aber alles.
Ich vergesse das Vergangene
Immer wieder loslassen: Das Leben erfordert immer wieder, Bekanntes loszulassen und weiterzugehen. Wer am Alten emotional haften bleibt und nicht bewusst loslässt, kann auch nur schwer neues Land erobern. Es braucht innere Freiheit, um sich wieder mit ganzem Herzen auf neue Gegebenheiten einzulassen. Paulus bringt das in diesem Vers auf den Punkt: sich bewusst auf das vor einem Liegende konzentrieren. In der Phase des Loslassens fällt das schwer und das ist auch in Ordnung. In dieser Zeit darf ich nachsichig mit mir selbst sein und mir auch Zeit für den Abschied geben. Denn nur wenn ich Altes bewusst loslasse, bin ich offen für eine Neues.
Phil 3,14: Ich laufe mit aller Kraft auf das Ziel zu, um den Siegespreis droben zu gewinnen, für den Gott uns durch Jesus Christus bestimmt hat.
Auf das Ziel zulaufen
Ziel als Christen: Unser Ziel als Christen ist es, darauf zu warten, zu hoffen und darauf zu vertrauen, dass Jesus wieder kommt und wir eines Tages mit ihm vereint sind. Auf diesem Weg der „Heiligung“ gilt es, die himmlische Berufung, diese Zielvereinbarung immer wieder zu überprüfen und bei Abweichungen vom richtigen Weg, Kurskorrekturen vorzunehmen. Sollte man festgestellt haben, dass man falsche Dinge getan oder nötige Handlungsweisen unterlassen hat, dann ist es an der Zeit Konsequenzen zu ziehen. Der richtige Weg muss wieder eingeschlagen werden und es sollte dann auch mutig „vergessen werden was dahinten ist, man sollte sich nach dem ausstrecken was da vorne ist, und dem vorgesteckten Ziel mit festem Willen nachgejagt werden. Rolf Aichelberger
Mit aller Kraft
In dem Abschnitt aus dem Brief an die Philipper schreibt der Briefschreiber Paulus, dass er sich bewusst ist, das Ziel noch nicht erreicht zu haben, „Vollkommen zu sein“ , doch will er vergessen, was ihn auf dem Weg dahin behindert hat und dem Ziel der vollkommenen Heiligung nachjagen. Jagen, nicht gemütliches Schlendern. Konseqent, willentlich, das Richtige tun, sich nicht vom Kurs abbringen lassen, nicht nachlässig werden, sich nicht ablenken lassen von den Verführungen, die am Wegesrand lauern und den Kurs beeinflussen wollen. Alles vergessen, was dahinten liegt, heißt auch, sich nicht unnötig lang damit weiterbeschäftigen, was sonst zum Stillstand führen würde. Rolf Aichelberger
Parallelstellen zum Vers Phil 3,14: 1Kor 9,24–27; Rufes Hebr 3,1; 2Petr 1,10.11
Phil 3,15: Und zu allen »Vollkommenen« sage ich: Lasst uns das bedenken! Doch wenn ihr in irgendeinem Punkt anderer Meinung seid, wird Gott euch auch darüber Klarheit schenken.
Parallelstellen zum Vers Phil 3,15: reif 1Kor 2,6; auch 1,6.7
Phil 3,16: Auf jeden Fall sollen wir festhalten, was wir schon erreicht haben.
Parallelstellen zum Vers Phil 3,16: Gal 6,16; Gesinnung 2,2
Phil 3,17: Nehmt mich als Vorbild, Geschwister; und lernt auch von denen, die unserem Beispiel folgen.
Für dein Leben
- Folge guten Vorbildern: Achte auf Menschen, die im Glauben leben und deine Beziehung zu Gott stärken. Sie können dir helfen, auf dem richtigen Weg zu bleiben.
- Vermeide schlechte Einflüsse: Sei vorsichtig bei denen, deren Leben nicht Gott ehrt, denn sie könnten dich von deinem Ziel abbringen.
- Parallelstellen zum Vers Phil 3,17: 4,9; 1Kor 11,1; 1Tim 4,12; Hebr 13,7; 1Petr 5,3
Phil 3,18: Denn es gibt viele, vor denen ich euch schon oft gewarnt habe und es jetzt unter Tränen wiederholen muss. Durch ihr Verhalten zeigen sie, dass sie Feinde vom Kreuz des Christus sind.
Parallelstellen zum Vers Phil 3,18: Feinde Lk 14,27; Gal 6,12
Phil 3,19: Sie werden im Verderben enden, denn ihr Bauch ist ihr Gott, und sie sind stolz auf das, was ihre Schande ist. Sie denken nur an die irdischen Dinge.
Für dein Leben
- Du gibst deinen Interessen zu viel Raum: Wenn du deine eigenen Wünsche und Begierden an erste Stelle setzt, statt die Werte Gottes zu leben, führst du ein Leben, das nicht langfristig erfüllt. Es bleibt leer, weil der Fokus nicht auf das Ewige ausgerichtet ist.
- Du wirst durch weltliche Dinge gesteuert: Wenn du zu stark nach materiellen Erfolgen strebst, kannst du leicht die wahre Erfüllung verlieren. Dein Herz wird dann von vergänglichen Dingen bestimmt und nicht von der Hoffnung auf Gott.
- Parallelstellen zum Vers Phil 3,19: 2Kor 11,15; Bauch Röm 16,18; Schande Hos 4,7; Irdisches Kol 3,2; Röm 8,5
Verhaftet im Irdischen
Das beschreibt den Schwerpunkt ihres Lebens. Es ging nicht darum, Gott zu gefallen und ihn anzubeten, sondern um in dieser Welt zurechtzukommen. Ihre Haltung war dieselbe wie die des reichen Narren in Lukas 12:16-21
Phil 3,20: Doch wir haben unser Bürgerrecht im Himmel. Von dort her erwarten wir auch unseren Retter und Herrn Jesus Christus.
Phil 3,20: Unsere Heimat ist der Himmel.
Für dein Leben
- Himmel als Heimat: Du bist nicht für diese Welt bestimmt. Dein wahres Zuhause ist der Himmel, und alles, was du hier tust, sollte diese Ausrichtung widerspiegeln.
- Veränderung durch Christus: Christus wird deinen Körper verwandeln. Dein Leben wird durch seine Kraft erneuert und verwandelt, was bedeutet, dass du auch hier auf Erden ein neues Leben führen kannst.
- Parallelstellen zum Vers Phil 3,20: Eph 2,6; Kol 3,1–3; Hebr 11,16; 12,22; erwarten 1Kor 1,7
Heimat im Himmel
Unser Lebensweg führt zu diesem Ziel. Der Himmel ist aber nicht allein unsere Zukunft, sondern auch unsere Herkunft. Das himmlische Bürgerrecht verweist uns auf diese Erde, um das hier begonnene Reich Gottes zu leben, das überall dort aufbricht, wo wir in Gottes Liebe leben und sie in die Welt tragen. Dafür sind wir seine Gesandten. Wenn wir als Christen leben, dann, indem wir mit beiden Füßen auf dem Boden stehen und die Liebe im Heute praktizieren. Aber unsere Augen sind dabei fest auf das Ziel gerichtet, und dieses Ziel ist der Himmel. Es ist immer wieder wichtig, sich bewusst zu machen, warum und wofür man lebt. Denn nur wenn wir wissen, wohin wir gehören, können wir dem Herrn wirklich nachfolgen.
Worte von Papst Franziskus
Lasst uns in der Gegenwart leben, lasst uns die Gegenwart in die Hand nehmen, aber lasst uns nicht überwältigt werden: lasst uns nach oben schauen, lasst uns zum Himmel blicken, lasst uns an das Ziel denken, lasst uns daran denken, dass wir zur Ewigkeit berufen sind, zu einer Begegnung mit Gott. Und, vom Himmel ins Herz, erneuern wir heute die Entscheidung für Jesus, die Entscheidung, ihn zu lieben und ihm zu folgen. Die Jungfrau Maria, die in der Nachfolge Jesu bereits das Ziel erreicht hat, möge unsere Hoffnung unterstützen. Papst Franziskus
Hoffnungsfrohe Gelassenheit
Wir leben auf der Erde und leben doch schon als Bürger des Himmels. Himmels-Bürger! Wenn wir diese Wahrheit, dass wir dies sind, in unserem Herzen verwurzeln, dann führt uns dass dahin, dass wir inmitten von Schwierigkeiten gelassen bleiben können. OK, das gelingt nicht immer, aber es kann eben grundsätzlich gelingen. Es gibt schwere Momente, Zeiten des Kreuzes. Jeder von uns hat Schwierigkeiten. Als Himmelsbürger, als Kinder Gottes bleibt darin aber immer wenigstens ein Lichtstrahl, der aus der persönlichen Gewissheit hervorgeht, jenseits von allem grenzenlos geliebt zu sein. Es ist eine innere Sicherheit, eine hoffnungsfrohe Gelassenheit. Versuchen wir uns in der Tugend der Gelassenheit zu üben, im Heute zu leben und uns nicht Sorgen über das zu machen, was war und was kommen wird. Wir können Jesus nicht im Gestern oder im Morgen begegnen, sondern nur in der Gegenwart, im aktuellen Moment. Hier wartet der Herr auf uns.
Gute Schritte zur Heimat im Himmel
Erwägen Sie oft diesen guten Gedanken, daß wir auf dieser Welt unseren Weg gehen zwischen Paradies und Hölle, daß unser letzter Schritt uns in die ewigen Wohnstätten bringen wird, daß wir nicht wissen, welches unser letzter Schritt ist und, um diesen letzten recht zu tun, versuchen müssen, alle anderen gut zu tun. O heilige Ewigkeit ohne Ende, glückselig, der an dich denkt! Ja, denn was bedeutet schon dieses Schauspiel kleiner Kinder, das wir auf dieser Welt für, ich weiß nicht wie viele Tage, darbieten? Nicht das Geringste, wenn es nicht der Übergang zur Ewigkeit wäre. Darum also müssen wir Sorge tragen für die Zeit, die wir hier unten weilen müssen, und für alle unsere Handlungen, damit wir sie zur Gewinnung des ewigen Gutes gebrauchen. Franz von Sales
Phil 3,21: Er wird unseren armseligen vergänglichen Leib verwandeln, sodass er dann seinem verherrlichten Körper entsprechen wird. Das geschieht mit der Kraft, mit der er sich alle Dinge unterwerfen kann.
Für dein Leben
- Veränderung deines Körpers: Du kannst darauf vertrauen, dass Gott deinen Körper eines Tages verwandeln wird, hin zu einem neuen, unvergänglichen Körper, frei von Krankheit und Tod. Das gibt dir Hoffnung, egal wie du dich heute fühlst.
- Gott ist der Herr über alles: Er hat die Macht, alles unter Kontrolle zu bringen, sogar die schwierigsten Lebenssituationen. Du kannst ihm vertrauen, dass er alles zu deinem Guten wenden wird.
- Parallelstellen zum Vers Phil 3,21: Röm 8,23; 1Kor 15,42–52; 15,27; 2Kor 5,1
Hier geht’s zu einer Auslegung von G. de Koning zu Phil 3. Kap.
Das war eine Christliche Bibel – Auslegung, Kommentar, Andacht, Impuls, Erklärung, Bedeutung bzw. Predigt zum Philipper Brief Phil 3. Kap.