Römer Brief Röm 9. Kap.: Auslegung, Kommentar, Andacht bzw. Predigt

Auslegung, Kommentar, Andacht bzw. Predigt zum Römer Brief Röm 9. Kap.

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Zum Römer Brief Röm 9. Kap.

Das neunte Kapitel des Römer Briefs behandelt die Themen Prädestination und göttliche Souveränität. Paulus erklärt, dass Gott das Volk Israel nach seinem Willen erwählt hat, aber dass dies nicht bedeutet, dass alle Israeliten automatisch gerettet werden. Stattdessen betont er die Bedeutung des Glaubens an Jesus Christus als einzigen Weg zur Rettung. Paulus zeigt, dass Gott das Recht hat, über die Schicksale der Menschen zu entscheiden, und dass sein Wille unveränderlich ist.

Dennoch betont er auch, dass die Rettung durch den Glauben zugänglich ist, unabhängig von Abstammung oder Werken. Paulus erklärt, dass die Heiden durch ihren Glauben in Christus zu einem Teil des erlösten Volkes Gottes werden und dass Gott Israel nicht vollständig abgelehnt hat, sondern dass es noch immer Hoffnung auf Rettung gibt. Insgesamt stellt das neunte Kapitel des Römerbriefs eine tiefe Auseinandersetzung mit den Themen Gottes Souveränität, freiem Willen und Erlösung dar, die auch heute noch relevant sind.

In Römer Kapitel eins bis acht überzeugte uns Paulus gründlich von der Not des Menschen und von Gottes herrlicher Versorgung in Jesus Christus durch den Heiligen Geist. Nun, in Römer 9 bis 11, befasst sich Paulus mit dem Problem, das mit dem Zustand Israels verbunden ist. Was bedeutet es, dass Israel seinen Messias verpasst hat? Was sagt das über Gott aus? Was sagt es über Israel aus? Was sagt es über unsere gegenwärtige Stellung in Gott aus?

Röm 9,1-5: Israel, das erwählte Volk

Auslegung, Kommentar, Andacht bzw. Predigt zum Römer Brief Röm 9,1-5

Röm 9,1: ‭Was ich jetzt sage, sage ich vor Christus. Mein Gewissen bestätigt es, und der Heilige Geist bezeugt mir, dass es die Wahrheit ist.

Tägliche christliche Andacht

Röm 9,2-3: Mein Herz ist von tiefer Traurigkeit erfüllt, und es quält mich unablässig,‭ ‭wenn ich an meine Brüder denke, an die Leute meines eigenen Volks. Für sie hätte ich es auf mich genommen, verflucht und für immer von Christus getrennt zu sein.‭

Das jüdische Volk

Dies ist eine dramatische Erklärung der großen Liebe und Trauer des Paulus für seine Brüder. Paulus sagt, er selbst sei bereit, sich von Jesus zu trennen, wenn dies irgendwie die Errettung Israels bewirken könnte. Wir sollten uns daran erinnern, dass die Juden die schlimmsten Feinde von Paulus waren, wenn es um den Dienst ging. Sie belästigten und verfolgten ihn von Stadt zu Stadt, schürten Lügen und Gewalt gegen ihn. Und doch liebte er sie immer noch so leidenschaftlich.

Kapitel 9 und 10 richtet sich an das jüdische Volk. Dennoch können wir Belehrungen für uns heraus ziehen. Mich beeindruckt vor allem die Leidenschaft, mit der Paulus, um sein Volk wirbt. Paulus kämpft für sie, er betet für sie, er glüht für sie, ja er würde sogar lieber von Christus getrennt sein, damit sie diese Verbindung eingingen. Er ahmte Jesus Christus nach, der sich für uns zum Ausgestossenen und Verfluchten machte. Unser christlicher Glaube ist nie reine Privatsache, sondern drängt damals wie heute nach Aussen, wendet sich dem Nächsten zu, nicht lau und schwerfällig, sondern mit ganzer Hingabe. Im Eifer für die Seelen nehmen wir uns Paulus zum Vorbild. 

Röm 9,4: Sie sind ja Israeliten; ihnen hat Gott das Vorrecht geschenkt, seine Kinder zu sein. Ihnen hat er seine Herrlichkeit gezeigt; mit ihnen hat er seine Bündnisse geschlossen; ihnen hat er das Gesetz und die Ordnungen des Gottesdienstes gegeben; ihnen gelten seine Zusagen.‭

Röm 9,5: ‭Sie sind die Nachkommen der von Gott erwählten Väter, und aus ihrer Mitte ist auch der Messias seiner menschlichen Herkunft nach hervorgegangen. Er ist Gott, der über allem steht und für immer und ewig zu preisen ist. Amen!‭

Vielfache Gaben an Israel werden hier aufgezählt

Die Kindschaft wurde ihnen geschenkt und seinen Kindern offenbarte sich Gott, um mit ihnen einen Bund zu schließen. Er schenkte ihnen das Gesetz und sie hofften auf seine Zusagen, indem sie ihm dienten. Sie sind die Nachkommen der Stammväter und Christus selbst stammt nach seiner menschlichen Herkunft aus ihrem Volk. Gottes Zusagen an sein Volk haben nach wie vor ihre Gültigkeit. Auf diese seine Zusagen, seine Verheißung kommt es an. Sie gelten uns, aber nicht deswegen weil wir Gutes tun oder weil wir als Baby getauft wurden, sondern allein weil er uns zur Kindschaft beruft, die wir im Glauben annehmen.

Schmerz des Paulus

Der Schmerz, den Paulus für seine verlorenen Brüder empfindet, ist umso größer, wenn er bedenkt, wie Gott sie mit all den Vorrechten gesegnet hat Sein eigenes besonderes Volk zu sein. Paulus betrachtet auch das menschliche Vermächtnis darin, Gottes auserwähltes Volk zu sein. Israel gab uns nicht nur die großen Väter des Alten Testaments, sondern Jesus selbst kam aus Israel. Dieses ganze geistliche Erbe macht den Unglauben Israels umso problematischer.

Röm 9,6-13: Wer gehört zu Gottes Volk?

Auslegung, Kommentar, Andacht bzw. Predigt zum Römer Brief Röm 9,6-13

Röm 9,6: ‭Ich will damit nicht gesagt haben, dass das von Gott gegebene Wort keine Gültigkeit mehr hätte. Aber es gehören eben nicht alle Israeliten zum eigentlichen Israel.‭

Das eigentliche Israel

In Römer 9,6 spricht Paulus über die Erwählung und Gottes Treue zu seinem Volk. Er betont, dass nicht alle physischen Nachkommen Abrahams automatisch zu Gottes geistlichem Volk gehören. Vielmehr kommt es auf den Glauben an. Paulus verdeutlicht, dass Gottes Versprechen nicht an die biologische Abstammung gebunden ist, sondern an den Glauben an ihn. Dies unterstreicht die geistliche Dimension der Erwählung. Es geht darum, wer Gott im Glauben annimmt, nicht nur um die äußere Zugehörigkeit. Die Auslegung betont somit die Bedeutung des persönlichen Glaubens als entscheidenden Faktor für die Teilhabe an Gottes Verheißungen.

Röm 9,7: ‭Nicht weil sie von Abraham abstammen, sind sie seine Kinder, denn Gott sagte zu ihm: Durch Isaak gebe ich dir die Nachkommen, die ich dir versprochen habe.

‭Röm 9,8: Mit anderen Worten: Nicht die Abstammung macht zu Gottes Kindern, sondern die göttliche Zusage führt zur eigentlichen Nachkommenschaft.‭

Die göttliche Zusage macht uns zu Kindern Gottes

Römer 9,8 bezieht sich auf die Verheißung Gottes an Abraham, dass seine Nachkommen Erben des Bundes sein werden. Diese Zusage geht über biologische Abstammung hinaus und betont den geistlichen Aspekt. In einem persönlichen Kontext könnten wir verstehen, dass unser Glaube an Christus uns zu Erben dieser göttlichen Verheißung macht. Es erinnert daran, dass unsere Identität nicht nur von irdischen Beziehungen abhängt, sondern von unserer Verbindung mit Gott durch den Glauben. Dies stärkt das Vertrauen in Gottes unveränderliche Zusagen und eröffnet uns die Perspektive eines tieferen, geistlichen Erbes.

Röm 9,9: ‭Die Zusage lautete: In einem Jahr werde ich wiederkommen, und dann wird Sara einen Sohn haben.

Röm 9,10: ‭Aber nicht nur bei ihr, sondern auch bei Rebekka war es so, als sie von unserem Stammvater Isaak schwanger war.‭

Röm 9,11-12: ‭Denn als die Zwillinge noch nicht geboren waren und noch nichts Gutes oder Böses getan hatten – damit sollte der Plan Gottes bekräftigt werden, dass seine Wahl nicht von menschlichen Leistungen abhängig ist, sondern allein von seiner freien Entscheidung, ‭sagte Gott zu Rebekka: »Der Ältere wird dem Jüngeren dienen.

Röm 9,13: ‭Darum heißt es auch in der Schrift: Jakob habe ich meine Liebe geschenkt, aber Esau habe ich von mir gestoßen.

Jakob habe ich meine Liebe geschenkt

In Römer 9,13 geht es um Gottes Souveränität in der Erwählung. Paulus zitiert Malachias, um zu betonen, dass Gott Jakob geliebt, aber Esau gehasst hat, bevor sie geboren wurden oder irgendetwas Gutes oder Böses getan hatten. Diese Passage verdeutlicht Gottes unabhängige Entscheidungen in Bezug auf die Erlösung. Es ist wichtig zu betonen, dass Gottes Souveränität nicht bedeuten sollte, dass der Mensch keine Verantwortung trägt. Es ist vielmehr ein Aufruf zur Demut und zum Vertrauen in Gottes göttliche Weisheit. In diesem Kontext lädt Paulus die Gläubigen ein, Gottes Größe anzuerkennen und seine Entscheidungen zu respektieren, auch wenn sie menschliches Verständnis übersteigen

Röm 9,14-29: Kein Anspruch auf Barmherzigkeit

Auslegung, Kommentar, Andacht bzw. Predigt zum Römer Brief Röm 9,14-29

‭Röm 9,14: Heißt das nun, dass Gott ungerecht ist? Auf keinen Fall!‭

Röm 9,15: ‭Er sagte ja zu Mose: Ich schenke mein Erbarmen dem, über den ich mich erbarmen will, und mein Mitleid dem, den ich bemitleiden will.

Erinnere dich daran, was Barmherzigkeit ist

Barmherzigkeit bekommt nicht das, was wir verdienen. Gott ist niemals weniger als fair zu irgendjemandem, behält sich jedoch das Recht vor, nach eigenem Ermessen mehr als fair zu einzelnen Personen zu sein.

Röm 9,16: Es kommt also nicht auf das Wollen und Bemühen eines Menschen an, sondern allein auf Gott und sein Erbarmen.‭

Alles liegt an Gottes Erbarmen

Gott können wir keine Verpflichtung auflegen, wie wir es untereinander tun. Vielmehr verpflichtet sich Gott selber. Seine unendliche Güte, sein herzliches Erbarmen drängt und treibt ihn dazu. Damit aber die Milde seines Erbarmens nicht des Glanzes seiner Gerechtigkeit entbehrte, beschloß er die Rettung des Menschen auf dem Weg eines gestrengen Loskaufes. Dies konnte nur durch seinen Sohn geschehen. Daher sollte dieser die Menschen erlösen, und nicht nur durch eine Tat der Liebe, obwohl eine solche hinreichend gewesen wäre, sondern durch ein ganzes Leben voll Liebe und Leid bis zum Tod, ja bis zum Tod am Kreuz. Er sollte Teilnehmer unserer Armseligkeit werden, um uns zu Teilhabern seiner Herrlichkeit zu erheben. Franz von Sales (zu Röm 9,16)

Röm 9,17: Auch wird in der Schrift zum Pharao gesagt: Nur deshalb habe ich dich als Herrscher auftreten lassen, um dir meine Macht zu demonstrieren und meinen Namen in der ganzen Welt bekannt zu machen.

Röm 9,18: ‭Wir sehen also: Gott handelt ganz nach seinem Ermessen: Dem einen schenkt er sein Erbarmen, den anderen macht er starrsinnig und lässt ihn ins Verderben laufen.‭

Gott handelt ganz nach seinem Ermessen

In Römer 9,18 spricht Paulus über Gottes Souveränität in der Erwählung. Er betont, dass Gott Gnade nach seinem eigenen Willen zeigt und sich niemand seinem Rat widersetzen kann. Diese Verse betonen Gottes absolute Autorität bei der Rettung. Paulus erinnert uns daran, dass es nicht auf menschliche Anstrengungen oder Verdienste ankommt, sondern auf Gottes Barmherzigkeit. Die Passage verdeutlicht die tiefen theologischen Konzepte von Vorherbestimmung und göttlichem Willen. Es ist eine Aufforderung, Gottes Souveränität anzuerkennen und sich in Demut vor seinem unergründlichen Plan zu beugen.

Röm 9,19: ‭Nun wirst du einwenden: Wie kann er uns dann noch Vorwürfe machen? Es kann sich doch niemand seinem Willen widersetzen!

Röm 9,20: ‭So? Wer bist du eigentlich? Du Mensch willst anfangen, mit Gott zu streiten? Sagt das Werk zu seinem Meister: »Warum hast du mich so gemacht?

Wer bist du eigentlich?

In Römer 9,20 reflektiert Paulus über Gottes Souveränität bei der Erschaffung von Gefäßen des Zorns und der Gnade. Er betont, dass wir als Geschöpfe nicht das Recht haben, Gott zu tadeln oder zu hinterfragen. Diese Verse lehren Demut und erinnern daran, dass der Schöpfer souverän über seine Schöpfung ist. Paulus fordert dazu auf, die eigene Begrenztheit zu akzeptieren und Gott zu vertrauen, der die vollkommene Weisheit besitzt. Die Auslegung betont die Beziehung zwischen dem Geschöpf und dem Schöpfer, wobei Demut und Vertrauen in Gottes souveräne Weisheit im Mittelpunkt stehen.

Röm 9,21: ‭Ist der Töpfer nicht Herr über den Ton und kann aus derselben Masse ein Gefäß machen, das auf der Festtafel zu Ehren kommt, und ein anderes, das für den Abfall dienen soll?‭

Röm 9,22-23: ‭Und was sagst du dazu, dass Gott die Gefäße, die zur Vernichtung in seinem Zorngericht bereitgestellt sind, mit großer Geduld erträgt? Er will zwar, dass sie seinen Zorn und seine Macht zu spüren bekommen, ‭andererseits will er aber auch an den Gefäßen, die er in seinem Erbarmen zur Herrlichkeit vorherbestimmt hat, zeigen, wie unerschöpflich reich seine Herrlichkeit ist.‭

Röm 9,24: ‭Das sind nämlich wir, die er nicht nur aus dem jüdischen Volk, sondern auch aus anderen Völkern berufen hat.‭

Röm 9,25: ‭Das hat er schon durch den Propheten Hosea angekündigt: Ich werde als mein Volk berufen, was nicht mein Volk war, und als geliebte Frau die, die nicht geliebt war.

Mein Volk berufen, was nicht mein Volk war

In Römer 9,25 bezieht sich Paulus auf Hosea 2,25 und betont Gottes Gnade, die nicht nur für das jüdische Volk gilt, sondern auch für die Heiden. Die Verse verdeutlichen, dass Gott seine Barmherzigkeit frei verteilt, unabhängig von Verdiensten oder Abstammung. Hier liegt die Bedeutung, dass Menschen aus den Nationen ebenfalls Teil von Gottes auserwähltem Volk werden können. Es ist eine Botschaft der Universalität und Liebe Gottes für alle. Die Aussage zeigt, dass Gottes Souveränität über die Erlösung steht und dass seine Gnade jedem zugänglich ist, der sie annimmt.

Röm 9,26: ‭Gerade dort, wo zu ihnen gesagt wurde: ›Ihr seid nicht mein Volk‹, werden sie ›Kinder des lebendigen Gottes‹ genannt werden.

Röm 9,27: ‭Und Jesaja ruft über Israel aus: Selbst wenn es Israeliten gäbe wie Sand am Meer, nur ein Rest von ihnen wird gerettet werden.‭

Röm 9,28: ‭Denn der Herr wird auf der Erde handeln. Er wird sein Wort einlösen und rasch durchsetzen.

Röm 9,29: ‭Es ist so, wie es Jesaja an anderer Stelle vorausgesagt hat: Hätte der Herr, der allmächtige Gott, nicht einen Rest von unserem Volk übrig gelassen, so wäre es uns wie Sodom und Gomorra ergangen.

Röm 9,30-33: Der falsche Weg

Auslegung, Kommentar, Andacht bzw. Predigt zum Römer Brief Röm 9,30-33

Tägliche christliche Andacht

Röm 9,30: Sie haben die Gerechtigkeit empfangen, deren Grundlage der Glaube ist.

Röm 9,30: ‭Was heißt das nun? Menschen aus allen Völkern sind vor Gott gerecht geworden, ohne sich darum bemüht zu haben. Sie haben die Gerechtigkeit erhalten, die aus dem Glauben kommt.‭

Empfangende Gerechtigkeit

Immer wieder macht Paulus unsere eigene Bedürftigkeit bewußt, unser Angewiesenheit auf Gottes Vergebung. Immer wieder kreist Paulus daher um die empfangene Gerechtigkeit, das Hauptthema des Römerbriefes. Immer wieder betont er es in unterschiedlichen Worten: Christus führt uns in diese Gerechtigkeit ein. Wir empfangen aber noch weit mehr als die Gerechtigkeit. Wir empfangen seine Liebe. Durch Christus ist der Gerechte eingeladen, in die Liebe einzutreten. Liebe aus Christus heraus und nicht, um unser Heil zu verdienen als gute Menschen. Gott ist unser Bemühen nicht zuwider. Sobald aber unser Bemühen Jesu Kreuzestod für uns ersetzen soll, ist es Gott zuwider. Das bedingungslose Vertrauen in Jesu stellvertretendes Opfer für jeden von uns darf durch nichts anderes ersetzt werden.

Röm 9,31: ‭Das Volk Israel aber, das durch das Gesetz gerecht werden wollte, hat das Ziel des Gesetzes nicht erreicht.

Hat das Ziel des Gesetzes nicht erreicht

In Römer 9,31 geht es um das Streben nach Gerechtigkeit durch Werke im Vergleich zum Glauben an Christus. Paulus betont, dass Israel, obwohl es sich bemühte, das Gesetz zu erfüllen, die Gerechtigkeit nicht erreichte, weil es auf Werke setzte und nicht auf den Glauben. Die Heiden hingegen erlangten Gerechtigkeit durch den Glauben an Christus. Die Passage unterstreicht, dass die Beziehung zu Gott nicht durch menschliche Anstrengungen, sondern durch Glauben und Gnade besteht. Es ist eine Erinnerung daran, dass unser Vertrauen in Christus und nicht in unsere eigenen Verdienste gelegt werden sollte, um wahre Gerechtigkeit zu finden.

Röm 9,32: Sie meinten, sie könnten das Ziel durch ihre eigenen Leistungen erreichen.

Röm 9:32: Warum eigentlich nicht? Weil die Israeliten nicht durch den Glauben an Christus, sondern durch ihre eigenen Leistungen Anerkennung bei Gott finden wollten. Deshalb wurde ihnen Christus zum Stein des Anstoßes.

Sie vertrauten auf ihre eigenen Leistungen

Diese Passage bezieht sich darauf, dass die Israeliten aufgrund ihres Fokus auf eigene Leistungen anstatt auf den Glauben an Gott scheiterten. Der „Stein des Anstoßes“ soll Jesus Christus repräsentieren, den sie ablehnten. Paulus betont hier, dass das Erreichen von Gottes Gunst nicht durch menschliche Werke, sondern durch Glauben geschieht. Es ist eine Mahnung, den richtigen Weg des Vertrauens in Gott zu wählen, um spirituelle Hindernisse zu überwinden und echte Beziehung mit Gott zu finden.

Tägliche christliche Andacht

Röm 9,32-33: ‭Und warum nicht? Weil sie meinten, es durch ihre eigenen Leistungen zu erreichen und nicht durch den Glauben. Sie haben sich am Stein des Anstoßes gestoßen,‭ ‭von dem geschrieben steht: Seht her, ich lege in Zion einen Grundstein, an dem man sich stoßen wird, einen Felsblock, an dem man zu Fall kommt. Doch wer ihm vertraut, wird nicht enttäuscht werden.

Leistungen zählen nichts

Paulus hat bereits im Römerbrief gezeigt, dass der einzig mögliche Weg zur Errettung der Glaube ist, nicht die Werke des Gesetzes; und dass diese Erlösung nur durch das Werk eines gekreuzigten Retters kommt – was ein Stolperstein für Israel war (1. Kor 1:22-23).

Paulus zeigt, dass Israel für ihren gegenwärtigen Zustand verantwortlich ist. Hat er allem widersprochen, was er zuvor gesagt hat, was Gottes souveränen Plan betonte? Natürlich nicht, er stellt das Problem einfach von der anderen Seite der Medaille dar – der Seite der menschlichen Verantwortung, statt der Seite von Gottes souveräner Wahl.

Geben wir uns mit unserem ganzen Sein Gott hin. Dieses Bemühen der Hingabe bereitet Gott Freude. Es ist kein Bemühen, um bei Gott etwas zu erreichen, sondern ein Bemühen aufgrund dessen, was Gott für dich getan hat. Jegliches Bemühen „um zu“ (um etwas bei Gott zu erreichen) ist nicht gut. Jegliches Bemühen „aufgrund“ (aufgrund der Liebe zu Jesus) bereitet Gott dagegen Freude. Mit „um zu“ kommt kein Mensch in den Himmel! Mit „aufgrund“ stehen die Türen des Himmels weit offen!

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Röm 9