2. Petrus Brief 2 Petr 1. Kap.: Auslegung, Kommentar, Andacht bzw. Predigt

Auslegung, Kommentar, Andacht bzw. Predigt zum zweiten Petrus Brief 2 Petr 1. Kap.

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Zum 2. Petrus Brief 2 Petr 1. Kap.

Der zweite Petrus Brief Kapitel 1 betont die Wichtigkeit des Wachstums im Glauben durch Tugend, Wissen, Enthaltsamkeit, Geduld, Frömmigkeit, Bruderliebe und Liebe. Der Brief warnt vor falschen Lehrern und ihrer Verführungskraft sowie vor der Unkenntnis der Wahrheit, die zur Verdammnis führen kann. Petrus betont auch die Autorität der biblischen Propheten und Apostel und fordert die Leser auf, auf ihre Botschaft zu achten. Insgesamt drückt der Brief aus, dass ein Leben im Glauben, das auf der Wahrheit gründet, notwendig ist, um das ewige Leben zu erlangen.

2 Petr 1,1-2: Anschrift und Gruss

Auslegung, Kommentar, Andacht bzw. Predigt zum zweiten Petrus Brief 2 Petr 1,1-2

2 Petr 1,1: Simon Petrus, Knecht und Apostel Jesu Christi, an die, welche den gleichen kostbaren Glauben wie wir empfangen haben an die Gerechtigkeit unseres Gottes und Retters Jesus Christus.

Simon Petrus

Simon Petrus, zwei Namen für eine Person. Zwei Namen, die das ganze Evangelium enthalten. Simon war sein irdischer Geburtsname. In ihm ist alle Schwachheit enthalten, die auch uns anhaftet. Viele Stellen im Evangelium berichten von diesem schwachen Petrus. Höhepunkt ist dabei, dass er aus Angst leugnet Jesus zu kennen. Petrus nun bedeutet Fels und das ist der himmlische Name, den Jesus Christus ihm gegeben hat. In Christus ist dieser stark. Die Apostelgeschichte und seine zwei Briefe zeugen von dieser Stärke und geistlichen Tiefe. Das ganze Evangelium ist für uns in diesen zwei Namen enthalten. Auch wir sind von uns aus schwach, aber in Christus stark. Seine Gnade allein genügt uns. 

Kostbarer Glaube empfangen

Petrus schrieb an diejenigen, die die gleiche Errettung hatten, die er erfahren hatte, was er einen ebenso kostbaren Glauben nannte. Dieser Glaube wurde erlangt und zwar nicht durch menschliche Bemühungen, sondern durch die Gerechtigkeit unseres Gottes. Er sagt uns auch, dass der Glaube kostbar ist; und ist es nicht kostbar? Denn es handelt sich um kostbare Dinge, um kostbare Verheißungen, um kostbares Blut, um eine kostbare Erlösung, um die ganze Kostbarkeit der Person unseres Herrn und Retters Jesus Christus. Spurgeon (zu 2 Petr 1,1)

2 Petr. 1,2: Gnade und Friede werde euch mehr und mehr zuteil in der Erkenntnis Gottes und unseres Herrn Jesus!

Gnade und Friede

In seiner bedingungslosen Liebe schüttet Gott seine Gnade über uns aus. In seiner Gande ist Gott mit seiner ganzen Macht für uns in all unseren Lebenssituationen, Nöten und Schicksalen wie aber auch im Guten. Allein aus diesem Geborgensein in seiner Gande erwächst der Friede. Ziel unseres christlichen Lebens ist es, durch die wachsende Erkenntnis Gottes immer mehr sich dieser Gnade bewusst zu werden, auf dass sie Frucht bringt in unserem Leben. Darum hat Petrus diesen Brief geschrieben. Indem wir Gott immer besser erkennen, wird in uns die Gnade vermehrt.

Der Schlüssel zur Erkenntnis Gottes ist eine Beziehung zu ihm. Max Lucado 

2 Petr 1,3-15: Bewährung im Glauben

Auslegung, Kommentar, Andacht bzw. Predigt zum zweiten Petrus Brief 2 Petr 1,3-15

2 Petr 1,3: In seiner göttlichen Macht hat er uns alles geschenkt, was wir zu einem Leben in liebevoller Ehrfurcht vor Gott brauchen. Er hat uns den erkennen lassen, der uns kraft seiner Herrlichkeit und Wundermacht berufen hat.

Leben aus der Gemeinschaft mit Gott 

Das immer tiefer gehende Erkennen Gottes ist ein großes Thema in diesem Brief. Im Kennenlernen Gottes haben wir Gemeinschaft mit Gott. Das ist so etwas Wunderbares! Dies ist unser geschenkter „kostbarer Glaube“ (1. Petr 1,1). Kostbar! Das Wort wurde Fleisch in Christus. Er hat unser uns gewohnt und wir haben ihn kennen gelernt und er hat uns das Wesen des Vaters offenbart.

Aus der Gemeinschaft mit Christus bekommen wir die Kraft zu einem Leben, wo unser Glaube unseren ganzen Alltag durchdringt. Wir können es mit einer Uhr vergleichen. Eine Uhr besteht aus dem Uhrwerk und dem Zifferblatt. Das Uhrwerk stellt das innere Leben mit Gott dar und das Zifferblatt mit den Zeigern das sichtbare Leben. So wirkt meine Gemeinschaft mit Gott sich auf  mein Verhalten vor den Menschen aus.

2 Petr 1,4: Durch diese Macht haben wir auch die kostbaren und allergrößten Zusagen erhalten. Er hat versprochen, dass ihr Anteil an seiner göttlichen Natur bekommt. Denn ihr seid ja dem Verderben entflohen, dem diese Welt durch ihre Leidenschaften verfallen ist.

Allergrößte Zusage erhalten

Viele Dinge sind groß, die nicht kostbar sind, wie zum Beispiel große Steine, die von geringem Wert sind; Andererseits sind viele Dinge kostbar, die nicht großartig sind, wie Diamanten und andere Juwelen, die nicht sehr großartig sein können, wenn sie sehr wertvoll sind. Aber hier haben wir Verheißungen, die so groß sind, dass sie nicht weniger als unendlich sind, und so kostbar, dass sie nicht weniger als göttlich sind. Spurgeon (zu 2 Petr 1,4)

Anteil an seiner göttlichen Natur

Teilhaftig werden der göttlichen Natur heißt nicht: Gott selbst werden. Das ist unmöglich. Das Wesen Gottes ist unerreichbar für die Schöpfung. Zwischen dem Geschöpf und dem Schöpfer muss immer eine Kluft in Bezug auf Sein Wesen bleiben. Aber genauso wie der erste Adam zum Ebenbild Gottes erschaffen wurde, so werden wir durch die Erneuerung des Heiligen Geistes in einem viel göttlicheren Sinne zum Ebenbild des Höchsten geschaffen und an der göttlichen Natur teilhaftig werden. Wir werden durch Gottes Gnade gottähnlich. Spurgeon (zu 2 Petr 1,4)

Gott ist die Liebe und so werden wir Liebe. Wer lieb hat, der ist von Gott geboren. Gott ist die Wahrheit und so werden wir wahrhaftig und lieben, was wahrhaftig ist. Gott ist gut und so macht Er uns gut durch Seine Gnade, sodass wir zu Seligen werden, die reinen Herzens sind und Gott schauen.

Aber noch mehr, denn wir werden der göttlichen Natur in einem noch viel höheren Sinne teilhaftig. Teilhaftig in einem so erhabenen Sinne, dass wir es beinahe nicht begreifen können: Wir kommen der göttlichen Vollkommenheit fast selbst gleich. Werden wir denn nicht Glieder am Leib der göttlichen Person Christi? Ja, dasselbe Blut, das im Haupt fließt, durchströmt auch die Glieder. Dasselbe Leben, das Christus durchdringt, durchdringt auch Sein Volk, denn „ihr seid gestorben, und euer Leben ist verborgen mit Christus in Gott“.

Ja, als wenn das noch nicht genug wäre: wir werden mit Christus vermählt. Er hat uns Ihm in Gerechtigkeit und Gericht, in Gnade und Barmherzigkeit versprochen und wer mit dem Herrn verbunden ist, der ist ein Geist mit Ihm. O geheimnisvolles Wunder! Spurgeon (zu 2 Petr 1,4)

2 Petr 1,5: Deshalb müsst ihr nun auch allen Fleiß daransetzen, eurem Glauben ein vorbildliches Leben beizufügen, und diesem Leben die Erkenntnis.

2 Petr 1,5: Setzt alles daran, dass euer Glaube sich in einem vorbildlichen Leben auswirkt. Ein solches Leben wird dazu führen, dass ihr Gott immer besser kennen lernt.

Auswirkungen des Glaubens

Alles daran setzen bedeutet sich anzustrengen. Wer passiv bleibt, wird nicht wachsen und es besteht die Gefahr, dass unser Glaube einschläft. Wer gesund ist im Glauben, will den Herrn besser erkennen, er will ihn inniger lieben, er will ihm treuer dienen, er will den Geschwistern nützlicher sein. Der Glaube muss Werke und Wirkungen des Glaubens hervorbringen. Gott hat uns reich beschenkt, damit wir uns daran freuen und daraus Kraft für ein Leben zu seiner Ehre schöpfen. So lasst uns in allen Tugenden wachsen.

Aktiver Glaube

Alles daran setzen, dass unser Glauben in unserem Leben Wirkung zeigt! Der Glaube verändert uns, nicht von heute auf morgen, sondern über ein Leben hinweg. Christliches Leben ist ein bleibender Wachstumsprozess. Ein passiver Glaube schläft ein und verschwindet zuletzt. Aktiver Glaube möchte Christus immer besser erkennen, ihn inniger lieben und dienen. Martin Luther drückt das so aus: Das Leben ist nicht ein Frommsein, sondern ein Frommwerden, nicht ein Sein, sondern ein Werden, nicht eine Ruhe, sondern eine Übung. Geben wir uns diesem Werden hin, in welchem wir immer inniger in Christus hinein wachsen.

Glaube heißt: in persönlicher Lebensgemeinschaft mit dem auferstandenen Herrn leben. Paul Deitenbeck 

Wenn du dauerhafte Veränderung erleben und im Glauben weiterkommen willst, ist die tägliche Zeit mit Gott der Schlüssel. Joshua Harris 

2 Petr 1,6: Der Erkenntnis muss die Selbstbeherrschung folgen, der Selbstbeherrschung die Geduld und der Geduld die liebevolle Ehrfurcht vor Gott.

Zur Selbstbeherrschung

Selbstbeherrschung bedeutet sich selbst, d.h. meine Gedanken, Gefühlsäußerungen und Handlungen, unter einer gewissen Kontrolle zu habe, d.h. dass wir nicht zu impulsiv alles raus lassen und ausleben, was da so in uns vorgeht. Wir werden dass nie zu völlig schaffen, aber ohne Disziplin und etwas Selbstkontrolle treiben wir dahin und lassen uns unkontrolliert von Gefühlen, Stimmungen oder Umständen lenken. Und es bedarf der Übung, die Kraft kostet.

So schön das Leben ist, oft ist es auch Kampf und Mühe. Aber diese Mühe fördert unsere Ausdauer. Und das ist notwendig, denn der christliche Charakter wächst nicht durch einen Schnell-Lern-Kurs, sondern befindet sich in einem lebenslangen Prozess. Aus diesem Prozess erwächst die wahre Liebe zu Gott, das Sichversenken in das Göttliche, das allein, was den Menschen glüclich machen kann.

2 Petr 1,7: Diese Gottesfurcht wiederum führt zur geschwisterlichen Liebe und aus der Liebe zu den Gläubigen folgt schließlich die Liebe zu allen Menschen.

Die Liebe üben und wagen

Jesus hat das Gebot der Nächstenliebe sein Gebot genannt (Joh 15,12), gleichsam sein liebstes. Er ist in diese Welt gekommen, um uns als ganz göttlicher Meister zu belehren, und dennoch dringt er auf nichts so sehr und mit so klaren Worten wie auf die Befolgung dieses Gebotes der Nächstenliebe. Und das nicht ohne triftigen Grund. Gott lieben, ohne den Nächsten zu lieben, der nach seinem Bild und Gleichnis geschaffen ist (Gen 1,26f), das ist unmöglich. Dieses Bild und Gleichnis müssen wir in allen Menschen ehren und lieben, nicht etwas anderes in ihnen. Franz von Sales (zu 2 Petr 1,7)

Einen Menschen zu lieben, der uns vielleicht verletzt hat, erfahren wir als sehr schwer. Deshalb ist es wichtig, dass uns immer bewusst ist, in jedem Menschen Jesus zu sehen. Das ist ein wertvoller Schritt, den wir erbringen können. Und unser Vater im Himmel wird uns dabei helfen, wenn wir ihn bitten.

2 Petr 1,8: Je mehr ihr in dieser Hinsicht vorankommt, desto mehr wird sich das auswirken und Frucht bringen, und ihr werdet unseren Herrn Jesus Christus immer besser erkennen.

Frucht bringen

Die Frucht ist die Heiligkeit eines durch die Vereinigung mit Christus fruchtbaren Lebens! Ich kann darauf vertrauen, dass ich fruchtbar sein werde, wenn ich dem Herrn gehöre. Wenn ich ihm täglich vertraue, täglich auf sein Wort höre, täglich mich von ihm führen lasse, dann wird sich mein Leben mit guten Früchten füllen. Damit dürfen wir rechnen. Gelobt sei Gott! Denn das Evangelium ist uns Gottes Kraft und darum bringt es Frucht und wächst, gerade auch dann, wenn es schwierig ist. Üben wir uns in der Liebe, im Vertrauen, dann bringt das uns näher zu Christus.

Ohne innere Liebe ist alles äußere Tun nichts nütze. Was aber aus Liebe geschieht, das ist groß, das bringt reiche Frucht. Thomas von Kempen 

2 Petr 1,9: Wer das alles aber nicht hat, ist blind oder doch sehr kurzsichtig. Er hat vergessen, dass Gott ihn von seinen früheren Sünden gereinigt hat.

Gegen das Vergessen

Vergesse niemals diese Wahrheit! In Christus wird deine Sünde dir vergeben. Geben wir nie der Versuchung nach, Erfolge und Beistand mehr bei den Menschen zu suchen als vielmehr allein und immer auf ihn zu zählen, der in die Welt gekommen ist, um uns zu retten, und uns am Kreuz erlöst hat! Deshalb muß die Seele auf das höchste Ziel hin ausgerichtet sein, das Christus ist, sanft gedrängt, aber ohne Kompromisse oder Relativierungen.

2 Petr 1,10: ‭Ihr müsst deshalb alles daransetzen, liebe Geschwister, eure Berufung und Erwählung festzumachen. Dann werdet ihr auch nicht ins Stolpern kommen,

Den Glauben festigen

In 2. Petrus 1,10 liegt eine Ermahnung, die eigene Berufung und Erwählung fest zu machen. Es ermutigt dazu, den eigenen Glauben zu festigen und an der Entwicklung von Tugenden zu arbeiten, die die Beziehung zu Gott stärken. Es ist eine Erinnerung daran, dass unser Lebenswandel von Bedeutung ist und wie wichtig es ist, aktiv an unserem Glauben zu arbeiten. Diese Verse ermutigen dazu, sich bewusst für ein Leben zu entscheiden, das die Werte des Glaubens widerspiegelt. Sie erinnern daran, dass unsere Entscheidungen und Handlungen eine tiefe Verbindung zu unserem Glauben haben und dass wir durch ein beständiges Wachstum in unserem Glauben unsere Berufung und Erwählung festigen können.

Tägliche christliche Andacht

2 Petr 1,11: ‭und Gott wird euch die Tore weit öffnen und euch in das ewige Reich unseres Herrn und Retters Jesus Christus einziehen lassen.

Gott wird euch die Tore weit öffnen

Diese Stelle betont die Belohnung für ein christliches Leben. Der Apostel ermutigt Gläubige, in Tugenden zu wachsen, um einen reichlichen Eintritt in Gottes ewiges Reich zu erhalten. Hier wird die Bedeutung von Hingabe und spirituellem Wachstum unterstrichen, indem die Hoffnung auf eine belohnende Zukunft durch Jesus Christus hervorgehoben wird. Diese Worte dienen als Ansporn, ein christliches Leben zu führen und den Glauben zu vertiefen, um die herrliche Bestimmung im ewigen Reich Gottes zu erreichen.

2 Petr 1,12: Aus diesem Grund will ich euch immer wieder an diese Dinge erinnern, auch wenn ihr die Wahrheit schon kennt und fest in ihr gegründet seid.

Für das Erinnern

Es tut uns gut, uns immer wieder zu erinnern, denn das wirkt dem Vergessen entgegen. Sich daran erinnern, was Gott Gutes in unserem Leben tut, dass er uns als seine Kinder liebt, dass er uns sein Gebot der Liebe gegeben hat u.v.m. Nur an das, woran wir uns erinnern, kann seine Kraft und Macht in unserem Leben entfalten.

Darum: erinnert euch! An erster Stelle an Christus. In der täglichen Erinnerung an Christus wird mir zugesagt, dass Gott mich von Ewigkeit geliebt hat. Erinnern wir uns vor allem daran, dass er uns seine bleibende Gegenwart zugesagt hat. Unsere Seele lobe und preise den Herrn und vergesse nie, was er uns Gutes getan hat. Was hat der Herr dir schon alles Gutes getan? 

Tägliche christliche Andacht

2 Petr 1,13: Aber ich halte es für meine Pflicht, euch durch die Erinnerung wach zu halten, so lange ich lebe.

2 Petr 1,14: ‭Denn ich weiß, dass mein Zelt hier auf der Erde bald abgebrochen wird. Das hat unser Herr Jesus Christus mir zu erkennen gegeben.

Das Zelt wird bald abgebrochen

In 2. Petrus 1,14 spricht der Apostel von seinem bevorstehenden Tod, der unmittelbar bevorsteht. Er bezieht sich darauf, dass sein Lebensende sich rasch nähert, und betont die Wichtigkeit, die ihm anvertraute Botschaft zu übermitteln, bevor er geht. Die Passage hebt die Ernsthaftigkeit und Dringlichkeit hervor, mit der er seine Verantwortung als Glaubenslehrer und Zeuge wahrnimmt. Dieser Vers erinnert Gläubige daran, die kostbare Zeit zu nutzen, um das Evangelium zu verbreiten und einen bleibenden Einfluss auszuüben. Es ermutigt auch dazu, das Leben im Licht der Ewigkeit zu führen, indem man die Bedeutung und Auswirkungen der eigenen Handlungen im Blick behält.

2 Petr 1,15: ‭Deshalb will ich dafür sorgen, dass ihr euch auch nach meinem Tod jederzeit an diese Dinge erinnern könnt.

Erinnerung an seine Worte

In 2 Petr 1,15 ermutigt der Apostel Petrus die Gläubigen, sich an seine Worte zu erinnern, sowohl während seiner Anwesenheit als auch danach. Er spricht über die Wichtigkeit der Weitergabe des Glaubens, selbst nach seinem Tod. Petrus betont, dass die Botschaft des Evangeliums über Generationen hinweg Bestand haben soll. Seine Worte sind eine Erinnerung daran, dass der Glaube an Christus nicht auf eine einzelne Person beschränkt ist, sondern eine lebendige, weitergegebene Wahrheit darstellt. Das Ziel ist, dass die Gemeinschaft im Glauben gestärkt wird

2 Petr 1,16-21: Zeugen der Wahrheit

Auslegung, Kommentar, Andacht bzw. Predigt zum zweiten Petrus Brief 2 Petr 1,16-21

2 Petr 1,16: Mit unseren eigenen Augen haben wir seine herrliche Größe ja schon gesehen.

Die Verklärung

Petrus bezieht sich hier auf das Ereignis der Verklärung. Drei Jüngern wurde ein kurzer Blick auf Christus in seiner Herrlichkeit gewährt. Sie waren überwältigt von dem „Schönsten von allen Menschen“ (Ps 45,3), wie wir es uns nicht vorstellen können. Geheimnisvollerweise ist dieser Schönste auch derjenige, der „keine schöne und edle Gestalt hatte“ (Jes 53,2). Das ist das Mysterium, dass es immer tiefer zu verinnerlichen gilt. Die Herrlichkeit Christi offenbart sich am Klarsten, am Reinsten, am Tiefsten im Kreuz. Hier überragt der Glanz der Herrlichkeit Gottes jede innerweltliche Schönheit. Die wahre Schönheit ist die Liebe Gottes, die sich uns endgültig im Pascha-Mysterium offenbart hat, der Hingabe seines Lebens für uns am Kreuz. Benedikt XVI (zu 2 Petr 1,16)

Tägliche christliche Andacht

2 Petr 1,17: Denn er empfing von Gott, dem Vater, Ehre und Herrlichkeit, damals, als Gott diese Worte mit herrlicher hoheitsvoller Stimme an ihn richtete: Dies ist mein lieber Sohn. An ihm habe ich meine Freude.

Dies ist mein lieber Sohn

In 2. Petrus 1,17 spricht der Apostel Petrus über die göttliche Herrlichkeit, die er auf dem Berg der Verklärung erlebt hat. Er betont, dass dies keine geschickte Fabel sei, sondern eine authentische Erfahrung. Petrus hebt die Wichtigkeit dieser Begegnung hervor, um das Vertrauen der Gläubigen in die prophetischen Worte und Lehren zu stärken. Er möchte, dass sie die göttliche Offenbarung als festen Anker für ihren Glauben betrachten. Diese Verse erinnern die Leser daran, dass der christliche Glaube auf realen Erfahrungen und der Zuverlässigkeit Gottes basiert, nicht auf bloßen Überlieferungen.

2 Petr 1,18: Wir haben diese himmlische Stimme gehört, als wir mit ihm auf dem heiligen Berg waren.

2 Petr 1,19: Aber eine noch festere Grundlage haben wir im prophetischen Wort, und ihr tut gut daran, darauf zu achten wie auf ein Licht, das an einem dunklen Ort leuchtet, bis der Tag anbricht und der Morgenstern in euren Herzen aufgeht.

Licht des Wort Gottes

Jeder von uns erlebt immer wieder Dunkelheit in verschiedenster Form. Dieser dunkle Ort ist viel zu oft unser Herz, das verfinstert ist. Gerade dort und dann sind uns Gottes Zusagen ein Rettungsanker der Hoffnung. Gottes Wort ist uns Licht, das in unsere Dunkelheit hinein leuchtet. Gottes Wort scheint bis der Tag anbricht und Christus erscheint in unserem Herz. Der Morgenstern ist Christus selbst. Er ist wie ein heller Stern in dunkler Nacht, der uns Orientierung gibt. Christus leuchtet uns als Morgenstern, bevor er, für alle sichtbar, als Sonne der Gerechtigkeit aufgeht. Lasst uns im Herzen uns ihm immer wieder neu zuwenden, damit sein Licht unsere Finsternis erleuchtet. 

Wenn böse Gedanken Sie überkommen und Sie ihrer gewahr werden, verrichten Sie einen positiven Akt durch ein entgegengesetztes Herzensgebet und verlieren Sie nicht Ihre Zeit mit Grübeleien, sondern gehen Sie darüber hinweg. Franz von Sales

Dunkelheit

Hier wird für »dunkel« ein Wort verwendet, das im NT nur hier vorkommt. Es bedeutet »dunkel«, aber auch schmutzig, unwirtlich, ungemütlich. Dieser dunkle Ort ist die Welt, die in Finsternis gehüllt ist, aber auch das menschliche Herz, das verfinstert ist (Röm 1,21; siehe auch Eph 4,18). In dieses Dunkel hinein hat Gott mit seinem Wort geleuchtet. Benedikt Peters

Bis der Tag anbricht

Von jenem Tag spricht Petrus wieder am Ende seines Briefes (3,10.12). Es ist der Tag, an dem Christus erscheint; bis dahin haben die Gläubigen dieses Licht. Es leuchtet ihnen, bis der Herr kommt und sie heimholt (1Kor 11,26). Achten wir gut auf dieses »bis«: Im Neuen Testament kommt das Wörtlein »bis« über hundert Mal vor. Es steht sehr häufig im Zusammenhang mit dem zweiten Kommen des Herrn. Es ruft uns jedes Mal in Erinnerung, dass eine Frist gesetzt ist, bis der Herr kommt. Benedikt Peters (zu 2 Petr 1,19)

2 Petr 1,20: ‭Vor allem aber müsst ihr wissen, dass keine prophetische Aussage der Schrift aus einer eigenen Deutung stammt.

2 Petr 1,21: ‭Denn niemals wurde eine Weissagung ausgesprochen, weil der betreffende Mensch das wollte. Diese Menschen wurden vielmehr vom Heiligen Geist gedrängt, das zu sagen, was Gott ihnen aufgetragen hatte.

Vom heiligen Geist gedrängt

Dies betont, dass prophetische Worte nicht aus menschlichem Ermessen stammen, sondern durch die inspirierende Kraft des Heiligen Geistes. Sie unterstreicht die göttliche Quelle der Prophezeiungen und die Verbindung zwischen göttlichem Willen und menschlicher Übermittlung. Die Worte des Apostels Petrus erinnern daran, dass prophetische Botschaften eine spirituelle Dimension haben und von einer höheren Macht geleitet werden. Diese Erkenntnis fördert Demut und Respekt vor göttlicher Offenbarung.

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2 Petr 1