Amos 8. Kap.: Auslegung, Kommentar, Andacht bzw. Predigt

Auslegung, Kommentar, Andacht bzw. Predigt zu ausgewählten Bibelversen aus dem Buch Amos 8. Kap.

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Amos 8,1-10: Vision vom Korb mit reifem Obst

Auslegung, Kommentar, Andacht bzw. Predigt zu Amos 8,1-10

Amos 8:1: ‭Dies ließ Gott, der Herr, mich schauen: Siehe, da war ein Korb mit reifem Obst;

Korb mit reifem Obst

In Amos 8,1 beschreibt die Bibel eine Vision, in der Amos einen Korb mit reifem Obst sieht. Diese Vision symbolisiert das nahe Ende Israels, das wie überreifes Obst bevorsteht, bereit, geerntet zu werden. Es zeigt auch Gottes Unzufriedenheit mit der Ungerechtigkeit und dem Missbrauch, die im Land herrschen. Die reifen Früchte repräsentieren die Sünden des Volkes und seine Abkehr von Gott. Gleichzeitig deutet der Korb darauf hin, dass die Zeit für Israel gekommen ist, die Konsequenzen seines Handelns zu ernten. Es ist eine eindringliche Warnung, die uns daran erinnert, dass Gottes Gerechtigkeit nicht aufgeschoben werden kann.

Amos 8:2: ‭und er sprach: Was siehst du, Amos? Ich antwortete: Einen Korb mit reifem Obst! Da sprach der Herr zu mir: Die Zeit ist reif geworden für mein Volk Israel; ich werde künftig nicht mehr verschonend an ihm vorübergehen!

Amos 8:3: ‭An jenem Tag werden ihre Tempellieder zu Geheul werden, spricht Gott, der Herr; man wird überall viele Leichname hinwerfen — still!

Amos 8,4: Hört dies, die ihr dem Armen nachstellt und die Wehrlosen im Land vernichten wollt.

Hört dies, die ihr dem Armen nachstellt

In Amos 8,4 geht es um die Warnung vor sozialer Ungerechtigkeit. Gott tadelt diejenigen, die die Schwachen und Bedürftigen ausnutzen, um ihren eigenen Reichtum zu vermehren. Es ist eine Aufforderung zur Selbstreflexion und zur Umkehr von egoistischen Handlungen. Diese Verse erinnern uns daran, dass unsere Handlungen Konsequenzen haben und Gott die Gerechtigkeit liebt. Es ist wichtig, Mitgefühl und Empathie für die Bedürftigen zu zeigen und gerecht zu handeln, um Gottes Wohlgefallen zu erlangen.

Worte von der Erzabtei Beuron

Der Prophet Amos (8. Jh. v. Chr.) hat gegen die religiösen und sozialen Missstände in seinem Land angekämpft. In den Reden, die er seinen Gerichtsdrohungen vorausschickt, zeigt sich das Bild einer reichen Oberschicht, die in ihrem Wohlstand gedankenlos und selbstsicher dahinlebt. Es geht dabei nicht nur um die Verletzung bestimmter Gebote, sondern um eine Gesamthaltung, die direkt dem widerspricht, was Jahwe, der Gott Israels, von seinem Volk erwartet.

Amos 8:5: ‭die ihr sagt: »Wann endlich ist der Neumond vorüber, damit wir Getreide verkaufen, und der Sabbat, dass wir Korn anbieten, damit wir das Ephamaß verkleinern und das Schekelgewicht erhöhen und die Waage zum Betrug fälschen können,

Amos 8:6: ‭dass wir die Bedürftigen um Geld und den Armen für ein Paar Schuhe kriegen und Spreu als Korn verkaufen können?«

Worte von Benedikt XVI

Mit eindringlichen Worten verurteilt er einen Lebensstil, der typisch ist für den, der sich von einer egoistischen Suche nach Profit auf alle mögliche Weise beherrschen läßt, und der sich in Gewinnsucht, in Verachtung der Armen und Ausbeutung ihrer Situation zum eigenen Vorteil verwandelt (vgl. Am 4,5). Der Christ muß all das energisch zurückweisen und vielmehr das Herz für Gefühle echter Großherzigkeit öffnen. Benedikt XVI

Amos 8,7: Der Herr hat geschworen bei sich, dem Ruhm Jakobs: Niemals werde ich irgendeine ihrer Taten vergessen!

Keine vergessene Taten

Dies erinnert uns daran, dass die Zeit die Sünde niemals auslöschen kann. Wir haben oft das Gefühl, dass, wenn wir oder andere die Sünden unserer Jugend vergessen, Gott sie auch vergessen muss, aber das ist nicht der Fall. Nur das Sühnewerk Jesu kann die Sünde bedecken, nicht die Zeit.

Amos 8:8: ‭Sollte das Land deswegen nicht erbeben und jeder trauern, der darin wohnt? Da wird das ganze Land emporsteigen wie der Nil, es wird aufwogen und sich wieder senken wie der Strom Ägyptens.

Amos 8:9: ‭Und es soll geschehen an jenem Tag, spricht Gott, der Herr, da will ich die Sonne am Mittag untergehen lassen und über die Erde Finsternis bringen am lichten Tag.

Amos 8:10: ‭Dann werde ich eure Feste in Trauer verwandeln und alle eure Lieder in Klagegesang; und ich werde um alle Lenden Sacktuch und auf alle Häupter eine Glatze bringen; man wird trauern wie um den Eingeborenen, und das Ende wird sein wie ein bitterer Tag.

Dann werde ich eure Feste in Trauer verwandeln

In Amos 8,10 kündigt Gott an, dass er die Feste seines Volkes in Trauer verwandeln wird. Diese Passage kann als Warnung vor dem göttlichen Urteil verstanden werden, das über die Nation kommen wird, wenn sie weiterhin ungerecht handeln. Die Feste, die einst Zeiten der Freude und des Feierns waren, werden zu Anlässen der Trauer und des Leids werden. Dies verdeutlicht die Konsequenzen von Ungerechtigkeit und moralischem Fehlverhalten. Es erinnert uns daran, dass unser Handeln Konsequenzen hat und dass Gottes Gerechtigkeit letztendlich über allem steht.

Amos 8,11-14: Gott antwortet nicht mehr

Auslegung, Kommentar, Andacht bzw. Predigt zu Amos 8,11-14

Amos 8,11: Siehe, es kommen Tage, spricht Gott, der Herr, da werde ich einen Hunger ins Land senden; nicht einen Hunger nach Brot, noch einen Durst nach Wasser, sondern danach, das Wort des Herrn zu hören.

Das Wort des Herrn hören

In Amos 8,11 spricht der Herr über eine Zeit der geistlichen Dürre, in der das Wort Gottes selten gehört wird. Es ist eine Warnung vor dem Verlust der göttlichen Führung und Weisheit. Persönlich bedeutet es für mich, dass wir uns aktiv bemühen sollten, Gottes Wort zu suchen und zu hören, selbst inmitten von Schwierigkeiten oder Ablenkungen. Es erinnert mich daran, wie wichtig es ist, eine tiefe Verbindung zu Gott aufrechtzuerhalten und nicht nachlässig zu werden in unserem Glauben. Wir dürfen nie vergessen, dass das Wort des Herrn unser Führer und Trost in allen Lebenslagen ist.
Am 8:12: ‭Da wird man hin und her wanken von einem Meer zum anderen und umherziehen vom Norden bis zum Osten, um das Wort des HERRN zu suchen, und wird es doch nicht finden.

Hunger nach dem Wort des Herrn

Die meisten Menschen denken, die schlimmste Art von Hungersnot sei eine Hungersnot nach Brot, aber Amos erinnerte Israel daran Die schlimmste Art von Hunger ist eine Hungersnot, die Worte des Herrn zu hören .

Wir fragen uns vielleicht, ob wir uns genug von Gottes Wort ernähren. Wenn wir stark werden wollen, müssen wir uns ernähren, nicht von Gewürzen und Süßigkeiten, nicht von Leckerbissen und Essensresten, nicht von Versen und frommen Sätzen; sondern auf dem starken Fleisch des Wortes, auf den Lehren, Geschichten, Typen der Heiligen Schrift. Oh, für mehr Hunger und Durst nach diesen! Meier

Amos 8,12: Da wird man hin und her wanken von einem Meer zum anderen und umherziehen vom Norden bis zum Osten, um das Wort des Herrn zu suchen, und wird es doch nicht finden.

Suche nach dem Wort des Herrn

Wenn wir Gottes Wort für lange Zeit beiseite schieben, finden wir uns vielleicht an einem Ort wieder, an dem wir es nicht finden werden, selbst wenn wir es wollten. Wir erinnern uns, dass die Fähigkeit, Gottes Wort zu hören und davon zu profitieren, ein Geschenk Gottes ist und ein Geschenk, das nicht verachtet werden sollte.

Amos 8:13: ‭An jenem Tag werden die schönen Jungfrauen und die jungen Männer vor Durst verschmachten,

Amos 8:14: ‭sie, die jetzt bei der Schuld Samarias schwören und sagen: »So wahr dein Gott lebt, Dan!« und »So wahr der Kult von Beerscheba lebt!« Ja, sie werden fallen und nicht wieder aufstehen!

Hier geht’s zu einer Auslegung von G. de Koning zum Buch Amos


Das war eine Auslegung, Kommentar, Andacht bzw. Predigt zu ausgewählten Bibelversen aus dem Buch Amos 8. Kapitel


Amos 8