Tägliche Andacht mit Wochenthema und Bibelkommentar

Aktuelles Wochenthema

Zur Ruhe kommen

12. Zuletzt: Es bleibt ein Weg (8.12)

Gib die Hoffnung nicht auf, denn es gibt einen Weg zurück. Sir 22:21

Der Zeitgeist bringt es mit sich, dass wir immer wieder mit einer ruhelosen, gestressten und gehetzten Umgebung zu tun haben, die uns eben zwar nicht immer, aber eben dann doch hier und da in ihren Sog und damit vom Ruhen in Jesus weg zieht. Das passiert jedem von uns. Gerade darum: nie die Hoffnung verlieren, geduldig und sanftmütig mit sich sein, wir werden immer wieder fallen, aber wir stehen auf im Herrn. 

Dazu Worte von Martin Luther: Das Leben ist nicht ein Frommsein, sondern ein Frommwerden, nicht eine Gesundheit, sondern ein Gesundwerden, nicht ein Sein, sondern ein Werden, nicht eine Ruhe, sondern eine Übung. Wir sind’s noch nicht, wir werden’s aber. Es ist noch nicht getan oder geschehen, es ist aber im Gang und im Schwang. Es ist nicht das Ende, es ist aber der Weg.

11. Abschließende Ideen: Worauf es ankommt (7.12)

Ich bete darum, dass eure Liebe immer noch reicher an Einsicht und Verständnis wird, damit ihr beurteilen könnt, worauf es ankommt. Phil 1,9-10

Ideen zur Ruhe und Stille: Radio auslassen am Morgen, auch mal Schweigen können, Fünf Minuten Augen zu und nichts tun, Pushup Nachrichten am Handy ausschalten! 

Ideen zur Entschleunigung: bewusst langsam gehen, bewusst und tief atmen, immer nur eine Sache tun, Schritt für Schritt, nicht alles auf einmal erledigen wollen. 

Ideen zur Vereinfachung: Was brauche ich wirklich? Was ist wichtig? Was ist dagegen unwichtig? Loslassen!

Nimm dir nicht zuviel vor. Es genügt die friedliche, ruhige Suche nach dem Guten an jedem Tag zu jeder Stunde, und ohne Übertreibung und ohne Ungeduld. Johannes XX III

10. Umgang mit schlechten Tagen (6.12)

Denn im Feuer wird das Gold geprüft und jeder, der Gott gefällt, im Schmelzofen der Bedrängnis. Sir 2,5

Selbst an den schlechten Tagen, in den schweren Momenten, im Schmerz, in der Krise oder Enttäuschung, bei einer schlechten Diagnose, in der Trauer darüber, wie sehr das Leben weniger ist, als es sein könnte oder sollte, selbst dann denke ich an den wunderbaren Satz von Reinhold Niebuhr: Härten als einen Weg zum Frieden zu akzeptieren. Wie Jesus es tat, diese sündige Welt anzunehmen, wie sie ist, und nicht so, wie ich sie gern hätte. Unsere schmerzerfüllten Tage sind die Bausteine unseres Charakters, unser Schmelztiegel der Christusähnlichkeit. Ich heiße sie selten willkommen, so weit bin ich noch nicht, aber ich akzeptiere sie. Denn Glück ist nicht das Ergebnis von Umständen, sondern von Charakter und Gemeinschaft.

9. Aufruf zur Langsamkeit (5.12)

Wer aber allzu schnell etwas erreichen will, hat nur Verlust. Spr 21:5

Wir müssen uns durch die vielen inneren und äußeren Stimmen, die uns hetzen und alles schneller machen lassen wollen, immer wieder hindurchfinden zu der inneren Ruhe, die den Wert der Langsamkeit entdeckt. Langsam gehen von Tätigkeit zu Tätigkeit, sich nicht antreiben lassen, durch nichts, das lässt uns ganz im Augenblick sein, das führt zu intensivem Erleben und zu innerem Frieden. Langsamkeit hat eine eigene Schönheit. Sie kann auch im größten Treiben zelebriert werden. Langsamkeit will dich zu einem bewussten und achtsamen Leben anleiten. Deine Seele braucht Zeit. 

Du musst nur langsam genug gehen, um immer in der Sonne zu bleiben. Der kleine Prinz

8. Entschleunigen (4.12)

Bemüht euch, ein ruhiges Leben zu führen. 1. Thess 4,11

Entschleunige dein Leben. Das Wort „schnell“ ist ein Unwort der Moderne: schnell noch auf Toilette, kurz einkaufen gehen. Schon ein kurzes Warten an der Kasse oder sonstwo nervt. Wenn 30 angezeigt wird fahre ich grundsätzlich 40. Wirken wir diesem „schnell“ und „kurz“ entgegen, indem wir z.B. bewusst die andere Richtung einschlagen und uns bewusst in Wartesituation begeben und ja, ohne gleich das Warten zu überbrücken mit Klicken auf dem Smartphone. Es ist klug, uns immer wieder mal selbst zu verweigern, das zu bekommen, was wir wollen. Auf diese Weise werden wir vielleicht nicht mit Wut reagieren, wenn uns jemand anderes etwas verweigert, das wir wollen. Wir sind bereits daran gewöhnt.

7. Einfach leben (3.12)

Ich strebte ohne Rast nach Glück. Sir 51,18

Um zur Ruhe zu kommen hilft eine Hinwendung zu einer einfachen Lebensweise. Das bedeutet nun nicht eine Verneinung all unserer Wünsche. Wir dürfen Wünsche haben. Nein, es bedeutet vielmehr so zu leben, dass unerfüllte Wünsche dein Glück nicht mehr einschränken. Es muss doch klar sein: Wir leben alle mit Sehnsüchten, die unerfüllt und unvollendet bleiben. Aber das bedeutet nicht, dass wir nicht glücklich leben können. Vielmehr lieben wir die erfüllte Zeit in einfachen und doch wichtigen Dingen. Kultiviere eine tiefe Wertschätzung für die einfachen Freuden: eine Tasse Kaffee, ein Waldspaziergang, eine echte Herzensbegegnung mit dem Nächsten u.v.m.

Das Leben wird ein Fest, wenn du dich freuen kannst an den einfachen alltäglichen Dingen. Phil Bosmans

6. Ruhige Zeiten finden (2.12)

Am siebten Tag sollt ihr ruhen. Ex 23:12

Unser Verlangen ist oft masslos. Wir müssen alles erlebt, alles gelesen, alles bereist, alles erreicht haben und denken, dass uns das alles irgendwie glücklicher macht. Aber das alles führt zu einer ungesunden Rastlosigkeit. Letztlich kann nichts in diesem Leben unsere Sehnsüchte stillen außer Gott. Wir müssen einen Lebensrhythmus finden, der uns darin unterstützt. Der Sonntag und damit die Gliederung der Woche ist dabei unerlässlich. Der Sonntag ist ein Tag, an dem wir aufhören, ein Stopp im Hamsterrad des Alltags. Der Sonntag ist eine Grundhaltung der Ruhe. Es geht um ein Verweilen und Geniessen. Der Sonntag ist eine heilige Zeit, weil hier Gott ganz und gar im Mittelpunkt steht. 

Nicht das weiht den Sonntag, dass du an ihm nichts arbeitest, sondern das weiht ihn, dass du an ihm Gott ganz besonders für dich und in dir arbeiten lässt. Hermann von Bezzel

5. Ruhige Orte finden (1.12)

Sei still vor dem Herrn und warte auf ihn. Ps 37,7

Wir finden unsere ruhigen Orte. Wir ziehen uns zurück. Wir nehmen uns Zeit. Manchmal brauchen wir nur ein paar Minuten. Ein anderes Mal reicht eine Stunde nicht aus. Wir entschleunigen. Atmen. Wir kommen wieder in der Gegenwart an. Wir beginnen zu fühlen. So kommen wir in die Freiheit. Unsere Erfolge und Misserfolge verlieren langsam die Macht über uns. Wir werden frei von der Tyrannei der Meinung anderer. Wir sind frei, einfach wir selbst zu sein. In der Stille und Einsamkeit kommt unsere Seele endlich nach Hause. Nichts weiter als Kinder unseres Vaters. Adoptiert in Liebe. Es ist eigentlich so einfach, sich jeden Tag ein wenig Zeit zu nehmen, um in der Stille mit sich und Gott allein zu sein.

Versuche, deine Seele immer in Frieden und Ruhe zu halten. Ignatius von Loyola

4. Umgang mit innerem Lärm (30.11)

Deine Gedanken und Gefühle wirbeln durcheinander. Spr. 23,33

Der innere Lärm, das innere Geplapper, das einfach nicht verstummt, der laufende Kommentar zu allem und jedem, die endlose innere Wiederholung eines negativen Erlebnis, unsere Fantasien (Rache, Erotik etc.), unsere Sorgen (Was ist, wenn …), die uns Freude und Frieden weg nehmen, der Traum vom perfekten Leben, das nur unser tatsächliches Leben vergiftet und so viel mehr. All dieses Geschnatter in unserem Kopf nimmt uns gefangen in giftigen, ungesunden Mustern unserer eigenen Gedanken

Das geistliche Problem liegt darin, dass wir dadurch abgelenkt und abwesend sind, nur um uns selbst kreisend. Die Lösung ist einfach und herausfordernd zugleich. Das bewusste Gegenlenken hin zu Gott, das Aufmerken zu ihm, das Verbinden mit ihm, in seiner geschenkten inneren Ruhe bleibend, immer wieder neu, konstant über den Tag hinweg, den heiligen Geist um Hilfe darin bittend!

3. Stille und Einsamkeit

Ganz früh, es war noch Nacht, ging Jesus allein an einen einsamen Ort, um zu beten. Mk 1,35

Der Rückzug war für Jesus keine einmalige Sache. Er war fester Bestandteil seines Lebensrhythmus. Jesus zog sich immer wieder zurück, obwohl er vielst beschäftigt war. Wir dagegen opfern, wenn viel los ist meist zuerst die Zeiten der Stille und Erholung. Vor allem gefährlich: Die neue Normalität der permanenten digitalen Ablenkung raubt uns die Fähigkeit, präsent zu sein. Präsent für Gott. Präsent für andere Menschen. Präsent für alles, was in unserer Welt gut, schön und wahr ist. Sogar präsent für unsere eigene Seele.

Der Freund der Stille nähert sich Gott. Johannes Climacus

2. Entschleunigung (28.11)

Jeder, der hastig ist, erreicht nur Mangel. Spr 21,5

Die Lösung gegen die Hektik ist, unser Leben zu entschleunigen und auf das Wesentliche zu beschränken. Wir haben nicht zu wenig Zeit. Wir haben alle Zeit, die wir brauchen, aber wir sind zu schwach, zu abgelenkt und teils zu süchtig, um das zu tun, wovon wir alle wissen, dass es wichtig ist. Beispiel: Statt bei einer Wartesituation gleich aufs Smartphone zu schauen, können wir ein kurzes Gebet für einen Menschen sprechen. Jeder Tag bietet hier Chancen. Was wirst du damit machen? Was ist nun am Wichtigsten? Im Kern geht es bei Jesus um Beziehung und jede Beziehung braucht Zeit und lässt sich nicht als App herunterladen oder über Amazon bestellen. Das Ziel ist ein Leben mit Jesus in ganzer Fülle. In jedem wachen Augenblick die Gemeinschaft mit Jesus bewusst zu genießen.

1. Das Problem (27.11)

Ich bin ganz kraftlos und zermalmt. Ich schreie vor Unruhe meines Herzens. Ps 38:9 

Verbanne die Hektik! Hektik ist der Tod des Gebets. Hektik ist der Tod der Zwischenmenschlichkeit. Hektik ist der Tod der eigenen Seele. Warum? Weil Hektik und Liebe zusammen nicht geht. Hektik führt uns langfristig ins seelische Ungleichgewicht mit entsprechenden Symptomen: Reizbarkeit, Überempfindlichkeit, Gefühllosigkeit, Ruhelosigkeit u.v.m. Mit Jesus dagegen zu gehen, bedeutet, in langsamem, ruhigem Tempo zu gehen, aufmerksamer zu werden und so ins Leben zu finden. Worauf du deine Aufmerksamkeit richtest, entscheidet darüber, was für ein Mensch du wirst. Und Anbetung und Freude beginnen mit der Fähigkeit, die Aufmerksamkeit unseres Geistes auf den Gott zu richten, der immer mit uns im Jetzt ist. Unser bewusstes Wahrnehmen von Gott ist das Problem und es ist akut.

Aufmerksamkeit ist der Anfang der Hingabe. Mary Oliver

Inspiriert vom Buch „Das Ende der Rastlosigkeit“ von John Mark Comer und hineingehend in die Zeit des Advents geht es in den nächsten zwei Wochen um das Thema „Zur Ruhe kommen“. Das ist nicht nur im Advent, sondern im ganzen Jahr wichtig, wird aber in der heutigen Zeit immer schwieriger. Und dich ist es möglich. Ich wünsche Dir eine fruchtbare und gesegnete Adventszeit. LG Joachim


Letztes Wochenthema: Sehnsucht nach Gott

12. Von Angesicht zu Angesicht (23.11)

Dann aber werden wir Gott von Angesicht zu Angesicht sehen. 1. Kor 13:12

Unser Herz erleidet einen Durst, der durch irdische Freuden nicht gestillt werden kann. O wunderbare, aber so liebenswerte Unruhe des menschlichen Herzens! O meine Seele, sei immer ohne Rast und Ruhe auf dieser Erde, bis du die frischen Wasser des unsterblichen Lebens und den höchst heiligen Gott findest, die allein es vermögen, deinen Durst zu löschen und deine ganze Sehnsucht zu stillen. O wie innig wird die Vereinigung unseres Herzens mit Gott einst im Himmel sein, wenn wir nach langer, in dieser Welt nie gestillter Sehnsucht nach dem wahren Gut, dessen lebendige und machtvolle Quelle finden werden. Franz von Sales

11. Jesus über alles lieben (22.11)

Ich liebe den Herrn. Ps 116,1

Unser Herz empfindet Wohlgefallen, sobald es beim Beginn des Strebens nach Gott der göttlichen Güte bewusst wird. In diesem Wohlgefallen an der Güte Gottes liegt der Ursprung der Liebe zu Gott. Was erbitte ich also für Sie? Nichts, außer der reinen und heiligen Liebe zu unserem Erlöser. O wie sehr sollen wir uns doch nach dieser Liebe sehnen und wie sehr diese Sehnsucht lieben, denn die Vernunft will, daß wir immerdar zu lieben begehren, was niemals genug geliebt werden kann, und daß wir zu begehren lieben, was niemals genug begehrt werden kann. Franz von Sales 

Jesus lieben über alles und alle und dieser Liebe, so gut ich kann, Ausdruck verleihen. Maria Kaißling

9. Wie kleine Kinder an der Brust des Herrn

Vielmehr habe ich meine Seele besänftigt und beruhigt. Wie ein gestilltes Kind an der Brust seiner Mutter, so zufrieden ist meine Seele. Ps 131:2

Die Brust der Mutter ist die Schatzkammer des kleinen Kindes. Es kennt keinen anderen Reichtum als diesen, der ihm wertvoller ist als Gold und liebenswerter als alles andere in der Welt. Das Kindlein macht seine kleinen Anstrengungen, um zur Brust der Mutter zu gelangen und strampelt vor Behagen, sobald es dieselbe enthüllt sieht. Die Mutter ihrerseits reicht sie mit eifrigster Liebe dar. Dieses Kind an der Brust und am Hals seiner Mutter sträubt und wehrt sich, wenn man es wegnehmen will, weil es Zeit ist, es in seine Wiege zu legen. Es wehrt sich soviel es nur kann, um ja nicht diese ihm so liebe Brust verlassen zu müssen. Nimmt man es ganz weg, so fängt es zu weinen an und schreit nach seiner lieben Mutter bis man es in den Schlaf gewiegt hat. Das ist ein wunderschönes Bild unserer Seele, die liebevoll Gott betrachtet und sich in allem ihm überlässt und darin eine unvergleichliche Freude findet. Franz von Sales

8. Krank vor Liebe (20.11)

Ich bin krank vor Liebe. Hdl 2, 5

Der Mensch, der einmal die Macht der göttlichen Liebe erfahren hat, verlangt immer mehr nach ihr. Das Verlangen nach der Liebe ist wie eine Wunde, die schmerzt und nicht heilt, ehe sie nicht von neuem die Liebe empfängt. Die Krankheit aus Liebe ist die bleibende Sehnsucht nach der endgültigen und vollkommenen Gemeinschaft mit dem Geliebten. Diese Krankheit wird auf Erden nie ganz geheilt. Selig, die krank sind vor Liebe, denn sie werden geheilt werden. Wie arm dagegen ist der Mensch, der die Entfernung von Gott gar nicht zu spüren scheint und in seinem irdischen Leben nichts vermisst. Er leidet an einer tödlichen Krankheit, während die Krankheit der Liebe eine heilbringende ist, die zur vollendeten Liebesgemeinschaft mit dem dreifaltigen Gott führt. Franz von Sales

7. Zieh mich (19.11)

Zieh mich her hinter dir! Lass uns eilen! Hdl 1,4

O Gott, Du bist der einzig Eine, Du bist der einzig Notwendige (Lk 10,42) für meine Seele. O treuer Freund meines Herzens, vereinige meine arme einzige Seele mit deiner ganz einzigen Güte. Du bist ganz mein, wann werde ich ganz Dein sein? Der Magnet zieht das Eisen an und hält es fest. Herr Jesus, Liebhaber meiner Seele, ziehe mein Herz an Dich! Drücke, presse und füge auf immer meine Seele an Dein väterliches Herz! Ich bin doch für Dich geschaffen. Versenke diesen Tropfen Geistes, den Du mir gegeben, in das Meer Deiner Güte, aus dem er hervorgeht! Ziehe mich und ich werde deinen Lockungen folgen. Ich werde laufen, um mich in Deine väterlichen Arme zu werfen, und mich von dort nicht mehr wegrühren in alle Ewigkeit. Amen. Franz von Sales 

Wer aber sagt: Ziehe mich! hat etwas, was er will, und etwas, was er nicht kann. Gregor der Große

6. Sehnsucht nach Christus (18.11)

Sag mir, du, den meine Seele liebt: Wo weidest du die Herde? Hld 1,7

Die Seele fürchtet, ihrem Hirten nicht ganz und gar anzugehören und sich auch nur in etwa mit denen abzugeben, die seine Nebenbuhler sein wollen. Denn sie will um nichts in der Welt, daß Vergnügen, Ehren und äußere Güter auch nur eine Faser ihrer Liebe für sich in Anspruch nehmen, da sie diese ganz ihrem geliebten Erlöser geweiht hat. Darum bekennt die Seele auch, daß sie ihn selbst sucht und nicht seine Gaben. Hier in diesem Leben müssen wir fürchten, statt dem Bräutigam irgend etwas anderem zu begegnen und seinem trügerischen Werben zu erliegen. Erst wenn wir ihn einmal dort oben gefunden haben, können wir nicht mehr getäuscht werden. Sein Licht leuchtet zu hell und seine Liebe fesselt uns mit zu innigen Banden, als daß wir uns davon losreißen könnten. Es gibt nur einen Hirten, der die Sehnsucht des Herzens zu stillen vermag, Jesus Christus. Franz von Sales 

Lass mich nicht vergebens nach dir suchen, nicht umherirren bei den Herden anderer Hirten! Hdl 1:7

5. Wachsen in der Erkenntnis Gottes (17.11)

Ich glaube! Hilf meinem Unglauben! Mk 9:24

Mein Erkennen ist schwach. Hilf mir daher, o mein Herr, zu glauben, denn: Der Glaube läßt uns mit Gewißheit erkennen, daß Gott ist, daß er unendlich gut ist, daß er sich mit uns vereinigen kann und will. So strebt das Herz auf seinen Gott hin. Und hat es endlich jenen so lange gesuchten Schatz gefunden, welch großen Frieden fühlt dann dies arme Herz, welche Freude. Im Himmel dann wird sich uns Gott entschleiert geben, wir werden ihn von Angesicht zu Angesicht schauen, so wie er ist. Nicht aus der Ferne werden wir diese Quelle der Seligkeit sehen, wie jetzt im Glauben. Nein! Wir werden, in diese Quelle hineingetaucht und versenkt. Diese Glückseligkeit ist endlos. Franz von Sales 

Einmal aber werden wir Gott von Angesicht zu Angesicht sehen. 1. Kor 13:12

4. Der Kuss Gottes (16.11)

Mit Küssen seines Mundes bedecke er mich. Hdl 1,2

Dies ist ein Ruf der Sehnsucht. Der Wunsch geküsst zu werden. Der Kuss ist die zarte Berührung, in der die Liebenden einander ihre Liebe spüren lassen. Darin liegt die tiefste Sehnsucht jedes Menschen: geliebt zu werden und diese Liebe auch zu erfahren, zu spüren. Nach solch spürbarer Mitteilung der göttlichen Liebe sehnen wir uns. All das Suchen, Streben und Verlangen der Menschen entspringt dieser Ur-Sehnsucht nach Liebe, nach einer absoluten und vollkommenen Liebe. In Gott allein kommt all unser Sehnen ans Ziel. Franz von Sales 

Dieser Vers wird auch auf die Dreifaltigkeit gedeutet: Der Sohn ist der Mund des Vaters: Durch Christus allein kommen wir in Berührung mit der Liebe des Vaters. Der Kuss selbst ist der heilige Geist.

3. Die Liebeswunde der Sehnsucht (15.11)

Wie ein Hirsch nach frischem Wasser lechzt, so sehne ich mich nach dir, o Gott! Ps 42:2

Die Liebe verwundet das Herz durch die Sehnsucht, die sie weckt. Da diese Sehnsucht nicht gestillt werden kann, quält sie. Das von Liebe zu Gott erfüllte Herz sehnt sich danach, ihn unendlich zu lieben, muß aber erkennen, daß es dies nie vollkommen kann. Diese aussichtslose Sehnsucht bohrt sich wie ein Dorn in uns hinein. Trotzdem ist dieser Schmerz liebenswert. Da er sich danach sehnt zu lieben, leidet er. Aber da er es liebt, sich zu sehnen, empfindet er zugleich Freude. Franz von Sales 

Er selbst berühre mich im Innern. Gregor der Große

2. Wunderbare Unruhe des Herzens (14.11)

Ich sehne mich nach dir! Ps 25:1

O wunderbare, aber so liebenswerte Unruhe des menschlichen Herzens! O meine Seele, sei immer ohne Rast und Ruhe auf dieser Erde bis du die frischen Wasser des unsterblichen Lebens und den höchst heiligen Gott findest, die allein es vermögen, deinen Durst zu löschen und deine ganze Sehnsucht zu stillen. O wie innig wird die Vereinigung unseres Herzens mit Gott einst im Himmel sein, wenn wir nach langer, in dieser Welt nie gestillter Sehnsucht nach dem wahren Gut, dessen lebendige und machtvolle Quelle finden werden. Franz von Sales 

Geschaffen hast du uns auf dich hin, o Herr, und unruhig ist unser Herz, bis es Ruhe findet in dir. Augustinus

1. Erhebung des Herzens zu Gott (13.11)

Bei dir suche ich Zuflucht! Ps 16:1

Sobald der Mensch ein wenig aufmerksam an Gott denkt, fühlt sein Herz eine beglückende Erregung, die Zeugnis gibt, daß Gott der Gott des menschlichen Herzens ist. Unser Verstand fühlt nie größere Befriedigung als im Gedanken an Gott. Erschrickt unser Herz über irgend einen Vorfall, so nimmt es sogleich seine Zuflucht zu Gott. Damit bekennt es, daß, wenn auch alles ihm übel will, er allein ihm gütig bleibt. Diese Freude, die das Herz des Menschen an Gott hat und dieses Vertrauen zu ihm, können ihre Wurzel nur in jener inneren Beziehung haben, die zwischen der göttlichen Güte und unserer Seele waltet. Diese Beziehung ist mächtig, aber geheimnisvoll, nicht zu leugnen, aber doch auch nicht ganz zu ergründen. Franz von Sales


Zitat der Woche: Die wichtigste Stunde ist immer die Gegenwart, der bedeutendste Mensch immer der, der dir gerade gegenübersteht, und das notwendigste Werk ist immer die Liebe. Meister Eckart



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Tägliche Andacht

Mein Name ist Joachim Brenner. Ich arbeite als Lehrer für Kinder und Jugendliche mit einer körperlichen Behinderung. Den täglichen christlichen Impuls schreibe ich seit 2014.

Ich in der Wüste