Deuteronomium Dtn 29. Kap.: Auslegung, Kommentar, Andacht bzw. Predigt

Auslegung, Kommentar, Andacht bzw. Predigt zu ausgewählten Bibelversen aus dem Buch Deuteronomium Dtn 29. Kap.

Zu Dtn 29. Kap.

Deuteronomium 29 handelt von Moses‘ letzten Worten an die Israeliten vor ihrem Eintritt ins verheißene Land. Er erinnert sie an den Bund, den Gott mit ihnen geschlossen hat, und betont die Wichtigkeit, diesem Bund treu zu bleiben. Moses warnt vor den Konsequenzen des Ungehorsams, wie Zerstörung und Exil, und ruft zur Umkehr und Treue auf. Er macht klar, dass der Bund nicht nur für die Anwesenden, sondern auch für zukünftige Generationen gilt. Diese Worte erinnern uns daran, wie wichtig es ist, unseren Glauben und unsere Werte zu bewahren und weiterzugeben, um Gottes Segen zu erfahren und unsere Gemeinschaft zu stärken.

Dtn 29,1-14: Bund des Herrn mit Israel

Auslegung, Kommentar, Andacht bzw. Predigt zu Dtn 29,1-14

Dtn 29:1: Und Mose berief ganz Israel und sprach zu ihnen: Ihr habt alles gesehen, was der Herr im Land Ägypten vor euren Augen dem Pharao und allen seinen Knechten und seinem ganzen Land getan hat,

Dtn 29:2: die großen Prüfungen, die deine Augen gesehen haben, jene großen Zeichen und Wunder.

Zeichen und Wunder

Deuteronomium 29,2 (5. Mose 29,2) betont, dass die Israeliten während ihrer 40 Jahre in der Wüste Wunder und Zeichen erlebt haben, aber trotzdem oft Gottes wahres Wesen und seine Absichten nicht verstanden haben. Für mich persönlich bedeutet dieser Vers, dass auch ich in meinem Leben viele Segnungen und Zeichen Gottes erlebe, diese aber nicht immer richtig wahrnehme oder verstehe. Es ist eine Aufforderung, mein Herz zu öffnen und bewusster hinzuschauen, um Gottes Wirken in meinem Alltag zu erkennen. Der Vers ermutigt mich, tiefer nachzudenken und Gott zu vertrauen, auch wenn ich seine Pläne nicht immer sofort nachvollziehen kann.

Dtn 29:3: Und der Herr hat euch bis zum heutigen Tag noch kein verständiges Herz gegeben, Augen, die sehen, und Ohren, die hören.

Kein verständiges Herz

Dieser Vers erinnert mich daran, wie oft wir die Zeichen Gottes in unserem Leben übersehen. Trotz all der Wunder und Segnungen, die das Volk Israel in der Wüste erfahren hat, fehlte es ihnen an einem verstehenden Herz, um Gottes Hand in allem zu erkennen. Für mich bedeutet das, dass geistliche Erkenntnis nicht nur aus Erfahrung, sondern aus einer inneren Offenheit kommt. Es fordert mich heraus, täglich bewusst nach Gottes Wirken zu suchen und zu beten, dass Er mir ein Herz gibt, das versteht, Augen, die sehen, und Ohren, die hören. So kann ich seine Führung und Liebe tiefer erleben und darauf vertrauen.

Alles verdanken wir seiner Gnade

So wie die Israeliten Gottes Fürsorge während ihrer Wanderung durch die Wüste oft nicht bemerkten, erkennen auch wir manchmal nicht, wie Gott für uns sorgt. Wir rechnen uns vieles oft fälschlicherweise als unser eigenes Verdienst an. Als demütige Menschen bleiben wir aber geerdet. Das, was wir sind, sind wir doch nur Dank Gottes Güte und Gnade und häufig auch durch Menschen, die er uns auf unseren Lebensweg schickt. Der Wunsch, alles durch sich selbst sein zu wollen, ist ein falscher Stolz. Mit Bonhoeffers Worten: Nicht unsere ausgereckte Bettlerhand, sondern das, womit Gott sie füllt, darauf kommt’s an. Und das heißt eben, zunächst nicht wir und unser Tun, sondern zunächst Gott und Gottes Tun.

Dtn 29:4: Ich habe euch 40 Jahre lang in der Wüste geführt; eure Kleider sind an euch nicht zerlumpt, und der Schuh an deinem Fuß ist nicht abgenutzt.

Dtn 29:5: Ihr habt kein Brot gegessen und weder Wein noch starkes Getränk getrunken, damit ihr erkennt, dass ich der Herr, euer Gott, bin.

Er versorgt uns auf seine Weise

Deuteronomium 29,5 spricht davon, wie Gott die Israeliten während ihrer 40-jährigen Wüstenwanderung versorgt hat, indem er ihnen weder Brot noch Wein oder Bier gegeben hat, damit sie erkennen, dass er der Herr, ihr Gott, ist. Persönlich bedeutet das für mich, dass Gott manchmal ungewöhnliche Wege wählt, um uns zu lehren und zu führen. Er versorgt uns auf seine Weise, oft anders, als wir es erwarten. Diese Verse erinnern mich daran, dass Vertrauen in Gottes Führung und Versorgung wichtig ist, auch wenn die Umstände schwierig oder unverständlich erscheinen. Es ist ein Aufruf, Gottes Handeln in allen Lebenslagen zu erkennen und dankbar zu sein, selbst in Zeiten der Entbehrung.

Dtn 29:6: Und als ihr an diesen Ort kamt, da zogen Sihon, der König von Hesbon, und Og, der König von Baschan, uns entgegen, um mit uns zu kämpfen; und wir schlugen sie.

Dtn 29:7: Und wir nahmen ihr Land ein und gaben es den Rubenitern und Gaditern und dem halben Stamm Manasse zum Erbteil.

Dtn 29:8: So bewahrt nun die Worte dieses Bundes und tut sie, damit ihr Gelingen habt in allem, was ihr tut!

Gehorsam und Treue

Diese Passage erinnert uns daran, dass Gehorsam und Treue gegenüber den Geboten Gottes der Schlüssel zum Erfolg und Segen im Leben sind. Für mich persönlich bedeutet das, dass ich mich täglich bemühen sollte, nach Gottes Weisungen zu leben und sie in meinem Alltag zu integrieren. Es ist eine Aufforderung, nicht nur Hörer des Wortes zu sein, sondern es aktiv umzusetzen. Diese Hingabe bringt inneren Frieden und Führung in allen Lebensbereichen. Indem ich Gottes Gebote achte und befolge, vertraue ich darauf, dass Er mir in allen Dingen beistehen und Erfolg schenken wird.

Dtn 29:9: Ihr alle steht heute vor dem Herrn, eurem Gott — eure Häupter, eure Stämme, eure Ältesten und eure Vorsteher, alle Männer Israels;

Dtn 29:10: eure Kinder, eure Frauen und dein Fremdling, der inmitten deines Lagers ist, von deinem Holzhauer bis zu deinem Wasserschöpfer,

Dtn 29:11: um einzutreten in den Bund des Herrn, deines Gottes, und in seine Eidverpflichtung, die der Herr, dein Gott, heute mit dir abschließt,

Bund des Herrn

Deuteronomium 29,11 spricht von der Erneuerung des Bundes zwischen Gott und dem Volk Israel. Der Vers betont, dass die Menschen sich verpflichten, im Bund mit dem Herrn zu leben, der sie aus der Knechtschaft in Ägypten befreit hat. Für mich bedeutet dieser Vers, dass der Bund nicht nur eine historische Vereinbarung ist, sondern eine lebendige und persönliche Verpflichtung. Es erinnert mich daran, dass meine Beziehung zu Gott nicht nur durch Rituale und Traditionen definiert wird, sondern durch eine aktive, bewusste Entscheidung, seine Gebote zu befolgen und in seiner Liebe zu leben. Dieser Bund ist eine Einladung zu einem Leben in Treue und Dankbarkeit gegenüber Gott, der stets bei uns ist.

Dtn 29:12: damit er dich heute bestätige als sein Volk, und dass er dein Gott sei, wie er zu dir geredet hat, und wie er es deinen Vätern Abraham, Isaak und Jakob geschworen hat.

Dtn 29:13: Denn ich schließe diesen Bund und diese Eidverpflichtung nicht mit euch allein,

Dtn 29:14: sondern sowohl mit dem, der heute hier mit uns steht vor dem Herrn, unserem Gott, als auch mit dem, der heute nicht hier bei uns ist.

Dtn 29,15-28: Gott bestraft den Götzendienst

Auslegung, Kommentar, Andacht bzw. Predigt zu Dtn 29,15-28

Dtn 29:15: Denn ihr wisst ja, wie wir im Land Ägypten gewohnt haben und wie wir mitten durch die Heidenvölker gezogen sind, durch deren Gebiet ihr gezogen seid;

Dtn 29:16: und ihr habt ihre Gräuel gesehen und ihre Götzen aus Holz und Stein, Silber und Gold, die bei ihnen sind.

Dtn 29:17: Darum hütet euch, dass nicht etwa ein Mann oder eine Frau, eine Sippe oder ein Stamm unter euch sei, dessen Herz sich heute von dem Herrn, unserem Gott, abwendet, und der hingeht, den Göttern jener Nationen zu dienen; dass nicht etwa eine Wurzel unter euch sei, die Gift und Wermut trägt;

Wider die Bitterkeit

Gott führt uns. Dankbarkeit! Zuversicht! Egal nun wie der geführte Weg aussieht: nie Bitterkeit! Wie viele werden durch sie verunreinigt. In der Bitterkeit wenden wir uns ab von Gott. Die Bitterkeit unserer Herzen macht uns unempfindlich für die Milde und Lieblichkeit des Glaubens. Der Glaubensakt aber besteht gerade in der Hingabe unseres Geistes, der das freundliche Licht der Wahrheit aufgenommen hat und ihr zustimmt mit ruhiger aber zugleich machtvoll starker Gewißheit und Sicherheit.

Sei du treu, unserem Meister gut zu dienen, aber bewahre in deinem Dienst kindliche und liebevolle Freiheit ohne in deinem Herzen entmutigende Bitterkeit aufkommen zu lassen. Bewahre einen Geist heiliger Freude, die deine Handlungen und Worte durchdringe und den Menschen, die du siehst, Trost schenke, damit sie dafür Gott verherrlichen, was unser einziges Bestreben ist.

Dtn 29:18: und dass keiner, wenn er die Worte dieser Eidverpflichtung hört, sich dennoch in seinem Herzen glücklich preist und spricht: »Ich werde Frieden haben, wenn ich auch in der Verstocktheit meines Herzens wandle!«  — sodass dann das bewässerte Land mitsamt dem trockenen hinweggerafft würde.

Dtn 29:19: Denn der Herr wird nicht gewillt sein, einem solchen zu vergeben, sondern dann wird der Herr seinen Zorn und seinen Eifer rauchen lassen über einen solchen Mann, und es wird auf ihm der ganze Fluch ruhen, der in diesem Buch geschrieben steht; und der Herr wird seinen Namen unter dem Himmel aus­tilgen;

Dtn 29:20: und der Herr wird ihn aus allen Stämmen Israels zum Unglück absondern, gemäß allen Flüchen des Bundes, die in dem Buch dieses Gesetzes geschrieben sind.

Dtn 29:21: Und dann werden das zukünftige Geschlecht eurer Kinder, das nach euch aufkommen wird, und die Fremden, die aus fernen Ländern kommen, fragen — wenn sie die Plagen dieses Landes und die Krankheiten sehen, die der Herr ihm auferlegt hat,

Dtn 29:22: und wie er dieses ganze Land mit Schwefel und Salz verbrannt hat, dass es nicht besät werden kann und nichts hervorbringt, dass kein Kraut darauf wächst, gleichwie Sodom, Gomorra, Adama und Zeboim umgekehrt worden sind, die der Herr in seinem Zorn und Grimm umgekehrt hat —,

Dtn 29:23: ja, alle diese Völker werden fragen: »Warum hat der Herr so an diesem Land gehandelt? Was bedeutet diese gewaltige Zornglut?«

Dtn 29:24: Dann wird man antworten: »Weil sie den Bund des Herrn, des Gottes ihrer Väter, verlassen haben, den er mit ihnen schloss, als er sie aus dem Land Ägypten führte;

Den Bund des Herrn nicht verlassen

Diese Stelle erinnert uns daran, wie wichtig es ist, die Vereinbarungen und Verheißungen Gottes zu achten. Der Bund des Herrn symbolisiert eine tiefe, heilige Beziehung zwischen Gott und seinem Volk. Wenn dieser Bund gebrochen wird, sind die Konsequenzen schwerwiegend. Es ist ein Aufruf zur Treue und Hingabe. Persönlich bedeutet das für mich, dass ich mich immer wieder prüfen muss, ob ich im Einklang mit Gottes Wegen und Geboten lebe. Es ermutigt mich, meine spirituelle Reise ernst zu nehmen und die Beziehung zu Gott zu pflegen.

Dtn 29:25: und weil sie hingegangen sind und anderen Göttern gedient und sie angebetet haben, Götter, die sie nicht kannten und die er ihnen nicht zugeteilt hatte.

Dtn 29:26: Darum entbrannte der Zorn des Herrn über dieses Land, sodass er den ganzen Fluch über es kommen ließ, der in diesem Buch geschrieben steht!

Dtn 29:27: Und der Herr hat sie aus ihrem Land herausgerissen im Zorn und im Grimm und in großem Unwillen und hat sie in ein anderes Land geworfen, wie es heute der Fall ist!«

Dtn 29,28: Was noch kommen wird, weiß allein der Herr, unser Gott.

Dtn 29:28: Was verborgen ist, das steht bei dem Herrn, unserem Gott; was aber geoffenbart ist, das ist ewiglich für uns und unsere Kinder bestimmt, damit wir alle Worte dieses Gesetzes tun.

Unsere Zukunft in Gottes Hand

Unser endlicher Verstand kann die unendlichen Seiten von Gottes Wesen nicht vollständig verstehen. Gott ist unendlich und allwissend, und wir haben nicht die Fähigkeit, alles zu wissen, was er tut. Der Vers aber zeigt, dass Gott uns genug über die Dinge mitgeteilt hat, die wir wissen müssen, um ihm gehorchen zu können, auch wenn er uns nicht alles gesagt hat. Durch die Bibel wissen wir genug über Gott, damit wir durch den Glauben gerettet werden und ihm dienen können.

Das war eine Auslegung, Kommentar, Andacht bzw. Predigt zu ausgewählten Bibelversen aus dem Buch Deuteronomium Dtn 29. Kap.

Dtn 29. Kap.