Deuteronomium Dtn 26. Kap.: Auslegung, Kommentar, Andacht bzw. Predigt

Auslegung, Kommentar, Andacht bzw. Predigt zu ausgewählten Bibelversen aus dem Buch Deuteronomium Dtn 26. Kap.

Zu Dtn 26. Kap.

In Deuteronomium 26 geht es um das Dankopfer der Erstlingsfrüchte und das Bekenntnis der Abhängigkeit von Gott. Es erinnert uns daran, dass alles, was wir haben, ein Geschenk von Gott ist. Wenn die Israeliten ihre Erstlingsfrüchte zum Altar bringen, sollen sie sich an die Befreiung aus Ägypten und an Gottes beständige Fürsorge erinnern. Diese Passage lehrt uns, dankbar zu sein und unsere Segnungen mit anderen zu teilen, besonders mit den Bedürftigen. Es ist ein Aufruf, unsere Lebensgrundlagen nicht als selbstverständlich zu betrachten, sondern als Ausdruck unserer Beziehung zu Gott und als Teil unserer Verpflichtung, seine Gnade und Fürsorge in der Gemeinschaft weiterzugeben.

Dtn 26,1-11: Dankt Gott für seine Gaben

Auslegung, Kommentar, Andacht bzw. Predigt zu Dtn 26,1-11

Dtn 26:1: ‭Wenn du nun in das Land kommst, das dir der Herr, dein Gott, zum Erbe gibt, und es in Besitz nimmst und darin wohnst,

Dtn 26:2: ‭so sollst du von den Erstlingen aller Früchte des Erdbodens nehmen, die du von deinem Land einbringen wirst, das der Herr, dein Gott, dir gibt, und sollst sie in einen Korb legen und an den Ort hingehen, den der Gerr, dein Gott, erwählen wird, um seinen Namen dort wohnen zu lassen;

Erstlingsfrüchte

Deuteronomium 26,2 fordert die Israeliten auf, die Erstlingsfrüchte ihres Landes als Opfergabe zu bringen. Diese Stelle erinnert mich daran, wie wichtig es ist, Dankbarkeit für das, was wir haben, zu zeigen. Indem wir das Beste von dem, was wir erhalten haben, zurückgeben, erkennen wir die Quelle unserer Segnungen an. Für mich persönlich bedeutet dies, nicht nur materiellen Wohlstand, sondern auch Zeit und Talente zu teilen. Es erinnert mich daran, dass alles, was ich habe, letztlich von Gott kommt, und dass es meine Pflicht ist, diese Gaben mit anderen zu teilen. Es ist ein Akt der Demut und des Vertrauens, dass Gott für uns sorgt, wenn wir großzügig sind.

Dtn 26:3: ‭und du sollst zu dem Priester kommen, der zu der Zeit im Amt sein wird, und zu ihm sagen: Ich bezeuge heute vor dem Herrn, deinem Gott, dass ich in das Land gekommen bin, von dem der Herr unseren Vätern geschworen hat, dass er es uns gebe!

Dtn 26:4: ‭Und der Priester soll den Korb von deiner Hand nehmen und ihn vor dem Altar des Herrn, deines Gottes, niederlegen.

Dtn 26:5: ‭Da sollst du das Wort ergreifen und vor dem Herrn, deinem Gott, sprechen: »Mein Vater war ein umherirrender Aramäer; und er zog nach Ägypten hinab und lebte dort als Fremdling mit wenigen Leuten, und er wurde dort zu einem großen, starken und zahlreichen Volk.

Dtn 26:6: ‭Aber die Ägypter misshandelten uns und bedrückten uns und legten uns harte Arbeit auf.

Dtn 26:7: ‭Da schrien wir zum Herrn, dem Gott unserer Väter. Und der Herr erhörte unsere Stimme und sah unser Elend und unsere Mühsal und Unterdrückung;

Der Herr erhörte unsere Stimme

Deuteronomium 26,7 beschreibt, wie die Israeliten in ihrer Not zu Gott riefen und er ihre Klage hörte und sie befreite. Für mich persönlich bedeutet dieser Vers die Hoffnung und das Vertrauen in Gottes ständige Präsenz und Hilfe. Auch in schwierigen Zeiten, wenn ich mich verloren und hilflos fühle, kann ich mich daran erinnern, dass Gott meine Gebete hört und meine Not sieht. Dieser Vers ermutigt mich, nicht aufzugeben und zu wissen, dass Gott eingreifen wird, auch wenn es manchmal länger dauert als erwartet. Es ist ein Versprechen, dass ich nicht alleine bin, und dass Gott immer bereit ist, mir zu helfen und mich zu führen.

Dtn 26:8: ‭und der Herr führte uns aus Ägypten mit starker Hand und mit ausgestrecktem Arm und mit gewaltigen, furchtgebietenden Taten und durch Zeichen und durch Wunder,

Der Herr führte uns aus Ägypten

Für mich bedeutet dieser Vers eine Erinnerung daran, dass Gott in schweren Zeiten kraftvoll eingreift und uns befreit. Erinnert uns daran, wie wichtig es ist, Dankbarkeit zu zeigen und Vertrauen in Gottes Führung zu haben. Auch wenn wir uns manchmal gefangen oder machtlos fühlen, können wir auf Gottes Hilfe zählen. Seine Wunder und Zeichen sind nicht nur Geschichten aus der Vergangenheit, sondern eine Ermutigung, dass er auch heute noch in unserem Leben wirkt und uns beisteht.

Dtn 26:9: ‭und brachte uns an diesen Ort und gab uns dieses Land, ein Land, in dem Milch und Honig fließt.

Land, in dem Milch und Honig fließt

Milch und Honig stehen hier für Überfluss und Wohlstand, Zeichen einer guten und fruchtbaren Erde. Es erinnert mich daran, wie Gott uns aus schwierigen Zeiten herausführt und uns zu einem Ort des Wachstums und der Erneuerung bringt. In meinem Leben sehe ich diesen Segen in Form von liebevollen Beziehungen, beruflichem Erfolg und innerem Frieden. Es ist ein Aufruf, dankbar zu sein und Gottes Fürsorge in allem zu erkennen.

Dtn 26:10: ‭Und siehe, ich bringe nun die ersten Früchte des Landes, das du, o Herr, mir gegeben hast!«  — Und du sollst sie vor dem Herrn, deinem Gott, niederlegen und sollst vor dem Herrn, deinem Gott, an­beten;

Früchte dem Herrn dabringen

Der Israelit brachte nicht den Korb mit den Erstlingsfrüchten, um dadurch in das Land zu kommen, sondern weil er sich tatsächlich darin befand. Wir müssen wissen, dass wir errettet sind, ehe wir die Früchte einer gekannten Erlösung darbringen können. Wir mögen aufrichtig nach Erlösung verlangen und uns ernstlich anstrengen, ihrer teilhaftig zu werden, aber offenbar sind diese Anstrengungen ganz etwas anderes, als die Früchte einer bewussten und verwirklichten Erlösung.

Dtn 26:11: ‭und du sollst fröhlich sein wegen all des Guten, das der Herr, dein Gott, dir und deinem Haus gegeben hat, du und der Levit und der Fremdling, der in deiner Mitte ist.

Du sollst fröhlich sein

Dieser Vers ruft dazu auf, sich zu freuen über all das Gute, das Gott einem gegeben hat. Er ermutigt dazu, Dankbarkeit zu empfinden und diese Freude nicht nur allein, sondern gemeinsam mit anderen zu teilen, einschließlich der Leviten und der Fremden, die im Land leben. Es ist eine Erinnerung daran, dass Freude und Dankbarkeit zentrale Bestandteile des Glaubenslebens sind. Durch das Feiern und Teilen wird die Gemeinschaft gestärkt, und man erkennt die Großzügigkeit Gottes an, die das Leben reich und erfüllt macht.

Dtn 26,12-15: Teil der Ernte gehört den Armen

Auslegung, Kommentar, Andacht bzw. Predigt zu Dtn 26,12-15

Dtn 26:12: ‭Wenn du den ganzen Zehnten deines Ertrages vollständig entrichtet hast, im dritten Jahr, dem Jahr des Zehnten, und du ihn dem Leviten, dem Fremdling, der Waise und der Witwe gegeben hast, dass sie in deinen Toren essen und satt werden,

Dtn 26:13: ‭dann sollst du vor dem Herrn, deinem Gott, sprechen: »Was geheiligt ist, habe ich aus meinem Haus entfernt und es dem Leviten gegeben, dem Fremdling, der Waise und der Witwe, nach deinem ganzen Gebot, das du mir geboten hast; ich habe deine Gebote nicht übertreten, noch vergessen.

Dtn 26:14: ‭Ich habe nicht während meiner Trauerzeit davon gegessen und habe nichts davon verbraucht zu einem unreinen Zweck; ich habe nichts davon für einen Toten gegeben; ich bin der Stimme des Herrn, meines Gottes, gehorsam gewesen und habe alles getan, wie du es mir geboten hast.

Dtn 26:15: ‭Blicke herab von deiner heiligen Wohnung, vom Himmel, und segne dein Volk Israel und das Land, das du uns gegeben hast, wie du unseren Vätern geschworen hast; ein Land, in dem Milch und Honig fließt!«

Blicke herab von deiner heiligen Wohnung

Dieser Vers erinnert mich daran, dass wir uns stets an Gott wenden können, wenn wir Hilfe und Segen brauchen. Es ist ein Ausdruck tiefen Vertrauens in Gottes Fürsorge und Gnade. Obwohl Gott im Himmel ist, ist er nicht fern von uns. Er sieht uns, hört unsere Gebete und antwortet auf unsere Bedürfnisse. Diese Bitte zeigt die enge Beziehung zwischen Gott und seinem Volk und erinnert uns daran, dass wir in allen Lebenslagen auf Gottes Gegenwart und Hilfe vertrauen können.

Dtn 26,16-19: Ihr seid Gottes Volk

Auslegung, Kommentar, Andacht bzw. Predigt zu Dtn 26,16-19

Dtn 26:16: ‭An diesem heutigen Tag gebietet dir der Herr, dein Gott, dass du diese Satzungen und Rechtsbestimmungen hältst; so bewahre und tue sie von ganzem Herzen und von ganzer Seele!

Von ganzem Herzen und von ganzer Seele

Dies bedeutet für mich persönlich, dass unser Glaube nicht nur eine oberflächliche Handlung oder Tradition sein sollte. Vielmehr sollten wir die Gebote Gottes mit vollständiger Hingabe und echtem Engagement leben. Es erfordert, dass wir unser ganzes Wesen in unseren Glauben investieren und dass unsere Handlungen, Gedanken und Gefühle im Einklang mit Gottes Willen stehen. Diese Hingabe zeigt sich im täglichen Leben durch Liebe, Barmherzigkeit und Gerechtigkeit gegenüber anderen. Nur so können wir die wahre Bedeutung und den tiefen Frieden finden, den der Glaube bietet.

Dem Herrn folgen

Was kann diese Hingabe stören? Nun: Wir haben alle Wünsche, wie das Leben laufen sollte. Das betrifft den einzelnen Tag, wie auch die großen Lebensspuren. Wir wollen dies, wir wollen das. Wünsche, an die wir uns zu sehr klammern, rauben uns leicht etwas von dem, was wir sein sollen und können. Wenn wir zu krampfhaft an diesen Wünschen festhalten und nicht offen bleiben für andere Richtungen, dann erzeugen diese Wünsche eine innere Unruhe.

Und erfüllen sich unsere Erwartungen dann nicht, neigen wir zu Traurigkeit oder Zorn. Immer wieder gilt es darum Inventur zu ziehen, was fesselt und bindet, wo sollten wir lernen los zu lassen. Denn in einem Herzen, das sich an äußere Dinge verliert, ist kein Frieden. Darum lasst uns ärmer in unserem Wünschen werden und uns allein Gott hingeben

Dtn 26:17: ‭Du hast dem Herrn heute zugesagt, dass er dein Gott sein soll und dass du auf seinen Wegen wandeln willst und seine Satzungen, Gebote und Rechtsbestimmungen halten und seiner Stimme gehorchen willst.

Dtn 26:18: ‭Und der Herr hat dir heute zugesagt, dass du sein Eigentumsvolk sein sollst, so wie er es dir verheißen hat, und dass du alle seine Gebote hältst

Dtn 26:19: ‭und dass er dich als höchstes über alle Völker setzen will, die er gemacht hat, zu Lob, Ruhm und Preis, und dass du dem Herrn, deinem Gott, ein heiliges Volk sein sollst, wie er es verheißen hat.

Heiliges Volk

In Deuteronomium 26,19 geht es darum, dass Gott das Volk Israel als sein heiliges Volk auserwählt hat, um über alle anderen Völker erhöht zu werden. Persönlich bedeutet das für mich, dass Gott sein Volk nicht nur segnen möchte, sondern auch eine besondere Beziehung zu ihm hat. Diese Erwählung als heiliges Volk ist sowohl eine Ehre als auch eine Verantwortung. Wir sollen Gottes Gebote und Wege einhalten, um seine Herrlichkeit zu zeigen. Es erinnert mich daran, dass wir durch unser Handeln und unser Leben Zeugnis für Gott ablegen sollen. Die Heiligkeit, zu der wir berufen sind, ist ein Ausdruck unserer Hingabe und unseres Gehorsams gegenüber Gott.

Das war eine Auslegung, Kommentar, Andacht bzw. Predigt zu ausgewählten Bibelversen aus dem Buch Deuteronomium Dtn 26. Kap.

Dtn 6. Kap.