Tägliche christliche Andacht
Impulse aus der Bibel für deinen Tag
mit folgendem Wochenthema
Worte von Papst Franziskus
3 Wo ist euer Schatz? (18.8.)
Denn wo dein Schatz ist, da wird auch dein Herz sein. Mt 6,21
Wo ist euer Schatz? Ja, unsere Herzen können sich an wahre oder an falsche Schätze hängen, können echte Ruhe finden oder einschlafen, indem sie träge und abgestumpft werden. Das kostbarste Gut, das wir im Leben haben können, ist unsere Beziehung zu Gott. Seid ihr davon überzeugt? Ist euch bewusst, wie unschätzbar wertvoll ihr in Gottes Augen seid? Wisst ihr, dass ihr von Ihm bedingungslos geliebt und angenommen werdet, so wie ihr seid? Wenn diese Wahrnehmung schwindet, wird das Menschsein ein unverständliches Rätsel, denn gerade das Wissen darum, dass wir von Gott bedingungslos geliebt werden, verleiht unserem Leben Sinn. Wo ist dein Schatz? Das ist die Frage. Wo ruht dein Herz? Auf welchem Schatz ruht dein Herz? Denn wo dein Schatz ist, dort wird dein Leben sein. Papst Franziskus
2 Was bleibt? (17.8.)
Es kommt eine Zeit, da wird von dem, was ihr hier seht, kein Stein auf dem anderen bleiben; es wird alles zerstört werden. Lk 21,6
Diese Worte erinnern uns daran, dass fast alles in dieser Welt vergeht wie das Wasser, das verrinnt, dass es aber kostbare Wirklichkeiten gibt, die bleiben. Was bleibt, was ist wertvoll im Leben, welche Reichtümer schwinden nicht dahin? Sicher zwei: der Herr und der Nächste. Diese beiden Reichtümer schwinden nicht dahin! Sie sind die wichtigsten Güter, die es zu lieben gilt; alles andere – der Himmel, die Erde, die schönsten Dinge, auch dieser Petersdom hier – all das vergeht. Doch Gott und die anderen dürfen wir nicht aus unserem Leben ausschließen. Papst Franziskus
1 Trockne Tränen (16.8.)
Tröstet, tröstet mein Volk. Jes 40,1
Wir alle brauchen Trost, denn niemand ist frei von Leid, Schmerz und Unverständnis. Wie viel Schmerz kann ein grollendes Wort hervorrufen! Wie viel Leid verursacht die Erfahrung der Untreue, der Gewalt und des Verlassenwerdens! Wie viel Bitterkeit entsteht angesichts des Todes geliebter Menschen! Und doch ist Gott nie fern, wenn man diese Dramen durchlebt. Ein aufmunterndes Wort, eine Umarmung, durch die du dich verstanden fühlst, eine Liebkosung, welche die Liebe spüren lässt, ein Gebet, das es möglich macht, stärker zu sein … dies alles sind Zeichen der Nähe Gottes durch den Trost seitens der Brüder und Schwestern. Sein Erbarmen zeigt sich in der Nähe, Zuneigung und Hilfe vieler Brüder und Schwestern, wenn Tage der Traurigkeit und des Leids hereinbrechen. Tränen zu trocknen ist eine konkrete Handlung, die den Kreis der Einsamkeit, in dem wir oft eingeschlossen sind, durchbricht. Papst Franziskus
Tagesgebet
Barmherziger Gott, was kein Auge geschaut und kein Ohr gehört hat,
das hast du denen bereitet, die dich lieben.
Gib uns ein Herz,
das dich in allem und über alles liebt,
damit wir
den Reichtum deiner Verheißungen erlangen,
der alles übersteigt, was wir ersehnen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
Wochenthema:
Zwischenmenschliches
7 Aneinanderschuldig werden (15.8.)
Wenn wir behaupten, ohne Schuld zu sein, betrügen wir uns selbst. 1 Joh 1,8
Wie sehr ist diese Gesellschaft, manchmal auch die Kirche, ein Ort, an dem das gegenseitige Aneinanderschuldigwerden verdrängt wird, an dem keiner Schuld gehabt haben will, an dem gefühlt immer nur die anderen schuld sind an der eigenen Misere. Wenn wir an uns heranlassen, wie sehr jeder und jede immer wieder aus der Vergebung leben lernen darf, dann ist es ein unglaubliches Geschenk. Bischof Oster
Herr Jesus Christus, schenke uns die Demut, eigene Fehler zu erkennen, und erfülle uns mit der Gnade Deiner Vergebung. Amen.
6 Wehrt euch nicht (14.8.)
Ich aber sage: Wehrt euch nicht, wenn euch jemand Böses tut! Mt 5,39
Mit diesen Worten will er, dass wir nicht Fehler mit Fehlern vergelten, sondern durch Tugenden überwinden. Sanftmut besiegt den Zorn, Gelassenheit die Raserei; die Bosheit wird durch die Güte besiegt, die Grausamkeit wird niedergeworfen durch die Liebe, die Ungeduld wird bestraft durch die Geduld, die Streitsucht überwunden durch die Liebkosung, den Stolz wirft die Demut zu Boden. Wer also Fehler besiegen will, muß die Waffen der Liebe, nicht des Zornes führen. Petrus Chrysologus
5 Achtet auf das, was ihr sagt (13.8.)
Dann achtet auf das, was ihr sagt: Keine Lüge, kein gemeines Wort soll über eure Lippen kommen. Ps 34,14
Die fünf wichtigsten Sätze für das ganze Leben:
- Danke.
- Ich liebe dich.
- Es tut mir leid.
- Bitte hilf mir.
- Ich vergebe dir.
Johannes Hartl
4 Vergebung, die frei macht (12.8.)
Geht nachsichtig miteinander um und vergebt einander, wenn einer dem anderen etwas vorzuwerfen hat. Genauso, wie der Herr euch vergeben hat, sollt auch ihr einander vergeben. Kol 3,13
Manchmal tragen wir Verletzungen lange mit uns herum. Worte, die uns getroffen haben. Situationen, die sich ungerecht anfühlen. Vergebung bedeutet nicht, das Geschehene kleinzureden. Sie bedeutet, sich selbst nicht daran zu binden. Wenn wir vergeben, tun wir dies auch für unser eigenes Herz. Denn jeder Groll, den wir festhalten, wirkt in uns weiter. Und jede liebevolle Entscheidung, die wir treffen, beginnt auch in uns zu heilen. Wir sind mehr miteinander verbunden, als wir oft denken. Ob Liebe oder Verurteilung dem anderen gegenüber, das prägt auch unser eigenes Inneres. Darum liegt in der Liebe eine besondere Kraft: Sie richtet auf, sie verbindet, sie schafft Frieden. Alles andere verliert irgendwann an Bedeutung. Ja, unsere Gefühle der Verletztheit sind real, aber sie müssen uns nicht beherrschen. Es gibt einen Raum in uns, der tiefer ist als der Schmerz. Einen Ort der Wahrheit, an dem die Liebe trägt.
Gott, lehre mich, loszulassen, was mein Herz beschwert. Hilf mir, in der Liebe verwurzelt zu bleiben, auch wenn es schwerfällt. Schenke mir die Kraft zur Vergebung – damit ich frei werde.
3 Den Nächsten annehmen (11.8.)
Sie alle sollen eins sein, genauso wie du, Vater, mit mir eins bist. Joh 17,21
Im Laufe dieses Tages wird es sicherlich Momente geben, in denen unsere Geduld, unsere Freundlichkeit oder unsere Gesundheit auf die Probe gestellt werden – sei es durch etwas Unvorhergesehenes, eine Demütigung, ein Missverständnis oder Undankbarkeit. Jesus lädt uns ein, dann bei ihm zu bleiben. Er lädt uns ein, eins mit ihm zu sein und so eins zu sein mit dem Nächsten. Das ist Aufgabe! Ich kann nicht verlangen, meinen Nächsten zu ändern. Ich kann nicht erwarten, dass sie besser sind. Ich muss sie annehmen, ich muss sie lieben und ich muss ihnen vergeben, so wie sie sind.
Man muss die Illusionen beiseite lassen und den anderen Menschen so annehmen wie er ist: unvollendet, berufen zu wachsen, in der Entwicklung.
2 Säen und ernten (10.8.)
Was der Mensch sät, das wird er auch ernten. Gal 6,7
In dieser Welt scheint es so, als würde alles, was ich weggebe, weniger werden. Doch bei dir, Gott, ist es anders: Was ich verschenke, kehrt zu mir zurück. Wenn ich Ärger weitergebe, wächst Ärger. Wenn ich Liebe schenke, erfüllt sie auch mein eigenes Herz. Hilf mir heute, andere nicht zu verurteilen oder ihnen meine Schuld zuzuschieben. Lass mich klar sprechen, ohne zu verletzen, ehrlich sein, ohne zu kritisieren, und unterschiedlicher Meinung sein, ohne herabzusetzen. Mach mich zu einem Werkzeug deines Friedens. Wenn ich meinen Mitmenschen mit Güte, Verständnis und Liebe begegne, wird auch mein eigener Frieden wachsen. Heute entscheide ich mich bewusst dafür, Liebe zu geben.
1 Nähe, die trägt (9.8.)
Er nahm die Kinder in seine Arme. Mk 10,16
Manchmal zeigt sich das Leben in kleinen Gesten z.B. eine Hand, die kurz berührt. Nähe ist ein Grundbedürfnis. Schon am Anfang unseres Lebens hilft uns Berührung, in der Welt anzukommen. Sie sagt ohne Worte: Du bist willkommen. Auch später brauchen wir diese Zeichen. Eine Umarmung, ein sanftes Streicheln, ein freundlicher Händedruck – sie können mehr sagen als viele Worte. In ihnen steckt Trost, Ermutigung und Verbundenheit. Vielleicht können wir heute achtsam sein: Wo tut Nähe gut? Wem kann ich ein Zeichen der Zuwendung geben? Gott selbst begegnet uns oft auf diese Weise – leise, behutsam, stärkend. In jeder guten Berührung kann etwas von seiner Liebe spürbar werden.