Samstag: Göttliche Macht und Souveränität

Sie standen auf und stießen ihn zur Stadt hinaus und führten ihn an den Rand des Berges, auf dem ihre Stadt gebaut war, um ihn hinabzustürzen. Er aber ging mitten durch sie hindurch und zog weiter. Lk 4:29-30

Wir leben allein für Gott. Machen wir uns daher nicht abhängig vom Lob und der Bewunderung anderer. Hat dies unser Heiland doch auch nicht getan. Anerkennung und Ablehnung liegen oft nah beieinander. Vertrauen wir stattdessen in allem uns dem liebenden Herzen Jesus an und glauben wir fest daran, dass ihm alle Macht gegeben ist im Himmel und auf der Erde. Das hier geschilderte Bild des durch die wütende Menge souverän schreitenden Jesus lässt eben dieses Wesen Jesus aufleuchten: seine göttliche Macht und Souveränität.

Lasst uns ewig daran denken, dass Christus alle Leiden, die ihn um unsertwillen trafen, willig, freiwillig und aus seiner eigenen Entscheidung heraus ertrug. John Charles Ryle

Freitag: Gottes Zuwendung zu allen

Und viele Aussätzige waren in Israel zur Zeit des Propheten Elisa; aber keiner von ihnen wurde gereinigt, sondern nur Naeman, der Syrer. Da wurden alle in der Synagoge voll Zorn, als sie dies hörten. Lk 4:27‭-‬28

Das Beispiel aus dem AT erinnert daran, dass Gott sich nicht nur den Nahen, seinem erwählten Volk zuwendet, sondern auch den Fernen, denen, die bisher nicht an ihn glauben. Ebenso ist die Sendung Jesu. Niemand schliesst er aus. Das sollten wir uns gerade dann bewusst machen, wenn wir jemanden begegnen, mit dem wir irgendwie gar nicht können. Das passt den Leuten in Nazareth gar nicht. Sie werden zornig. Jesus versuchte nicht in erster Linie, Seiner Zuhörerschaft zu gefallen, und Er benutzte ihre Zustimmung nicht als Maßstab für Seinen Erfolg. Der zunächst grosse Auftritt Jesu endet mit einem gnadenlosen Abgang. „Hosanna“ und „Kreuzige ihn“ liegen oft nah beisammen.

Donnerstag: Neid und Dankbarkeit

Die großen Taten, von denen wir gehört haben, dass sie in Kapernaum geschahen, tue sie auch hier in deiner Vaterstadt! Lk 4:23

Statt dankbar zu sein, dass Jesus in ihrer Stadt 30 Jahre aufwuchs, blickten die Leute aus Nazareth neidisch und fordernd auf seine großen Taten in Kapernaum. Ihr Herz wurde dadurch verdunkelt. Dies ist uns zur Mahnung überliefert. Hüten wir uns vor jeder Art von Neid. Das beste Heilmittel gegen den Neid ist der dankbare Blick auf das, was einem selbst geschenkt wurde. Die Heilung vom Gefühl des Neides besteht darin, Zufriedenheit in Gott zu finden. Lenke also stets deinen Blick auf das, wofür du dankbar sein kannst. Diese Dankbarkeit als innere Haltung führt zu innerem Frieden. Rituale können dabei sehr hilfreich sein in dieser Haltung der Dankbarkeit zu wachsen.

Beispiel meinerseits: Direkt nach dem Aufstehen gehe ich an das Kreuz, verneige mich und küsse es mit einer Haltung der Ehrfurcht und Dankbarkeit, dass Jesus heute bei mir ist.

Mittwoch: Heute

Heute ist diese Schrift erfüllt vor euren Ohren! Lk 4:21

Dieses Heute bei Lukas erschüttert mich jedes mal von neuem. Immer wieder kommt dieses Heute vor. Heute ist euch Hirten in der Stadt Davids der Heiland geboren. Heute ist diesem Hause des Zachäus Heil widerfahren! Heute noch wirst du Mitgekreuzigter bei mir im Paradies sein! Heute! Mit mir, in mir! Dieses Heute ist ein ewiges Heute, das auch mir gilt. Heute ist Christus bei mir. Das genügt! Der Herr gibt mir immer die Gnade, für den heutigen Tag zu leben; nicht in der Zukunft oder in der Vergangenheit soll ich leben, sondern heute! Heute mit Ihm!

Gott ist heute mit uns. Genügt das nicht? Charles de Foucauld

Dienstag: Zeit der Gnade

Ich verkünde ihnen ein Jahr, in dem der Herr seine Gnade zeigt. Lk 4:19

Der Prophet Jesaja hatte an­gekündigt, dass der Messias ein univer­selles Gnadenjahr mit sich bringen wird, wo alle Menschen frei werden (Jes 61,2). Christus selbst sagt, dass dies nun in ihm Wirklichkeit geworden ist. In ihm ist endgültig und für immer Zeit des Erbarmens, Zeit der Gnade. Diese seine Gnade verändert alles in unserem Leben. Bonhoeffer schreibt über die Gnade folgendes: Eine Stimme befiehlt, spring hinüber, ich nehme dich auf; ich halte dich fest; ich strecke meine Hand aus, nun wag dein Leben daran, verlaß dich auf mich, und auf nichts anderes. Meine Gnade genügt dir; ich bin die Liebe, ich habe dich bei deinem Namen gerufen.

Montag: Wo Herr? Wo Herr?

Er hat mich gesandt, zu heilen, die zerbrochenen Herzens sind, Gefangenen Befreiung zu verkünden und den Blinden, dass sie wieder sehend werden, Zerschlagene in Freiheit zu setzen. Lk 4:18

Das ist ein Schlüsseltext für die Botschaft und das Wirken Jesu. Gesandt wurde er, um dies zu tun. Gesandt sind wir, um ihm darin nach zu folgen. Also: Wo begegne ich heute Menschen mit einem zerbrochenen Herz und kann dort mit Gottes Hilfe heilend wirken? Wo begegne ich heute Menschen, die in sich selbst und ihren Lebensmustern gefangen sind und kann dort mit Gottes Hilfe befreiend wirken? Wo begegne ich heute blinden Menschen, die nicht mehr weiter wissen und kann mit Gottes Hilfe ihnen einen Lichtblick geben? Wo begegne ich heute zerschlagenen Menschen und kann schlicht und einfach ihnen helfen? Wo Herr? Wo Herr? Mit deiner Hilfe: lass es mich erkennen?

Du hast meine Bande zerrissen. Herr, was willst Du, dass ich tun soll? Charles Haddon Spurgeon

Sonntag: In der Kraft des Geistes

Jesus kehrte in der Kraft des Geistes zurück nach Galiläa. Lk 4:14

Jesus stützt sich auf die Kraft des Geistes Gottes, der Ihm hilft und Ihn dazu befähigt, seinen Dienst zu beginnen. Auch wir werden dazu aufgefordert, nicht in eigener Kraft zu dienen, sondern in der Kraft, die Gott uns gibt. Unsere Schwächen sind Gottes Gelegenheiten. Unsere Kraft entspringt seiner Gnade. Anerkenne vor Gott demütig deine Schwachheit, so wird Gott seine Kraft über dir wohnen lassen dort, wo du im Leben stehst mit all den Fragen und Anforderungen. Es ist so wichtig und unerlässlich, jeden Morgen, wenn wir vom Schlaf ins Leben zurück kehren, um die Kraft des Geistes zu bitten.

Lebe im Vertrauen auf Christus, unter der Leitung des Heiligen Geistes, in Kraft, die Gott dir darreicht. John Piper