Tägliche christliche Andacht mit Wochenthema

6 Der Durchbohrte
Hände und Füße haben sie mir durchbohrt. Ps 22:17
Seht den Menschen, welchen ihr gekreuzigt habt. Seht die Wunden, welche ihr geschlagen. Erkennt die Seite, welche ihr durchbohrt habt. Denn durch euch und euertwegen wurde sie geöffnet. Jesus hat uns mit einem menschlichen Herzen gekannt und geliebt. Sein Herz, das um unseres Heiles willen durchbohrt wurde, ist das Symbol jener unendlichen Liebe, mit der er den Vater und jeden Menschen liebt.
Christsein bedeutet nicht etwa, sich selbst sehr anzustrengen, sondern sich den durchbohrten Händen Jesu anzuvertrauen. Corrie ten Boom
5 Du bist mein Gott
Ps 22:11: Du bist mein Gott, seitdem mein Leben begann. Seit der Stunde meiner Geburt bin ich auf dich angewiesen.
Dies offenbart das tiefe Verlangen, Gottes Gegenwart gerade in Zeiten der Not zu erfahren. Es gibt Momente, in denen wir uns allein fühlen oder von den Herausforderungen des Lebens überwältigt sind. Doch gerade dann erinnert uns dieser Vers daran, dass Gott niemals fern ist. Selbst in unseren dunkelsten Stunden dürfen wir uns an Ihn wenden und um Seine Hilfe bitten. Er hört unser Rufen und steht bereit, uns zu trösten und zu stärken. Auch wenn die Angst uns umgibt, bleibt Gott unsere Zuflucht und unser starker Helfer. Es ist eine tröstliche Gewissheit, dass egal wie groß unsere Probleme scheinen mögen, Gott immer größer ist und uns niemals verlassen wird.
Frage: Wie kannst du heute in deinem Leben spüren, dass Gottes Gegenwart dir Halt und Stärke schenkt – besonders in Zeiten, in denen es schwierig ist?
4 Das Leiden des Christus
Ein Wurm bin ich, kein Mensch mehr, nur noch Hohn und Spott hat man für mich übrig. Alle Leute machen sich über mich lustig. Wer mich sieht, verzieht sein Gesicht und schüttelt verächtlich den Kopf. Ps 22:7-8
Der Herr wurde gegeißelt und niemand kam zu Hilfe. Er wurde mit Speichel besudelt und niemand kam zu Hilfe. Er wurde geohrfeigt und niemand kam zu Hilfe. Er wurde mit Dornen gekrönt und niemand kam zu Hilfe. Er wurde ans Kreuz geschlagen und niemand rettete ihn. Nichts! Keine Hilfe. Warum? Um welchen Lohn hat er das alles gelitten? All das, was er gelitten hat, ist ein Kaufpreis. Wofür? Bedenke, was für ein Preis für dich bezahlt worden ist und du wirst keines Menschen Knecht sein; das Kreuz nennt er nämlich einen Kaufpreis. Man darf das Kreuz aber nicht einfach nur mit dem Finger machen, sondern zuerst mit dem Herzen, voll innigen Glaubens. Chrysostomus
Überlass Gott deine Not!, lästern sie, der soll dir helfen und dich retten! Er liebt dich doch, oder etwa nicht? Ps 22:9
3 Vertrauen, Vertrauen, Vertrauen
Auf dich haben unsere Väter vertraut; sie vertrauten, und du hast sie errettet. Ps 22:5
Das Volk, dem der Beter angehört, war Gegenstand der Liebe Gottes und kann seine Treue bezeugen. Begonnen bei den Erzvätern und dann in Ägypten und in der langen Pilgerschaft in der Wüste, im Aufenthalt im Gelobten Land, wo es mit aggressiven und feindlichen Völkern in Berührung kam, bis hin zur Finsternis der Verbannung war die ganze biblische Geschichte eine Geschichte der Hilferufe des Volkes und der rettenden Erhörung durch Gott. Und der Psalmist erwähnt den unerschütterlichen Glauben seiner Väter: Sie vertrauten. Dieses Wort wird dreimal wiederholt. Ja: Dreimal nacheinander wird es hervorgehoben: sie vertrauten, sie vertrauten, sie vertrauten. Sie ließen sich vom Vertrauen nicht abbringen; denn das war ihr Lebenselement.
Zu dir schrien sie und wurden gerettet. Sie vertrauten dir, und du hast sie nicht enttäuscht. Ps 22:6
2 Äußerstes Vertrauen
Mein Gott, Tag und Nacht rufe ich zu dir um Hilfe, aber du antwortest nicht und schenkst mir keine Ruhe. Ps 22:3
Das ist ein Appell, der an einen Gott gerichtet ist, der fern zu sein scheint, der nicht antwortet und der ihn scheinbar verlassen hat. Gott schweigt, und dieses Schweigen zerreißt das Herz des Beters, der unablässig ruft, aber keine Antwort findet. Tage und Nächte vergehen, in einer unermüdlichen Suche nach einem Wort, nach einer Hilfe, die nicht kommt. Gott scheint so fern, so abwesend zu sein, scheint ihn vergessen zu haben. Das Gebet bittet um Hören und Erhörung, es will einen Kontakt herstellen, es sucht nach einer Beziehung, die Trost und Heil spenden kann. Aber wenn Gott nicht antwortet, dann verhallt der Hilferuf im Leeren, und die Einsamkeit wird unerträglich. Und dennoch nennt der Beter unseres Psalms in seinem Ruf den Herrn gleich dreimal mein Gott, in einem Akt äußersten Vertrauens und Glaubens. Allem Anschein zum Trotz kann der Psalmist nicht glauben, daß die Verbindung mit dem Herrn vollkommen abgebrochen ist. Benedikt XVI
Du bist doch der heilige Gott! Du bist es, dem das Volk Israel seine Loblieder singt. Psalm 22:4
1 Ruf des sterbenden Jesus (15.3.)
Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? Ps 22:2
Das ist ein Ruf, den der sterbende Jesus am Kreuz ausstieß. Er bringt die ganze trostlose Lage des Messias, des Sohnes Gottes zum Ausdruck, der dem Drama des Todes gegenübersteht, einer Wirklichkeit, die in völligem Gegensatz zum Herrn des Lebens steht. Fast gänzlich von den Seinen verlassen, von den Jüngern verraten und verleugnet, umgeben von Menschen, die ihn beleidigen, steht Jesus unter der erdrückenden Last einer Sendung, die durch Erniedrigung und Tod hindurchführen muß. Darum ruft er zum Vater. Aber sein Ruf ist kein verzweifelter Ruf. Er beschreitet in seiner Bitte einen qualvollen Weg, der am Ende des Psalms jedoch in den Lobpreis einmündet, in das Vertrauen auf den göttlichen Sieg. Benedikt XVI
Der Psalm 22 als Wochenthema dient dazu, uns auf die heilige Woche innerlich vorzubereiten.
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