Tägliche christliche Andacht mit Wochenthema
Achtsam im Jetzt leben

1 Eins nach dem anderen (7.6.)
Jedes Ereignis, alles auf der Welt hat seine Zeit. Koh 3,1
Nimm dir am Beginn des Tages ein paar Augenblicke Zeit. Stell dir vor: Ich muss jetzt gar nichts tun, ich bin einfach ganz im Augenblick. Dieser Augenblick gehört mir. Ich lebe darin. Und wenn ich jetzt in meinen Tag gehe, dann versuche ich auch, ganz im Augenblick zu sein – ganz bei dem Gespräch, das ich gerade führe, ganz bei dem, was ich tue, ganz bei den Menschen, denen ich begegne. Ich lasse mich weder von Terminen noch von Aufgaben noch von Gedanken an später unter Druck setzen. Ich wende mich ganz dem Augenblick zu.
Probiere das immer wieder aus. Du wirst spüren, dass du nicht unter Druck gerätst, dass die Zeit dich nicht auffrisst, sondern dass sie zu einer guten und erfüllten Zeit wird. Du tust eins nach dem anderen und bist ganz bei dem, was gerade ist.
Wer wir sind?

7 Pilger (6.6.)
Ich ermahne euch als Pilger. 1 Petr 2,11
Pilgern heißt, eine Richtung zu haben und auf ein Ziel zuzugehen. Unser Leben auf der Erde ist genau so eine Pilgerschaft. Dafür brauchen wir ein unruhiges und offenes Herz – ein Herz, das sich nicht mit dem Vorläufigen zufriedengibt, sondern nach Gott sucht. Das eigentliche Ziel unseres Weges ist, Gott zu begegnen, ihn anzubeten und unsere Beziehung zu ihm neu zu ordnen. Auf dieser Reise bleiben Opfer, Leid und Entbehrungen nicht aus. Doch die Freude an Gottes Nähe begleitet uns und trägt uns. Denn wir wissen: Wir sind hier nicht für immer. Wenn die Herberge unserer irdischen Pilgerschaft zerfällt, erwartet uns im Himmel eine ewige Wohnung – die volle Gemeinschaft mit Gott in unvergänglicher Glückseligkeit.
Es geht um die Vergänglichkeit des Aufenthalts. Ein Pilger baut keine dauerhaften Wurzeln auf, sondern hat seinen Blick auf das endgültige Ziel – die ewige Heimat bei Gott – gerichtet
6 Fremdlinge (5.6.)
Ich ermahne euch als Fremdlinge. 1 Petr 2,11
Unsere Wohnung, unser Bürgertum, unser Erbteil, unsere Segnungen, unsere Nahrung – alles ist im Himmel! Dadurch sind wir Fremdlinge auf der Erde. Das verändert den Blick auf den Alltag: Dinge, die uns sonst so festhalten, verlieren ihre absolute Macht. Als Fremde leben wir bewusst anders – nicht distanziert von der Welt, sondern frei von ihrer letzten Anspruchshaltung. Wir dürfen genießen, was Gott schenkt: Wohnung, Nahrung, Gemeinschaft, Segnungen. Aber wir klammern uns nicht daran, als wäre es alles. Diese Perspektive schenkt Ruhe. Wir müssen uns nicht dauerhaft einrichten, als würde diese Welt alles sein. Wir sind unterwegs zu Gott – getragen von seiner Verheißung, gestärkt durch seine Gnade, und begleitet bis nach Hause.
5 Verkünder (4.6.)
Er hat euch aus der Finsternis in sein wunderbares Licht gerufen, damit ihr verkündigt, wie unübertrefflich er ist. 1 Petr 2,9
Denken wir daran: Unser höchstes Ziel ist es, das Lob Gottes weiterzugeben. Unser Leben soll ein Leuchtturm sein, der auf das Licht hinweist, das wir selbst erkannt haben: Jesus Christus. Unser Auftrag ist es, und er wird es auch zu allen Zeiten bleiben, die Wohltaten dessen zu verkündigen, der uns aus der Finsternis in sein wunderbares Licht gerufen hat. Das, was Christus am Kreuz für uns getan hat, ist zu groß, um es für uns zu behalten. Christen bezeugen, dass keiner im Dunklen, im Unheil zu bleiben braucht. Alle Menschen können Jesus als das „Licht der Welt“ entdecken. Wir sind Verkünder Gottes!
Die Neuheit der christlichen Verkündigung besteht nicht in einem Gedanken, sondern in einem Faktum: Er hat sich gezeigt. Benedikt XVI
4 Sein Eigentum (3.6.)
Ihr seid sein persönliches Eigentum. 1. Petr 2,9
Der Mensch ist auf besondere Weise Gottes Eigentum. Doch nicht nur ich bin Gottes Eigentum. Du und alle unsere Mitmenschen sind Gottes Eigentum. Wir sind Gottes Eigentum. Wir gehören ihm allein. Was bedeutet das? Das bedeutet zunächst einmal, dass wir in besonderer Weise Gottes Schutz geniessen. Wir sind wertvoll in seinen Augen, und er liebt uns von ganzem Herzen. Wir sind Gottes Eigentum. Dadurch sind wir nicht einwandfrei und vollkommen, kein Club der Besseren. Ich gehöre nicht mir, sondern Gott. Maßstab für mein Handeln kann dann nicht mehr nur allein ich sein. Ich muss meinen Eigentümer, ich muss Gott immer mit bedenken.
3 Heiliges Volk (2.6.)
Ihr seid ein heiliges Volk. 1 Petr 2,9
Wir sind ein heiliges Volk, nicht weil wir aus uns selbst heraus vollkommen wären, sondern weil Gott uns erwählt und für sich ausgesondert hat. Heilig bedeutet: Gott gehören, von ihm geprägt und für seinen Dienst bestimmt sein. Heiliges Volk: das bedeutet nicht, perfekt und sündlos zu sein, aber es bedeutet sehr wohl, kein Sklave der Sünde, des Teufels und des Todes mehr zu sein. Das ist die stellungsmässige Heiligung. Alles, was wir sind und haben, gehört unserem Herrn; ihm dienen wir, ihm ist unser Leben geweiht. Welch eine Gnade, zu diesem Volk zu gehören; aber auch welche Aufforderung, würdiglich zu wandeln, unserer Stellung gemäß.
2 Königliche Priesterschaft (1.6.)
Ihr seid eine königliche Priesterschaft. 1 Petr 2,9
Im Alten Testament vermittelten Priester zwischen Gott und den Menschen. Sie brachten Opfer dar und dienten im Tempel. Im Neuen Testament haben alle, die aus Gottes Geist geboren sind, die Stellung und die Würde von Priestern. Dies nennt man das allgemeine Priestertum. Für uns bedeutet das, dass jeder Gläubige einen direkten Zugang zu Gott hat. Priesterlich ist, wer vor Gott steht, Gottes Sache in sich bewegt und ein Herz für Menschen hat. Priesterlich handelt, wer in allen Dingen Gott die Ehre gibt und mit ihm im Gespräch auch für andere ist. Nichts anderes ist die Fürbitte. Christen sind priesterliches Volk für die Welt.
Gott sucht Menschen, die mit einem priesterlichen Herzen den Dienst der Fürbitte tun. Ihnen teilt er seine Absichten mit. Friedhold Vogel
1 Ausgewähltes Geschlecht (31.5.)
Ihr seid ein ausgewähltes Geschlecht. 1. Petr 2,9
Das erste auserwählte Volk waren die Israeliten. Von ihnen stammt Jesus ab. Mit ihm beginnt eine ganz neue Art der Verwandtschaft, nämlich einer Volkszugehörigkeit ohne Stammbaum, den sein Vater ist der Vater im Himmel. Durch den Glauben an Jesus sind wir so das neue ausgewählte Geschlecht. Ja: Du bist Teil einer neuen Familie, nicht durch biologische Geburt, sondern durch den Glauben. Was für eine wunderbare Zusage! Ihr seid es! Nicht: Seid es! Nicht: Ihr müsst! Kein Zwang, kein Leistungsdruck! Sondern: Ihr seid! Was zugesagt wird, was die an Christus Glaubenden zutiefst sind, das ist ihnen gegeben! Es ist Geschenk und Gnade.
Vorwort
Die Verse 1 Petr 2,9;11 haben mich aktuell so beeindruckt, dass ich mein eigentliches Wochenthema verschoben habe. Im Glauben wissen wir, dass wir Kinder Gottes sind. Halleluja! Und wir sind noch viel mehr. Ganze sieben Zuweisungen, wer wir sind, werden hier von Petrus genannt. Es lohnt sich, jede einzeln anzuschauen.
Hier die zwei Verse: Ihr seid ein ausgewähltes Geschlecht, eine königliche Priesterschaft, ein heiliges Volk, das Gott sich selbst erworben hat. Er hat euch aus der Finsternis in sein wunderbares Licht gerufen, damit ihr verkündigt, wie unübertrefflich er ist. […] Ich ermahne euch als Fremde und Pilger. 1 Petr 2,9;11
mühen wir uns. Glauben hat man ja nicht einfach so als bleibender Bestand, sondern Glauben muss täglich neu bekannt, gelebt und geübt werden. Das Wie ist vielfältig: natürlich das Gebet als das Sprechen mit Gott, aber auch das Wahrnehmen des Wirken Gottes in den kleinen Dingen, das Wiederfinden seiner führenden Hand. Und unsere Aufgabe ist es auch, den Glauben an den Sinn von Prüfungen, Leiden und Kreuzen in unserem Leben aufzubringen.
