Christliche Andachten

Markus Evangelium Mk 3. Kap.: Auslegung, Kommentar, Andacht bzw. Predigt

Auslegung, Kommentar, Andacht bzw. Predigt zum Markus Evangelium Mk 3. Kap.

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Markus Evangelium Mk 3. Kap.

Das Markus Evangelium Kapitel 3 enthält mehrere wichtige Ereignisse, die die Bedeutung von Jesu öffentlichem Wirken verdeutlichen. Jesus heilt an einem Sabbat einen Mann mit einer gelähmten Hand, was zu Konflikten mit den Pharisäern führt. Außerdem beruft Jesus seine zwölf Apostel, denen er Vollmacht gibt, Dämonen auszutreiben und Kranke zu heilen. Dieses Kapitel betont die Autorität und Macht Jesu, sowohl in Bezug auf seine Lehre als auch auf seine Wunder.

Es zeigt auch, dass Jesu Handeln oft auf Kritik und Widerstand stößt, insbesondere von den religiösen Führern seiner Zeit. Durch die Berufung seiner Apostel etabliert Jesus seine Gemeinde und befähigt sie, seine Botschaft weiterzutragen und seine Taten fortzusetzen. Insgesamt betont dieses Kapitel die Zentralität von Jesu Lehre und Wunder in seinem öffentlichen Wirken und legt den Grundstein für seine weitere Mission

Mk 3,1-7: Jesus heilt eine Hand am Sabbat

Auslegung, Kommentar, Andacht bzw. Predigt zum Markus Evangelium Mk 3,1-7

Parallelstellen: Mt 12,9-14; Lk 6,6-11

Mk 3,1: Und er ging wiederum in die Synagoge. Und es war dort ein Mensch, der hatte eine verdorrte Hand.

Bild der verdorrten Hand

Symbolisch gesehen steht dieser Mann mit seiner verdorrten Hand stellvertretend für die Gesellschaft, die verdorrt, krank, ja unfähig ist, gute Werke zu vollbringen. Schon Adams Hand „verdorrte“ gewissermaßen, als er mit ihr die verbotene Frucht des Baumes pflückte. Nur die am Kreuz ausgestreckten und mit Nägeln durchbohrten, unschuldigen Hände Jesu können uns von der Austrocknung unserer Seele erlösen und heilen. Ellen Charlotte Petermann

Im geistigen Sinne bedeutet aber der Mensch, welcher eine verdorrte Hand hatte, das Menschengeschlecht, welches durch die Unfruchtbarkeit an guten Werken verdorrte, aber durch die Barmherzigkeit des Herrn geheilt wurde. Goldene Perle

Mann mit verdorrter Hand in der Synagoge

Der Mann mit der verdorrten Hand ist wie ein Bild für den Menschen, der der Erlösung bedarf. Durch die Sünde von seinem Schöpfer getrennt, kann er die Werke nicht mehr verrichten, zu denen er als Abbild Gottes berufen war. Die tätige Hand des Menschen wurde lahm, als sich durch die Abwendung von Gott sein Herz verkehrt ausrichtete. Der Mann in diesem Evangelium sitzt jedoch in der Synagoge. Er hat sich schon auf den Weg zu Gott gemacht, er wäre nicht dort, würde er nichts von Gott erwarten, wäre er nicht bereit, sich Gott zu nähern.

Mk 3,2: Und sie lauerten ihm auf, ob er ihn am Sabbat heilen würde, damit sie ihn verklagen könnten.

Mk 3,2: Seine Gegner beobachteten ihn ganz genau.

Negativer verurteilender Blick

Menschen achten häufig auf schlechte Eigenschaften eines anderen Menschen. Wir fokussieren schnell die Negativ-Liste. Schnell sind wir im kritisieren, langsam dagegen in der Wahrnehmung des Guten beim Anderen. Vorurteile schleichen sich ein, wo ich bei jeder Begegnung meine Wahrnehmung darauf richte, dass mein schlechtes Bild bestätigt wird. Selbsterfüllende Prophezeiung heißt das in der Psychologie. Der andere hat keine Chance. Das ist nicht gut.

Dagegen: der sich öffnende Mensch versucht immer wieder neu hinzuschauen. Ich habe die Gewohnheit, mir für mich schwierige Menschen gedanklich herzunehmen und aufzuzählen, welche gute Eigenschaften dieser Mensch hat. Meine Seele beruhigt sich dann und die Negativ-Liste des anderen ist auf einmal gar nicht mehr so groß und mächtig und ich erkenne den anderen in seiner Menschlichkeit. Sei kritisch mit deiner eigenen Wahrnehmung oder um es mit Heinz Erhardt zu sagen: Sie dürfen nicht alles glauben was sie denken.

Lehre mich, an anderen Menschen unerwartete Talente zu entdecken, und verleihe mir, o Herr, die schöne Gabe, sie auch zu erwähnen. Teresa von Ávila

Eines machten die Pharisäer richtig

Sie taten gut daran, Christus genau zu beobachten. Wenn sie das nur im richtigen Geist getan hätten: von ihm zu lernen und Gott für die Wunder zu loben, die er durch ihn vollbrachte. Wie genau beobachten wir Christus in unserem Leben? Sind wir bereit, in den Umständen des Alltags sein Wirken zu erkennen? Wie oft loben wir Gott für die großartigen Dinge, die Christus in uns tut oder noch tun will? Walter Schu

Tägliche christliche Andacht

Mk 3,3: Und er spricht zu dem Menschen, der die verdorrte Hand hatte: Steh auf und tritt in die Mitte!

Den Mensch in die Mitte stellen

Er aber stellt jenen Menschen in den Mittelpunkt, damit sie durch seinen Anblick bewegt werden und so Mitleid mit ihm empfinden und ihre Bosheit ablegen. Pseudo-Chrysostomus

Mk 3,4: Und er spricht zu ihnen: Darf man am Sabbat Gutes tun oder Böses tun, das Leben retten oder töten? Sie aber schwiegen.

Worte Papst Franziskus

Jesus ist der Fürsorge für sie nie ausgewichen. Er ist nie vorübergegangen, hat nie das Gesicht abgewandt. Und wenn ein Vater oder eine Mutter oder auch einfach befreundete Personen einen Kranken zu ihm brachten, damit er ihn berühren und heilen sollte, dann verlor er keine Zeit; die Heilung kam vor dem Gesetz, auch vor einem so heiligen Gesetz wie dem der Sabbatruhe (vgl. Mk 3,1-6). Die Schriftgelehrten machten Jesus Vorwürfe, weil er am Sabbat heilte, am Sabbat Gutes tat. Aber die Liebe Jesu bestand darin, Gesundheit zu schenken, Gutes zu tun: Und das steht immer an erster Stelle!

Mk 3,5: Und indem er sie ringsumher mit Zorn ansah, betrübt wegen der Verstocktheit ihres Herzens, sprach er zu dem Menschen: Strecke deine Hand aus! Und er streckte sie aus, und seine Hand wurde wieder gesund wie die andere.

Zorniger Jesus

Dies ist einer der wenigen Orte, wo Jesus als zornig beschrieben wird , und Er war wütend über die Härte der Herzen der Menschen. Jesus war wütend, weil dies eine perfekte Gelegenheit für seine Kritiker war, ihre Meinung über ihn und ihre Traditionen zu ändern. Aber sie weigerten sich, ihre Meinung zu ändern und lehnten stattdessen Jesus ab. Daran können wir erkennen, dass Jesus diese Gelegenheit bewusst nutzte, um eine Reaktion hervorzurufen. Jesus hätte dies am nächsten Tag tun können. Jesus hätte es privat tun können. Aber er entschied sich dafür, es zu dieser Zeit und an diesem Ort zu tun.

Er streckte seine Hand aus

Mit Vertrauen. Blicken wir auf den Mann, den Jesus geheilt hat. Seine Hand war verdorrt, das kann heißen von Geburt an oder aufgrund einer langen Krankheitsgeschichte. Nichtsdestotrotz hört er auf Jesus und stellt sich in die Mitte, vor die anderen. Er glaubt ihm und an ihn. Jesus sagt ihm nicht „Streck deine Hand aus und sie wird heil“, er hat ihn auch nicht berührt, der Mann hat einfach auf ihn gehört und in Vertrauen und Glaube gehandelt, im klaren Bewusstsein, dass er seine Hand eigentlich nicht ausstrecken kann. Jutta Spörl

Im Ausstrecken der Hand offenbart der Mann seine Schwäche, er bekennt sich zu ihr, verbirgt sie nicht. Zugleich hält er die Hand auch von sich weg, löst sich also von seiner Unfähigkeit zu guten Werken ab, will darin nicht verbleiben. Das Ausstrecken der Hand ist ebenso Bitte um Heilung, ein Symbol für das Verlangen nach Gott, nach dem Heil, das nur er geben kann. Dieser ganze Vorgang ist wie ein Sinnbild für das Sakrament der Beichte. Wenn wir es empfangen, sagen wir: Sieh, Jesus, ich suche dich! Schau meine Schwäche, meine Sünde an, ich verberge sie nicht vor dir! Nimm meine Sünde von mir, rette mich! Und was geschieht dann? – Vergebung und Heil: „Er streckte sie aus, und seine Hand war wieder gesund.“ Angelika Knauf

Mk 3,6: Da gingen die Pharisäer hinaus und hielten sogleich mit den Herodianern Rat gegen ihn, wie sie ihn umbringen könnten.

Beschluss, Jesus umzubringen

Ihre Herzen sind zu verhärtet. Man sollte erwarten, dass sich alle über ein solches Wunder freuen. Ein kranker Mann, der geheilt wurde! Aber die Pharisäer freuen sich nicht. Ihre Herzen sind zu verhärtet. Stattdessen wächst ihr Hass und bringt seine giftige Frucht hervor. Sie beschließen, Jesus umzubringen, und sind sogar bereit, dazu mit ihren alten Feinden, den Anhängern des Herodes, gemeinsame Sache zu machen. Ein altes Sprichwort sagt: „Der Feind meines Feindes ist mein Freund.“ Wenn du Hass in deinem Herzen spürst, versuche alles, um ihn zu überwinden. Anton Vogelsang

Mord ist keine Arbeit

Nachdem Jesus am Sabbat auch noch einen Kranken geheilt hat, ist für die Pharisäer das Maß voll: Sie planen, Jesus umzubringen. Man könnte fast darüber hinweglesen, so lapidar berichtet Matthäus davon. Menschen planen, Gott umzubringen! Die gleichen Menschen, wohlgemerkt, die sich kurz vorher noch über das Sammeln einiger Getreidekörner aufgeregt haben, planen jetzt kaltblütig einen Mord – am Sabbat! Offenbar sind derartige Überlegungen für sie keine Entweihung des Feiertags. Mordgedanken darf man haben – Hauptsache, es ist keine Arbeit! Handeln wir selber nicht auf anderer Ebene oft ähnlich absurd? Wir regen uns auf, weil im Gottesdienst ein Kind schreit und unsere Andacht stört – und empfangen gleich danach die Kommunion, gedanklich beschäftigt mit allem Möglichen, nur nicht mit Jesus, der jetzt in meinem Herzen wohnt. Wir verurteilen (gedanklich) Menschen, weil sie nicht jeden Sonntag zur Messe gehen, lassen es aber selber an der Liebe fehlen, die unseren Glauben für sie attraktiv machen würde. Jeder kennt vermutlich genügend Beispiele aus dem eigenen Leben. Beate Scheilen

Mk 3,7: Aber Jesus zog sich mit seinen Jüngern an den See zurück und eine große Menge aus Galiläa folgte ihm nach, auch aus Judäa.

In jener Zeit zog sich Jesus zurück

In verschiedenen Momenten in diesem Evangelium können wir die Menschlichkeit Jesu betrachten und uns vorstellen, dass er das Bedürfnis hatte, sich mit seinen Jüngern zurückzuziehen; schauen wir zum Beispiel, wie nahe er den Menschen kommt und wie er mitten unter ihnen ist, so dass ihn die Menge fast erdrückt; betrachten wir, wie er viele Menschen von ihren Leiden heilt, wie er sich um sie kümmert, obwohl er jetzt vielleicht selbst eine Pause bräuchte. Jutta Spörl

Es war noch nicht seine Stunde

Er floh als Mensch vor den Nachstellungen der Verfolger, weil weder die Stunde zu seinem Leiden schon gekommen, noch außerhalb Jerusalem der Ort für sein Leiden war. Goldene Perle

Mk 3,8-12: Große Menschenmenge folgt Jesus

Auslegung, Kommentar, Andacht bzw. Predigt zum Markus Evangelium Mk 3,8-12

Parallelstellen: Mt 12,15-21

Mk 3,8: Und von Jerusalem und von Idumäa und von jenseits des Jordan und die aus der Gegend von Tyrus und Zidon kamen in großen Scharen zu ihm, weil sie gehört hatten, wie viel er tat.

Folgende Menschenmenge

Die Menschenmengen kamen von fernen Orten in der Nähe des Sees von Galiläa zu Jesus. Doch es scheint, dass diese Menge von Jesus mehr wegen Seiner wunderbaren Werke angezogen wurde als wegen Seiner Botschaft. Es ist wunderbar für Menschen, sich von Jesus angezogen zu fühlen. Aber wenn ihr Fokus auf dem liegt, was er für sie tun kann, statt darauf, wer er ist, werden sie ihm nicht lange folgen.

Viele Menschen folgten ihm

Christus ist die Erfüllung unserer Hoffnung und unserer Sehnsucht. Alles, was wir sind und hoffen, können wir in ihm finden. Die Galiläer und Judäer folgten ihm, weil er ihr Herz gewonnen hatte. Alles, was sie sich ersehnten, fanden sie in Christus. Unser Leben hat keinen Sinn, wenn wir fern sind vom Herrn. Sie hatten das erkannt. Sie fanden in ihrem Leben neu den Sinn ihres Daseins, und das ergriff sie. Wie wunderbar ist es, sich von Christus ergreifen zu lassen! Wenn wir unser Leben ganz Christus übergeben, werden wir beginnen, uns zu verändern. Robert DeCesare

Als sie von all dem hörten, was er tat

Der Glaube kommt vom Hören. Weiterhin heißt es, dass Scharen von Menschen zu ihm kamen als sie hörten, was er tat. Sie hörten, was er tat, weil jemand ihnen davon berichtet hatte, weil jemand davon sprach. Wie und wann berichten wir von dem, was er in unserem Leben tut? Hören wir auf seine Stimme in unserem Inneren, so dass er uns die Worte dazu geben und die Wege zeigen kann, um seine Botschaft weiterzugeben? Vielleicht sogar, ohne dass wir uns direkt dessen bewusstwerden. Jutta Spörl

Mk 3,9: Und er befahl seinen Jüngern, ihm ein kleines Schiff bereitzuhalten um der Volksmenge willen, damit sie ihn nicht bedrängten.

Mk 3,10: Er heilte viele, sodass alle, die eine Plage hatten, sich an ihn herandrängten, um ihn anzurühren.

Alle drängten sich an ihn

Es heißt, „alle die ein Leiden hatten, drängten sich an ihn heran, um ihn zu berühren.“ Tun wir das auch in unserem Leid und mit unseren Wunden? Wieso nicht oder wieso zögern wir vielleicht? Also, wir dürfen uns nicht nur langsam und in einiger Entfernung neben ihn hinstellen, wir dürfen uns sogar an ihn herandrängen und uns von ihm, dem Sohn Gottes, berühren lassen! Jutta Spörl

Mk 3,11: Wenn ihn die unreinen Geister erblickten, fielen sie vor ihm nieder, schrien und sprachen: Du bist der Sohn Gottes!

Worte von Benedikt XVI

Der Herr reicht uns seine Hand, richtet uns auf und heilt uns. Und er tut dies in allen Jahrhunderten; er nimmt uns durch sein Wort an der Hand und löst so die Nebel der Ideologien, der Idolatrien auf. Er nimmt uns in den Sakramenten an der Hand, im Sakrament der Versöhnung heilt er uns durch die Lossprechung vom Fieber unserer Leidenschaften und unserer Sünden. Er gibt uns die Fähigkeit, aufzustehen und aufrecht vor Gott und den Menschen zu stehen. Er heilt uns immer wieder mit der Gabe seines Wortes, der Gabe seiner selbst.

Indem wir unsere Augen dem Glauben öffnen, dem Licht, das von Gott kommt, heilt uns Jesus weiterhin von der Finsternis der Verwirrung und der Sünde, die in dieser Welt sind. Möge sein Licht unsere Herzen allezeit läutern und unsere christliche Liebe erneuern, während wir mit ihm auf dem Weg zum ewigen Leben sind.

Mk 3,12: Und er gebot ihnen streng, dass sie ihn nicht offenbar machen sollten.

Mk 3,13-19: Jesus wählt die zwölf Apostel aus

Auslegung, Kommentar, Andacht bzw. Predigt zum Markus Evangelium Mk 3,13-19

Parallelstellen: Lk 6,12-16

Tägliche christliche Andacht

Mk 3,13: Er stieg auf den Berg und rief zu sich, welche er wollte und sie kamen zu ihm.

In jener Zeit stieg Jesus auf einen Berg

Auch an anderen Stellen im Evangelium lesen wir, dass Jesus auf einen Berg steigt, beziehungsweise sich dort befindet. Es sind Momente, in denen er wichtige Entscheidungen trifft oder sie vorbereitet und im Gebet verweilt. Zum Beispiel vor der Bergpredigt, bei seiner Verklärung, oder am Ölberg; in Stille, Zurückgezogenheit und enger Verbundenheit mit dem Vater. Jutta Spörl

Die Berufung kommt von oben

Der Herr Jesus steht auf dem Berg, erhaben über der Welt in Heiligkeit, Ernst, Liebe und Macht. Diejenigen die Er beruft, müssen den Berg zu Ihm hinaufsteigen. Sie müssen danach trachten, sich bis zu Ihm dadurch zu erheben, dass sie in beständigem Umgang mit Ihm leben. Spurgeon

Wenn sie das nicht tun, dann sind sie nie dazu angetan das Evangelium des Friedens zu bezeugen und zu verkündigen. Jesus ging in die Einsamkeit, um sich in der tiefen Gemeinschaft mit dem Vater zu stärken. Wir müssen in dieselbe göttliche Gemeinschaft kommen, wenn wir unserem Nächsten zum Segen werden sollen. Kein Wunder, dass die Apostel in der Kraft des Geistes vom Berg herunter kamen, wo sie Jesu Nähe ungestört genießen durften. Lasst uns heute danach trachten, den Berg der Gemeinschaft zu ersteigen, damit wir dort zu der Lebensaufgabe tüchtig gemacht werden, die uns zuteil geworden ist.

Mk 3,14: ‭Und er bestimmte zwölf, die bei ihm sein sollten und die er aussandte, um zu verkündigen,

Bestimmung der Zwölf

In gewisser Hinsicht gab es nichts Wichtigeres in den drei Jahren des Dienstes Jesu vor dem Kreuz. Dies waren die Männer, die weiterführen würden, was Er begonnen hatte; ohne sie würde sich das Werk Jesu niemals über die ganze Welt erstrecken. Deshalb traf er die Wahl mit Gottes Weisheit: Er rief zu sich, die er selbst wollte. Er bestimmte diese aus seinem größeren Kreis von Anhängern, und Er bestimmte sie, damit sie bei Ihm seien. Die erste Aufgabe der Jünger bestand einfach darin, bei Jesus zu sein und von seiner Nähe zu lernen. Dann erwählte Er sie in einem sekundären Sinn, damit Er sie zum Predigen aussenden konnte. Ein Prediger wird für Jesus nur in dem Maße nützlich sein, in dem er mit Jesus „gewesen“ ist. Wer predigt, ohne eine echte, persönliche Beziehung zu Jesus Christus zu haben, tut wenig für das ewige Gute.

Die er bei sich haben wollte

Es geht ihm nicht nur um ein Verstehen seines Auftrags. Er möchte, dass diejenigen, die er zu den Menschen sendet, zuallererst seine Weggefährten, dass sie „bei ihm“ sind. Allein aus sich heraus kann der Mensch nicht fruchtbar sein für das Reich Gottes. Er wird es auch nicht sein, wenn er nur tut, was ihm aufgetragen wird, ohne sich mit seinem ganzen Herzen einzubringen. Die erste und grundlegendste Voraussetzung für jedes Apostolat ist es, ganz bei Jesus zu sein, von Herz zu Herz. Jedem Apostolat, das Frucht bringen soll, geht die Bekehrung des eigenen Herzens voraus. Bekehrung meint nicht nur moralische Besserung, sondern innerste, personale Hinwendung zu Jesus, Einswerdung mit ihm. Angelika Knauf

Er sandte sie aus

Jesus ist von dem Wunsch beseelt, dass alle Menschen seine Liebe kennen und erfahren dürfen. Es reicht nicht, dass er alleine umherzieht und Wunder tut. Er möchte, dass die Apostel ihm dabei helfen. Die Liebe Christi kann ein Leben komplett verändern und ihm einen neuen Lebenssinn verleihen. Wie wäre es, wenn auch wir heute anderen Menschen diese Erfahrung ermöglichen? Raphael Ballestrem 

Christus beruft mich nicht, damit ich einfach das gegenwärtige Leben genieße. Er hat mich für ein bestimmtes Ziel erschaffen. Er hat mir eine besondere Berufung gegeben, die nur ich allein erfüllen kann; mich wird es nur ein einziges Mal geben. Die Gelegenheit, teilzuhaben an der Freundschaft mit unserem Herrn, ist eine Einladung, etwas mit ihm und für ihn zu tun. Christi Liebe zu mir lädt mich ein und ruft mich dazu auf, mit ihm zusammenzuarbeiten. Wer kann der Einladung widerstehen, mit jemandem zusammenzuarbeiten, der so groß ist? Diese Einladung ist zwar herausfordernd, aber zugleich so erfüllend. Robert DeCesare

Ein Aspekt scheint widersprüchlich zu sein:

Er ruft sie, damit sie mit ihm seien und damit sie hinausgehen, um zu verkünden. Man möchte fast sagen: entweder das Eine oder das Andere, entweder bleiben oder hinausgehen. Aber nein: Für Jesus gibt es kein Hinausgehen ohne Bleiben und kein Bleiben ohne Hinausgehen. Es ist nicht leicht, das zu verstehen, aber es ist so. Versuchen wir, etwas besser zu verstehen, in welchem Sinne Jesus diese Dinge sagt. Zunächst einmal gibt es kein Hinausgehen ohne Bleiben.

Die Verkündigung entsteht aus der Begegnung mit dem Herrn; alles christliche Handeln, vor allem die Sendung, beginnt dort. Man erlernt sie nicht an einer Akademie: nein! Sie beginnt bei der Begegnung mit dem Herrn. Denn ihn zu bezeugen bedeutet, ihn auszustrahlen; aber wenn wir sein Licht nicht empfangen, dann erlöschen wir; wenn wir nicht immer wieder zu ihm gehen, dann bringen wir nicht ihn, sondern uns selbst – ich bringe mich und nicht ihn –, und alles ist umsonst.

Das Evangelium Jesu kann also nur derjenige bringen, der bei ihm ist. Jemand, der nicht bei ihm ist, kann das Evangelium nicht bringen. Er bringt vielleicht Ideen, aber nicht das Evangelium. Ebenso gibt es jedoch auch kein Bleiben ohne Hinausgehen. Denn Christus nachzufolgen ist nichts rein Innerliches: Ohne Verkündigung, ohne Dienst, ohne Sendung wächst die Beziehung zu Jesus nicht. Papst Franziskus

Mk 3,15: ‭und die Vollmacht haben sollten, die Krankheiten zu heilen und die Dämonen auszutreiben:

Worte von Raphaela Kloiber

In dieser Nacht wählt Jesus zwölf Männer aus, die ihn in seiner Zeit des öffentlichen Wirkens begleiten und dann seine Kirche aufbauen und die frohe Botschaft in die Welt tragen werden. Natürlich denkt man als Erstes, dass es dafür am vorteilhaftesten wäre, die Stärksten, Schlauesten und Perfektesten zu erwählen. Doch Jesus denkt anders. Er ruft einfache Fischer. Normale, einfache Männer, die alle ihre Macken hatten.

Simon Petrus mit seiner aufbrausenden, starrköpfigen Art, Thomas mit seinem Unglauben, Männer, denen er so vieles wieder und wieder erklären musste, weil sie es immer noch nicht verstanden hatten. Und 12 Freunde, die ihn fast alle in seinen schwersten Stunden aus Angst verlassen haben. Genau diese Apostel erwählt er. Er braucht sie nicht, aber er will sie. Als Freunde, als Begleiter, als schwache Menschen, die ihn brauchen und so sein Evangelium verkünden.

Was müssen die Apostel gedacht haben, als Jesus, der Sohn Gottes, sie einlud, ihm zu folgen und seine Begleiter zu werden? Jesus ruft auch mich jeden Tag, ihm nachzufolgen, bei ihm zu sein, von ihm zu lernen und sein Evangelium in die Welt zu tragen. Kann ich seinen Ruf annehmen, oder denke ich, dass ich dafür nicht gut genug bin. Bin ich mir bewusst, dass Jesus mich ruft, genauso wie ich bin, mit meiner Persönlichkeit, Schwachheit, Stärken, oder denke ich, dass meine Schwäche ein Hindernis ist, um diese Lebensaufgabe zu erfüllen?

Mk 3,16: ‭Diese zwölf Männer waren: Simon, dem Jesus den Namen Petrus gab

Name, nicht Nummer

Jesus ruft jeden der Apostel bei seinem Namen. Er schaut liebevoll auf die Person. Er kennt sie, mit ihrer Geschichte, ihren Stärken und Schwächen. Er liebt jeden Einzelnen. Und er beehrt sie wie kein anderer es könnte, indem er sie zu sich einlädt. Das ist das Faszinierende an jeder Berufung. Raphael Ballestrem

Er ruft mich bei meinem Namen

Christus erwählt mich nicht zufällig, bei der Neuevangelisation mitzuarbeiten. Er kennt mich. Er kennt mich besser, als ich mich selbst, und er lädt mich aus Liebe dazu ein, bei ihm zu sein. Wenn er mich beim Namen ruft, dringt sein Ruf bis in die Tiefen meines Herzens und meiner Seele. Er erkennt mich ganz und gar, mein eigentliches Sein und identifiziert sich mit mir. Wenn er mich beim Namen ruft, ruft er mich aus Liebe. Robert DeCesare

Mk 3,17: ‭und Jakobus, den Sohn des Zebedäus, und Johannes, den Bruder des Jakobus, denen er den Beinamen »Boanerges« gab, das heißt Donnersöhne,

Zum Apostel Jakobus

Jakobus war der Sohn des Fischers Zebedäus und der Salome sowie der ältere Bruder des Jüngers Johannes. Beide gehörten zu den erstberufenen Jüngern. Jakobus zählte neben seinem Bruder und Petrus zu den drei bevorzugten Jüngern, die bei der Verklärung Jesu und in seiner Todesangst im Garten Getsemani dabei waren. Während die Apostelgeschichte vom Wirken Petrus und Johannes ausführlich berichtet, wird von Jakobus nur die Hinrichtung durch König Herodes Agrippa I. von Judäa im Jahr 43 – verbunden mit einer Verfolgung anderer Christen – erwähnt. Jakobus war somit der erste Märtyrer unter den Aposteln. Attribute: als Pilger

Zum Apostel Johannes

Der Apostel Johannes, nach der Überlieferung Verfasser des vierten Evangeliums und dreier Briefe, war ein Bruder Jakobus’ des Älteren und stammte aus Betsaida, wo sein Vater Zebedäus die Fischerei betrieb. Johannes war kaum jener sanfte Jüngling, den uns die christliche Kunst gemalt hat; er hatte wie sein Bruder ein heftiges Temperament, Jesus nannte die beiden „Donnersöhne“. Johannes war zuerst Jünger des Täufers gewesen, dann folgte er Jesus.

Das besondere Vertrauen, das Jesus zu ihm hatte, zeigte sich darin, dass er ihm sterbend seine Mutter anvertraute (Joh 19, 26–27). Nach dem Zeugnis des Johannes-Evangeliums war er der einzige Jünger unter dem Kreuz, wo Jesus ihn als seinen Lieblingsjünger bezeichnete. Mit Petrus war er auch der erste, der nach der Nachricht der Frauen zum leeren Grab Jesu eilte. In der Frühphase der Urgemeinde in Jerusalem war Johannes zusammen mit Petrus die prägende Gestalt. Paulus zählte Johannes, seinen Bruder Jakobus und Petrus zu den Säulen der Urgemeinde (Galaterbrief 2, 9)

Mk 3,18: ‭und Andreas, Philippus, Bartholomäus, Matthäus, Thomas, Jakobus, den Sohn des Alphäus, Thaddäus, Simon den Kananiter,

Zum Apostel Andreas

Andreas war der Bruder des Simon Petrus, wie dieser von Beruf Fischer. Er war der erste, den Jesus als seinen Jünger berief. Zuvor war er Anhänger Johannes des Täufers. Er starb als Märtyrer auf folgende Weise: In Patras heilte Andreas nach der Überlieferung Maximilla, die Frau des Statthalters Ägeas, und bekehrte sie zum Christentum. Er riet ihr eheliche Enthaltsamkeit; daraufhin dem Statthalter gegenüber gestellt, konnte er diesen in einer ausführlich berichteten Disputation nicht vom Christentum überzeugen. Der Statthalter ließ Andreas geißeln und zu besonderer Pein und langsamem Tod an ein X-förmiges Kreuz binden. Zwei lange Tage hängend, predigte Andreas dem Volk.

Zum Apostel Philippus

Philippus, der zunächst dem Jüngerkreis um Johannes den Täufer angehörte, wurde von Jesus zum Jünger berufen, er führte dann Nathanael als weiteren Jünger in den Kreis um Jesus ein. Vor der Speisung der Fünftausend stellte Jesus ihn auf die Probe (Joh 6, 5 – 7). Griechen, die Jesus sehen wollten, wandten sich an Philippus (Joh 12, 21 – 22). Er nahm am Abendmahl in Jerusalem teil und wurde dabei von Jesus gerügt, weil er dessen Sendung offenbar noch immer nicht verstanden hatte (Joh 14, 8 – 9). Philippus soll am Kreuz gestorben sein. Nach lokaler Tradition wirkte Philippus – nachdem Paulus dort offenbar keine Gemeindegründung gelungen war – seine letzten beiden Lebensjahre in Athen und starb dort als Märtyrer

Zum Apostel Bartholomäus

Von vielen Bibelinterpreten wird er mit Nathanael identifiziert. Er wurde demnach aus dem Kreise der Jünger Johannes des Täufers am Jordan von Philippus unter seinem israelitischen Namen Nathanael von Kana zu Jesus geführt. Dieser erkannte ihn als Mann in dem kein Trug ist, denn er hatte gesehen, wie du unter dem Feigenbaum warst – d. h. als einen, der schon einen hohen Grad geistlicher Weisheit erreicht hat (Joh 1, 45 – 48).

Als Nathanael wird er noch bei der Erscheinung des Auferstandenen am See Gennesaret bezeichnet (Joh 21, 2), in der Berufung der Apostel aber als Bartholomäus. Bartholomäus soll später in Indien, Mesopotamien und vor allem in Armenien gepredigt haben, wo er auch das Martyrium erlitt. Seine Reliquien wurden nach der Insel Lipara und nach Benevent überführt; Kaiser Otto III. ließ sie nach Rom übertragen und auf der Tiberinsel beisetzen.

Zum Apostel Matthäus

Er war Zöllner in Kafarnaum, wahrscheinlich im Dienst des Herodes Antipas. In der Berufungsgeschichte bei Markus heißt er „Levi, Sohn des Alphäus“ (Mk 2,14: vgl. Lk 5,27); bei Mt 9,9 und in den Apostellisten heißt er einfach Matthäus. Nach seiner Berufung gab Matthäus für Jesus und seine Begleitung ein Festessen, bei dem Jesus zu den Pharisäern das Wort sagte: „… Ich bin gekommen, um die Sünder zu rufen, nicht die Gerechten.“ – Später soll Matthäus in Äthiopien, Parthien und Persien das Evangelium gepredigt haben. Seine Reliquien werden in Salerno verehrt.

Zum Apostel Thomas

Thomas war bis zu seiner Berufung als Jünger Fischer. Berühmt wurde Thomas durch seine Zweifel an der Auferstehung Jesu und sein Verlangen, handgreiflich die Auferstehung zu überprüfen: erst nachdem Jesus ihn aufforderte, seine Wundmale zu berühren, glaubte er das Unfassbare und bekannte: Mein Herr und mein Gott! Damit erkannte er als erster der Jünger die göttliche Natur Christi (Joh 20, 24 – 29). Attribute daher: dem Auferstanden an die Wundmale fassend. Nach der Legende soll er später in Indien missioniert haben und dort als Märtyrer gestorben sein. Im 3. Jahrhundert wurden seine Reliquien nach Edessa überführt. Ephräm der Syrer (vgl. 9. Juni) hat ihn durch Hymnen verherrlicht.

Zum Apostel Jakobus, der Sohn des Alphäus

Ob er derselbe ist wie der „Bruder des Herrn“ (Gal 1,19) und der Verfasser des Jakobusbriefs, wird von der heutigen Forschung mit guten Gründen bezweifelt. Die römische Liturgie scheint jedoch bei dieser Gleichsetzung zu bleiben. Jakobus, „der Bruder des Herrn“, d. h. ein Verwandter Jesu, hat in der Kirche von Jerusalem eine führende Rolle gespielt und beim sog. Apostelkonzil in Jerusalem ein wichtiges Wort zur Frage der Aufnahme der Heiden gesprochen (Apg 15,13-21). Nach der Überlieferung starb er im Jahr 62 als Märtyrer.

Zum Apostel Simon

Simon mit dem Beinamen „der Eiferer“ gehörte vermutlich zu der kämpferisch nationalistischen Gruppe der Zeloten (Mt 10,4; Mk 3,18; Lk 6,15; Apg 1,14). Im Übrigen wissen wir von ihm nicht mehr, als dass er zum Kreis der Zwölf berufen wurde. Später soll er in Ägypten und Persien gepredigt und in Persien zusammen mit Judas Thaddäus das Martyrium erlitten haben. Dieser Judas Thaddäus wird in Lk 6,16 und Apg 1,13 „Judas des Jakobus“ genannt, was wahrscheinlich als „Sohn (nicht Bruder) des Jakobus“ zu verstehen ist. Welcher Jakobus hier gemeint ist, wissen wir nicht. Auch Judas scheint aus nationalistischen Kreisen zu stammen und in Jesus zunächst einen politischen Messias, einen nationalen Befreier, erwartet zu haben.

Mk 3,19: ‭und Judas Ischariot, der ihn auch verriet.

Mk 3,20-30: Jesus beziehe Macht vom Satan

Auslegung, Kommentar, Andacht bzw. Predigt zum Markus Evangelium Mk 3,20-30

Parallelstellen: Mt 12,22-37

Mk 3,20: Jesus ging nach Hause, und wieder strömten so viele Menschen bei ihm zusammen, dass er mit seinen Jüngern nicht einmal zum Essen kam.

Wieder kamen so viele Menschen

Es könnte einem so vorkommen, als wäre dieses Haus, in das Jesus gegangen ist, zu einem Sammelbecken der Menschheit geworden. Wer ist gekommen? Die arm sind im Geiste, die Trauernden, die Sanftmütigen, die nach Gerechtigkeit Suchenden, die Barmherzigen, die ein reines Herz haben, die Frieden stiften, die Verfolgten. Allesamt mit der Sehnsucht, Jesus zu sehen, ein Wort von ihm aufzuschnappen. Allesamt Sünder, aber dennoch alles Menschen, die glauben und Gott in ihrem Leben eine Chance geben wollen. Thomas Fox

Keine Zeit zum Essen

Jesus ist mit seinen Aposteln unterwegs, um das Reich Gottes zu verkünden. Dieser Aufgabe, dieser Mission widmen sie sich mit ganzem Herzen. Sie beansprucht all ihre Kräfte und so viel Zeit, dass die eigenen Bedürfnisse bisweilen gehörig zu kurz kommen. Aber das scheint ihnen in diesem Moment nichts auszumachen. Wer die Liebe Gottes erfahren hat, kann dieses Erlebnis nicht für sich behalten, sondern er muss anderen davon erzählen. Diese Begeisterung und das innerlich brennende Herz lassen einen nicht an sich selbst, sondern vor allem an Gott und den Nächsten denken. Georg Rota 

Mk 3,21: Und als die, welche um ihn waren, es hörten, gingen sie aus, um ihn zu ergreifen; denn sie sagten: Er ist von Sinnen!

Mk 3,21: Als seine Angehörigen das erfuhren, machten sie sich auf, um ihn mit Gewalt zurückzuholen, denn sie sagten sich: Er muss den Verstand verloren haben.

Worte von Papst Franziskus

Dieses Evangelium spricht von einer weiteren, ganz anderen Art des Unverständnisses Jesus gegenüber: dem seiner Angehörigen. Sie waren besorgt, weil ihnen sein neues Wanderleben ein Wahnsinn zu sein schien. Tatsächlich war er für die Menschen, besonders für Kranke und Sünder, so verfügbar, dass er nicht einmal mehr Zeit hatte, etwas zu essen. Jesus war so: zuerst die Menschen, den Menschen dienen, den Menschen helfen, die Menschen lehren, die Menschen heilen.

Er war für die Menschen da. Er hatte nicht einmal Zeit zu essen. Jesus hat eine neue Familie gebildet, die nicht mehr auf natürlichen Banden beruht, sondern auf dem Glauben an ihn, auf seiner Liebe, die uns aufnimmt und uns untereinander im Heiligen Geist vereint. Alle, die das Wort Jesu annehmen, sind Kinder Gottes und Brüder und Schwestern untereinander. Das Wort Jesu anzunehmen macht uns zu Geschwistern, es macht uns zur Familie Jesu.

Mk 3,22: Und die Schriftgelehrten, die von Jerusalem herabgekommen waren, sprachen: Er hat den Beelzebul! und: Durch den Obersten der Dämonen treibt er die Dämonen aus!

Urteil der Schriftgelehrten

Dies war eine offizielle Delegation von Experten aus Jerusalem , die nach Galiläa kam, um den Dienst Jesu zu beobachten und zu beurteilen. Die Meinung dieser Schriftgelehrten hatte bei vielen Menschen großes Gewicht.

Mk 3,23: Da rief er sie zu sich und sprach in Gleichnissen zu ihnen: Wie kann der Satan den Satan austreiben?

Wie kann der Satan den Satan austreiben?

Bei den Schriftgelehrten geht er zum Gegenangriff über, indem er argumentiert, dass der Satan keinesfalls so dumm ist und gegen sich selber kämpft. Man kann nicht im Namen des Teufels den Teufel austreiben. Somit geht die Kritik seiner Gegner ins Leere. Ellen Charlotte Petermann

Mk 3,24: Und wenn ein Reich in sich selbst uneins ist, so kann ein solches Reich nicht bestehen.

Mk 3,25: Und wenn ein Haus in sich selbst uneins ist, so kann ein solches Haus nicht bestehen.

Mk 3,26: Und wenn der Satan gegen sich selbst auftritt und entzweit ist, so kann er nicht bestehen, sondern er nimmt ein Ende.

Mk 3,27: Niemand kann in das Haus des Starken hineingehen und seinen Hausrat rauben, es sei denn, er bindet zuvor den Starken; dann erst wird er sein Haus berauben.

Das Beispiel bedeutet folgendes

Der starke Mann ist der Dämon, sein Hausrat sind die Menschen, bei denen er Aufnahme gefunden hat. Wenn man also nicht zuerst den Dämon besiegt und bindet, wie kann man ihm seinen Hausrat, d. h. die von diesem Dämon Besessenen rauben? Ich, [Jesus,] bin aber der, der seinen Hausrat raubt, das heißt, ich befreie die Menschen von den durch die Dämonen verursachten Leiden. Doch zuvor binde ich die Dämonen, ich besiege sie und bin ihr Feind. Wie könnt ihr also sagen, dass ich von Beelzebub besessen bin und als Freund der Dämonen die Dämonen austreibe? Theophylactus

Der starke Mann, von dem Jesus spricht, ist der Teufel

Er hat die Menschheit seit Adams und Evas Fall unter Kontrolle. Er musste sich bislang um nichts Sorgen machen, weil er der starke Mann war, der seinen Preis der gefallenen menschlichen Natur in alle Richtungen verteidigen konnte. Aber Jesus ist stärker, und er ist gekommen, um den Teufel anzugreifen und von ihm zurückzugewinnen, was er genommen hat. Er nimmt seine Waffen des Bösen, des Hasses, der Wut, der Lust und des Egoismus weg. Er erlöst die Menschheit von den Fesseln des Bösen. Kann ich wirklich sagen, dass ich mein ganzes Vertrauen, meinen Glauben auf Gott setze, und dass er wirklich das Gute hervorbringt trotz der natürlichen Übel oder der schlechten Absichten und Handlungen anderer, eingeschlossen die des Teufels selbst?

Mk 3,28: ‭Wahrlich, ich sage euch: Alle Sünden sollen den Menschenkindern vergeben werden, auch die Lästerungen, womit sie lästern;

Mk 3,29: ‭wer aber gegen den Heiligen Geist lästert, der hat in Ewigkeit keine Vergebung, sondern er ist einem ewigen Gericht verfallen.

Sünde gegen den heiligen Geist

In der Tradition deutete man die Sünde wider den Heiligen Geist als endgültige Unbußfertigkeit oder Vermessenheit. Das gilt, wenn jemand eine schwere Sünde begeht und darüber entweder keine Reue empfindet oder ohne wahre Umkehr von Gottes Barmherzigkeit ausgeht. Jedenfalls verschließt das Fehlen von Reue die Tür zu Gottes Barmherzigkeit. Natürlich nimmt Gott einen Sünder, der sich besinnt und bereut, sogleich freudig wieder an, denn Reue empfinden ist schon ein Werk des Heiligen Geistes. Gott wird sich nie von einem Menschen abwenden, der in Demut mit einem reuevollen Herzen zu ihm zurückkehrt. Anton Vogelsang

Warum steht dieser Satz wohl genau hier?

Weil die Haltung der Schriftgelehrten exakt wiedergibt, was mit der Sünde wider den Heiligen Geist gemeint ist: Wenn ich den Einzigen, der mir vergeben könnte, als Betrüger darstelle – woher will ich dann Vergebung erhalten? Ich glaube ja selbst nicht daran, dass diese Vergebung echt ist! Und genau darum kann Gott mir nicht vergeben – nicht, weil ER nicht will, sondern weil ICH nicht will! Gott nimmt meine Freiheit so ernst, dass er mich nicht zwingt, Jesus als Erlöser anzuerkennen…. Dann muss ich aber auch die Konsequenzen tragen. Beate Scheilen

Sünde gegen den heiligen Geist

Worte von Johannes Paul II

Warum ist die Lästerung gegen den Heiligen Geist nicht zu vergeben? Was ist unter dieser Lästerung zu verstehen? Der heilige Thomas von Aquin antwortet, dass es sich hier um eine Sünde handelt, „die ihrer Natur nach unvergebbar ist, weil sie jene Elemente ausschließt, derentwegen die Vergebung der Sünden geschieht“. Nach dieser Deutung besteht die Lästerung nicht eigentlich in verletzenden Worten gegen den Heiligen Geist, sondern in der Weigerung, das Heil anzunehmen, welches Gott dem Menschen durch den Heiligen Geist anbietet, der in der Kraft des Kreuzesopfers wirkt.

Wenn der Mensch jenes „Offenlegen der Sünde“, das vom Heiligen Geist ausgeht und heilswirksamen Charakter hat, zurückweist, weist er damit zugleich das „Kommen“ des Trösters zurück, jenes „Kommen“, das sich im Ostergeheimnis vollzieht, in der Einheit mit der erlösenden Kraft des Blutes Christi, das „unser Gewissen von toten Werken reinigt“. Wir wissen, dass die Frucht einer solchen Reinigung die Vergebung der Sünden ist. Wer den Geist und das Blut zurückweist, verbleibt deshalb in „toten Werken“, in der Sünde.

Die Lästerung gegen den Heiligen Geist besteht gerade in der radikalen Verweigerung der Annahme jener Vergebung, deren innerster Vermittler er ist und die eine echte Bekehrung voraussetzt, die von ihm im Gewissen gewirkt wird. Wenn Jesus sagt, dass die Lästerung gegen den Heiligen Geist weder in diesem noch im zukünftigen Leben vergeben wird, dann liegt der Grund darin, dass diese „Nicht-Vergebung“ ursächlich mit der Unbußfertigkeit verbunden ist, das heißt mit der radikalen Weigerung, sich zu bekehren.

Nun ist aber die Lästerung gegen den Heiligen Geist die Sünde jenes Menschen, der sich auf sein vermeintliches „Recht“ zum Verharren im Bösen – in jeglicher Sünde – beruft und dadurch die Erlösung verwirft. Ein solcher Mensch bleibt in der Sünde gefangen, indem er von seiner Seite her seine Bekehrung und damit die Sündenvergebung unmöglich macht, die er als unwesentlich und unbedeutsam für sein Leben erachtet. Dies ist eine Situation des geistlichen Ruins; denn die Lästerung gegen den Heiligen Geist erlaubt es dem Menschen nicht, sich aus seiner selbstverhängten Gefangenschaft zu befreien und sich den göttlichen Quellen der Reinigung der Gewissen und der Verzeihung der Sünden zu öffnen. Johannes Paul II

Die Lästerung des Heiligen Geistes wird niemals vergeben werden – nicht weil es eine Sünde ist, die „zu groß“ ist, als dass Gott sie vergeben könnte, sondern weil es eine Herzenshaltung ist, die sich nichts um Gottes Vergebung schert

Mk 3,30: Denn sie sagten: Er hat einen unreinen Geist.

Mk 3,31-35: Jesus benennt seine wahre Familie

Auslegung, Kommentar, Andacht bzw. Predigt zum Markus Evangelium Mk 3,31-35

Parallelstellen: Mt 12,46-50; Lk 8,19-21

Mk 3,31: Da kamen seine Brüder und seine Mutter; sie blieben aber draußen, schickten zu ihm und ließen ihn rufen.

Sie blieben draußen

Der Anfang des öffentlichen Lebens Jesu brachte große Veränderungen mit sich, nicht nur für ihn selbst, sondern auch für seine Verwandtschaft. Manche meinten, er sei verrückt geworden und wollten ihn mit Gewalt zurückholen (vgl. Mk 3,21). Diesmal blieben sie „vor dem Haus stehen und ließen ihn herausrufen.“ Aber auch das ist eine ausdrucksvolle Geste: Sie schließen sich den Zuhörern Jesu nicht an, sie kommen nicht mit hinein, sie wollen draußen bleiben. Die Tür steht offen. Haben sie vielleicht Angst, dass diese Begegnung auch ihr Leben verändern könnte? Eva Gloserová

Mk 3,32: Siehe, deine Mutter und deine Brüder sind draußen und suchen dich!

Draussen und drinnen

Wenn Christus aber nicht einmal seine Eltern kennen will, solange sie draußen stehen, wie will er uns kennen, wenn wir draußen stehen bleiben? Drinnen ist das Wort, und drinnen ist das Licht! Beda

Maria ist da

Unter den Verwandten ist Maria. Vielleicht haben sie sie mitgebracht, um Jesus zu überzeugen. Vielleicht ist sie mitgekommen, um als Vermittlerin zu wirken. Sie versteht beide Seiten, ist voll Mitgefühl und liebt sie alle. Sie leidet mit ihnen, wie jede Mutter, deren Kinder im Streit liegen oder sich gegenseitig missverstehen. Ich versuche mir vorzustellen, wie sie diese Situation lebt: hoffnungsvoll, behutsam, geduldig, würdevoll. Eva Gloserová

Mk 3,33: Und er antwortete ihnen und sprach: Wer ist meine Mutter oder wer sind meine Brüder?

Wer ist meine Mutter, wer sind meine Brüder?

Jesus sagt nicht: Ich brauche keine Familie. Er gibt eine tiefe Antwort: „Wer den Willen Gottes erfüllt, der ist für mich Bruder und Schwester und Mutter.“ Wer Gott wirklich ehrt und sein Leben nach seinen Geboten gestaltet, ist mit Jesus innig verbunden. Deshalb entwürdigen Jesu Worte Maria überhaupt nicht. Mitten in ihrem Alltag in Nazaret, blieb sie in ihrem Herzen bei Jesus. Außerdem ist das auch eine gute Nachricht für mich. Jesus schaut mich an und sagt zu mir: Du bist wichtig für mich. Ich freue mich über dein christliches Leben! Du bist mein geliebter Bruder, meine geliebte Schwester! Eva Gloserová

Wer ist meine Mutter

Jesus stellt im Evangelium die provozierende Frage: Wer ist meine Mutter? Man könnte meinen, dass es sich um eine abwertende Äußerung über seine Mutter handelt. Dem ist aber nicht so. Als ob er nicht wüsste, wer seine Mutter ist! Jesus möchte klarstellen, dass in seinen und in den Augen seines Vaters der entscheidende Wert eines Menschen nicht von Fleisch und Blut abhängt, sondern von der Bereitschaft, den Willen Gottes zu tun und ihm, Jesus, nachzufolgen. Ellen Charlotte Petermann

Worte von Papst Franziskus

Jene Antwort Jesu ist kein Mangel an Respekt seiner Mutter und seinen Angehörigen gegenüber. Sie ist vielmehr die größte Anerkennung für Maria, denn gerade sie ist die vollkommene Jüngerin, die in allem den Willen Gottes befolgt hat.

Mk 3,34: Und indem er ringsumher die ansah, die um ihn saßen, sprach er: Siehe da, meine Mutter und meine Brüder!

Tägliche christliche Andacht

Mk 3,35: Denn wer Gottes Willen tut, der ist für mich Bruder, Schwester und Mutter!

Glaubensverwandte

Dadurch zeigt der Herr, dass man die Glaubensverwandten vor den Blutsverwandten ehren müsse. Wir sollen aber wissen, dass wir seine Brüder und Schwestern seien, wenn wir den Willen seines Vaters erfüllen, so dass wir seine Miterben werden, weil es nicht auf das Geschlecht, sondern auf die Werke ankommt. Goldene Perle

Den Willen Gottes tun

Ich will alles, was Gott will und ich will nichts, was Gott nicht will. In dieser seligen Hingabe finde ich meinen Frieden und eine tiefe Ruhe des Herzens. Was aber ist der Wille des Vaters? Häufig ist das nicht eindeutig. Bonhoeffer schreibt dazu: „Der Wille Gottes kann sehr tief verborgen liegen unter sich anbietenden Möglichkeiten.“ Gottes Wille ist kein festes System von Regeln. Darum musst du immer wieder neu in deinen verschiedenen Lebenslagen genau hinschauen und durch Herz & Verstand, Beobachtung & Erfahrung und dem Gebet zu ergründen suchen, was sein Wille ist.

Worte von Papst Franziskus

Jene Antwort Jesu ist kein Mangel an Respekt seiner Mutter und seinen Angehörigen gegenüber. Sie ist vielmehr die größte Anerkennung für Maria, denn gerade sie ist die vollkommene Jüngerin, die in allem den Willen Gottes befolgt hat. Möge uns die Jungfrau und Mutter helfen, immer in Gemeinschaft mit Jesus zu leben, indem wir das Wirken des Heiligen Geistes erkennen, der in ihm und in der Kirche wirkt und die Welt zu neuem Leben erweckt.

Wir wissen also, dass wir seine Brüder und seine Schwestern sind, wenn wir den Willen des Vaters erfüllen, und daß wir so auch seine Miterben sind. Hieronymus

Hier geht’s zu einer Auslegung von G. de Koning zu Mk 3. Kap.


Das war eine Auslegung, Kommentar, Andacht bzw. Predigt zum Markus Evangelium Mk 3. Kap.


Mk 3

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Mein Name ist Joachim Brenner. Ich arbeite als Lehrer für Kinder und Jugendliche mit einer körperlichen Behinderung. Ich bin katholisch, jedoch mit einem zutiefst ökumenischen Geist. Christ ist derjenige, der Christus nachfolgt. Den täglichen christlichen Impuls schreibe ich seit 2014. Durch kurze und doch tiefgehende Worte zu einzelnen Bibelversen und einem jeweiligen Wochenthema möchte ich Geschwistern im Glauben Unterstützung in ihrem geistlichen Leben geben.