Jona 2. Kap.: Auslegung, Kommentar, Andacht bzw. Predigt

Auslegung, Kommentar, Andacht bzw. Predigt zu ausgewählten Bibelversen aus dem Buch Jona 2. Kap.

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Jona 2,1-11: Dankgebet

Auslegung, Kommentar, Andacht bzw. Predigt zu Jona 2,1-11

Jona 2,1: Und der Herr entsandte einen großen Fisch, der Jona verschlingen sollte; und Jona war im Bauch des Fisches drei Tage und drei Nächte lang.

Jona wird von einem Fisch geschluckt

Es wird beschrieben, wie Jona von einem großen Fisch verschluckt und für drei Tage in dessen Bauch aufgehalten wird. Diese Episode kann metaphorisch für die Zeiten stehen, in denen wir uns in dunklen und aussichtslosen Situationen gefangen fühlen. Es verdeutlicht, dass selbst in solchen Momenten die Hoffnung nicht verloren gehen sollte. Man könnte interpretieren, dass der Fisch eine Art Rettungsmittel ist, das Jona letztendlich zur Umkehr und zur Erfüllung seiner Bestimmung führt. Es erinnert uns daran, dass selbst in unseren tiefsten Tiefen Gott uns nicht verlässt und uns den Weg zur Erlösung weisen kann.

Tägliche christliche Andacht

Jona 2,2: Und Jona betete aus dem Bauch des Fisches zu dem Herrn, seinem Gott, und sprach:

Reue des Jonas

In Jona 2,2 wird beschrieben, wie Jona im Bauch des Fisches ein Gebet an Gott richtet. Dieses Kapitel zeigt Jonas tiefe Reue und sein Vertrauen darauf, dass Gott ihn retten wird. Es ist ein Ausdruck seiner Erkenntnis, dass es keine Flucht vor Gottes Willen gibt und dass selbst in aussichtslosen Situationen Hoffnung besteht, wenn man sich an Gott wendet. Diese Passage erinnert uns daran, dass wir in unseren dunkelsten Momenten nicht allein sind und dass Gottes Gnade und Barmherzigkeit uns immer erreichen können, wenn wir bereuen und uns ihm zuwenden.

Jona 2,3: Aus meiner Drangsal rief ich zu dem Herrn, und er erhörte mich; aus dem Schoß des Totenreiches schrie ich, und du hörtest meine Stimme!

Zuflucht suchen bei Gott

Jona bittet im Bauch des Fisches um Hilfe und dankt Gott für seine Rettung. Diese Passage offenbart die tiefe Verzweiflung und gleichzeitig das unerschütterliche Vertrauen Jonas in Gott, selbst in aussichtslosen Situationen. Er erkennt seine Hilflosigkeit und sucht Zuflucht im Gebet, indem er Gottes Barmherzigkeit und Gnade anfleht. Trotz seiner Ungehorsamkeit erweist sich Gott als gnädig und rettet Jona aus seiner misslichen Lage. Dies unterstreicht die bedingungslose Liebe Gottes und die Kraft des Gebets, selbst in den dunkelsten Momenten des Lebens.

Jona 2,4: Denn du hattest mich in die Tiefe geschleudert, mitten ins Meer, dass mich die Strömung umspülte; alle deine Wogen und Wellen gingen über mich.

Jona im Fisch

Jona erkannte, dass es nicht die Seeleute waren, die ihn ins Meer geworfen haben – es war Gott selbst. Jona sah, dass er nie aus Gottes Hand gewesen war, obwohl er versuchte, vor Ihm davonzulaufen.

Jona 2:5: Und ich sprach: Ich bin von deinen Augen verstoßen; dennoch will ich fortfahren, nach deinem heiligen Tempel zu schauen!

Nach deinem heiligen Tempel zu schauen!

Diese Passage drückt Jonas Verzweiflung aus, als er sich von Gott und seinem heiligen Ort entfernt fühlt. Es zeigt auch seine Erkenntnis und Reue über sein Handeln. Persönlich könnte dies als ein Moment der Demut und des Gebets interpretiert werden, in dem Jona die Konsequenzen seiner Flucht vor Gott erkennt. Trotz seiner Verzweiflung erkennt er Gottes Allgegenwart und sucht nach Vergebung. Es ist eine Erinnerung daran, dass selbst in unseren dunkelsten Momenten Gott gegenwärtig ist und uns ermutigt, zu ihm umzukehren.

Jona 2:6: Die Wasser umringten mich bis an die Seele, die Tiefe umgab mich, Meergras umschlang mein Haupt.

Die Wasser umringten mich

Diese Worte zeigen die tiefgreifende Einsamkeit und Verzweiflung, die Jona empfand, als er im Meer gefangen war. Das Wasser, das ihn umgibt, symbolisiert seine ausweglose Lage und seine Unfähigkeit, sich zu befreien. Die umschließende Tiefe deutet auf die scheinbare Ausweglosigkeit seiner Situation hin. Das Schilf, das sein Haupt bedeckt, könnte auf die Hoffnung hinweisen, die selbst in den dunkelsten Momenten noch vorhanden ist. Trotz seiner Verzweiflung gibt es immer noch einen Funken Hoffnung auf Rettung.

Jona 2:7: Zu den Gründen der Berge sank ich hinunter; die Erde war auf ewig hinter mir verriegelt — da hast du, Herr, mein Gott, mein Leben aus dem Grab heraufgeführt!

Jona 2,7: Du hast mich heraufgezogen und mir das Leben neu geschenkt!

Neu geschenktes Leben

Jeder Augenblick, den wir erleben, ist neu. Jeder Tag ist von Gott neu geschenktes Leben. Leben wir ihn bewusst in seiner Gegenwart, aufmerksam dafür, wo und wie er uns heute begegnet. Das achtsame Leben in der Gegenwart wird mit der Gegenwart Gottes  verbunden. Denke nicht zu viel an gestern, das schon vorüber ist, noch sorge dich um das morgen, von dem du nicht weißt, ob es für dich noch kommt, sondern in allem suche den Herrn zu erkennen.

Mein Leben aus dem Grab heraufgeführt!

Dies kann für uns persönlich bedeuten, dass selbst in den dunkelsten Momenten des Lebens, wenn wir uns fühlen, als wären wir im Grab gefangen, gibt es immer Hoffnung. Es erinnert uns daran, dass Gott uns niemals verlässt und dass es nie zu spät ist, sich an ihn zu wenden, um Rettung und Erneuerung zu finden.

Jona 2:8: Als meine Seele in mir verschmachtete, gedachte ich an den Herrn, und mein Gebet kam zu dir in deinen heiligen Tempel.

Jona 2,8: Als ich schon alle Hoffnung aufgegeben hatte, dachte ich an dich.

In jeder Lage hoffen

Oftmals handeln wir ähnlich. Solange in unserem Leben alles gut geht, neigen wir dazu, Gottes Handeln als Selbstverständlichkeit zu betrachten. Doch wenn wir die Hoffnung verlieren, schreien wir zu ihm. Diese Art einer Gottesbeziehung führt zu einem unbeständigen geistlichen Leben mit ständigem Auf und Ab. Eine dauerhafte, tägliche Verbindlichkeit gegenüber Gott fördert eine stabile Beziehung zu ihm. Wir wollen uns an Gott halten, sowohl in den guten wie auch in den schlechten Zeiten und wir werden sehen, dass unser geistliches Leben gestärkt wird.

Mein Gebet drang zu dir

Unser Gebet kommt immer bei Gott an. Auch unser Gebet für andere Menschen. Wenn eine Fürbitte nicht erhört wurde bedeutet das nicht, dass du zu wenig geglaubt hast oder dass Gott es egal ist. Es kann einfach bedeuten, dass Gott etwas Besseres für den anderen hat als das, worum du betest, dass die Zeit noch nicht reif ist dafür oder zuletzt ganz wichtig, dass wir nicht alles verstehen und nicht alles kontrollieren können. Gott ist kein Wunsch-Automat ist und bleibt geheimnisvoll.

Mein Gebet kam zu dir

Jona erinnert sich an Gott und ruft zu ihm aus seinem Herzen heraus. Es ist ein Akt der Demut und des Vertrauens, wenn er sich an Gottes heiligen Tempel wendet. Diese Worte zeigen uns, dass selbst in dunklen Zeiten das Gebet eine Quelle der Hoffnung und des Trostes sein kann, wenn wir uns bewusst an die Gegenwart Gottes erinnern und uns ihm zuwenden.

Jona 2:9: Die Verehrer nichtiger Götzen verlassen ihre Gnade;

Tägliche christliche Andacht

Jon 2:10: ich aber will dir mit lauter Stimme Lob opfern; was ich gelobt habe, das will ich bezahlen. Die Rettung kommt von dem Herrn!

Jona 2,10: Ich aber will dir Danklieder singen.

Dankbarkeit und Demut

Hier preist Jona Gottes Rettung und Erlösung. Er erkennt die Allmacht Gottes und dankt ihm dafür, dass er ihn aus der Tiefe des Meeres gerettet hat. Diese Verse drücken tiefe Dankbarkeit und Demut aus, denn obwohl Jona den göttlichen Befehl zunächst missachtete, zeigt Gott ihm Gnade und rettet ihn vor dem sicheren Tod. Die Passage erinnert uns daran, dass Gott uns immer wieder eine zweite Chance gibt und uns sogar in unseren tiefsten Momenten der Verzweiflung rettet, wenn wir uns ihm zuwenden. Jona’s Erfahrung ist eine Ermutigung für uns, dass Gottes Liebe und Barmherzigkeit unermesslich sind, und dass wir immer auf seine Rettung hoffen können, wenn wir uns ihm zuwenden.

Reue des Jona

Jona bereute es, vor Gott weggelaufen zu sein, und er wandte sich mit Opfern und Danksagung an Gott. Er versprach, seine Gelübde Gott zu zahlen und zu tun, was immer Gott ihm sagte, zu tun. Irgendwann hat Jonah wahrscheinlich gesagt, was wir alle gesagt haben: „Herr, ich werde tun, was immer du willst.“ Jetzt erkannte Jona vollkommen, dass er aufhören musste, sich Gott zu widersetzen, und dass er seine Gelübde Gott zahlen sollte.

Rettung

Das war mehr als eine Tatsachenbehauptung; es war Jonahs triumphale Erklärung. Gott hatte gerettet und würde retten, und Jona meinte es persönlich . Jonas Rettung kommt vom Herrn .

Gott danken

Mein Schöpfer, wieviel Dank schulde ich Dir! Mit deinem Arm hilfst du mir, ziehst mich aus dem Nichts, um mich durch Deine Barmherzigkeit zu dem zu machen, was ich bin. Das Heil lässt du mir zukommen. Darum: Jauchzt vor dem Herrn freut euch, jubelt und singt! Gewöhne dich daran, dein Herz viele Male während des Tages in Dankbarkeit zu Gott zu erheben, für Gottes Schutz und Segen, für das Geleit seiner Engel, für das Geschenk des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe und für so vieles mehr!

Dankbarkeit ist des Lebens höchste Freude. Luther

Jona 2,11: Und der Herr gebot dem Fisch; und der spie Jona ans Land.

Jona wird ausgespuckt

Hier geht es um die Reaktion Gottes auf Jonas Buße im Bauch des Wals. Nachdem Jona Gott um Vergebung gebeten hat, beendet Gott Jonas Qual, indem er den Fisch beauftragt, ihn ans Ufer zu spucken. Diese Szene verdeutlicht Gottes Barmherzigkeit und Macht, selbst in den aussichtslosesten Situationen. Sie erinnert uns daran, dass Gott immer bereit ist, denen zu vergeben, die aufrichtig umkehren und um Gnade bitten. Es ist eine Ermutigung, dass es nie zu spät ist, um zu Gott zurückzukehren und dass seine Liebe und sein Erbarmen größer sind als unsere Fehler und Unvollkommenheiten.

Hier geht’s zu einer Auslegung von G. de Koning zum Buch Jona


Das war eine Auslegung, Kommentar, Andacht bzw. Predigt zu ausgewählten Bibelversen aus dem Buch Jona 2. Kapitel


Jona 2