Levitikus Lev 19. Kap.: Auslegung, Kommentar und Andacht zur Bibel
Christliche Bibel – Auslegung, Kommentar, Andacht, Impuls, Erklärung, Bedeutung bzw. Predigt zum Buch Levitikus Lev 19. Kap
Zu Levitikus Lev 19. Kap
Levitikus 19 ist ein zentraler Abschnitt des Alten Testaments, in dem Gott dem Volk Israel ethische und rituelle Gebote gibt. Es betont Heiligkeit („Seid heilig, denn ich, der Herr, euer Gott, bin heilig“) und behandelt soziale Gerechtigkeit, Ehrfurcht vor Eltern, Sabbatgebote, Götzendienst, Ehrlichkeit, faire Behandlung von Armen und Fremden sowie Nächstenliebe („Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst“). Die Gebote fordern Respekt, Gerechtigkeit und Barmherzigkeit im Alltag. Besonders auffällig ist die Verbindung zwischen religiöser Reinheit und sozialer Verantwortung. Der Text zeigt, dass Heiligkeit nicht nur Opfer und Rituale umfasst, sondern auch ethisches Handeln. Jesus zitiert Levitikus 19,18 als eine der wichtigsten Gebote. Damit bleibt der Text für Christen und Juden von großer Bedeutung.
Lev 19,1-37: Gebote für Gottes heiliges Volk
Lev 19:1: Und der HERR redete zu Mose und sprach:
Lev 19:2: Rede mit der ganzen Gemeinde der Kinder Israels und sprich zu ihnen: Ihr sollt heilig sein, denn ich bin heilig, der HERR, euer Gott!
Ihr sollt heilig sein
Heilig bedeutet hier „ausgesondert“ oder „Gott geweiht“. Israel soll sich in seinem Verhalten von den umliegenden Völkern unterscheiden und Gottes moralische Maßstäbe widerspiegeln. Die Heiligkeit zeigt sich in Gerechtigkeit, Nächstenliebe und Gehorsam gegenüber Gottes Geboten. Im Neuen Testament wird diese Forderung aufgegriffen (1. Petrus 1,16). Christen sind ebenfalls zur Heiligkeit berufen, indem sie ein Leben führen, das Gott ehrt. Dieser Vers betont Gottes Wesen und die Berufung der Gläubigen zur Nachahmung.
Der Wert des Alltags
Die meiste Zeit unseres Lebens verbringen wir nicht mit dem Besonderen, sondern mit dem Gewöhnlichen, dem Alltäglichem. Der Alltag ist als Ort der Gottesbegegnung anzusehen, verleiht jedem einzelnen Tag, so bedeutungslos und alltäglich er auch äußerlich erscheinen mag, seinen besonderen Klang und seine zentrale Bedeutung. Es ist daher nicht egal, wie wir den Tag beginnen, verbringen, beenden. Es braucht es nun nicht außerordentliche Gelegenheiten, um dies zu erreichen, sondern das, was mir täglich begegnet, was ich kenne und immer wieder tue, das darf mich zur Heiligkeit führen.
Alles in unserem Alltag soll und kann zu unserer Heiligung beitragen, alles trägt irgendwie göttlichen Charakter und verdient darum die gleiche Hochachtung wie etwa ein Sakrament. Louis Brisson
Lev 19:3: Ihr sollt jeder Ehrfurcht vor seiner Mutter und seinem Vater haben und meine Sabbate halten, denn ich, der HERR, bin euer Gott.
Die Eltern achten
Zur Liebe und Ehre Gottes gehört auch, dass wir unsere Eltern (oder diejenigen, die Gott uns an Stelle unserer Eltern gegeben hat) mit Respekt behandeln. Wir dienen, gehorchen, lieben und ehren sie, weil Gott uns liebt und schätzt. In der Ehrung unserer Eltern, ob sie es verdient haben oder nicht, bringen wir Gott Ehre entgegen. Natürlich geht unser Gehorsam zuerst Gott voraus, daher würde dies nicht den Gehorsam gegenüber unseren Eltern einschließen, wenn sie uns bitten, etwas zu tun, was Gott gegenüber ungehorsam oder entehrend wäre.
Wir ehren unsere Eltern, indem wir vorsichtig sind, wie wir über sie sprechen und an sie denken. Wir ehren sie, indem wir sicherstellen, dass wir mit ihnen in Kontakt sind und nicht zulassen, dass sie isoliert und einsam sind. Wir können sie sowohl verbal als auch finanziell unterstützen, wenn dies möglich oder notwendig ist. Das wahrscheinlich Wichtigste, was wir tun können, ist, ihnen zu verzeihen.
Den Sabbat einhalten
Herr Gott, deine Weisheit und Gnade kennen keine Grenzen! Ich bin so dankbar, dass du mir jede Woche einen Ruhetag geschenkt hast, an dem ich dich suchen und in den Treffen mit meinen Brüdern und Schwestern in Christus gesegnet werden kann. Vater, lehre mich, diesen Tag weise zu nutzen. Sowohl in der Ruhe, als auch in der Suche nach dir. Hilf mir, dieses Gebot zu verstehen und ihm zu gehorchen. Ich bitte im Namen Jesu, Amen.
Lev 19:4: Ihr sollt euch nicht an die Götzen wenden und sollt euch keine gegossenen Götter machen, denn ich, der HERR, bin euer Gott.
Warnung vor Götzendienst
Dieses Gebot betont die ausschließliche Verehrung Gottes und verbietet den Götzendienst. In der damaligen Zeit war es üblich, Götzenbilder aus Metall oder Stein anzufertigen und anzubeten. Gott erinnert das Volk Israel daran, dass Er allein ihr Herr ist. Der Vers fordert Treue und Reinheit im Glauben, indem er davor warnt, sich von weltlichen Einflüssen verführen zu lassen. Auch heute hat diese Warnung Bedeutung: Götzen müssen nicht aus Metall sein – sie können Geld, Macht oder Vergnügen sein. Der Vers ruft dazu auf, das Herz auf Gott auszurichten und Ihm allein zu vertrauen.
Lev 19:5: Und wenn ihr dem HERRN ein Friedensopfer schlachten wollt, sollt ihr es so opfern, dass es euch wohlgefällig macht.
Lev 19:6: Es soll aber an dem Tag gegessen werden, an dem ihr es opfert, und am folgenden Tag; was aber bis zum dritten Tag übrig bleibt, das soll mit Feuer verbrannt werden.
Lev 19:7: Wenn aber dennoch am dritten Tag davon gegessen wird, so ist es ein Gräuel und wird nicht als wohlgefällig angenommen werden;
Lev 19:8: und wer davon isst, wird seine Schuld tragen, weil er das entheiligt hat, was dem HERRN heilig ist, und eine solche Seele soll ausgerottet werden aus ihrem Volk.
Lev 19:9: Wenn ihr die Ernte eures Landes einbringt, sollst du den Rand deines Feldes nicht vollständig abernten und keine Nachlese nach deiner Ernte halten.
Rand deines Feldes nicht vollständig abernten
Levitikus 19,9 fordert die Israeliten auf, beim Ernten ihre Felder nicht vollständig abzuernten und keine Nachlese zu halten. Dieser Vers ist Teil der Heiligkeitsgesetze und betont soziale Gerechtigkeit sowie Barmherzigkeit.
Die Anweisung dient dem Schutz der Armen und Fremden, die auf die übrig gebliebenen Ähren angewiesen waren. Damit zeigt Gott, dass Wohlstand mit Verantwortung einhergeht. Es geht nicht nur um materielle Versorgung, sondern auch um eine Haltung der Nächstenliebe.
Diese Regel hat bis heute ethische Bedeutung: Sie erinnert an soziale Fürsorge, nachhaltige Nutzung von Ressourcen und das Teilen mit Bedürftigen. Sie fordert Gläubige auf, nicht nur für sich selbst, sondern auch für andere zu wirtschaften.
Lev 19:10: Auch sollst du nicht Nachlese halten in deinem Weinberg, noch die abgefallenen Beeren deines Weinberges auflesen, sondern du sollst es dem Armen und dem Fremdling lassen; denn ich, der HERR, bin euer Gott.
Lev 19:11: Ihr sollt nicht stehlen und nicht lügen noch einander betrügen!
Nicht stehlen
Herr Gott, du bist der Geber aller Dinge. Du hast mich beherbergt und mir Nahrung gegeben. Du hast mir so viele gute Dinge gegeben. Ich bete, dass ich wie der Apostel Paulus in seiner Haltung sein möge, zufrieden zu sein, ganz gleich, wie seine Situation sein mag. Ob hungrig oder wohlgenährt, ob im Überfluss oder im Mangel lebend. Ändere mein Herz, o Gott, dass ich mit allem, was du mir gibst, zufrieden bin. Ich will nicht mehr begehren als das, was du mir in deiner Weisheit und Gnade gegeben hast. Darum bitte ich dich im Namen Jesu, Amen.
Nicht lügen
Deine Sprache soll ruhig, offen und gerade, schlicht, natürlich und aufrichtig sein. Hüte dich vor jeder Doppelzüngigkeit, Geziertheit und Schlauheit. Wenn es auch nicht immer gut ist, unbedingt alles herauszusagen, was wahr ist, so ist es doch nie gestattet, die Unwahrheit zu sagen. Gewöhne dich daran, niemals bewusst zu lügen, weder um dich zu entschuldigen, noch aus einem anderen Grund. Bedenke immer, dass Gott der Gott der Wahrheit ist (Ps 33,4). Hast du aus Unachtsamkeit gelogen, dann stelle womöglich sofort durch eine Erklärung oder Zurücknahme deine Behauptung richtig. Eine aufrichtige Entschuldigung wirkt immer besser als eine noch so schöne Lüge. Franz von Sales
Lev 19:12: Ihr sollt nicht falsch schwören bei meinem Namen, sodass du den Namen deines Gottes entheiligst! Ich bin der HERR.
Lev 19:13: Du sollst deinen Nächsten weder bedrücken noch berauben. Der Lohn des Taglöhners soll nicht über Nacht bei dir bleiben bis zum Morgen.
Lev 19:14: Du sollst dem Tauben nicht fluchen und dem Blinden keinen Anstoß in den Weg legen, sondern du sollst dich fürchten vor deinem Gott; ich bin der HERR!
Ehrfurcht vor Gott
Als Kinder haben wir keine Angst vor dem Vater, wohl aber Ehrfurcht vor Gott, die Sorge, jene Liebe zu zerstören, auf die unser Leben gegründet ist. Gottesfurcht ist jenes Bewußtsein für die Verantwortung, das wir haben müssen, Verantwortung für den Teil der Welt, der uns im Leben anvertraut ist. Verantwortung, diesen Teil der Welt und der Geschichte, der wir sind, gut zu verwalten und so dem rechten Aufbau der Welt, dem Sieg des Guten und des Friedens zu dienen. Benedikt XVI
Lev 19:15: Ihr sollt keine Ungerechtigkeit begehen im Gericht; du sollst weder die Person des Geringen ansehen noch die Person des Großen ehren; sondern du sollst deinen Nächsten gerecht richten.
Für dein Leben
Sei gerecht in deinen Entscheidungen– Behandle alle Menschen fair, egal ob arm oder reich. Triff keine Urteile basierend auf Vorurteilen oder Sympathien.
Lass dich nicht von persönlichen Gefühlen leiten – Weder Mitleid noch Abneigung dürfen deine Entscheidungen beeinflussen. Handle nach Wahrheit und Gerechtigkeit, auch wenn es schwerfällt.
Unparteilichkeit und Gerechtigkeit
Diese Stelle betont die Unparteilichkeit und Gerechtigkeit im Rechtssystem. Gott fordert sein Volk auf, sich nicht von sozialem Status oder persönlichen Vorlieben beeinflussen zu lassen. Weder Mitleid mit den Armen noch Ehrfurcht vor den Reichen darf das Urteil verzerren. Stattdessen soll allein die Wahrheit und Gerechtigkeit maßgeblich sein. Dies gilt nicht nur für Richter, sondern auch für jeden Einzelnen im zwischenmenschlichen Umgang. Es erinnert an Gottes Wesen: Er ist vollkommen gerecht und erwartet dies auch von seinen Anhängern. Die Stelle bleibt zeitlos relevant für Fairness und Objektivität.
Gerecht handeln
Das hebräische Wort für Gerechtigkeit Zedaka ist ein Beziehungswort, soll heißen, es geht darum sich in konkreten Beziehungen, zu Gott, zu den Mitmenschen und zur Umwelt, angemessen zu verhalten im Sinne der Gerechtigkeit. Das hört sich schnell abstrakt und fern an, beginnt aber in meinem unmittelbaren Umfeld: evtl. gibt es an der Arbeit jemanden der ungerecht behandelt wird. Gerecht sein heißt da: mich nicht raushalten, sondern den Mund aufmachen, den Konflikt riskieren und mich nicht resignierend darauf zurück zu ziehen, dass man ja doch nichts machen kann. “Die Nächstenliebe ist immer mit der Gerechtigkeit verbunden.” (Vinzenz von Paul)
Wo geschieht bei dir heute in diesem Sinne die Verlebendigung des göttlichen Wortes?
Lev 19:16: Du sollst nicht als Verleumder umhergehen unter deinem Volk! Du sollst auch nicht auftreten gegen das Blut deines Nächsten! Ich bin der HERR.
Lev 19:17: Du sollst deinen Bruder nicht hassen in deinem Herzen; sondern du sollst deinen Nächsten ernstlich zurechtweisen, dass du nicht seinetwegen Schuld tragen musst!
Du sollst deinen Bruder nicht hassen
Diese Stelle betont die Verantwortung für das Miteinander in der Gemeinschaft. Hass soll nicht verborgen im Herzen wachsen, sondern durch ehrliche Zurechtweisung überwunden werden. Kritik aus Liebe ist erlaubt und sogar geboten, um den anderen vor Fehlern zu bewahren. Dies zeigt eine Balance zwischen Gerechtigkeit und Barmherzigkeit: Man soll nicht schweigend Unrecht hinnehmen, aber auch nicht aus Rache oder Feindseligkeit handeln. Das Ziel ist Versöhnung und moralische Reinheit, nicht Spaltung. Jesus greift dieses Prinzip in Matthäus 18,15 auf und lehrt, dass brüderliche Ermahnung in Liebe geschehen soll, um Frieden und Gemeinschaft zu bewahren.
Lev 19:18: Du sollst nicht Rache üben, noch Groll behalten gegen die Kinder deines Volkes, sondern du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst! Ich bin der HERR.
Nächstenliebe
Diese Stelle steht im Zentrum der biblischen Ethik. Sie fordert zur Vergebung und Nächstenliebe auf und verbietet persönliche Rache. Gott selbst ist der gerechte Richter, weshalb Vergeltung nicht in menschlicher Hand liegen soll. Jesus greift dieses Gebot auf (Matthäus 22,39) und macht es zur Grundlage der christlichen Moral. Die Aufforderung, den Nächsten wie sich selbst zu lieben, betont Gleichwertigkeit und Mitgefühl. Dabei geht es nicht nur um Angehörige des eigenen Volkes, sondern – in Jesu Auslegung – um alle Menschen. Dieser Vers ruft dazu auf, Frieden und Versöhnung über Hass und Rache zu stellen.
Nicht nachtragend sein
Vergeben oder verzeihen bedeutet, einer Person nicht mehr böse zu sein, obwohl sie etwas falsch gemacht hat. Das griechische Wort, das in der Bibel mit Vergebung übersetzt wird, bedeutet wörtlich „fortgehen lassen“. Jemandem zu vergeben heißt, nicht nachtragend zu sein, d.h. loszulassen und dem anderen sein Fehlverhalten nicht nach zu tragen. Das heißt nicht, den Fehler gut zu heißen oder so zu tun, als ob er nie geschehen wäre. Vergeben bedeutet schlicht, nicht nachtragend zu sein.
Lev 19:19: Meine Satzungen sollt ihr halten. Bei deinem Vieh sollst du nicht zweierlei Arten sich paaren lassen und dein Feld nicht mit zweierlei Samen besäen, und es soll kein Gewand auf deinen Leib kommen, das aus zweierlei Garn gewoben ist.
Lev 19:20: Wenn ein Mann bei einer Frau liegt und ihr beiwohnt, und sie ist eine Dienstmagd und einem Mann verlobt, doch nicht losgekauft, und die Freiheit ist ihr nicht geschenkt, so soll eine Bestrafung stattfinden, aber sie sollen nicht sterben; denn sie ist nicht frei gewesen.
Lev 19:21: Er soll aber sein Schuldopfer dem HERRN vor den Eingang der Stiftshütte bringen, einen Widder als Schuldopfer.
Lev 19:22: Und der Priester soll ihm Sühnung erwirken mit dem Widder des Schuldopfers vor dem HERRN wegen der Sünde, die er begangen hat; so wird ihm wegen seiner Sünde, die er getan hat, vergeben werden.
Lev 19:23: Wenn ihr in das Land kommt und allerlei Bäume pflanzt, von denen man isst, sollt ihr die ersten Früchte derselben als Unbeschnittenheit betrachten; drei Jahre lang sollt ihr sie für unbeschnitten achten, sie dürfen nicht gegessen werden;
Lev 19:24: im vierten Jahr aber sollen alle ihre Früchte heilig sein zu einer Jubelfeier für den HERRN;
Lev 19:25: erst im fünften Jahr sollt ihr die Früchte essen, damit der Ertrag für euch umso größer wird; ich, der HERR, bin euer Gott.
Lev 19:26: Ihr sollt nichts mit Blut essen. Ihr sollt weder Wahrsagerei noch Zauberei treiben.
Lev 19:27: Ihr sollt den Rand eures Haupthaares nicht rundum abschneiden, auch sollst du den Rand deines Bartes nicht beschädigen.
Lev 19:28: Ihr sollt keine Einschnitte an eurem Leib machen für eine abgeschiedene Seele, und ihr sollt euch keine Zeichen einätzen! Ich bin der HERR.
Lev 19:29: Du sollst deine Tochter nicht entweihen, indem du sie zur Unzucht anhältst, damit das Land nicht Unzucht treibt und voller Schandtaten wird!
Lev 19:30: Haltet meine Sabbattage und fürchtet mein Heiligtum! Ich bin der HERR.
Zwei zentrale Gebote
Dieser Vers betont zwei zentrale Gebote: die Einhaltung des Sabbats und die Ehrfurcht vor Gottes Heiligtum. Der Sabbat ist ein Zeichen des Bundes zwischen Gott und Israel, ein Tag der Ruhe und Heiligung. Seine Einhaltung zeigt Gehorsam und Vertrauen in Gott. Das Heiligtum – sei es die Stiftshütte oder später der Tempel – ist der Ort der göttlichen Gegenwart. Es zu ehren bedeutet, es nicht zu entweihen oder respektlos zu behandeln. Die abschließenden Worte „Ich bin der HERR“ unterstreichen die göttliche Autorität und fordern zur Beachtung dieser Gebote auf. Der Vers erinnert daran, dass wahre Anbetung sowohl in der Zeit als auch im Raum heilig ist.
Lev 19:31: Ihr sollt euch nicht an die Geisterbefrager wenden, noch an die Wahrsager; ihr sollt sie nicht aufsuchen, um euch an ihnen zu verunreinigen; denn ich, der HERR, bin euer Gott.
Lev 19:32: Vor einem grauen Haupt sollst du aufstehen und die Person eines Alten ehren; und du sollst dich fürchten vor deinem Gott! Ich bin der HERR.
Vor einem grauen Haupt sollst du aufstehen
Dieses Gebot fordert Respekt und Ehrerbietung gegenüber älteren Menschen. Das „graue Haupt“ steht symbolisch für Lebenserfahrung und Weisheit. Das Aufstehen ist ein Zeichen der Wertschätzung und Achtung.
Die Verbindung zur Gottesfurcht zeigt, dass Respekt gegenüber Älteren nicht nur eine soziale Pflicht, sondern auch ein Ausdruck der Ehrfurcht vor Gott ist. In einer Gesellschaft, die oft Jugendlichkeit betont, erinnert dieser Vers daran, dass Alter mit Weisheit und Würde verbunden ist.
Diese Haltung fördert ein harmonisches Miteinander und schützt vor Hochmut. Wer Ältere ehrt, zeigt Dankbarkeit für vergangene Generationen und erkennt ihre Bedeutung für die Gemeinschaft an.
Lev 19:33: Wenn ein Fremdling bei dir in eurem Land wohnen wird, so sollt ihr ihn nicht bedrücken.
Gastfreundschaft
Dieser Vers betont die Pflicht zur Gastfreundschaft und Gerechtigkeit gegenüber Fremden. In der damaligen Zeit waren Migranten oft schutzlos und auf die Gnade der Einheimischen angewiesen. Gott fordert Israel auf, Fremde mit Respekt und Würde zu behandeln, weil auch die Israeliten einst Fremde in Ägypten waren (V. 34).
Die Botschaft bleibt aktuell: In einer globalisierten Welt erinnert uns dieser Vers an den Wert von Mitmenschlichkeit und Toleranz. Er fordert dazu auf, Vorurteile abzulegen und Menschen unabhängig von Herkunft oder Status gerecht zu begegnen. Christen sehen darin einen Aufruf zur Nächstenliebe, die Jesus im Gleichnis vom barmherzigen Samariter (Lk 10,25–37) verdeutlicht.
Lev 19:34: Der Fremdling, der sich bei euch aufhält, soll euch gelten, als wäre er bei euch geboren, und du sollst ihn lieben wie dich selbst; denn ihr seid auch Fremdlinge gewesen im Land Ägypten. Ich, der HERR, bin euer Gott.
Lev 19:35: Ihr sollt euch nicht vergreifen am Recht noch am Längenmaß, noch am Gewicht, noch am Hohlmaß.
Lev 19:36: Rechte Waage, gutes Gewicht, richtiges Epha und gerechtes Hin sollt ihr haben! Ich, der HERR, bin euer Gott, der ich euch aus dem Land Ägypten herausgeführt habe;
Lev 19:37: darum sollt ihr alle meine Satzungen und alle meine Rechte halten und tun! Ich bin der HERR.
Gehorsam
Der Text erinnert daran, dass das Gehorsam gegenüber Gott nicht nur spirituelle Bedeutung hat, sondern auch praktische Auswirkungen auf das soziale und ethische Verhalten hat. Es geht darum, in allen Handlungen Gottes Willen zu erkennen und zu leben, um so als Volk Gottes zu handeln.
Hier geht’s zu einer Auslegung von G. de Koning zu Levitikus Lev 19. Kap
Das war eine Christliche Bibel – Auslegung, Kommentar, Andacht, Impuls, Erklärung, Bedeutung bzw. Predigt zum Buch Levitikus Lev 19. Kap