Hesekiel Hes 3. Kap.: Auslegung, Kommentar und Andacht zur Bibel
Inhaltsverzeichnis
Christliche Bibel – Auslegung, Kommentar, Andacht, Impuls, Erklärung, Bedeutung bzw. Predigt zum Buch Hesekiel Hes 3. Kap.
Zu Hesekiel Hes 3. Kap.
Hesekiel 3 beschreibt die Berufung des Propheten und seine Verantwortung als Wächter Israels. Gott befiehlt ihm, eine Schriftrolle zu essen, die süß schmeckt, was die Annahme von Gottes Wort symbolisiert. Danach wird Hesekiel zu seinem starren und widerspenstigen Volk gesandt.
Er soll als Wächter auftreten, um das Volk zu warnen. Falls er dies unterlässt, wird ihm die Schuld am Tod der Sünder angelastet. Doch wer auf ihn hört, kann gerettet werden.
Der Abschnitt betont Gehorsam gegenüber Gottes Auftrag und die Konsequenzen von Untreue. Hesekiels Stummheit zeigt, dass er nur auf göttlichen Befehl spricht. Gottes Geist führt ihn, und sein Dienst ist von Leid, aber auch von göttlicher Unterstützung geprägt.
Hes 3,1-15: Sendung Ezechiels
Hes 3:1: Und er sprach zu mir: Menschensohn, iss, was du hier vorfindest; iss diese Rolle und geh hin, rede zum Haus Israel!
Iss diese Rolle
Gott fordert Hesekiel auf, eine Schriftrolle zu essen, die seine Botschaft enthält. Dies symbolisiert die vollständige Aufnahme von Gottes Wort – es soll nicht nur gehört, sondern verinnerlicht und gelebt werden. Die Rolle steht für die göttliche Offenbarung, die Hesekiel den Israeliten verkünden soll. Seine Berufung als Prophet erfordert Gehorsam und Hingabe. Indem er die Rolle isst, wird er eins mit der Botschaft und spricht nicht aus eigener Autorität, sondern im Auftrag Gottes. Diese Szene zeigt, dass Gottes Wort manchmal „bitter“ sein kann, da es Gericht und Umkehr fordert. Doch es ist notwendig für die Erneuerung des Volkes Israel.
Hes 3:2: Da tat ich meinen Mund auf, und er gab mir jene Rolle zu essen.
Hes 3:3: Und er sprach zu mir: Menschensohn, speise deinen Bauch und fülle deinen Leib mit dieser Rolle, die ich dir gebe! Da aß ich, und es war in meinem Mund so süß wie Honig.
Das süße Wort Gottes
Hesekiel isst Gottes Botschaft. Sie schmeckt süß. Wenn wir Gottes Wort verdauen, merken wir, dass es nicht nur unseren Glauben stärkt, sondern auch unser Leben schöner macht. Wir müssen Gottes Wort regelmäßig zu uns nehmen. Gottes Botschaft muss tief in unser Herz einsinken und unser Leben prägen, bevor wir anderen helfen können, die gute Botschaft zu verstehen und umzusetzen.
Hes 3:4: Da sprach er zu mir: Menschensohn, geh hin zum Haus Israel und rede zu ihnen mit meinen Worten!
Hes 3:5: Denn du wirst nicht zu einem Volk mit unverständlicher Sprache und schwerer Zunge gesandt, sondern zum Haus Israel;
Hes 3:6: nicht zu vielen Nationen, die eine unverständliche Sprache und schwere Zunge haben, deren Worte du nicht verstehen könntest — wahrlich, wenn ich dich zu solchen Leuten senden würde, so würden sie auf dich hören!
Hes 3:7: Aber das Haus Israel wird nicht auf dich hören wollen, sie wollen ja auch auf mich nicht hören; denn das ganze Haus Israel hat eine harte Stirn und ein verstocktes Herz.
Israel wird nicht auf dich hören wollen
Dieser Vers beschreibt die geistliche Sturheit des Volkes Israel gegenüber Gottes Botschaft. Hesekiel wird gewarnt, dass seine Botschaft nicht angenommen wird, weil das Volk bereits Gott selbst ablehnt. Die „harte Stirn“ und das „verstockte Herz“ symbolisieren Widerstand und Unbußfertigkeit. Trotz dieser Ablehnung muss Hesekiel seine prophetische Aufgabe erfüllen. Der Vers zeigt, dass wahre Prophetie oft auf Ablehnung trifft, wenn Menschen nicht bereit sind, ihr Herz für Gottes Wort zu öffnen. Gleichzeitig betont er Gottes Gerechtigkeit: Er gibt seinem Volk trotz ihres Widerstands weiterhin die Möglichkeit zur Umkehr. Das fordert auch heutige Gläubige heraus, standhaft im Glauben zu bleiben, selbst wenn ihre Botschaft nicht sofort Gehör findet.
Hes 3:8: Doch siehe, ich habe dein Angesicht so hart gemacht wie ihr Angesicht und deine Stirn so hart wie ihre Stirn.
Hes 3:9: Wie Diamant und härter als Fels mache ich deine Stirn. Fürchte sie nicht und erschrick nicht vor ihrem Angesicht! Denn sie sind ein widerspenstiges Haus.
Wie Diamant und härter als Fels mache ich deine Stirn
Gott stärkt Hesekiel für seine prophetische Aufgabe gegenüber dem widerspenstigen Volk Israel. Die „harte Stirn“ symbolisiert geistliche Standhaftigkeit, Unerschütterlichkeit und Entschlossenheit. Wie ein Diamant, der sogar Felsen schneiden kann, soll Hesekiel mutig und unbeugsam auftreten. Diese Zusicherung Gottes bedeutet, dass der Prophet Widerstand erfährt, aber nicht daran zerbrechen wird.
Für Gläubige heute erinnert dieser Vers daran, dass Gott seine Diener mit der nötigen Kraft ausstattet, um Herausforderungen und Ablehnung zu begegnen. Wer Gottes Auftrag folgt, braucht keine Angst vor Menschen zu haben, denn Gott selbst stärkt und schützt. Standhaftigkeit im Glauben ist entscheidend, um in einer feindlichen Umgebung treu zu bleiben.
Hes 3:10: Und er sprach zu mir: Menschensohn, alle meine Worte, die ich zu dir rede, sollst du in dein Herz aufnehmen und mit deinen Ohren hören!
In dein Herz aufnehmen
Gott fordert den Propheten Hesekiel auf, seine Worte nicht nur zu hören, sondern tief in sein Herz aufzunehmen. Dies betont die Notwendigkeit einer inneren Auseinandersetzung mit Gottes Botschaft. Hesekiel soll nicht nur ein Überbringer der göttlichen Botschaft sein, sondern sie selbst verinnerlichen und verstehen. Dies unterstreicht die Verantwortung eines Propheten, Gottes Wort mit ganzem Herzen anzunehmen, bevor er es weitergibt. Die Aufforderung erinnert auch Christen daran, Gottes Wort nicht oberflächlich zu konsumieren, sondern es in sich aufzunehmen und zu verinnerlichen, damit es ihr Denken und Handeln prägt. Die Verbindung von „hören“ und „im Herzen aufnehmen“ zeigt, dass wahres Verstehen mehr als nur intellektuelles Wissen erfordert.
Hes 3:11: Und du sollst hingehen zu den Weggeführten, zu den Kindern deines Volkes, und sollst zu ihnen reden und zu ihnen sagen: So spricht GOTT, der Herr! -ob sie nun darauf hören oder es bleiben lassen.
Hes 3:12: Da hob mich der Geist empor, und ich hörte hinter mir eine Stimme, ein gewaltiges Getöse: Gepriesen sei die Herrlichkeit des HERRN von seiner Wohnstätte her!
Göttliche Vision
Der „Geist“ steht für den Heiligen Geist, der ihn in seine prophetische Berufung führt. Das „gewaltige Getöse“ symbolisiert Gottes Majestät und Herrlichkeit. Die Worte „Gepriesen sei die Herrlichkeit des HERRN“ zeigen die himmlische Anbetung und betonen Gottes Souveränität. Die „Stätte“ verweist auf den göttlichen Wohnsitz, möglicherweise den Tempel oder den Himmel. Diese Passage macht deutlich, dass Hesekiel nicht aus eigener Kraft handelt, sondern von Gottes Geist bewegt wird, um seine Botschaft dem Volk zu übermitteln. Es ist ein Moment der Offenbarung und der Bestätigung seiner Berufung als Prophet.
Hes 3:13: Ich hörte auch das Rauschen der Flügel der lebendigen Wesen, die einander berührten, und das Geräusch der Räder neben ihnen, und den Schall eines gewaltigen Getöses.
Hes 3:14: Da hob mich der Geist empor und nahm mich hinweg; und ich fuhr dahin, erbittert in der Glut meines Geistes, und die Hand des HERRN lag fest auf mir.
Hes 3:15: Und ich kam zu den Weggeführten nach Tel-Abib, zu denen, die am Fluss Kebar wohnen; und da sie dort saßen, setzte ich mich auch dorthin und war sieben Tage lang in Entsetzen versunken unter ihnen.
Hes 3,16-21: Ezechiel als Wächter Israels
Hes 3:16: Und es geschah nach sieben Tagen, da erging das Wort des HERRN an mich folgendermaßen:
Wächter Israels
In Hesekiel 3,16-21 wird der Prophet Hesekiel als „Wächter Israels“ berufen. Gott beauftragt ihn, das Volk vor seinem sündhaften Verhalten zu warnen. Wenn er schweigt, wird er für deren Schuld mitverantwortlich gemacht. Warnt er jedoch, aber die Menschen kehren nicht um, bleibt ihre Strafe auf ihnen.
Diese Stelle betont die Verantwortung eines geistlichen Leiters: Er muss die Wahrheit Gottes verkünden, unabhängig von der Reaktion der Menschen. Sie zeigt auch Gottes Gerechtigkeit – jeder ist für sein eigenes Handeln verantwortlich. Gleichzeitig offenbart sie Gottes Barmherzigkeit, da er durch Warnungen Umkehr ermöglichen will. Die Botschaft ist zeitlos: Christen sind heute ebenso dazu aufgerufen, Wahrheit zu verkünden und für ihre Mitmenschen geistlich wachsam zu sein.
Hes 3:17: Menschensohn, ich habe dich zum Wächter gesetzt für das Haus Israel; wenn du aus meinem Mund ein Wort gehört hast, so sollst du sie in meinem Auftrag warnen!
Hes 3:18: Wenn ich zu dem Gottlosen sage: »Du musst gewisslich sterben!«, und du warnst ihn nicht und sagst es ihm nicht, um den Gottlosen vor seinem gottlosen Weg zu warnen und ihn am Leben zu erhalten, so wird der Gottlose um seiner Missetat willen sterben; aber sein Blut werde ich von deiner Hand fordern!
Hes 3:19: Warnst du aber den Gottlosen und er kehrt doch nicht um von seiner Gottlosigkeit und von seinem gottlosen Weg, so wird er um seiner Missetat willen sterben; du aber hast deine Seele gerettet!
Hes 3:20: Wenn aber ein Gerechter sich von seiner Gerechtigkeit abkehrt und Unrecht tut, und ich lege einen Anstoß vor ihn hin, so wird er sterben; wenn du ihn nicht warnst, wird er um seiner Sünde willen sterben, und an seine Gerechtigkeit, die er getan hat, wird nicht gedacht werden; aber sein Blut will ich von deiner Hand fordern!
Hes 3:21: Wenn du aber den Gerechten gewarnt hast, dass der Gerechte nicht sündigen soll, und er dann nicht sündigt, so wird er gewisslich am Leben bleiben, weil er sich hat warnen lassen; und du hast deine Seele gerettet!
Verantwortung des Propheten
Dem Propheten Ezechiel wird gesagt, welche Verantwortung er mit dem Prophetenamt übernimmt. Er ist zum Wächter über das Haus Israel berufen. Wie der Wächter die Stadt vor dem Feind warnen muss, so „musst du sie vor mir warnen“, sagt Gott zum Propheten. Gott will über keinen Menschen das Gericht kommen lassen, ohne ihn vorher gewarnt zu haben. Wenn der berufene Gottesbote, der Prophet, seine Pflicht versäumt, wird er selbst zur Rechenschaft gezogen.
In den Versen 20-21 wird die Verantwortung des Propheten noch verdeutlicht: Er muss nicht nur die Sünder vor dem Gericht Gottes warnen; er muss auch die Gerechten davor bewahren, auf den Weg der Sünder abzubiegen. Die „Gerechtigkeit“ und die Rettung dessen, der Verantwortung trägt, sind unlösbar mit dem Geschick derer verbunden, für die er verantwortlich ist. Erzabtei Beuron
Hes 3,22-27: Ezechiels Verstummen
Hes 3:22: Und die Hand des HERRN kam dort über mich, und er sprach zu mir: Mach dich auf, geh in die Talebene hinaus; dort will ich mit dir reden!
Zum Abschnitt Hes 3,22-27
Hesekiel 3,22-27 beschreibt, wie Gott den Propheten Hesekiel erneut anspricht und ihn in die Stille und Isolation führt. Gott fordert ihn auf, hinauszugehen, wo er Gottes Herrlichkeit erlebt. Danach wird er symbolisch mit Seilen gebunden und stumm gemacht, was darauf hindeutet, dass er nur dann sprechen soll, wenn Gott es ihm gebietet. Diese Stille unterstreicht die Ernsthaftigkeit seiner Botschaft: Hesekiel spricht nicht aus eigenem Antrieb, sondern allein auf göttlichen Befehl hin. Dadurch wird deutlich, dass das Gericht über Israel unausweichlich ist, aber Gottes Worte dennoch Hoffnung beinhalten. Die Passage zeigt Gottes souveräne Führung über seine Propheten und betont Gehorsam sowie die Notwendigkeit, auf Gottes Zeitpunkt zu warten, um sein Wort zu verkünden.
Hes 3:23: Als ich mich nun aufgemacht hatte und in die Talebene hinausgegangen war, siehe, da stand dort die Herrlichkeit des HERRN, gleich der Herrlichkeit, die ich beim Fluss Kebar gesehen hatte; und ich fiel auf mein Angesicht nieder.
Hes 3:24: Und der Geist kam in mich und stellte mich auf meine Füße; und er redete mit mir und sprach zu mir: Geh hin und schließe dich in dein Haus ein!
Hes 3:25: Und du, Menschensohn, siehe, man wird dir Stricke anlegen und dich damit binden, sodass du nicht mitten unter sie wirst hinausgehen können.
Hes 3:26: Und ich will deine Zunge an deinem Gaumen kleben lassen, sodass du verstummst und sie nicht mehr zurechtweisen kannst; denn sie sind ein widerspenstiges Haus!
Hes 3:27: Aber wenn ich zu dir reden werde, so will ich deinen Mund auftun, dass du zu ihnen sagen sollst: »So spricht GOTT, der Herr! Wer hören will, der höre, wer es aber unterlassen will, der unterlasse es!« Denn sie sind ein widerspenstiges Haus.
Hier geht’s zu einer Auslegung von G. de Koning zu Hesekiel Hes 3. Kap.
Das war eine Christliche Bibel – Auslegung, Kommentar, Andacht, Impuls, Erklärung, Bedeutung bzw. Predigt zum Buch Hesekiel Hes 3. Kap.