Hesekiel Hes 1. Kap.: Auslegung, Kommentar und Andacht zur Bibel
Inhaltsverzeichnis
Christliche Bibel – Auslegung, Kommentar, Andacht, Impuls, Erklärung, Bedeutung bzw. Predigt zum Buch Hesekiel Hes 1. Kap.
Zu Hesekiel Hes 1. Kap.
Hesekiel 1 beschreibt eine gewaltige Vision des Propheten Hesekiel, die Gottes Herrlichkeit offenbart. Er sieht einen stürmischen Wind, Feuer und vier geheimnisvolle Wesen mit mehreren Gesichtern und Flügeln, die sich in vollkommenem Einklang bewegen. Über ihnen erscheint ein Thron mit einer Gestalt, die wie ein Mensch aussieht, umgeben von strahlendem Licht und einem Regenbogen.
Diese Vision symbolisiert Gottes Majestät, Souveränität und Herrlichkeit. Die vier Wesen könnten auf die vier Evangelien oder die Allgegenwart Gottes hindeuten. Das Feuer und der Sturm zeigen seine Heiligkeit und Macht. Der Thron betont, dass Gott trotz des Exils seines Volkes regiert. Insgesamt vermittelt Hesekiels Vision Hoffnung: Gott ist gegenwärtig, lenkt die Geschichte und bleibt seinem Bund treu.
Hes 1,1-3: Ort und Zeit der Berufung
Hes 1:1: Und es geschah im dreißigsten Jahr, am fünften Tag des vierten Monats, als ich unter den Weggeführten am Fluss Kebar war, da öffnete sich der Himmel, und ich sah Gesichte Gottes.
Zum Abschnitt Hes 1,1-3
Hesekiel 1,1-3 beschreibt die Berufung des Propheten Hesekiel. Im 30. Jahr sieht Hesekiel am Fluss Kebar eine göttliche Vision, als er unter den Exilierten in Babylon lebt. Der Himmel öffnet sich, und er erhält eine Offenbarung Gottes. Dies geschieht im fünften Jahr der Gefangenschaft König Jojachins.
Vers 3 betont, dass das Wort des Herrn konkret an Hesekiel, Sohn des Priesters Busi, ergeht. Die Hand des Herrn kommt über ihn, was auf göttliche Autorität und Inspiration hinweist. Diese Einleitung stellt Hesekiel als von Gott berufenen Propheten vor, der in einer schwierigen Zeit zu den Exilierten spricht. Die Vision zeigt Gottes Souveränität und seine fortwährende Beziehung zu seinem Volk trotz des Exils.
Hes 1:2: Am fünften Tag jenes Monats — es war das fünfte Jahr seit der Wegführung des Königs Jojachin —
Hes 1:3: da erging das Wort des HERRN ausdrücklich an Hesekiel, den Sohn Busis, den Priester, im Land der Chaldäer am Fluss Kebar; und die Hand des HERRN kam dort über ihn.
Hes 1,4-28: Schau der göttlichen Herrlichkeit
Hes 1:4: Und ich schaute, und siehe, ein Sturmwind kam von Norden her, eine große Wolke und loderndes Feuer, von einem Strahlenglanz umgeben; aus seiner Mitte aber glänzte es wie Goldschimmer, mitten aus dem Feuer.
Zum Abschnitt Hes 1,4-28
Hesekiel 1,4-28 beschreibt eine beeindruckende Vision des Propheten, in der er die Herrlichkeit Gottes sieht. Ein gewaltiger Sturmwind kommt aus dem Norden, begleitet von einer leuchtenden Wolke und einem strahlenden Feuer. In der Mitte erscheinen vier lebendige Wesen mit menschlichen Zügen, aber je vier Gesichtern und Flügeln. Ihre Bewegung ist voller Energie, angetrieben von göttlichem Geist.
Räder innerhalb von Rädern symbolisieren Gottes allgegenwärtige Macht. Über den Wesen ist eine funkelnde Fläche, über der sich ein Thron aus Saphir erhebt. Darauf sitzt eine Gestalt von überirdischer Herrlichkeit, umgeben von strahlendem Licht und einem Regenbogen – Zeichen göttlicher Gnade. Diese Vision offenbart Gottes Majestät, seine Allmacht und seine direkte Verbindung zu den Menschen.
Der Himmel öffnet sich
Im Jerusalemer Tempel hatte Hesekiel einst als Priester Gottes Gegenwart angebetet. Jetzt lebt Hesekiel im Exil in Babylon. Dort wird er in einer mächtigen Vision zum Propheten berufen. Durch den Sturm, der Wolke und dem Feuer erscheint der Wagen des Thrones Gottes. Der Himmel öffnet sich vor ihm und er sieht Gottes Thron. Eine gewaltige Erscheinung ! Vor der Menschwerdung Jesus öffneten sich die Himmel nur bei bestimmten Anlässen. Seit Jesus steht der Himmel für uns nun fortwährend offen, da Jesus uns das Wesen des Vaters offenbart hat und er selbst immer da ist.
Hes 1:5: Und mitten aus diesem erschien die Gestalt von vier lebendigen Wesen, und dies war ihr Aussehen: Sie hatten Menschengestalt.
Hes 1:6: Und jedes von ihnen hatte vier Gesichter, und jedes von ihnen hatte vier Flügel.
Hes 1:7: Ihre Füße standen gerade, und ihre Fußsohlen glichen der Fußsohle eines Kalbes, und sie funkelten wie der Schimmer von blankem Erz.
Hes 1:8: Unter ihren Flügeln befanden sich Menschenhände an ihren vier Seiten, und alle vier Seiten hatten ihre Gesichter und ihre Flügel.
Flügel und Hände
Das soll zu verstehen geben, daß wir uns nicht damit begnügen dürfen, Flügel zu haben, um durch heilige Wünsche und Erwägungen zum Himmel zu fliegen, wenn wir nicht zugleich Hände haben, die uns zur Verwirklichung und Ausführung unserer Wünsche bringen. Es ist sicher, daß uns gute Vorsätze und Entschlüsse allein nicht in das Paradies führen, wenn sie nicht von Wirkungen begleitet sind, die ihnen entsprechen. Franz von Sales
O Herr der Ewigkeit, laß es nicht zu! Mache vielmehr, daß niemals mein Wille geschehe, sondern der Deine. Ach, wir sind nicht auf der Welt, um unseren Willen zu tun, sondern den Willen Deiner Güte, die uns in diese Welt gesetzt hat.
Hes 1:9: Ihre Flügel waren miteinander verbunden; wenn sie gingen, wandten sie sich nicht um; jedes ging gerade vor sich hin.
Hes 1:10: Ihre Gesichter aber waren so gestaltet: vorn das Gesicht eines Menschen; auf der rechten Seite, bei allen vieren, das Gesicht eines Löwen; zur Linken, bei allen vieren, das Gesicht eines Stieres; hinten aber hatten alle vier das Gesicht eines Adlers.
Mensch, Löwe, Stier und Adler
Beeindruckende Bilder sieht Hesekiel hier. Die Vision von den vier Wesen verbanden die alten Kirchenväter mit den vier Evangelien. Der Löwe stand für Matthäus (Christus als der Löwe von Juda), der Stier für Markus (Christus als Diener und Knecht), das Menschengesicht für Lukas (Christus als der vollkommene Mensch), der Adler für Johannes (Christus als der erhöhte Sohn Gottes). Dementsprechend werden sie in der christlichen Ikonografie dargestellt. Beeindruckend kommt Gott zu Hesekiel. Ebenso beeindruckend kommt Gott heute durch das Evangelium zu uns und seine vier Bücher, die diese Symbole tragen: Mensch, Löwe, Stier, Adler.
Hes 1:11: Ihre Gesichter aber und ihre Flügel waren nach oben ausgebreitet; je zwei Flügel waren miteinander verbunden, und zwei bedeckten ihre Leiber.
Hes 1:12: Und jedes ging gerade vor sich hin; wo der Geist hingehen wollte, da gingen sie hin; sie wandten sich nicht um, wenn sie gingen.
Gottes Wegen folgen
Die heiligen Wesen, die Ezechiel schaute, gingen dorthin, wo die Macht des Geistes sie hintrieb und sie wandten sich beim Gehen nicht um. Man muß dorthin gehen, wohin uns die Eingebung treibt. Den Entschluß darf man nicht ändern und auf dem Weg nicht umkehren, sondern muß nach der Richtung hin gehen, wohin Gott unser Angesicht gekehrt hat, ohne die Richtung zu ändern. Franz von Sales
Hes 1:13: Und dies war die Gestalt der lebendigen Wesen: Ihr Aussehen war wie brennende Feuerkohlen, wie das Aussehen von Fackeln; und die Feuerkohle fuhr zwischen den lebendigen Wesen hin und her; und das Feuer hatte einen strahlenden Glanz, und von dem Feuer gingen Blitze aus.
Hes 1:14: Die lebendigen Wesen aber liefen hin und her, sodass es aussah wie Blitze.
Hes 1:15: Als ich nun die lebendigen Wesen betrachtete, siehe, da war je ein Rad auf der Erde neben jedem der lebendigen Wesen, bei ihren vier Gesichtern.
Hes 1:16: Das Aussehen der Räder und ihre Gestaltung war wie der Schimmer eines Chrysoliths, und alle vier hatten die gleiche Gestalt. Sie sahen aber so aus und waren so gemacht, als wäre ein Rad mitten in dem anderen Rad.
Die Räder
Diese Räder symbolisieren die göttliche Bewegung und Allgegenwart Gottes. Sie stehen für die unaufhaltsame Kraft und Ordnung seines Handelns. Die Beschreibung als „Rad in einem Rad“ deutet auf komplexe, aber perfekt koordinierte Bewegungen hin, möglicherweise ein Hinweis auf göttliche Vorsehung und universelle Kontrolle. Der Glanz des Chrysoliths unterstreicht die himmlische Herkunft. Insgesamt zeigt das Bild Gottes Souveränität und seine Fähigkeit, überall gleichzeitig zu wirken, ohne Begrenzung von Raum und Zeit.
Hes 1:17: Wenn sie gingen, so liefen sie nach ihren vier Seiten hin; sie wandten sich nicht um, wenn sie gingen.
Hes 1:18: Und ihre Felgen waren hoch und furchtgebietend; und ihre Felgen waren voller Augen ringsum bei allen vier.
Hes 1:19: Und wenn die lebendigen Wesen gingen, so liefen auch die Räder neben ihnen, und wenn sich die lebendigen Wesen von der Erde erhoben, so erhoben sich auch die Räder.
Hes 1:20: Wo der Geist hingehen wollte, da gingen sie hin, wohin der Geist gehen wollte; und die Räder erhoben sich vereint mit ihnen, denn der Geist des lebendigen Wesens war in den Rädern.
Hes 1:21: Wenn jene gingen, so gingen auch sie, und wenn jene stillstanden, standen auch sie still; und wenn jene sich von der Erde erhoben, so erhoben sich auch die Räder vereint mit ihnen; denn der Geist des lebendigen Wesens war in den Rädern.
Hes 1:22: Und über den Häuptern des lebendigen Wesens befand sich etwas, das einer Himmels-Ausdehnung glich, wie der Anblick eines Kristalls, ehrfurchterregend, ausgebreitet oben über ihren Häuptern.
Hes 1:23: Und unter der Himmels-Ausdehnung waren ihre Flügel ausgestreckt, einer zum anderen hin: Jedes hatte zwei Flügel, womit sie ihre Leiber auf der einen Seite, und zwei, womit sie sie auf der anderen Seite bedeckten.
Hes 1:24: Und ich hörte das Rauschen ihrer Flügel wie das Rauschen großer Wasser und wie die Stimme des Allmächtigen; wenn sie gingen, so gab es ein Geräusch wie das Getümmel eines Heerlagers; wenn sie aber stillstanden, ließen sie ihre Flügel sinken.
Hes 1:25: Und es kam eine Stimme oben von der Himmels-Ausdehnung her, die über ihren Häuptern war; wenn sie stillstanden, ließen sie ihre Flügel sinken.
Hes 1:26: Und oberhalb der Himmels-Ausdehnung, die über ihren Häuptern war, war das Gebilde eines Thrones, anzusehen wie ein Saphirstein. Oben auf dem Gebilde des Thrones aber saß eine Gestalt, anzusehen wie ein Mensch.
Hes 1:27: Ich sah auch etwas wie Goldschimmer, wie das Aussehen eines Feuers inwendig ringsum; von der Erscheinung seiner Lenden nach oben hin und von der Erscheinung seiner Lenden nach unten hin sah ich wie das Aussehen eines Feuers, und ein Glanz war rings um ihn her.
Hes 1:28: Wie der Bogen aussieht, der an einem Regentag in den Wolken erscheint, so war auch der Glanz ringsum anzusehen. So war das Aussehen der Erscheinung der Herrlichkeit des HERRN. Als ich sie sah, fiel ich auf mein Angesicht; und ich hörte die Stimme von einem, der redete.
Erscheinung der Herrlichkeit des Herrn
Hesekiel 1,28 beschreibt das majestätische Bild der Herrlichkeit Gottes, das der Prophet Hesekiel in einer Vision sieht. Das Erscheinen Gottes wird mit einem Regenbogen verglichen, der nach einem Regen in den Wolken erscheint. Dieser Regenbogen symbolisiert Gottes Bund und Frieden, gleichzeitig aber auch seine Heiligkeit und Macht. Für mich persönlich ist diese Vision eine Erinnerung daran, dass Gott in seiner überwältigenden Herrlichkeit sowohl nahbar als auch unermesslich ist. Sie zeigt mir, dass Gott über allem steht und dennoch durch Zeichen der Hoffnung, wie den Regenbogen, mit uns kommuniziert. Diese Passage ermutigt mich, Gottes Herrlichkeit in meinem eigenen Leben zu suchen und zu erkennen.
Demütig niederfallen vor Gott
Überwältigt von der Herrlichkeit Gottes fällt Hesekiel nieder. Es ist ein Akt der Demut. Demut bedeutet schlicht und einfach das Anerkennen der Allmacht Gottes. Es beinhaltet ein Bewusstsein unendlichen Zurückbleibens hinter der erstrebten Vollkommenheit. Die Wurzel des hebräischen Wortes für Demut bedeutet „sich beugen“. Demut bedeutet sich vor Gott zu beugen, ihn als Gott anzuerkennen als Herr unseres Lebens. Ein Glauben ohne Demut ist undenkbar. Es ist neben der Tugend der Liebe die Tugend schlechthin.
Hier geht’s zu einer Auslegung von G. de Koning zu Hesekiel Hes 1. Kap.
Das war eine Christliche Bibel – Auslegung, Kommentar, Andacht, Impuls, Erklärung, Bedeutung bzw. Predigt zum Buch Hesekiel Hes 1. Kap.