2 Samuel 2 Sam 13. Kap.: Auslegung, Kommentar und Andacht zur Bibel
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Christliche Bibel – Auslegung, Kommentar, Andacht, Impuls, Erklärung, Bedeutung bzw. Predigt zum Buch 2. Samuel 2 Sam 13. Kap
Zu 2 Sam 13. Kap.
2 Samuel 13 erzählt die tragische Geschichte von Amnon und Tamar. Amnon, Davids Sohn, begehrt seine Halbschwester Tamar und vergewaltigt sie mit einer List. Danach verachtet er sie und verstößt sie, was Tamar tief verletzt. Ihr Bruder Absalom schwört Rache und tötet Amnon Jahre später. Dies führt zu weiteren Konflikten innerhalb von Davids Familie.
Die Geschichte zeigt die fatalen Folgen von Lust, Gewalt und fehlender Gerechtigkeit. David bestraft Amnon nicht, was Spannungen verstärkt und Absaloms Aufstand begünstigt. Sie offenbart auch die Ohnmacht von Frauen in jener Zeit. Moralisch fordert der Text dazu auf, Unrecht nicht zu ignorieren und Verantwortung für Taten zu übernehmen, um tragische Konsequenzen zu vermeiden.
2 Sam 13,1-22: Amnon und Tamar
2 Sam 13:1: Absalom aber, der Sohn Davids, hatte eine schöne Schwester, die hieß Tamar; und es geschah, dass Amnon, Davids Sohn, sich in sie verliebte.
Zum Abschnitt 2 Sam 13,1-22
2 Samuel 13,1-22 schildert die tragische Geschichte von Amnon und Tamar. Amnon, der Sohn Davids, begehrt seine Halbschwester Tamar und vergewaltigt sie mit Hilfe einer List. Nach der Tat verachtet er sie und verstößt sie, wodurch ihr Schicksal als entehrte Frau besiegelt wird. Ihr Bruder Absalom nimmt sie in sein Haus auf und schwört Rache.
Die Erzählung zeigt die verheerenden Folgen von Begierde, Machtmissbrauch und fehlender Gerechtigkeit. David greift nicht ein, was langfristig zur Revolte Absaloms führt. Die Geschichte mahnt zur Verantwortung von Herrschenden und zur Notwendigkeit, Unrecht nicht schweigend hinzunehmen. Sie offenbart auch das Leid der Opfer und die zerstörerische Wirkung von Gewalt innerhalb von Familien.
2 Sam 13:2: Und Amnon bekümmerte sich so, dass er krank wurde wegen seiner Schwester Tamar; denn sie war eine Jungfrau, und es schien Amnon unmöglich, ihr das Geringste anzutun.
2 Sam 13:3: Amnon aber hatte einen Freund, der hieß Jonadab, ein Sohn Simeas, des Bruders Davids; und Jonadab war ein sehr kluger Mann.
2 Sam 13:4: Der sprach zu ihm: Warum bist du jeden Morgen so niedergeschlagen, du Königssohn? Willst du es mir nicht sagen? Da sprach Amnon zu ihm: Ich bin verliebt in Tamar, die Schwester meines Bruders Absalom!
2 Sam 13:5: Da sprach Jonadab zu ihm: Lege dich auf dein Bett und stelle dich krank. Wenn dann dein Vater kommt, um dich zu besuchen, so sprich zu ihm: Lass doch meine Schwester Tamar kommen und mir Speise zu essen geben und ein Essen vor meinen Augen zubereiten, damit ich zusehe und aus ihrer Hand esse!
2 Sam 13:6: So legte sich Amnon nieder und stellte sich krank. Als nun der König kam, um ihn zu besuchen, sprach Amnon zum König: Lass doch meine Schwester Tamar kommen, dass sie zwei Herzkuchen vor meinen Augen mache und ich von ihrer Hand esse!
2 Sam 13:7: Da sandte David zu Tamar ins Haus und ließ ihr sagen: Geh doch hin in das Haus deines Bruders Amnon und bereite ihm eine Speise!
2 Sam 13:8: Und Tamar ging hin in das Haus ihres Bruders Amnon. Er aber lag im Bett. Und sie nahm einen Teig und knetete und bereitete ihn vor seinen Augen und backte die Herzkuchen.
2 Sam 13:9: Und sie nahm die Pfanne und setzte sie ihm vor; aber er weigerte sich zu essen. Und Amnon sprach: Lasst jedermann von mir hinausgehen! Da ging jedermann von ihm hinaus.
2 Sam 13:10: Da sprach Amnon zu Tamar: Bring mir das Essen in die Kammer, dass ich von deiner Hand esse! Da nahm Tamar die Herzkuchen, die sie gemacht hatte, und brachte sie ihrem Bruder Amnon in die Kammer.
2 Sam 13:11: Und als sie ihm diese zum Essen hinreichte, da ergriff er sie und sprach zu ihr: Komm her, liege bei mir, meine Schwester!
2 Sam 13:12: Sie aber sprach zu ihm: Nicht doch, mein Bruder! Schwäche mich nicht, denn so etwas tut man nicht in Israel! Begehe nicht eine solche Schandtat!
2 Sam 13:13: Und ich, wo sollte ich mit meiner Schande hin? Und du würdest sein wie einer der Schändlichen in Israel. Nun aber, rede doch mit dem König; denn er wird mich dir nicht versagen!
2 Sam 13:14: Aber er wollte nicht auf ihre Stimme hören, sondern er überwältigte sie und schwächte sie und schlief bei ihr.
2 Sam 13:15: Danach aber hasste Amnon sie mit überaus großem Hass, sodass der Hass, mit dem er sie verabscheute, größer wurde als zuvor die Liebe, mit der er in sie verliebt war; und Amnon sprach zu ihr: Mach dich auf und davon!
2 Sam 13:16: Sie aber sprach zu ihm: Nicht doch! Dieses Unrecht, mich wegzutreiben, ist gewiss noch größer als das andere, welches du mir angetan hast! Aber er wollte nicht auf sie hören.
2 Sam 13:17: Und er rief seinen Burschen, der ihn bediente, und sprach: Treibe doch diese von mir hinaus, und schließe die Tür hinter ihr zu!
2 Sam 13:18: Sie trug aber ein langes, buntes Kleid; denn das trugen die Königstöchter, die Jungfrauen, als Obergewand. Und sein Diener trieb sie hinaus und schloss die Türe hinter ihr zu.
2 Sam 13:19: Da warf Tamar Asche auf ihr Haupt und zerriss das lange, bunte Kleid, das sie trug; und sie legte die Hand auf ihr Haupt und lief schreiend davon.
2 Sam 13:20: Und ihr Bruder Absalom sprach zu ihr: Ist dein Bruder Amnon bei dir gewesen? Nun dann, meine Schwester, schweig still! Er ist dein Bruder; nimm dir diese Sache nicht zu Herzen! Tamar aber blieb verstört im Haus ihres Bruders Absalom.
2 Sam 13:21: Und als der König David das alles hörte, wurde er sehr zornig.
2 Sam 13:22: Aber Absalom redete nicht mit Amnon, weder Böses noch Gutes; denn Absalom hasste den Amnon, weil er seine Schwester Tamar geschwächt hatte.
2 Sam 13,23-37: Absaloms Rache an Amnon
2 Sam 13:23: Und es geschah nach zwei Jahren, da hielt Absalom Schafschur in Baal-Hazor, das in Ephraim liegt, und Absalom lud alle Söhne des Königs ein.
Zum Abschnitt 2 Sam 13,23-37
In 2. Samuel 13,23-37 wird die Rache Absaloms an Amnon geschildert. Zwei Jahre nach der Vergewaltigung seiner Schwester Tamar durch Amnon lädt Absalom seine Brüder zu einem Fest ein und lässt Amnon dort töten. Danach flieht er nach Geschur zu seinem Großvater Talmai.
Diese Passage zeigt die zerstörerischen Folgen von Gewalt und fehlender Gerechtigkeit. König David hatte Amnon nicht bestraft, was Absaloms Zorn wachsen ließ. Statt Vergebung oder rechtlicher Klärung wählte Absalom den Weg der Rache, was letztlich zu seinem eigenen Untergang führte. Der Text verdeutlicht, wie ungeklärte Konflikte und ungesühnte Sünden in der Familie langfristig Leid und Spaltung bringen. Er mahnt zur gerechten und weisen Konfliktlösung.
2 Sam 13:24: Und Absalom kam zum König und sprach: Siehe doch! Dein Knecht hält Schafschur; der König wolle samt seinen Knechten mit deinem Knecht hingehen!
2 Sam 13:25: Der König aber sprach zu Absalom: Nicht doch, mein Sohn! Lass uns jetzt nicht alle gehen, dass wir dir nicht zur Last fallen! Und auch als er in ihn drang, wollte er doch nicht gehen, sondern segnete ihn zum Abschied.
2 Sam 13:26: Da sprach Absalom: Wenn nicht, so lass doch meinen Bruder Amnon mit uns gehen! Da sprach der König zu ihm: Warum soll er mit dir gehen?
2 Sam 13:27: Absalom aber drang in ihn; da ließ er Amnon und alle Söhne des Königs mit ihm gehen.
2 Sam 13:28: Und Absalom gebot seinen Burschen und sprach: Gebt acht, wenn Amnon von dem Wein guter Dinge sein wird und ich zu euch sage: Schlagt Amnon und tötet ihn!, so fürchtet euch nicht, denn ich habe es euch befohlen; seid stark und seid tapfere Männer!
2 Sam 13:29: Und die Burschen Absaloms verfuhren mit Amnon, wie Absalom befohlen hatte. Da standen alle Söhne des Königs auf, und jeder bestieg sein Maultier, und sie flohen.
2 Sam 13:30: Und es geschah, als sie noch auf dem Weg waren, da kam das Gerücht zu David, das besagte: Absalom hat alle Söhne des Königs erschlagen, sodass nicht einer von ihnen übrig geblieben ist!
2 Sam 13:31: Da stand der König auf und zerriss seine Kleider und legte sich auf die Erde, und alle seine Knechte standen um ihn her mit zerrissenen Kleidern.
2 Sam 13:32: Da ergriff Jonadab, der Sohn Simeas, des Bruders Davids, das Wort und sprach: Mein Herr denke nicht, dass alle jungen Männer, die Söhne des Königs, tot seien; sondern Amnon allein ist tot; denn nach dem Reden Absaloms stand dies fest seit dem Tag, als jener seine Schwester Tamar geschwächt hatte.
2 Sam 13:33: So möge nun mein Herr, der König, die Sache nicht zu Herzen nehmen, dass er sage: »Alle Söhne des Königs sind tot!«, sondern Amnon allein ist tot!
2 Sam 13:34: Absalom aber floh. Und der junge Mann, der Wache hielt, erhob seine Augen, sah sich um und siehe, da kam viel Volk auf dem Weg hinter ihm, an der Seite des Berges.
2 Sam 13:35: Da sprach Jonadab zum König: Siehe, die Söhne des Königs kommen! Wie dein Knecht gesagt hat, so ist es geschehen!
2 Sam 13:36: Und es geschah, als er ausgeredet hatte, siehe, da kamen die Söhne des Königs und erhoben ihre Stimme und weinten; auch der König und alle seine Knechte erhoben ein großes Wehklagen.
2 Sam 13:37: Absalom aber war entflohen und ging zu Talmai, dem Sohn Ammihuds, dem König von Geschur. David aber trug die ganze Zeit hindurch Leid um seinen Sohn.
2 Sam 13,38-39: Joab erbittet Gnade für Absalom
2 Sam 13:38: Nachdem aber Absalom geflohen und nach Geschur gezogen war, blieb er dort drei Jahre.
2 Sam 13:39: Und der König David unterließ es, Absalom zu verfolgen; denn er hatte sich über den Tod Amnons getröstet.
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