1 Samuel 1 Sam 26. Kap.: Auslegung, Kommentar und Andacht zur Bibel
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Christliche Bibel – Auslegung, Kommentar, Andacht, Impuls, Erklärung, Bedeutung bzw. Predigt zu 1 Samuel 1 Sam 26. Kap.
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Zu 1 Sam 26. Kap. (Bibel)
In 1 Samuel 26 erfahren wir von Davids Erbarmen gegenüber Saul, der ihn verfolgt. David und Abischai schleichen sich ins Lager Sauls, doch statt ihn zu töten, nimmt David nur die Wasserkrug und Lanze des Königs mit. Durch diesen Akt zeigt David eine tiefgreifende Vergebung und Vertrauen in Gottes Gerechtigkeit. Er beweist, dass er bereit ist, auf Gott zu vertrauen, anstatt sich selbst durch Gewalt durchzusetzen. Die Botschaft dieses Kapitels ist klar: wahre Stärke liegt nicht im Überwinden des Feindes durch eigene Macht, sondern im Vertrauen auf Gottes Plan und in der Bereitschaft, Frieden und Vergebung zu suchen, auch wenn man im Recht wäre, sich zu rächen.
1 Sam 26,1-25: David verschont Saul zum zweiten Mal
Christliche Bibel – Auslegung, Kommentar, Andacht, Impuls, Erklärung, Bedeutung bzw. Predigt zu 1 Samuel 1 Sam 26,1-25
1 Sam 26:1: Aber die Siphiter kamen zu Saul nach Gibea und sprachen: Hält sich nicht David verborgen auf dem Hügel Hachila vor der Wildnis?
Zum Abschnitt 1 Sam 26,1-25
In 1. Samuel 26,1-25 wird beschrieben, wie David erneut die Gelegenheit hat, Saul zu töten, es aber bewusst nicht tut. Die Sifiter verraten Sauls Aufenthaltsort, woraufhin David mit Abischai ins Lager Sauls schleicht. Statt Saul zu töten, nimmt David dessen Speer und Wasserkrug als Beweis seiner Unschuld.
David zeigt Respekt vor dem von Gott eingesetzten König und überlässt das Urteil Gott. Saul erkennt Davids Gerechtigkeit an und segnet ihn, doch Davids Misstrauen bleibt.
Die Geschichte lehrt Gottes Souveränität, Respekt vor Autoritäten und das Vertrauen darauf, dass Gott Recht spricht. Davids Verhalten zeigt Demut, Selbstbeherrschung und ein tiefes Vertrauen in Gottes Gerechtigkeit.
Parallelstellen zum Vers 1 Sam 26,1: 23,19; Ps 54,2
1 Sam 26:2: Da machte sich Saul auf und zog zur Wüste Siph hinab und mit ihm 3 000 auserlesene Männer aus Israel, um David in der Wüste Siph zu suchen.
Parallelstellen zum Vers 1 Sam 26,2: 23,24; 24,3
1 Sam 26:3: Und Saul lagerte sich auf dem Hügel Hachila, der vor der Wildnis liegt, am Weg; David aber blieb in der Wüste. Und als er sah, dass Saul ihm nachfolgte in die Wüste,
Parallelstellen zum Vers 1 Sam 26,3: Hachila 23,19
1 Sam 26:4: da sandte David Kundschafter aus und erfuhr mit Gewissheit, dass Saul gekommen war.
1 Sam 26:5: Und David machte sich auf und kam an den Ort, wo Saul sein Lager hatte; und David sah den Ort, wo Saul mit seinem Heerführer Abner, dem Sohn Ners, lag; denn Saul lag in der Wagenburg, und das Volk lagerte um ihn her.
Parallelstellen zum Vers 1 Sam 26,5: Abner 14,50; 17,55
1 Sam 26:6: Da redete David und sprach zu Achimelech, dem Hetiter, und zu Abisai, dem Sohn der Zeruja, dem Bruder Joabs, so: Wer will mit mir zu Saul in das Lager hinabsteigen? Und Abisai sprach: Ich will mit dir hinabsteigen!
Parallelstellen zum Vers 1 Sam 26,6: Hetiter Gen 10,15; 2Sam 23,39; Abischai 1Chr 2,16; 11,20
1 Sam 26:7: So kamen David und Abisai zum Volk bei Nacht, und siehe, Saul lag da und schlief in der Wagenburg, und sein Speer steckte in der Erde bei seinem Kopfende. Abner aber und das Volk lagen um ihn her.
1 Sam 26:8: Da sprach Abisai zu David: Gott hat deinen Feind heute in deine Hand ausgeliefert! Und nun will ich ihn doch mit dem Speer an den Boden spießen, nur einmal, dass ich es zum zweiten Mal nicht nötig habe!
Parallelstellen zum Vers 1 Sam 26,8: 24,5; 2Sam 16,9
1 Sam 26:9: David aber sprach zu Abisai: Verdirb ihn nicht! Denn wer könnte seine Hand an den Gesalbten des Herrn legen und unschuldig bleiben?
David möchte Saul nicht töten
In 1 Samuel 26,9erleben wir, wie David und seine Männer die Gelegenheit bekommen, Sauls Leben zu beenden, als dieser schlafend in einem Lager liegt. David entscheidet sich jedoch bewusst dagegen, Saul zu töten, obwohl ihm sein Feind hilflos ausgeliefert ist. Diese Szene zeigt Davids tiefes Vertrauen in Gottes Gerechtigkeit und seinen Glauben an eine göttliche Ordnung. David versteht, dass es nicht seine Aufgabe ist, Sauls Leben zu nehmen, sondern dass Gott selbst über das Schicksal Sauls entscheiden wird. Diese Haltung spiegelt Davids Demut und Geduld wider, die uns ein Beispiel für den Umgang mit Konflikten und ungerechten Situationen im eigenen Leben geben kann. Hier wird deutlich, dass wahre Führung und Glaube auch in schwierigen Momenten Geduld und Vertrauen erfordern.
Parallelstellen zum Vers 1 Sam 26,9: Hand 24,6–8; 2Sam 1,14; 19,22; Ps 57,1
1 Sam 26:10: Weiter sprach David: So wahr der Herr lebt, sicherlich wird der Herr ihn schlagen, oder seine Zeit wird kommen, dass er stirbt oder in einen Krieg zieht und umkommt.
Parallelstellen zum Vers 1 Sam 26,10: 25,38.39; Ps 94,23; Röm 12,19; Zeit Hi 14,5; Ps 37,13; Pred 9,12; wegger. 31,6
1 Sam 26:11: Der Herr aber lasse es fern von mir sein, dass ich meine Hand an den Gesalbten des Herrn lege! So nimm nun den Speer an seinem Kopfende und den Wasserkrug, und lass uns gehen!
Parallelstellen zum Vers 1 Sam 26,11: Hand 26,9; 24,6–8
1 Sam 26:12: So nahm David den Speer und den Wasserkrug vom Kopfende Sauls, und sie gingen weg; und es war niemand, der es sah, noch merkte, noch erwachte, sondern sie schliefen alle; denn ein tiefer Schlaf von dem Herrn war auf sie gefallen.
Denn ein tiefer Schlaf von dem Herrn war auf sie gefallen
In 1. Samuel 26,12 steht, dass David und Abischai in das Lager Sauls eindringen und feststellen, dass alle Soldaten in einen tiefen Schlaf gefallen sind. Diese tiefe Ruhe, die von Gott geschenkt wurde, ermöglicht es David, unbemerkt an Saul vorbeizugehen und sogar Sauls Speer und Wasserkrug zu stehlen. Diese Szene verdeutlicht, dass Gott die Kontrolle über die Umstände hat und dass selbst in gefährlichen Situationen göttliche Fürsorge wirkt. David nutzt die Gelegenheit, um zu zeigen, dass er keinen persönlichen Rachefeldzug gegen Saul führen will, sondern auf Gott vertraut. Diese Geschichte lehrt uns Geduld und Vertrauen, dass Gott zur rechten Zeit eingreift und uns die nötige Weisheit und Kraft gibt, um Herausforderungen zu begegnen.
Parallelstellen zum Vers 1 Sam 26,12: Schlaf Gen 2,21; 15,12; Hi 4,13; 33,15; Jes 29,10
1 Sam 26:13: Als nun David auf die andere Seite hinübergegangen war, stellte er sich von ferne auf die Spitze des Berges, sodass ein weiter Raum zwischen ihnen war.
1 Sam 26:14: Und David rief dem Volk und Abner, dem Sohn Ners, zu und sprach: Antwortest du nicht, Abner? Und Abner antwortete und sprach: Wer bist du, dass du dem König so zurufst?
1 Sam 26:15: Und David sprach zu Abner: Bist du nicht ein Mann? Und wer ist dir gleich in Israel? Warum hast du denn deinen Herrn, den König, nicht bewacht? Denn es ist einer vom Volk hineingekommen, um deinen Herrn, den König, umzubringen!
Parallelstellen zum Vers 1 Sam 26,15: 2Sam 3,38
1 Sam 26:16: Das war nicht gut, was du getan hast. So wahr der Herr lebt, ihr seid Kinder des Todes, dass ihr euren Herrn, den Gesalbten des Herrn, nicht bewacht habt! Und nun, siehe, wo ist der Speer des Königs und der Wasserkrug, der an seinem Kopfende war?
1 Sam 26:17: Da erkannte Saul die Stimme Davids und sprach: Ist das deine Stimme, mein Sohn David? David sprach: Es ist meine Stimme, mein Herr und König!
Parallelstellen zum Vers 1 Sam 26,17: 24,17
1 Sam 26:18: Und weiter sprach er: Warum verfolgt mein Herr seinen Knecht? Denn was habe ich getan? Und was ist Böses in meiner Hand?
Parallelstellen zum Vers 1 Sam 26,18: 24,10; Joh 18,23
1 Sam 26:19: So möge doch nun mein Herr, der König, auf die Worte seines Knechtes hören: Reizt der Herr dich gegen mich, so lasse man ihn ein Speisopfer riechen; tun es aber Menschenkinder, so seien sie verflucht vor dem Herrn, dass sie mich heute aus der Gemeinschaft am Erbteil des Herrn verstoßen, indem sie sagen: Geh hin, diene anderen Göttern!
Parallelstellen zum Vers 1 Sam 26,19: aufgest. 2Sam 16,10; 24,1; riechen Lev 2,2; aber Spr 6,16–19; 30,10; Göttern Dtn 13,2–5
1 Sam 26:20: So falle nun mein Blut nicht auf die Erde fern von dem Angesicht des Herrn; denn der König von Israel ist ausgezogen, um einen Floh zu suchen, wie man einem Rebhuhn nachjagt auf den Bergen!
Parallelstellen zum Vers 1 Sam 26,20: Floh 24,15
1 Sam 26:21: Da sprach Saul: Ich habe gesündigt! Komm wieder, mein Sohn David, ich will dir künftig kein Leid antun, weil heute mein Leben in deinen Augen wertvoll gewesen ist! Siehe, ich habe töricht gehandelt und mich schwer vergangen!
Ich habe gesündigt
1. Samuel 26,21 zeigt Davids Feind, König Saul, in einem Moment der Reue und Einsicht. Nachdem David ihm das Leben verschont hat, erkennt Saul seinen Irrtum und gesteht seine Fehler. Saul sagt: „Ich habe gesündigt; komm zurück, mein Sohn David, denn du hast mir heute Gutes getan, mir aber das Böse erwiesen.“ Dies ist ein bedeutender Moment, der Davids integren Charakter hervorhebt und Sauls Kampf gegen seinen Neid und seine Fehlentscheidungen verdeutlicht.
Diese Szene spiegelt wider, wie auch die mächtigsten Menschen zu Fehlern neigen und zur Einsicht kommen können. Sie lehrt uns Demut und die Wichtigkeit, Gutes auch in schwierigen Situationen zu tun. Davids Vergebung steht als Beispiel für menschliche Größe und die Kraft des Verzeihens.
Parallelstellen zum Vers 1 Sam 26,21: gesünd. 15,24; 24,18; töricht 13,13
1 Sam 26:22: David antwortete und sprach: Siehe, hier ist der Speer des Königs; einer der Burschen soll herüberkommen und ihn holen!
1 Sam 26:23: Der Herr aber wird jedem vergelten nach seiner Gerechtigkeit und seiner Treue; denn der Herr hat dich heute in meine Hand gegeben; ich aber wollte meine Hand nicht an den Gesalbten des Herrn legen.
Parallelstellen zum Vers 1 Sam 26,23: 24,11; vergelt. Ps 18,21.27; 62,13
1 Sam 26:24: Und siehe, wie heute dein Leben in meinen Augen wertgeachtet gewesen ist, so möge mein Leben wertgeachtet werden vor den Augen des Herrn, und er möge mich aus aller Bedrängnis erretten!
Parallelstellen zum Vers 1 Sam 26,24: rett. 2Sam 4,9; 22,1; 2Sam 4,9; 1Kön 1,29; Ps 34,20; 54,9; 2Kor 1,9.10; 2Tim 4,18
1 Sam 26:25: Saul sprach zu David: Gesegnet seist du, mein Sohn David! Du wirst es gewiss tun und vollenden! — David aber ging seines Weges, und Saul kehrte wieder an seinen Ort zurück.
Parallelstellen zum Vers 1 Sam 26,25: 24,16.20.21.23; Jes 54,17
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