2 Samuel 2 Sam 12. Kap.: Auslegung, Kommentar und Andacht zur Bibel
Inhaltsverzeichnis
Christliche Bibel – Auslegung, Kommentar, Andacht, Impuls, Erklärung, Bedeutung bzw. Predigt zum Buch 2. Samuel 2 Sam 12. Kap
Zu 2 Sam 12. Kap.
In 2 Samuel 12 wird die Geschichte von Nathan, dem Propheten, erzählt, der König David wegen seiner Sünde mit Bathseba und der Ermordung von Uria zur Rechenschaft zieht. Nathan verwendet eine Parabel von einem reichen Mann, der das einzige Schaf eines armen Mannes stiehlt, um Davids Herz zu treffen. David verurteilt den „reichen Mann“ in der Parabel, ohne zu erkennen, dass er selbst gemeint ist. Nathan offenbart ihm, dass er der Sünde schuldig ist. David bereut seine Taten und zeigt echte Reue. Gott vergibt ihm, doch die Konsequenzen seiner Sünde (z. B. der Tod des Kindes) bleiben. Diese Geschichte verdeutlicht Gottes Gnade und die Wichtigkeit von Reue und Buße.
2 Sam 12,1-25: Nathans Strafrede und Davids Reue
2 Sam 12:1: Und der HERR sandte Nathan zu David. Als dieser zu ihm kam, sprach er zu ihm: Es waren zwei Männer in einer Stadt, der eine reich, der andere arm.
Zum Abschnitt 2 Sam 12,1-25
In 2. Samuel 12,1-25 konfrontiert der Prophet Nathan König David mit seinem sündhaften Verhalten gegenüber Uria und Batseba. Er erzählt ihm ein Gleichnis über einen reichen Mann, der einem armen Mann sein einziges Lamm raubt. David empört sich, woraufhin Nathan ihn mit den Worten „Du bist der Mann!“ zur Rechenschaft zieht.
David erkennt seine Schuld und bereut seine Tat. Doch obwohl Gott ihm vergibt, muss er die Konsequenzen tragen: Das Kind von Batseba stirbt. Dennoch zeigt Gottes Gnade sich später in der Geburt Salomos, den Gott segnet.
Die Passage lehrt, dass Sünde Konsequenzen hat, aber echte Reue zu Gottes Gnade führt. Sie erinnert an Gottes Gerechtigkeit, aber auch an seine Barmherzigkeit für reuige Sünder.
Bote Gottes sein
Als Prophet von Gott beauftragt musste Nathan Davids Sünde beim Namen nennen. Er tat es mutig, geschickt und mit Einfühlungsvermögen. Wenn wir nun jemanden mit einer unangenehmen Mitteilung konfrontieren müssen, sollten wir um den gleichen Mut, Geschick und vor allem Einfühlungsvermögen beten. Wenn wir möchten, dass unser Gegenüber konstruktiv reagiert, sollten wir gründlich überlegen, was wir sagen werden. Die Art und Weise, wie wir unsere Mitteilung präsentieren, könnte genauso wichtig sein wie das, was wir sagen.
Zu einem ausgereiften Charakter gehört ein verständnisvolles Einfühlungsvermögen, wie Christus es besaß. Ellen G. White
2 Sam 12:2: Der Reiche hatte sehr viele Schafe und Rinder;
2 Sam 12:3: der Arme aber hatte nichts als ein einziges Lämmlein, das er gekauft hatte; und er nährte es, sodass es bei ihm und mit seinen Kindern aufwuchs. Es aß von seinem Brot und trank aus seinem Becher und schlief in seinem Schoß, und er hielt es wie eine Tochter.
2 Sam 12:4: Als aber ein Reisender zu dem reichen Mann kam, da reute es ihn, von seinen eigenen Schafen und von seinen eigenen Rindern eines zu nehmen, um dem Wanderer, der zu ihm gekommen war, etwas zuzubereiten; da nahm er das Lamm des armen Mannes und bereitete es dem Mann zu, der zu ihm gekommen war.
2 Sam 12:5: Da entbrannte der Zorn Davids sehr gegen den Mann, und er sprach zu Nathan: So wahr der HERR lebt; der Mann, der dies getan hat, ist ein Kind des Todes!
2 Sam 12:6: Dazu soll er das Lamm vierfältig bezahlen, weil er dies getan und kein Erbarmen geübt hat!
2 Sam 12:7: Da sprach Nathan zu David: Du bist der Mann! So spricht der HERR, der Gott Israels: Ich habe dich zum König über Israel gesalbt, und ich habe dich aus der Hand Sauls errettet;
2 Sam 12:8: ja, ich habe dir das Haus deines Herrn gegeben, dazu die Frauen deines Herrn in deinen Schoß, und habe dir das Haus Israel und Juda gegeben; und wäre das zu wenig, so hätte ich noch dies und das hinzugefügt.
2 Sam 12:9: Warum hast du denn das Wort des HERRN verachtet, indem du tatest, was vor seinen Augen böse ist? Urija, den Hetiter, hast du mit dem Schwert erschlagen, und seine Frau hast du dir zur Frau genommen; ihn aber hast du durch das Schwert der Ammoniter umgebracht!
2 Sam 12:10: Nun soll auch von deinem Haus das Schwert nicht weichen ewiglich, weil du mich verachtet und die Frau Urijas, des Hetiters, genommen hast, dass sie deine Frau sei!
2 Sam 12:11: So spricht der HERR: Siehe, ich will aus deinem eigenen Haus Unglück über dich erwecken; und ich will deine Frauen vor deinen Augen nehmen und sie deinem Nächsten geben, dass er am helllichten Tag bei deinen Frauen liegt!
2 Sam 12:12: Denn du hast es heimlich getan; ich aber will diese Sache vor ganz Israel und am helllichten Tag tun!
2 Sam 12:13: Da sprach David zu Nathan: Ich habe gegen den HERRN gesündigt! Nathan sprach zu David: So hat auch der HERR deine Sünde hinweggenommen; du sollst nicht sterben!
Sünde und Reue Davids
David erkennt seine Schuld. Gott ist gnädig. Der König wird nicht mit dem Tod bestraft, den er selbst gefordert hatte. Voraussetzung war das Schuldbekenntnis. Uns selbst, aber auch Gott gegenüber aufrichtig zu sein, ist die Voraussetzung für alles. Wenn etwas in unserem Leben falsch läuft, wenn wir mit versteckten Sehnsüchten nicht mehr klar kommen, dann wollen wir zu Gott rufen, unsere Schuld bekennen und um Vergebung bitten. Dabei wollen wir nie vergessen, dass Gottes Gnade immer größer ist als unser Versagen. Wenn wir zu Gott umkehren, seine Vergebung annehmen und unsere Lebensweise ändern, schenkt er uns einen neuen Anfang. Dafür steht die Geburt Salomos.
Worte von Anselm Grün
Ich habe gegen den Herrn gesündigt. Vielleicht spüren Sie, wie dieses Bekenntnis Sie auf einmal befreit. Sie müssen nicht Ihr Leben lang in Sack und Asche herumlaufen. Wenn Sie es sich eingestehen, dass Sie Fehler gemacht und anderen geschadet haben, wandelt sich Ihr schlechtes Gewissen, das Sie verdrängt hatten. Sie spüren einen tiefen inneren Frieden. Denn mit dem Eingeständnis Ihrer Schuld erfahren Sie zugleich, dass Sie nicht aus der liebenden Hand Gottes fallen, sondern in sie hinein. Anselm Grün
2 Sam 12:14: Doch weil du den Feinden des HERRN durch diese Sache Anlass zur Lästerung gegeben hast, so wird auch der Sohn, der dir geboren wurde, gewisslich sterben!
2 Sam 12:15: Und Nathan ging heim. Und der HERR schlug das Kind, das die Frau Urijas dem David geboren hatte, sodass es todkrank wurde.
2 Sam 12:16: Und David flehte zu Gott wegen des Knaben; und David fastete und ging hinein und lag über Nacht auf der Erde.
David flehte zu Gott
In 2. Samuel 12,16 fleht König David intensiv zu Gott für das Leben seines schwer kranken Kindes. Er fastet, legt sich nachts auf den Boden und sucht Gottes Erbarmen. Dies zeigt seine tiefe Reue nach seiner Sünde mit Bathseba und dem Mord an Uria.
Davids Verhalten verdeutlicht drei geistliche Prinzipien: Buße, demütiges Gebet und das Bewusstsein, dass Gottes Wille letztlich entscheidend ist. Trotz Davids eindringlichem Flehen stirbt das Kind, was die Konsequenzen der Sünde unterstreicht. Dennoch bleibt Gott barmherzig und schenkt David später Salomo.
Diese Stelle lehrt uns, dass Gebet und Fasten Ausdruck der Hingabe sind, aber Gottes souveräne Entscheidungen respektiert werden müssen. Sie erinnert an die Kraft der Buße und die Hoffnung auf Gottes Gnade.
2 Sam 12:17: Da machten sich die Ältesten seines Hauses zu ihm auf und wollten ihn von der Erde aufrichten; er aber wollte nicht und aß auch kein Brot mit ihnen.
2 Sam 12:18: Und es geschah am siebten Tag, da starb das Kind. Und die Knechte Davids fürchteten sich, ihm zu sagen, dass das Kind tot sei, denn sie dachten: Siehe, als das Kind lebendig war, redeten wir mit ihm, und er hörte nicht auf unsere Stimme; wie viel mehr wird es ihm wehtun, wenn wir sagen: Das Kind ist tot!
2 Sam 12:19: Und David sah, dass seine Knechte leise miteinander redeten; da erkannte David, dass das Kind tot war, und David sprach zu seinen Knechten: Ist das Kind tot? Sie sprachen: Es ist tot!
2 Sam 12:20: Da erhob sich David von der Erde, wusch und salbte sich und zog andere Kleider an und ging in das Haus des HERRN und betete an. Und er kam in sein Haus und verlangte, dass man ihm Brot vorsetzte, und er aß.
Davids Reaktion auf den Tod seines Kindes
In 2. Samuel 12,20 reagiert David auf den Tod seines Kindes. Nachdem er gefastet und um Gottes Gnade gefleht hat, steht er auf, wäscht sich, salbt sich, zieht neue Kleider an und betet im Haus des Herrn. Danach isst er wieder. Diese Reaktion zeigt seine tiefe Ehrfurcht vor Gott. Obwohl er trauert, akzeptiert er Gottes Entscheidung und wendet sich im Vertrauen und Gehorsam wieder Gott zu. Es ist ein Zeichen von Reue, aber auch von Hoffnung. David erkennt, dass er das Geschehene nicht ändern kann, aber weiterhin mit Gott leben muss. Die Stelle lehrt uns, dass trotz Leid und Verlust die Anbetung und das Vertrauen in Gott nicht verloren gehen sollten.
2 Sam 12:21: Da sprachen seine Knechte zu ihm: Was hat das zu bedeuten, was du da tust? Als das Kind lebte, hast du um seinetwillen geweint und gefastet; nun aber, da das Kind gestorben ist, stehst du auf und isst Brot?
2 Sam 12:22: Er sprach: Als das Kind noch lebte, da habe ich gefastet und geweint, weil ich dachte: Wer weiß, ob der HERR mir nicht gnädig sein wird, sodass das Kind am Leben bleibt?
2 Sam 12:23: Nun aber, da es tot ist, was soll ich fasten? Kann ich es wieder zurückholen? Ich werde wohl zu ihm gehen, es wird aber nicht wieder zu mir zurückkehren!
2 Sam 12:24: Und David tröstete seine Frau Bathseba, und er ging zu ihr ein und lag bei ihr. Und sie gebar einen Sohn, und er gab ihm den Namen Salomo. Und der HERR liebte ihn.
David tröstete seine Frau
In 2. Samuel 12,24 tröstet David seine Frau Batseba nach dem Tod ihres ersten Kindes. Sie werden erneut Eltern, und ihr Sohn Salomo wird von Gott geliebt. Diese Stelle zeigt Gottes Gnade und Wiederherstellung trotz Davids vorheriger Schuld. Obwohl David durch Ehebruch und Mord gesündigt hatte, segnete Gott ihn und Batseba mit einem Kind, das später ein bedeutender König wurde. Das hebräische Wort für „lieben“ (אָהֵב, ahav) unterstreicht Gottes besondere Gunst für Salomo. Dies verdeutlicht, dass Gott Menschen trotz ihrer Fehler segnen und neue Hoffnung schenken kann. Die Passage lehrt Buße, göttliche Vergebung und die Möglichkeit eines Neuanfangs durch Gottes Barmherzigkeit.
2 Sam 12:25: Und Er sandte ihm eine Botschaft durch den Propheten Nathan und gab ihm den Namen Jedidjah, um des HERRN willen.
2 Sam 12, 26-31: Eroberung der Hauptstadt der Ammoniter
2 Sam 12:26: Joab aber kämpfte gegen die Ammoniterstadt Rabba und nahm die Königsstadt ein.
Zum Abschnitt 2 Sam 12,26-31
In 2. Samuel 12,26-31 wird berichtet, wie Joab die ammonitische Hauptstadt Rabba erobert und David auffordert, den letzten Schlag selbst zu führen, um den Sieg für sich zu beanspruchen. David nimmt Rabba ein, setzt die Krone des Königs auf und unterwirft das Volk zu harter Arbeit.
Diese Passage zeigt Davids militärische Stärke, aber auch seine pragmatische Herrschaft. Sie verdeutlicht die Konsequenzen des Krieges: Eroberung bringt Ruhm, aber auch Unterdrückung. Zudem wird Davids Herrschaftsanspruch unterstrichen, während Joab als loyaler Feldherr agiert. Dennoch wirft die Behandlung der Besiegten ethische Fragen auf, die in biblischer Theologie und Moral diskutiert werden.
2 Sam 12:27: Und Joab sandte Boten zu David und ließ ihm sagen: Ich habe gegen Rabba gekämpft und auch die Wasserstadt eingenommen.
2 Sam 12:28: So sammle nun das übrige Volk und belagere die Stadt und erobere du sie, damit nicht ich sie erobere und sie nach meinem Namen genannt wird!
2 Sam 12:29: Da sammelte David das ganze Volk und zog hin nach Rabba und kämpfte gegen die Stadt und nahm sie ein.
2 Sam 12:30: Und er nahm die Krone ihres Königs von dessen Haupt, deren Gewicht ein Talent Gold betrug und die mit Edelsteinen besetzt war; und sie kam auf das Haupt Davids. Er führte auch sehr viel Beute aus der Stadt.
2 Sam 12:31: Auch das Volk darin führte er weg, und er stellte sie an die Sägen und an eiserne Werkzeuge und an eiserne Beile und brachte sie zu den Ziegelformen. So machte er es mit allen Städten der Ammoniter. Dann kehrte David samt dem ganzen Volk wieder nach Jerusalem zurück.
Hier geht’s zu einer Auslegung von G. de Koning zu 2 Samuel 2 Sam 12. Kap.
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