Tägliche Andacht mit Wochenthema und Bibelkommentar

Brief an die Philipper Kap. 4: Auslegung und Kommentar

Hier findet ihr einen Kommentar und eine Auslegung zum Brief an die Philipper.

Philipper: Der persönliche Brief von der Freude: Wie Paulus der Gemeinde in Philippi persönlich dankt und die Gläubigen dort praktisch ermutigt, Christus mit Freude zu folgen.

Vertragt euch! (Phil 4,1-3)

Phil 4,1: Im Herrn fest stehen

Steht fest im Herrn, Geliebte! Phil 4,1

Deshalb bleibt dem Herrn absolut treu, meine lieben Geschwister! Ich sehne mich nach euch, denn ihr seid meine Freude und die Belohnung für meine Arbeit. Phil 4:1

Im Herrn Christus fest stehen gibt uns eine geistliche Festigkeit, die uns in den Stürmen des Lebens hält. Stehen wir fest in ihm, hält er uns. Verlieren wir daher nie den Mut. Sage immer wieder am Tag von Herzen „Jesus hilft“ und du wirst sehen, dass er es tun wird. Sein Friede macht uns in den Schwierigkeiten ruhig. Seine Gnade genügt uns in jeder Situation. Habe ich einen festen Glauben und ein tiefes Vertrauen, kann mich nichts beunruhigen! Mut bedeutet, sich den Situationen des Lebens zu stellen, nicht alleine, sondern mit ihm und aus der Gewissheit heraus, dass er, der König in Ewigkeit ist, uns trägt, ruft und uns mit seinem Frieden segnet alle Tage unseres Lebens.

Phil 4:2: Streit zwischen zwei Frauen

Und nun habe ich eine herzliche Bitte an Evodia und Syntyche: Bitte vertragt euch als Schwestern im Glauben! Phil 4:2

Und dich, mein treuer Syzygus, bitte ich, den beiden zu helfen! Phil 4:3

Paulus ermahnt beide Frauen gleichermaßen, keine der beide mehr oder weniger als die andere. Die Gleichheit der Ermahnung wird durch jeweils gleiche Wortwahl und –stellung erreicht. Beiden Frauen kommt die gleiche Verantwortung bei der Streitbeilegung zu, womit ausgeschlossen ist, dass die Schuld von einer der beiden Frauen der Widersacherin zugeschoben und infolgedessen von deren Initiative die Versöhnung abhängig gemacht wird.

Weil „in Christus“ ein ganz bestimmter Lebenswandel gefordert ist, kann Paulus die beiden Frauen, die diesen Lebenswandel zumindest im Hinblick auf die fehlende Eintracht nicht zu befolgen scheinen, zur Besinnung ermahnen. Hinter der Ermahnung, eines Sinnes zu sein, scheint die Vorstellung zu stehen, dass die ganze Christenheit den Leib Christi bildet, wobei jeder Christ ein Glied des Leibes darstellt. Dabei sollte jedes Glied an dem Ergehen eines anderen Gliedes Anteil nehmen, also mitleiden oder sich mitfreuen (vgl. 1 Kor 12,12-26). Die geforderte Eintracht umfasst also vermutlich sowohl die gleiche Lebenshaltung und die gleichen Verhaltensweisen – hier konkret Friedfertigkeit – als auch die Anteilnahme am Ergehen des anderen.

Ich bin froh, dass wir nicht wissen, worum es bei dem Streit ging. Normalerweise bin ich dankbar für Unwissenheit zu solchen Themen; – aber als Heilmittel für Meinungsverschiedenheiten sagt der Apostel: ‚Freut euch allezeit im Herrn.‘ Menschen, die sehr glücklich sind, besonders diejenigen, die im Herrn sehr glücklich sind, neigen weder dazu, Anstoß zu erregen noch Anstoß zu nehmen. Ihr Geist ist so liebevoll mit höheren Dingen beschäftigt, dass sie sich nicht so leicht von den kleinen Schwierigkeiten ablenken lassen, die unter solch unvollkommenen Geschöpfen, wie wir es sind, natürlicherweise entstehen. Freude am Herrn ist das Heilmittel für alle Zwietracht. Spurgeon

Freut euch! (Phil 4,4-9)

Phil 4,4: Freut euch

Freut euch in Gemeinschaft mit dem Herrn! Ich sage es noch einmal: Freut euch! Phil 4:4

Nochmals Paulus Freude basierte nicht so sehr auf einem sonnigen Optimismus oder einer positiven Geisteshaltung, sondern auf dem Vertrauen, dass Gott die Kontrolle hatte. Es war wirklich eine Freude im Herrn .

Freude ist das Schlüsselwort des Briefes. Insgesamt 17 mal kommt es vor. Freude kann man nicht befehlen! Das hängt von meiner Gefühlslage ab. Und Paulus tut es doch, im Gefängnis sitzend, seinen Tod erwartend. Es geht ihm um die tiefer gehende Freude, die in Not und Schwierigkeit nicht angetastet wird. Es ist eine Freude, welche die Not nicht leugnet, aber gerade in der Not Gott findet, erkennt, dass wir dem Herrn gehören. Ja: Der Ursprung der Freude ist die Beziehung zu Christus, denn Christus ist die Freude.

Kinder Gottes müssen immer Frieden und Freude verbreiten. Josemaría Escrivá

Betont wiederholt hier Paulus den Aufruf zur Freude! Der Kern ist, dass diese christliche Freude unabhängig von unseren Umständen ist. Die Freude in Gott hängt davon ab, ob ein Mensch sich sowohl auf hellen wie eben auch auf dunklen Wegen bei Gott weiß. Die Freuden der Welt dagegen dürfen wir zwar genießen, immer aber im Bewusstsein, dass sie flüchtig sind und in ihnen nicht die wahre tiefe Freude zu finden ist. Die tiefe, ewige Freude verändert dagegen alles. Nicht nur unser Innenleben, sondern darin auch unser Verhältnis zu unseren Mitmenschen. Christliche Freude kann nie für sich isoliert betrachtet werden. Sie drängt nach aussen.

Phil 4:5: Sanftmut

Eure Sanftmut lasst alle Menschen erfahren! Der Herr ist nahe! Phil 4:5

Lasst alle sehen, wie herzlich und freundlich ihr seid! Der Herr kommt bald. Phil 4:5

Paulus benutzte ein interessantes altgriechisches Wort ( epieikeia ), das hier Sanftmut bedeutet . Andere Übersetzungen der Bibel übersetzen epieikeia als Geduld, Weichheit, der geduldige Geist, Bescheidenheit, Nachsicht, der nachsichtige Geist oder Großmut.

Der Herr ist nahe : Wenn wir im Bewusstsein der baldigen Wiederkunft Jesu leben, fällt es uns umso leichter, uns des Herrn zu freuen und allen Menschen gegenüber sanftmütig zu sein. Wir wissen, dass Jesus bei seiner Rückkehr jedes Unrecht bereinigen wird, und wir können darauf vertrauen, dass er in unserer auseinanderfallenden Welt die Dinge wieder in Ordnung bringt.

Phil 4,6: Sich keine Sorgen machen

Macht euch keine Sorgen! Ihr dürft in jeder Lage zu Gott beten. Sagt ihm, was euch fehlt, und dankt ihm! Phil 4:6

Macht euch keine Sorgen, sondern bringt eure Anliegen im Gebet mit Bitte und Danksagung vor Gott! Phil 4:6

Keine Sorgen machen! Sich nicht den Kopf zerbrechen. Nicht verzweifeln. Auch wenn wir das nie voll und ganz schaffen in unserer Unvollkommenheit, so ist es doch die Richtung in die wir gehen. Wenn wir mit Christus verbunden sind, der uns nahe ist, werden wir durch seine Gnade auch geistlich wachsen und immer standhafter werden und nicht bei jedem kleinen Windchen, das uns entgegen weht in Angst und Sorge verfallen. Wir dürfen eben nie und nimmer vergessen, dass er uns immer und überall nahe ist. Und doch tun wir Ihn gerade im Strudel des Alltags immer wieder doch vergessen und lassen uns dann von diesem Alltag überwältigen. Und da steht dann dieser schlichte, aber für unser Leben so elementar wichtige Satz: Sagt ihm, was euch fehlt und dankt ihm !!!

Phil 4,7: Frieden im Herzen

Der Friede Gottes, der allen Verstand übersteigt, wird eure Herzen und eure Gedanken bewahren in Christus Jesus! Phil 4:7

Und sein Frieden, der alles menschliche Denken weit übersteigt, wird euer Innerstes und eure Gedanken beschützen, denn ihr seid ja mit Jesus Christus verbunden. Phil 4:7

Um den Frieden unserer Seelen in Jesus zu finden und zu bewahren, ist es notwendig, immer wieder auch los zu lassen, vor allem sich selbst, im Blick auf den gekreuzigten Jesus, der sein Leben los ließ. Viel zu häufig hängt unser Herz an vielen anderen Dingen, schöne wie nicht so schöne (materieller Besitz, Sorgen, Beziehungen etc.). Eine wachsende und inniger werdende Jesusbeziehung und der damit einhergehende innere Frieden hängt wesentlich mit diesem „Loslassen-Können“ zusammen. Das Evangelium beginnt mit dem Frieden und es schließt mit dem Frieden, um uns zu lehren, dass dies das Erbe ist, dass Gott uns, seinen Kindern, hinterlassen hat. Der Friede des Herrn sei mit dir und begleite dich durch den heutigen Tag.

Das Maß unseres inneren Friedens ist das Maß unserer Hingabe, also unserer Loslösung. Jacques Philippe

Ansonsten denkt über das nach, meine Geschwister, was wahr, was anständig und gerecht ist! Richtet eure Gedanken auf das Reine, das Liebenswerte und Bewundernswürdige; auf alles, was Auszeichnung und Lob verdient! Phil 4:8

Und handelt nach dem, was ihr von mir gelernt und gehört, und was ihr auch an mir gesehen habt! Dann wird der Gott des Friedens mit euch sein. Phil 4:9

Ich danke euch herzlich (Phil 4,10-22)

Ich kann in Armut leben und mit Überfluss umgehen. Ich bin in alles eingeweiht. Ich weiß, wie es ist, satt zu sein oder zu hungern; ich kenne Überfluss und Mangel. Phil 4:12

Phil 4,13: Kraft und Stärke durch Christus

Alles kann ich durch Christus, der mir Kraft und Stärke gibt. Phil 4:13

Durch den, der mich stark macht, kann ich in allem bestehen. Phil 4:13

Dieses Wort enthält die unumstößliche Verheißung, daß Gott seine Kinder nicht verläßt, wenn sie Ihn nicht verlassen. Mit Gott habe ich alles. Er allein genügt. Er gibt KRAFT und STÄRKE! Ob ich nun weltlich gesehen wenig oder viel habe, kann ich mit beidem zufrieden sein, weil ich eben in ihm alles habe. Aus seinem großen Reichtum gibt Gott uns durch Jesus Christus alles, was ihr zum Leben brauchen.

Aber es war sehr lieb von euch, dass ihr an meinen Schwierigkeiten Anteil genommen habt. Phil 4:14

Phil 4:18: Duft eines Opfers

Im Augenblick habe ich alles, was ich brauche. Es ist mehr als genug. Durch das, was Epaphroditus von euch überbracht hat, bin ich reichlich versorgt. Diese Gabe ist wie der Duft eines Opfers, das Gott sehr erfreut. Phil 4:18

Paulus beschrieb die Gabe der Philipper mit Begriffen, die uns an Opfer im Alten Testament erinnern ( Genesis 8:21 , Exodus 29:18 , 29:25 und 29 :41 ). Unser Geben für Gottes Werk ähnelt den alttestamentlichen Opfern, die auch die Person, die das Opfer bringt, viel kosten. Bullen und Widder waren damals nicht billig.

Phil 4:19: Fürsorgender Gott

Mein Gott wird euch durch Jesus Christus aus seiner überaus reichen Herrlichkeit alles geben, was ihr braucht. Phil 4:19

Spurgeon dachte, dass dieser Vers eine großartige Illustration dieses wunderbaren Wunders in 2. Könige 4:1-7 sei, wo Elisa der Witwe sagte, sie solle leere Gefäße sammeln, sie hinstellen und das Öl aus dem einen kleinen Gefäß mit Öl, das sie hatte, ausgießen in die leeren Gefäße. Sie füllte und füllte und füllte auf wundersame Weise, bis jedes leere Gefäß voll war.

All unsere Not ist wie die leeren Gefäße. Gott ist derjenige, der die leeren Gefäße füllt. Sein Reichtum an Herrlichkeit beschreibt den Stil, in dem Gott die leeren Gefäße füllt – das Öl fließt weiter, bis jedes verfügbare Gefäß gefüllt ist. Durch Christus Jesus beschreibt, wie Gott unsere Bedürfnisse erfüllt – unsere leeren Gefäße werden von Jesus in seiner ganzen Herrlichkeit gefüllt

Gott, unserem Vater, gebührt alle Ehre für immer und ewig. Amen. Phil 4:20

Die Gnade des Herrn Jesus Christus sei mit euch! Phil 4:23

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Mein Name ist Joachim Brenner. Ich arbeite als Lehrer für Kinder und Jugendliche mit einer körperlichen Behinderung. Den täglichen christlichen Impuls schreibe ich seit 2014.

Ich in der Wüste