Christliche Andachten

Jesaja Jes 11. Kap.: Auslegung, Kommentar, Andacht bzw. Predigt

Auslegung, Kommentar, Andacht bzw. Predigt zu ausgewählten Bibelversen aus dem Buch Jesaja Jes 11. Kapitel

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Jes 11,1-10: Friedensreich des Messias

Jes 11,1: Was von Davids Königshaus noch übrig bleibt, gleicht einem abgehauenen Baumstumpf. Doch er wird zu neuem Leben erwachen: Ein junger Trieb sprießt aus seinen Wurzeln hervor.

Der junge Trieb Jesus

Radikal kommt vom lateinischen radix und bedeutet Wurzel. Advent ist eine Zeit, um radikal zu werden, d.h. zu erkennen, wo unsere Wurzel ist, zu entdecken: Ich habe mich nicht selbst gepflanzt! Ich weiß, wo ich herkomme. Ich habe in diesem aus der Wurzel Jesse gewachsenen Baum Christus eine Heimat, die auch mich wie einen lebendigen Baum dem Himmel entgegenwachsen lässt im Tun seines Willens. Gemäß seinem Willen zu leben ist der Weg, um unsere eigentliche Identität, die Wahrheit unseres Seins zu finden, während das Sich-Trennen von Gott, von der Wurzel, uns von uns selbst entfernt und uns in die Leere stürzt. Interessant: Nazareth heißt zu deutsch so viel wie Sprossdorf.

Diese prophetische Vision von Baumstumpf und Zweig weist auf Jesus hin. Der junge Trieb ist das Jesuskind, dessen Geburt wir an Weihnachten feiern. Friedenskönig wird er genannt. Es ist doch bezeichnend, dass die fast alle Auferstehungsberichte mit dem Friedensgruß unseres Herrn beginnen. Er hat den Frieden mit Gott gebracht. Doch dabei bleibt es nicht. Er sendet. Er weist uns den Weg in seiner Nachfolge. Darum: Lasst uns mit ganzem Herzen betrachten, woher wir kommen und wohin wir wollen und dann, was wir tun und vorhaben, damit wir nicht das ewige und höchste Gut verlieren. 

Jes 11,2: Und auf ihm wird ruhen der Geist des Herrn, der Geist der Weisheit und des Verstandes, der Geist des Rats und der Kraft, der Geist der Erkenntnis und der Furcht des Herrn.

Der Geist des Herrn soll auf ihm ruhen

Der Zweig , der aus dem scheinbar toten Baumstumpf kommt, lebt nicht gerade noch. Es ist voller Leben und voller Geist des Herrn. Wir sehen hier, dass der Messias sieben – die Zahl der Fülle und Vollendung – Aspekte des Geistes des Herrn hat.

Der Geist der Weisheit ist auf dem Messias

Jesus ist in allen Dingen vollkommen weise. Er zeigte dies während seines irdischen Dienstes, und Er zeigt es jetzt in Seinem andauernden Dienst im Himmel für Sein Volk. 1. Kor 1:30 sagt, dass Jesus für uns Weisheit von Gott wurde . Es ist nicht nur so, dass Jesus Weisheit hat. Er ist Weisheit.

Gabe der Weisheit für uns

Es handelt sich nicht einfach um die menschliche Weisheit, die Frucht von Wissen und Erfahrung ist. Die Weisheit ist die Gnade, alles mit den Augen Gottes sehen zu können. Manchmal sehen wir die Dinge nach unserem Gutdünken oder nach unserer Herzenslage, mit Liebe oder mit Hass, mit Neid. Nein, das ist nicht das Auge Gottes. Alle Dinge mit den Augen Gottes sehen. Dies kommt aus der Vertrautheit mit Gott, aus der innigen Beziehung, die wir zu Gott haben, aus der Kindesbeziehung zum Vater. Und wenn wir diese Beziehung haben, schenkt uns der Heilige Geist die Gabe der Weisheit. Wenn wir in Gemeinschaft mit dem Herrn stehen, dann verklärt der Heilige Geist gleichsam unser Herz und lässt es seine ganze Wärme und seine besondere Liebe spüren. Papst Franziskus

Der Heilige Geist macht den Christen weise. Jedoch nicht in dem Sinne, dass er auf alles eine Antwort hat, dass er alles weiß, sondern in dem Sinne, dass er um Gott weiß, dass er weiß, wie Gott handelt, dass er erkennt, wann etwas von Gott kommt und wann es nicht von Gott kommt. Wir haben in uns, in unserem Herzen, den Heiligen Geist. Wir können auf ihn hören, wir können nicht auf ihn hören. Er lehrt uns diesen Weg der Weisheit, schenkt uns die Weisheit, die bedeutet, mit den Augen Gottes zu sehen, mit den Ohren Gottes zu hören, mit dem Herzen Gottes zu lieben, die Dinge mit dem Urteil Gottes zu beurteilen. Das ist die Weisheit, die der Heilige Geist uns schenkt, und wir alle können sie haben. Wir müssen nur den Heiligen Geist darum bitten.

Der Geist des Verstandes ist auf dem Messias

Jesus versteht alle Dinge, und er versteht uns vollkommen. Er ist perfekt dafür geeignet, unser mitfühlender Hohepriester im Himmel zu sein.

Gabe der Einsicht für uns

Es handelt sich bei der Gabe der Einsicht nicht um die menschliche Intelligenz, mit der wir mehr oder weniger begabt sein können. Die Gabe der Einsicht ist vielmehr eine Gnade, die im Christen die Fähigkeit erweckt, über das Äußere der Wirklichkeit hinauszugehen und die Tiefen der Gedanken Gottes und seines Heilsplans zu ergründen. Das bedeutet natürlich nicht, dass ein Christ alles verstehen und die Pläne Gottes vollständig erkennen kann. All das wartet weiter darauf, in seiner ganzen Klarheit offenbart zu werden, wenn wir vor dem Angesicht Gottes stehen und wirklich mit ihm eins sein werden. Wie jedoch das Wort selbst sagt, gibt die Einsicht die Fähigkeit zum Hineinzusehen. Diese Gabe lässt uns die Dinge so verstehen, wie Gott sie versteht, mit der Erkenntnis Gottes.

Wer einsichtig ist, kann zugeben, dass auch andere Recht haben. Wer einsichtig ist, kann auch wenn es für ihn oder sie nicht leicht ist Fehler zugeben und zu ihnen stehen. Wer einsichtig ist, kann, weil er oder sie sich in das Gegenüber hineinzuversetzen vermag, aber auch fair mit den Fehlern anderer umgehen. Wer einsichtig ist, beweist Größe. 

Man kann eine Situation mit dem menschlichen Verstand, mit Klugheit, verstehen, und das ist gut. Aber eine Situation in der Tiefe zu verstehen, wie Gott sie versteht, ist die Auswirkung dieser Gabe. Es ist die Gabe, durch die der Heilige Geist uns in die Vertrautheit mit Gott führt und uns teilhaben lässt an dem Plan der Liebe, den er mit uns hat. Der heilige Geist öffnet unseren Verstand, er öffnet uns, um besser zu verstehen, um die Dinge Gottes besser zu verstehen, die menschlichen Dinge, die Situationen, alles. Die Gabe der Einsicht ist wichtig für unser christliches Leben. Bitten wir den Herrn um sie, auf dass er uns, auf dass er uns allen diese Gabe schenke, um das, was geschieht, zu verstehen, so wie er es versteht, und um vor allem das Wort Gottes im Evangelium zu verstehen. Die Lehren Jesu verstehen, sein Wort verstehen, das Evangelium verstehen, das Wort Gottes verstehen.

Der Geist des Rates ist auf dem Messias

Jesus hat uns jederzeit einen vollkommenen Rat zu geben. Er hat sowohl die Weisheit als auch das Verständnis, um ein perfekter Ratgeber zu sein.

Gabe der Einsicht für uns

Durch die Gabe des Rates erleuchtet Gott selbst, mit seinem Geist, unser Herz und lässt uns so verstehen, wie wir richtig sprechen, uns verhalten und welchem Weg wir folgen sollen. Wie aber wirkt diese Gabe in uns? In dem Augenblick, in dem wir den Heiligen Geist annehmen und in unserem Herzen wohnen lassen, beginnt er sofort, uns für seine Stimme empfänglich zu machen und unsere Gedanken, unsere Empfindungen und unseren Willen nach dem Herzen Gottes auszurichten. Gleichzeitig bringt er uns immer mehr dazu, den inneren Blick auf Jesus zu richten, als Vorbild für unser Handeln und dafür, wie wir uns zu Gott, dem Vater, und den Brüdern in Beziehung setzen sollen.

Der Geist gibt uns Rat, aber wir müssen dem Geist Raum schenken, damit er uns Rat geben kann. Und Raum schenken bedeutet beten, beten, auf dass er komme und uns stets helfen möge.

Der Rat ist die Gabe, mit der der Heilige Geist unser Gewissen befähigt, eine konkrete Entscheidung zu treffen in Gemeinschaft mit Gott, der Logik Jesu und seines Evangeliums folgend. Auf diese Weise lässt uns der Geist innerlich wachsen, lässt uns positiv wachsen, lässt uns in der Gemeinschaft wachsen und hilft uns, nicht dem Egoismus und der eigenen Sicht der Dinge preisgegeben zu werden. In inniger Verbundenheit mit Gott und im Hören auf sein Wort legen wir langsam unsere persönliche Logik beiseite und lernen vielmehr, den Herrn zu fragen: Was ist dein Wunsch? Was ist dein Wille? Was gefällt dir?

Umgekehrt bestärkt uns die Gabe des Rates dabei, unseren Mitmenschen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen und sie voll Empathie im Guten zu beraten, wenn gerade guter Rat teuer ist. Ob wir nun Rat geben oder empfangen: Guter Rat schenkt Orientierung und schützt vor falschen oder überstürzten Entscheidungen. Wir müssen in der oft lauten Welt offen und aufmerksam sein, um diese manchmal vielleicht recht leisen, beratenden Signale des Heiligen Geistes wahrzunehmen, zu entschlüsseln und auf sie zu reagieren.  Denn auch wenn wir uns Rat und Unterstützung von anderen holen – die Entscheidung liegt letztlich bei uns selbst.

Wir wissen, wie wichtig es ist, in schwierigen Augenblicken auf die Ratschläge weiser Menschen zählen zu können, die uns wohl wollen. Papst Franziskus

Der Geist der Stärke ist auf dem Messias

Jesus hat die Stärke zu tun, was er tun möchte. Viele Menschen würden uns helfen, wenn sie könnten, sind aber machtlos. Andere mögen die Macht haben, uns zu helfen, aber sie kümmern sich nicht um uns. Jesus hat sowohl die Liebe als auch die Macht , uns zu helfen.

Gabe der Erkenntnis für uns

Es gibt schwierige Augenblicke und extreme Situationen. Wir alle kennen Menschen, die schwierige Situationen, viel Leid erlebt haben. Der Herr kommt immer, um uns in unserer Schwäche zu stützen, und er tut dies mit einer besonderen Gabe: der Gabe der Stärke. Aber man darf nicht meinen, die Gabe der Stärke sei nur bei einigen Gelegenheiten oder in besonderen Situationen notwendig. Diese Gabe muss den Grundton unseres Christseins darstellen, in unserem ganz gewöhnlichen täglichen Leben. Wir müssen an allen Tagen des täglichen Lebens stark sein, brauchen diese Stärke, um unser Leben, unsere Familie, unseren Glauben voranzubringen. Wenn wir das tägliche Leben bewältigen müssen, wenn Schwierigkeiten auftreten, wollen wir daran denken: Alles vermag ich durch ihn, der mir Kraft gibt. Der Herr gibt die Kraft, immer, er lässt sie uns nicht fehlen.

Manchmal können wir versucht sein, uns von Trägheit oder schlimmer noch von Niedergeschlagenheit ergreifen zu lassen, vor allem angesichts der Mühen und der Prüfungen des Lebens. Verlieren wir in diesen Fällen nicht den Mut, bitten wir den Heiligen Geist, dass er durch die Gabe der Stärke unser Herz erheben und unserem Leben und unserer Nachfolge Jesu neue Kraft und Begeisterung schenken möge. Weiter: Auch wir selbst sind in der Lage, anderen Kraft zu spenden, damit auch ihnen gelingen kann, was sie sich vielleicht zunächst gar nicht zugetraut haben. Das passiert immer dann, wenn wir Mitmenschen unterstützen und ihnen Mut machen, wenn wir sie aufrichten und bestärken. Stärke zu zeigen ist auch in anderen Situationen angesagt: Da, wo wir unseren Überzeugungen treu bleiben und nicht einfach „Ja“ sagen, wenn wir „Nein“ meinen. Da, wo wir wach sind für das, was um uns herum geschieht. Da, wo wir aus Zivilcourage nicht wegschauen, sondern den Mund aufmachen, wenn es darauf ankommt. Da, wo wir zu uns und unseren Entscheidungen stehen und so die Welt bewegen. Da, wo wir voll Empfindsamkeit stark sind und Rückgrat zeigen.

Diese Gabe der Stärke ist eine wahre Hilfe, sie gibt uns Kraft, sie befreit uns auch von vielen Hindernissen. Papst Franziskus

Der Geist der Erkenntnis ist auf dem Messias

Jesus weiß alles. Er kennt unsere Herzen und Er kennt alle Tatsachen. Oft haben wir Entscheidungen getroffen, die anderen seltsam oder falsch vorkamen, weil sie nicht das Wissen hatten , das wir haben. Jesus hat Wissen , das wir nicht haben, also sollte es uns nicht überraschen, dass seine Entscheidungen uns oder anderen manchmal seltsam oder falsch erscheinen.

Gabe der Erkenntnis für uns

Die Erkenntnis ist eine Gabe, die uns die Größe und die Liebe Gottes und seine tiefe Beziehung zu jedem Geschöpf begreifen lässt. In den Augen Gottes sind wir das Schönste, das Größte, das Beste der Schöpfung. All das ist Grund für innere Ruhe und Frieden. Je mehr wir nun fähig werden, Schönes und Gutes zu erkennen, desto mehr wird unser Herz erfüllt. Ein Mensch kann viele schöne Dinge sehen, aber wenn er sie nicht wirklich aufnimmt und erkennt, dann geht er achtlos daran vorbei und sozusagen leer aus. Der Heilige Geist öffnet die Augen unseres Herzens, damit wir die Schönheit der Natur, das einmalige Wunder Mensch und viele weitere Dinge und auch Begebenheiten tiefer erkennen können. Der geisterfüllte Mensch kann jeden Tag viele Dinge sehen, die uns geschenkt sind und ein Grund zur Freude und Dankbarkeit sind.

Die Gabe der Erkenntnis, die durch den Heiligen Geist gewährt wird, kann als die Fähigkeit verstanden werden, ständig Gottes Hand in allen Dingen zu sehen. Wenn wir mit der Gabe des Wissens gesegnet sind, müssen wir nicht daran erinnert werden, dass Gottes ständig um uns herum wirkt: Wir wissen es einfach sofort. Die Gabe der Erkenntnis verleiht die Fähigkeit, die Welt aus der Perspektive Gottes zu betrachten und in schwierigen Situationen die richtigen Schlüsse zu ziehen und entsprechend zu handeln. Der heilige Geist hilft uns zu erkennen, was Gott mit uns vorhat, was unsere Aufgabe ist und wo unsere Hilfe gefragt ist.

Der Geist der Furcht des Herrn ist auf dem Messias

Jesus bewahrte sich bereitwillig an einem Ort der Unterwerfung, des Respekts und der Ehre gegenüber Gott dem Vater.

Gabe der Gottesfurcht  für uns

Die Gottesfurcht bedeutet nicht, Angst zu haben vor Gott: Wir wissen, dass Gott der Vater ist und dass er uns liebt und unser Heil will und stets vergibt; daher gibt es keinen Grund, vor ihm Angst zu haben! Die Gottesfurcht ist vielmehr die Gabe des Geistes, die uns daran erinnert, wie klein wir sind vor Gott und vor seiner Liebe, und dass unser Wohl darin besteht, uns mit Demut, mit Hochachtung und mit Vertrauen in seine Hände hinzugeben. Das ist die Gottesfurcht: die Hingabe an die Güte unseres Vaters, der uns so sehr liebt.

Die Gottesfurcht ist eine Gabe, die uns zu überzeugten, begeisterten Christen macht, die sich dem Herrn nicht aus Furcht unterwerfen, sondern weil sie von seiner Liebe bewegt und ergriffen sind!

Wenn der Heilige Geist in unserem Herzen Wohnung nimmt, dann schenkt er uns Trost und Frieden und führt uns dahin, uns so zu fühlen wie wir sind, also klein, mit der Haltung dessen, der all seine Sorgen und Erwartungen Gott überlässt und sich umgeben und getragen fühlt von seiner Wärme und von seinem Schutz, wie ein Kind bei seinem Vater! Das bewirkt der Heilige Geist in unserem Herzen: Er lässt uns spüren, dass wir Kinder sind in den Armen unseres Vaters. Denn oft können wir den Plan Gottes nicht begreifen und merken, dass wir nicht in der Lage sind, uns selbst unser Glück und das ewige Leben zuzusichern. Gerade in der Erfahrung unserer Grenzen und unserer Armseligkeit jedoch tröstet uns der Heilige Geist und lässt uns spüren, was allein wichtig ist: uns von Jesus in die Arme seines Vaters führen zu lassen.

Die Gottesfurcht schenkt uns ein Gespür für die Größe Gottes. Sie macht uns bewusst, wie groß Gott wirklich ist, auch wenn er all unsere Begrifflichkeiten und Vorstellungen übersteigt, auch wenn er für uns letztlich geheimnisvoll und unerklärlich bleibt. Ihm können wir uns voll Vertrauen zuwenden.

Gabe der Frömmigkeit für uns

Die sechste Gabe ist die Frömmigkeit. Zunächst klingt dieser Begriff vielleicht etwas verstaubt. Doch genau genommen verbirgt sich dahinter nichts anderes als eine enge Verbundenheit und Vertrautheit mit Gott. Die Frömmigkeit verweist auf unsere Zugehörigkeit zu Gott und unsere tiefe Bindung an ihn, eine Bindung, die unserem ganzen Leben Sinn schenkt und die uns standhaft macht, in Gemeinschaft mit ihm, auch in den schwierigsten und erschütterndsten Augenblicken. Diese Bindung an den Herrn darf nicht als eine Pflicht oder als etwas von außen Auferlegtes verstanden werden. Es ist eine Bindung, die von innen her kommt. Es handelt sich um eine mit dem Herzen gelebte Beziehung: Es ist unsere Freundschaft mit Gott, die uns von Jesus geschenkt ist, eine Freundschaft, die unser Leben verändert und uns mit Begeisterung, mit Freude erfüllt. Daher ruft die Gabe der Frömmigkeit in uns vor allem Lob und Dank hervor. Denn das ist der Grund und der wahrhaftigste Sinn unseres Gottesdienstes und unserer Anbetung.

Frömmigkeit ist gleichbedeutend mit kindlicher Vertrautheit mit Gott, mit jener Fähigkeit, in Liebe und Einfachheit zu ihm zu beten, die den von Herzen demütigen Menschen zu eigen ist.

Wenn die Gabe der Frömmigkeit uns in der Beziehung und in der Gemeinschaft mit Gott wachsen und uns als seine Kinder leben lässt, so hilft sie uns gleichzeitig, diese Liebe auch den anderen zuzuwenden. Die Gabe der Frömmigkeit bedeutet, fähig zu sein, sich mit den Frohen zu freuen, mit den Weinenden zu weinen, denen nahe zu sein, die allein oder betrübt sind, die Irrenden zurechtzuweisen, die Trauernden zu trösten, die Notleidenden anzunehmen und ihnen zu helfen. Vor allem besteht eine sehr enge Beziehung zwischen der Gabe der Frömmigkeit und der Sanftmut. Die Gabe der Frömmigkeit, die uns der Heilige Geist schenkt, macht uns sanftmütig, macht uns ruhig, geduldig, lässt uns im Frieden sein mit Gott, im Dienst der anderen mit Sanftmut.

Wahre Frömmigkeit bringt Heiligkeit und aufopfernde Liebe hervor. John Fullerton MacArthur

Jes 11,3: Und er wird sein Wohlgefallen haben an der Furcht des Herrn. Er wird nicht nach dem Augenschein richten, noch nach dem Hörensagen Recht sprechen.

Jes 11:4: ‭sondern er wird die Armen mit Gerechtigkeit richten und den Elenden im Land ein unparteiisches Urteil sprechen. Er wird die Erde mit dem Stab seines Mundes schlagen und den Gesetzlosen mit dem Hauch seiner Lippen töten.

Gerechten Herrscher

Diese Stelle kann interpretiert werden als die Verheißung eines gerechten Herrschers, der für die Unterdrückten und Benachteiligten einsteht. Es geht um eine Führungspersönlichkeit, die die Bedürfnisse der Schwachen und Benachteiligten im Blick hat und für Gerechtigkeit sorgt. Dies erinnert uns daran, dass Mitgefühl und Fürsorge wichtige Tugenden sind, die in jeder Herrschaftsposition und in unserem eigenen Handeln verankert sein sollten.

Jes 11,5: Gerechtigkeit wird der Gurt seiner Lenden sein und Wahrheit der Gurt seiner Hüften.

Gerechtigkeit und Wahrheit

In Jesaja 11,5 wird prophezeit, dass der Messias, Jesus Christus, mit Gerechtigkeit regieren wird. Dies bedeutet, dass er gerecht und fair handeln wird, ohne Parteilichkeit oder Ungerechtigkeit. Sein Urteil wird von Wahrheit und Aufrichtigkeit geleitet sein, und er wird die Welt nach den Maßstäben Gottes führen. Für mich persönlich bedeutet dies, dass ich Jesus als mein Vorbild betrachten sollte, um Gerechtigkeit und Wahrheit in meinem eigenen Leben zu leben. Ich sollte danach streben, wie er zu sein und anderen mit Liebe und Gerechtigkeit zu begegnen, um die Welt um mich herum positiv zu beeinflussen.

Jes 11,6: Da wird der Wolf bei dem Lämmlein wohnen und der Leopard sich bei dem Böcklein niederlegen. Das Kalb, der junge Löwe und das Mastvieh werden beieinander sein, und ein kleiner Knabe wird sie treiben.

Wolf und Lamm

Abstrakte Worte erreichen häufig nur den Verstand. In Worte gefasste Bilder dagegen haben das Potential, den „ganzen“ Menschen zu erreichen und bergen in sich den Schatz, die Perle, lebensverändernd zu wirken. In der heutigen Jesaja-Lesung ist eben so ein Bild. Ich habe dieses Bild erlebt:  Wenn wir uns zu Jesus hinwenden, den Weg zu uns für ihn frei machen, Hindernisse wegräumen, dann macht uns Jesus heil, ganz, er versöhnt die in uns widerstreitenden Kräfte, was zu dem Frieden führt, den er uns allen verheißen hat, dann wohnen Wolf und Lamm in mir friedlich beianander. Der Friede des Herrn sei mit euch.

Jes 11,7: Die Kuh und die Bärin werden miteinander weiden und ihre Jungen zusammen lagern, und der Löwe wird Stroh fressen wie das Rind.

Zeit des Friedens

In Jesaja 11,7 spricht die Bibel über die Zukunft, in der der Wolf mit dem Lamm weiden wird und der Leopard sich mit dem Zicklein niederlegen wird. Diese Bilder symbolisieren eine Zeit des Friedens und der Harmonie, in der Feindschaft und Gewalt überwunden sind. Für mich bedeutet das, dass Gottes Reich der Liebe und des Friedens alles umfassen wird, selbst die Natur wird in Harmonie sein. Es erinnert mich daran, dass Frieden und Versöhnung letztendlich möglich sind, auch zwischen den vermeintlich unvereinbaren Gegensätzen. Es ist eine Hoffnung, die uns dazu ermutigt, für eine Welt zu arbeiten, in der alle Geschöpfe in Einheit und Liebe leben können.

Jes 11,8: Der Säugling wird spielen am Schlupf­loch der Natter und der Entwöhnte seine Hand nach der Höhle der Otter ausstrecken.

Jes 11,9: Sie werden nichts Böses tun, noch verderbt handeln auf dem ganzen Berg meines Heiligtums; denn die Erde wird erfüllt sein von der Erkenntnis des Herrn, wie die Wasser den Meeresgrund bedecken.

Erfüllt sein von der Erkenntnis des Herrn

In Jesaja 11,9 heißt es, dass nach Gottes Reich die Erde mit der Erkenntnis des Herrn erfüllt sein wird, wie das Wasser den Meeresgrund bedeckt. Das bedeutet, dass in dieser Zeit die Menschen ein tiefes Verständnis für Gottes Weisheit und Liebe haben werden, vergleichbar mit der allumfassenden Natur des Meeres. Diese Auslegung zeigt, dass Gottes Reich eine Zeit des vollkommenen Friedens und der spirituellen Erfüllung sein wird, in der die Menschen in Harmonie mit Gott und untereinander leben werden. Es ist eine Verheißung von Einheit, Erleuchtung und Liebe, die Hoffnung und Trost bietet.

Jes 11,10: Und es wird geschehen an jenem Tag, da werden die Heidenvölker fragen nach dem Wurzelspross Isais, der als Banner für die Völker dasteht; und seine Ruhestätte wird Herrlichkeit sein.

Heidenvölker

Die Herrlichkeit der Herrschaft des Messias wird nicht nur für das jüdische Volk sein, sondern auch für die Heiden. Er wird wie ein Banner für die Menschen stehen , hoch erhoben, um alle Völker zu sich zu ziehen.

Jes 11,11-16: Der Herr wird sein Volk zurück holen

Jes 11:11: ‭Und es wird geschehen an jenem Tag, da wird der Herr zum zweiten Mal seine Hand ausstrecken, um den Überrest seines Volkes, der übrig geblieben ist, loszukaufen aus Assyrien und aus Ägypten, aus Patros und Kusch und Elam und Sinear, aus Hamat und von den Inseln des Meeres.

Jes 11:12: ‭Und er wird für die Heidenvölker ein Banner aufrichten und die Verjagten Israels sammeln und die Zerstreuten Judas zusammenbringen von den vier Enden der Erde.

Jes 11:13: ‭Und die Eifersucht Ephraims soll weichen, und die Widersacher Judas sollen ausgerottet werden; Ephraim wird Juda nicht mehr beneiden, und Juda wird Ephraim nicht mehr bedrängen;

Jes 11:14: ‭sondern sie werden den Philistern auf die Schulter fliegen nach Westen und gemeinsam die Söhne des Ostens plündern. Nach Edom und Moab greift ihre Hand, und die Ammoniter gehorchen ihnen.

Jes 11:15: ‭Auch wird der Herr die ägyptische Meereszunge zerteilen und mit der Glut seines Hauches seine Hand über den Strom schwingen und ihn zu sieben Bächen zerschlagen, sodass man mit Schuhen hindurchgehen kann.

Jes 11:16: ‭Und es wird eine Straße vorhanden sein für den Überrest seines Volkes, der übrig geblieben ist, von Assyrien her, wie es für Israel eine gab an dem Tag, als es aus dem Land Ägypten hinaufzog.

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Das war eine Auslegung, Kommentar, Andacht bzw. Predigt zu ausgewählten Bibelversen aus dem Jesaja Jes 11. Kapitel


Jes 11

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Mein Name ist Joachim Brenner. Ich arbeite als Lehrer für Kinder und Jugendliche mit einer körperlichen Behinderung. Ich bin katholisch, jedoch mit einem zutiefst ökumenischen Geist. Christ ist derjenige, der Christus nachfolgt. Den täglichen christlichen Impuls schreibe ich seit 2014. Durch kurze und doch tiefgehende Worte zu einzelnen Bibelversen und einem jeweiligen Wochenthema möchte ich Geschwistern im Glauben Unterstützung in ihrem geistlichen Leben geben.