Tägliche Andacht mit Wochenthema und Bibelkommentar

Zefanja – Auslegung und Kommentar

Hier findet ihr eine Auslegung und einen Kommentar über das Buch Zefanja

Kapitel 1

Zef 1:1: Inhalt des Buchs

‭Das Wort des Herrn, das an Zephanja erging, den Sohn Kuschis, des Sohnes Gedaljas, des Sohnes Amarjas, des Sohnes Hiskias, in den Tagen Josias, des Sohnes Amons, des Königs von Juda:‭ Zef 1:1

Das Buch Zefanja umfasst zwar nur drei Kapitel, die aber haben es in sich. Mit Donnerstimme verkündet der Prophet, der gegen 630 v. Chr. sein Wirken in Jerusalem beginnt, das Gottesgericht über Juda und daran anschließend über die Völker. Er sieht einem schrecklichen Tag des Zorns entgegen, dem niemand entfliehen kann. Seine Bilder sind furchterregend, geradezu verstörend; es war eben seine Art, solch schweres Geschütz aufzufahren, um die Menschen wachzurütteln, besonders die, die es sich auf Kosten anderer gut gehen ließen und sich ganz nonchalant in Sicherheit wähnten, weil für sie der HERR weit weg war (Zef 1,12). Das konnte Zefanja so nicht stehen lassen, denn aus jüdischer Glaubenssicht war Gott stets mit seinem Volk. Die göttliche Strafe für ihr Fehlverhalten würde sie deshalb auch mit Sicherheit ereilen. Das Anprangern von kultischem Verfall und sozialen Missständen sind Urgestein prophetischer Anklage, genauso wie der positive Schlussakkord der Errettung durch den HERRN. Sie wird in extremis all jenen geschenkt, die sich ihm wieder zuwenden (Rest von Israel). Selbst die Völker sind in diesem Heilsgeschehen miteingeschlossen (Zef 3,9–10). Das universalistisch verstandene Heilsangebot Gottes ist keine christliche Erfindung, es ist schon seit Langem im jüdischen Glauben fest verankert! Te Drum – Maria Lasch

Zef 1:7: Tag des Herrn

‭Seid still vor dem Angesicht GOTTES, des Herrn! Denn nahe ist der Tag des Herrn; denn der Herr hat ein Schlachtopfer zu­bereitet, er hat seine Geladenen geheiligt.‭ Zef 1:7

Der große Tag des Herrn ist nahe : Der Begriff Tag des Herrn (mehr als 25 Mal in der Bibel verwendet) bezieht sich nicht unbedingt auf einen bestimmten Tag; es spricht von „Gottes Zeit“. Die Idee ist, dass jetzt der Tag des Menschen ist, aber der Tag des Menschen wird nicht ewig dauern. Eines Tages wird der Messias den Tag der Menschen beenden und den Tag des Herrn hervorbringen .

Kapitel 2

Zef 2,1: Bewusstes Leben

Geht in euch und kommt endlich zur Besinnung! Zef 2:1

Das, was wir jeden Tag oft unbewusst tun, sollten wir bewusster wahrnehmen. Wenn ich morgens aufstehe, mache ich mir bewusst: Ich stehe auf, ich gehe in den Tag hinein. Ich verlasse das bequeme Bett. Ich verlasse die passive Rolle des Zuschauers. Ich nehme teil am Leben. Ich versäume es nicht. Ich stehe auf, um mich auf den Weg zu machen. Ich mache mich auf den Weg zu Gott. Mein Weg geht letztlich immer auf ihn zu. Aber ich stehe auch auf, um mich auf den Weg zu den Menschen zu machen. Ich gehe aufrecht und aufgerichtet durch den Tag, um auch Menschen in meiner Umgebung aufzurichten. Dann erahne ich bei jedem Aufstehen am Morgen etwas vom Geheimnis der Auferstehung, welche die Grundlage unseres ganzen Lebens ist. Anselm Grün

Zef 2:2: Eile ist geboten

‭Wie Spreu ‭verweht‭, geht der Tag vorüber! Zef 2:2

Jeder Tag vergeht wie Spreu , und es gibt für den Tag nichts zu zeigen, wenn wir das Wichtigste vernachlässigen. Wie leicht ist es doch, die Tage wie Spreu vergehen zu lassen und nie mit Gott ins Reine zu kommen! Oft ist die mächtigste Lüge des Teufels nicht, dass es keinen Gott, keine Bibel oder keine Wahrheit gibt – oft ist seine mächtigste Lüge, dass es keine Eile gibt . Trotzdem ist heute der Tag der Erlösung

Sucht den Herrn, alle ihr Demütigen im Land, die ihr sein Recht übt! Sucht Gerechtigkeit, sucht Demut; vielleicht werdet ihr Bergung finden am Tag des Zorns des Herrn! Zef 2:3

Kapitel 3

Zef 3:2: Sie hat nicht

Wehe der widerspenstigen und be­fleckten, der grausamen Stadt! Zef 3:1

Sie hat nicht auf die Warnung gehört, die Züchtigung nicht angenommen; sie hat nicht auf den Herrn vertraut, sich nicht zu ihrem Gott genaht! Zef 3:2

Sie hat nicht: Indem der Prophet diese vier Sätze wiederholte, zeigte er uns die Wurzel der Sünde Jerusalems. Sie hat seiner Stimme nicht gehorcht : Gott rief sein Volk, aber sie hörten nicht. Wenn es eine Stimme gibt, der die Schafe gehorchen sollen, dann ist es die Stimme des Hirten – aber sie hat Seiner Stimme nicht gehorcht. Sie hat nicht auf den HERRN vertraut : Gott hat ihr nie einen Grund gegeben, das Vertrauen auf Ihn zu verlassen; Er hat sich nie als untreu oder nicht vertrauenswürdig erwiesen. Jetzt wird Gottes Volk Gottes Wort und Verheißungen offen leugnen und widersprechen und zeigen, dass es nicht auf den HERRN vertraut hat. Sie hat sich ihrem Gott nicht genähert : Das schlimmste Vergehen wurde für zuletzt aufgehoben. Gott sehnte sich nach einer Beziehung zu Seinem Volk, aber sie lehnten Seinen Wunsch ab und gingen ihre eigenen Wege, sodass sie sich ihrem Gott nicht näherten .

Zef 3:5: Der Herr ist gerecht

Der Herr ist gerecht in ihrer Mitte, er tut kein Unrecht: Jeden Morgen stellt er sein Recht ins Licht, er lässt es an nichts fehlen; aber der Verkehrte weiß nichts von Scham! Zef 3:5

Dies machte die Ungerechtigkeit seines Volkes noch verbrecherischer und tragischer. Gott war ihnen gegenüber nichts als gerecht gewesen , und doch reagieren sie mit Sünde. Schließlich stellen sie sich auf die falsche Seite von Gottes Gerechtigkeit und stellen sich seiner Gerechtigkeit 

Zef 3,9: Reine Lippen

Dann aber will ich den Völkern andere, reine Lippen geben, dass sie alle den Namen des Herrn anrufen und ihm einträchtig dienen. Zef 3:9

Worte wirken. Worte sind wichtig. Worte bleiben. Es sind ja vor allem die Worte Jesu, die uns berühren. Mit Worten bete ich zu Gott. Mit Worten trete ich auch in den zwischenmenschlichen Dialog. Hier können sie positiv wie negativ wirken, verbinden oder spalten. Die Macht der Zunge ist wahrlich groß und Jesus mahnt uns mehrmals, auf die Wahl unserer Worte zu achten. Ja, Worte sind wichtig. Bitten wir daher mit Herzen darum, dass Gott unsere Lippen reinige.

Und ich will in deiner Mitte ein demütiges und geringes Volk übrig lassen; das wird auf den Namen des Herrn vertrauen. Zef 3:12

Jauchze, du Tochter Zion; juble, Israel! Freue dich und sei fröhlich von ganzem Herzen, du Tochter Jerusalem! Zef 3:14

Denn der Herr hat die Gerichte von dir abgewendet, er hat deinen Feind weggeräumt. Der Herr, der König Israels, ist in deiner Mitte; du brauchst kein Unheil mehr zu fürchten! Zef 3:15

Zef 3:16: Fürchte dich nicht

In jenen Tagen wird man zu Jerusalem sagen: Fürchte dich nicht! Zion, lass deine Hände nicht sinken! Zef 3:16

Zu wissen, dass dies die zärtliche Liebe und Fürsorge Gottes für uns ist, sollte uns veranlassen, auf zwei Arten zu reagieren. Erstens fürchten wir uns nicht – wenn der Mächtige uns liebt und sich so an uns erfreut, wovor können wir dann Angst haben? Zweitens lassen wir eure Hände nicht schwach werden – da wir wissen, dass dieser mächtige Herr der Liebe für uns ist, wollen wir mit all unserer Energie für ihn da sein. Wir werden in unserem Dienst für Ihn nicht schwach oder müde.

Fürchte dich nicht.‘ Was! Nichtmal ein bisschen? Nein, ‚Fürchte dich nicht.‘ Aber sicher darf ich ein gewisses Zittern zeigen? Nein, ‚Fürchte dich nicht.‘ Binde diesen Knoten fest um die Kehle des Unglaubens. „Fürchte dich nicht“: weder an diesem Tag noch an irgendeinem Tag deines Lebens. Wenn die Angst kommt, vertreibe sie; gib ihm keinen Platz. Wenn Gott in seiner Liebe ruht und wenn Gott singt, was hast du mit Furcht zu tun? Spurgeon

Zef 3,17: Gelassen in Gottes Mitte

Der Herr, dein Gott, ist in deiner Mitte, ein Held, der rettet; er wird sich über dich freuen mit Wonne, er wird still sein in seiner Liebe, er wird über dich jubelnd frohlocken. Zef 3:17

Diese Passage gibt uns bestimmte Schritte zum Trost, wie wir das verstehen: Der HERR ist in deiner Mitte. Der HERR ist in deiner Mitte mit rettender Kraft. Gott hat Freude an dir. Gott gibt dir Ruhe in seiner Liebe. Gott singt über dich. Wir unterschätzen oft die Freude, die Gott an seinem Volk hat, und denken zu oft, dass Gott verärgert oder verärgert über uns ist.

Wichtig ist, dass Gelassenheit dunklen Wolken nicht einfach blind übersieht. Dann wäre Gelassenheit vielmehr Gleichgültigkeit und Resignation. Nein! Gelassenheit lässt diese dunklen Wolken an den Himmel unserer Seele, in die Tiefe unseres Herzens gelangen und verwandelt sie dort, so dass diese dunklen Wolken uns zwar emotional berühren (und das ist gut so!), aber dennoch nicht das in unserer Seele strahlende Licht Gottes betrüben. Das führt zu einer gottverbundenen Gelassenheit, die Hoffnung und Zuversicht ausstrahlt. Ja und zur Übung unseres Glaubens sind Wolken und Dunkelheit notwendig, um uns zu veranlassen, dass wir unser Vertrauen allein auf Christus setzen.

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Tägliche Andacht

Mein Name ist Joachim Brenner. Ich arbeite als Lehrer für Kinder und Jugendliche mit einer körperlichen Behinderung. Den täglichen christlichen Impuls schreibe ich seit 2014.

Ich in der Wüste