Tägliche Andacht mit Wochenthema und Bibelkommentar

Haggai: Auslegung und Kommentar

Hier findet ihr eine Auslegung und einen Kommentar über das Buch Haggai

Der Prophet Haggai ruft zum Wiederaufbau des Tempels auf. Der neue Tempel ist Bild des neuen Heils, das Gott uns verheißt. Jesus hat dieses Bild aufgegriffen. Er ist selbst der Tempel, das Haus Gottes. Und er lädt uns ein, uns von seinem Geist durchdringen zu lassen, damit auch wir Tempel Gottes werden. Anselm Grün

Kapitel 1

Haggai 1:1: Inhalt des Buchs

Im zweiten Jahr des Königs Darius, am ersten Tag des sechsten Monats, erging das Wort des Herrn durch den Propheten Haggai an Serubbabel, den Sohn Schealtiels, den Statthalter von Juda, und an Jeschua, den Sohn Jozadaks, den Hohenpriester. Haggai 1:1

Damit ist Haggai der erste unter den nachexilischen Kleinen Propheten. Von den 12 kleinen Propheten sprachen die ersten 9, bevor Juda gefangen weggeführt und nach Babylon verbannt wurde. Die letzten 3 kleinen Propheten (Haggai, Sacharja, Maleachi) sprachen jeweils zu denen, die aus dem 70-jährigen Exil zurückkehrten.

Sehr kurz war die Wirkungszeit des Propheten Haggai, wenige Monate des Jahres 520 vor Christus. Seine dringende Botschaft richtet sich an das aus dem Exil heimgekehrte Volk. Es geht ihm schlicht gesagt um Prioritäten. Der Wiederaufbau des Tempels kommt nicht vorwärts, wobei als Begründung wirtschaftliche Gründe genannt werden. Diese Argumentation stellt er infrage, bzw. auf den Kopf. Weil das Haus Gottes in Trümmern liegt, geht es dem Volk schlecht, so argumentiert er. Der Rückzug ins Private, in die getäfelten Häuser, bringt dem Volk weder Reichtum, noch Erfüllung und Zufriedenheit. In einem Bild gesprochen: Wo das Haus Gottes – der Tempel – im Zentrum steht, kann sich darum herum Gemeinschaft bilden, die Wohlstand und Erfüllung ermöglicht. Die Frage nach den Prioritäten stellt sich auch heute, ganz persönlich und strukturell. Welchen Platz hat Gottes Haus in unserer persönlichen, gesellschaftlichen und kirchlichen Wirklichkeit? Und in meiner ganz persönlichen?

Haggai 1:2 : Niederlegen der Arbeit

So spricht der Herr der Heerscharen: Dieses Volk sagt: Es ist noch nicht die Zeit, zu kommen, die Zeit, um das Haus des Herrn zu bauen! Haggai 1:2

Trotz des glorreichen Anfangs wurde die Arbeit nach zwei Jahren eingestellt, versunken in Entmutigung und entgleist durch mangelnde Konzentration. Als Haggai prophezeite, wurde das Fundament des Tempels gelegt und der Altar wieder aufgebaut, aber der Tempel war noch nicht wieder aufgebaut.

Das Volk entschuldigte sich geistlich. Sie konnten sich nicht gegen die Idee aussprechen, den Tempel zu bauen, also sprachen sie sich gegen seinen Zeitplan aus . Sie sagten: Es ist nicht Gottes Zeitplan, den Tempel wieder aufzubauen

Haggai 1,3 : Falsche Prioritäten

Da erging das Wort des Herrn durch den Propheten Haggai folgendermaßen: Ist es aber für euch an der Zeit, in euren getäfelten Häusern zu wohnen, während dieses Haus in Trümmern liegt? Haggai 1:3‭-‬4

Die Leute sagten, dass es nicht an der Zeit sei, den Tempel wieder aufzubauen, aber ihre Taten sagten, dass es an der Zeit sei, in hübsch wiederaufgebauten Häusern zu leben. Das Problem waren einfach falsch geordnete Prioritäten. Sie waren damit zufrieden, die Sache des Herrn auf Kosten ihres Komforts leiden zu lassen. Stattdessen hätten sie keine Ruhe spüren sollen, bis das Werk Gottes so erfolgreich war wie ihr persönliches Leben, und sie hätten genauso bereit sein sollen, für das Werk Gottes Opfer zu bringen, wie sie es für ihren persönlichen Komfort und Luxus waren.

Haggai 1,5: Achtet auf eure Wege

Und nun, so spricht der Herr der Heerscharen: Achtet doch aufmerksam auf eure Wege! Haggai 1:5

Denke über deine Wege nach: Die hebräische Redewendung für diesen Satz lautet wörtlich „Lege dein Herz auf deine Straßen“. Haggai fordert Gottes Volk auf, darüber nachzudenken, in welche Richtung sich ihr Leben entwickelt hat und ob sie wirklich wollten, dass es so weitergeht.

Haggai 1:6: Wirkungslose Aktivität

Ihr sät viel und bringt wenig ein; ihr esst und werdet doch nicht satt; ihr trinkt und habt doch nicht genug; ihr kleidet euch und werdet doch nicht warm; und wer einen Lohn verdient, der legt ihn in einen durchlöcherten Beutel! Haggai 1:6

Wenn unsere Prioritäten falsch sind, wird uns nichts zufrieden stellen. Jede Errungenschaft offenbart bald, dass es noch etwas mehr geben muss, etwas, das wirklich befriedigen kann. Nichts füllt die von Gott geformte Leere in unserem Leben, außer Ihn an die erste Stelle zu setzen.

Ich kenne keine Stelle in der Bibel, die die fieberhafte, aber wirkungslose Aktivität unserer Zeit besser beschreibt. Boice

Haggai 1:7: Nochmals – Achtet auf eure Wege

Achtet doch aufmerksam auf eure Wege! Hag 1:7

Geht auf das Bergland und holt Holz und baut das Haus! Dann werde ich Wohlgefallen daran haben und verherrlicht werden, spricht der Herr. Hag 1:8

Es kommt eine zweifache Aufforderung Gottes. Er sagt in Haggai 1,5: Richtet euer Herz auf eure Wege., und in Vers 7 noch einmal Richtet euer Herz auf eure Wege. Beim ersten Mal verbindet er es mit der Aufforderung, zurückzublicken. Schaut einmal, was euch eure eigenen Anstrengungen eingebracht haben. Hat es euch wirklich weitergebracht? Ihr habt für eure irdischen Interessen gerackert, aber es ist nicht wirklich was dabei herausgekommen. Es ist alles vergänglich. Und dann fordert er sie auf, nach vorne zu blicken. Er sagt: Arbeitet für meine Interessen, baut das Haus. Auch jetzt macht es Sinn. Es erfreut und verherrlicht mich.

Es war Zeit für Gottes Volk, damit anzufangen, sich darum zu kümmern, Ihm zu gefallen, statt sich selbst. An ihren schönen Häusern und ihrem wohlhabenden Leben erfreuten sie sich und wurden verherrlicht; nun war der Herr an der Reihe.

Ihr habt viel erwartet, doch siehe, es wurde wenig daraus; und brachtet ihr es heim, so blies ich es weg! Warum das? So spricht der Herr der Heerscharen: Um meines Hauses willen, das in Trümmern liegt, während jeder von euch eilt, um für sein eigenes Haus zu sorgen! Haggai 1:9

Haggai 1:13: Gott ist da

Ich bin mit euch! Haggai 1:13

Gott war da, um sie zu ermutigen und zu stärken für die Arbeit. Er bevollmächtigt und ermutigt uns immer, das zu tun, was er befiehlt.

Und der Herr erweckte den Geist Serubbabels, des Sohnes Schealtiels, des Statthalters von Juda, und den Geist Jeschuas, des Sohnes Jozadaks, des Hohenpriesters, und den Geist des ganzen Überrestes des Volkes, sodass sie kamen und die Arbeit am Haus des Herrn der Heerscharen, ihres Gottes, in Angriff nahmen. Haggai 1:14

Kapitel 2

Haggai 2:3: Gegen die Entmutigung

Wer von euch kann sich noch daran erinnern, wie prächtig der Tempel vor seiner Zerstörung war? Und was seht ihr jetzt an seiner Stelle entstehen? Ihr meint, es wäre im Vergleich dazu nichts! Haggai 2:3

Aber ich, der Herr, sage: Lasst den Mut nicht sinken, Serubbabel und Jeschua! Und ihr Menschen von Juda, seid stark und arbeitet weiter! Denn ich, der Herr, der allmächtige Gott, stehe euch bei. Haggai 2:4

Solche Vergleiche zwischen „der guten alten Zeit“ und der Gegenwart – oder zwischen dem Wirken Gottes an verschiedenen Orten und Zeiten – sind selten förderlich. Es tat den Menschen zu Haggais Zeiten nicht gut, daran zu denken, wie großartig Solomons Tempel im Vergleich zu ihren eigenen Wiederaufbauarbeiten war.

Die Kleinheit unserer Gaben mag für uns eine Versuchung sein. Wir sind bewusst so schwach und so unbedeutend, verglichen mit dem großen Gott und seiner großen Sache, dass wir entmutigt sind und es für vergeblich halten, irgendetwas zu versuchen. . . der Feind kontrastiert unsere Arbeit mit der anderer und mit der derer, die uns vorangegangen sind. Wir tun so wenig im Vergleich zu anderen Menschen, also lasst uns aufgeben. Wir können nicht wie Salomo bauen, also lasst uns überhaupt nicht bauen. Doch, Brüder, in all dem liegt eine Lüge, denn in Wahrheit ist nichts Gottes würdig. Die großartigen Werke anderer und sogar die erstaunlichen Werke Salomos blieben alle hinter seiner Herrlichkeit zurück. Spurgeon

Haggai 2,5: Gott ist bei uns

Mein Geist bleibt mitten unter euch. Habt also keine Angst! Haggai 2:5

Das Licht kommt in die Dunkelheit. Gott selbst ist das Licht, die aufgehende Sonne. Diese letzten Verse des Alten Testaments sind voller Hoffnung. Unserer Glaube sagt uns, dass Gott diese Welt in seinen Händen hält und daß er trotz allen Dunkels siegt. Ganz gleich wie das Leben jetzt aussieht: Gott hält die Zukunft in der Hand und wird alles zum Guten wenden. Wir, die wir Gott geliebt und ihm gedient haben, freuen uns auf ein fröhliches Fest. Wir können diese Hoffnung haben, wenn wir Gott in Bezug auf unser Leben vertrauen.

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Mein Name ist Joachim Brenner. Ich arbeite als Lehrer für Kinder und Jugendliche mit einer körperlichen Behinderung. Den täglichen christlichen Impuls schreibe ich seit 2014.

Ich in der Wüste