Tägliche Andacht mit Wochenthema und Bibelkommentar

Brief an die Römer: Kap. 12 – Auslegung und Kommentar

Hier findet ihr eine Auslegung und einen Kommentar über den Brief an die Römer Kap. 12

Das Leben ist ein Gottesdienst (Röm 12,1-8)

Röm 12,1: Seid ein lebendiges Opfer, das Gott dargebracht wird und ihm gefällt. Ihm auf diese Weise zu dienen ist der wahre Gottesdienst und die angemessene Antwort auf seine Liebe.

Röm 12,1: ‭Weil Gott uns solches Erbarmen geschenkt hat, liebe Geschwister, ermahne ich euch nun auch, dass ihr euch mit Leib und Leben Gott als lebendiges und heiliges Opfer zur Verfügung stellt. An solchen Opfern hat er Freude, und das ist der wahre Gottesdienst.‭

Führe ein Leben in der Hingabe an Gott! Stelle dein ganzes Leben Gott zur Verfügung! Das Leben besitzt den Wert eines Gottesdienstes, weil ich mich in meinem Leben mit dem Herzen ganz und gar dem Herrn hingebe. Auch wenn ich schwach bin, strebe ich danach der Liebe des Herrn mit meinem Sein zu entsprechen. Wir opfern unser Leben dem Herrn, bringen unser Leben da als lebendiges, heiliges und Gott wohlgefälliges Opfer immer und immer wieder. Das ist der Gottesdienst des Lebens. Dieser Gottesdienst dauert täglich 24 Stunden. Das, was nun ab Röm 12,3 folgt sind vielfache Beispiele, wie das konkret aussieht. 

Worte von Franziskus: Wir denken vielleicht, dass wir Gott die Ehre nur mit dem Gottesdienst und dem Gebet geben oder wenn wir lediglich einige ethische Vorschriften beachten – in der Tat kommt der Beziehung zu Gott der Vorrang zu –, und vergessen dabei, dass das Kriterium für die Beurteilung unseres Lebens vor allem darin besteht, was wir den anderen getan haben. Das Gebet ist wertvoll, wenn es eine tägliche liebende Hingabe fördert. Unser Gottesdienst ist dem Herrn wohlgefällig, wenn wir dort unsere Vorsätze, großherzig zu leben, hineintragen und wenn wir zulassen, dass die Gabe Gottes, die wir im Gottesdienst empfangen haben, in der Hingabe an die Brüder und Schwestern sichtbar wird. Franziskus

Worte von Rolf Aichelberger: an Gottes Barmherzigkeit liegt es, dass wir zu ihm gehören dürfen. Er will, dass wir uns ihm zuwenden und unser Leben ihm anvertrauen. Und wenn wir uns einmal auf ihn eingelassen haben und uns für einen gemeinsamen Weg mit ihm entschieden haben, dann liegt es an uns, diesen Weg auch konsequent weiter zu gehen und uns von ihm verändern zu lassen. Christen haben dieses große Ziel, das manche leider häufig aus den Augen verlieren: Sie sollen Christus ähnlicher werden. Mit allem, was Gott uns an Freuden und Leiden, an Erfolgen und Misserfolgen begegnen lässt, hat er dieses große Ziel vor Augen. Gott ist in seiner Barmherzigkeit in Jesus Christus als Mensch auf uns zugekommen. Jetzt liegt es an uns, unser -ganzes- Leben, mit allen Ecken und Kanten, mit allen Sorgen, Zweifeln, Ängsten, Freuden, Fehlern, also mit allem was unser Leben ausmacht, mit vollem Einsatz zu übergeben. Helfen lassen können wir uns dabei durch den Heiligen Geist, der in uns gelegt wird. Also lasst uns heute Gottesdienst halten und Zeit für unseren Gott haben. Lasst uns Gottesdienst halten und für unsere Umwelt, für unsere Mitmenschen ein lebendiges und heiliges Zeugnis sein, ein Zeugnis das Gott gefällt. Rolf Aichelberger

Röm 12,2: Passt euch nicht den Maßstäben dieser Welt an, sondern lasst euch von Gott verändern, damit euer ganzes Denken neu ausgerichtet wird. Nur dann könnt ihr beurteilen, was Gottes Wille ist, was gut und vollkommen ist und was ihm gefällt.

Röm 12,2: Lasst euch von Gott umwandeln, damit euer ganzes Denken erneuert wird.

Denken erneuern: Gott möchte, dass du wächst. Du wächst hin zur Christusähnlichkeit, wenn du Entscheidungen im Sinne Jesu triffst. Geistliches Wachstum fängt mit der Erneuerung deines Denkens an. Deine Veränderung beginnt in deinem Kopf. Dein Denken bestimmt dein Fühlen und das bestimmt dein Handeln. Das griechische Wort für Umkehr ist „metanoia“ und bedeutet Veränderung des Denkens. Wenn Jesus zur Umkehr aufruft, ruft er also zu einer Gedankenveränderung auf, bei der er selbst, das Alpha und Omega, im zentrischen Mittelpunkt steht.

Röm 12,3: ‭Aufgrund der Gnade, die Gott mir gegeben hat, warne ich jeden Einzelnen von euch: Denkt nicht höher von euch, als es angemessen ist, und seid besonnen! Maßstab dafür ist der Glaube, von dem Gott jedem ein bestimmtes Maß zugeteilt hat.‭

Aufruf zur Demut: Paulus fordert den Gläubigen nicht auf, eine Haltung einzunehmen, die Freude an Demütigung oder Erniedrigung findet. Die Idee ist vielmehr, dass wir die Wahrheit über uns selbst sehen und im Lichte davon leben sollten. Wenn wir uns so sehen, wie wir wirklich sind, ist es unmöglich, dem Stolz zu verfallen.

Röm 12,4: Es ist wie bei unserem Körper. Er bildet ein lebendiges Ganzes, hat aber viele Glieder, von denen jedes seine besondere Aufgabe hat.‭

Es sind mancherlei Gaben: freuen wir uns doch, dass Gott uns so verschieden geschaffen hat! Dass der eine etwas besser kann als der andere soll uns doch nicht in Neid und Streit und Hass aufeinander verfallen lassen. Rolf Aichelberger

‭Röm 12,5: Genauso sind wir alle in Verbindung mit Christus ein einziger Leib und einzeln genommen Glieder, die voneinander abhängig sind.‭

Ein Leib: Jeder Gläubige ist Teil des Leibs von Christus und ist darin unaustauschbar und einzigartig. Jeder Gläubige dient diesem Leib mit der Gabe, die ihm geschenkt ist. Erneuertes Denken zeigt sich darin, dass man diese seine Gaben achtsam wahrnimmt und sie in demütiger Bescheidenheit ausübt! „Keiner soll mehr von sich halten, als angemessen ist.“ (Röm 12,3) Zur Demut gehört ebenso, dass wir annehmen, dass wir aufeinander angewiesen sind. Wir brauchen diese Erfahrung der Gemeinschaft, wo wir unsere Gaben und vielerlei anderes teilen (Sorgen, Hoffnung, Enttäuschung). So aber ergänzen und bereichern wir uns gegenseitig. Das Haupt dabei ist und bleibt allein Christus. 

Die Gemeinde ist ein einheitliches Ganzes (ein Leib), doch wir sind innerhalb dieses einen Körpers verschieden (einzelne Mitglieder). Im Leib Christi gibt es Einheit, aber keine Einförmigkeit. Wir irren, wenn wir einen der beiden Aspekte vernachlässigen; Einheit sollte niemals auf Kosten der Individualität gefördert werden, und Individualität sollte niemals die wesentliche Einheit der Kirche in Christus schmälern

Röm 12,6: ‭Wir haben ganz verschiedene Gaben, so wie Gott sie uns in seiner Gnade gegeben hat. Der eine hat die Gabe, Worte Gottes weiterzugeben. Er soll das in Übereinstimmung mit dem Glauben tun!‭

Gaben sind von Gott gegeben: Dies zu wissen, sollte ein unüberwindbares Hindernis für den Stolz bei der Ausübung geistlicher Gaben sein. Der Mensch findet jedoch in der Verdorbenheit seines Herzens einen Weg, stolz auf geistliche Gaben zu sein und besteht darauf, die Menschen dafür zu erheben, wie Gott sie begabt hat.

Röm 12,7: ‭Ein anderer ist befähigt, praktische Aufgaben zu übernehmen. Er soll diese Gabe einsetzen! Wenn jemand die Gabe des Lehrens hat, soll er lehren!‭

Röm 12,8: ‭Wenn jemand die Gabe der Seelsorge hat, dann soll er sie ausüben! Wer Bedürftige unterstützt, tue das uneigennützig! Wer Verantwortung übernimmt, muss fleißig sein! Wer sich um Notleidende kümmert, soll es mit fröhlichem Herzen tun!‭

Leben aus Gottes Geist (Röm 12,9-21)

Röm 12,9: Liebe muss echt sein, ohne Heuchelei! Verabscheut das Böse, haltet am Guten fest!

Röm 12,10: ‭Seid einander in herzlicher geschwisterlicher Liebe zugetan! Übertrefft euch in gegenseitigem Respekt!‭

Echte Liebe: Nicht die Menschen, die uns mehr Freude als Mühe machen, müssen wir herzlich lieben, sondern gerade jene, die uns besonders brauchen, müssen wir nicht nur helfen, wir sollen ihnen auch besondere Liebe erweisen. Im übrigen aber müssen wir gegen alle gleich liebevoll sein, denn der Herr hat nicht gesagt: Liebt die guten Menschen, sondern liebt einander so, wie ich euch geliebt habe. Er aber macht keinen Unterschied, schließt keinen aus und wäre er noch so unvollkommen. Franz von Sales 

Dies ist ein Gebot, dass Christen keine kalte, abweisende Haltung einnehmen sollten. Sich gegenseitig den Vorzug zu geben, zeigt, dass die Zuneigungsbekundungen echt sind

Röm 12,11: Seid nicht träge in dem, was ihr tun sollt. Seid brennend im Geist. Dient dem Herrn.

Brennend im Geist: In meinem Tun nicht träge werden, d.h. Gottes- und Nächstenliebe sollte nicht ein bloßes Abspulen von Worten und Handlungen sein, sondern echt vom Herzen. Der Geist soll in uns brennen, unser Leben ganz und gar durchglühen. Lasst euch vom Heiligen Geist mit neuer innerer Kraft beschenken und von ihm durchglühen! Lass es zu, dass Jesus Christus mit seiner Kraft alle Lebensbereiche erreicht und gestaltet. So und nur so werden wir dienen von Herzen, fröhlich in der Hoffnung, in Bedrängnis standhaltend, beharrlich im Gebet und immer in der Liebe handelnd. 

Alle Werke, die nicht in Liebe empfangen und geboren werden, sind tote Werke und wertlos für die Ewigkeit, so sehr sie auch sonst den Schein des Guten für sich haben mögen. Franz von Sales 

Röm 12,12: Seid fröhlich in Hoffnung, in Bedrängnis haltet stand, seid beharrlich im Gebet!

Röm 12,12: Freut euch in der Hoffnung, seid geduldig in der Bedrängnis, beharrlich im Gebet.

Freude der Hoffnung: Es gibt genügend Gründe, nicht in der Freude zu wohnen: Streit in der Familie, Schmerzen, die nur mit Ibu 800 ertragbar sind, Anschläge, verfolgte Christen u.v.m. Hier bin ich auch immer wieder emotional gedrückt. Dies alles aber bezieht sich auf die menschliche Emotionalität. Hier können wir nie nonstop voll Freude sein. Wenn im Evangelium von der Freude geredet wird, meint das meist die christliche Freude, die in der Hoffnung und dem Glaube auf Christus gründet. Hierzu gibt es ein paar schöne Worte von Papst Franziskus: Der Personalausweis des Christen ist die Freude, Freude des Evangeliums, Freude, von Jesus auserwählt zu sein, Freude, von Jesus gerettet zu sein, Freude, von Jesus neu geschaffen zu sein. Freude jener Hoffnung darauf, dass Jesus uns erwartet, Freude, die auch in den Kreuzen und Leiden dieses Lebens zum Ausdruck kommt: im Frieden und in der Gewissheit, dass Jesus uns begleitet, dass er bei uns ist.

Worte aus Kloster Engelthal: Damit ist der Wunsch verbunden, dass Hoffnung und Zuversicht und auch immer wieder Momente der Freude und des Glücks die Oberhand behalten, dass wir die Dinge, die wir nicht ändern können, in Geduld ertragen lernen und dass wir nicht müde werden, die weltweiten und kleinen Konflikte, die wir selbst nicht lösen können, im Gebet vor Gott zu tragen. Kloster Engelthal

Röm 12,13: Nehmt Anteil an den Nöten der Gläubigen und helft ihnen! Bemüht euch um Gastfreundschaft!

Anteilnahme an Nöten: Unsere christliche Liebe nimmt sich der Nöte und der Bedürfnisse des Nächsten an und hilft, wo sie nur kann. Sie hat stets ein offenes Herz, dass den anderen gastfreundlich wahrnimmt. Es ist ein Herz, dass sich in keinster Weise ausschließend abgrenzt. Das ist Gastfreundschaft: sein Herz öffnen für den anderen, für seine Fragen, Sorgen und Nöte, um ihm so echte Wertschätzung entgegen zu bringen. Und weiter: ihm gute Worte schenken, Leid mittragen und wo möglich Erleichterung verschaffen. Und zuletzt: für ihn beten.

Dies ist aller Gastfreundschaft tiefster Sinn, dass ein Mensch dem andern Rast gibt auf der großen Wanderschaft zum ewigen Zuhause. Romano Guardini 

Röm 12,14: ‭Segnet eure Verfolger, wünscht ihnen Gutes und verflucht sie nicht!‭

Segne diejenigen, die dich verfolgen: Wir dürfen niemandem gegenüber eine hasserfüllte Haltung einnehmen, nicht einmal gegenüber denen, die uns verfolgen.

Röm 12,15: Freut euch mit den Fröhlichen! Weint aber auch mit den Trauernden!

Auf die Gefühle anderer Rücksicht nehmen: So können wir das Gebot der Gleichgesinntheit erfüllen. Es ist ein einfaches Gebot, Rücksicht auf die Gefühle anderer zu nehmen, anstatt darauf zu warten, dass sie Rücksicht auf Ihre Gefühle nehmen.

Christliche Liebe freut sich mit den sich Freuenden. Sie verabscheut Neid über den Grund der Freude. Stattdessen freut sie sich ohne Eifersucht, Missgunst und Bitterkeit mit. Christliche Liebe weint auch mit den Weinenden. Sie verabscheut Kaltherzigkeit, Stolz (Ich hab’s ja gleich gesagt!) und Verurteilung (Ist doch selber schuld!). Stattdessen fühlt sie weinend mit.

Worte von Papst Franziskus: Der Mensch, der die Dinge sieht, wie sie wirklich sind, der sich vom Schmerz durchdringen lässt und in seinem Herzen weint, ist fähig, die Tiefen des Lebens zu berühren und wahrhaft glücklich zu sein. Dieser Mensch wird getröstet, aber mit dem Trost Jesu und nicht mit dem der Welt. So kann er sich trauen, fremdes Leid zu teilen, und hört auf, vor den schmerzvollen Situationen zu fliehen. Auf diese Weise findet er, dass das Leben Sinn hat, wenn man dem anderen in seinem Schmerz beisteht, wenn man die fremde Angst versteht, wenn man den anderen Erleichterung verschafft. Dieser Mensch spürt, dass der andere Fleisch von seinem Fleisch ist; er fürchtet sich nicht davor, sich zu nähern und sogar seine Wunde zu berühren; er hat solches Mitleid, das ihn erfahren lässt, dass alle Distanz verschwindet. Franziskus 

Es ist nicht gut, dass der Mensch allein ist. Er ist ein Mensch der Gemeinschaft. Nur gemeinsame Freude im Glauben ist vollkommene Freude. Darum lasst uns Gemeinschaft pflegen bei allen damit auch einhergehenden Schwierigkeiten. In Gemeinschaften menschelt es immer. Für ein gutes Miteinander hilft es, immer wieder die Perspektive anderer einzunehmen und so unsere Selbstzentriertheit zu überwinden. Sich bewusst in den anderen hinein versetzen, erkennen, dass sie alle ihre eigenen Sorgen und Ängste haben, einfach weil sie Menschen sind, ihnen Gottes Segen wünschen: das alles stärkt auch uns, lässt das ich zum du und zum wir werden, lässt uns nicht unentwegt nur um unseren eigenen Ärger kreisen.

Die wichtigsten Reisen im Leben jedes Menschen sind die vom Ich zum Du. Ernst Ferstl

Worte von Chrysostomus: Zwar sind uns alle Tugenden vonnöten, am meisten aber Nächstenliebe und Mitgefühl, weil auch wir selbst vieler Liebe bedürfen. Wenn du nichts anderes besitzest, so doch ein mitfühlendes Herz, und dafür wird dir dein Lohn werden. Darum heißt uns auch Paulus weinen mit den Weinenden. Laßt uns vor allem dafür besorgt sein, ein mitfühlendes Herz zu haben! So werden wir unendlich viel Gutes stiften und den Lohn dafür in der Ewigkeit genießen. Möge uns allen derselbe zuteil werden durch die Gnade und Liebe unseres Herrn Jesus Christus, durch den und mit dem Ehre sei dem Vater zugleich mit dem Hl. Geiste in alle Ewigkeit. Amen. Chrysostomus

Röm 12,16: Seid einmütig untereinander! Strebt nicht hoch hinaus und seid euch auch für geringe Aufgaben nicht zu schade . Hütet euch davor, auf andere herabzusehen.

Röm 12,16: ‭Seid miteinander auf dasselbe Ziel bedacht! Strebt nicht hoch hinaus, sondern lasst euch auch von geringen Dingen in Anspruch nehmen! Haltet euch nicht selbst für klug!‭

Das alles sind Ausdrucksweisen der Liebe. Konkret und umsetzbar in unserem Leben. Wir orientieren uns dabei nicht an einem moralischen Katalog von Anweisungen, sondern in allem sind unsere Handlungen Ausdruck unserer Nachfolge Christi. Ahmen wir die Demut des Herrn nach. In den Ereignissen im Abendmahlsaal erkennen wir doch zutiefst seine Demut, da sich hier der Schöpfer in einem Überfluß an Liebe seinen Geschöpfen zuneigt, die Eucharistie einsetzt, damit wir Ihm immer nahe sein können, unserem Herr und Gott, unserem Schöpfer und Erlöser. Aus dieser geschenkten Liebe heraus schauen wir eben nicht auf andere herab, wenden uns jeglichem Werk zu, dass der Herr bereitet hat, damit wir es tun. 

Demütig Denken: Paulus warnt uns, eine demütige Denkweise zu haben. Indem wir uns weigern, unsere Gedanken auf hohe Dinge zu richten und mit den Demütigen Umgang haben, ahmen wir einfach Jesus nach. Sei nicht weise in deiner eigenen Meinung erinnert uns daran, wie weit wir noch gehen müssen, um tatsächlich wie Jesus zu sein.

Achte darauf, dass deine Klugheit demütig ist. Umstände, die für Entscheidung wichtig sind, können oft schwer abgeschätzt werden. Als Tugend der Entscheidung beinhaltet die Klugheit immer auch das Risiko der Fehlentscheidung. Nicht der ist klug, der niemals irrt, sondern der, der es fertigbringt, seine Fehler zu berichtigen, und dabei auch die Möglichkeit in Kauf nimmt, zehnmal neu zu irren, anstatt sich in bequemes Nichtstun zu flüchten. Das größte Hindernis auf dem Weg zur Klugheit ist daher die Überheblichkeit, die meint, schon alles zu wissen. Wer sich für wissend hält, der hört nicht mehr hin. Der nimmt nicht mehr wahr.

Röm 12,17: Vergeltet niemand Böses mit Bösem! Seid auf das bedacht, was in den Augen aller Menschen gut ist.

Böses nicht vergelten: Am Karfreitag feiern wir den Sieg der Liebe über den Hass. Christliche Liebe rächt sich nicht, tut nicht Böses mit Bösem vergelten. Sie ist bereit Böses mit Gutem zu vergelten. Christliche Liebe will für alle Menschen nur das, was in Gottes Augen gut ist. Sie steht in der Nachfolge Christi, der uns gerufen hat, uns so zu lieben, wie er uns geliebt hat. Gehen wir also in seine Lehre und lernen immer mehr zu lieben. Eine sehr wichtige (!) Ausdrucksform der Liebe ist dabei das Bemühen um den Frieden.

Das Kreuz ist für die alte Kirche ein Siegeszeichen. Der Ort, an dem Jesus die grausamste Todesstrafe erfährt, die das römische Reich kannte, wird zugleich zum Ort, an dem die Liebe siegt. Anselm Grün 

‭Röm 12,18: So weit es irgend möglich ist und so weit es auf euch ankommt, lebt mit allen Menschen in Frieden!‭

Mit anderen den Frieden bewahren: Mit allen Menschen friedlich leben erinnert uns daran, dass wir zwar im Gegensatz zur Welt stehen, aber keinen Streit suchen. Wenn es möglich ist, werden wir mit allen Menschen Frieden schließen. Wenn möglich bedeutet, dass dies möglicherweise nicht immer möglich ist.

Röm 12,19: ‭Rächt euch nicht selbst, ihr Lieben, sondern lasst Raum für den Zorn Gottes! Denn in der Schrift steht: Es ist meine Sache, das Unrecht zu rächen, sagt der Herr, ich werde Vergeltung üben!

Röm 12,20: ‭Wenn dein Feind hungrig ist, gib ihm zu essen, wenn er Durst hat, gib ihm zu trinken! Denn wenn du das tust, wirst du ihn zutiefst beschämen.‭

Röm 12,21: Lass dich nicht vom Bösen besiegen, sondern besiege das Böse durch das Gute.

Ein bewegendes Beispiel: Erino Dapozzo war im KZ. Er litt Hunger und Krankheit. An Weihnachten 1943 ließ ihn der Kommandant zu sich rufen. Dapozzo musste hungernd zusehen, wie der KZ-Leiter üppig speiste und noch die Kuchen aß, die Dapozzos Frau ihrem Mann geschickt hatte. Hass war die naheliegende Antwort. Dapozzo betete gegen den Hass an. Er bat um Liebe und konnte so den Hass überwinden. Nach dem Krieg fand er den Kommandanten nach langem Suchen. Dapozzo berichtet: Ich sagte zu ihm: „‚Ich bin Nummer 17531. Erinnern Sie sich an Weihnachten 1943?‘ Da bekam er plötzlich Angst. ‚Sie sind gekommen, um sich an mir zu rächen?‘ Ja, bestätigte ich und öffnete ein großes Paket. Ein herrlicher Kuchen kam zum Vorschein. Ich bat seine Frau, Kaffee zu kochen. Dann aßen wir schweigend den Kuchen und tranken Kaffee. Der Kommandant begann zu weinen und mich um Verzeihung zu bitten. Ich erzählte ihm, dass ich ihm um Christi willen vergeben hätte.

Für uns: ein Mensch hat uns enttäuscht. Wir klagen ihn an und spüren Wut. Auch wenn das als erste Reaktion menschlich ist, so breitet sich das Böse in uns aus, wenn wir nun nicht entgegen lenken. Ganz bewusst entscheiden wir uns nun für das Gute und versuchen ungute Gefühle loszulassen. Wir segnen den anderen, statt ihn anzuklagen. So finden lieblose Gedanken in uns keinen Raum mehr. Es beginnt mit einem Entschluss in unserem Innern: Ich will das tun, was Gott gefällt. Jesus schenkt uns dann die Kraft. 

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Mein Name ist Joachim Brenner. Ich arbeite als Lehrer für Kinder und Jugendliche mit einer körperlichen Behinderung. Den täglichen christlichen Impuls schreibe ich seit 2014.

Ich in der Wüste