Zukunft in Gottes Hand
Inhaltsverzeichnis
1. Alles in Gottes Hand
In deiner Hand steht meine Zeit. Ps 31,16
Alles ist in den Händen des allmächtigen Gottes. Wir werden eben nicht willkürlich hin und her geworfen. Seine Hand, ja die unendliche Weisheit selbst, steuert und leitet uns. Sturm und Stille wechseln in unserem Leben nach göttlicher Bestimmung. Diese göttliche Vorsehung ist ein sanftes Ruhekissen für unsere oft sorgenbeschwerte Seelen. Ob die Zeiten nun erfrischend oder niederdrückend sind, steht bei ihm, welcher der Herr der Zeit und der Ewigkeit ist, und wir freuen uns, dass es in seinen Händen liegt. Dinge werden geschehen, die du nicht vorhersehen kannst, aber dein Herr hat alles vorhergesehen und für alles gesorgt. Wenn uns nur die göttliche Sonne leuchtet, dann können wir in allen Stürmen des Lebens bestehen.
2. Ich gebe mich in deine Hände
Was die Zeit auch bringen mag, es liegt in deiner Hand. Ps 31,16
Wenn man von einer Situation sagt: „Ich habe sie nicht in der Hand“, kann das entweder eine resignierende Bemerkung sein oder aber ein Zeichen von Glauben. Glaube fordert uns auf zu sagen: Ich gebe mich in Hände, die über meine eigenen hinausgehen. Das Wort, das im Neuen Testament so oft mit Glaube übersetzt wird, bedeutet von der Wurzel her wörtlich übersetzt Vertrauen. Glaube ist die tiefe Gewissheit, dass Gott gut ist und dass die Güte Gottes letzten Endes siegt. Glaube ist das innige, persönliche Vertrauen, mit dem man sagt: Ich vertraue mich deinen starken, liebenden Händen an. Ein Mensch, der glaubt, lernt so sehr zu vertrauen, dass er alles in die Hände dessen legt, in den er sein Vertrauen gesetzt hat. Wir überlassen es Gott, Einzelheiten zu regeln, die wir eigentlich gern selbst kontrollieren würden. Nouwen
3. Entspanne die Zukunft
Meine Zukunft liegt in deinen Händen. Ps 31,16
Viel zu häufig sind wir in der Zukunft gefangen: was wird kommen? Wie wird das Morgen? Was ist morgen zu tun? Je mehr du über dieses Zukünftige grübelst, desto mehr Angst und Angespanntheit entwickelst du, wird das Morgen zu einem immer höheren Berg, der unersteigbar scheint. Das ist Stress pur. Darum: Lass die Gedanken an die anstrengende Zukunft los. Einen Schritt nach dem anderen. Der Schritt, den ich gerade gehe, ist der wichtigste. Dieser eine Schritt genügt. Und dann richte deine Achtsamkeit voll und ganz auf die eine Sache, die du gerade tust – achtsam und entspannt.
Immer ist die wichtigste Stunde die Gegenwärtige. Immer ist der wichtigste Mensch der, dem du gerade gegenüber stehst. Immer ist die wichtigste Tat die Liebe. Meister Eckhart
4. Alles ist in seiner Hand
Meine Zeit steht in deinen Händen. Ps 31,16
Wir brauchen unser Leben nicht angstgeplagt vor dem Unbekannten zu verbringen, was der nächste Tag wohl bringen mag, was wir doch niemals herausfinden können. Nein, wir können zur Ruhe kommen. Wir können angesichts des Unbekannten Frieden erfahren. Warum? Weil unser Herzensfrieden nicht davon abhängt, wie viel wir wissen oder wie genau wir die Zukunft voraussehen könnten. Nein, unsere Ruhe liegt in Gott, der all unsere individuellen zukünftigen Ereignisse in seinen weisen und gnädigen Händen hält.
Begegne dem, was auf dich zukommt, nicht mit Angst, sondern mit Hoffnung. Franz von Sales
5. Vertrauen auf Gottes Führung
Auf ihm ruht unsere Hoffnung: Er wird uns auch in Zukunft retten. 2 Kor 1,10
Wenn wir wirklich glauben, dass Gott mit uns ist und dass wir schon jetzt seinen Geist atmen, brauchen wir uns um die Zukunft keine Sorgen zu machen. Benedikt XVI schreibt dazu: Nicht als ob wir im Einzelnen wüssten, was uns bevorsteht; wohl aber wissen wir im Ganzen, dass unser Leben nicht ins Leere läuft. Erst wenn Zukunft als positive Realität gewiss ist, wird auch die Gegenwart lebbar. Die christliche Botschaft ist nicht nur Mitteilung von Wissbarem, sondern eine Mitteilung, die Tatsachen wirkt und das Leben verändert. Die dunkle Tür der Zeit, der Zukunft, ist aufgesprengt. Wer Hoffnung hat, lebt anders; ihm ist ein neues Leben geschenkt worden.
O Herr, in deinen Armen bin ich sicher. Wenn du mich hältst, habe ich nichts zu fürchten. Ich weiß nichts von der Zukunft, aber ich vertraue auf dich. Franz von Assisi
6. Leben aus der Ewigkeitsperspektive
Wenn der Glaube an Christus uns nur für dieses Leben Hoffnung gibt, sind wir die bedauernswertesten unter allen Menschen. 1 Kor 15,19
Wenn alles, was die Gnade Gottes uns schenkt, nichts weiter ist als ein etwas besseres Hier und Jetzt, wenn sie nicht am Ende alles heilt, was die Sünde zerbrochen hat, dann haben wir umsonst geglaubt. Wenn du dagegen als ein solcher lebst, der glaubt, dass noch mehr kommt, lebst du auf eine grundlegend andere Weise, du lebst aus der Ewigkeitsperspektive. Darum ist es wichtig, die Augen auf das zu richten, was Gott versprochen hat, dass es gewiss kommen wird. Lass die Ewigkeit dein Leben mit dem Herrn heute prägen. Wenn du dagegen die Ewigkeit vergisst, neigst du dazu, das Wichtige aus dem Blickfeld zu verlieren. Und wenn du alles wirklich Wichtige aus dem Blickfeld verlierst, dann lebst du für das Zeitliche, und dein Herz sucht dort nach Befriedigung, wo sie niemals gefunden werden kann. Es lässt dich entweder hoffen, dass „jetzt“ das „Paradies“ vorhanden sei (was aber nie der Fall ist) oder es nimmt dir die Hoffnung, dass das Zerbrochene jemals heil wird.
7. Gottes absoluter Herrschaft
Ich pries den höchsten Gott, ich lobte den, der ewig lebt. Seine Herrschaft hört niemals auf, sein Reich bleibt für alle Zeiten bestehen. Dan 4,31
Wir haben keine Ahnung, was auf uns zukommt. Wir haben außerdem kaum Kontrolle, weder über Menschen noch über Situationen in unserem Leben. Dieser Mangel an Macht und Vorauswissen über unser eigenes Leben erzeugt entweder Angst oder Erleichterung. Angst erzeugt es, wenn wir der Ansicht sind, das Leben läge auf unseren Schultern, wodurch wir uns mit einer Menge Sorgen beladen. Erleichterung erzeugt es, wenn wir immer und überall mit Gott rechnen. In all jenen Augenblicken, in denen wir unser Leben nicht unter Kontrolle haben, ist es eben nicht außerhalb Gottes Kontrolle geraten. So sehen wir, dass wir nicht in der eigenen Beherrschung der Dinge Ruhe finden können, sondern allein in Gottes absoluter Herrschaft über alles.