Samstag: Der Glaube der Jünger

Seine Jünger glaubten an ihn. Joh 2:11

Glauben, dass Gott Macht hat, dass für ihn nichts unmöglich ist. Glauben, dass er da ist, dass er uns gut ist, dass er uns bedingungslos liebt, unsere Gebrechen heilt und uns die Schuld vergibt. Glauben, dass er uns mit seiner Güte umfängt und dass wir uns ihm vertrauensvoll überlassen dürfen. Das ist Hochzeit, Freude, Glück! Seine Liebe ist grenzenlos. Seine Liebe ist unermesslich und unerschöpflich. Wenn er schenkt, schenkt er in Fülle den neuen Wein, das neue Leben. Lasst uns das nie vergessen!

Freitag: Braut und Bräutigam

Diesen Anfang der Zeichen machte Jesus in Kana in Galiläa und ließ seine Herrlichkeit offenbar werden. Joh 2:11

Mit diesem Zeichen offenbart sich Jesus als der messianische Bräutigam. Bei der Erzählung fehlt eine Erwähnung der Braut. Diese Leerstelle soll uns als Leser darauf hinweisen, daß wir selber die Braut sind, jeder einzelne von uns. Jesus der Bräutigam, du die Braut: das ist nicht Mystik für Auserwählte, sondern Kern unseres Seins als Christen. Das Wunder von Kana hat bleibende Bedeutung, es geschieht immer neu, wenn Menschen sich auf Jesus Christus einlassen. Anselm Grün sagt dazu: Wenn Gott Mensch wird, dann feiert er Hochzeit mit den Menschen, dann wird er genauso eins mit ihnen wie Mann und Frau in der Ehe. Das verwandelt unser Leben, sind wir doch nicht mehr zwei oder viele, sondern eins in Christus.

Glaube ist: in Erwartung auf den Himmel zu leben, wo er, der Bräutigam, auf mich wartet und nach mir Ausschau hält. Pamela Reeve

Donnerstag: Nüchterne Trunkenheit

Der Mann probierte das Wasser: Es war zu Wein geworden! Joh 2:9‭

Die Verwandlung von Wasser in Wein ist eines der sieben großen Zeichen, von denen Johannes in seinem Evangelium berichtet. Für was steht dieses Zeichen? Dadurch, dass Gott Mensch wurde und uns darin so nah wurde, bekommt unser Leben einen neuen Geschmack. Der Wein drückt diesen neuen Geschmack der Freude aus. Die Überfülle des Weins (6 Krüge = 600 Liter) steht für das uns geschenkte Leben in Fülle. Wenn Gott wirkt, dann entsteht immer Mehr und Besseres als vorher. Die alten Kirchenväter sprechen von der nüchternen Trunkenheit, die uns Jesus schenkt, ein inneres Berauschtsein von der Liebe Gott, die er uns gebracht hat. Dieser neue Geschmack, diese nüchterne Trunkenheit geht sodann auch auf andere über.

Christus werde unser Brot und unser Glaube sei uns Trank, in Freude werde uns zuteil des Geistes klare Trunkenheit. Ambrosius

Mittwoch: Füllt die Krüge

Jesus spricht zu ihnen: Füllt die Krüge mit Wasser! Und sie füllten sie bis obenhin. Und er spricht zu ihnen: Schöpft nun und bringt es dem Speisemeister! Und sie brachten es hin. Joh 2:7-8

Im geistlichen Leben können die Krüge leer sein: Trockenheit, Lustlosigkeit, Müdigkeit. Das Gebet ist nur noch Pflicht. Der Wein ist ausgegangen: der Wein der Freude, des Glücks, des Vertrauens und der Liebe. Jesus spricht: Füllt die Krüge mit Wasser! Wasser steht für das Alltägliche, das Glanzlose und das, was unser Leben weithin ausmacht worum wir uns Tag für Tag mühen und plagen. Jesus ruft uns ihm dazubringen alles, was uns ausmacht und beschäftigt: Mühen, Nöte, Kummer, Schmerz, Verwundungen, Fehler, Schwächen, ja unsere ganze Armseligkeit und ungestillte Hoffnung. Bringt alles ihm hin im Gehorsam der Nachfolge Christi. Bedenken wir doch: Zweimal gibt Jesus einen Befehl, zweimal reagieren die Diener mit sofortigem Gehorsam. Füllen wir also heute ebenso die Krüge mit Wasser!

Dienstag: Hören und Tun

Seine Mutter spricht zu den Dienern: Was er euch sagt, das tut! Joh 2:5

Höre auf deinen Seelenhirten Jesus. Höre seine sanfte aber starke Stimme im lauten Stimmengewirr des Tages. Und dann: Tue! Tue sorgsam, was du heute zu tun hast, morgen wird man dir etwas anderes auftragen, den jeder Tag ist einmalig. Mal sind wir in der Geduld gefordert, mal in der Barmherzigkeit oder einer anderen Tugend. Immer aber steht die eine Liebe im Mittelpunkt. Es gibt nun kein Wort von ihm für das Ganze unseres Lebens. Sein Wort ist neu und frei und kann nur auf den Augenblick bezogen werden. Er zeigt dir den Weg durch sein Wort. Lebe in und aus diesem Wort heraus im Bewusstsein deines Seins als Diener. In unseren Tun dienen wir Gott. Verhalte dich so außerhalb des Gebetes, als ob du im Gebet bist, gehorsam gegenüber seinem Wort, geleitet durch seinen Willen.

Gott sucht Menschen, die bereit sind, auf sein Wort zu hören, seine Kraft zu empfangen und seinen Willen zu tun. Warren Wiersbe

Montag: Seine Stunde

Jesus spricht zu ihr: Frau, was habe ich mit dir zu tun? Meine Stunde ist noch nicht gekommen! Joh 2:4

Was ist nun seine Stunde? Es ist die Stunde des Kreuzes, in der er sich für uns hingibt. Diese Stunde war noch nicht gekommen. Es mußten Jünger berufen, Wunder gewirkt, Kranke geheilt, Unwissende gelehrt und das Reich Gottes verkündet werden. Nachdem er dies getan hat kam die Stunde. Er gab sich in Freiheit hin für uns in den Tod. Hier am Kreuz findet die eigentliche Hochzeit statt zwischen Bräutigam (Jesus) und Braut (wir). Das Wunder der Verwandlung von Wasser in Wein nimmt dies zeichenhaft vorweg. Ja: Gott wird Mensch um mit uns Hochzeit zu feiern und damit einen ewigen Bund mit uns einzugehen.

Aus diesem Glauben heraus gehen wir in jeden Tag mit voller Zuversicht, den Bräutigam an unserer Seite und in unserem Herzen.

Sonntag: Die Fürbitte Mariens

Am dritten Tag war eine Hochzeit in Kana in Galiläa, und die Mutter Jesu war dort. Aber auch Jesus wurde samt seinen Jüngern zur Hochzeit eingeladen. Als es an Wein mangelte, spricht die Mutter Jesu zu ihm: Sie haben keinen Wein! Joh 2:1-3

Maria bittet für andere und ist uns darin Vorbild für das Fürbitten. Beachtenswert: Maria macht keine Lösungsvorschläge, sondern trägt einfach die Not vor den Herrn. Auch wir sollten beim Fürbitten nicht versuchen Gott den Weg aufzudrängen, sondern schlicht und einfach die Not. Dann können wir Gott in kindlichem Vertrauen es überlassen, in welcher Art und Weise er dem anderen hilft. Wenn ich wie Maria die Not eines Menschen vor Gott hinstelle, dann trage ich diese Person vor das Angesicht Gottes. Welche Not welchens Menschen trägst du heute nach dem Beispiel Mariens zum Herrn?

Eine christliche Gemeinschaft lebt aus der Fürbitte der Glieder füreinander, oder sie geht zugrunde. Bonhoeffer