
Jakobusbrief Jak 1. Kap.: Andacht, Auslegung, Predigt und Kommentar zur Bibel
Inhaltsverzeichnis
Andacht, Auslegung, Predigt und Kommentar zur Bibel zum Jakobusbrief Jak 1. Kap.
Andacht zu Jak 1. Kap.
Im ersten Kapitel des Jakobus Briefs fordert der Verfasser die Leser auf, in Zeiten der Prüfung Geduld zu üben und ihr Vertrauen in Gott zu setzen. Er betont, dass Prüfungen dazu dienen, den Glauben zu stärken und uns zu helfen, zu reifen und vollständig zu werden. Außerdem ermahnt er die Leser, nicht nur Hörer des Wortes zu sein, sondern auch Täter, indem sie das Gehörte umsetzen. Der Brief betont auch die Bedeutung der Nächstenliebe und warnt davor, Gott mit weltlichen Verlangen und Egoismus zu versuchen. Der Text ist somit eine Aufforderung zur Ausdauer und Gehorsam gegenüber Gott sowie eine Mahnung zur praktischen Umsetzung des Glaubens im täglichen Leben.
Jak 1,1-18: Bewährungsproben
Christliche Bibel – Auslegung, Kommentar, Andacht, Impuls, Erklärung, Bedeutung bzw. Predigt zum Jakobus Brief Jak 1,1-18
Jak 1,1: Es schreibt Jakobus, ein Sklave Gottes und des Herrn Jesus, des Messias. An das Volk Gottes, das in der Fremde lebt. Seid gegrüßt!
Andacht für dein Leben
- Sei dir bewusst, dass du wie Jakobus ein Diener Gottes und Jesu bist. Dies ruft dich dazu auf, dein Leben nach Gottes Willen auszurichten.
- Erkenne deine Aufgabe, dich in deiner Umgebung als jemand zu sehen, der anderen dient und Gottes Liebe sichtbar macht, egal woher sie kommen.
- Parallelstellen zum Vers Jak 1,1: Apg 12,17; zwölf Apg 26,7; Zerstreuung 5Mo 4,27; Est 3,8; 1Petr 1,1
Eingangsvers
Autor ist Jakobus, eine starke Persönlichkeit in der Ur-Gemeinde Jerusalems. Der Brief ist in Form einer Mahnschrift verfasst. Allein 54 von 108 Versen stehen im Imperativ, also in der Befehlsform.
Der Name des Herrn wird zwar nur zweimal erwähnt, allerdings kommen mehr Worte Jesu darin vor als in allen anderen Briefen des Neuen Testaments zusammen. Allein 20 Anspielungen beziehen sich auf die Bergpredigt.
Der Brief ist daher eine tiefe, praktische Auslegung der Worte Jesu. Er stellt eine konkrete Anleitung für das christliche Leben dar. Es geht um die Bewährung des Glaubens im Alltag.
So lautet auch der Schlüsselvers: „Der Glaube ohne Werke ist tot.“ Echter, lebendiger Glaube zeigt sich in aktiven, guten Taten – nicht, um dadurch gerettet zu werden, sondern als Beweis für den erlösenden Glauben.
Frage: Wie zeigt sich dein Glaube ganz praktisch in deinem Alltag und welche Impulse nimmst du daraus für dein persönliches Leben mit?
Jak 1,2: Haltet es für reine Freude, meine Geschwister, wenn ihr in verschiedener Weise auf die Probe gestellt werdet.
Andacht für dein Leben
- Freue dich bewusst, auch in schwierigen Situationen, denn Herausforderungen stärken deinen Glauben und machen dich widerstandsfähiger.
- Erkenne den Sinn in Prüfungen, indem du verstehst, dass sie dir Geduld und innere Reife bringen, was dich näher zu Gott und seinem Plan für dich führt.
- Parallelstellen zum Vers Jak 1,2: Hebr 10,34; 1Petr 4,12–14
Freude über Proben
Dies ermutigt uns, Herausforderungen als Chancen für persönliches Wachstum zu betrachten. Sie lehrt, dass Schwierigkeiten nicht nur ertragen, sondern mit Freude angenommen werden sollten.
Durch diese Einstellung können wir gestärkt aus Prüfungen hervorgehen und unsere Charaktere formen. Jakobus erinnert uns daran, dass die Annahme von Schwierigkeiten ein integraler Bestandteil des Glaubensweges ist, der letztendlich zu einer tieferen Verbindung mit Gott führen kann.
Frage: Wie kann ich persönliche Herausforderungen so annehmen, dass sie mich innerlich stärken und meine Beziehung zu Gott vertiefen?
Jak 1,3: Ihr wisst ja, dass ihr durch solche Bewährungsproben für euren Glauben Standhaftigkeit erlangt.
Das Leid als Prüfung
Dein Leid ist eine Prüfung, eine Zeit, in der sich dein Glaube bewähren muss. Du kannst es als Herausforderung verstehen, daran zu reifen.
Von Christus kannst du lernen, wie du dein Leid überwindest, indem du es trägst. Dies ist gerade im schweren, unveränderbaren Leiden der einzige Weg.
Die christliche Wahrheit besagt, dass nicht die Flucht vor dem Leiden den Menschen heilt, sondern die Fähigkeit, die Schwierigkeiten anzunehmen und an ihnen zu reifen, indem man in ihnen durch die Vereinigung mit Christus einen Sinn findet.
„Der Sinn des Lebens ist das Leben selbst.“ (Goethe) und dieses Leben ist Christus selbst.
Alles Leid, das mit Jesus Leiden vereinigt wird, hat immer großen Wert. Damit dein Leid Früchte hervorbringen kann, muss es angenommen, erlitten und mit Jesus Leiden vereinigt werden.
Wenn ich eine Bilanz meines ganzes Lebens ziehe, bin ich fast nur in Zeiten des strengen Regiments der Schmerzen in der Gnade gewachsen. Spurgeon
Frage: Wie kannst du in deinem eigenen Leben eine tiefere Verbindung zu deinem Leid finden, um daraus spirituell zu wachsen?
Dein Glaube wird durch Leiderfahrungen auf die Probe gestellt
Dein Leben verläuft niemals geradlinig. Immer wieder wirst du vor große Herausforderungen gestellt. Diese Gelegenheiten zur Bewährung sind gleichzeitig Chancen, durch die dein Glaube an Gott wachsen kann – so wird er mit der Zeit immer stärker.
Deshalb ist es wichtig, sich jeder Herausforderung zu stellen. In den Prüfungen des Glaubens wirst du standhafter, lernst Geduld und übst dich im Vertrauen auf Gott.
„Ich weiß nichts von der Zukunft, aber ich vertraue auf dich.“ (Franz von Assisi)
Diese Worte bedeuten nicht einfach nur passives Ertragen, sondern ein bewusstes und aktives Wechseln der Perspektive. Du nimmst die Wirkung dieser Standhaftigkeit im Leid wahr: Sie führt dazu, dass wir zu reifen Christen heranwachsen. Unser Glaube wird dadurch nicht klein und wackelig, sondern groß und stabil.
Frage: Wie kann ich in meinem persönlichen Glaubensweg die Herausforderungen nicht nur aushalten, sondern als Chance zur inneren Reife und zum tiefen Vertrauen in Gott erleben?
Parallelstellen zum Vers Jak 1,3: Röm 5,3.4
Jak 1,4: Diese Standhaftigkeit soll in eurem ganzen Leben ihre Wirkung entfalten, damit ihr in jeder Beziehung zu reifen und tadellosen Christen werdet, denen es an nichts mehr fehlt.
Unser Ziel
Der Jakobusbrief bestimmt für seine Leser und Leserinnen Vollkommenheit als das ideale Ziel christlichen Lebenswandels. Er ist ein Plädoyer für ein Christentum der Tat und eine Frömmigkeit, die praktizierte Nächstenliebe bedeutet. Das Grundanliegen des Briefes ist bereits in den ersten Versen ausbuchstabiert. Dr. Magnus Steiner
Geduld und Standhaftigkeit
In Jakobus 1,4 wird die Geduld als eine grundlegende Tugend hervorgehoben. Die Bibel lädt uns dazu ein, gerade in schwierigen Zeiten standhaft zu bleiben, denn genau darin liegt der Weg zu einem vollkommenen Charakter.
Der Vers zeigt auf, dass das Wachstum von Ausdauer und Beständigkeit zu einem reifen und gefestigten Glauben führt. Wenn wir Prüfungen begegnen, geht es nicht darum, schnell eine Lösung zu finden, sondern vielmehr darum, die Herausforderung als Chance zur Entwicklung unserer Geduld zu sehen.
Auf diese Weise gewinnt man geistige Reife, die es ermöglicht, mit einem festen Glauben und einer tiefen Verbindung zu Gott den Lebensprüfungen zu begegnen.
Frage: Wie kannst du in deinem eigenen Leben Geduld als Weg zu innerer Reife und spiritueller Tiefe wahrnehmen und fördern?
Parallelstellen zum Vers Jak 1,4: 5,11; Mt 5,48; Kol 4,12
Jak 1,5: Wenn jemand von euch nicht weiß, wie er das tun soll, dann darf er Gott um diese Weisheit bitten. Er wird sie ihm ohne weiteres geben und ihm deshalb keine Vorwürfe machen, denn er gibt allen gern.
Andacht für dein Leben
- Bitte Gott um Weisheit, wenn du Entscheidungen treffen musst. Vertraue darauf, dass er dir klare Gedanken und Orientierung schenkt, auch wenn du unsicher bist.
- Zweifle nicht an seiner Großzügigkeit, denn Gott gibt ohne Vorwürfe. Er wird dich nicht abweisen, wenn du ihn ehrlich suchst und ihm vertraust.
- Parallelstellen zum Vers Jak 1,5: 3,15; 3,17; Spr 2,1–6; Mt 7,7
Gott bitten
Wir sind alle so bereit, zu Büchern zu gehen, zu Menschen zu gehen, zu Zeremonien zu gehen, zu irgendetwas außer zu Gott. Folglich heißt es im Text nicht: ‚Lass ihn Bücher fragen‘, noch ‚Frage Priester‘, sondern Lasst ihn Gott bitten. Spurgeon
Andacht zu Jakobus 1,5
Manchmal stehen wir vor Entscheidungen, die uns überfordern. Welcher Weg ist der richtige? Was ist gut und klug in dieser Situation?
Jakobus erinnert uns daran, dass wir nicht alles allein wissen müssen. Gott lädt uns ein, ihn um Weisheit zu bitten – und er schenkt sie großzügig, ohne Vorwurf.
Es ist kein Zeichen von Schwäche, um Hilfe zu bitten, sondern ein Ausdruck von Vertrauen. Wenn du ratlos bist, gehe im Gebet zu Gott. Seine Weisheit ist nicht abstrakt, sondern ganz alltagsnah – sie hilft dir, den nächsten Schritt klar zu erkennen.
Gott wartet schon darauf, dir zu begegnen – mitten in deinem Chaos.
Frage: In welchen Momenten darfst du heute mutig um göttliche Weisheit bitten und dein Herz für neue Wege öffnen?
Jak 1,6: Doch wenn er diese Bitte vorbringt, soll er das mit Gottvertrauen tun und sich keinen Zweifeln hingeben. Ein Zweifler ist nämlich wie eine vom Wind gepeitschte hin- und herwogende Meereswelle.
Zweifel als Prüfung
Manchmal weißt du nicht, was in einer Angelegenheit zu tun ist. Simpel und schlicht wird uns hier nahegelegt, um Gottes Weisheit zu bitten.
Ich mache das zum Beispiel immer vor schwierigen Elterngesprächen. Ich bin nie enttäuscht worden.
Gott kann, will und wird dir geben und dir helfen. Du darfst nur nicht zweifeln. Spürst du Zweifel in dir aufsteigen, dann erinnere dich an die häufig gesprochenen Worte Jesu: „Dein Glaube hat dir geholfen.“
Und bedenke: Jeder Zweifel stellt Gott in Frage und blockiert seine uns ewig zufließende Liebe.
Beten wir also im unerschütterlichen Glauben. Tun wir dies nicht, sind wir wie Wellen im Meer, die vom Sturm des Lebens hin- und hergetrieben werden.
Frage: Wie kannst du in Momenten des Zweifels deinen Glauben stärken, um offen für Gottes Führung zu bleiben?
Gott vertrauen
Derjenige, der zweifelt und dem es an Glauben mangelt, sollte nicht erwarten, etwas vom Herrn zu erhalten.
Dieser Mangel an Glauben und Vertrauen in Gott zeigt auch, dass wir keine Grundlage haben und auf all unseren Wegen instabil sind.
Der Mensch, der nicht überzeugt ist, dass er empfangen wird, wenn er Gott bittet, gleicht einer Meereswoge; er ist in ständiger Aufregung. Vom Wind getrieben und hin und her geworfen: jetzt aufsteigend durch Hoffnung, dann sinkend vor Verzweiflung.
Eine Meereswelle ist eine passende Beschreibung für jemanden, der durch Unglauben und unnötige Zweifel behindert wird.
Eine Meereswoge ist ohne Rast, und der Zweifler auch. Eine Meereswelle ist instabil, und der Zweifler auch. Eine Welle des Meeres wird von den Winden getrieben, und so ist der Zweifler.
Eine Meereswelle ist zu großer Zerstörung fähig, und der Zweifler auch.
Frage: Wie kannst du in Momenten des Zweifelns deinen Glauben stärken und innerlich festen Halt finden?
Parallelstellen zum Vers Jak 1,6: Mt 17,20; Röm 4,19.20; 1Tim 2,8
Jak 1,7: Ein solcher Mensch kann nicht erwarten, etwas vom Herrn zu empfangen.
Warnung vor mangelnden Vertrauen
Ein schwankender Glaube steht der göttlichen Gabe im Weg. Das Vertrauen zu Gott muss fest und ungeteilt sein.
Der Vers dient also nicht der Verurteilung, sondern als Warnung und Ermutigung: Wer von Gott empfangen will, soll sich ihm ganz anvertrauen – in Vertrauen, Treue und Beständigkeit.
Glaube ist keine bloße Meinung, sondern ein entschiedenes Festhalten an Gottes Verheißungen.
Frage: Wie kannst du deinen Glauben so stärken, dass er dir in herausfordernden Zeiten Halt und Zuversicht schenkt?
Parallelstellen zum Vers Jak 1,7: Hebr 11,6
Jak 1,8: Er ist in sich gespalten und unbeständig in allem, was er unternimmt.
Jak 1:8: Ein Zweifler ist unbeständig in allen seinen Wegen.
Glauben und nicht zweifeln
Jakobus 1,8 in der Bibel betont die Wichtigkeit eines stabilen und konsequenten Glaubens. Die Aussage „ein Zweifler ist unbeständig in all seinen Wegen“ verdeutlicht, dass Unsicherheit und Schwanken im Vertrauen zu Gott zu innerer Instabilität führen.
Diese Verse ermutigen Gläubige, fest im Glauben zu stehen, ohne von Zweifeln hin- und hergerissen zu werden. Ein beständiger Glaube schenkt nicht nur spirituelle Stärke, sondern auch eine klare Ausrichtung im Lebensweg.
Die Botschaft lädt dazu ein, Gottes Führung bedingungslos anzunehmen und auf dem festen Fundament des Vertrauens aufzubauen, um den Herausforderungen des Lebens standzuhalten.
Frage: Wie kannst du deinen Glauben heute bewusst stärken, um in Zeiten der Unsicherheit innerlich fest verwurzelt zu bleiben?
Parallelstellen zum Vers Jak 1,8: 4,8; Ps 119,113
Jak 1,9: Wer unter euch arm ist und wenig beachtet wird, soll sich darüber freuen, dass er vor Gott hoch angesehen ist.
Prüfung der Anerkennung
Dein Glaube wird auf die Probe gestellt im Umgang mit anderen Menschen – besonders wenn es darum geht, ob du Unterschiede machst, je nachdem, ob jemand reich oder arm ist oder eine bestimmte Stellung innehat. Wenn wir das tun, orientieren wir uns an weltlichen Maßstäben.
Im christlichen Glauben jedoch besitzt jeder Mensch in seiner Würde denselben Wert. Auch wenn wir es nie vollkommen erreichen können, sollten wir uns bemühen, unabhängig von der Anerkennung anderer zu handeln. Ebenso wichtig ist es, Menschen ohne Rücksicht darauf zu begegnen, ob sie von anderen „anerkannt“ werden oder nicht.
Behandle jeden Menschen mit Liebe und Respekt. Bei Gott sind wir alle gleich hoch angesehen.
Frage: Wie kannst du heute bewusst deine Haltung gegenüber anderen reflektieren, um Liebe und Wertschätzung ohne Vorbehalte zu leben?
Parallelstellen zum Vers Jak 1,9: 2,5; Lk 6,20
Jak 1,10: Wenn er reich ist, rühme er sich seiner Armseligkeit vor Gott, denn er wird wie eine Wiesenblume vergehen.
Andacht für dein Leben
- Erinnere dich daran, dass weltlicher Reichtum vergänglich ist. Setze deinen Fokus auf innere Werte und bleib bescheiden, auch wenn du Erfolg hast.
- Sei dankbar für das, was dir gegeben ist, und teile es mit anderen. So zeigst du, dass dein Vertrauen nicht in Besitz, sondern in Gott liegt.
- Parallelstellen zum Vers Jak 1,10: Jer 9,22; 1Tim 6,17; Blume Hi 14,2; Ps 103,15
Prüfung des Reichtums
Wie der arme Bruder all seine irdische Armut vergisst, so vergisst der reiche Bruder all seine irdischen Reichtümer. Durch den Glauben an Christus sind die beiden gleich.
Unser wirklicher Wert hängt niemals am Reichtum, auf ihn sollten wir nie vertrauen. Christus hat uns alle für wertvoll erklärt.
Als Geschöpfe Gottes sind wir kostbare Wesen. Irdische Dinge sind wertlos, werden verrotten. All unser Reichtum bewahrt uns nicht vor Vergänglichkeit und Tod.
Die Wurzel vieler Leiden in der Welt im Großen und in der Familie im Kleinen ist die Geldgier.
Frage: Wie kann ich in meinem Leben den wahren Wert erkennen, der jenseits von Besitz und äußerem Schein liegt?
Jak 1,11: Wenn nämlich die Sonne aufgeht und mit ihr die Hitze kommt, lässt sie das Gras verdorren. Die Blüte verwelkt und es ist vorbei mit ihrer ganzen Schönheit. So wird auch der Reiche samt seinen Unternehmungen verschwinden.
Andacht für dein Leben
- Erinnere dich: Reichtum und äußere Erfolge sind vergänglich wie die Blume auf dem Feld. Verlasse dich nicht auf materielle Sicherheit, sondern auf Gottes bleibende Zusage.
- Lebe achtsam: Strebe nicht nur nach Anerkennung oder Besitz, sondern nach geistlichen Werten wie Demut und Liebe. Sie bleiben bestehen, wenn das Vergängliche vergeht.
- Parallelstellen zum Vers Jak 1,11: Gras Jes 40,7
Die Blüte verwelkt
Jakobus 1,11 in der Bibel betont die Vergänglichkeit irdischer Güter. Persönlich ausgedrückt könnte man sagen, dass dieses Versprechen uns daran erinnert, dass materieller Reichtum vorübergehend ist.
Genau wie die Blumen auf dem Feld, die blühen und dann verwelken, so sind auch materielle Besitztümer vergänglich. Diese Erkenntnis lädt dazu ein, den Fokus auf ewige Werte zu legen und nicht ausschließlich auf weltliche Schätze.
Es ermutigt dazu, eine innere, spirituelle Wertschätzung zu entwickeln, die über den materiellen Reichtum hinausgeht. In der Flüchtigkeit der Welt sollen wir tiefergreifende Schätze suchen, die im Glauben, in Beziehungen und im Dienst an anderen verwurzelt sind.
Frage: Wie kannst du heute deine Aufmerksamkeit mehr auf die inneren, bleibenden Werte richten, die dein Leben wirklich bereichern?
Jak 1,12: Wie glücklich ist der, der die Erprobung standhaft erträgt! Denn nachdem er sich so bewährt hat, wird er den Ehrenkranz des Lebens erhalten, den Gott denen versprochen hat, die ihn lieben.
Selige Anfechtungen
Das klingt wie eine der Seligpreisungen Jesu aus der Bergpredigt (Mt 5:1-12). In diesen großartigen Segenserklärungen hat Jesus uns nicht die einzigen Möglichkeiten genannt, wie wir gesegnet werden können.
Hier erfahren wir, dass wir gesegnet werden können, wenn wir Versuchungen ertragen. Es heißt nicht: „Gesegnet ist der Mann, der niemals versucht wird.“ Es heißt auch nicht: „Gesegnet ist der Mann, der alle Versuchungen leicht zu besiegen findet.“
Stattdessen wird demjenigen, der die Versuchung erträgt, die Verheißung der Glückseligkeit gegeben. Es gibt ein besonderes Geschenk der Glückseligkeit von Gott an denjenigen, der „Nein“ zu Versuchungen sagen kann und dadurch „Ja“ zu Gott sagt.
Frage: Wie kannst du in deinem eigenen Leben die Kraft finden, Versuchungen zu ertragen und dadurch deine Verbindung zu Gott zu stärken?
Andacht von Columba Marmion
Warum nennt der Heilige Geist diesen Mann „glücklich“, während wir dazu neigen, das Gegenteil zu denken?
Etwa der Versuchung selber wegen? Gewiss nicht, sondern darum, weil Gott sich ihrer bedient, um einen Beweis unserer Treue zu erhalten;
unsere Treue, gestützt von der Gnade, stärkt und offenbart sich im Kampf, und die Krone des Lebens ist schließlich dem Siegel verliehen.
„Wer bewährt ist, wird die Krone des Lebens gewinnen“ (Jak 1,12).
Die geduldig ertragene Versuchung ist für die Seele eine Quelle von Verdiensten und für Gott glorreich;
denn durch ihre Standhaftigkeit in der Prüfung ist die Seele ein lebendiges Zeugnis der Kraft der göttlichen Gnade.
Columba Marmion
Frage: Wie erlebe ich persönlich die Prüfungen in meinem Leben – als Bürde oder als Weg, der meine innere Treue und Verbindung zu Gott stärkt?
Andacht von Franz von Sales
Man muss sich mit dem Wort der Heiligen Schrift trösten: Selig der Mann, der in der Versuchung standhält! Wenn er sich bewährt, wird er den Siegeskranz des Lebens empfangen. Glauben Sie mir, ich habe kaum Menschen gekannt, die ohne solche Prüfungen voran-gekommen wären. Man muss eben Geduld haben. Nach dem Sturm wird Gott die Stille senden.
Parallelstellen zum Vers Jak 1,12: 1,4; 5,11; 1Petr 1,6.7; Krone Offb 2,10; 2Tim 4,8; lieben 1Kor 2,9; 5Mo 7,9; Ri 5,31
Jak 1,13: Wenn jemand in Versuchung gerät, soll er nicht sagen: Gott hat mich in die Versuchung geführt. Denn Gott kann nicht vom Bösen verführt werden und führt auch selbst niemand in Versuchung.
Andacht für dein Leben
- Vertraue Gott: Wenn du in Versuchung gerätst, erinnere dich daran, dass Gott dich nicht versucht. Schau ehrlich auf deine eigenen Begierden und finde Wege, sie unter Kontrolle zu halten.
- Übernimm Verantwortung: Gib nicht anderen oder Gott die Schuld für deine Fehler. Stärke deine Entscheidungen, indem du bewusst Gutes suchst und dich von negativen Einflüssen distanzierst.
- Parallelstellen zum Vers Jak 1,13: Hi 34,10
Gott führt nicht in Versuchung
Dies betont, dass Gott nicht verführt oder zum Bösen anstiftet. Vielmehr ist jeder Mensch für seine eigenen Entscheidungen verantwortlich.
Der Vers ermutigt dazu, die eigene Verantwortung anzuerkennen und nicht Gott für persönliche Schwächen verantwortlich zu machen. Er unterstreicht die Wichtigkeit der Selbstreflexion und des Widerstands gegen die Versuchung.
Jakobus erinnert daran, dass die Quelle von Versuchungen in den eigenen Begierden liegt. Die Botschaft ist klar: Verantwortung übernehmen und sich bewusst gegen das Böse entscheiden, ohne Gott die Schuld zuzuschieben.
Frage: Wie kannst du heute deine eigene Verantwortung wahrnehmen, um innerlich stärker gegen Versuchungen zu stehen?
Jak 1,14: Nein, jeder wird von seiner eigenen Begierde in die Falle gelockt.
Jak 1:14: Jeder Einzelne wird versucht.
Gott versucht uns nicht
Stattdessen kommt die Versuchung, wenn wir von unseren eigenen fleischlichen Begierden weggezogen und verführt werden – wobei die Welt und der Teufel die Verlockung liefern.
Satans große Versuchungsstrategie besteht darin, uns davon zu überzeugen, dass das Streben nach unseren verdorbenen Begierden irgendwie Leben und Güte für uns hervorbringen wird.
Wenn wir uns daran erinnern, dass Satan nur kommt, um zu stehlen, zu töten und zu zerstören (Johannes 10:10), dann können wir den Täuschungen der Versuchung effektiver widerstehen.
Frage: Wie erkenne ich in meinem Alltag die Täuschungen, die mein inneres Wachstum behindern, und wie kann ich mich ihnen mit mehr Klarheit und innerer Stärke entgegenstellen?
Was ist eine Versuchung
Eine Versuchung ist noch keine Sünde, sondern erst dann, wenn du ihr erliegst. Ursprung jeder Versuchung liegt im Wesen des Menschen selbst.
Gott lässt sie zu, um unseren Glauben zu prüfen. Gott überfordert uns nie, weil er weiß, was jeder zu tragen vermag. Das ist ein Zeichen der ewigen Barmherzigkeit Gottes.
Es geht um die Erfahrung der eigenen Schwächen. Das Arbeiten an unseren Schwachstellen führt Hand in Hand mit aufrichtiger Bemühung und gutem Willen zur Bewährung im Glauben, die dann Stück um Stück eine Beharrlichkeit im guten Lebenswandel nach sich zieht.
Lebensprüfungen sind somit ein wichtiger Bestandteil unseres Wachstumsprozesses.
Frage: Wie kannst du heute deine Schwächen als Wegweiser zu mehr innerer Stärke und Vertrauen in Gottes Barmherzigkeit sehen?
Die Gefahr der Versuchung
Die Versuchung zeigt uns etwas Köstliches, das wir unbedingt haben wollen – sei es aus Habsucht oder dem Drang, immer Recht behalten zu wollen, wie bei Überheblichkeit. Trägheit, Eigensinn, Unzucht, Übermaß und vieles mehr können uns herausfordern.
Die Liebe Gottes greift unsere Freiheit dabei nicht an. Doch wenn wir alles impulsiv geschehen lassen, ohne uns in den Tugenden zu üben, die immer auch Selbstüberwindung erfordern, werden wir zu Gefangenen unserer eigenen Launen und Begierden. Dieses Gefesseltsein entfernt uns vom Blick und Ruhen in der Liebe Gottes. Die himmlische Gnadensaat in uns wird dadurch fast erstickt.
Anders verhält es sich, wenn wir nicht alles impulsiv zulassen, sondern versuchen, den Versuchungen zu widerstehen und das Gute zu tun. Dann werden unsere Versuchungen zu Übungen, die uns stärken und auf größere Aufgaben vorbereiten.
Angst und inneren Aufruhr – weise sie von dir, sofort! Sie lassen bloß die Versuchungen an Kraft gewinnen und erhöhen die Gefahr. Gott ist ja bei dir! In der Stunde der Versuchung solltest du die Liebe vor Augen haben, die im Himmel auf dich wartet: pflege die Tugend der Hoffnung. Josemaria
Frage: Wie kann ich heute meine Freiheit nutzen, um liebevoller und bewusster mit meinen Versuchungen umzugehen?
Parallelstellen zum Vers Jak 1,14: Mk 7,21
Jak 1,15: Nachdem die Begierde dann schwanger geworden ist, bringt sie die Sünde zur Welt.
Andacht für dein Leben
- Achte auf deine Gedanken: Jede Sünde beginnt mit einer Versuchung in deinem Inneren. Wenn du negative oder zerstörerische Gedanken bemerkst, bring sie vor Gott und ersetze sie mit seinem Wort.
- Übernimm Verantwortung für deine Entscheidungen: Lass dich nicht von Begierden leiten, die dich in falsche Richtungen ziehen. Prüfe deine Entscheidungen daran, ob sie Leben und Frieden fördern, und wende dich bewusst von dem ab, was dich von Gott trennt.
- Parallelstellen zum Vers Jak 1,15: 1Mo 3,6; Jos 7,21; gebiert Ps 7,15; Tod 5,20; Röm 5,12; 6,16.23; 7,5; 8,13
Der geistliche Kampf
Jeder von uns trägt eine Vielzahl an Gefühlen, Neigungen, Gewohnheiten, Leidenschaften, Fähigkeiten und Kräften in sich. Über dieses reiche Vielerlei hat Gott den lenkenden Willen gesetzt. Doch die Macht des Willens ist nicht grenzenlos, er ist fehlbar. Er vermag den Augen nicht das Sehen und den Ohren nicht das Hören zu verbieten.
Wie oft erleben wir sinnliches Begehren, das unserem Willen widerstrebt. Darin liegt der tägliche geistliche Kampf zwischen Geist und Fleisch. Auch wenn die Versuchung spürbar wird, können wir ihr unsere Zustimmung verweigern.
Der Wille besitzt eine große Kraft über das Begehren, so dass er es zurückschlagen kann. Wir können die Begierde zwar nicht verhindern, wohl aber, dass sie zur Sünde wird. Auf diese Weise richten wir unser Leben nach Gott aus.
Frage: Wie gelingt es dir persönlich, deinen Willen im Spannungsfeld zwischen innerem Begehren und göttlicher Ausrichtung auszurichten?
Jak 1,16: Täuscht euch nicht, liebe Geschwister!
Parallelstellen zum Vers Jak 1,16: 1Kor 6,9; 15,33; Gal 6,7
Jak 1,17: Alles, was Gott uns gibt, ist gut und vollkommen. Er, der Vater des Lichts, ändert sich nicht; niemals wechseln bei ihm Licht und Finsternis.
Andacht für dein Leben
- Alles Gute kommt von oben: Erinnere dich daran, dass alles, was in deinem Leben wirklich gut ist, ein Geschenk von Gott ist. Es ist wichtig, dankbar für diese Gaben zu sein.
- Gott ist unveränderlich: Vertraue darauf, dass Gott immer derselbe bleibt, unabhängig von den Umständen. In schwierigen Zeiten kannst du dich auf seine konstante Liebe und Weisheit verlassen.
- Parallelstellen zum Vers Jak 1,17: 3,15.17; Mt 7,11; Lichter 1Joh 1,5; Ps 36,10; Dan 2,22; wechselndes Mal 3,6
Niemals wechseln bei ihm Licht und Finsternis
An diesen Worten bin ich hängen geblieben, als ich sie gelesen habe. Gott ist immer Licht! Er handelt immer hell, klar, deutlich, eindeutig. Er ist immer klar, deutlich, eindeutig. Er ist keinen Schwankungen unterworfen, es gibt ihn nicht mal so hell und dann wieder ganz anders. Ihn umstrahlt Licht, er ist Licht.
Bei ihm bleibt nichts verborgen, nichts bleibt nur schemenhaft erkennbar. Er ist nicht wie das wechselhafte Licht in einem Wald, wenn die Sonne durch die Baumwipfel scheint, kommt mir in den Sinn. Er ist nicht wie die Baumblätter, die sich leicht bewegend vor die Sonne stellen und den Blick in den Himmel unklar erscheinen lassen.
Das helle und dunkle Lichtspiel der Blätter im Wind verwirrt meine Augen, lässt einen klaren Blick nicht zu, zeichnet Gegenstände undeutlich und schemenhaft. Manche Menschen verhalten sich so, wie sich bewegende Blätter im Licht bewegen, geben kein klares Bild von sich ab, erscheinen undurchsichtig und verhalten sich kaum durchschaubar.
Wie gut, dass Gott eindeutig war, ist und bleibt. Er wechselt nicht sein Gesicht, nicht mal hin und wieder. Er ist der, der er ist, so sagt er von sich selbst – ich bin der ich bin. Er war, er ist und er bleibt wahrhaftig. An ihn will ich mich halten, bei ihm bin ich mir sicher. Und er möchte, dass auch ich so bin oder zumindest werde. Klar, eindeutig, offen und hell gegenüber ihm, mir selbst und meinen Mitmenschen. So dass auch sie von mir sagen können: auf Dich kann ich mich verlassen.
Rolf Aichelberger
Frage: Wo in deinem Leben wünschst du dir mehr Klarheit und Offenheit – zu dir selbst, zu anderen oder zu Gott?
Jak 1,18: Aus freiem Liebeswillen hat er uns durch das Wort der Wahrheit neues Leben geschenkt, damit wir gewissermaßen die ersten Geschöpfe seiner neuen Schöpfung wären.
Wort der Wahrheit
Jakobus 1,18 hebt hervor, dass neue Lebenswege ihren Ursprung im Göttlichen haben. Es wird deutlich gemacht, dass jede positive Veränderung im Leben ein Geschenk Gottes ist.
Der Ausdruck „Wort der Wahrheit“ zeigt, dass diese Wandlung durch Gottes unveränderliche und verlässliche Wahrheit geschieht. Das Bild der „Erstlinge seiner Schöpfung“ verdeutlicht die Einzigartigkeit und Kostbarkeit eines jeden Lebens, das von Gott geschaffen wurde.
Diese Verse laden dazu ein, Gottes Wirken im eigenen Leben wahrzunehmen und anzunehmen. Denn jede positive Veränderung entspringt letztlich seiner liebevollen Gnade.
Frage: Wie kannst du die Gegenwart Gottes in deinen persönlichen Veränderungen bewusster wahrnehmen und willkommen heißen?
Wille des guten Gottes
In den vorangegangenen Versen hat uns Jakobus gesagt, was die Begierde des Menschen hervorbringt: Sünde und Tod. Hier sagt er uns, was der Wille des guten Gottes bringt: Erlösung für uns, als eine Art Erstlingsfrucht seiner Geschöpfe.
Parallelstellen zum Vers Jak 1,18: Joh 1,13; Wort Eph 1,13; 1Petr 1,23; Erstlingsfrüchte Hebr 12,23; Offb 14,4; Jer 2,3
Jak 1,19-27: Täter des Wortes sein
Christliche Bibel – Auslegung, Kommentar, Andacht, Impuls, Erklärung, Bedeutung bzw. Predigt zum Jakobus Brief Jak 1,19-27
Jak 1,19: Denkt daran, liebe Geschwister: Jeder Mensch sei schnell zum Hören bereit – zum Reden und zum Zorn, da lasse er sich Zeit.
Andacht für dein Leben
- Sei schnell im Hören: Höre aufmerksam zu, bevor du eine Meinung bildest oder antwortest. Das hilft dir, Konflikte zu vermeiden und besser zu verstehen.
- Sei langsam im Reden: Achte darauf, wie du sprichst. Überlege, bevor du etwas sagst, um unnötige Missverständnisse oder verletzende Worte zu vermeiden.
- Parallelstellen zum Vers Jak 1,19: 1,26; 3,2; Spr 10,19; 13,3; 14,29; 15,18; 17,27; 21,23; 25,11.28; Pred 7,9
Denken bevor Reden
Um das richtige Wort zur rechten Zeit zu finden, ist es wichtig, mich empathisch in die Situation und in den anderen hineinzuversetzen. Bin ich mir bewusst, dass das Hören wichtiger ist als das Sprechen? Ob nun in der Beziehung zu Gott oder zum Mitmenschen.
Denn das Hören geht dem Sprechen voraus. Es bedeutet, aufmerksam wahrzunehmen, was der andere denkt und fühlt. Ebenso ist es das Zuhören darauf, was Gott mir heute sagen möchte. Dabei sind Fragen ein wertvolles Hilfsmittel, um tiefer zu verstehen.
Francois G. de Levis: Ob ein Mensch klug ist, erkennt man viel besser an seinen Fragen als an seinen Antworten.
Frage: Wie gut gelingt es mir, still zu werden und wirklich zuzuhören – sowohl anderen als auch der leisen Stimme in meinem Inneren?
Langsam zum Zorn
Wir können lernen, langsam zum Zorn zu sein, indem wir zuerst lernen, schnell zu hören und langsam zu sprechen. Ein Großteil unserer Wut und unseres Zorns kommt daher, dass wir egozentrisch und nicht auf andere zentriert sind. Schnell zu hören ist ein Weg, sich auf andere zu konzentrieren . Langsam zu sprechen ist eine Möglichkeit, sich auf andere zu konzentrieren.
Jak 1,20: Im Zorn tun wir niemals, was Gott gefällt.
Andacht für dein Leben
- Wut hindert dich: Deine Wut lässt dich nicht richtig hören und handeln, sondern blockiert deinen Weg zu einem guten Leben. Sie führt zu unbedachten Reaktionen und schadet oft deinen Beziehungen.
- Sanftmut bringt Frieden: Statt dich von Wut leiten zu lassen, solltest du in schwierigen Momenten ruhig und bedacht reagieren. Dies hilft dir, klare Entscheidungen zu treffen und Konflikte auf konstruktive Weise zu lösen.
- Parallelstellen zum Vers Jak 1,20: Spr 29,22
Gegen den Zorn
Hier betont Jakobus die negative Auswirkung menschlichen Zorns auf göttliche Gerechtigkeit. Er ermutigt dazu, Emotionen zu kontrollieren, da sie oft zu Handlungen führen, die nicht im Einklang mit Gottes Willen stehen. Die Botschaft ist klar: Ungezügelter Zorn hindert Menschen daran, das zu tun, was vor Gott als richtig gilt.
Diese Lehre ermutigt dazu, mit Gelassenheit und göttlicher Weisheit Konflikte zu bewältigen, um so ein Leben im Einklang mit Gottes Maßstäben zu führen.
Frage: Wie kann ich in meinem eigenen Leben lernen, meinen Zorn zu zügeln und dadurch näher an Gottes Weisheit und Frieden zu wachsen?
Jak 1,21: Legt deshalb jede Gemeinheit und alle Bosheit von euch ab, und nehmt das Wort, das in euch hineingepflanzt wurde, bereitwillig auf. Denn das hat die Macht, euch zu retten.
Andacht von Ephräm dem Syrer
Selig ist jener Mensch, der sich nicht leicht erzürnt. Ein Solcher lebt jederzeit im Frieden.
Wer den Geist des Zorns von sich vertreibt, ist frei von Krieg und Verwirrung und befindet sich allzeit in tiefster Seelenruhe. Sein Gesicht verrät schon die innere Freude.
Wer nicht jähzornig ist, lässt sich nicht von jedem leeren Wort aufbringen. Er hält sich ohne Mühe zurück und erträgt leicht die Redsüchtigen.
Er hat keine Freude an Streitigkeiten, denn er zeigt sich allen gegenüber liebevoll. Wer dem Zorn nicht ergeben ist, hat kein Vergnügen an Wortzänkereien.
Er findet seine Freude am Frieden und wird zur Wohnung des Heiligen Geistes.
Gott, durch das Blut, das aus deiner Seite floß, hast du über höchste Höhen und die tiefsten Tiefen den Frieden gebreitet. Sende deinen Frieden unter die zürnenden Menschen! Ephräm der Syrer
Frage: Wie kannst du heute in dir selbst mehr Raum für Frieden schaffen und den Geist des Zorns sanft loslassen?
Wort der Wüstenväter
Makarios sprach: Wenn du einen zu tadeln hast und dabei in Zorn gerätst, dann befriedigst du deine eigene Leidenschaft. Statt dass du andere rettest, verdirbst du dich selbst. Apophthegmata
Es gibt viele Gründe, einen anderen zu kritisieren. Aber wenn ich kritisiere, muss ich immer wissen, in welcher Absicht ich es tue.
Will ich ihm helfen, sich selbst besser kennenzulernen und manches zu verbessern? Oder will ich mich über ihn stellen?
Wenn ich ihn tadle und dabei in Zorn gerate, dann kreise ich zu sehr um meinen Zorn. Ich lasse mich vom Zorn hinreißen. Dann helfe ich dem anderen nicht weiter und schade mir selbst.
Denn ich lasse mich vom Dämon des Zorns beherrschen und mir die innere Freiheit und Ruhe rauben. Meine Worte kommen nicht aus meinem Herzen, sondern werden mir vom Zorn aufgedrückt. Das tut mir nicht gut. Ich verderbe mich selbst.
Anselm Grün
Frage: Wie kann ich lernen, meine Kritik aus Liebe und Mitgefühl zu formulieren, ohne von negativen Gefühlen wie Zorn beherrscht zu werden?
Gegen den Zorn
Wenn wir bereit sind, dem Zorn in uns Raum zu geben, schneiden wir uns von der Liebe ab. Dann setzen wir das Gebot der Liebe, das Jesus uns gegeben hat, außer Kraft.
In den Gedanken des Zorns das Gebot Jesu hineinzustellen, scheint uns auf den ersten Blick eine zu einfache Lösung. Aber auch darin liegt für mich Weisheit. Denn wir sollen mit dem Zorn nicht diskutieren.
Wenn ich einfach das Gebot Jesu von der Liebe hineinstelle und damit dem Geist Jesu in mir Raum gebe, wird er den Zorn allmählich auflösen. Der Zorn hat keine Argumente mehr für sich. Das Wort Jesu steht einfach klar dagegen.
Dieses Gebot immer wieder vorsagend, werde ich Jesu Liebe in mir erfahrbar machen können, die den Zorn überwindet.
Frage: Wie kannst du in deinem eigenen Leben dem Geist der Liebe Raum geben, um den Zorn zu transformieren?
Das Wort aufnehmen
Im Gegensatz zu einer unreinen Lebensweise sollten wir das eingepflanzte Wort Gottes empfangen – mit Demut und einem belehrbaren Herzen.
Dieses Wort kann uns retten, sowohl in unserer jetzigen Situation als auch für immer. Das Erste ist also Empfangen.
Das Wort „empfangen“ ist ein sehr lehrreiches Evangeliumswort; es ist die Tür, durch die Gottes Gnade zu uns eintritt.
Wir werden nicht durch Arbeiten gerettet, sondern durch Empfangen; nicht durch das, was wir Gott geben, sondern durch das, was Gott uns gibt und wir von ihm empfangen.
Frage: Wie offen bin ich wirklich dafür, Gottes Wort demütig und mit einem empfänglichen Herzen in mein Leben einzulassen?
Parallelstellen zum Vers Jak 1,21: 1Petr 2,1.2; Kol 3,8; Kraft Röm 1,16; 2Tim 3,15
Jak 1,22: Es genügt aber nicht, das Wort nur zu hören, denn so betrügt man sich selbst. Man muss danach handeln.
Jak 1,22: Seid aber Täter des Wortes und nicht bloß Hörer, die sich selbst betrügen.
Andacht für dein Leben
- Sei ein aktiver Hörer: Höre nicht nur die Worte, sondern setze sie auch in Taten um. Nur das Umsetzen macht den Unterschied in deinem Leben.
- Handle entsprechend: Lasse nicht zu, dass deine Taten im Widerspruch zu deinen Überzeugungen stehen. Achte darauf, dass du dein Verhalten an dem ausrichtest, was du gelernt hast.
- Parallelstellen zum Vers Jak 1,22: 1,25; 4,11; Mt 7,21.26; Röm 2,13; 1Joh 3,18
Man muss danach handeln
Diese Worte ermutigen dazu, den Glauben aktiv in die Tat umzusetzen. Es geht nicht nur darum, Gottes Lehren zu hören, sondern sie im täglichen Leben zu leben.
Die Aufforderung, das Gehörte umzusetzen, ist eine Erinnerung daran, dass unser Glaube durch Handlungen Früchte tragen sollte. Es fordert dazu auf, die Liebe und Barmherzigkeit Gottes in die Welt zu tragen.
So können wir nicht nur Zuhörer des Wortes sein, sondern auch Menschen, die die Liebe Gottes durch ihre Taten manifestieren.
Frage: Wie kannst du heute deine Glaubensüberzeugungen durch konkrete Taten sichtbar machen und so die Liebe Gottes in deinem Umfeld erfahrbar machen?
Jak 1,23: Jeder, der das Wort nur hört und nicht in die Tat umsetzt, der sein Gesicht in einem Spiegel betrachtet.
Glaube in die Tat umsetzen
Es geht darum, dass der Glaube nicht nur im Hören bestehen darf, sondern im Tun. Jakobus betont praktische Frömmigkeit und fordert echte Konsequenz im Handeln.
Wer Gottes Wort wirklich versteht, wird sich verändern und im Alltag entsprechend leben. Die Metapher vom Spiegel zeigt die Vergänglichkeit bloßer Theorie ohne Umsetzung.
Jakobus ruft dazu auf, Gottes Wort in den Alltag zu übertragen – für einen lebendigen, echten Glauben.
Frage: Wie kannst du heute Gottes Wort so in dein Handeln integrieren, dass dein Glaube wirklich sichtbar wird?
Parallelstellen zum Vers Jak 1,23: Hes 33,32
Jak 1,24: Er schaut sich an, läuft davon und hat schon vergessen, wie er aussah.
Hören und Handeln
Der Mensch, der Gottes Wort nur hört, ohne es zu tun, besitzt die gleiche Vernunft und Stabilität wie jemand, der in einen Spiegel schaut und sofort vergisst, was er gesehen hat. Die erhaltenen Informationen bleiben ohne Wirkung und helfen nicht im Leben.
Vor dem Handeln steht das Hören auf Gottes Wort. Doch dieses Hören darf niemals nur leeres Wissen bleiben. Vielmehr soll unser Alltag zum Gottesdienst werden. Wir sind eingeladen, nicht nur Hörer, sondern auch Täter des Wortes zu sein.
Der Glaube an Jesus ist eine lebendige Kraft, die uns verändert und zum Handeln bewegt. Jede selbstlose Liebestat entfacht den zarten Gottesfunken in unserem Herzen immer mehr, sodass wir in der Liebe wachsen können.
So stellt sich die Frage: Hörst du noch oder liebst du schon? Ehrlichkeit mit sich selbst und die Bereitschaft, die eigenen Schattenseiten anzuschauen, gehören dazu. Besonders die Macht der Zunge hebt Jakobus in diesem Zusammenhang hervor.
Frage: Wie offen bist du bereit, das Gehörte in deinem Herzen wirken zu lassen und durch Liebe sichtbar werden zu lassen?
Jak 1,25: Doch wer sich in das vollkommene Gesetz vertieft, in das Gesetz der Freiheit, wer es immer vor Augen hat und nicht vergisst, was er wahrnimmt, sondern danach handelt, der wird dabei glücklich und gesegnet sein.
Das vollkommene Gesetz der Freiheit
Dies ist eine wunderbare Art, das Wort Gottes zu beschreiben. Im Neuen Bund offenbart uns Gott ein Gesetz , aber es ist ein Gesetz der Freiheit , das durch den Geist Gottes in unsere verwandelten Herzen geschrieben wurde.
Parallelstellen zum Vers Jak 1,25: Freiheit 2,12; Joh 8,32; 2Kor 3,17; Seliger Joh 13,17
Jak 1,26: Wenn jemand sich einbildet, Gott zu dienen, aber seine Zunge nicht im Zaum hält, der macht sich selbst etwas vor. Sein Dienst für Gott hat keinen Wert.
Andacht für dein Leben
- Kontrolliere deine Zunge: Achte darauf, was du sagst. Oft verletzen Worte mehr, als du denkst. Vermeide es, andere zu verletzen oder falsche Dinge zu sagen.
- Leb authentisch: Lebe deinen Glauben nicht nur in Worten, sondern auch in Taten. Sei ein Vorbild und hilf anderen, ohne dich selbst zu erhöhen.
- Parallelstellen zum Vers Jak 1,26: 1,19; 1Petr 3,10; betrügt 1,16.22; 2,20
Zunge im Zaum halten
Jakobus 1,26 betont die Bedeutung eines authentischen Glaubens, der sich im täglichen Leben widerspiegelt. Hier wird darauf hingewiesen, dass fromme Worte und äußere Frömmigkeit allein nicht ausreichen. Die wahre Frömmigkeit zeigt sich vielmehr in einem kontrollierten und liebevollen Umgang mit Worten. Jakobus ermahnt dazu, die Zunge im Zaum zu halten und nicht leichtfertig zu sprechen. Ein wahrer Glaube zeigt sich durch Taten und einen respektvollen Umgang mit Mitmenschen. Diese Verse erinnern daran, dass der Glaube nicht nur eine innere Überzeugung ist, sondern auch einen sichtbaren Einfluss auf das Verhalten haben sollte.
Frage: Wie bewusst gehst du mit deinen Worten um – und wie spiegeln sie deinen Glauben wider?
Jak 1,27: Wer Gott, dem Vater, wirklich gefallen will, der helfe Waisen und Witwen in ihrer Not und beschmutze sich nicht am Treiben der Welt.
Beziehung zur Welt
Die Idee ist nicht, dass sich ein Christ von der Welt zurückzieht.
Stattdessen interagieren sie mit Waisen und Witwen in ihrer Not und anderen in ihrer Not.
Das christliche Ideal ist nicht, sich von der Welt zurückzuziehen; sie sind in der Welt, sie sind nicht von ihr; und von der Welt unbefleckt bleiben.
Frage: In welcher Weise lebst du mitten in der Welt, ohne dich von ihr bestimmen zu lassen – und wie zeigt sich darin Gottes Herz für andere?
Parallelstellen zum Vers Jak 1,27: Mt 25,35; Hi 29,12.13; Jes 58,7; Welt Röm 12,2; 2Petr 3,14
Hier geht’s zu einer Auslegung von G. de Koning zu Jak 1. Kap.
Das war eine Christliche Bibel – Auslegung, Kommentar, Andacht, Impuls, Erklärung, Bedeutung bzw. Predigt zum Jakobus Brief Jak 1. Kap.