Innerer Antreiber: Weitere
Inhaltsverzeichnis
1. Schnell, schnell!
Wer aber allzu schnell etwas erreichen will, hat nur Verlust. Spr 21,5
Dieser Glaubenssatz „Sei schnell“ animiert dazu, alles rasch zu erledigen, schnell zu antworten, schnell zu sprechen, schnell zu essen und generell schnell durchs Leben zu laufen. Kaum ist ein Ziel erreicht, ist das nächste bereits gesetzt. Dieser Glaubenssatz hat natürlich den Vorteil, dass man viel abgearbeitet bekommt. Aber der Preis ist ein stetiges Gefühl von Hektik und einem hohen Puls. Der Fokus ist zumeist auf der Zukunft und selten im gegenwärtigen Augenblick; man riskiert, das Leben zu verpassen. Hektik resultiert insbesondere aus dem Gefühl heraus, wir müssten unsere Zeit effizient ausnutzen, um etwas möglichst schnell zu erreichen – meist für andere.
Eine Übung, die du wunderbar in den Alltag integrieren kannst, um der Hektik zu entkommen, ist die Worte „mal eben“, „schnell“ und „kurz“ aus dem Wortschatz zu streichen. Beispiel: du gehst dann nicht „mal kurz“ auf die Toilette, sondern nimmst dir die Zeit, die dein Körper nun mal braucht.
2. Schnelleritis
Wer eilt läuft Gefahr anzustoßen. Spr 19,2
Wie häufig geraten wir in die Schnelleritis. Ich geh mal schnell. Ich mache mal schnell. Das sind häufige Sätze. Warum schnell? Warum nicht rechtzeitig, in aller Ruhe und langsam, den inneren Raum der Stille hütend in all den Alltags-Aufgaben? Gerade wenn du viel mit anderen Menschen zu tun hast, wenn viele etwas von dir wollen, wenn Du Dich in intensiven Gesprächen auf sie einläßt, brauchst du diesen inneren Raum der Stille und der Langsamkeit, der dich davor beschützt, dass dich die Probleme der andern bestimmen und überfordern, daß dich der Schmutz, den du im Gespräch oft mitbekommst, innerlich nicht selber beschmutzt. (nach Anselm Grün)
Achte darauf, wie oft in deinem Umfeld „schnell“, „kurz“ und „eben“ verwendet wird. Halte immer dann inne, sobald du eines dieser Wörter hörst. Atme tief durch, und mache dann weiter.
3. Aufruf zur Langsamkeit
Ein Mensch, der es allzu eilig hat, verfehlt leicht den richtigen Weg. Spr 19,2
Wir müssen uns durch die vielen inneren und äußeren Stimmen, die uns hetzen und alles schneller machen lassen wollen, immer wieder hindurchfinden zu der inneren Ruhe, die den Wert der Langsamkeit entdeckt. Langsam gehen von Tätigkeit zu Tätigkeit, sich nicht antreiben lassen, durch nichts, das lässt uns ganz im Augenblick sein, das führt zu intensivem Erleben und zu innerem Frieden. Langsamkeit hat eine eigene Schönheit. Sie kann auch im größten Treiben zelebriert werden. Langsamkeit will dich zu einem bewussten und achtsamen Leben anleiten. Deine Seele braucht Zeit.
Der kleine Prinz: Du musst nur langsam genug gehen, um immer in der Sonne zu bleiben.
Johannes XX III: Nimm dir nicht zuviel vor. Es genügt die friedliche, ruhige Suche nach dem Guten an jedem Tag zu jeder Stunde, und ohne Übertreibung und ohne Ungeduld.
4. Verbanne die Hektik!
Bei dir zur Ruhe kommen – damit preist man dich, du Gott. Ps 65,2
Hektik ist der Tod des Gebets. Hektik ist der Tod der Zwischenmenschlichkeit. Hektik ist der Tod der eigenen Seele. Warum? Weil Hektik und Liebe zusammen nicht geht. Hektik führt uns langfristig ins seelische Ungleichgewicht mit entsprechenden Symptomen: Reizbarkeit, Überempfindlichkeit, Gefühllosigkeit, Ruhelosigkeit u.v.m. Mit Jesus dagegen zu gehen, bedeutet, in langsamem, ruhigem Tempo zu gehen, aufmerksamer zu werden und so ins Leben zu finden. Worauf du deine Aufmerksamkeit richtest, entscheidet darüber, was für ein Mensch du wirst. Und Anbetung und Freude beginnen mit der Fähigkeit, die Aufmerksamkeit unseres Geistes auf den Gott zu richten, der immer mit uns im Jetzt ist. Unser bewusstes Wahrnehmen von Gott ist das Problem.
Wir arbeiten rasch genug, wenn wir gut arbeiten. So arbeitet weder viel noch gut, wer sich überhastet. Franz von Sales
Erlauber-Sätze: Ich darf mir Zeit nehmen. Meine Zeit gehört mir. Ich darf mich regenerieren und Pausen machen. Gras wächst auch nicht schneller, wenn man daran zieht.
5. Innerer Antreiber: Sei stark
Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig. 2 Kor 12,9
Es ist das Gefühl, dass man nach außen hin Stärke zeigen muss. Dieses permanente Tapfersein ist eine unglaubliche Strenge gegen uns selbst. Für den Glauben kann dieser innere Antreiber zu einem Hindernis werden: Glaube bedeutet ja, sich jemandem anzuvertrauen, Hilfe bei Gott zu suchen. Für uns kann die Fokussierung auf eigene Stärken auch zur Blockade wird. Es besteht die Gefahr, dass man sich auf seine „Glaubenskraft“ etwas einbildet und scheinbar nicht mehr auf die Gnade Gottes angewiesen ist. Es ist keine Schande, schwach zu sein. Nein, ich muss sogar schwach sein, damit Gott in seiner Kraft wirken kann. Der Herr ist gerade für die Bedürftigen da. Wenn ich mir bewusst bin, dass ich bedürftig bin, sind bei Ihm wirklich alle Quellen.
Erlauber-Sätze: Ich darf meine Wünsche mitteilen. Ich darf um Hilfe bitten. Ich darf anderen vertrauen. Ich darf Gefühle zeigen
6. Innerer Antreiber: Mache es allen Recht
Mehr als alles andere behüte dein Herz. Spr 4,23
Sei immer lieb und lächle nett. Denk an Dich selbst zuletzt. Mache es allen Recht und passe dich an. Nun ist es zwar in zwischenmenschlichen Beziehungen wichtig, sich immer wieder auch anzupassen und es ist daher gut, anpassungsfähig zu sein und anderen entgegen zu kommen, Kompromisse zu schließen. Aber das darf nicht absolut und bedingungslos sein. Denn dann sagen wir immer „Ja“, obwohl wir auch mal „Nein“ meinen und haben einen Kloß im Hals, wenn wir eigentlich unsere Meinung sagen wollen. Wer unter diesem Antreiber “leidet”, ist oft sehr beliebt, weil er nicht nein sagen kann, immer hilft. Auf lange Sicht stresst das und schadet unserem Herzen. Neben der Anpassungsfähigkeit brauchen wir also ebenso auch die Fähigkeit, Grenzen zu setzen, uns zu wehren, gesunde Aggression zu leben.
Erlauber-Sätze: Meine Bedürfnisse und Wünsche sind mir auch wichtig. Ich darf „Nein“ sagen.
7. Innerer Antreiber: Streng dich an
Was hat dann der Mensch von all seiner Mühe? Koh 2,22
Der Antreiber „Streng dich an“ sorgt dafür, dass wir unsere Lockerheit und unsere Freude verlieren. Er macht uns vor, dass man nur mit größter Anstrengung etwas schaffen kann. Also mühen und mühen wir uns ab. Nur wenn es richtig schwer ist, ist es gut. Nur nicht entspannen! Permanente Anstrengung äußert sich dann oft auch körperlich in Kopfschmerzen oder Muskelverspannungen. Das Ziel ist die Anstrengung und nicht die eigentliche Erfüllung einer Aufgabe und die Freude am Gelingen.
Erlauber-Sätze: Es darf auch leicht gehen. Meine Kraft gehört mir.