Hesekiel Hes 36. Kap.: Auslegung, Kommentar und Andacht zur Bibel
Inhaltsverzeichnis
Christliche Bibel – Auslegung, Kommentar, Andacht, Impuls, Erklärung, Bedeutung bzw. Predigt zum Buch Hesekiel Hes 36. Kap.
Zu Hesekiel Hes 36. Kap.
Hesekiel 36 verheißt die Wiederherstellung Israels nach dem Exil. Gott spricht gegen die Feinde Israels, die sich über das verlassene Land gefreut haben, und verspricht, das Land wieder zu segnen. Die zentrale Botschaft ist die göttliche Erneuerung: Gott reinigt sein Volk von Sünden, gibt ihnen ein „neues Herz“ und einen „neuen Geist“ (Vers 26). Diese Verwandlung ist nicht wegen Israels Verdienst, sondern aufgrund von Gottes Ehre. Das Kapitel zeigt Gottes Treue und seine heilende Macht – er führt sein Volk zurück, schenkt Fruchtbarkeit und geistliche Erneuerung. Dies weist auch auf das Neue Testament hin, wo Gott durch seinen Geist Menschen innerlich verändert. Die Passage betont Buße, Gnade und Gottes souveränen Plan der Wiederherstellung.
Hes 36,1-15: Israel wird in sein Land zurückkehren
Hes 36:1: Du aber, Menschensohn, weissage über die Berge Israels und sprich: Ihr Berge Israels, hört das Wort des HERRN!
Zum Abschnitt Hes 36,1-15
In Hesekiel 36,1-15 spricht Gott durch den Propheten zu den Bergen Israels. Diese standen lange unter dem Spott der Nationen, doch nun verheißt Gott Wiederherstellung. Die Feinde, die das Land verwüstet haben, werden gerichtet. Israel hingegen wird gesegnet: Die Felder werden wieder fruchtbar, Städte aufgebaut und Menschen kehren zurück.
Gott zeigt, dass seine Treue größer ist als Israels vergangene Sünden. Die Verheißung dient nicht nur dem Volk, sondern auch Gottes Ehre. Besonders Vers 8 betont: „Ihr Berge Israels, ihr sollt eure Zweige treiben und eure Früchte tragen.“ Dies symbolisiert Hoffnung und Neuanfang. Gott macht deutlich, dass Israel nicht länger der Spott der Nationen sein wird, sondern gesegnet und bevölkert.
Hes 36:2: So spricht GOTT, der Herr: Weil der Feind über euch gesprochen hat: »Ha! Ha! Die ewigen Höhen sind unser Besitz geworden!«,
Hes 36:3: so weissage nun und sprich: So spricht GOTT, der Herr: Darum, ja, darum, weil man euch verwüstet und von allen Seiten nach euch geschnappt hat, sodass ihr den übrigen Völkern zum Besitz geworden seid, und weil ihr ins Gerede der Zungen gekommen und zum Geschwätz der Leute geworden seid —
Hes 36:4: darum, o ihr Berge Israels, hört das Wort GOTTES, des Herrn! So spricht GOTT, der Herr, zu den Bergen und Hügeln, zu den Gründen und Tälern, zu den öden Trümmern und verlassenen Städten, die den übrigen Heidenvölkern ringsum zum Raub und zum Gespött geworden sind;
Hes 36:5: ja, darum spricht GOTT, der Herr, so: Fürwahr, in meinem feurigen Eifer rede ich gegen die übrigen Heidenvölker und gegen ganz Edom, die mein Land in Besitz genommen haben und die sich von ganzem Herzen und mit übermütiger Verachtung gefreut haben, sie auszustoßen und zu berauben.
Hes 36:6: Darum weissage über das Land Israel und sprich zu den Bergen und Hügeln, zu den Gründen und Tälern: So spricht GOTT, der Herr: Seht, in meinem Eifer und in meinem grimmigen Zorn rede ich, weil ihr Schmach vonseiten der Heidenvölker erlitten habt.
Hes 36:7: Darum, so spricht GOTT, der Herr: Ich hebe meine Hand auf zum Schwur, dass die Völker, die um euch her liegen, ihre eigene Schmach tragen sollen!
Hes 36:8: Ihr aber, ihr Berge Israels, lasst eure Zweige sprossen und tragt eure Frucht für mein Volk Israel; denn sie sollen bald heimkehren!
Hes 36:9: Denn siehe, ich komme zu euch und wende mich euch wieder zu, und ihr sollt angebaut und besät werden!
Hes 36:10: Ich will viele Menschen auf euch wohnen lassen, das ganze Haus Israel, sie alle; die Städte sollen bewohnt und die Trümmer aufgebaut werden.
Hes 36:11: Ich will Menschen und Vieh auf euch zahlreich machen, und sie werden sich mehren und fruchtbar sein; ich will euch bevölkern wie in alten Zeiten und euch mehr Gutes erweisen als je zuvor; und ihr sollt erkennen, dass ich der HERR bin!
Hes 36:12: Und ich will Menschen auf euch wandeln lassen, nämlich mein Volk Israel; die sollen dich besitzen, und du sollst ihr Erbteil sein und sie künftig nicht mehr der Kinder berauben!
Hes 36:13: So spricht GOTT, der Herr: Weil sie zu euch sagen: »Du warst eine Menschenfresserin und hast dein Volk der Kinder beraubt!«,
Hes 36:14: so sollst du künftig keine Menschen mehr fressen und dein Volk nicht mehr zu Fall bringen, spricht GOTT, der Herr.
Hes 36:15: Ich will dich künftig nicht mehr die Schmähungen der Heiden hören lassen, und den Hohn der Völker sollst du nicht mehr tragen und dein Volk nicht mehr zu Fall bringen, spricht GOTT, der Herr.
Hes 36,16-38: Ich schenke euch meinen Geist
Hes 36:16: Und das Wort des HERRN erging an mich folgendermaßen:
Zum Abschnitt Hes 36,16-38
Hesekiel 36,16-38 beschreibt Gottes Verheißung, Israel zu reinigen, zu erneuern und zu segnen. Wegen ihrer Sünden wurde das Volk zerstreut, aber Gott wird es nicht wegen ihrer Verdienste, sondern um seines Namens willen wiederherstellen. Er verspricht, ihnen ein neues Herz und einen neuen Geist zu geben, ihr steinernes Herz zu entfernen und ihnen ein Herz aus Fleisch zu schenken. Dadurch werden sie in seinen Ordnungen wandeln.
Gott reinigt sie von Unreinheit und schenkt Fruchtbarkeit und Wohlstand. Städte werden wieder aufgebaut, Felder erblühen, und die Nationen erkennen Gottes Macht. Das Volk wird sich seiner früheren Sünden schämen, doch Gott handelt aus Gnade. Schließlich wird Israel wie ein Garten Eden sein, und die Völker werden seine Wiederherstellung bestaunen.
Hes 36:17: Menschensohn, als das Haus Israel in seinem Land wohnte und sie es mit ihrem Weg und mit ihren Taten verunreinigten, sodass ihr Weg vor mir war wie die Unreinheit einer Frau in ihrer Monatsblutung,
Hes 36:18: da goss ich meinen Zorn über sie aus wegen des Blutes, das sie im Land vergossen hatten, und weil sie es durch ihre Götzen verunreinigt hatten.
Hes 36:19: Ich zerstreute sie unter die Heidenvölker, und sie wurden in die Länder versprengt; ich richtete sie entsprechend ihrem Weg und entsprechend ihren Taten.
Hes 36:20: Als sie nun unter die Heidenvölker kamen, wohin sie gezogen waren, da entweihten sie meinen heiligen Namen, indem man von ihnen sagte: »Das ist das Volk des HERRN; die mussten aus seinem Land ausziehen!«
Hes 36:21: Da tat es mir leid um meinen heiligen Namen, den das Haus Israel entweiht hatte unter den Heidenvölkern, zu denen es gekommen ist.
Hes 36:22: Darum sprich zu dem Haus Israel: So spricht GOTT, der Herr: Nicht um euretwillen tue ich dies, Haus Israel, sondern wegen meines heiligen Namens, den ihr entweiht habt unter den Heidenvölkern, zu denen ihr gekommen seid.
Wegen meines heiligen Namens
Diese Verse verdeutlichen Gottes Souveränität und sein Handeln aus eigener Ehre. Israel hatte durch sein Verhalten Gottes Namen in Verruf gebracht. Dennoch erweist Gott Gnade, nicht wegen Israels Verdiensten, sondern um seine Heiligkeit und Treue zu demonstrieren. Diese Botschaft erinnert daran, dass Gottes Handeln nicht von menschlicher Leistung abhängt, sondern seiner Treue entspringt. Sie zeigt auch, dass Gott seine Verheißungen erfüllt, um seinen Namen vor der Welt zu verherrlichen.
Hes 36:23: Darum will ich meinen großen Namen wieder heilig machen, der vor den Heidenvölkern entheiligt worden ist, den ihr unter ihnen entheiligt habt! Und die Heidenvölker sollen erkennen, dass ich der HERR bin, spricht GOTT, der Herr, wenn ich mich vor ihren Augen an euch heilig erweisen werde.
Hes 36:24: Denn ich will euch aus den Heidenvölkern herausholen und aus allen Ländern sammeln und euch wieder in euer Land bringen.
Hes 36:25: Und ich will reines Wasser über euch sprengen, und ihr werdet rein sein; von aller eurer Unreinheit und von allen euren Götzen will ich euch reinigen.
Ich will reines Wasser über euch sprengen
Diese Verheißung steht im Kontext der Wiederherstellung Israels. Gott verspricht, sein Volk innerlich und äußerlich zu reinigen. Das „reine Wasser“ symbolisiert geistliche Erneuerung, ähnlich wie die rituelle Reinigung im Alten Testament. Es deutet auf eine göttliche Vergebung und eine neue Beziehung zwischen Gott und seinem Volk hin. Im Neuen Testament wird dies oft mit der Taufe und der Reinigung durch den Heiligen Geist in Verbindung gebracht (Joh 3,5; Tit 3,5). Die Reinigung von Götzendienst betont Gottes Wunsch, sein Volk ganz für sich zu gewinnen. Diese Verheißung zeigt Gottes Treue und Gnade trotz des vorherigen Ungehorsams Israels.
Hes 36:26: Und ich will euch ein neues Herz geben und einen neuen Geist in euer Inneres legen; ich will das steinerne Herz aus eurem Fleisch wegnehmen und euch ein fleischernes Herz geben;
Neues Herz und Neuer Geist (1)
Diese Verheißung beschreibt eine tiefgehende innere Erneuerung, die Gott seinem Volk schenkt. Das „steinene Herz“ symbolisiert Härte, Sünde und Widerstand gegenüber Gott, während das „fleischerne Herz“ für ein weiches, empfängliches Herz steht, das auf Gottes Willen hört.
Diese Verwandlung geschieht durch den Heiligen Geist, der Menschen befähigt, nach Gottes Geboten zu leben. Im Neuen Testament wird diese Verheißung durch Christus erfüllt, der den Gläubigen ein neues Leben schenkt. Hesekiel 36,26 zeigt Gottes Gnade und seine Bereitschaft, die Herzen der Menschen zu erneuern.
Neues Herz und Neuer Geist (2)
Gott will immer das Beste für uns und hat einen guten Plan für unser Leben. Eine Begegnung mit Gott wird immer Spuren in unseren Herzen hinterlassen und einen Prozess der innerlichen Veränderung anstoßen. Jede Beziehung, jede Freundschaft prägt unser Leben und beeinflusst uns. So ist es auch im Glauben. Glauben bedeutet, eine lebendige Beziehung zu Jesus zu haben und ihn in unser Alltagsleben mit einzubeziehen. Durch das Gebet, das Lesen im Wort Gottes wird unsere Denkweise verändert und wir lernen Gott immer besser kennen.
Sein Wesen, sein Charakter, seine Schönheit, seine Herrlichkeit, seine Güte, seine Gnade, seine Barmherzigkeit, sein Friede wird unser ganzes Herz erfüllen und von innen nach außen sichtbar werden. Gott ist die Liebe selbst, in Person. Schritt für Schritt, in einem Prozess werden wir wachsen und uns im Glauben weiterentwickeln. Gott möchte uns in unsere Bestimmung und Berufung hineinführen.
Gottes Liebe wird uns heilen, wiederherstellen, aufbauen, stärken und sein Wirken in uns wird auch nach außen sichtbar werden, sich widerspiegeln und weiterfließen an unsere Mitmenschen. Seine Herrlichkeit in uns wird strahlen und wir können Lichter und Hoffnungsträger in unserer Welt sein. Ulrike Puintner
Hes 36:27: ja, ich will meinen Geist in euer Inneres legen und werde bewirken, dass ihr in meinen Satzungen wandelt und meine Rechtsbestimmungen befolgt und tut.
Hes 36:28: Und ihr sollt in dem Land wohnen, das ich euren Vätern gegeben habe, und ihr sollt mein Volk sein, und ich will euer Gott sein.
Hes 36:29: Und ich will euch befreien von allen euren Unreinheiten, und ich will dem Korn rufen und es vermehren und keine Hungersnot mehr über euch kommen lassen.
Gott sagt: Ich will!
Gott will eingreifen. Gott ist entschlossen, sein Volk zu erlösen und ihm Heil zu schaffen. Nein, sein Volk kann es nicht schaffen. Es kann sich kein neues Herz geben. Es kann sich nicht heiligen und reinigen. Es kann seine bedrängende Lage nicht ändern. Es kann sich das Heil nicht verdienen. Gott aber kann und will es. Das ist reines Evangelium. Was für ein Glück, dass Gott sich uns immer wieder so liebevoll entschlossen zuwendet und uns schenkt, was wir nicht schaffen.
Hes 36:30: Ich will auch die Früchte der Bäume und den Ertrag des Feldes vermehren, damit ihr künftig nicht mehr die Schmach des Hungers unter den Heidenvölkern tragen müsst.
Hes 36:31: Dann werdet ihr an eure bösen Wege gedenken und an eure Taten, die nicht gut waren, und ihr werdet vor euch selbst Abscheu empfinden wegen eurer Sünden und wegen eurer Gräuel.
Hes 36:32: Nicht euretwegen werde ich dies tun, spricht GOTT, der Herr, das sollt ihr wissen! Schämt euch und errötet über eure Wege, ihr vom Haus Israel!
Hes 36:33: So spricht GOTT, der Herr: Zu jener Zeit, wenn ich euch reinigen werde von allen euren Missetaten, da will ich euch wieder in den Städten wohnen lassen, und die Trümmer sollen wieder aufgebaut werden.
Hes 36:34: Und das verwüstete Land soll wieder bearbeitet werden, nachdem es zuvor verwüstet dalag vor den Augen aller, die vorübergingen.
Hes 36:35: Dann wird man sagen: »Dieses verwüstete Land ist wie der Garten Eden geworden, und die Städte, die einst verödet, verwüstet und zerstört waren, sind nun befestigt und bewohnt!«
Hes 36:36: Und die Heidenvölker, die rings um euch her übrig geblieben sind, sollen erkennen, dass ich, der HERR, es bin, der das Abgebrochene aufbaut und das Verwüstete bepflanzt. Ich, der HERR, habe es gesagt und werde es auch tun!
Hes 36:37: So spricht GOTT, der Herr: Auch deswegen will ich mich vom Haus Israel noch erbitten lassen, dass ich es für sie tue: Ich will sie an Menschen so zahlreich werden lassen wie eine Schafherde.
Hes 36:38: Wie die Schafherden des Heiligtums, wie die Schafherden in Jerusalem an ihren Festen, so sollen auch die verödeten Städte voll Menschenherden werden; und sie werden erkennen, dass ich der HERR bin!
Hier geht’s zu einer Auslegung von G. de Koning zu Hesekiel Hes 36. Kap.
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