
Matthäus-Evangelium Mt 4. Kap.: Andacht, Auslegung und Kommentar zur Bibel
Inhaltsverzeichnis
Andacht, Auslegung, Predigt und Kommentar zur Bibel zum Matthäus Evangelium Mt 4. Kap.
Andacht zu Matthäus Evangelium Mt 4. Kap
Das vierte Kapitel des Matthäusevangeliums (Mt 4) beschreibt die Versuchung Jesu in der Wüste und seinen Beginn der öffentlichen Verkündigung des Evangeliums. Jesus wird von Satan in drei verschiedenen Versuchungen auf die Probe gestellt und beweist seine Stärke und Entschlossenheit, indem er jedes Mal widersteht. Nachdem er aus der Wüste zurückkehrt, beginnt Jesus, das Evangelium zu verkünden und ruft seine ersten Jünger, darunter Petrus und Andreas, dazu auf, ihm zu folgen.
Mt 4,1-11: Versuchung Jesu
Christliche Bibel – Auslegung, Kommentar, Andacht, Impuls, Erklärung, Bedeutung bzw. Predigt zu Matthäus Evangelium Mt Kap. 4,1-11
Parallelstellen: Mk 1,12-13, Lk 4, 1-13
Mt 4,1-2: Vom Teufel versucht
Mt 4,1: Danach wurde Jesus vom Geist Gottes in die Wüste geführt, wo er den Versuchungen des Teufels ausgesetzt sein sollte.
Zum Abschnitt Mt 4,1-11
Mt 4,1-11 schildert die Versuchung Jesu in der Wüste. Nach seiner Taufe wird Jesus vom Geist in die Wüste geführt, wo er 40 Tage fastet. Der Teufel versucht ihn dreimal: Er fordert ihn auf, Steine in Brot zu verwandeln, sich vom Tempel zu stürzen und sich vor ihm zu verneigen, um alle Reiche der Welt zu erhalten.
Jesus widersteht jeder Versuchung mit Zitaten aus der Heiligen Schrift und bleibt Gott treu. Diese Episode zeigt Jesu Gehorsam, seine geistliche Stärke und seine Abweisung falscher Machtversprechen. Sie lehrt, dass der Mensch von Gottes Wort lebt, nicht Gott testen soll und nur ihn anbeten darf.
Jesu Sieg über den Teufel stärkt seinen Auftrag als Messias und Vorbild für Gläubige.
Frage: Welche inneren Versuchungen fordern dich im Alltag heraus, und wie kannst du daran wachsen, treu und geerdet zu bleiben?
Zu der Versuchung Jesus
Wie triumphierte der Herr? Der Mensch Christus Jesus besiegte den Feind einfach durch das Wort Gottes, nicht als der allmächtige Gott, sondern als der demütige, abhängige und gehorsame Mensch. Ein Mensch wurde in die Gegenwart des Teufels gestellt und besiegte diesen vollständig, nicht durch die Entfaltung göttlicher Macht, auch nicht mit irgendeiner anderen Waffe, sondern einfach durch das Wort Gottes, das in seinem Herzen und in seinem Mund war.
Frage: In welchen Momenten meines Lebens kann ich lernen, die Kraft des Wortes Gottes über meine eigenen Ängste und Herausforderungen wirken zu lassen?
Jesus identifiziert sich mit uns
Nachdem er sich in seiner Taufe mit Sündern identifiziert hatte, identifizierte sich Jesus dann erneut mit ihnen in schwerer Versuchung. Dies war ein notwendiger Teil Seines Dienstes, also wurde Er wirklich vom Geist in die Wildnis geführt.
Kontrast zwischen Taufe und Versuchungen
Es war ein bemerkenswerter Kontrast zwischen der Herrlichkeit nach der Taufe Jesu und der Herausforderung, vom Teufel versucht zu werden. Dann das kühle Wasser des Jordan; jetzt die öde Wildnis. Dann die riesigen Menschenmengen; jetzt Einsamkeit und Stille.
Dann ruht der Geist wie eine Taube; jetzt treibt ihn der Geist in die Wüste. Dann die Stimme des Vaters, der ihn „geliebter Sohn“ nennt; jetzt das Zischen Satans, des Versuchers. Dann gesalbt; jetzt angegriffen. Dann das Wasser der Taufe; jetzt das Feuer der Versuchung.
Zuerst öffnete sich der Himmel; jetzt Hölle.
Frage: In welchen Momenten deines Lebens hast du die Gegenwart des Lichts und der Dunkelheit so deutlich gespürt, und wie bist du damit umgegangen?
Was sind Versuchungen
Jede Versuchung stellt für dich eine Gelegenheit dar, richtig zu handeln.
Handelst du richtig, wirst du ein wenig mehr wie Jesus, der selbst auch in Versuchung geführt worden ist.
Gott bringt die Frucht des Heiligen Geistes – Liebe, Freude, Frieden, Geduld, Freundlichkeit … – in deinem Leben hervor, indem er dir erlaubt, in Situationen zu geraten, in denen du in Versuchung kommst, genau das Gegenteil auszuleben: Hass, Traurigkeit, Unfrieden.
Zum Beispiel lehrt Gott uns Liebe, indem er einige wenig liebenswerte Menschen in unser Umfeld stellt. Mittlerweile bin ich für diese Menschen sogar dankbar; sie sind für mich zu Übungsplätzen der Liebe geworden.
Frage: In welchen Momenten deines Lebens könntest du Versuchungen als Chancen erkennen, die Frucht des Geistes zu üben und Liebe bewusst zu leben?
Beiseiteschieben Gottes
Nach der Taufe wird Jesus vom Geist in die Wüste geführt. Die Wüste steht symbolisch für das Ringen mit Gott. Kern aller Versuchungen ist das Beiseiteschieben Gottes. Die Quelle aller Versuchungen liegt im unbeständigen Herzen und im geringen Vertrauen zu Gott.
Niemand ist zeitlebens vor Versuchungen sicher. Immer wieder finden wir uns im Kampf zwischen Gut und Böse wieder. Wir sind täglich gefordert, uns neu zu entscheiden. Dem Bösen zu widersagen und uns dem Guten zuzuwenden, ist etwas, das wir nicht aus eigener Kraft schaffen. Es gelingt nur mit Gottes Hilfe. Deshalb antwortet Jesus auf jede Versuchung mit einem Wort Gottes.
Frage: Wie kann ich in meinem eigenen Leben lernen, auf Gottes Führung zu vertrauen, besonders in Momenten der Versuchung oder Unsicherheit?
Parallelstellen zum Vers Mt 4,1: 4,1–11: Mk 1,12.13; Lk 4,1–13; Hebr 2,18; 4,15
Mt 4,2: Und als er 40 Tage und 40 Nächte gefastet hatte, war er zuletzt hungrig.
Die Zahl 40
Diese Zeit symbolisiert die 40 Jahre Israels in der Wüste und erinnert an Mose und Elia, die ebenfalls lange fasteten. Das Fasten zeigt Jesu völlige Hingabe an Gottes Willen und seine Vorbereitung auf den Dienst.
Sein Hunger betont seine wahre Menschlichkeit und macht deutlich, dass er realen Versuchungen ausgesetzt war. Dies bildet den Hintergrund für die darauffolgenden Versuchungen durch den Teufel.
Jesu Standhaftigkeit lehrt uns, dass geistliche Stärke oft durch Zeiten der Prüfung wächst. Er zeigt, dass man sich in schwierigen Momenten auf Gottes Wort und nicht auf kurzfristige Bedürfnisse verlassen sollte.
Frage: In welchen Momenten deines Lebens spürst du die Notwendigkeit, dich von Gott leiten zu lassen, anstatt nur deinen eigenen Bedürfnissen zu folgen?
Parallelstellen zum Vers Mt 4,2: Ex 34,28; Dtn 9,18; 1Kön 19,8
Mt 4,3-4: Die erste Versuchung
Mt 4,3: Und der Versucher trat zu ihm und sprach: Wenn du Gottes Sohn bist, so sprich, dass diese Steine Brot werden!
Wenn du Gottes Sohn bist
Diese erste Versuchung richtet sich auf Jesu körperliche Schwäche nach 40 Tagen des Fastens und prüft zugleich sein Vertrauen auf Gottes Versorgung. Der Teufel versucht, Jesu Identität infrage zu stellen und ihn dazu zu bringen, seine göttliche Macht eigennützig einzusetzen.
Jesus widersteht jedoch, indem er sich auf Gottes Wort stützt (Mt 4,4). Diese Versuchung macht deutlich, dass der Teufel häufig mit scheinbar harmlosen oder notwendigen Dingen lockt. Wahres Vertrauen auf Gott bedeutet, nicht eigenmächtig zu handeln, sondern sich seinem Willen zu unterordnen.
Durch seinen Gehorsam zeigt Jesus seine wahre Sohnschaft und bereitet zugleich seinen Dienst vor.
Frage: In welchen Bereichen meines Lebens fällt es mir schwer, Gottes Führung über meine eigenen Wünsche zu stellen?
Parallelstellen zum Vers Mt 4,3: Brot Ps 78,19; Pred 6,7; Dtn 32,47; bist 16,16; 27,40
Mt 4,4: Der Mensch lebt nicht allein von Brot, sondern von allem, was Gott ihm zusagt!
Zur ersten Versuchung
Die erste Versuchung besteht darin, aus Steinen Brot zu machen. Es ist die Versuchung, alles für uns nutzbar zu machen. Alles muss uns dienen.
Das bezieht sich nicht nur auf das Essen, sondern auch auf unsere Beziehungen. Auch diese sollen oft etwas bringen. Und in unserer Beziehung zu Gott neigen wir dazu, ihn für uns zu benutzen. Alles muss etwas bringen, selbst das Gebet. Wir erwarten von ihm, dass er uns Wohlbefinden vermittle. Gott dient dann uns, anstatt dass wir ihm dienen.
Jesus verweist in seiner Antwort auf den wahren Grund, aus dem wir leben: auf das Wort Gottes, das uns wahrhaft nährt. Über dieses Wort können wir nicht verfügen, sondern es spricht uns von außen an, damit wir ihm gehorchen und ihm dienen.
Wer also das Wort Gottes nicht genießt, der lebt nicht; denn wie der menschliche Leib ohne irdische Speise nicht leben kann, so kann auch die Seele ohne das Wort Gottes nicht leben. Goldene Perle
Frage: In welchen Bereichen deines Lebens versuchst du, Gott oder andere für deinen Nutzen einzusetzen, und wie könntest du stattdessen offen sein, wirklich zu dienen?
Zweierlei Brot und Speise
Wenn Gott es so gewollt, könnten wir ohne Brot leben, wie Jesus vierzig Tage lang tat; aber wir könnten nicht ohne sein Wort leben. Durch dieses Wort wurden wir geschaffen, und dadurch allein können wir im Dasein erhalten werden, denn Er trägt alle Dinge mit seinem kräftigen Wort.
Brot ist eine zweite Ursache; der Herr selbst ist die erste Ursache unsrer Erhaltung. Lasst uns nicht zu begierig nach dem Sichtbaren sein, sondern auf den unsichtbaren Gott blicken! Unsre Seelen brauchen Speise, und es gibt keine für sie außerhalb des Wortes Gottes.
Spurgeon
Frage: Wie kannst du heute dein Herz bewusster auf das Wort Gottes ausrichten, um deine innere Kraft und Seelenruhe zu stärken?
Parallelstellen zum Vers Mt 4,4: Dtn 8,3; lebt Jes 55,3; Joh 4,34; 6,27
Mt 4,5-7: Die zweite Versuchung
Mt 4,5: Darauf nimmt ihn der Teufel mit sich in die heilige Stadt und stellt ihn auf die Zinne des Tempels
Vertrauen und Macht
Diese Versuchung zielt auf Vertrauen und Macht: Soll Jesus Gottes Schutz auf die Probe stellen? Doch Jesus widersteht und antwortet mit Dtn 6,16: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht versuchen.“
Die Szene zeigt, dass wahres Gottvertrauen nicht aus Wagemut oder übernatürlicher Zurschaustellung besteht, sondern aus Gehorsam und Demut. Jesus lehnt es ab, Gottes Macht für sich selbst zu missbrauchen, und bleibt seinem Weg der Hingabe treu.
Frage: In welchen Momenten meines Lebens könnte ich lernen, Vertrauen durch Demut und Gehorsam zu zeigen, statt durch Mutproben oder Kontrolle?
Parallelstellen zum Vers Mt 4,5: heilige Stadt 27,53; Neh 11,1; Jes 52,1; Dan 9,24; Offb 11,2; Ps 91,11.12
Mt 4,6: Wenn du Gottes Sohn bist, so stürze dich hinab; denn es steht geschrieben: Er wird seinen Engeln deinetwegen Befehl geben, und sie werden dich auf den Händen tragen, damit du deinen Fuß nicht etwa an einen Stein stößt.
So stürze dich hinab
In Matthäus 4,6 versucht der Teufel, Jesus zu verführen, indem er ihn auffordert, sich von der Zinne des Tempels zu stürzen. Dabei zitiert er Psalm 91,11–12, um Gottes Schutz zu betonen: Engel würden ihn bewahren.
Doch der Teufel verdreht die Schrift, um Jesus zur Selbstüberschätzung und zum Misstrauen gegen Gott zu verleiten. Jesus antwortet mit Deuteronomium 6,16: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht versuchen.“
Er zeigt damit, dass wahres Vertrauen auf Gott nicht darin besteht, ihn durch waghalsige Aktionen herauszufordern. Diese Versuchung lehrt, dass man die Bibel nicht aus dem Zusammenhang reißen darf und dass echter Glaube sich in Gehorsam und Vertrauen äußert, nicht in der Forderung nach Zeichen.
Frage: Wo in meinem Leben fordere ich vielleicht Gottes Schutz heraus, anstatt ihm einfach zu vertrauen?
Mt 4,7: Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht herausfordern!
Zur zweiten Versuchung
Die Versuchung der Ruhmsucht. Jesus soll sich von der höchsten Stelle des Tempels stürzen. Der Teufel bietet Jesus an, durch Schauwunder berühmt zu werden.
Es ist die Versuchung, dass wir unsere in Gnade geschenkten Stärken dazu gebrauchen, um aufzufallen, sich selbst interessant zu machen oder sich durch Spektakuläres hervorzuheben. Innerlich stehen wir häufig auf der Bühne und überlegen uns, wie wir am meisten beklatscht werden könnten.
Jesus wählt nicht den Erfolg, sondern den Dienst. Ihm ist wichtiger, wie er vor Gott steht, als welchen Applaus er von Menschen bekommt.
Der Weg Jesus ist der Weg der Demut und Bescheidenheit. Sein Leben ist geprägt von hingebender Liebe, immer in inniger Einheit mit dem Vater. Darin folgen wir ihm nach und dienen Gott.
Frage: Wo in meinem Leben lasse ich mich von dem Wunsch nach Anerkennung leiten, und wie kann ich mich mehr dem Dienst und der Demut hingeben?
Bezug auf Psalm 90
Dieses lesen wir in dem neunzigsten Psalm; aber diese Weissagung geht nicht auf Christus, sondern auf einen heiligen Mann.
Der Teufel ist also ein schlechter Erklärer der Schrift. Denn in der Tat wird der Sohn Gottes nicht von den Engeln in den Händen getragen, sondern er trägt vielmehr die Engel.
Wenn er aber von den Engeln in den Händen getragen wird, so geschieht es nicht, daß er wegen Schwachheit seinen Fuß nicht an einen Stein stoße, sondern wegen seiner Ehre als Herr.
Goldene Perle
Frage: In welchen Momenten deines Lebens spürst du die eigene innere Stärke trotz äußerer Unterstützung oder Führung?
Parallelstellen zum Vers Mt 4,7: Dtn 6,16; 1Kor 10,9
Mt 4,8-10: Die dritte Versuchung
Mt 4,8: Wiederum nimmt ihn der Teufel mit auf einen sehr hohen Berg und zeigt ihm alle Reiche der Welt und ihre Herrlichkeit
Parallelstellen zum Vers Mt 4,8: Offb 11,15
Mt 4,9: Dieses alles will ich dir geben, wenn du niederfällst und mich anbetest!
Dieses alles will ich dir geben
In Matthäus 4,9 bietet der Teufel Jesus alle Reiche der Welt an, wenn er ihn anbetet. Diese Versuchung richtet sich auf Macht und Herrschaft, doch sie kommt zu falschen Bedingungen – durch die Abkehr von Gott.
Jesus hätte als Messias die Herrschaft über die Welt erlangen können, jedoch nicht durch Kompromisse mit dem Bösen, sondern durch Gehorsam gegenüber Gott. Er widersteht dieser Verführung und antwortet mit Deuteronomium 6,13: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, anbeten und ihm allein dienen.“
Diese Stelle zeigt uns, dass wahre Macht und Autorität nicht durch weltliche oder satanische Mittel gewonnen werden, sondern durch die Hingabe an Gott. Sie warnt davor, für kurzfristige Vorteile die eigene Integrität aufzugeben.
Frage: Wo in meinem Leben könnte ich versucht sein, meine Werte oder meine Verbindung zu Gott für vermeintliche Vorteile aufzugeben?
Parallelstellen zum Vers Mt 4,9: 16,26
Mt 4,10: Da spricht Jesus zu ihm: Weiche, Satan! Denn es steht geschrieben: Du sollst den Herrn, deinen Gott, anbeten und ihm allein dienen!
Die dritte Versuchung
Hier offenbart sich das Wesen der Versuchung: sie will einen Keil zwischen mir und Gott treiben, indem anderes wichtiger wird. Alles kann zum Götzen werden, wenn wir übertrieben unser Herz daran hängen.
Das Gegenmittel: Gott allein genügt! Nicht darin liegt das Heil, dass ich meinen Weg ohne Gott gehe, sondern in der Treue zu Gott.
Jesus spricht: Weiche, Satan! Diene und bete Gott allein an. Dieses Nein zur Versuchung und dieses Ja zu Gott ist eine lebenslange und wohl die wichtigste Aufgabe.
Franz von Sales schreibt dazu: Selbst dann, wenn du nichts getan hast in deinem Leben, außer dein Herz zurückzubringen und wieder in die Gegenwart Gottes zu versetzen – obwohl es jedes Mal wieder fortlief, wenn du es zurückgeholt hattest – dann hat sich dein Leben wohl erfüllt.
Frage: Woran erkenne ich in meinem Alltag, dass mein Herz mehr an Vergänglichem hängt als an der Gegenwart Gottes?
Weiche Satan
Gehe zurück d.h. denke zurück, erinnere dich, in welcher Herrlichkeit du geschaffen wurdest, und in welche Armseligkeit du fielst. Dieses gereicht uns aber zum Trost, weil der Teufel die Menschen Gottes nicht so lange versucht, als er will, sondern so lange es Christus gestattet. Goldene Perle
Parallelstellen zum Vers Mt 4,10: Dtn 6,13; 10,20; allein 1Sam 7,3
Mt 4,11: Der Teufel ist besiegt
Mt 4,11: Da verließ ihn der Teufel; und siehe, Engel traten hinzu und dienten ihm.
Da verließ ihn der Teufel
Dies zeigt, dass die Versuchung begrenzt ist – Satan hat keine absolute Macht. Die Engel dienen Jesus, was seine göttliche Würde bestätigt. Dies erinnert an Elia, der in der Wüste von Engeln versorgt wurde (1. Könige 19,5–7).
Gottes Beistand kommt zur rechten Zeit, doch nicht durch erzwungene Wunder, sondern als Antwort auf treuen Gehorsam. Diese Szene lehrt, dass geistliche Kämpfe durch das Wort Gottes und Standhaftigkeit gewonnen werden. Nach Prüfungen schenkt Gott Trost und Versorgung.
Frage: In welchen Momenten deines Lebens hast du Gottes Beistand still und doch wirksam erlebt, auch ohne dass sich alles sofort auf wundersame Weise gelöst hat?
Dienende Engel
Doch ist es offenbar, daß sie ihm nicht wegen Ohnmacht, sondern wegen der Ehre seiner Macht dienten. Denn es heißt nicht, daß sie ihm halfen, sondern daß sie ihm dienten. Goldene Perle
Parallelstellen zum Vers Mt 4,11: lässt Jak 4,7; Boten Lk 22,43; Hebr 1,14
Mt 4,12-25: Erstes Auftreten Jesu
Christliche Bibel – Auslegung, Kommentar, Andacht, Impuls, Erklärung, Bedeutung bzw. Predigt zu Matthäus Evangelium Mt Kap. 4,12-25
Parallelstellen: Mk 1,14-20; Lk 4,14-15; Joh 4,43-45
Mt 4,12-17: Beginn des Dienstes
Mt 4,12: Als aber Jesus hörte, dass Johannes gefangen gesetzt worden war, zog er weg nach Galiläa.
Zum Abschnitt Mt 4,12-25
Nach der Verhaftung Johannes des Täufers beginnt Jesus sein öffentliches Wirken in Galiläa. Die Erfüllung der Prophezeiung aus Jesaja 9,1–2 zeigt, dass Jesus als das Licht in die Finsternis gekommen ist.
Seine zentrale Botschaft lautet: „Kehrt um! Denn das Himmelreich ist nahe.“ Dann beruft Jesus die ersten Jünger – Fischer, die sofort alles verlassen und ihm nachfolgen. Dies zeigt, dass die Jüngerschaft Gehorsam und völlige Hingabe erfordert.
Jesus wirkt in ganz Galiläa, lehrt, predigt und heilt viele Menschen. Seine Vollmacht und Liebe ziehen große Menschenmengen an. Dieser Abschnitt verdeutlicht, dass Jesu Botschaft rettet, heilt und Menschen in die Nachfolge ruft – ein Aufruf auch an uns, ihm zu folgen.
Frage: Welche Bereiche meines Lebens darf ich Jesus heute hingeben, um seine Führung und Heilung zu erfahren?
Zog er weg nach Galiläa.
In Matthäus 4,12 erfährt Jesus von der Verhaftung Johannes des Täufers und zieht sich daraufhin nach Galiläa zurück. Dies markiert einen Wendepunkt: Die Verkündigung Johannes’ endet, und Jesus beginnt sein öffentliches Wirken.
Sein Rückzug nach Galiläa ist nicht nur eine Flucht vor Gefahr, sondern erfüllt auch die Prophetie aus Jesaja 8,23–9,1, dass das Licht Gottes in das „Galiläa der Heiden“ kommen wird. Damit zeigt Matthäus, dass Jesu Mission sich nicht nur an Israel richtet, sondern an alle Völker.
Dieser Vers lehrt, dass Gottes Pläne trotz menschlicher Widrigkeiten weitergehen. Jesus wartet nicht passiv, sondern beginnt aktiv sein Wirken – ein Vorbild für Vertrauen und Gehorsam gegenüber Gottes Führung.
Frage: Wo in meinem Leben könnte ich mutig dem Ruf Gottes folgen, auch wenn Unsicherheit oder Widerstände spürbar sind?
Parallelstellen zum Vers Mt 4,12: 4,12–17: Mk 1,14.15; Lk 4,14.15; – Als 14,3; Lk 3,20
Mt 4,13: Und er verließ Nazareth, kam und ließ sich in Kapernaum nieder, das am See liegt, im Gebiet von Sebulon und Naphtali.
Kapernaum
Diese Auswanderung nach Kapernaum wird in den anderen Evangelien nicht offiziell erwähnt, aber Kapernaum erscheint in allen Synoptikern als das Hauptzentrum des galiläischen Wirkens Christi.
Parallelstellen zum Vers Mt 4,13: Lk 4,31; Joh 2,12
Mt 4,14: Damit erfüllt würde, was durch den Propheten Jesaja gesagt ist, der spricht:
Bezug auf Jesaja
Matthäus 4,14 erklärt, dass Jesu Wirken in Galiläa die Erfüllung der Prophetie aus Jesaja 8,23–9,1 ist. Der Evangelist zeigt, dass Jesus der verheißene Messias ist, der Licht in die Finsternis bringt.
Besonders Galiläa, oft als geistlich vernachlässigt angesehen, wird zum Ort der Heilserfüllung. Diese Stelle unterstreicht Gottes Heilsplan: Jesus wirkt nicht zuerst in Jerusalem, sondern unter den einfachen Menschen.
Dadurch wird Gottes Gnade für alle offenbart, nicht nur für das jüdische Volk, sondern auch für die Heiden. Die Prophetieerfüllung zeigt, dass Gott treu ist und seine Verheißungen in Christus wahr macht.
Das lädt zur Nachfolge Jesu ein, der Licht in unser Leben bringt.
Frage: Wo in meinem Leben darf das Licht Jesu heute sichtbar werden, besonders dort, wo Dunkelheit oder Vernachlässigung herrscht?
Mt 4,15: Das Land Sebulon und das Land Naphtali, am Weg des Sees, jenseits des Jordan, das Galiläa der Heiden.
Mt 4,16: Das Volk, das in der Finsternis wohnte, hat ein großes Licht gesehen, und denen, die im Land des Todesschattens wohnten, ist ein Licht aufgegangen.
Erscheinendes Licht
Damit du aber weißt, daß er weder von einem sichtbaren Licht, noch von einer sichtbaren Finsternis spricht, so nannte er das Licht, das große Licht, das anderswo wahres Licht heißt;
indem er aber die Finsternis auslegte, nannte er den Todesschatten.
Um endlich zu zeigen, daß sie es nicht ihrem Suchen zu verdanken hatten, sagte er, daß ihnen ein Licht aufging.
Goldene Perle
In Finsternis zu wandeln bedeutet mit sich selber zufrieden zu sein, überzeugt zu sein, dass keine Notwendigkeit zur Rettung besteht. Das ist Finsternis! Franziskus
Frage: Welches Licht in deinem Inneren wartet darauf, von dir erkannt zu werden?
Parallelstellen zum Vers Mt 4,16: Jes 8,23; 9,1; Jes 42,7; 60,2; Lk 1,79; 2,32
Mt 4,17: Von da an begann Jesus zu verkündigen und zu sprechen: Tut Buße, denn das Reich der Himmel ist nahe herbeigekommen!
Kehrt um! Denn das Himmelreich ist nahe
Das ist das Fundament all seiner Reden: uns zu sagen, dass das Himmelreich nahe ist. Was bedeutet das? Unter Himmelreich versteht man das Reich Gottes, das heißt seine Art und Weise zu herrschen, uns gegenüber in Beziehung zu treten.
Nun sagt uns Jesus, dass das Himmelreich nahe ist, dass Gott nahe ist. Das ist die Neuheit, die erste Botschaft: Gott ist nicht fern; der in den Himmeln wohnt, ist auf die Erde herabgestiegen, ist Mensch geworden.
Er hat die Schranken weggenommen, die Kluft beseitigt. Nicht wir haben uns das verdient – er ist herabgestiegen, er ist uns entgegengekommen.
Und diese Nähe Gottes zu seinem Volk ist seine Gewohnheit von Anfang an, auch im Alten Testament. Er sagte zu seinem Volk: Denk doch, welches Volk hat Götter, die ihm so nah sind, wie ich dir nahe bin? (vgl. Dtn 4,7).
Und diese Nähe Gottes hat in Jesus Fleisch angenommen.
Papst Franziskus
Frage: Wo in meinem Leben spüre ich die Nähe Gottes, und wie verändert diese Erfahrung meine Art, mit mir selbst und anderen in Beziehung zu treten?
Parallelstellen zum Vers Mt 4,17: 3,2
Mt 4,18-22: Berufung der ersten Jünger
Mt 4,18: Als Jesus aber am See von Galiläa entlangging, sah er zwei Brüder, Simon, genannt Petrus, und dessen Bruder Andreas; die warfen das Netz in den See, denn sie waren Fischer.
Da sah er
In Matthäus 4,18 begegnet Jesus den Brüdern Simon (Petrus) und Andreas am See Genezareth, während sie ihre Netze auswerfen. Er ruft sie mit den Worten: „Folgt mir nach, und ich werde euch zu Menschenfischern machen.“
Diese Szene zeigt die unmittelbare und entschlossene Nachfolge der Jünger. Sie lassen alles zurück – Beruf, Sicherheit, Familie – und vertrauen völlig auf Jesus.
Die Metapher des „Menschenfischers“ deutet an, dass ihre neue Aufgabe nicht mehr dem Fischfang, sondern der Verkündigung des Evangeliums und der Gewinnung von Menschen für Gottes Reich gilt.
Dieser Vers lehrt, dass Jesus seine Nachfolger selbst beruft, sie verändert und ihnen eine neue Lebensaufgabe gibt: anderen den Weg zu Gott zu weisen.
Frage: In welchen Bereichen deines Lebens spürst du den Ruf, loszulassen und auf eine tiefere spirituelle Berufung zu vertrauen?
Parallelstellen zum Vers Mt 4,18: 4,18–22: Mk 1,16–20; Lk 5,1–11; – Mt 10,2; Joh 1,40–42
Mt 4,19: Und er spricht zu ihnen: Folgt mir nach, und ich will euch zu Menschenfischern machen!
Folgt mir nach
Das ist der Kern einer christozentrischen Spiritualität: Jesus kennen und lieben lernen und Gottes Liebe weitergeben.
Der Anruf Jesu erfolgt plötzlich und hat einen überraschend unbedingten Charakter: Auf, mir nach! ist ein Befehl, dem man sich kaum entziehen kann. Daran wird prototypisch die Radikalität der durch den Ruf Jesu erfolgten Lebenswende verdeutlicht.
Folgt mir nach. Nicht sowohl mit den Füßen, als im Willen und durch Nachahmung.
Frage: Wie offen bin ich wirklich dafür, Jesu Ruf in meinem Alltag zu folgen und seine Liebe aktiv weiterzugeben?
Und ich will euch zu Menschenfischern machen
D. h. zu Lehrern, so dass ihr mit dem Netz des Wortes Gottes die Menschen von der stürmischen und gefahrvollen Welt abzieht, in der die Menschen nicht wandeln, sondern gezogen werden, weil der Teufel sie durch das Vergnügen zur Sünde hinzieht. In dieser Welt verzehren sich die Menschen gegenseitig, wie die stärkeren Fische die kleineren verschlingen. Doch ihr sollt sie auf das Land herausziehen, als Glieder des Leibes Christi, damit sie wandeln.
Frage: In welchen Bereichen deines Lebens spürst du, dass Gottes Wort dich von stürmischen Strömungen abziehen möchte, und wie kannst du anderen dabei helfen, diesen Weg zu gehen?
Er ruft dich beim Namen
Jesus geht auf konkrete Menschen zu und spricht sie an: Andreas, Petrus, Jakobus und Johannes. Er ruft sie beim Namen und kennt sie. Er kennt auch dich.
Du könntest sagen: Ich? Ich kann nicht, ich habe nichts zu geben, ich bin klein, bin ein Stotterer, bin zu jung, usw. Es ist nicht ungewöhnlich, dass die von Gott Berufenen irgendeine Ausrede haben.
Aber Gott kennt dich, ruft dich beim Namen. Und wenn er dich ruft, befähigt er dich, schenkt er dir Talente, erfüllt dein Herz mit Freude und Hoffnung, um in dieser neuen Sendung beharrlich zu sein.
Hab keine Angst, er kennt dich besser als du dich selbst kennst, er kennt dich von Ewigkeit her. Er kennt die, die er ruft, und sagt zu dir: Ja, du, wenn du willst, komm und folge mir nach.
Alejandro Espejo
Frage: Welche „Ausreden“ hältst du noch zurück, obwohl Gott dich schon beim Namen ruft?
Parallelstellen zum Vers Mt 4,19: 8,22; 9,9; 19,21; Menschenfisch. Lk 5,10
Mt 4,20: Da verließen sie sogleich die Netze und folgten ihm nach.
Warum sofort?
Einfach weil sie sich angezogen fühlten. Sie waren nicht deswegen schnell bereit, weil sie einen Befehl erhielten, sondern weil sie von der Liebe angezogen wurden.
Um Jesus nachzufolgen, reichen nicht die guten Einsätze; vielmehr muss man jeden Tag auf seinen Ruf hören. Nur er, der uns kennt und bis zum Äußersten liebt, lässt uns auf die offene See des Lebens hinausfahren.
So wie er es mit diesen Jüngern gemacht hat, die auf ihn gehört haben.
Papst Franziskus
Frage: Wo in meinem Leben spüre ich den Ruf der Liebe, der mich hinaus auf das offene Meer des Lebens führen möchte?
Christus nachfolgen
Christus nachfolgen ist unsere Berufung. Und zwar ihm so sehr aus nächster Nähe folgen, dass wir mit ihm zusammen leben, wie die ersten Zwölf. So sehr aus nächster Nähe, dass wir mit ihm eins werden, dass wir sein Leben leben, bis der Augenblick kommt – vorausgesetzt, wir haben keine Hindernisse errichtet –, dass wir mit Paulus sagen können: Nicht mehr ich lebe, sondern Christus lebt in mir (Gal 2,20) Josefmaria
Frage: Welche inneren Hindernisse könnte ich heute erkennen und loslassen, um Christus noch näher zu folgen?
Immer tiefer, immer mehr, immer neu
Jesus möchte eine immer größere Rolle in unserem Leben spielen. Klar, wir haben ihm schon oftmals unser Herz geöffnet und er hat auch schon einen festen Platz in unserem Leben.
Doch Jesus ist zu groß und beeindruckend! Er begnügt sich nicht damit, uns ein kleines bisschen seiner Liebe zu schenken. Er möchte uns weiter hinaufführen, weiter hinein in seine Liebe, tiefer in sein Geheimnis.
Dazu geht er uns voraus und lädt uns ein, ihm zu folgen, immer wieder neu. Bleiben wir nicht ohne ihn auf dem Weg zurück! Folgen wir ihm! In jedem Moment gibt es noch mehr von seiner Liebe zu entdecken.
Frage: Wo in meinem Leben spüre ich, dass ich Jesus noch tiefer folgen könnte, und welche kleinen Schritte könnten mich näher zu ihm führen?
Parallelstellen zum Vers Mt 4,20: 19,27
Mt 4,21: Und als er von dort weiterging, sah er in einem Schiff zwei andere Brüder, Jakobus, den Sohn des Zebedäus, und dessen Bruder Johannes, mit ihrem Vater Zebedäus ihre Netze flicken; und er berief sie.
Mt 4,21: Als er weiterging, sah er zwei andere Brüder, Jakobus, den Sohn des Zebedäus, und seinen Bruder Johannes; sie waren mit ihrem Vater Zebedäus im Boot und richteten ihre Netze her. Er rief sie.
Jesus treffen im Alltag
Dadurch, dass Matthäus anschließend ein zweites Mal in sehr ähnlicher Weise von der Berufung eines Brüderpaares erzählt, hebt er bereits auf literarische Weise die Bedeutsamkeit der Jüngernachfolge hervor.
Wieder wird Jesu Initiative durch sein erwählendes Sehen beschrieben. Wieder trifft sein Blick eine Alltagssituation. Während in der ersten Erzählung Simon und Andreas am Beginn eines Arbeitsvorganges geschildert werden (Netze auswerfen), wird das jetzige Brüderpaar bei dessen Beendigung gezeigt (Netze herrichten/in Ordnung bringen).
Vielleicht ist dies ein zufälliges, narratives Detail. Es deutet dennoch an, dass Berufung in jeder Alltagssituation geschehen kann.
Frage: In welchen alltäglichen Momenten könntest du die Einladung spüren, deinem eigenen Weg zu folgen?
Richtet die Netze her
Geht und richtet die Netze. Jesus berief seine ersten Apostel, als sie gerade dabei waren, ihre Fischernetze zu richten (vgl. Mt 4,21-22).
Das verlangt er auch von uns, ja, er fordert uns heute auf, andere Netze zu knüpfen: Netze der Beziehungen, Netze der Liebe, Netze des selbstlosen Teilens, in denen echte und tiefe Freundschaft ist. Netze, in denen Zerbrochenes wieder zusammengefügt werden kann, in denen man von Einsamkeit geheilt werden kann, ohne die Anzahl der Follower zu zählen, sondern indem wir in jeder Begegnung die unendliche Größe der Liebe erfahren.
Netze, die dem anderen mehr Raum geben als sich selbst, in denen keine „Blase” die Stimmen der Schwächsten übertönen kann. Netze, die befreien, Netze, die retten. Netze, die uns die Schönheit wiederentdecken lassen, einander in die Augen zu schauen. Netze der Wahrheit.
So wird jede Geschichte des gemeinsamen Guten zum Knotenpunkt eines einzigen, unermesslichen Netzes: dem Netz der Netze, dem Netz Gottes.
Leo XIV
Frage: Welche „Netze“ in deinem Leben könntest du heute knüpfen, um Heilung, Liebe oder tiefere Verbundenheit zu ermöglichen?
Parallelstellen zum Vers Mt 4,21: Mk 3,17
Mt 4,22: Da verließen sie sogleich das Schiff und ihren Vater und folgten ihm nach.
Was müssen wir verlassen?
Denn dreierlei muss der verlassen, welcher zu Christus kommt: die fleischlichen Handlungen, welche durch das Fischernetz bezeichnet werden, das zeitliche Vermögen, das durch das Schiff ausgedrückt wird, und die Eltern, die durch den Vater symbolisiert werden.
Jesus zu folgen bedeutet immer, einige Dinge hinter sich zu lassen. Die Samariterin verließ ihren Krug, Matthäus verließ seinen Steuertisch und der blinde Bartimäus legte seinen Umhang ab, um Jesus nachzufolgen.
Frage: Welche Dinge in meinem Leben halte ich fest, die mich vielleicht daran hindern, Jesus wirklich zu folgen?
Mit Jesus gehen
Wahrlich, wenn der Herr in dein Leben kommt, ist das alles andere als langweilig, nicht im Sinne großer Erscheinungen oder überhöhten Adrenalin-Erlebnissen, sondern im Erscheinen und Wirken in unserem Kleinen des Alltags.
Ja: Gott kommt in jedem Augenblick. Schärfe deinen Sinn, dieses stete Kommen Gottes in dein Leben wieder ganz neu wahrzunehmen.
Dieses Kommen Gottes ist stets ein Abenteuer, ein andauernder Advent. Der Herr fordert dich immer neu, mit ihm zu kommen.
Frage: In welchen Momenten deines Alltags kannst du das leise Wirken Gottes besonders deutlich spüren?
Parallelstellen zum Vers Mt 4,22: 10,37; 19,29
Mt 4,23-25: Der Herr lehrt, predigt und heilt
Mt 4:23: Und Jesus durchzog ganz Galiläa, lehrte in ihren Synagogen und verkündigte das Evangelium von dem Reich und heilte alle Krankheiten und alle Gebrechen im Volk.
Mt 4,23: Jesus heilte sie alle.
Jesus heilte sie alle
Das Tun des Jesus: Jesus predigt mit mehr als nur Worten. Unser Herr Jesus ging umher und tat nur Gutes: er heilte Kranke, tröstete die Einsamen, vergab den Sündern und predigte das Evangelium. Unser Glaube sagt uns dies, und wir sehen es vor unseren Augen, wenn wir das Evangelium lesen.
Aber begegnen wir dem Herrn wirklich wie jene, die seinen Weg vor 2000 Jahren kreuzten? Ich kann diese Frage beantworten, wenn ich mein Leben betrachte: Lebe ich mehr und mehr wie Christus oder nicht? Schätze ich alles Gute, das Christus in meinem Leben getan hat und danke ich ihm dafür?
Will ich von ganzem Herzen immer mit Christus zusammen sein, auf der Erde wie im Himmel? Wo mein Herz ist, da ist auch mein Schatz. Wie Christus bin ich berufen, mit mehr als nur Worten zu predigen.
Frage: Wie kann ich in meinem Alltag mehr wie Christus handeln und dadurch die Liebe, die ich empfangen habe, an andere weitergeben?
Parallelstellen zum Vers Mt 4,23: 8,16; 9,35; lehrte 13,54; Königreich Apg 28,23
Mt 4,24: Und sein Ruf verbreitete sich in ganz Syrien; und sie brachten alle Kranken zu ihm, die von mancherlei Krankheiten und Schmerzen geplagt waren, und Besessene und Mondsüchtige und Lahme; und er heilte sie.
Heilung
Das Erste, was Jesus bewirkt, sind zahlreiche Heilungen. Jesus berührt Menschen, die unter den verschiedensten Gebrechen leiden, und macht sie wieder gesund. Die ganze menschliche Gebrochenheit kann er jedoch in diesem Leben nicht vollkommen von uns nehmen. Die Geheilten werden wieder einmal krank werden.
Doch warum dann so viele Heilungen? Jede Heilung ist ein Zeichen, ein Zeichen dessen, was er in unseren Seelen bewirken will. Alle sind wir krank in unseren Herzen. Jesus möchte das heilen, und er wird es tun, wenn wir ihn lassen, und diese Heilung vergeht nicht.
Oftmals schenkt er uns äußerlich sichtbare Wunder, so dass wir seine Gegenwart, seine Güte und Allmacht nicht leugnen können. Doch vergessen wir nicht, dass die großen Wunder im Inneren des Menschen stattfinden. Auch wenn körperliche Heilung ausbleibt, ist er da. Er ist gut, für immer treu.
Sarah Briemle
Frage: Wo spüre ich in meinem eigenen Leben die leise, unsichtbare Heilung, die Jesus in meinem Herzen bewirken möchte?
Parallelstellen zum Vers Mt 4,24: Kunde 9,26
Mt 4,25: Und es folgte ihm eine große Volksmenge nach aus Galiläa und aus dem Gebiet der Zehn Städte und aus Jerusalem und Judäa und von jenseits des Jordan.
Nachfolge
Scharen von Menschen folgten ihm. Wer Jesus wirklich begegnet ist, wer sein Angesicht erkannt hat, wird ihm nachfolgen wollen.
Wenn Jesus uns beschenkt, bleiben wir nicht einfach zufrieden stehen und bedanken uns. Ein Geschenk, eine Gnade von ihm zu erhalten, erweckt in uns immer den Drang, ihm nachzufolgen und sein Leben zu teilen.
Wer Jesus von Angesicht zu Angesicht begegnet und wer von ihm berührt wurde, sehnt sich immer mehr nach ihm. Lassen wir diese Sehnsucht nicht erlöschen.
Gehört diese Nachfolge nicht zum Wesen unseres christlichen Glaubens? Wir sind Christen, nicht etwa weil wir Gesetze erfüllen oder ein Kreuz um den Hals tragen. Wir sind Christen, weil wir Christus nachfolgen, jeden Tag. Wo wird er uns heute hinführen?
Sarah Briemle
Frage: Wo in meinem Leben spüre ich die Sehnsucht nach Jesus, und wie kann ich ihr heute bewusst Raum geben?
Parallelstellen zum Vers Mt 4,25: Mk 3,7.8; Lk 6,17
Hier geht’s zu einer Auslegung von G. de Koning zu Mt 4. Kap.
Das war eine Christliche Bibel – Auslegung, Kommentar, Andacht, Impuls, Erklärung, Bedeutung bzw. Predigt zum Matthäus Evangelium Mt 4. Kap.

