Vertrauen

Vertrauen auf Gott - Christliche Andacht

Christliche Auslegung, Kommentar und Andacht zum Thema Vertrauen auf Gott

Hier geht's zur Themensammlung

1. Vertraue dem Herrn

Verlaßt euch auf den Herrn ewiglich, denn Gott, der Herr, ist ein Fels ewiglich. Jes. 26,4

Die Haltung des Misstrauens hat ein Gegenüber: die Haltung des Vertrauens. So wie das Misstrauen die Beziehung zerstört, baut das Vertrauen die Beziehung auf. Das ist in menschlichen Beziehungen so und noch viel mehr in der Gottesbeziehung.

Wenn wir nun sehen, daß wir einen Gott haben, auf den wir uns verlassen dürfen, so wollen ihm vertrauen. Denn wo Gott der Grund unsers Vertrauens ist, müssen wir uns nicht fürchten.

So laßt uns Mut fassen und auf den Herrn vertrauen ewiglich, in der Gewißheit, daß seine ewige Kraft wie bisher allezeit unsre Hilfe und unser Trost sein wird. Denn so wie uns das Vertrauen stärkt im geistlichen Kampf, schwächt uns dieses Gift des Misstrauens.

Wir haben keine andere Vertrauensbasis als die, dass er uns treu ist und bleibt. Er wird nicht heute so sein und morgen so. Gott ist nicht wetterwendisch. Reinhard Bonnke

Frage: Wo in meinem Herzen lädt mich Gott gerade ein, Vertrauen neu zu wagen und mich von Misstrauen zu lösen?

2. Er führt uns

Er führt uns wie die Jugend. Ps 48,14

Wir brauchen Leitung! Zuweilen gäben wir alles, was wir besitzen, darum, wenn man uns sagte, was wir tun und wohin wir uns wenden sollen.

Wir haben den Willen, das Gute zu tun, aber wir wissen nicht, welchem der zwei Wege wir folgen sollen. O, dass wir geleitet würden!

Der Herr, unser Gott, lässt sich herab, uns zu leiten. Er kennt den Weg und will uns hindurch steuern, bis wir das Ende unserer Reise in Frieden erreichen.

Wir wollen uns gänzlich unter seine Führung stellen, dann werden wir nie unsres Weges verfehlen. Diese Verheißung göttlicher Führung schließt lebenslange Sicherheit ein.

Spurgeon

Wir dürfen unsere Pläne nicht ohne Gottes Führung machen. Plane, während du betest. Gib acht, dass der Herr vor dir hergeht und dass du ihm nicht leichtsinnig davonläufst. Corrie ten Boom

Frage: Wo spürst du in deinem Leben die stille Einladung, dich tiefer in Gottes Führung hineinzuvertrauen?

3. Der Herr ist deine Zuversicht

Der Herr ist deine Zuversicht; der Höchste ist deine Zuflucht. Ps 91,9

Wir können heute reich sein und morgen arm. Wir klnnen heute krank sein und morgen gesund. Das Leben ist stets im Wechsel.

Wir können heute voller Freude sein und morgen voller Trauer, heute voller Mut und morgen voller Angst.

Aber und das ist das Entscheidende: es gibt keinen Wechsel und keine Veränderung in unserem Verhältnis zu Gott.

Hat mich der Herr gestern geliebt, so liebt er mich heute wieder.

Meine unwandelbare Ruhestätte ist mein Herr.

Ich bin ein Pilger auf dieser Erde, aber in meinem Gott bin ich zu Hause, bei Ihm bin ich geborgen.

In dieser Welt bin ich ein Wanderer, aber in Gott habe ich eine sichere Zuflucht.

Frage: Wo erfahre ich heute die Geborgenheit Gottes inmitten meiner Veränderungen?

4. Vertraue immer und überall Gott

Aber ich vertraue auf dich, o Herr. Ich sage: Du bist mein Gott! Ps 31,15

Gott begleitet uns durch unser Leben. Dieses Gottvertrauen verschließt aber nicht die Augen vor den Problemen und Probleme haben wir doch alle!

Gottvertrauen heißt nicht, sich einfach zurücklehnen und darauf vertrauen, dass Gott diese Probleme schon lösen wird. Im Gegenteil!
Die Haltung, die aus unserem Gottvertrauen erwächst, ist wie ein starker Rückenwind, der uns antreibt, die Probleme in unserem persönlichen Leben mit Mut und Zuversicht anzugehen und sie im Vertrauen auf Gott zu lösen versuchen.

Wir dürfen alles verlieren, nur nicht den Mut und das Gottvertrauen. Franz von Sales

Frage: Wo spüre ich in meinem Leben gerade diesen Rückenwind Gottes – und wo sehne ich mich danach, ihn stärker zu erfahren?

5. Jesus, Mitte unseres Lebens

Lasst Christus, den Herrn, die Mitte eures Lebens sein! 1. Petr 3,15

Jesus Christus ist die richtige Mitte, die uns wahres Leben bringt und nie zerbricht, auch nicht bei größten Belastungen. Mit ihm als Mitte erhalten alle anderen Teile unseres Lebens ihren besonderen wichtigen Sinn. Sie konkurrieren dann nicht gegenseitig, sondern ergänzen sich.

So kann es sein, dass jemand Jesus neu zur Mitte nehmen muss, seine Mitte auswechseln muss und Jesus nimmt oder dass jemand sich dessen neu bewusst wird, dass Christus die Mitte ist. Fakt ist: Wir sollten das Wesentliche in den Mittelpunkt unseres Lebens stellen: Jesus Christus. Alles andere ist zweitrangig.

Mann kommt nicht zur Ruhe, wenn Jesus nicht der Mittelpunkt ist. Hermann von Bezzel 

Frage: Was würde sich in deinem inneren Erleben verändern, wenn du Jesus heute ganz bewusst wieder in die Mitte stellst?

6. Voll und ganz auf Christus vertrauen

Ihm gehört die Macht in Zeit und Ewigkeit! Amen. 1. Petr 5,11

Vertraue alles Christus an. Schenke deine ganze Liebe seiner Person. Gründe all deine Hoffnung auf ihn.

Suche all deine Freude im Umgang mit Ihm. Schenke jeden Tag neu ihm dein Herz, denn nie verlässt er dich.

Vertraue dich ihm an, der mit dir durch die Stürme deines Lebens geht und dich sicher ans himmlische Ufer geleitet. Werfe all deine Sorgen auf ihn.

Im Kern: vertraue Christus der derselbe ist und bleibt, gestern und heute, und derselbe auch in Ewigkeit.

Hoffnung ist nichts anderes als das Vertrauen auf die Endlosigkeit der göttlichen Liebe. Charles de Foucauld

Frage: Wo in meinem Leben lade ich Christus heute neu ein, mich zu führen und zu tragen?

7. Dein Glaube hat dir geholfen

Jesus sprach zu ihm: Sei sehend! Dein Glaube hat dir geholfen. Lk 18,42

Er sagt nicht: Ich habe dir geholfen. Oder: Gott hat dir geholfen, obwohl das zweifellos richtig gewesen wäre.
Er sagt: Dein Glaube hat dir geholfen. Jesus würdigt das Vertrauen. Dein Vertrauen hat dir geholfen, so kann man den Satz Jesu auch übersetzen.

Glaube und Vertrauen sind in der Sprache der Bibel dasselbe Wort.
Ich kenne viele, denen dieses Vertrauen geholfen hat. Sie nehmen ihr Leben selbst in die Hand und tun, was in ihrer Macht steht. Sie organisieren sich die Hilfe, die sie bekommen können. Und was nicht in ihrer Macht steht, vertrauen sie Gott an.

Zugleich wissen sie, dass man dieses Vertrauen – gerade wenn es einem schlecht geht – nicht machen kann. Es ist ein Geschenk. Aber auch darum kann man bitten.
Jean-Otto Domanski

Frage: Wo erlebst du in deinem Leben Momente, in denen Vertrauen – zu dir selbst oder zu Gott – unerwartet aufleuchtet und dich stärkt?

8. Gegründete Hoffnung auf das Herz Gottes

Wohl dem, dessen Hilfe der Gott Jakobs ist, dessen Hoffnung ruht auf dem Herrn, seinem Gott! Ps 146,4

Das Herz Gottes ist so überfließend reich an Liebe, das Gute in ihm ist derart unendlich, daß alle es besitzen können, ohne daß der einzelne dadurch weniger besitzt. Diese Unendlichkeit an Güte kann nicht ausgeschöpft werden, wenn sie auch alle Geister des Weltalls erfüllt. Nachdem alles in überreichem Maße damit beschenkt ist, verbleibt Gott doch ihre ganze Unendlichkeit, ohne irgendeine Verminderung.

Die Sonne ergießt ihr Licht auf eine Rose und tausend Millionen anderer Blumen nicht anders, als würde sie nur allein auf diese Rose scheinen. Und Gott ergießt seine Liebe auf eine Seele nicht weniger – wenn er auch eine Unzahl anderer liebt, als liebte er nur sie allein. Die Kraft seiner Liebe nimmt nicht ab durch die Menge der Strahlen, die sie aussendet, sondern sie bleibt immer voll von ihrer Unermeßlichkeit.
Franz von Sales

Frage: Wo darf ich heute die überfließende Liebe Gottes persönlicher spüren und mich innerlich dafür öffnen?

9. Vertrauen darauf, dass Gott trägt

    Er überzieht den Himmel mit Wolken und sorgt für Regen auf der Erde. Auf den Bergen lässt er das Gras sprossen. Ps 147:8

    Die Bibel erinnert uns daran, dass Gott nicht nur am Anfang alles ins Leben gerufen hat, sondern es bis heute trägt. Nichts läuft von selbst. Gottes Wort ist die Kraft, die alles zusammenhält, und Christus ist der Grund, warum überhaupt etwas besteht. Das bedeutet: Unser Leben hängt nicht an Zufällen. Jeder Morgen, an dem wir aufwachen, ist gewollt. Jeder Atemzug ist geliehen. Das Brot auf unserem Tisch, die Kraft für den Alltag, die Zeit, die uns geschenkt ist – all das kommt aus Gottes Hand. Er hat sich nicht zurückgezogen und uns dem Chaos überlassen. Mitten im Gewöhnlichen ist er gegenwärtig: still, treu und zuverlässig. Wer das erkennt, darf heute dankbar und vertrauensvoll leben.

    10. Vertrauen darauf, dass Gott erhält

      Welchen Wert hat schon ein Spatz! Trotzdem fällt keiner tot zur Erde, wenn es euer Vater nicht will. Mt 10,29

      Jesus lenkt unseren Blick auf etwas Alltägliches: die kleinen, unscheinbaren Vögel. Sie wirken bedeutungslos – und doch entgleitet keiner von ihnen Gottes Aufmerksamkeit. Damit macht Jesus Mut: Wenn Gott selbst das Leben eines Spatzen kennt und hält, dann gilt das erst recht für uns. Das heißt nicht, dass wir vor Leid, Schmerz oder Enttäuschung bewahrt bleiben. Diese Erfahrungen gehören zum Leben dazu. Aber nichts davon geschieht außerhalb von Gottes Wissen und Handeln. Auch schwere Zeiten liegen nicht außer Kontrolle. Gott zieht sich nicht zurück und lässt uns unserem Schicksal allein. Er bleibt da, sieht uns und trägt mit – gerade dann, wenn wir uns klein, verletzlich oder überfordert fühlen.

      11. Es geschieht, was Gott will

        Der Mensch macht viele Pläne, aber es geschieht, was Gott will. Spr 19,21

        Die Überzeugung, dass Gott in allem, was unser Leben betrifft, souverän ist, ist entscheidend für unser Vertrauen in ihn. Denn: Seine Liebe mag grenzenlos sein – wenn jedoch seine Macht begrenzt ist und sein Plan vereitelt werden kann, können wir ihm nicht vertrauen. Inmitten unseres Leids müssen wir glauben, dass Gott Herr der Lage und souverän ist. Kein Detail unseres Lebens ist für die Aufmerksamkeit unseres himmlischen Vaters zu unbedeutend. Ein Problem, das wir mit Gottes Souveränität haben, liegt darin, dass es häufig nicht danach aussieht, als habe Gott die Umstände unseres Lebens unter Kontrolle.

        12. Von ganzem Herzen vertrauen

          Verlass dich auf den Herrn von ganzem Herzen, und verlass dich nicht auf deinen Verstand. Spr 3,5

          Das Leben folgt selten einem klaren Plan. Oft verstehen wir nicht, warum sich Türen schließen, Wege sich verzögern oder Entscheidungen schwerfallen. Manchmal wirkt Gottes Handeln fremd oder widersprüchlich. Doch genau hier liegt eine wichtige Wahrheit: Unser Blick reicht nur ein Stück weit – Gottes Blick reicht weiter. Vertrauen heißt nicht, auf jede Frage eine Antwort zu haben. Vertrauen heißt, darauf zu bauen, dass Gott mehr sieht als wir. Während wir noch zweifeln, ist er längst am Wirken: Er ordnet Schritte, bewahrt uns vor Gefahren, die wir nicht erkennen, und lässt uns innerlich wachsen. Auch wenn du den Sinn noch nicht siehst, darfst du wissen: Du musst nicht alles kontrollieren. Es genügt, dem zu vertrauen, der den Weg kennt.

          13. Vertrauen ist eine Sache des Willens

            Wenn es dir gut geht, dann freu dich über dein Glück und wenn es dir schlecht geht, dann bedenke: Gott schickt dir beides, und du weißt nie, was die Zukunft bringen wird. Koh 7,14

            Ich dachte, ich könnte Gott nur dann vertrauen, wenn ich mich auch danach fühlte. Inzwischen habe ich erkannt, dass das Vertrauen zu Gott in erster Linie eine Sache des Willens ist, unabhängig von Gefühlen. Ich entscheide mich dafür, Gott zu vertrauen, egal wie ich mich fühle. Meine Gefühle ziehen dann schließlich mit. Gott zu vertrauen ist nicht eine Sache meiner Gefühle, sondern betrifft meinen Willen. Ich werde mich nie danach fühlen, Gott zu vertrauen, wenn ich eine Krise durchmache, aber ich kann mich dafür entscheiden, selbst wenn ich mich nicht danach fühle. Diese bewusste Entscheidung muss sich auf Glauben gründen: Er lenkt und regiert alles. Daran müssen wir glauben, daran müssen wir uns klammern, wenn wir angesichts von Unglück und tragischer Ereignisse Gott durch unser Vertrauen ehren möchten.

            14. Was ist, wenn…

              Und er tötete Jakobus. Apg 12,2

              Da kam Petrus zu sich und sprach: Nun weiß ich wahrhaftig, dass der Herr seinen Engel gesandt und mich errettet hat aus der Hand des Herodes und von allem, was das jüdische Volk erhoffte! Apg 12,11

              Jakobus wird getötet, während Petrus auf wunderbare Weise dem Tod entgeht. Versetzen wir uns in die Lage der Frau von Jakobus, dann der von Petrus: Eine beklagt den Tod ihres Mannes, der grausam ermordet wird, die andere jubelt über die wunderbare Rettung. Die Frau von Petrus freut sich über die Souveränität Gottes, aber was tut die Frau des Jakobus? War Gott im Fall des Todes von Jakobus weniger souverän als bei der Rettung von Petrus? Ist Gott nur in den positiven Umständen unseres Lebens souverän? Ist er es nicht auch in schwierigen Zeiten

              Was ist, wenn die Geschichte kein gutes Ende nimmt? Ist Gott auch dann souverän? Es ist leicht, Gott zu vertrauen, wenn der Verlauf der Ereignisse letztlich nach unseren Vorstellungen ausfällt, selbst wenn unser Glaube während des Prozesses oft ins Wanken gerät, bis wir das Ergebnis sehen. Doch wie gehen wir mit anderen Geschichten um?

              Zurück zur Frau von Jakobus: Auch sie musste Gott vertrauen, seiner souveränen Leitung über ihrem Leben und dem Tod ihres Mannes. Gott zu vertrauen bedeutet nicht, dass sie keinen Kummer gelitten hat oder ihr Herz nicht voll Schmerz gewesen wäre. Es bedeutet, dass sie mitten in ihrem Schmerz und Leid sagen konnte: Herr, ich weiß, dass du die Kontrolle über diese schrecklichen Ereignisse hast. Ich verstehe nicht, warum du das zugelassen hast, aber ich vertraue dir.

              Der ich das Licht mache und die Fins­ternis schaffe; der ich Frieden gebe und Unheil schaffe. Ich, der Herr, vollbringe dies alles. Jes 45,7

              Kommt nicht Glück und Unglück aus seiner Hand? Klgl 3,38

              15. Vertrauen und Frieden Jesus

                Frieden lasse ich euch; meinen Frieden gebe ich euch. Joh 14,27

                Der Friede, den Jesus gibt, unterscheidet sich grundlegend von dem, was wir oft suchen. Unsere Welt verspricht Ruhe durch Ablenkung, Erfolg oder kurze Auszeiten. Doch diese Momente halten nicht lange. Jesu Friede dagegen wirkt tiefer. Er erreicht dein Innerstes und bleibt, auch wenn das Leben unruhig ist. Er ist verlässlicher als jede Sicherheit von außen und stärker als jede Angst. Dieser Friede hängt nicht davon ab, dass alles glattläuft. Er wächst aus dem Vertrauen, dass Jesus an deiner Seite ist, den Überblick behält und dein Leben in seiner Hand hält. Gerade wenn Sorgen lauter werden, wird sein Friede spürbar. Vergiss heute nicht: Du musst ihn dir nicht verdienen. Jesu Friede ist ein Geschenk – schon jetzt für dich da.

                Unser Gott ist im Himmel, und alles, was er will, das tut er auch! Ps 115,3

                16. Vertraue auf den Herrn

                  Vertraue auf den Herrn! Sei stark und mutig, vertraue auf den Herrn! Ps 27,14

                  Wir warten auf den Herrn und auf seine Hilfe. Doch dieses Warten fällt uns schwer. Und je länger wir warten müssen, desto mehr Zweifel und Unsicherheit schleichen sich in unsere Seelen hinein. Doch Gott möchte, dass wir stark sind und unsere Herzen mutig sind, während wir auf unseren Gott harren. Aber das ist leichter gesagt als getan, denn die Umstände wollen uns zermürben.

                  Vielleicht hilft es uns, wenn wir sehen, wie Abraham auf den verheißenen Sohn wartete. Abraham wurde nicht schwach im Glauben, während er warten musste, wie das bei uns oft der Fall ist. Warum? Weil er die richtige Blickrichtung hatte: Er sah nicht auf seinen (was die Zeugungsfähigkeit betrifft) schon erstorbenen Leib, sondern er beschäftigte sich mit dem treuen, allmächtigen Gott und seiner Verheißung. Abraham füllte seinen Geist nicht mit seiner eigenen Schwäche und der scheinbaren Ausweglosigkeit der Situation. Nein, er füllte seinen Geist immer wieder mit der Herrlichkeit der unermesslichen Macht Gottes. Auf diese Weise wurde sein Glaube immer stärker.

                  Und das kannst du auch erfahren. Dein Herz fasse Mut! Denn du hast einen großen Gott

                  Hoffe auf den Herrn, sei stark, und dein Herz fasse Mut – ja, hoffe auf den Herrn! Ps 27,14

                  17. In Jesus im Vertrauen ruhen

                    Frieden, ja Frieden gibst du dem, der dir vertraut.‭ Jes 26,3

                    Es ist nicht eine Technik oder ein Ritual. Es ist die Tatsache, dass ich nichts mehr bekämpfe. Ich wehre mich nicht gegen das Leben. Ich nehme alles, was kommt, so an, wie es ist – ohne Widerstand, ohne Drama, ohne Kampf. Früher habe ich mich aufgeregt. Mich gewehrt. Gegen Umstände, gegen Menschen, gegen das, was nicht in mein Bild passte. Und mit jedem Kampf wurde ich unruhiger, rastloser, erschöpfter. Bis ich eines Tages verstanden habe: Der Kampf ist eine Entscheidung. Und ich kann auch einfach aufhören. Kein Aufgeben. Sondern ein tiefes, bedingungsloses Vertrauen. Seitdem bin ich ruhig. Weil ich nicht renne, nicht drücke, nicht ziehe. Weil ich in mir ruhe, in Jesus Ruhe, egal was außen passiert.

                    Sein Handeln ist vollkommen. Ps 18,31

                    18. Dem Zweifel widerstehen

                      Gott ist Liebe. 1. Joh 4,8

                      Wenn wir uns inmitten einer schwierigen Situation befinden und ein Unglück nach dem anderen über uns hereinbricht, zweifeln wir manches Mal an Gottes Liebe. Dann kämpfen wir nicht nur gegen unsere eigenen Zweifel, sondern zudem benutzt auch Satan diese Gelegenheit, um uns Anklagen gegen Gott ins Ohr zu flüstern: Wenn er dich lieben würde, hätte er so etwas nicht geschehen lassen. Wenn wir davon ausgehen, dass Gottes Liebe vollkommen und seine Güte groß ist, wie begegnen wir dann unseren eigenen Zweifeln und der Versuchung Satans, Gottes Güte in Frage zu stellen? Welche Wahrheiten über Gott müssen wir in unseren Herzen speichern, um sie als Waffen gegen solche Versuchungen einzusetzen?

                      19. Gottes Sorge um uns

                        Überlasst all eure Sorgen Gott, denn er sorgt sich um alles, was euch betrifft! 1 Petr 5,7

                        Gott möchte, dass wir an der Wahrheit festhalten, dass wir, egal wie die Umstände auch sind, daran glauben, dass er uns aufgrund seiner Zusage nicht verlässt oder diesen Umständen ausliefert. Vielleicht verlieren wir manchmal das Gefühl von Gottes Gegenwart und Hilfe, doch seine Gegenwart und Hilfe an sich werden wir nie verlieren.

                        Gott sorgt für Sie! Nicht nur, dass er Sie nie verlassen wird – das ist die verneinende Form der Verheißung –, vielmehr trägt er Sorge für Sie! Er ist nicht nur bei Ihnen, sondern er sorgt auch für Sie. Seine Sorge ist beständig – nicht nur gelegentlich oder sporadisch. Seine Sorge gilt Ihrer ganzen Person – sogar die einzelnen Haare auf Ihrem Kopf sind gezählt, sagt die Bibel. Seine Sorge ist souverän – nichts kann Sie antasten, was er nicht erlaubt hätte. Seine Sorge ist grenzenlos weise und gut. Es geht darum, dass wir lernen, unsere Sorgen Gott zu überlassen.

                        20. Vertrauendes Beten

                          Vertraue auf den Herrn von ganzem Herzen und verlass dich nicht auf deinen Verstand. Spr 3:5

                          Das Wort Vertrauen bedeutet fest werden. Vertrauen hat mit Festigkeit zu tun und mit Treue. Vertrauen will jeden Tag neu gewagt werden. Beende dein Gebet stets immer mit Gottvertrauen. Laut Bonhoeffer ist das Gebet nicht eine fromme Handlung oder Übung, sondern es ist die vertrauende Bitte des Kindes zum Herzen des Vaters. Darum ist das Gebet niemals demonstrativ, weder vor Gott, noch vor uns selbst, noch vor anderen, sondern schlicht das vertrauende Hineinwerfen meiner Selbst in seine Güte, das Loslassen meiner Selbst, um mich in ihm neu zu finden.

                          Frage: Wo in meinem Leben darf ich heute bewusst loslassen und mein Vertrauen erneuern?

                          21. Vertraue immer und überall Gott

                            Aber ich vertraue auf dich, o Herr. Ich sage: Du bist mein Gott! Ps 31,15

                            Gott begleitet uns durch unser Leben. Dieses Gottvertrauen verschließt jedoch nicht die Augen vor den Herausforderungen und Problemen unserer Welt. Gottvertrauen bedeutet nicht, sich einfach zurückzulehnen und darauf zu vertrauen, dass Gott alles von allein richten wird. Vielmehr ist es ein tiefer Optimismus, der aus diesem Vertrauen erwächst – wie ein kräftiger Rückenwind, der uns voranträgt. Dieser Rückenwind gibt uns Mut und Zuversicht, die Schwierigkeiten in unserem persönlichen Leben und in unserer Umgebung aktiv anzugehen. Im festen Vertrauen auf Gott versuchen wir, gemeinsam Lösungen zu finden und Veränderungen zu bewirken.

                            Wir dürfen alles verlieren, nur nicht den Mut und das Gottvertrauen. Franz von Sales

                            Obgleich ich gar kein Vertrauen zu dir fühle, so weiß ich doch, daß du mein Gott bist und daß ich dir ganz zu eigen bin, weiß, daß ich allein auf deine Güte vertraue, und so überlasse ich mich gänzlich deinen Händen! Franz von Sales

                            22. Abschließende Worte

                              Jemandem zu vertrauen bedeutet, ihn für zuverlässig halten. Zu glauben, dass er seine Zusagen und Versprechen einhält. Das muss er wollen, aber auch können. Es nützt uns ja gar nichts, wenn jemand uns etwas verspricht und es auch aufrichtig tun will, aber er keine Kraft und Möglichkeit hat, es zu tun. Es nutzt auch nichts, wenn jemand uns zwar helfen, unterstützen kann, aber kein Interesse daran hat. Unserem Herrn zu vertrauen heißt, mit dem zu rechnen, der alles kann und der alle Dinge zu unserem Guten mitwirken lässt. Denn er liebt uns.

                              Es ist also nicht nur wichtig, was wir für Worte vor dem Amen sprechen, sondern es ist auch wichtig, was wir für eine Haltung nach dem Amen zeigen! Ist es die Haltung des Vertrauens auf Gott? Sind wir mit ihm so vertraut, dass wir uns gerne in seine mächtigen Arme fallen lassen? Dass wir die Sorgen ihm wirklich übergeben

                              Inhalt