Psalm Ps 132: Andacht, Auslegung und Kommentar

Psalm 132 im Überblick: Diese Andacht führt dich durch den 132 Psalm. Erfahre, was der Text bedeutet und was er dir für deinen Glaubensweg mitgibt.

Andacht zum Ps 132

Psalm 132 erinnert an den tiefen Wunsch von König David, eine Wohnung für Gott zu bauen, und an Gottes ewige Zusage an das Haus Davids. Es ist ein Lied über Hingabe, Gottes Bundestreue und seine bleibende Gegenwart.

  • Eifer für Gottes Haus: Der Psalm beginnt mit Davids Schwur, nicht zu ruhen, bis er der Bundeslade eine würdige Stätte bereitet hat. Es zeigt die Sehnsucht eines Herzens, das Gott an die erste Stelle setzt.
  • Gottes ewige Zusage: Gott antwortet auf Davids Hingabe mit einer Verheißung. Er erwählt Zion als seine Ruhestätte und verspricht, die Nachkommen Davids zu segnen – eine Prophezeiung, die sich letztlich in Jesus Christus erfüllt.
  • Segen für die Gemeinschaft: Wo Gott wohnt, herrscht Fülle. Der Psalm verspricht Nahrung für die Armen, Heil für die Priester und Freude für die Gläubigen.

Fazit: Psalm 132 ermutigt uns, Gottes Gegenwart im Alltag oberste Priorität einzuräumen. Er erinnert uns daran, dass Gott dort Wohnung nimmt, wo sein Volk ihn anbetet, und dass seine Zusagen ewig gelten.

Ps 132, 1-5 Davids Schwur für Gott

Ps 132,1: Gedenke, o Herr, dem David alle seine Mühsal.

Gedenke

Gedenke! Das ist ein sehr bedeutungsvoller Ausdruck.

Wir wissen, dass der Herr an Noah gedachte, und siehe, die Sintflut nahm ein Ende. Er gedachte auch an die vielen nach Noah.

Und wie gern kehren wir zu der Bitte des Verbrechers am Kreuz neben Jesus zurück: Herr, gedenke an mich (Lk 23,42)!

Der Herr, der Unwandelbare, wird niemals uns vergessen. Die Vergangenheit liegt, gerade so wie die Zukunft, wie ein aufgeschlagenes Buch vor ihm.

Unser Glaube stützt sich darauf, dass der Herr mächtig ist und allen denen zu Hilfe zu kommt, die ihr Vertrauen auf ihn setzen in all ihren mannigfaltigen Leiden und Mühsalen.

Frage: Wo wünsche ich mir heute, dass der Herr meiner besonders gedenkt – und wie kann ich mich seiner Nähe neu öffnen?

Ps 132:2: ‭dass er dem Herrn schwor und dem Mächtigen Jakobs gelobte:

Ps 132:3: ‭Ich will nicht in das Zelt meines Hauses gehen, noch mein Ruhelager besteigen,

Ps 132:4: ‭ich will meinen Augen keinen Schlaf gönnen und meinen Augenlidern keinen Schlummer,

Ps 132:5: ‭bis ich eine Stätte gefunden habe für den Herrn, eine Wohnung für den Mächtigen Jakobs!

Ps 132, 6-10 Einzug der Bundeslade

Vers 6 Kunde aus Ephrata

Ps 132,6: Siehe, wir hörten von ihr in Ephrata; wir haben sie gefunden im Gebiet von Jear!

Wieder gefundene Bundeslade

David hörte endlich vom Verbleib der Bundeslade, nachdem sie lange Jahre vom Volk vergessen worden war. Er suchte sie und fand sie darum auch.

Die Jünger des Johannes, die von Jesus gehört hatten, suchten ebenfalls und fanden, was sie suchten: den Ort, an dem der Herr wohnte.

Wenn Christus auch im Wald wäre, so wird er doch gefunden werden von denen, die ihn suchen. Er ist ebenso nahe in der vom Wald umschatteten ländlichen Hütte wie in den offenen Straßen der Städte.

Ja, er wird selbst auf das Gebet antworten, das mitten aus dem dichtesten Urwald an ihn gerichtet wird, wo der einsame Wanderer alle Hoffnung fahren lassen zu müssen scheint, gehört zu werden.

Unser Text reicht uns ein Beispiel dar von einem, dessen Herz darauf gerichtet war, den Ort zu finden, wo Gott mit ihm zusammentreffen würde.

Frage: Wie offen ist mein Herz dafür, den Ort zu finden, an dem ich Gott wirklich begegne?

Vers 7-8 Anbetung an der Fußbank

Ps 132,7: Wir wollen kommen zu seiner Wohnung, wir wollen anbeten bei dem Schemel seiner Füße!

Wir wollen kommen

Wir wollen kommen: wir sehnen uns danach, dort zu sein. Der Liebe wachsen Flügel. Sie eilt dem entgegen, wonach ihr Herz begehrt und will anbeten. Der Beter nennt die Bundeslade Gottes Fußschemel, um anzuzeigen, dass das Heiligtum nimmermehr das unermessliche Wesen Gottes zu fassen vermochte. Dies ist die einzige Stelle im Psalter, in der die Bundeslade erwähnt wird.

Frage: Woran spüre ich in meinem Leben die Sehnsucht nach einer Gegenwart, die größer ist als ich selbst?

Ps 132,8: Mache dich auf, o Herr, zu deiner Ruhestätte, du und die Lade deiner Macht!

Vers 9-10 Priester in Gerechtigkeit

Ps 132,9: Deine Priester sollen sich in Gerechtigkeit kleiden und deine Getreuen sollen jubeln.

Kleiden in Gerechtigkeit

Das Kleiden in Gerechtigkeit ist das mit Gottes Willen vollkommen übereinstimmende, mit seinem Wohlgefallen gezierte Verhalten. Mit diesem herrlichen Kleid ist unser großer Hohepriester Christus allezeit geschmückt und er will, dass alle die Seinen den gleichen Schmuck tragen.

Diese Gerechtigkeit wird nun in dem Psalm erbeten in Verbindung mit der Gnadengegenwart des Herrn. Daraus mögen wir lernen, dass Heiligkeit nur bei denen gefunden wird, die mit dem Herrn Umgang pflegen, und dass sie ihnen nur dadurch zuteilwird, dass er selbst ihre Seelen heimsucht.

Gott will nur unter einem heiligen Volk wohnen.

Frage: In welchem Maße gestaltest du deinen Alltag so, dass Gottes Gegenwart darin sichtbar wird?

Ps 132,10: ‭Um Davids, deines Knechtes, willen weise das Angesicht deines Gesalbten nicht ab!

Ps 132, 11-12 Gottes Verheißung an David

Ps 132,11: Der Herr hat David in Wahrheit geschworen, davon wird er nicht abgehen: Einen von der Frucht deines Leibes will ich auf deinen Thron setzen!

Hinweis auf Christus

Wir wissen, dass dieser Bund in seinem tiefsten Sinn mit Christus geschlossen worden ist. Christus also sitzt auf einem sicheren Thron für immer und ewig.

In Christus hat der Vater uns erwählt. Der Herr hat die Seinen erwählt, darum sind sie sein Volk. Er hat die Gemeinde erwählt, darum ist sie, was sie ist.

Seine Liebe will denen nicht fern bleiben, die sie sich erwählt hat. Ja, Gott verlangt danach, bei denen zu wohnen, die er mit ewiger Liebe umfangen hat.

In Christus nun wohnt er bei uns.

Frage: Wie kann ich in meinem Alltag die Gegenwart Gottes bewusster wahrnehmen und zulassen?

Ps 132:12: ‭Wenn deine Söhne meinen Bund bewahren und mein Zeugnis, das ich sie lehren will, so sollen auch ihre Söhne für immer auf deinem Thron sitzen!

Ps 132, 13-18 Segen für Zion

Ps 132:13: ‭Denn der Herr hat Zion erwählt, hat sie zu seiner Wohnung begehrt:

Ps 132:14: ‭Dies ist für immer meine Ruhestatt, hier will ich wohnen; denn ich habe sie begehrt.

Ps 132,15: Ihre Nahrung will ich reichlich segnen, ihre Armen sättigen mit Brot.

Ihre Nahrung will ich segnen

Es muss ja so sein. Wie könnten wir ohne Segen sein, wenn der Herr in unserer Mitte ist?

Der darauf ruhende Segen wird in uns bewirken, dass wir das göttliche Lebensbrot im Glauben nehmen, es tatsächlich essen, das heißt in der Erfahrung seine Kraft erproben. Dadurch wachsen wir in der Heiligung, werden gestärkt zur Arbeit, erquicken uns zum Ausharren in Geduld und reifen aus zur Vollkommenheit.

Wo Gott wohnt, da hat sein Volk genug. Sie sollen sich an dem sättigen, was der Herr selber Brot nennt, und wir dürfen ganz gewiss sein, dass er weiß, was wirklich Brot für die Seele ist.

Frage: Woran erkenne ich in meinem Leben, was wirklich Brot für meine Seele ist, und wie kann ich es bewusst aufnehmen?

Ps 132,16: Ihre Priester will ich mit Heil bekleiden, und ihre Getreuen sollen jubeln.

Mit Heil bekleidet

Gott ist es gewohnt, überschwänglich zu handeln über alles, um das wir bitten oder auch nur zu verstehen vermögen. Die Gerechtigkeit ist nur ein Teil des Segens, das Heil jedoch die ganze Fülle. Diese Fülle wird von dem Herrn selbst eingekleidet, und niemand vermag so zu kleiden wie er.

Wenn schon die Lilien auf dem Feld von ihrem Schöpfer so herrlich bekleidet sind, dass sie selbst Salomo in all seiner Pracht übertreffen, wie wunderbar werden erst seine Kinder gekleidet sein. Eine Leuchte wird ihnen zugerichtet. Welch eine Leuchte ist unser Herr Jesus!

Wie der alte Simeon es bereits ausgesprochen hat: Ein Licht, um die Heiden zu erleuchten, und Herrlichkeit für dein Volk Israel (Lk 2,32). Er ist jetzt schon hier auf Erden unser Licht, und er wird das Licht des Himmels sein.

Frage: Wie lässt sich das Licht Jesu in deinem Alltag erkennen und spüren, und wie könnte es dein Handeln und Denken verändern?

Ps 132,17: Dort will ich dem David ein Horn hervorsprossen lassen, eine Leuchte zurichten meinem Gesalbten.

Ps 132:18: ‭Seine Feinde will ich mit Schande bekleiden; aber auf ihm soll seine Krone glänzen!

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