Psalm Ps 85: Andacht, Auslegung und Kommentar
Psalm 85 im Überblick: Diese Andacht legt den 85 Psalm Vers für Vers aus. Erfahre, was der Bibeltext bedeutet und wie du die Botschaft konkret in deinem Alltag anwendest.
Inhaltsverzeichnis
Andacht zum Ps 85
Psalm 85 ist ein Gebet der Sehnsucht. Er erinnert an Gottes vergangene Treue und bittet gleichzeitig um eine neue geistliche Erneuerung (Erweckung) in schwierigen Zeiten.
- Dankbarkeit als Basis: Der Beter blickt zurück auf die Momente, in denen Gott Schuld vergeben und das Schicksal gewendet hat. Dankbarkeit ist hier das Fundament für neues Vertrauen.
- Die Bitte um Erneuerung: „Erquicke uns wieder“ – der Psalm zeigt, dass wir uns in dürren Zeiten mutig nach Gottes neuer Kraft und Lebendigkeit ausstrecken dürfen.
- Die Einheit von Gnade und Wahrheit: In einem berühmten Bild beschreibt der Psalm, wie Gnade und Wahrheit einander begegnen und Gerechtigkeit und Friede sich küssen. In Jesus Christus finden diese Gegensätze ihre vollkommene Erfüllung.
Fazit: Psalm 85 macht Mut, dass Gott nach jeder Krise einen Neuanfang schenkt. Er ist ein Versprechen, dass dort, wo wir auf Gott hören, Heil und Segen folgen werden.
Ps 85, 1-4 Wende die Gefangenschaft Jakobs
Vers 1-2 Gnade für das Land
Ps 85:1: Dem Vorsänger. Von den Söhnen Korahs. Ein Psalm.
Ps 85,2: Herr, du hast deinem Land einst Gnade gewährt, hast das Geschick Jakobs gewendet,
Ps 85:2: Herr, du bist deinem Land früher gnädig gewesen und hast die Gefangenschaft Jakobs beendet.
Gewährte Gnade
So sehr wir uns auch anstrengen – und das sollen wir –, wir machen Fehler und tun aus welchen Gründen auch immer das Falsche.
Egal, was passiert und wie viele Fehltritte es sein mögen: Wir geraten darüber nicht in resignierte Unruhe, sondern vertrauen uns umso stärker der Gnade Gottes an.
Seine Gnade ist ein kräftiges Belebungsmittel der Hoffnung. So wissen wir, dass jeder, der an Jesus glaubt, den Segen der Sündenvergebung genießt.
Frage: Wie kannst du im eigenen Leben die Gnade Gottes bewusster erfahren und auf sie vertrauen, auch wenn Fehler passieren?
Was aber ist die Gefangenschaft Jakobs?
Das Volk Israel konnte darunter die babylonische Gefangenschaft oder auch jede andere Not seiner Geschichte verstehen. Was aber ist für uns die Gefangenschaft Jakobs, was ist die Not, in der sich jeder Mensch befindet, so dass auch jeder diesen Psalm beten kann? Die eigentliche Gefangenschaft des Menschen, schlimmer als jede leibliche Gefangenschaft, in der ein Mensch wenigstens noch die geistige Freiheit bewahren kann, ist die Gefangenschaft in der Sünde und damit in der Trennung von Gott.
Um diese Gefangenschaft aufzuheben, kam Christus in unsere Welt, er ist der Gefangenenbefreier.
Vers 3-4 Schuld vergeben
Ps 85,3: hast vergeben die Schuld deines Volkes, hast alle ihre Sünde zugedeckt.
Vergebung und Neuanfang
In diesem Vers bittet der Psalmist um die Rückkehr Gottes und darum, dass seine Wut und der Zorn verschwinden mögen. Es geht um die Sehnsucht nach Frieden und Vergebung, nach einer Zeit, in der Gottes Güte wieder strahlt.
Für mich persönlich ist dieser Psalm ein Ruf nach Hoffnung und einem Neuanfang. Er erinnert daran, dass, egal wie weit wir uns von Gott entfernt haben, seine Barmherzigkeit und Liebe immer vorhanden sind. Es ist eine Ermutigung, dass trotz Fehler und Umständen eine erneute Nähe zu Gott möglich ist, wenn wir uns danach sehnen und umkehren.
Frage: In welchen Momenten meines Lebens spüre ich am stärksten das Bedürfnis nach Gottes Nähe und Vergebung?
Gott deckt unsere Sünden zu
Gott deckt unsere Sünden zu, damit er sie nicht sehen und d.h. damit er sie nicht bestrafen muss. Sein Nicht-Sehen ist nicht Unfähigkeit zu sehen, sondern sein gnädiger Wille, sich von unseren Sünden abzuwenden und sich dafür uns, den Sündern zuwenden zu wollen
Ps 85:4: Du hast all deinen Grimm hinweggetan, hast dich abgewandt von der Glut deines Zornes:
Ps 85:4: Du hast damals all deinen Zorn zurückgezogen und dich von der Wut deines Zorns abgewandt.
Zorn Gottes
Die biblische Rede vom Zorn Gottes ist nicht leicht zu verstehen, und wir wehren uns gegen die Vorstellung eines zornigen Gottes. Die Gründe dafür sind vielfältig. Emotionen wie Zorn, Rachegelüste und Trauer scheinen nicht zu Gott zu passen, sie trüben das Bild des lieben Gottes. Die Überlegung, ob Zorn nicht nur die andere Seite der Liebe ist, ob ein Gott, der nicht zürnen kann, in Wahrheit liebt, fällt dabei häufig aus, wir wollen im Bereich der Religion unsere Ruhe und unsere heile Welt.
Aber Gottes Zorn ist kein Gefühl, das menschlichem Ärger zu vergleichen wäre, sondern das Leiden an der sinnlosen Sünde, mit der der Mensch, der als Bild Gottes geschaffen ist, dieses Bild in sich zerstört. Gott zürnt über die Sünde, nicht weil sie ihm schadet, sondern weil der Mensch, der von Gott geliebt wird, sich selbst zugrunde richtet. Der vorliegende Psalm spricht von diesem Zorn Gottes und macht über ihn die Aussage, dass Gott selbst diesen seinen eigenen Zorn besänftigt, nicht etwa der Mensch.
Ps 85, 5-8 Belebe dein Volk, damit es sich freue
Vers 5-6 Gott hilft neu
Ps 85,5: so stelle uns wieder her, du Gott unsres Heils, lass ab von deinem Unmut gegen uns!
So stelle uns wieder her
Immer wieder fallen wir, immer wieder stellt uns das Leben Herausforderungen, immer wieder!
Immer wieder aber stellt uns Gott wieder her, reicht uns seine helfende Hand des Heils und belebt uns neu.
Ja Herr: Belebe uns mit deiner Lebenskraft, denn Leben ist Freude! Du bist das Leben und darin ist Freude.
Wenn wir geistlich träge werden, müde von allerlei Dingen, so lasst uns diesen Vers von Herzen beten: Stelle mich wieder her. Belebe mich neu! Der Herr wird es tun.
Wenn wir dann den erquickenden Tau der Gnade verspüren, so wollen wir uns freuen. Ja: unsere Glückseligkeit wird es dann sein, uns über unseren Herrn zu freuen, der unsere Stärke ist.
Frage: Wo spüre ich in meinem Leben die leise Hand Gottes, die mich immer wieder neu belebt und Hoffnung schenkt?
Spannungsbogen
Es ist auffällig, dass in V.5 die Perspektive des Psalms wechselt; während man in V.1-4 den Eindruck eines Dankgebetes hatte, in dem der Psalmist über bereits geschehenes Heil spricht, hat man jetzt den Eindruck von immer noch bestehender Not und Heillosigkeit. Diese Spannung, die sich durch die ganze Geschichte Israels zieht, ist auch für die christliche Kirche nicht aufgehoben. Gott hat uns im Kommen Christi sein Heil geschenkt, er hat es jedem einzelnen von uns in der Taufe gegeben und doch brauchen wir ein ganzes Leben, um dieses Heil auch wirklich zu ergreifen, um uns zu bekehren und Menschen zu werden, auf die Gott in Gnade und nicht mehr im Zorn schauen kann
Ps 85:6: Oder willst du ewig mit uns zürnen, deinen Zorn währen lassen von Geschlecht zu Geschlecht?
Auslegung der Väter
Die Väter verstehen diesen Vers als Heilsweissagung Davids, dass Gott auf einem ganz neuen Weg den Fluch der Sünde Adams zunichte machen wird.
Nur der Tod und die neue Geburt, die wir in der Taufe vollziehen und die uns zu einem „anderen Geschlecht“ machen, können uns retten. Wir sollten neu geboren werden, durch den Glauben erneuert und in der Auferstehung
Das erste Geschlecht war sterblich aufgrund deines Zornes, das zweite Geschlecht wird unsterblich sein aufgrund deines Erbarmens.
Vers 7 Neue Lebensfreude
Ps 85,7: Willst du uns nicht wieder neu beleben, damit dein Volk sich an dir erfreuen kann?
Sehnsucht nach Erneuerung
Dieser Vers spricht von der Sehnsucht nach Gottes Erneuerung und Segen für sein Volk.
Er drückt den Wunsch aus, dass Gott die Lebenskraft und Freude wiederherstellt, sodass die Menschen in seiner Nähe Freude und Stärke finden.
Für mich ist dieser Vers ein Ruf nach Hoffnung und Erneuerung, eine Bitte an Gott, unser Leben und unsere Herzen mit seiner Güte zu erfüllen, damit wir wieder lebendig werden können und uns in seiner Gegenwart freuen dürfen.
Frage: In welchen Bereichen meines Lebens sehne ich mich nach Gottes Erneuerung und innerer Freude?
Leben
Dabei ist mit Leben hier mehr gemeint als nur das rein natürliche Leben, Gott schenkt die Fülle des Lebens, indem er die Freude an sich selbst schenkt. Unsere ganze Freude ist Gott, daher soll, wer sich sicher freuen will, sich in ihm freuen, der niemals untergehen kann. Freue dich an dem Licht, das keinen Abend hat, freue dich an dem Licht, dem kein gestriger Tag vorangeht und kein morgiger folgt.
Was ist das für ein Licht? Der, der dir sagt: Ich bin das Licht der Welt, ruft dich zu sich. Wenn er dich ruft, bekehrt er dich, wenn er dich bekehrt, heilt er dich, wenn er dich heilt, wirst du ihn sehen, der dich bekehrt hat
Vers 8 Zeige uns Huld
Ps 85,8: Herr, lass uns deine Gnade schauen und schenke uns dein Heil!
Herr, zeige uns deine Gnade
Der Mensch braucht, weil er gefallen ist, Gottes Gnade in der Form von Erbarme. Allerdings ist es nicht selbstverständlich für den Menschen, dieses göttliche Erbarmen anzunehmen, unser Stolz wehrt sich dagegen, Erbarmen zu brauchen. Von daher ist es ein wichtiger Schritt auf dem geistlichen Weg, sich selbst als erbärmlich anzuerkennen und um Erbarmen zu bitten. Mit der Einsicht in die eigene Erbärmlichkeit geht die Erkenntnis einher, dass das Gute, was wir sind und haben, reine Gnade ist. Oder mit den Worten des heiligen Benedikt:
Sieht man Gutes bei sich, es Gott zuschreiben, nicht sich selbst. Das Böse aber immer als eigenes Werk erkennen, sich selbst zuschreiben. (Regel Benedikts 4,42f)
Herr, lass uns deine Gnade schauen
Manchmal fühlen wir uns wie in einem trockenen Tal – leer, erschöpft, ohne Hoffnung. In solchen Momenten ist es schwer, Gottes Gnade zu sehen.
Doch dieser Vers erinnert uns daran, dass wir darum bitten dürfen: „Herr, lass uns deine Gnade schauen.“ Nicht aus eigener Kraft, sondern durch sein Wirken.
Gnade heißt: Gott sieht uns an mit Liebe, auch wenn wir versagt haben. Vielleicht zeigt sie sich in einem freundlichen Wort, einem Sonnenstrahl nach Regen oder der Kraft, neu anzufangen.
Wenn wir bewusst hinschauen, entdecken wir Spuren seiner Güte überall. Diese Bitte ist zugleich ein Gebet um offene Augen – für das, was Gott längst in unserem Leben tut.
Frage: Wo in meinem Leben könnte ich heute die leisen Spuren von Gottes Gnade wahrnehmen?
Gebet: Herr, öffne meine Augen für deine Gnade heute. Amen.
Lass uns deine Gnade schauen
Die Liebe des Herrn zu uns ist unergründlich und unfassbar in Worte zu fassen. Er allein kann uns den Frieden und das Heil schenken.
Er allein hilft allen und weist keinen ab.
Er allein ist alles in allem für uns.
Die Glückseligkeit des Menschen besteht so ganz und gar in der Liebe zu Jesus Christus, unserem höchsten Gut, unserem Erlöser. Das allein gibt jedem Tag seine Mitte und seinen tiefsten Sinn.
Das allein ist das Schauen der Gnade in Christus, der uns sein Heil schenkt.
Manche sehen die Vollkommenheit in einem strengen Leben, andere im Beten, im häufigen Empfang der Sakramente oder im Almosengeben. Doch sie täuschen sich. Die Vollkommenheit besteht darin, Gott aus ganzem Herzen zu lieben.
Franz von Sales
Frage: Wie kann ich in meinem Alltag die Liebe zu Christus so spüren und leben, dass sie mein Handeln und Denken prägt?
Was verstehen wir unter dem Heil?
Die Väter machen darauf aufmerksam, dass unser Heil nicht etwas ist, sondern jemand, nämlich Jesus Christus. Denn der Name Jesus bedeutet Heil, er ist unser Heil und unser Heiland. Gib uns dein Heil meint also: Gib uns deinen Christus. Diese Bitte an den Vater ist einerseits schon erfüllt durch die Menschwerdung, sie muss sich aber andererseits noch in unserem persönlichen Leben erfüllen.
Christus, der bei der Menschwerdung in unsere Welt gekommen ist, muss, damit wir wirklich von Heil sprechen können, auch in unserem Leben ankommen. Denn was hätte es dir genutzt, dass Christus einst im Fleische kam, wenn er nicht bis in deine Seele gekommen wäre? Lasst uns darum beten, dass er täglich zu uns komme und dass wir sagen können: Ich lebe, aber nicht mehr ich, sondern Christus lebt in mir (Gal 2,20).
Ps 85, 9-14 Gerechtigkeit und Friede küssen sich
Vers 9-10 Gott verheißt Frieden
Ps 85,9: Ich will hören, was Gott, der Herr, reden wird; denn er wird Frieden zusagen seinem Volk und seinen Getreuen — nur dass sie sich nicht wieder zur Torheit wenden!
Ich will hören
Oh, wie kostbar ist die Zeit! Selig diejenigen, welche sie gut zu nutzen wissen. Oft viel schneller als wir denken heißt es für uns: "Du Narr! Noch in dieser Nacht wird man das Leben von dir fordern." (Lk 12:20)
Darum nutze deine Zeit für gute Dinge. Sein Wort zu hören ist immer eine kostbare Zeit, die im Tagesverlauf ihre Früchte zeigt. Unser Alltag sei durchwoben mit der Pflege der Beziehung zu Gott durch allerlei Möglichkeiten: das Aufwachgebet, das Morgengebet, durch Stoßgebete, einen Blick auf Jesus am Kreuz. Die heilige Schrift sei dabei dein täglicher Begleiter.
Das alles aber nicht aus Pflicht, sondern aus der Gewissheit heraus, dass allein Christus, dem du darin begegnest, dir den Frieden bringen kann.
Frage: Wie bewusst gestaltest du deine Zeit heute, um der Begegnung mit Gott Raum zu geben?
Er wird Frieden zusagen
Christus hat den Frieden gebracht, aber damit dieser Friede in uns und in unserer Welt wirklich durchgesetzt wird, braucht es den Kampf, nicht den Kampf mit irdischen Waffen (das war ein schreckliches Missverständnis in manchen Zeiten der Kirchengeschichte), wohl aber den geistlichen Kampf. Insofern gilt, was Augustinus immer wieder einschärft: Wo noch Sterblichkeit ist, wie wäre da voller Friede?
Der Tod bringt in alles, was wir tun, ein letztes „Unbefriedigtsein“, weil nichts in dieser Welt so ist, dass es uns ganz genügt, alles wird irgendwann schal. Daher ist voller Friede erst eine eschatologische Wirklichkeit: „Wir werden gemeinsam Gott schauen, wir werden ihn gemeinsam besitzen, wir werden alle zusammen mit Gott Frieden haben. Denn was immer er uns jetzt gibt, an Stelle all dessen, was er uns jetzt gibt, wird er selbst unser Eigentum sein, er selbst wird der vollkommene und umfassende Friede sein“ (Augustinus, Enarratio zu 84).
Ps 85:10: Gewiss ist seine Rettung denen nahe, die ihn fürchten, damit die Herrlichkeit in unserem Land wohne.
Ps 85:10: Ganz sicher ist sein Heil bei denen, die ihn ehren. Dann wohnt Herrlichkeit in unserem Land.
Ganz sicher ist sein Heil
Die Nähe oder Ferne des Heils, das Jesus Christus ist, ist keine räumliche Größe, sondern eine geistige. Wer Gott liebt und ihn fürchtet, dem ist das Heil nahe.
Ihrem Land, d.h. dem Land, von dem der Psalmist als unserem Land spricht, wird die Herrlichkeit Gottes angesagt, eine Prophezeiung, die sich erfüllte, als Christus in Israel geboren wurde
Vers 11 Güte und Treue
Ps 85,11: Gnade und Wahrheit sind einander begegnet, Gerechtigkeit und Friede haben sich geküsst.
Friede und Gerechtigkeit
Wenn es nicht gerecht zugeht (Familie, Schule, Arbeit u.a.), wird es nicht friedlich zugehen. Gerechtigkeit und Friede sind aufs engste miteinander verbunden, wie bei einem Kuss, einer Umarmung.
Dies gilt in menschlichen Beziehungen ebenso wie in der Gottesbeziehung: Gott ist zugleich ein gerechter Gott und Gott ist ein rettender Gott, der Frieden bringt.
Warum? Gottes Wahrheit, die Sünde verurteilt und Sünder richtet, und Gottes Gnade, die Sündern vergibt, sind sich durch die Menschwerdung, das Leben, Sterben und Auferstehen des Sohnes Gottes einander begegnet.
Darum kann Gott jetzt den Schuldigen rechtfertigen und dabei doch gerecht bleiben. Das ist zutiefst das Evangelium!
Kein Friede ohne Gerechtigkeit wie keine Gerechtigkeit ohne Vergebung. Johannes Paul II
Frage: Wie kann ich in meinem eigenen Leben Gerechtigkeit und Frieden miteinander verbinden, sowohl im Umgang mit anderen als auch in meiner Beziehung zu Gott?
Worte von Augustinus
Willst du Frieden? Einhellig antwortet dir das ganze Menschengeschlecht: Ich wünsche ihn mir, ersehne ihn, will ihn, liebe ihn. Liebe auch die Gerechtigkeit, weil Gerechtigkeit und Friede zwei Freundinnen sind, die sich küssen. Wenn du die Freundin des Friedens nicht liebst, wird der Friede dich auch nicht lieben und nicht zu dir kommen
Vers 12-13 Wahrheit und Gerechtigkeit
Ps 85,12: Die Wahrheit wird aus der Erde sprossen und Gerechtigkeit vom Himmel herabschauen.
Wahrheit wird aus der Erde sprossen
Was ist die Wahrheit? Der Sohn Gottes.
Was ist die Erde? Das Fleisch.
Frage dich, woraus Christus geboren ist, und du siehst, warum die Wahrheit aus der Erde hervorgesproßt ist. Die Wahrheit ist aus der Jungfrau Maria geboren. Die Wahrheit, die zu fassen der Himmel nicht ausreicht, ist aus der Erde hervorgesproßt, um in eine Krippe gelegt zu werden.
Zu wessen Nutzen hat ein so großer Gott sich so erniedrigt? Sicher nicht zu seinem eigenen, sondern zu unserem großen Nutzen, wenn wir glauben.
Augustinus
In Jesus, der in Bethlehem aus der Jungfrau Maria geboren wurde, sind wirklich Liebe und Wahrheit einander begegnet, haben sich Gerechtigkeit und Friede geküßt. Benedikt XVI
Frage: In welchem Bereich deines Lebens darf die Wahrheit aus der „Erde“ hervorsprießen, um dein Herz zu berühren?
Ps 85:13: Dann wird der Herr auch das Gute geben, und unser Land wird seinen Ertrag abwerfen.
Der Herr wird auch das Gute geben
Wir wünschen uns oft schnelle Ergebnisse. Wir säen Mühe, Gebet und Liebe aus – und doch scheint lange nichts zu wachsen. Psalm 85 erinnert uns daran, dass alles Gute letztlich von Gott kommt. Er schenkt Wachstum, oft leise und unscheinbar. Wie ein Bauer den Acker bestellt, aber den Regen nicht machen kann, so dürfen auch wir treu unseren Teil tun und Gott das Ergebnis anvertrauen. Er kennt den richtigen Zeitpunkt und weiß, was wir wirklich brauchen. Wo Gott wirkt, entsteht Frucht – in unserem Herzen, in unseren Beziehungen und manchmal auch dort, wo wir längst die Hoffnung verloren hatten. Seine Güte ist der Boden, auf dem neues Leben wächst.
Vers 14 Gerechtigkeit bahnt Weg
Ps 85:14: Gerechtigkeit wird vor Ihm hergehen und den Weg bereiten für seine Tritte.
Christus
Christus hat die Psalmen gebetet und sie zur Vollendung geführt. Deshalb gehören sie bleibend zum christlichen Gebet.
Das Gute, was der Herr gibt, ist er selbst. Er schenkt sich uns ganz, wird in seiner Menschwerdung unser Bruder und Freund.
Der Ertrag des Landes ist unser Glaube an ihn und die Werke, die daraus hervorgehen. Durch diesen Glauben an ihn sind wir gerecht.
Er bereitet den Weg, das heißt, er lenkt alle Dinge, alle Macht ist ihm gegeben, und er führt uns mit Stärke zu unserem Ziel. Das ist unser Trost und unsere Hoffnung. Gelobt sei Jesus Christus.
Das gläubige Beten der Psalmen bringt uns Gottes Hilfe und lässt uns Gott nicht vergessen. Basilius von Cäsarea
Frage: Wie kann ich Christus in meinem täglichen Leben als Bruder und Freund wahrnehmen und ihm in meinen Handlungen begegnen?
Hier geht's zu einer Auslegung von G. de Koning zu Ps 85
Das war eine Christliche Bibel - Auslegung, Kommentar, Andacht, Impuls, Erklärung, Bedeutung bzw. Predigt zum Psalm Ps 85