Psalm 63
Sehnsucht nach Gott
Auslegung und Andacht
Psalm 63 im Überblick: Der 63 Psalm leicht verständlich erklärt. Dieser Impuls hilft dir, den Bibeltext tiefgehender zu erfassen und im Alltag anzuwenden.
Inhaltsverzeichnis
Andacht zum Psalm 63
In Psalm 63 begegnen wir David in der Wüste Juda. Doch statt über den Durst oder die Hitze zu klagen, beschreibt er sein Verlangen nach Gott. Dieser Psalm ist ein kraftvolles Beispiel für geistliche Leidenschaft.
- Durst nach Gott: David vergleicht seine geistliche Verfassung mit einem trockenen Land. Er lehrt uns, dass unsere Seele nur in der Gegenwart Gottes wirklich satt wird.
- Gottes Güte ist besser als Leben: Ein zentraler Gedanke ist, dass die Gemeinschaft mit Gott wertvoller ist als die biologische Existenz oder materieller Wohlstand.
- Geborgenheit im Schatten der Flügel: David findet Ruhe, indem er sich an Gottes Hilfe in der Vergangenheit erinnert. Das gibt ihm Sicherheit, auch wenn er sich physisch in Gefahr befindet.
Fazit: Psalm 63 lädt uns ein, unsere Prioritäten neu zu ordnen. Er zeigt, dass wir selbst in den „Wüstenzeiten“ unseres Lebens durch die Nähe Gottes tiefe Freude und Erfüllung finden können.
Ps 63, 1-5 Gott ist mein Verlangen
Vers 1 Psalmeingang
Ps 63:1: Ein Psalm Davids, als er in der Wüste Juda war.
Vers 2 Sehnsucht nach Gott
Ps 63,2: O Gott, du bist mein Gott; früh suche ich dich! Meine Seele dürstet nach dir; mein Fleisch schmachtet nach dir in einem dürren, lechzenden Land ohne Wasser,
Ps 63,2: Gott, du bist mein Gott! Ich suche nach dir! Nach dir hat meine Seele Durst, nach dir sehnt sich mein Körper in einem erschöpften und wasserlosen Land.
Gottessuche
Gott, du bist mein Gott! Das ist ein so einfaches und doch so tiefes Bekenntnis, das wir uns als Stoßgebet zu eigen machen sollten. Wir können so beten, weil wir uns von Gott innig geliebt wissen und unseren Gott lieben.
Wenn Gott mein Gott ist, kann ich ihm nicht früh genug begegnen. Darum bete ich persönlich bevor ich aus dem Bett steige ein kurzes Morgengebet. Auch wenn vieles oft so wichtig und dringend erscheint. In der Tiefe meines Herzens will ich außer Gott nichts und niemand. Darum suche ich ihn.
Wachsam zu sein bedeutet, die Sehnsucht nach Gott wach zu halten, ihn und seine Herrlichkeit ein Leben lang zu suchen, sowohl in der Schrift, aber auch im Wirken der Liebe und der Hilfe Gottes in meinem Leben. Wenn ich suche, werde ich finden und nicht aus Pflicht, sondern von Herzen Gott loben und danken und mich an ihm freuen.
Halte die Sehnsucht wach. Die Sehnsucht betet immer.
Die Sehnsucht betet stets, auch wenn die Zunge schweigt. Wann aber schläft das Gebet ein, die Sehnsucht erkaltet. Augustinus
Frage: Wo spüre ich in meinem Leben die Sehnsucht nach Gott – und wie antworte ich darauf?
Gottessehnsucht
Der Durst ist ein Verlangen nach dem, was eins der wichtigsten Mittel zur Erhaltung unseres Lebens ist: Wasser! Der ganze Mensch muss sich seiner Macht unterwerfen. So verhält es sich auch mit dem göttlichen Verlangen, welches die Gnade wirkt. Und so wie nur Wasser unseren Durst stillen kann, so kann nur Gott selbst das Sehnen unserer Seele stillen. Sehnsucht, tiefe Sehnsucht nach Gott spricht aus den ersten drei Versen des 63. Psalms:
Wen sucht er? Er sucht Gott.
Wann sucht er? Er sucht frühe.
Wie sucht er ? Er sucht dürstend.
Warum sucht er? Er sucht Gottes Herrlichkeit
Worte von Augustinus
Wer sucht Gott bei Tagesanbruch?
Derjenige, für den die Nacht der Welt vorüber ist und in dessen Herzen das Licht Christi aufgeht. Wir suchen ihn nicht im Dunkel der fleischlichen Begierden, sondern im Licht des Glaubens.
Siehe, deine Seele dürstet!
Wonach dürstet sie? Nach den Freuden der Welt? Nach Reichtum und Ehre? Nein, all das ist Salzwasser, das den Durst nur vergrößert. Die Seele dürstet nach der Quelle des Lebens selbst. Wer Gott dürstet, der bekennt, dass er in dieser Welt ein Fremdling ist.“
Diese Welt ist eine Wüste
Warum? Weil sie von sich aus kein Lebenswasser hervorbringt. Wenn Gott nicht den Regen seiner Gnade und den Tau seines Wortes herabsendet, vertrocknet der Mensch. Doch eben in dieser Trockenheit lernt die Seele, wie sehr sie die göttliche Quelle braucht
Vers 3 Schauen der Macht
Ps 63,3: dass ich deine Macht und Herrlichkeit sehen darf, gleichwie ich dich schaute im Heiligtum.
Ps 63:3: Ich suche dich in deinem Heiligtum, um deine Macht und Herrlichkeit zu sehen.
Gott suchen
Wir suchen Gott, weil er uns anzieht, weil wir danach streben, uns mit ihm zu vereinigen, in ihm zu sein. Dies ist tiefe, intime Begegnung und der Kern der Liebe. Gott ist das Gute für uns schlechthin. Wir haben Wohlgefallen an Gott. Dieses Wohlgefallen setzt unseren Willen in Bewegung. Es ist wie mit Eisen und Magnet. Das Eisen hat eine so innige Beziehung zum Magnet, daß es sich ihm zuwendet, sobald es seine Kraft verspürt. Und es ist wie mit einem Baum. Unser Wille zum Guten, zu Gott hin, ist die Wurzel. Die Bewegung hin zum Guten, zu Gott, ist der Stamm. Die Äste sind das Suchen und Bemühen zum Guten, zu Gott, hinzugelangen. Die Frucht aber ist die Vereinigung mit ihm, der uns Frieden bringt.
Gott ist so groß, dass er es wohl wert ist, ihn ein ganzes Leben lang zu suchen. Teresa von Avila
Frage: Was zieht dich in der Tiefe deines Herzens wirklich an – und wo spürst du darin die Gegenwart Gottes?
Auslegung von Augustinus
Wo hat der Beter Gott geschaut?
Im Heiligtum, das heißt im Geist und in der Wahrheit. Wer in der Wüste dieser Welt lechzt, der schaut nicht mit den leiblichen Augen nach Osten, sondern richtet sein inneres Auge auf das unsichtbare Heiligtum. Dort, im Geiste, schaut die Seele die Schönheit Gottes, die kein leibliches Auge erfassen kann.
Was ist die Macht Gottes?
Es ist Christus, die Kraft Gottes und die Weisheit Gottes (1. Kor 1,24). Seine Macht erschien in der Demut des Fleisches, als er den Tod besiegte. Seine 'Herrlichkeit' aber ist die Verklärung in der Auferstehung. Wer Gott im Heiligtum schaut, der erkennt, dass die scheinbare Schwachheit des Kreuzes die wahre Macht Gottes ist, die uns aus der Wüste der Sünde rettet
Vers 4 Güte besser als Leben
Ps 63,4: Deine Gnade ist besser als Leben. Meine Lippen sollen dich rühmen.
Gott und Leben
Das Leben ist so kostbar. Seien wir dankbar für jeden neuen Tag, den wir erleben dürfen. Aber besser noch als Leben ist Gottes Gnade. Das bedeutet: Gottes Gemeinschaft genießen ist besser als das Beste, was dieses Leben uns bieten kann. Denn: Das irdische Leben schwindet hin und geht irgendwann zu Ende. Gottes Gnade und damit seine Gemeinschaft mit uns währt ewig. Christus ist mein Leben, und Sterben ist Gewinn, schreibt Paulus. Unser Leben ist das höchste Gut in unserer Welt und doch wird es übertroffen von Gottes Gnade. Seine Liebe und Gnade ist immer süß, auch wenn wir jetzt gerade ihre Süßigkeit evtl. nicht genießen oder spüren.
Der Herr gibt mir immer die Gnade, für den heutigen Tag zu leben; nicht in der Zukunft oder in der Vergangenheit soll ich leben, sondern heute! Heute mit Ihm! Corrie ten Boom
Frage: Was bedeutet es für mich persönlich, Gottes Gnade als größer zu erkennen als alles, was dieses Leben mir bieten kann?
Was ist dieses gegenwärtige Leben?
Es ist voll von Versuchungen, Mühen, Ängsten und Schmerzen. Die Menschen lieben dieses Leben, obwohl es sie täuscht und vergeht. Wie viel mehr aber muss die Güte Gottes geliebt werden, durch die uns das unvergängliche Leben geschenkt wird! Besser ist deine Barmherzigkeit als das Leben der Weltling; denn das Erdenleben endet im Tod, deine Barmherzigkeit aber führt uns aus dem Tod in das ewige Licht.
Meine Lippen werden dich preisen, nicht mich selbst! Denn solange ich mein eigenes Leben rühmte, pries ich den Staub. Als aber deine Barmherzigkeit mir aufging, erkannte ich meine Armut. Nun preisen dich meine Lippen, weil alles Gute, das ich habe, nicht aus mir, sondern aus deiner Gnade fließt. Augustinus
Vers 5 Preisen und Beten
Ps 63,5: So will ich dich loben mein Leben lang, in deinem Namen meine Hände aufheben.
Gotteslob
Wenn es uns schlecht geht, dann steckt unsere Seele wie in einem tiefen, dunklen Loch. Schwere Gedanken, bittere Erfahrungen und Ängste lasten dann auf ihr. Oft gilt es, diese Phasen schlicht auszuhalten und unser Glaube hilft uns dabei.
Da hilft z.B. dieser Vorsatz "Ich will dich loben" in positiver, geistlicher Weise. Mit diesem Vers beginne ich persönlich jeden Morgen mein Gebet. Es zieht mich weg vom Murren und Grübeln und zieht mich hin zum Lob Gottes. Es "stimmt" mich für den Tag, so wie ein Instrument gestimmt wird, bevor man darauf spielt.
Und so gestimmt versuche ich in den Tag zu gehen trotz der Mißklänge, die mich erwarten oder die ich selbst erzeuge. Der Vorsatz ist: Solange wir leben, wollen wir lieben, Gott lieben, der uns so sehr liebt. Wenn uns auch mal die Situation, in der wir uns befinden, keinen Grund zur Freude gibt, so werden wir doch stets Grund haben, uns im Herrn zu freuen.
Frage: Was stimmt dich innerlich, wenn alles andere in deinem Leben verstimmt zu sein scheint?
Lobpreis
Lobpreis ist für mich eine sehr gute Möglichkeit, in die Gegenwart Gottes zu kommen.
Lobpreis ist mehr als nur Musik. Lobpreis ist Kommunikation mit Gott. Ich lobe und preise Gott, für das, was er ist und was er für uns Menschen getan hat.
Ich richte meinen Blick weg von den Sorgen und dem Alltag und wende mich der Herrlichkeit und Größe Gottes zu. Ich bete an.
Ulrike Puintner
Frage: Was bedeutet es für dich, dich im Lobpreis ganz auf Gottes Gegenwart einzulassen und alles andere loszulassen?
Was ist mein Leben?
Wenn ich mein eigenes, sterbliches Leben meine, so vergeht es wie ein Schatten. Wenn ich aber Gott mein Leben lang preise, dann wird mein Sterben zum Übergang in das wahre Leben. Das Preisen Gottes ist die Nahrung der Seele. Wer Gott in dieser Wüste preist, der wandelt bereits nicht mehr nach dem Fleisch, sondern richtet seinen Sinn auf die Ewigkeit. Augustinus
Erhebe meine Hände
Das Kreuz Christi: Das Aufheben der Hände ist das Bild des Kreuzes. Christus hat seine Hände am Kreuz für uns ausgebreitet, als das Abendopfer der Welt. Wenn der Christ seine Hände im Gebet oder in guten Werken erhebt, tut er dies im Namen Christi und nimmt dessen Kreuz auf sich.
Gute Werke statt leerer Worte: Deine Hände aufheben bedeutet, deine Taten zu Gott emporzurichten. Es reicht nicht, Gott nur mit den Lippen zu preisen; die Hände müssen erhoben werden durch Werke der Liebe [caritas]. Wer dem Armen hilft, erhebt seine Hände im Namen Gottes. Augustinus
Ps 63, 6-9 Gott ist meine Wonne
Vers 6 Sättigung der Seele
Ps 63,6: Meine Seele wird satt wie von Fett und Mark, und mit jauchzenden Lippen lobt dich mein Mund,
Ps 63,6: Deine Nähe sättigt den Hunger meiner Seele.
Deine Nähe sättigt mich
In diesem Leben kann niemand unser Sehnen ganz erfüllen. Mehr noch: immer häufiger sind wir übersättigt von zu vielen Dingen, aber nicht wirklich befriedigt. Christus allein sättigt uns, indem er sich uns selbst zur Speise gibt. Er ist es, der uns sättigen will. Er will unsere Nahrung sein. Er will und kann alles für uns sein, was wir brauchen.
Gemeinschaft mit ihm ist der Himmel auf Erden. Er gibt uns die Sättigung, die wir brauchen: Gott selbst, sich selbst. Glaube ich Jesus, dass er mich sättigt? Dass er mir wirklich gibt, wonach ich verlange, was ich brauche und wonach ich mich sehne?
Bringen uns aber des Tages Sorgen und Mühen in Versuchung, Gott und seine Hingabe an uns zu vergessen, so ist es gut, wenn wir in der Stille wieder neu an Gott denken.
Es wird kein Herz satt, es höre denn Christus und horche auf das Evangelium. Martin Luther
Frage: Wo in meinem Alltag suche ich nach Sättigung – und wo lasse ich mich wirklich von Gott nähren?
Was ist das Fett und das Mark der Seele?
Es ist die Fülle der Liebe Gottes und die Süsse des Heiligen Geistes. Der Leib wird satt durch irdische Speise, die vergeht; die Seele aber wird satt, wenn sie Gott schaut. Schon hier in der Wüste dieser Welt gibt Gott der Seele, die nach ihm dürstet, Tropfen dieser geistlichen Wonne als Vorgeschmack, damit sie auf dem Weg nicht verschmachte.
Wenn die Seele von diesem Mark gesättigt ist, kann sie nicht schweigen. Der Mund lobt mit jauchzenden Lippen, weil das Herz von Wonne überfließt. Wer von der Liebe Gottes gesättigt ist, dessen ganzes Leben wird zu einem Lobgesang. Der Magen mag leer sein in der Not der Welt, aber das Herz ist reich und voll Freude in Gott. Augustinus
Vers 7 Gedenken bei Nacht
Ps 63,7: wenn ich an dich gedenke auf meinem Lager,in den Nachtwachen nachsinne über dich.
Lager und Nachtwachen
Was ist das Lager, wenn nicht die Geistesruhe? Dort, wo niemand hineinsieht außer Gott allein, im Verborgenen deines Herzens, sollst du Gottes gedenken. Wer ein reines Gewissen hat, findet auf seinem Lager Trost; wer aber ein böses Gewissen hat, fürchtet sich selbst in der Stille der Nacht.
Solange wir in diesem sterblichen Leben sind, wandeln wir gleichsam in der Nacht. Die Nachtwachen sind die Prüfungen, durch die der Mensch geht. Wer mitten in den Anfechtungen dieser Welt wach bleibt und über das Wort Gottes nachdenkt, der lässt die Flamme der Liebe nicht erlöschen. Das Bedenken Gottes in der Nacht ist die Vorbereitung auf das Licht der Auferstehung. Augustinus
Vers 8 Hilfe unter Flügeln
Ps 63,8: Denn du bist meine Hilfe geworden, und ich juble unter dem Schatten deiner Flügel.
Du bist meine Hilfe geworden
Ich blicke zurück. Wo und wie hat Gott mir schon geholfen? Dieses Nachsinnen frischt unser Gedächtnis auf. Neben den vielen einzelnen Lebenssituationen, wo Gott seine Segnungen über uns ausgeschüttet hat, denken wir immer auch an die größte Gabe Gottes: Christus, seinen Sohn, unsere Hilfe. Die Gaben Gottes sind ja letztlich all das, was uns der Sohn schenkt, ohne dass wir es verdient hätten. Wie wunderbar – wunderbar, dass gerade der, der Hilfe bringen kann, dass gerade der sagt: Kommet her! Und ja: Gottes Macht zu helfen ist so groß, dass er immer einen Weg und eine Hilfe für dich hat.
Nicht in unserm Leben muss sich Gottes Hilfe und Gegenwart erst noch erweisen, sondern im Leben Jesu Christi hat sich Gottes Gegenwart und Hilfe für uns erwiesen. Dietrich Bonhoeffer
Du bist mir Hilfe
Wer meint, sich selbst helfen zu können, sucht die Hilfe Gottes nicht. Erst wenn der Mensch in der Wüste dieser Welt erkennt, dass er aus eigener Kraft vertrocknet, schreit er nach der Quelle. Gott wird ihm zur Hilfe, indem er ihm seinen Geist sendet und die Sehnsucht seines Herzens stillt. Augustinus
Schatten deiner Flügel
O Herr, unser Gott, im Schatten Deiner Flügel wollen wir hoffen: Schirme Du uns und trage uns! Du wirst tragen die ganz Kleinen; ja, bis sie grau werden, wirst Du sie tragen, denn unsere Kraft ist nur stark, wenn Du diese Kraft bist. Wenn die Kraft unsere ist, wird sie zur Schwachheit. Was gut ist für uns, lebt immer bei Dir. Wir haben uns abgekehrt, deshalb wurden wir verkehrt. Kommen wir jetzt zurück, Herr, damit wir nicht umkommen! Was gut ist für uns, lebt bei Dir ohne jede Minderung, denn Du selbst bist das Gut. Augustinus
Der Schatten deiner Flügel ist das Kreuz deines Sohnes. Unter diesem Schatten brennt mich die Hitze der Welt nicht mehr. Wenn die Versuchungen der Welt wie eine gleißende Sonne brennen, fliehe ich unter die ausgebreiteten Arme Christi am Kreuz. Dort bin ich sicher, dort habe ich Schatten, und dort jubelt meine Seele über die Rettung. Augustinus
Frage: Wo spüre ich in meinem Leben das Getragensein durch Gott – gerade in Momenten der Schwäche?
Vers 9 Festhalten an Gott
Ps 63,9: An dir hängt meine Seele; deine Rechte hält mich aufrecht.
An dir hängt meine Seele
Schau immer wieder zu unserem Vater auf, ob ihm dein Tun und dein Wandel recht ist. Hüte dich vor allem, seine Hand loszulassen.
Blicke immer wieder zu ihm auf gleich dem Seemann auf offenem Meer. Um seine Richtung einzuhalten, schaut er mehr auf den Himmel als auf das Wasser, auf dem er dahinfährt.
So muss auch dein Herz sein: offen nur dem Himmel, unzugänglich für vergänglichen Reichtum.
So wird Gott mit dir, in dir und für dich arbeiten, und deine Arbeit wird dir Freude bereiten.
Frage: Wie kannst du in deinem Alltag dein Herz immer wieder neu auf das Göttliche ausrichten und dich dabei von vergänglichen Dingen lösen?
Wo klebt deine Seele?
An der Erde oder an Gott? Was du liebst, daran klebst du. Wenn du die Erde liebst, wirst du Erde; wenn du Gott liebst – was soll ich sagen? Wirst du Gott? Ich wage es nicht aus mir selbst zu sagen, hören wir die Schrift: 'Ich habe gesagt: Ihr seid Götter' (Ps 82,6). Die Seele klebt an Gott durch die Liebe, und je mehr sie sich von den fleischlichen Begierden löst, desto fester wird dieser Leim des Heiligen Geistes. Augustinus
Deine Rechte hält mich aufrecht
Glaube nicht, dass du Gott aus eigener Kraft hältst. Du hältst ihn, weil er dich hält. Wenn er seine rechte Hand zurückzieht, sinkst du sofort in deine eigene Schwachheit zurück. Seine rechte Hand – das ist auch Christus, die Macht und Weisheit Gottes. Durch Christus hält der Vater uns fest, damit wir in den Stürmen dieser Welt nicht untergehen. Unsere Anstrengung ist das Geschenk seiner Gnade. Augustinus
Ps 63, 10-12 Gott ist meine Wehr
Vers 10 Feinde stürzen in die Tiefe
Ps 63:10: Aber die, die mich verderben, mir ans Leben wollen, müssen hinab in die Tiefen der Erde.
Was sind die Tiefen der Erde?
Es sind die irdischen Begierden. Wer Gott verlässt und nur dem Fleisch, dem Reichtum und der irdischen Macht nachjagt, der ist bereits in die Tiefen der Erde eingetreten, noch bevor der Leib stirbt. Sie versinken in das, was sie lieben. Weil sie das Irdische höher schätzten als den Schöpfer, werden sie von der Schwere ihrer eigenen Sünden in die Finsternis hinabgezogen. Augustinus
Vers 11 Werden Beute der Schakale
Ps 63:11: Man wird sie der Gewalt des Schwertes preisgeben, eine Beute der Schakale werden sie sein!
Vers 12 König freut sich in Gott
Ps 63:12: Der König aber wird sich freuen in Gott; wer bei ihm schwört, wird sich glücklich preisen, doch der Mund der Lügenredner wird gestopft!
Wer ist dieser König?
Es ist unser Herr Jesus Christus, der Mensch geworden ist, um unser Haupt zu sein. Er freut sich in Gott, weil seine Menschheit in der Herrlichkeit des Vaters erhöht wurde. Aber auch das Volk Gottes, das mit Christus herrscht, ist ein königliches Geschlecht. Wir freuen uns nicht in uns selbst, nicht in unserem Verdienst oder irdischen Reichtum, sondern allein in Gott. Augustinus
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Das war eine Christliche Bibel - Auslegung, Kommentar, Andacht, Impuls, Erklärung, Bedeutung bzw. Predigt zum Psalm Ps 63