Psalm Ps 17: Andacht, Auslegung und Kommentar

Andacht, Auslegung, Predigt und Kommentar zur Bibel zum Psalm Ps 17

Andacht zu Ps 17: Bibelverse erklärt

Psalm 17 ist ein dringendes Hilfegesucht Davids, der sich unschuldig verfolgt fühlt. Er flieht nicht in die Vergeltung, sondern in die unmittelbare Nähe Gottes.

  • Berufung auf Gerechtigkeit: David bittet Gott, sein Herz zu prüfen. Er sucht Integrität und vertraut darauf, dass Gott die Wahrheit kennt, auch wenn Menschen ihn falsch beschuldigen.
  • Der Schutz des Augapfels: In einem der schönsten Vergleiche der Bibel bittet David darum, behütet zu werden wie der Augapfel und verborgen unter dem Schatten von Gottes Flügeln.
  • Ewige Hoffnung statt irdischer Gier: Während seine Feinde ihr Glück im Reichtum dieser Welt suchen, ist Davids Ziel höher: Er findet seine Sättigung darin, Gottes Angesicht zu schauen.

Fazit: Psalm 17 lehrt uns, dass wir in Zeiten von Ungerechtigkeit und Verleumdung bei Gott eine Zuflucht finden, die weit über das Irdische hinausgeht.

Ps 17, 1-5 Erforsche mich!

Ps 17, 1-2 Bitte um Gehör

Ps 17,1: Höre, o Herr, die gerechte Sache! Vernimm meine Klage, achte auf mein Gebet, das nicht von falschen Lippen kommt!

Höre, vernimm, achte

Die dreifach wiederholte Bitte fleht um Gehör. Dies zeigt, wie es uns ernst ist. Wir beten mit aufrichtigen Lippen. Aufrichtigkeit ist die unerlässliche Voraussetzung des Gebets. Denn Gott allein kennt unser Herz. Er prüft und läutert es. Er sieht mich, wenn niemand sonst in der Nähe ist. Wohl dem, der so des allwissenden Auges, der Nähe des Allgegenwärtigen bewusst ist und darin Trost findet.

Frage: Wie verändert sich mein Beten, wenn ich mir der Gegenwart Gottes ganz bewusst bin?

Parallelstellen zum Vers 17,1: 5,3; 54,4; 55,3; 61,2; 84,9; 86,6; 88,3; 102,2; 142,7; 143,1 

Ps 17:2: ‭Von dir gehe das Urteil über mich­ aus; deine Augen werden auf die Redlichkeit schauen!

Parallelstellen zum Vers 17,2: 7,9 

Ps 17, 3 Prüfung des Herzens

Ps 17,3: Du hast mein Herz geprüft, mich in der Nacht durchforscht; du hast mich geläutert, und du hast nichts gefunden, worin ich mich vergangen hätte mit meinen Gedanken oder mit meinem Mund.

Vergangen hätte mit meinem Mund

Ein Vorsatz um den andern wäre nötig, ihn in Schranken zu halten. Die Zahl der Zungenübel ist größer, als die aller andern Übel zusammen, und sie sind tiefer gewurzelt. Hände und Füße kann man binden; selbst einen Tobsüchtigen mag man mit der Zwangsjacke bändigen; aber wer fesselt die Zunge? Mehr als ein Vorsatz tut Not, sie, die im Sündigen so flink ist, zu beherrschen. Löwen zu zähmen und Schlangen zu beschwören ist ein Kinderspiel gegen dieses Vornehmen, denn „die Zunge kann kein Mensch zähmen“ (Jak. 3,8). Wer unter den Lügen anderer zu leiden hat, sollte umso wachsamer sein über sich selbst.

Frage: Wann habe ich zuletzt meine Worte nicht im Zaum gehalten – und wie kann ich meine Sprache mehr dem Geist Gottes anvertrauen?

Parallelstellen zum Vers 17,3: 18,22–25; 26,2; 139,1.23 

Ps 17, 4 Bewahrung vor Gewalt

Ps 17:4: ‭Beim Treiben der Menschen habe ich mich nach dem Wort deiner Lippen gehütet vor den Wegen des Gewalttätigen.

Ps 17,4: Dein Wort war mein einziger Maßstab.

Maßstab des Wort Gottes

Es ist die Demut des Herzens, die anerkennt, dass das Wort Gottes uns immer übersteigt. Diese Haltung einer demütigen und staunenden Verehrung des Wortes Gottes äußert sich darin, dabei zu verweilen, es sehr sorgfältig zu studieren, in heiliger Furcht davor, es zu manipulieren. Um einen biblischen Text auslegen zu können, braucht es Geduld, muss man alle Unruhe ablegen und Zeit, Interesse und Hingabe einsetzen. 

Augustinus: Denken wir uns die Schrift als einen Acker, worauf wir etwas bauen wollen. Seien wir nicht träge und begnügen wir uns nicht mit der Oberfläche. Graben wir tief genug, bis wir auf den Felsen kommenm Der Fels aber war Christus.

Parallelstellen zum Vers 17,4: Wortes 119,9.11 

Ps 17, 5 Treue zum Weg

Ps 17:5: ‭Senke meine Tritte ein in deine Fußstapfen, damit mein Gang nicht wankend sei!

Standhafter Gang

Der Vers reflektiert die Standhaftigkeit des Psalmisten in seinem Gebet gegenüber Gott. Der Vers betont, dass der Psalmist sein Herz darauf ausgerichtet hat, dass Gott ihm antwortet und auf seine Bitte achtet. Es ist ein Ausdruck des Vertrauens und der Zuversicht des Psalmisten in Gottes Hörbereitschaft und seiner Bereitschaft, auf die Bitten seines Volkes zu hören.

Der Psalmist sucht nach göttlicher Aufmerksamkeit und Schutz vor den Herausforderungen und Anfeindungen seiner Feinde. Es ist eine Aussage des Glaubens und der Beharrlichkeit des Psalmisten, der darauf vertraut, dass Gott seine Gebete erhört und ihm beisteht, während er sich in seinem Glauben und seiner Bitte an Gott festhält.

Frage: Vertraue ich in schwierigen Zeiten mit derselben Beharrlichkeit darauf, dass Gott mich hört und mir beisteht?

Parallelstellen zum Vers 17,5: fest Hi 23,11; Tritte 18,37; 37,31; 1Sam 2,9 

Ps 17, 6-12 Bewahre mich!

Ps 17, 6 Gottes Zuwendung

Ps 17,6: Ich rufe zu dir, denn du, o Gott, wirst mich erhören. Neige dein Ohr zu mir, höre meine Rede!

Hoffen und vertrauen auf Gott

Gib nicht auf! Bleib dran! Vertraue! Gott ist gut, auch wenn eine Lebenssituation im Moment alles andere als gut aussieht. Gott legt sein Ohr an deinen Mund. Bleibe dran im Beten und im Flehen zu Gott. Wir dürfen fest wissen, dass Gott denen hilft, die ihm vertrauen. Er ist der gnadenvolle Retter in allen Situationen. Rechnen wir damit, dass er sich heute als unser Heiland erweist. Er hat einen Plan für unser Leben, er will uns segnen. Gott kann noch so verfahrene Lebenssituationen wieder heil machen und neue Wege aufzeigen. Ja, wir sind Gottes Augapfel! Überaus kostbar und wertvoll, umhüllt von seiner Nähe, geschützt und geliebt.

Frage: Wo in deinem Leben brauchst du heute neu Vertrauen in Gottes Nähe und heilende Kraft?

Parallelstellen zum Vers 17,6: 17,1; 116,2 

Ps 17, 7 Rettende Güte

Ps 17,7: ‭Erweise deine wunderbare Gnade, du Retter derer, die vor den Widersachern Zuflucht suchen bei deiner Rechten!

Ps 17,7: Du rettest alle, die bei dir vor ihren Feinden Zuflucht suchen.

Erweise deine wunderbare Gnade

Psalm 17,7 spricht von der großen Gnade und Liebe Gottes. In diesem Vers bittet der Psalmist Gott, seine wunderbare Gnade zu zeigen, indem er diejenigen rettet, die auf ihn vertrauen. Für mich persönlich bedeutet dieser Vers, dass ich mich auf Gottes Liebe und Schutz verlassen kann, besonders in schwierigen Zeiten. Es erinnert mich daran, dass Gott meine Zuflucht ist, dass er über mich wacht und mich vor Gefahren bewahrt. Es ermutigt mich, mein Vertrauen nicht auf meine eigenen Fähigkeiten, sondern auf Gottes unendliche Güte zu setzen. In Gottes Nähe finde ich Geborgenheit und Sicherheit, unabhängig von den Herausforderungen, denen ich begegne.

Frage: Wo in deinem Leben brauchst du heute besonders Gottes Schutz und Gnade?

Beweise deine wunderbare Güte

Wunderbar ist Gottes Gnade, weil sie einzigartig, uralt und unwandelbar ist, und zumal wegen der Wunder, die sie wirkt. Der Grundtext spricht von den Gnaden Gottes in der Mehrzahl. Sie sind in der Tat sehr mannigfach; wer könnte sie zählen? Die Krone aller ist unsere Erlösung durch das teure Blut des Eingebornen. Spurgeon

Du rettest mich vor meinen Feinden

Das gilt nicht nur für die Menschen, die mich von außen anfeinden, sondern auch für die inneren Feinde. Ich brauche die Erfahrung Gottes, der mich mit seinen Flügeln bedeckt und beschützt vor den Feinden in meiner Seele, etwa vor der Angst, die mich in Griff nehmen will, vor der Verzweiflung, vor den Selbstbeschuldigungen und Selbstentwertungen. Gottes Flügel bewahren mich vor den destruktiven Tendenzen meiner Psyche, vor den krankmachenden Lebensmustern.
Anselm Grün

Frage: Wo in deinem Inneren brauchst du gerade den schützenden Raum unter Gottes Flügeln?

Parallelstellen zum Vers 17,7: 31,20–22; Zuflucht 7,2; 91,2.4 

Ps 17, 8 Schutz unter Flügeln

Ps 17,8: Behüte mich wie den Augapfel im Auge, beschirme mich unter dem Schatten deiner Flügel

Behüte mich wie einen Augapfel im Auge

Kein Teil des Leibes ist kostbarer und empfindlicher und wird sorgsamer gehütet als das Auge. Und wieder ist kein Teil des Auges so besonders des Schutzes bedürftig wie der Augenstern, die Pupille. Der Allweise hat dem Auge eine wohl beschützte Stellung gegeben; es ist von vorstehenden Knochen umringt, wie Jerusalem von Bergen. Dazu hat sein erhabener Schöpfer es mit mancherlei Hüllen innerer Bedeckung versehen, außer dem Wall der Augenbrauen, dem Vorhang der Augenlider und dem Zaun der Wimpern. Eben so sorgsam, Herr, behüte du mich. Spurgeon

Frage: Wo in deinem Leben sehnst du dich nach solch zärtlichem, göttlichem Schutz?

Beschirme mich unter dem Schatten deiner Flügel

Wie die Vogelmutter ihre Brut völlig vor Schaden beschirmt und sie unterdessen an ihrem warmen Herzen hegt und pflegt, indem sie sie mit ihren Flügeln deckt, so mache du es mit mir, du treuer Gott; denn ich bin dein Küken und deine Liebe übertrifft an Wärme und Zärtlichkeit alle andere. Spurgeon

Parallelstellen zum Vers 17,8: Aug. Dtn 32,10; Sach 2,12; Flüg. 36,8; 57,2; 61,5; 63,8; 91,4; Rut 2,12 

Ps 17, 9-12 Bedrängnis durch Feinde

Ps 17:9: ‭vor den Gottlosen, die mir Gewalt antun wollen, vor meinen Todfeinden, die mich umringen!

Parallelstellen zum Vers 17,9: 11,2 

Ps 17:10: ‭Ihr fettes Herz verschließen sie; mit ihrem Mund reden sie übermütig.

Parallelstellen zum Vers 17,10: 12,4.5; 73,7–12; Jud 16 

Ps 17:11: ‭Auf Schritt und Tritt umringen sie uns jetzt; sie haben es darauf abgesehen, uns zu Boden zu strecken.

Parallelstellen zum Vers 17,11: 88,18; 1Sam 23,26; Erde 37,14 

Ps 17:12: ‭Sie gleichen dem Löwen, der zerreißen will, dem Junglöwen, der lauert im Versteck.

Parallelstellen zum Vers 17,12: 7,3; 10,9; 1Petr 5,8 

Ps 17, 13-15 Stehe auf, Herr!

Ps 17:13: ‭Steh auf, o Herr, komm ihm zuvor, demütige ihn! Errette meine Seele von dem Gottlosen durch dein Schwert,

Parallelstellen zum Vers 17,13: Stehe 3,8; entrin. 22,21; 116,4; 120,2; Schwert 7,13; Jes 66,16; Offb 19,15 

Ps 17:14: ‭von den Leuten durch deine Hand, o Herr, von den Leuten dieser Welt, deren Teil in diesem Leben ist, und deren Bauch du füllst mit deinem Gut; sie haben Söhne genug und lassen, was sie übrig haben, ihren Kindern.

Parallelstellen zum Vers 17,14: 73,4–7.12; Lk 16,25; Phil 3,19 

Ps 17,15: Ich aber werde dein Angesicht schauen in Gerechtigkeit, an deinem Anblick mich sättigen, wenn ich erwache.

Erwachen und schauen

Das Erwachen ist die Auferstehung.
Wir werden uns an seinem Anblick satt sehen, das heißt jegliche Sehnsucht nach Gott, die hier auf Erden in unserem Herzen brennt, wird gestillt werden.
Sein Angesicht wird die Züge seiner Gerechtigkeit tragen, in der unser Heil liegt.
Oh hoch gepriesene Sonne der Gerechtigkeit in Christus!
Im Glauben beginnt nun das ewige Leben schon Jetzt in deinem Heute.
Daher: Gottes Angesicht zu schauen und durch dieses Anschauen verwandelt zu sein, ist schon hier auf Erden mein Ziel.

Frage: Was bedeutet es für dich, schon jetzt im Glauben das ewige Leben zu berühren – und wie verändert dieser Blick dein Herz?

Parallelstellen zum Vers 17,15: Angesicht 11,7; 16,11; 140,14; Hi 19,25–27; Mt 5,8; 1Joh 3,2; Offb 22,4; satt. 65,5; Mt 5,6; erwache Jes 26,19

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