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Röm 2

Römer Brief Röm 2. Kap.: Andacht, Auslegung und Kommentar zur Bibel

Andacht, Auslegung, Predigt und Kommentar zur Bibel zum Römer Brief Röm 2. Kap.

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Andacht zum Römer Brief Röm 2. Kap.

Im zweiten Kapitel des Römer Briefs geht es um die universelle Schuld aller Menschen und die Gerechtigkeit Gottes, die unabhängig von ethnischer Zugehörigkeit oder religiöser Praxis ist. Paulus betont, dass alle Menschen, Juden und Heiden gleichermaßen, sündig sind und deshalb das Gericht Gottes verdienen. Er argumentiert, dass es nicht ausreicht, nur das Gesetz zu kennen oder zu besitzen, um vor Gott gerecht zu sein. Stattdessen müssen wir durch den Glauben an Jesus Christus erlöst werden, der durch seinen Tod und seine Auferstehung die Strafe für unsere Sünden bezahlt hat.

Paulus zeigt auch, dass die Beschneidung, die ein wichtiger Bestandteil des jüdischen Glaubens war, nicht der einzige Weg zur Rettung ist. Vielmehr geht es darum, ein „beschnittenes Herz“ zu haben und im Glauben zu leben. Zusammenfassend betont Paulus, dass alle Menschen in gleicher Weise gerettet werden können, wenn sie sich auf Jesus Christus verlassen und ihm ihr Leben anvertrauen.

Röm 2,1-16: Kein Entziehen aus Gottes Urteil

Christliche Bibel – Auslegung, Kommentar, Andacht, Impuls, Erklärung, Bedeutung bzw. Predigt zum Römer Brief Röm 2,1-16

Röm 2,1: Deshalb bist du nicht zu entschuldigen, lieber Mensch, wer immer du auch bist und dich zum Richter machst. Du verurteilst zwar den anderen, doch damit richtest du dich selbst, weil du selber tust, was du verdammst.‭

Andacht für dein Leben

  • Urteile nicht vorschnell: Überlege, wie oft du andere für Fehler verurteilst, die du selbst begehst. Übe stattdessen Barmherzigkeit.
  • Prüfe dein Herz: Frage dich ehrlich, ob dein Leben Gottes Maßstäben entspricht, bevor du andere kritisierst. Strebe nach Demut.
  • Parallelstellen zum Vers Röm 2,1: 1,20; richtet Mt 7,1.2; Lk 18,11; 2Sam 12,5.7 

Im Richten sich selbst richten

Ein gutes Beispiel für diese Denkweise ist Jesu Veranschaulichung des Pharisäers und des Zöllners. Oft nehmen wir es auch nicht wahr, dass wir innerlich blind sind. Häufig handeln wir auf eine Weise, die nicht im Einklang mit unseren Werten steht, doch was noch schlimmer ist, wir entschuldigen unser Verhalten anstatt es zu reflektieren.

Wir neigen dazu, Kleinigkeiten an anderen zu tadeln, während wir die größeren, schädlicheren Verhaltensweisen in uns selbst übersehen. Wir fühlen schnell, was andere uns antun, und tragen es wie eine Last. Doch das, was andere von uns in Geduld ertragen, das sehen wir oft nicht.

Wer sich selbst gerecht beurteilt, hat keinen Anlass, über die Fehler und Schwächen anderer zu richten. Keiner von uns ist dazu qualifiziert, das innere Wesen eines anderen Menschen zu durchdringen. Nur Gott kennt die wahren Beweggründe und Absichten jedes Einzelnen.

Frage: Wie oft nimmst du dir die Zeit, in dich selbst zu schauen und die eigenen Unvollkommenheiten zu erkennen, bevor du das Verhalten anderer beurteilst?

Worte der Erzabtei Beuron

Bevor Paulus die positive Seite dieses Themas darlegt, führt er uns zunächst in die negative Richtung: Unter dem „Zorn“ Gottes stehen all jene, die sich weigern, Gott zu erkennen, das heißt, ihn nicht anzuerkennen und ihm nicht zu danken.

Dies betrifft die Welt, die sich geweigert hat – und immer noch weigert – die Offenbarung Gottes in der Schöpfung anzunehmen, also insbesondere die Heiden (Röm 1,18-32).

Aber auch für die Juden gilt dies, das ungehorsame Volk Gottes, das die Propheten verworfen hat. Denn „bei Gott gibt es keinerlei Bevorzugung“ (vgl. 2,11).

Es gibt keinen Menschen, der sich vom Gericht Gottes ausnehmen kann. Diese Botschaft wird in Römer 2,1 an die Juden gerichtet, doch sie gilt grundsätzlich für alle Menschen („wer du auch bist“, 2,1), die meinen, andere verurteilen zu dürfen.

Nur der Mensch, der bereit ist, umzudenken und umzukehren, kann gerettet werden.

Frage: Wie gehst du mit der Einladung zur Umkehr in deinem eigenen Leben um?

Röm 2,2: Wir wissen aber, dass Gott alle, die so handeln, zu Recht verurteilen wird.‭

Gerechtes Urteil Gottes

Diese Stelle betont, dass Gottes Gericht gerecht und wahrhaftig ist. Im Kontext spricht Paulus Menschen an, die andere verurteilen, obwohl sie selbst sündigen. Gott richtet nicht nach äußeren Maßstäben oder Doppelmoral, sondern nach der Wahrheit. Das bedeutet, dass sein Urteil auf vollständigem Wissen über die Gedanken, Motive und Taten jedes Einzelnen basiert.

Paulus warnt davor, sich selbst zu erhöhen und auf andere herabzusehen. Die Gerechtigkeit Gottes ist unparteiisch – niemand kann sich ihr entziehen. Diese Aussage ruft zur Demut, Selbsterkenntnis und Umkehr auf. Denn letztlich zählt nicht das Urteil der Menschen, sondern das gerechte Urteil Gottes.

Frage: Wie kannst du in deinem Leben mehr auf die Wahrheit und Gerechtigkeit Gottes vertrauen, anstatt auf oberflächliche Urteile?

Parallelstellen zum Vers Röm 2,2: Ps 96,13; Offb 19,2 

Röm 2,3: ‭Meinst du etwa, du könntest dem Gericht Gottes entgehen, wenn du die verurteilst, die so etwas tun, aber doch genau dasselbe machst?‭

Parallelstellen zum Vers Röm 2,3: Jak 4,12 

Röm 2,4: ‭Oder verachtest du etwa seine große Güte, Nachsicht und Geduld? Begreifst du denn nicht, dass er dich mit seiner Güte zur Umkehr bringen will?‭

Gottes Güte, Nachsicht und Geduld

Güte kann als Gottes Güte zu uns in Bezug auf unsere vergangene Sünde betrachtet werden. Er war gut zu uns, weil er uns noch nicht gerichtet hat, obwohl wir es verdient haben.

Nachsicht kann als Gottes Güte zu uns in Bezug auf unsere gegenwärtige Sünde betrachtet werden. An diesem Tag – ja, in dieser Stunde – haben wir seine Herrlichkeit nicht erreicht, aber er hält sein Gericht über uns zurück.

Langmut kann als Gottes Güte zu uns in Bezug auf unsere zukünftige Sünde betrachtet werden. Er weiß, dass wir morgen und übermorgen sündigen werden, aber er hält sein Urteil gegen uns zurück.

Frage: Wie erlebst du Gottes Güte in deinem Leben – im Blick auf deine Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft?

Parallelstellen zum Vers Röm 2,4: 3,25.26; 9,22; 2Petr 3,9.15 

‭Röm 2,5: Doch du bist starrsinnig und nicht bereit, deine Einstellung zu ändern. So lädst du dir selbst den Zorn Gottes auf und vermehrst ihn noch, bis er schließlich am »Tag des Zorns« über dich hereinbricht, an dem Tag, an dem offenbar wird, dass Gottes Urteil gerecht ist.‭

So lädst du dir selbst den Zorn Gottes auf

In Römer 2,5 spricht Paulus über die Härte und Unbußfertigkeit des menschlichen Herzens gegenüber Gottes Güte. Er betont, dass diese Hartnäckigkeit zu einem selbstverschuldeten Zorn Gottes führt. Die Passage mahnt uns, die eigenen Herzen zu prüfen und uns unserer Sündhaftigkeit bewusst zu werden.

Paulus fordert uns zur Umkehr auf, bevor der göttliche Zorn sich entfaltet. Es ist eine eindringliche Aufforderung, die Gnade Gottes anzunehmen und ein Leben der Buße und Reue zu führen, um vor einem gerechten Urteil gerettet zu werden.

Römer 2,5 hebt die Bedeutung der geistlichen Selbstreflexion und der Bekehrung im Angesicht Gottes hervor.

Frage: Wie offen bist du für die Gnade Gottes und die Einladung zur Umkehr in deinem eigenen Leben?

Parallelstellen zum Vers Röm 2,5: häufst Dtn 32,34.35; Tag Offb 6,17; 15,7; Hi 21,30; Ps 110,5

‭Röm 2,6: Gott wird jedem das geben, was er für sein Tun verdient hat.‭

Was er für sein Tun verdient hat

Dabei geht es nicht um Werkgerechtigkeit im Sinne von Selbstrechtfertigung, sondern darum, dass die Werke den wahren Glauben widerspiegeln. Sie sind Ausdruck eines erneuerten Herzens.

Parallelstellen zum Vers Röm 2,6: Spr 24,12; Ps 62,13; Mt 16,27; Offb 22,12 

Röm 2,7: Den einen, die unermüdlich das Gute tun und alles dransetzen, um an Gottes Herrlichkeit, Ehre und Unvergänglichkeit teilzuhaben, gibt er das ewige Leben.

Andacht für dein Leben

  • Suche beharrlich das Gute, indem du in deinem Alltag Gerechtigkeit übst, ehrlich handelst und Liebe zeigst. Lass dich nicht von Entmutigung abbringen, sondern bleib standhaft in deinen Bemühungen.
  • Halte an der Hoffnung fest, dass Gott dir ewiges Leben schenken will, wenn du nach seiner Wahrheit lebst. Erkenne seine Führung an, und vertraue darauf, dass er deine Hingabe belohnt.
  • Parallelstellen zum Vers Röm 2,7: Spr 21,21; Joh 6,29 

Das Gute tun

Nichts ist Gott lieber und erfreulicher, als wenn die Menschen in ehrlicher Reue zu ihm umkehren. Es geht um die komplette Lebensführung, bei der der alleinige Lebensinhalt darin besteht, unermüdlich das Gute zu suchen und den Willen Gottes zu tun.

Gutes zu tun bedeutet nicht, gleich die Welt zu retten, sondern es ist im Kleinen zu finden. Nimm dir heute zum Beispiel aufrichtig vor, allen, die um dich sind, den Weg liebenswert und leicht zu machen. Dann tust du Gutes, denn das Leben bringt häufig genug Bitterkeit mit sich. Das ist nur ein Beispiel.

Frage: Wo und wie kannst du heute Gutes tun?

‭Röm 2,8: Den anderen aber, die nur an sich selbst denken und sich weigern, der Wahrheit zu gehorchen, stattdessen aber dem Unrecht gehorsam sind, gilt sein grimmiger Zorn.‭

Parallelstellen zum Vers Röm 2,8: 2Thes 1,8 

‭Röm 2,9: Bedrängende Angst wird über die Menschen kommen, die Böses tun. Das gilt zuerst für Juden, aber auch für alle anderen Menschen.‭

Parallelstellen zum Vers Röm 2,9: Lk 12,47.48; 2Thes 1,6; zuerst 1,16 

Röm 2,10: ‭Ewige Herrlichkeit jedoch und Ehre und Frieden werden die erhalten, die Gutes tun. Auch das gilt zuerst für Juden, dann aber auch für alle anderen Menschen.‭

Parallelstellen zum Vers Röm 2,10: Joh 12,26; 1Petr 1,7; Ps 37,37; Jes 32,17 

Röm 2,11: ‭Denn bei Gott gibt es keinerlei Bevorzugung.‭

Andacht für dein Leben

  • Erkenne: Gott macht keinen Unterschied zwischen den Menschen. Dein Wert hängt nicht von Status oder Herkunft ab, sondern davon, wie du mit Liebe und Gerechtigkeit handelst.
  • Handle: Behandle andere immer fair und ohne Vorurteile, weil Gott dich so sieht – gerecht und ohne Ansehen der Person.
  • Parallelstellen zum Vers Röm 2,11: Apg 10,34 

Bei Gott gibt es keinerlei Bevorzugung

Dies betont, dass vor Gott alle Menschen gleich sind, unabhängig von ihrer sozialen Stellung oder äußeren Merkmalen. Gott urteilt gerecht und objektiv, ohne auf äußere Erscheinungen zu achten.

Es erinnert die Gläubigen daran, dass wahre Bedeutung und Wert im Glauben und den Taten liegen, nicht im weltlichen Status. Es ermutigt zu einer tieferen Verbindung mit Gott, basierend auf Glauben und Handeln, anstatt auf äußeren Unterscheidungen.

Diese Botschaft unterstreicht die Universalität von Gottes Liebe und Gnade für alle Menschen.

Frage: Wie lässt sich diese göttliche Gerechtigkeit in deinem täglichen Leben verwirklichen?

‭Röm 2,12: Alle Menschen, die sündigen und keine Beziehung zum Gesetz Gottes haben, werden auch ohne Gesetz ins Verderben gehen. Und alle, die trotz des Gesetzes sündigen, werden durch dieses Gesetz verurteilt werden.‭

Alle Menschen

Paulus hebt hervor, dass Gottes Gerechtigkeit nicht vom Besitz des Gesetzes, der Tora, abhängt. Auch Heiden, die das Gesetz nicht kennen, sind dennoch verantwortlich, da sie ein Gewissen besitzen. Im Gegensatz dazu werden die Juden, die das Gesetz kennen, nach dessen Maßstäben gerichtet. Es ist nicht entscheidend, das Gesetz nur zu hören, sondern es zu leben und zu tun.

Paulus bereitet uns auf die Botschaft vor, dass alle Menschen – unabhängig von Herkunft oder Wissen – der Gnade Gottes durch Christus bedürfen. Kein Mensch kann sich durch seine Abstammung oder sein Wissen als gerecht betrachten.

Frage: Wie lebst du das, was du über den Glauben und das Gute weißt, in deinem täglichen Leben?

Parallelstellen zum Vers Röm 2,12: 3,9.19; Lk 12,48; 2Thes 1,8; Offb 20,15 

Röm 2,13: ‭Denn nicht die, die hören, was das Gesetz sagt, werden von Gott für unschuldig erklärt, sondern die, die tun, was es verlangt.‭

Die tun, was es verlangt.

Dies zeigt, dass es nicht ausreicht, nur vom Gesetz zu wissen oder es zu hören. Vielmehr ist es die praktische Umsetzung, die Gottes Anerkennung erlangt. Paulus ermutigt uns dazu, das Gesetz nicht nur zu hören, sondern es im täglichen Leben zu leben. Hier wird unterstrichen, dass der Glaube sich durch Taten manifestiert. Es ist eine Einladung zu einer authentischen Frömmigkeit und zu einer gelebten Gottesbeziehung, die sich im konsequenten Handeln im Einklang mit seinem Wort widerspiegelt.

Frage: Wie lebst du das, was du glaubst, in deinem Alltag?

Parallelstellen zum Vers Röm 2,13: Jak 1,22–25; 2,21.22; Mt 7,21; 1Joh 3,7 

Röm 2,14: Und wenn nun Menschen aus nicht jüdischen Völkern, die keine Beziehung zum Gesetz Gottes haben, von sich aus so handeln, wie es das Gesetz fordert, dann tragen sie das Gesetz in sich.‭

Verurteilt durch das Gewissen

Paulus erklärt, warum die Heiden ohne das Gesetz verurteilt werden können. Ihr Gewissen, das das Werk des Gesetzes ist und in ihre Herzen geschrieben steht, reicht aus, um sie zu verurteilen. Theoretisch könnte dieses innere Gesetz auch genügen, um sie zu rechtfertigen. Auch Menschen, die Gottes Wort niemals direkt gehört haben, besitzen einen moralischen Kompass, dem sie Rechenschaft ablegen müssen – das Gewissen.

Frage: Was bedeutet es für dich persönlich, dass das Gewissen als moralischer Kompass wirkt, auch ohne Kenntnis des direkten göttlichen Gesetzes?

Parallelstellen zum Vers Röm 2,14: 2,27; Apg 10,35 

Röm 2,15: ‭Sie beweisen damit, dass ihnen die Forderungen des Gesetzes ins Herz geschrieben sind. Das zeigt sich auch an der Stimme ihres Gewissens und am Widerstreit ihrer Gedanken, die sich gegenseitig anklagen oder auch entschuldigen.‭

Andacht für dein Leben

  • Innere Werte: Auch ohne die Bibel zu kennen, hast du ein gewisses Gespür für richtig und falsch. Dein Gewissen zeigt dir, was moralisch ist – du weißt, wann du gut oder schlecht handelst.
  • Verantwortung für Entscheidungen: Du trägst die Verantwortung für deine Handlungen, auch wenn niemand dich direkt kontrolliert. Deine Entscheidungen spiegeln oft wider, was in deinem Inneren vor sich geht, und dein Gewissen ist der Maßstab.
  • Parallelstellen zum Vers Röm 2,15: 1,32; Gewissen Apg 23,1 

Stimme ihres Gewissens

Römer 2,15 spricht vom Gewissen, das jedem Menschen innewohnt und ihm hilft, zwischen richtig und falsch zu unterscheiden. Paulus betont, dass selbst Menschen, die nicht mit dem mosaischen Gesetz vertraut sind, moralische Instinkte besitzen, die ihre Handlungen beurteilen. Das Gesetz ist in ihre Herzen geschrieben, und ihr Gewissen agiert als innerer Richter. Diese Passage verdeutlicht die universelle Verantwortung vor Gott und hebt hervor, dass moralisches Handeln nicht nur durch äußere Gesetze, sondern auch durch das Gewissen geprägt wird.

So zeigt Römer 2,15 die tief verwurzelte moralische Dimension, die in jedem Menschen existiert und ihn in seiner Beziehung zu Gott leitet.

Frage: Wie spürst du die Führung deines Gewissens in deinem täglichen Leben und welche Rolle spielt es in deinem spirituellen Wachstum?

Röm 2,16: ‭Der Tag des Gerichts wird das ans Licht bringen, der Tag, an dem Gott durch Jesus Christus die verborgensten Dinge der Menschen richten wird. So entspricht es der Botschaft, die Gott mir anvertraut hat.‭

Alles Verborgene kommt ans Licht

Der Vers erinnert uns daran, dass selbst die Geheimnisse der Menschen vor Gott offenbar werden. Er zeigt auf, dass keine Handlung und keine innere Absicht verborgen bleibt – alles ist Ihm bekannt.

Für den Gläubigen liegt die persönliche Bedeutung dieses Verses in der Verantwortung, sich bewusst an Gottes Maßstäben zu orientieren. Denn letztlich wird jeder für sein Handeln vor Ihm Rechenschaft ablegen. Diese Erinnerung ist eine Ermahnung, sich auf den kommenden Gerichtstag vorzubereiten und ein Leben zu führen, das in Übereinstimmung mit Gottes Wegen steht.

Frage: Inwiefern beeinflusst dieses Wissen über Gottes Allwissenheit dein tägliches Handeln und deine inneren Absichten?

Parallelstellen zum Vers Röm 2,16: richten Pred 12,14; Lk 8,17; Apg 10,42 

Röm 2,17-29: Wer gehört zum Volk Gottes

Christliche Bibel – Auslegung, Kommentar, Andacht, Impuls, Erklärung, Bedeutung bzw. Predigt zum Römer Brief Röm 2,17-29

Röm 2,17: ‭Nun zu dir: Du kannst von dir sagen, ein Jude zu sein, und fühlst dich sicher, weil du das Gesetz hast. Du bist stolz auf deine Beziehung zu Gott.‭

Zum Abschnitt Röm 2,17-29

In Römer 2,17–29 richtet Paulus eine scharfe Kritik an den Juden, die sich auf das Gesetz und ihre Zugehörigkeit zum Volk Gottes berufen, jedoch nicht in ihrem Inneren danach leben. Er betont, dass wahre Zugehörigkeit zu Gott nicht durch äußere Zeichen wie die Beschneidung erlangt wird, sondern durch ein gehorsames Herz und ein Leben, das sich nach Gottes Willen ausrichtet.

Paulus stellt das Innere über das Äußere: Ein wahrer Jude ist demnach derjenige, der im Verborgenen, im Geist, Gottes Gebote lebt. So öffnet er den Weg zur Gerechtigkeit für alle Menschen, sowohl für Juden als auch für Heiden. Es zählt nicht die Herkunft, sondern das gelebte Vertrauen und die innere Umkehr.

Diese Passage lädt uns ein, unser eigenes Glaubensleben zu hinterfragen und dazu, authentisch und aus tiefstem Herzen zu leben.

Frage: Wie lebe ich meine innere Verbundenheit zu Gott im Alltag, und welche äußeren Zeichen sind nur Masken für meine wahre Hingabe?

Parallelstellen zum Vers Röm 2,17: Gesetz Joh 5,45; Gottes Mi 3,11 

Röm 2,18: ‭Aus dem Gesetz kennst du seinen Willen und kannst beurteilen, worauf es ankommt.‭

Parallelstellen zum Vers Röm 2,18: Willen Lk 12,47; Vorzüglich. Phil 1,10 

Röm 2,19-20: ‭Du traust dir zu, die Blinden zu führen und denen im Dunkeln das Licht zu bringen,‭ ‭du willst ein Erzieher für die Unverständigen und ein Lehrer für die Unwissenden sein, weil du das Gesetz Gottes hast, den Inbegriff von Erkenntnis und Wahrheit.‭

Parallelstellen zum Vers Röm 2,19: Mt 15,14 

Parallelstellen zum Vers Röm 2,20: Mt 23,7; Form 2Tim 3,5; Tit 1,16

Röm 2,21: ‭Du belehrst andere, warum nicht auch dich selbst? Du predigst, man dürfe nicht stehlen – und warum stiehlst du?‭

Warnung vor Heuchelei

In Römer 2,21 warnt Paulus vor der Heuchelei. Er spricht davon, wie jemand, der anderen Lehren predigt, sich jedoch selbst nicht daran hält, seine eigene Botschaft unglaubwürdig macht. Die Verse verdeutlichen, wie wichtig es ist, Glaubensüberzeugungen auch praktisch umzusetzen. Es geht nicht nur darum, die richtigen Worte zu kennen, sondern sie in das eigene Leben zu integrieren.

Der Vers fordert uns dazu auf, ein authentisches Glaubensleben zu führen und nicht in Heuchelei zu verfallen. Es ist eine Mahnung, die Werte nicht nur zu verkünden, sondern sie in unserem Handeln und Leben zu verkörpern, um so Gottes Geboten gerecht zu werden.

Frage: Wie lebst du deine Glaubensüberzeugungen im Alltag und wo siehst du Raum für mehr Authentizität?

Parallelstellen zum Vers Röm 2,21: Mt 23,3.4 

Röm 2,22: ‭Du sagst, man soll die Ehe nicht brechen – warum brichst du sie? Du verabscheust die Götzen – und warum bereicherst du dich dann an ihren Tempeln?‭

Andacht für dein Leben

  • Vermeide Heuchelei: Du darfst andere nicht für das kritisieren, was du selbst tust. Achte darauf, dass dein Verhalten mit deinen Überzeugungen übereinstimmt.
  • Lebe nach deinen Prinzipien: Wenn du Werte predigst, solltest du diese auch in deinem Leben umsetzen. Es ist wichtig, authentisch zu handeln und nicht nur zu reden.
  • Parallelstellen zum Vers Röm 2,22: Mal 3,8 

‭Röm 2,23: Du bist stolz auf das Gesetz – und warum brichst du es selbst und machst Gott Schande damit?‭

Anklage des Paulus

In Römer 2,23 kritisiert Paulus die Diskrepanz zwischen der Selbstrechtfertigung durch das Gesetz und dem tatsächlichen Lebensstil. Er spricht die Juden an, die stolz auf die Einhaltung des Gesetzes pochen, aber dennoch gegen seine Prinzipien verstoßen. Diese Verse verdeutlichen, dass wahre Rechtschaffenheit nicht nur durch äußerliche Gesetzeserfüllung erreicht wird, sondern durch ein authentisches Leben, das sich an Gottes Prinzipien orientiert.

Paulus ermahnt, dass äußerer Gehorsam allein nicht ausreicht. Vielmehr ist ein innerer Wandel erforderlich – ein Herz, das bereit ist, Gott zu gehorchen. Diese Botschaft macht deutlich, dass wahre Spiritualität und Gottesdienst weit über äußere Rituale hinausgehen und eine tiefgreifende, persönliche Transformation verlangen.

Frage: In welchem Bereich deines Lebens spürst du eine Diskrepanz zwischen deinem äußeren Handeln und deinem inneren Glauben?

Parallelstellen zum Vers Röm 2,23: 9,4; Joh 7,19; Gal 6,13; Mt 15,6 

Röm 2,24: ‭So steht es schon in der Schrift: Euretwegen wird der Name Gottes bei den Völkern verlästert.

Parallelstellen zum Vers Röm 2,24: Jes 52,5; Hes 36,20; 2Petr 2,2; 2Sam 12,14 

‭Röm 2,25: Auch die Beschneidung nützt dir nur dann etwas, wenn du das Gesetz befolgst. Übertrittst du das Gesetz, bist du praktisch ein Unbeschnittener geworden.‭

Die Beschneidung nützt nichts

Paulus erkennt an, dass ein Jude protestieren und sagen könnte, dass seine Errettung auf seiner Abstammung von Abraham beruht, was durch die Beschneidung bezeugt wird. Doch Paulus antwortet zu Recht, dass dies in Bezug auf die Rechtfertigung von keinerlei Bedeutung ist.

Beschneidung und Taufe erfüllen nahezu denselben Zweck wie ein Etikett auf einer Dose. Wenn das äußere Etikett nicht mit dem übereinstimmt, was sich im Inneren befindet, stimmt etwas nicht! Ein Etikett, das besagt „Erbsen“, verändert nichts an dem Inhalt der Dose, wenn dieser tatsächlich Karotten enthält.

Wiedergeboren zu sein, verändert den Inhalt der Dose – erst dann kann das passende Etikett außen angebracht werden. Dies ist selbstverständlich kein neuer Gedanke. Schon das mosaische Gesetz lehrt diesen Grundsatz: „Darum beschneide die Vorhaut deines Herzens und sei nicht länger halsstarrig“ (5. Mose 10:16).

Frage: In welchen Bereichen meines Lebens kann ich erkennen, dass die äußeren Zeichen nicht mit dem übereinstimmen, was innerlich in mir verändert wurde?

Parallelstellen zum Vers Röm 2,25: Gal 5,3; Jak 2,10; Unbeschnittenh. Jer 9,24.25 

‭Röm 2,26: Und wenn ein Unbeschnittener die Forderungen des Gesetzes erfüllt, gilt er vor Gott dann etwa nicht als beschnitten?‭

Parallelstellen zum Vers Röm 2,26: Apg 10,35; 15,9; Jes 56,6.7; Gerechte 8,4 

Röm 2,27: ‭So wird der Unbeschnittene, der das Gesetz gehalten hat, über dich das Urteil sprechen, der das Gesetz zwar buchstabengenau kennt und auch beschnitten ist, es aber doch übertreten hat.‭

Parallelstellen zum Vers Röm 2,27: Mt 12,41 

Röm 2,28: ‭Nicht der ist nämlich ein Jude, der es nach außen hin ist, und nicht der körperliche Vollzug ist die wirkliche Beschneidung.‭

Auf das Innere kommt es an

Diese Stelle betont, dass wahre Zugehörigkeit zu Gottes Volk nicht durch äußere Merkmale oder Rituale bestimmt wird, sondern durch das Innere – das Herz und den Glauben. Paulus richtet sich gegen religiösen Formalismus. Er zeigt, dass äußerliche Zeichen wie die Beschneidung allein keine Gerechtigkeit vor Gott bewirken.

Stattdessen kommt es auf eine innere Haltung an – auf ein Leben im Gehorsam gegenüber Gott. Diese Aussage öffnet die Tür für alle Menschen, unabhängig von ihrer Herkunft, Teil von Gottes Volk zu sein. Es zählt nicht das äußere Erscheinungsbild, sondern die innere Erneuerung durch den Geist Gottes.

Frage: Wie kannst du in deinem täglichen Leben eine innere Haltung des Gehorsams gegenüber Gott pflegen und leben?

Parallelstellen zum Vers Röm 2,28: 9,6; Joh 8,37–39; Apg 7,51; Gal 6,15 

Röm 2,29: ‭Ein wahrer Jude ist der, der es innerlich ist, und die wahre Beschneidung ist die, die am Herzen geschieht. Sie kommt nicht durch die genaue Befolgung der Vorschrift zustande, sondern durch den Geist Gottes. Ein solcher Jude sucht nicht den Beifall von Menschen. Sein Lob kommt von Gott.‭

Andacht für dein Leben

  • Echte Veränderung kommt von innen: Du kannst nach außen hin gut erscheinen, aber wahre Veränderung beginnt im Herzen. Dein Verhalten sollte von einer inneren Überzeugung und nicht von äußeren Regeln abhängen.
  • Glaube muss authentisch sein: Dein Glaube sollte nicht nur ein äußerer Akt sein, sondern deine innere Haltung widerspiegeln. Was du in deinem Herzen trägst, beeinflusst deine Handlungen und Entscheidungen.
  • Parallelstellen zum Vers Röm 2,29: Herzens Dtn 10,16; 30,6; Phil 3,3; Kol 2,11; geschrieben. 7,6; Lob 1Kor 4,5

Das Lob Gottes suchen

All die äußerlichen Zeichen der Religion mögen uns Lob von Menschen einbringen, doch sie werden uns kein Lob von Gott eintragen. Der wahre Beweis für unsere Richtigkeit vor Gott liegt nicht in äußeren Zeichen oder Taten, und auch nicht in unserer Abstammung, die uns nicht garantiert, was wir glauben.

Der wahre Beweis findet sich in dem Werk Gottes, das in unseren Herzen geschieht, und dieses Werk zeigt sich in den Früchten, die wir hervorbringen.

Frage: Wie erkennst du die Früchte des Gotteswerks in deinem eigenen Leben?

Hier geht’s zu einer Auslegung von G. de Koning zu Röm 2. Kap.

Das war eine Christliche Bibel – Auslegung, Kommentar, Andacht, Impuls, Erklärung, Bedeutung bzw. Predigt zum Römer Brief Röm  2. Kap.