
Das Kreuzzeichen – Christliche Andacht
Christliche Auslegung, Kommentar und Andacht zum Thema Kreuzzeichen
Inhalt
Hier geht’s zur Themensammlung
1. Ein Schlüsselerlebnis
Ich jedoch will auf nichts anderes stolz sein, als auf das Kreuz unseres Herrn Jesus Christus. Gal 6:14
Bei unserer ersten Pilgerreise nach Roronto fiel meiner Frau auf, dass ich bei Kirchenbesuchen das Kreuzzeichen schnell und unbewusst machte. Recht hatte sie! Es sei erwähnt, dass sich meine Frau damals dem Glauben erst annäherte und noch nicht darin verwurzelt war.
Seit dieser Reise versuche ich, das Kreuzzeichen stets bewusst zu machen: beim Kircheneintritt, beim Aufstehen, beim Aus-dem-Haus-gehen und in vielen kleinen Momenten des Alltags. Das Kreuzzeichen ist mehr als ein gewohnheitsmäßiges Ritual.
Für mich ist es ein Bekenntnis und eine Hingabe an den dreifaltigen Gott. Um dieses Kreuzzeichen, das signum crucis, wird es diese Woche gehen.
Wann, wie häufig und wie bewusst machst du das Kreuzzeichen?
Frage: In welchen Momenten deines Alltags könntest du das Kreuzzeichen als bewusstes Zeichen deiner Hingabe einsetzen, um dich selbst und deine Verbindung zum Göttlichen zu erinnern?
2. Das kleine und große Kreuzzeichen
Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen. Mt 28,19
Beim kleinen Kreuzzeichen zeichne ich mit dem Daumen ein Kreuz über Stirn, Mund und Brust.
Das große Kreuzzeichen beginnt mit der Berührung der Stirn. Dabei denke ich an Gott Vater, dem Schöpfer der Erde und des Himmels.
Dann berühre ich den Bauchnabel und denke an Christus, der für uns gestorben ist und uns erlöst hat.
Zum Abschluss berühre ich die beiden Schultern und denke an den Heiligen Geist, der unser Beistand ist und unsere Kraft. So entsteht die Form eines lateinischen Kreuzes.
Dieses Kreuzzeichen ist kein magisches Ritual, sondern ein Bekenntnis, ein Glaube und Vertrauen an den dreifaltigen Gott.
Frage: Wie kann dieses bewusste Kreuzzeichen in deinem Alltag zu einem Moment der inneren Ruhe und Verbindung mit dem Göttlichen werden?
3. Die heilige Schrift und die Tradition
Schämen wir uns nicht, den Gekreuzigten zu bekennen, besiegeln wir vertrauensvoll mit den Fingern die Stirne, machen wir das Kreuzzeichen auf alles, auf das Brot, das wir essen, über den Becher, den wir trinken! Cyrill von Jerusalem (313-368)
Das Sich-bekreuzigen ist nicht biblisch überliefert. Unser Glaubensfundament ist neben der Bibel jedoch auch die Tradition, das heißt, was sich die frühen Christen weitergereicht haben. Andernfalls wären wir eine reine Buchreligion. Es wäre mehr als unklug, wenn wir hier die Traditionen der ersten Christen als nebensächlich abtun würden.
Erste schriftliche Dokumente ab dem 2. Jahrhundert belegen den schon frühen Brauch des kleinen Kreuzzeichens. Zum Beispiel schreibt Tertullian (150–220):
„Bei jedem Schritt und Tritt, bei jedem Eingehen und Ausgehen, beim Anlegen der Kleider und Schuhe, beim Waschen, Essen, Lichtanzünden, Schlafengehen, beim Niedersetzen und, welche Tätigkeit wir immer ausüben, drücken wir auf unsere Stirn das kleine Zeichen.“
Frage: Wie könntest du die alten Traditionen des Glaubens heute in deinem eigenen Leben bewusst spürbar machen?
4. Das Kreuz Christi wie eine Krone tragen
Christus ist für alle Menschen am Kreuz gestorben, damit wir alle Frieden mit Gott haben. Eph 2:16
Wir wollen das Kreuz Christi wie eine Krone tragen. Denn durch das Kreuz wird ja unser ganzes Heil vollbracht, überall steht dieses Zeichen des Sieges uns zur Seite.
Deshalb zeichnen wir es auf die Stirn und auf das Herz. Ist es ja doch das Sinnbild unserer Erlösung sowie der Güte unseres Herrn. So oft du dich also mit dem Kreuz bezeichnest, beherzige alles, was im Kreuz liegt, dämpfe den Zorn und alle übrigen Leidenschaften.
Wenn du dich bekreuzigst, erfülle deine Stirn mit großer Zuversicht, mache deine Seele frei. Man darf das Kreuz aber nicht einfach nur mit dem Finger machen, sondern zuerst mit dem Herzen, voll innigen Glaubens.
Johannes Chrysostomos (349-407)
Frage: Wie könntest du im Alltag die Kraft des Kreuzes als inneren Anker spüren und tragen?
5. Das Kreuzzeichen als Glaubenszusammenfassung
Auf ihrer Stirn trugen sie seinen Namen und den Namen des Vaters geschrieben. Offb 14,1
Der Christ beginnt seinen Tag, sein Gebet und seine Handlungen mit dem Kreuzzeichen. So weiht er alles, was er tut, der Ehre Gottes und wird in Schwierigkeiten und Versuchungen gestärkt.
Benedikt XVI schreibt: Das Kreuzzeichen ist die Zusammenfassung unseres Glaubens, denn es sagt uns, wie weit Gottes Liebe zu uns gegangen ist; es sagt uns, dass es auf der Welt eine Liebe gibt, die stärker ist als der Tod, stärker als unsere Schwächen und unsere Sünden.
Die Kraft der Liebe ist stärker als das Böse, das uns bedroht.
Frage: Wie kannst du heute in deinem eigenen Leben die Kraft der Liebe spüren und weitergeben?
6. Das Kreuzzeichen als Glaubensausdruck
Das Kreuz ist mein sicheres Heil. Das Kreuz bete ich immer an.Das Kreuz des Herrn ist mit mir. Das Kreuz ist meine Zuflucht. Thomas von Aquin
Eins ist mir diese Woche klar geworden. Um Christ zu sein, musst du das Kreuzzeichen nicht machen. Die Botschaft vom Kreuz verbindet uns, nichts anderes.
Das Kreuzzeichen ist kein magisches Ritual, es ist Ausdruck des Glaubens, dass wir einen Gott haben, der uns nahe ist und hilft. Wenn wir es machen, sollte es Glaubensausdruck sein und nicht nur inhaltsleerer Ritualismus.
Es ist ein körperlich ausgedrücktes Glaubensbekenntnis, das mich persönlich stärkt, so wie es die Ehe zwischen mir und meiner Frau stärkt, wenn ich sie körperlich ausdrücke.
Das Kreuz Christi, Zeichen unserer Erlösung, begleite und beschütze dich. Gott segne dich.
Frage: Wie könntest du den Glauben in deinem Alltag so ausdrücken, dass er für dich spürbar und lebendig wird?
7. Abschließende Meditation zum Kreuzzeichen
Durch seine Wunden hat Christus euch geheilt. 1. Petr 2:24
Du machst das Zeichen des Kreuzes, dann mache es recht. Mache es langsam, mit Bedacht. Dann umfasst es dein ganzes Wesen, Seele, Gedanken und Willen. Alles wird darin gestärkt und geweiht im Namen des dreieinigen Gottes. Es ist das Zeichen der Erlösung.
Wir machen es vor dem Beten, damit Gedanken, Wille und Herz gesammelt werden. Wir machen es nach dem Gebet, damit in uns bleibe, was Gott uns geschenkt hat.
Wir machen es in der Versuchung, dass er uns stärke, und in der Gefahr, dass er uns schütze. Wir machen es vor dem Aufstehen, den Tag in Gottes Hände legend, und vor schwierigen Gesprächen mit der Bitte um Lenkung.
Gott segne dich und diesen Tag.
Frage: Welche Momente in deinem Leben laden dich dazu ein, bewusst das Zeichen des Kreuzes zu setzen und innerlich zu stärken?
Das war eine christliche Auslegung, Kommentar und Andacht zum Thema Kreuzzeichen
