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Jesus

Jesus: mit ihm zusammen

1. Bleibt in mir

Bleibt in mir, und ich werde in euch bleiben. Johannes 15,4

Das erste und wichtigste Ziel, das wir in der Nachfolge Jesu lernen, ist einfach: bei ihm zu sein.

Es bedeutet, jeden Moment bewusst zu leben, seine Gegenwart wahrzunehmen und auf seine Stimme zu hören. Unser Leben gründet sich darauf, Zeit mit Jesus zu verbringen – nicht als Flucht, sondern als inneren Halt.

Jeder von uns hat einen Ort, an den er innerlich immer wieder zurückkehrt, eine Art emotionales Zuhause. Wo liegt deins? In welchen Momenten suchst du Trost und Freude?

Jesus lädt uns ein, unser Herz bei ihm wohnen zu lassen – mitten im Alltag: beim Frühstück, auf dem Weg zur Arbeit, beim Windeln wechseln oder beim Kochen. So wird Nähe zu Gott normal, echt und lebendig.

Frage: Wie kann ich in meinem Alltag bewusster in der Gegenwart Jesu leben und mein Herz immer wieder zu ihm zurückkehren lassen?

2. Jünger Jesu

Und die beiden Jünger hörten ihn reden und folgten Jesus nach. Joh 1,37

Bist du einfach nur Christ – oder wirklich ein Jünger von Jesus?

Im Neuen Testament wird das Wort Christ nur dreimal erwähnt, aber Jünger ganze 269 Mal. Das ist kein Zufall. Denn die Bibel wurde von Jüngern für Jünger geschrieben – für Menschen, die Jesus nicht nur bewundern, sondern ihm nachfolgen, ihm vertrauen und von ihm lernen wollen.

Jünger sein bedeutet mehr, als an Jesus zu glauben. Es heißt, ihm im Alltag ähnlicher zu werden – in Liebe, Geduld, Vergebung und Mut.

Vielleicht ist das die eigentliche Frage an uns: Bin ich nur Träger eines Namens? Oder bin ich jemand, der wirklich hinter Jesus hergeht – Schritt für Schritt, Tag für Tag?

Frage: Wie würde mein Alltag aussehen, wenn ich heute bewusster als Jünger Jesu leben würde – im Vertrauen, in der Liebe und im Mut?

3. Anhänger des Weges

Die Briefe würden ihn bevollmächtigen, die Anhänger des ‹neuen› Weges aufzuspüren, um diese Männer und Frauen gefesselt nach Jerusalem zu bringen. Apg 9,2

Die ersten Christen nannten sich „Anhänger des Weges“. Dieses Bild ist kraftvoll: Der Weg Jesu ist nicht nur ein Gedankengebäude oder eine Sammlung von Regeln. Es geht um mehr – um eine ganze Lebensweise.

Jesus lädt uns nicht bloß ein, an ihn zu glauben, sondern mit ihm zu gehen. Sein Weg prägt, wie wir denken, handeln, lieben und mit anderen umgehen. Nachfolge bedeutet, den Rhythmus Jesu in unseren Alltag aufzunehmen – in unseren Entscheidungen, Beziehungen und Prioritäten.

Wenn Jesus sagt: „Folge mir nach“, meint er: „Lerne, so zu leben wie ich, damit du das Leben findest, das ich dir schenke.“ Der Weg Jesu ist keine Theorie – er ist gelebte Wirklichkeit, Schritt für Schritt.

Frage: Wo spüre ich heute die Einladung, einen Schritt auf dem Weg Jesu zu gehen – und was hindert mich vielleicht daran, diesen Schritt zu wagen?

4. In Gottes Gegenwart verweilen

Denkt nicht an weltliche Angelegenheiten, sondern konzentriert eure Gedanken auf ihn! Kol 3,2

Unser Geist kann lernen, immer wieder in der Gegenwart Gottes zu verweilen. Dabei ist es nicht nötig, Arbeit und Gebet strikt zu trennen.

Selbst im Lärm der Küche oder inmitten von Aufgaben können wir unsere Gedanken auf Gott richten und eine tiefe Ruhe erfahren, als stünden wir vor dem Allerheiligsten.

Es braucht Übung, um mitten im Alltag in Gott zu ruhen – eine Gewohnheit wie ein Kompass, der sich immer wieder nach Norden ausrichtet. Unser Verstand, diese Fähigkeit zur „gerichteten Aufmerksamkeit“, lässt sich trainieren.

Indem wir bewusst immer wieder zu Gott zurückkehren, können wir selbst im kleinsten Alltagsschritt seine Gegenwart spüren und unsere Herzen auf ihn ausrichten.

Frage: Wie kann ich in meinem eigenen Alltag Räume schaffen, in denen mein Herz immer wieder zu Gott zurückkehrt?

5. Auf Jesus schauen

Unsere Augen auf Jesus gerichtet halten. Hebr 12,2

Inmitten des Trubels gibt es diese kurzen Momente, in denen unsere Gedanken innehalten. Wohin ziehen sie dann?

Automatisch zu Gott, zur liebenden Gegenwart des Vaters, die durch Christus und den Geist in uns wirkt? Wenn nicht, sei gewiss: Es ist möglich.

Unser Geist ist formbarer, als wir oft glauben. Er kann neu ausgerichtet werden – auf Gott, auf Liebe, auf Ruhe. Wir können nicht alles selbst reparieren oder verändern, aber wir können immer wieder zu Jesus kommen.

Einen Moment innehalten, still beten, unser Herz auf ihn richten. Immer wieder. Immer wieder neu.

Ich schaue auf ihn, er schaut auf mich – und in dieser Gegenwart liegt tiefe Freude. Das ist wahre Spiritualität.

Frage: Wohin richtet sich mein innerer Blick, wenn mein Herz still wird?

6. Die Aufmerksamkeit des Herzens

Maria setzte sich dem Herrn zu Füßen und hörte ihm zu. Lk 10,39

Manchmal merke ich, wie schwer es geworden ist, still zu werden. Mein Handy piept, Nachrichten blinken auf, und schon ist mein Herz überall – nur nicht bei Gott.

Dabei ist genau das so wichtig: die Aufmerksamkeit des Herzens. Wenn ich innehalte, spüre ich, dass Gebet kein Tun ist, sondern ein Dasein. Einfach bei Gott sein. Ihn anschauen, ohne Worte. Es ist wie ein stilles Ja zu seiner Liebe.

Doch das passiert nicht zufällig – ich muss mich bewusst dafür entscheiden. Jede Minute, die ich Jesus schenke, ist ein kleiner Sieg über die Ablenkung. Bleib dran. Mit der Zeit wird aus dem stillen Dasein echte Freude. Denn wer verweilt, entdeckt: Bei Jesus zu sein, ist das Schönste überhaupt.

Frage: Wann habe ich mir zuletzt bewusst Zeit genommen, einfach nur bei Gott zu sein – ohne etwas von ihm zu wollen?

7. Entschleunigen, um Jesus zu finden

Wer schnell handelt, fällt leicht. Spr 19,2

Oft sagen wir: „Ich habe keine Zeit zum Beten.“ Doch stimmt das wirklich? Stundenlang scrollen wir durch Feeds, reagieren auf alles – und verlieren dabei uns selbst.

Jesus nachzufolgen heißt, das Tempo zu drosseln. Nur wer langsam geht, sieht, wohin er geht.

Entschleunigung beginnt mit Ehrlichkeit: Wofür verbringe ich meine Zeit? Was nährt meine Seele – und was raubt mir Frieden?

Manchmal müssen wir mehr weglassen, als wir hinzufügen. Wenn ich bewusst Dinge loslasse, entsteht Raum, in dem Gott zu mir sprechen kann.

Jedes Ja zu Jesus bedeutet viele kleine Neins – zu Ablenkung, Hektik und Druck. Doch dieses Nein ist befreiend. Denn wer langsamer lebt, findet wieder das Herz, das hört – und den Gott, der spricht.

Frage: Wo lade ich Gott ein, mein Tempo zu unterbrechen – und mir neu zu zeigen, was wirklich zählt?

8. Geistliche Formung

Denn die, die er vorher erkannt hat, die hat er auch vorherbestimmt, gleichgestaltet zu sein dem Bild seines Sohnes, damit er der Erstgeborene unter vielen Brüdern sei. Röm 8,29

Geistliche Formung ist nicht optional.

Jeder Gedanke, den du denkst, jede Emotion, die du in dein Verhalten einfließen lässt, jede Einstellung, die du in deinem Körper verankerst, jede Entscheidung, die du triffst, jedes Wort, das du sprichst, jede Beziehung, die du eingehst, alle Gewohnheiten, die deinen Tag ausmachen, ob du soziale Medien nutzt oder nicht (und wenn ja, wie du sie nutzt), wie du auf Schmerz und Leid reagierst, wie du mit Misserfolg oder Erfolg umgehst – all diese Dinge und noch viel mehr formen uns zu einer bestimmten Person.

Stillstand ist keine Option. Wir werden entweder in die Liebe und Schönheit von Jesus verwandelt oder im Strudel von Sünde und Tod verunstaltet.

Frage: Wohin formt dich dein heutiges Denken, Fühlen und Handeln – näher zu Jesus oder weiter von ihm weg?

9. Nach dem Bild Christi gestaltet

Wir werden seinem Bild immer ähnlicher, denn seine Herrlichkeit verwandelt uns. Das alles kommt vom Herrn, dem Geist. 2 Kor 3,18

Unsere Zeit auf dieser Erde ist kostbar und flüchtig. Darum lohnt es sich, sich auf das zu konzentrieren, was wirklich zählt: durch die Verbindung zu Jesus zu einem Menschen der Liebe zu werden.

Geistliche Formung ist der Weg, auf dem Gott uns Schritt für Schritt nach dem Bild Christi gestaltet. Es ist kein einmaliges Erlebnis, kein Blitzschlag vom Himmel, sondern ein langsamer, oft kaum merklicher Prozess – ähnlich wie körperliches Wachstum.

Wir werden nicht durch eigene Kraft geformt, sondern durch Gottes Gnade, wenn wir uns ihm öffnen. Unsere Aufgabe ist einfach: verfügbar sein, Gottes Wirken zulassen und ihm erlauben, unser Herz, unseren Charakter und unser Leben nach seinem Bild zu gestalten.

Frage: Wo in meinem Leben spüre ich Gottes sanftes Wirken, das mich leise in die Gestalt Christi verwandelt?

10. Tiefer werdende Liebe

Ich bete darum, dass eure Liebe zueinander noch tiefer wird und dass sie an Erkenntnis und Einsicht zunimmt. Phil 1,9

Liebe nach Jesu Maßstab ist mehr als ein warmes Gefühl oder nette Worte. Sie ist eine Haltung: mitfühlend, aufmerksam, freudig – aber sie zeigt sich auch in Taten.

Sie ist agape, die Bereitschaft, das Wohl eines anderen über das eigene zu stellen, selbst wenn es Opfer kostet. In einer Welt, die oft Selbstverwirklichung feiert, ruft uns Jesus zu einer anderen Formung: zu Menschen der Liebe zu werden.

Das geschieht nicht automatisch. Jeden Tag müssen wir bewusst entscheiden, uns für Liebe zu öffnen und sie praktisch zu leben. Geistliche Formung ist ein aktiver Prozess. Wer liebt, wächst – nicht nur innerlich, sondern sichtbar in jedem Schritt des Lebens.

Frage: Wo in meinem Alltag lädt mich Gott ein, Liebe nicht nur zu fühlen, sondern konkret zu leben?

11. Christus ähnlich werden

Der Geist des Herrn wirkt in uns, sodass wir ihm immer ähnlicher werden und immer stärker seine Herrlichkeit widerspiegeln. 2 Kor 3,18

Christus ähnlich zu werden, ist nicht zuerst unser Verdienst – es ist die Folge davon, dass Christus in uns lebt. Alles daran ist Gnade, von Anfang an.

Paulus spricht im Neuen Testament immer wieder davon, dass wir in Christus sind – mehr als achtzig Mal in seinen Briefen. Theologen nennen das Inkorporation. Das bedeutet: wir sind tief verbunden, eingebunden in das Leben Gottes.

Jesus selbst ist gekommen, um uns mitten in seine Liebe hineinzuziehen, in das Herz des Vaters. Unser Alltag, unsere Entscheidungen, unsere Gedanken – all das wird von dieser göttlichen Gegenwart durchdrungen.

Wer sich Christus öffnet, erlebt nicht nur Vergebung, sondern auch echte Verwandlung von innen heraus.

Frage: Wo in meinem Leben kann ich Christus tiefer Raum geben, sodass seine Gegenwart meine Entscheidungen und Gedanken durchdringt?

12. Zur Erbsünde

Siehe, ich wurde in Schuld geboren, und meine Mutter hat mich in Sünde empfangen. Ps 51,6

Die Lehre von der Erbsünde bedeutet, dass wir in ein Umfeld hineingeboren werden, in dem es leicht ist, Böses zu tun, und schwer, Gutes zu tun; leicht, andere zu verletzen, und schwer, ihre Wunden zu heilen; leicht, Misstrauen in Menschen zu wecken, und schwer, ihr Vertrauen zu gewinnen.

Das bedeutet, dass jeder von uns durch die Solidarität des menschlichen Geschlechts in seiner Anhäufung von falschem Handeln und falschem Denken und damit von falschem Sein geprägt ist.

Und zu dieser Anhäufung von Unrecht haben wir selbst durch unsere eigenen bewussten sündhaften Handlungen beigetragen. Die Kluft wird immer größer.
Kallistos Ware

Frage: Wie kann ich in meinem eigenen Leben bewusster Wege finden, Vertrauen zu stärken und Heilung zu fördern, trotz der menschlichen Neigung zum Gegenteil?

13. Seine Sünden vor Gott tragen

Wir haben gesündigt und haben unrecht getan. Dan 9,5

Erlösung bedeutet mehr als einen Freispruch vor Gott – sie ist Heilung für unsere Seele. Durch Gottes liebevolle Nähe dürfen wir innerlich wieder aufatmen.

Der erste Schritt dazu ist das ehrliche Bekenntnis unserer Fehler und Schwächen. Christen nennen das Sündenbekenntnis. Es ist unser Teil im Heilungsprozess: wir zeigen Gott unsere Verletzungen, unsere verborgenen Fehler.

Gott ist der Arzt, wir sind die Patienten. Wir legen alles ins Licht seiner Liebe, und er nimmt sich unserer Schuld an. Offenheit und Wahrheit sind der Schlüssel – vor Gott und in der Gemeinschaft. Wenn wir unsere Masken ablegen, entsteht Heilung.

Dann wird Erlösung spürbar, nicht nur als Urteil, sondern als echte, befreiende Begegnung mit Gottes Liebe. Das bedeutet, dass wir erst dann von unserer Sünde gerettet und von unseren Wunden geheilt werden, wenn wir sie Gott offen hinlegen.

Der Anfang des Heils liegt darin, sich selbst zu verurteilen. Evagrius Ponticos

Frage: Welche verborgenen Teile meiner Seele brauche ich heute Gott anzuvertrauen, um Heilung zu erfahren?

14. Liturgie des Alltags

Alles, was lebt, lobe den Herrn! Ps 150,6

Jeder Tag ist voller kleiner Rituale, die unser Herz prägen – oft ohne dass wir es merken. Erst wenn wir unsere Gewohnheiten bewusst betrachten, erkennen wir, worauf unser Herz wirklich ausgerichtet ist.

Routinen sind wie stille Liebesakte: Sie zeigen, wen oder was wir im Alltag anbeten. Ungesehen können sie uns jedoch verformen, uns müde machen und die Fähigkeit rauben, Liebe zu geben und zu empfangen.

Doch wir haben die Wahl. Wenn wir unsere täglichen Abläufe achtsam, dankbar und liebevoll gestalten, verwandeln sie sich in kleine heilige Räume – eine „Hausliturgie“, die uns heilt und lebendig hält. Das Alltägliche formt uns immer; bewusst gestaltet, schenkt es Leben.

Frage: Welche kleinen Rituale in deinem Alltag könnten zu heiligen Räumen werden, die dein Herz nähren und deine Seele berühren?