
Innere Ruhe
Inhaltsverzeichnis
1. Innere Ruhe durch Blick auf Gottes Taten
Komm wieder zur Ruhe, meine Seele, denn der Herr hat dir Gutes erwiesen. Ps116:7
Das funktioniert bei mir immer, wenn ich unruhig bin. Durch wie viele Stürme deines Lebens hat Gott dich schon getragen?
In beunruhigenden Lebenssituationen halte kurz an, besinne dich ganz konkret auf Gottes gute Taten in deinem bisherigen Leben und dann schau auf das, was jetzt vor dir liegt und dich beunruhigt. Wiederhole die Zusage, die Gott uns in der Schrift gegeben hat: “Auch hierbei werde ich dir helfen.”
Vielleicht nicht so, wie wir es uns vorstellen, aber er hilft.
Frage: Worin erkennst du heute die leisen, aber beständigen Zeichen von Gottes Unterstützung in deinem Leben?
2. Innere Ruhe durch äußere Ruhe
Gott hat die Kirchen wie Häfen im Meer angelegt, damit ihr euch aus dem Wirbel irdischer Sorgen dahin retten und Ruhe und Stille finden sollt. Chrysostomus
Der Diktatur des Lärms müssen wir entgegenwirken. Im Auto einmal kein Radio einschalten, den Fernseher als Hintergrundbeschallung weglassen, die Ruhe des Waldes aufsuchen, fünf Minuten die Stille einer Kirche genießen, bewusst weniger sprechen am Tag…
Ihr habt Ruhe nötig! (Mk 6:31)
Kirche muss dabei nicht nur ein Gebäude sein, sondern jeder Ort, an dem ich mich jeglicher Beschallung entziehe. Suche diese Orte. Deine Seele braucht sie.
Frage: Wann hast du dir zuletzt bewusst einen Ort der Stille gesucht, um deine Seele zu spüren und zur Ruhe zu kommen?
3. Innere Ruhe durch Rhythmus
Ebbe und Flut des Willens sind wie die Gezeiten des Meeres. Wenn wir aufhören zu kämpfen und zu klagen und lange genug den Blick von uns selbst abwenden, werden wir erkennen, dass das Leben es gut mit uns meint. Charles B. Newcomb
Die Natur ist dem Wandel unterworfen: Sonne, Mond, Jahreszeiten, Flut und Ebbe.
Das gleiche gilt für uns Menschen. Wir lachen und weinen, arbeiten und vergnügen uns, sind jung und werden alt, haben anstrengende und relaxte Tage, erwachen und schlafen ein, alles hat seine Zeit.
“Für alles gibt es eine Stunde. Alles, was unter dem Himmel geschieht, hat seine Zeit.” (Koh 3,1)
Es gibt einen Rhythmus in unserem Leben. Wenn wir uns dem Rhythmus anpassen, schöpfen wir neue Energie.
Das Leben in all seiner Fülle und Gegensätzlichkeit wahr- und anzunehmen, ist ein Weg zur inneren Ruhe.
Frage: Wie kannst du den natürlichen Rhythmus deines Lebens bewusster wahrnehmen und ihm mehr Raum geben?
4. Innere Ruhe durch gesuchte Gottesnähe
Kommt alle her zu mir, die ihr euch abmüht und unter eurer Last leidet! Ich werde euch Ruhe geben. Vertraut euch meiner Leitung an und lernt von mir, denn ich gehe behutsam mit euch um und sehe auf niemanden herab. Wenn ihr das tut, dann findet ihr Ruhe für euer Leben. Mt 11:28-29
Du bist meine Zuflucht, mein Schutzwall, mein Dach gegen den Regen, mein Schatten gegen die Hitze (Ps 31,3; Sir 34,19).
Die Vögel haben ihre Nester auf den Bäumen, um sich dorthin zurückzuziehen, wenn sie dessen bedürfen. Der Hirsch hat sein Gebüsch und sein Dickicht, in dem er sich verbirgt und vergräbt und im Sommer sich der Kühle des Schattens erfreut.
So muss auch unser Herz sich jeden Tag irgendeinen Platz suchen – den Kalavarienberg, die Wunden des Herrn oder einen Ort nahe bei ihm –, um sich dort inmitten der äußeren Arbeit bei jeder Gelegenheit zurückzuziehen, sich zu stärken und zu erholen und sich wie in einer Festung gegen die Versuchung zu verteidigen.
Frage: Welcher Ort in deinem Herzen gibt dir heute die Kraft, dich zu stärken und zur Ruhe zu kommen?
5. Unabhängigkeit von äußeren Umständen
Die Ruhe im Herrn hängt nicht von unseren äußeren Umständen ab, sondern von unserer Gemeinschaft mit Gott selber. Corrie ten Boom
Der innere Friede, das ist etwas anderes als Zufriedenheit.
Der innere Friede, das ist das Licht, das uns inmitten unseres Elends und unserer Schuldhaftigkeit die Ahnung von einer erdumfassenden Liebe gibt, die Gott selbst ist.
Das sollten wir uns immer wieder bewusst machen, wenn uns die Umtriebigkeit des Alltags mal wieder gefangen nimmt: Wir leben und wohnen in dieser umfassenden Liebe.
Wenn das nur mehr Menschen im mittlerweile gewordenen Missionsland Deutschland erkennen würden. Lasst uns für die Menschen in Deutschland beten, dass sie Gott erkennen und zum Glauben zurückfinden.
Lasst uns, wo immer möglich, Zeugnis geben für unseren Glauben, der uns alle zu Schwestern und Brüdern macht als Kinder Gottes.
Frage: Wie spüre ich die Gegenwart dieser umfassenden Liebe in meinem eigenen Leben, und wie kann ich sie anderen näherbringen?
6. Innere Ruhe durch Ganzhingabe
Wer alles um meines Namens willen verlässt und auf mich schaut, der wird hundertmal soviel Ruhe, den Frieden des Herzens auf irdische Weise empfangen, gerade weil er die Sorgen um das Irdische abgelegt hat. Ein solcher Mensch ist in allem gelöst und heiter. Hildegard von Bingen
Es ist ein hoher Anspruch, der hier beschrieben wird. Aber es gibt nur den Weg der Ganzhingabe. Es ist gefährlich, als halber Christ in einer stürmischen Welt zu leben.
Das Bild eines Wirbelsturms hilft, dies zu verstehen. Der Wirbelsturm steht für die Welt um uns herum, alles, was wirbelt und unsere innere Ruhe stört. Im Zentrum eines Wirbelsturms dagegen herrscht absolute Ruhe.
Es gibt keinen sichereren Ort als das Zentrum des Willens Gottes. Ganzhingabe bedeutet, stets darum bemüht zu sein, sich im Zentrum des Wirbelsturms aufzuhalten. In diesem Zentrum ist auch der Frieden der inneren Ruhe zu finden.
Frage: Wo spüre ich heute die Einladung, mich ganz in den Willen Gottes fallen zu lassen und inneren Frieden zu erfahren?
7. Abschließende Worte
Kommt her zu mir. Mt 11,28
Innere Ruhe ist oft schwer zu finden – zwischen Terminen, Sorgen und Erwartungen fühlen wir uns gehetzt. Doch Jesus lädt uns ein: „Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken“ (Mt 11,28).
Wahre Ruhe entsteht nicht durch perfekte Umstände, sondern durch Vertrauen. Wenn wir unsere Lasten bei Gott ablegen, dürfen wir spüren: Er hält uns.
Ein stilles Gebet, ein tiefer Atemzug, ein bewusstes „Herr, ich vertraue dir“ – das öffnet Raum für Frieden.
Innere Ruhe bedeutet nicht, dass Probleme verschwinden, sondern dass wir getragen sind, selbst mitten im Sturm. Wer sich Jesus anvertraut, darf erleben: Sein Frieden geht tiefer als jede Unruhe der Welt.
Frage: Wann habe ich zuletzt bewusst meine Lasten losgelassen und gespürt, wie innerer Frieden mich trägt?
