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Duldsamkeit

Duldsamkeit

1. Zum Tragen berufen

So trage ich für Christus alles mit Freude. 2. Kor 12:10

Manches im Leben ist schwer und kaum zu ändern, vor allem wir selbst, du und ich, so wie wir sind. Dann bleibt uns nichts anderes übrig, als es hinzunehmen, es zu (er)tragen, was oft eine große Herausforderung ist.

Es geht um die Tugend der Duldsamkeit. Anstatt energieraubend dagegen anzukämpfen, ist die Erkenntnis hilfreich, dass unser Christsein in der Nachfolge Christi unter anderem im Tragen besteht, vor allem im Tragen seiner selbst und im Tragen des anderen.

Gott ist ein Gott des Tragens. Der Sohn Gottes trug unser Fleisch, er trug das Kreuz, er trug unsere Sünden und schuf durch sein Tragen Versöhnung. Im Tragen folgen wir Gott.

Das tägliche Lernen, den anderen in seiner Andersheit anzunehmen, und das Lernen, dass er mich ebenso ertragen muss in meiner Andersheit, um „wir“ zu werden, das ist etwas ganz Wichtiges.

Frage: Wie kann ich heute in meinem eigenen Leben das Tragen üben, sowohl für mich selbst als auch für andere, um mehr Versöhnung und Verständnis zu schaffen?

2. Die täglichen kleinen Kreuze

Wer mein Jünger sein will, der nehme täglich sein Kreuz auf sich, und folge mir nach. Mt 16,24

Diese täglichen Kreuze sind die täglichen kleinen und auch großen Sorgen und Unannehmlichkeiten, das ganz normale Alltagsleben eben.

Da gibt es Aufgaben, die erledigt werden müssen, obwohl wir gar keine Lust dazu haben.

Da gibt es Menschen, denen wir begegnen müssen, obwohl wir sie gerade jetzt eigentlich am liebsten gar nicht sehen möchten.

Da gibt es Fehler, die man an sich feststellt, gegen die man immer wieder ankämpft, die einen aber trotzdem immer wieder einholen.

Da gibt es Gebrechen an Körper und Seele, die einen piesacken und ärgern, die zwar nicht lebensbedrohlich, aber doch unangenehm sind.

Alles kleine Kreuze. Für mich ein sehr hilfreicher Gedanke hierbei ist:

Man soll Gott in dem finden und lieben, was er uns gerade gibt. Bonhoeffer

Frage: Welche täglichen Kreuze fordern mich auf, innerlich zu wachsen und Gelassenheit zu üben?

3. Quellen im dürren Tal

Wenn sie durch ein dürres Tal gehen, brechen dort Quellen hervor. Ps 84:7

Dieser Vers hat mich durch eine anstrengende Zeit begleitet, oder im Bild gesprochen, durch ein dürres Tal.

Auch wenn es verständlich ist, dass wir dieses Tal schnell hinter uns lassen wollen, so brechen gerade dort oft Quellen hervor. Die Notlage beinhaltet auch einen Gewinn.

Der Gewinn, die hervorbrechende Quelle, kann zum Beispiel sein, dass unwichtige Dinge zurücktreten und stattdessen die vernachlässigte Liebe zum Herrn und das Vertrauen gestärkt werden.

Wie häufig habe ich das schon bei mir erlebt und so den Segen der Not beziehungsweise des dürren Tals erkannt.

Frage: Welche verborgenen Quellen in deinem Leben könnten gerade durch schwierige Zeiten ans Licht kommen?
Gebet: Herr, lass mich erkennen, dass die Kreuze des Alltags Holz für das Feuer der Liebe sein können, dass das dürre Tal zum Segen wird, weil dort die Quelle zu dir hervorbricht.  Dir vertraue ich, Dein bin ich, in Ewigkeit. Amen.

4. Das Kreuz als Weg zum Himmel

Seine Leiden möchte ich mit ihm teilen und mein Leben ganz für Gott aufgeben, so wie es Jesus am Kreuz getan hat. Phil 3:10

Du musst überall, wo du hingehst, Geduld mit dir nehmen, wenn du inneren Frieden haben willst. Denn das Kreuz ist ein fester Wegbegleiter.

Entweder hast du einen körperlichen Schmerz oder die Psyche macht dir zu schaffen. Mal fühlst du dich von Gott verlassen, mal macht dir ein Mitmensch zu schaffen und oft bist du dir selbst eine Last. Und so wirst du überall ein Kreuz finden.

Bitten wir den Herrn darum, uns die Kraft zu geben, die Kreuze zu tragen. Am Kreuze ist alles gelegen. Es führt kein anderer Weg zum Leben, zum wahren, inneren Frieden, als der Weg des Kreuzes, des täglichen Sterbens.

Denke oft daran, dass der Heiland uns durch Leiden und Dulden erlöst hat. Auch wir können unser Heil nur wirken durch geduldiges Ertragen der Schwierigkeiten, Widerwärtigkeiten und Unannehmlichkeiten. Franz von Sales

Frage: Wo spüre ich heute mein Kreuz – und kann ich darin die Nähe Gottes erahnen?

5. Nüchternheit

Sei nüchtern in allem. 2. Tim 4:5

Begegnet uns ein Kreuz, so stehen wir in Gefahr, uns ganz von den dadurch verursachten Sorgen einnehmen zu lassen oder uns durch Genussmittel davon abzulenken. Das Wort Gottes rät uns in Schwierigkeiten stets nüchtern zu sein.

Was bedeutet das? Das lateinische Wort für Nüchternheit, nocturnus, bedeutet „nächtlich“. Damit war der Zustand gemeint, in dem der Mönch sich in den nächtlichen Stunden vor dem morgendlichen Gottesdienst jeder Speise enthalten hat.

Nüchternheit als Tugend im geistlichen Sinn bedeutet, sich leer zu machen für Gott, nüchtern zu sein für Gott, indem ich loslasse, indem ich die Kontrolle aufgebe und mich bedingungslos in die Hand Gottes begebe und mich mit seinen Gaben füllen lasse.

Frage: Wo in meinem Leben könnte ich loslassen, um mich ganz für Gottes Gegenwart öffnen zu können?

6. Wo auch immer wir sind – er ist und bleibt da!

Du bist unsere Zuflucht! Ps 90:1

Das Unterwegssein mit Christus ist eine Kraft, die uns hilft, die Kreuze und die damit verbundene Mühsal zu tragen.

Wenn wir seine große Liebe in uns tragen, dann verleiht uns das Flügel, die es uns ermöglichen, alle Beschwernisse des Lebens leichter zu ertragen.

Sich von Gott in Jesus Christus lieben zu lassen, ist das kräftigende Licht. Unsere Verantwortung ist es dabei, das Fenster unserer Seele zu öffnen, damit dieses Licht Gottes in uns eintreten kann, auch wenn wir es hier und da nicht offensichtlich spüren.

Frage: In welchen Momenten deines Lebens könntest du bewusst das Licht Gottes in dir einlassen und dich von seiner Liebe tragen lassen?
Gebet: Sei Du da Herr im Erleben von Abwesenheit der Erfahrung, dass es Dich gibt und hilf uns auszuharren wenn alles staubtrocken geworden ist. Lass nicht zu, dass wir uns von Dir trennen.

7. Zuflucht in der Not

Er ist für sie eine sichere Zuflucht in Zeiten der Not. Nahum 1:7

Durch dunkle Erlebnisse begreifen wir, dass unser Leben nicht vollständig in unserer Hand liegt und werden auf Gott hin geworfen. In dunklen Stunden die Zuversicht nicht verlieren!

Das meint nicht, die rosarote Brille aufzusetzen, um der Wirklichkeit aus dem Weg zu gehen. Ich erkenne, was ist. Aber ich resigniere nicht. Denn ich weiß, dass diese Welt in Gottes Hand ist!

Christus selbst durchbricht die dunkelste Nacht. Ein Hammer-Zitat von Edith Stein trifft dies genau auf den Punkt: Je dunkler es hier um uns wird, desto mehr müssen wir das Herz öffnen für das Licht von oben.

Daher: Herr, sei uns nahe in unseren Kämpfen, in unseren Sorgen, in unseren Enttäuschungen und segne uns durch deine wohlwollende Gegenwart.

Frage: Welche Schatten in deinem Leben laden dich heute ein, dein Herz für das Licht von oben zu öffnen?