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Gal 2

Galater Brief Gal 2. Kap.:  Andacht, Auslegung und Kommentar zur Bibel

Andacht, Auslegung, Predigt und Kommentar zur Bibel zum Galater Brief Gal 2 Kap.

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Andacht zum Galater Brief Gal 2. Kap.

In Galater 2 betont Paulus, dass sein Evangelium von Gott und nicht von Menschen stammt. Er berichtet, wie er nach Jerusalem reiste, um sich mit den führenden Aposteln zu treffen und sie von seinem Evangelium zu überzeugen. Obwohl sie seine Botschaft akzeptierten, gab es Spannungen zwischen Paulus und einigen jüdischen Christen, die darauf bestanden, dass die Nichtjuden die jüdischen Gesetze befolgen sollten. Paulus argumentierte, dass das Gesetz nicht notwendig sei, um gerettet zu werden, sondern dass allein der Glaube an Jesus Christus ausreicht. Dieses Kapitel betont die Bedeutung von Einheit und Vertrauen in das Evangelium, das von Gott offenbart wurde, und nicht von menschlichen Traditionen oder Gesetzen abhängig ist.

Gal 2,1-10: Paulus, von den Aposteln anerkannt

Christliche Bibel – Auslegung, Kommentar, Andacht, Impuls, Erklärung, Bedeutung bzw. Predigt zum Galater Brief Gal 2,1-10

Gal 2,1: Erst vierzehn Jahre später bin ich wieder nach Jerusalem gekommen, diesmal zusammen mit Barnabas. Auch Titus nahm ich mit.

Wieder nach Jerusalem gekommen

Dieser Vers zeigt, dass Paulus seine Mission unter den Heiden nicht unabhängig, sondern in Übereinstimmung mit den führenden Aposteln in Jerusalem ausüben wollte. Die Erwähnung von Titus, einem nichtjüdischen Christen, unterstreicht das zentrale Thema des Briefes: das Evangelium ist unabhängig vom jüdischen Gesetz.

Paulus betont hier seine Berufung durch Gott und seine Treue zur Offenbarung, nicht zur menschlichen Autorität. Der Vers zeigt auch die Einheit der frühen Kirche trotz kultureller Unterschiede.

Insgesamt bekräftigt Gal 2,1 die Legitimität von Paulus’ Apostelamt und seine Botschaft von der Rechtfertigung allein durch den Glauben.

Frage: Wie offen bist du in deinem eigenen Glaubensweg dafür, Autoritäten hinter dir zu lassen und dich von einer höheren Führung leiten zu lassen?

Parallelstellen zum Vers Gal 2,1: Apg 15,2; Tit 1,4; Barnabas Apg 4,36 

Gal 2,2: Gott selbst hatte sich mir offenbart und mir den Auftrag zu dieser Reise gegeben. In Jerusalem habe ich erklärt, welche Botschaft ich den Menschen aus anderen Völkern verkünde. Ich trug dies der versammelten Gemeinde vor und in einem weiteren Gespräch ihren führenden Männern. Denn ich wollte vermeiden, dass meine Arbeit abgelehnt wird und alle meine Mühe vergeblich ist.

Andacht von der Erzabtei Beuron

Paulus hegt keinen Zweifel an seiner Sendung zu den Heiden und an dem Evangelium, das er ihnen verkündet.

Dennoch hätte es sein können, dass seine Arbeit vergeblich gewesen wäre – genau dann, wenn die Gemeinde von Jerusalem seine Tätigkeit nicht anerkannt hätte.

Aus diesem Grund begab sich Paulus 14 Jahre nach seinem ersten Besuch erneut nach Jerusalem.

Frage: Wie erkenne ich in meinem eigenen Leben, ob mein Wirken von anderen anerkannt wird – und wie gehe ich damit um, wenn dies nicht der Fall ist?

Parallelstellen zum Vers Gal 2,2: Angesicht 2,6.9; umsonst 4,11 

Gal 2,3: Alle Verantwortlichen stimmten mir zu. Nicht einmal von Titus, meinem griechischen Reisebegleiter, verlangte man, sich beschneiden zu lassen.

Parallelstellen zum Vers Gal 2,3: 6,12; 1Kor 9,21; Apg 16,3 

Gal 2,4: Die Frage der Beschneidung wäre überhaupt nicht zum Problem geworden, hätten sich da nicht einige angebliche Christen hinter meinem Rücken in die Gemeinde eingeschlichen. Sie hegten ein tiefes Misstrauen gegenüber der Freiheit, die uns Jesus Christus schenkt, und wollten uns wieder dem jüdischen Gesetz unterwerfen.

Frage der Beschneidung

Die Auseinandersetzung mit der Frage der Beschneidung verdeutlicht seinen Einsatz für die Gnade Gottes als Grundlage des christlichen Glaubens.

Dieser Abschnitt unterstreicht, dass unsere Erlösung nicht durch Werke, sondern allein durch den Glauben erreicht wird.

Paulus‘ Reise nach Jerusalem zeigt seine Entschlossenheit, die Einheit im Evangelium zu bewahren und den Glauben von menschlichen Zusätzen zu befreien.

Frage: Wie kannst du in deinem eigenen Glaubensleben die Gnade Gottes stärker in den Mittelpunkt stellen und dich von äußerlichen Erwartungen lösen?

Parallelstellen zum Vers Gal 2,4: falschen Apg 15,1; 15,24; 2Kor 11,13.26; 2Petr 2,1; Freiheit 3,23–26; 5,1; Versklavung 5,1 

Gal 2,5: Aber wir haben ihnen keinen Augenblick nachgegeben. Denn für uns ist wichtig, dass euch die Wahrheit der rettenden Botschaft erhalten bleibt.

Andacht für dein Leben

  • Treue zur Wahrheit: Du sollst stets aufrichtig und ehrlich bleiben, auch wenn es unangenehm ist. Deine Prinzipien und Werte dürfen nicht durch äußere Einflüsse oder den Druck von anderen verändert werden.
  • Vertrauen in Gott: Vertraue darauf, dass Gott dir die nötige Kraft gibt, deine Überzeugungen zu leben, selbst wenn du dich in herausfordernden Situationen befindest. Er ist immer bei dir und stärkt deinen Glauben.
  • Parallelstellen zum Vers Gal 2,5: Wahrheit 2,14; 4,16; 5,2–6 

Im Glauben standhaft

Galater 2,5 erzählt von der Standhaftigkeit im Glauben. Paulus hebt hervor, wie wichtig es ist, sich nicht dem Druck von außen zu beugen, sondern den Glauben festzuhalten, den sie in Christus gefunden haben. Er ermutigt dazu, nicht den Einflüssen anderer nachzugeben, sondern sich ganz auf das Evangelium zu konzentrieren, das sie empfangen haben.

Diese Verse erinnern uns daran, wie bedeutend es ist, unseren Glauben zu schützen und uns nicht von äußeren Kräften ablenken zu lassen. Es geht darum, unsere Überzeugungen zu bewahren und in unserem Glauben an Christus standhaft zu bleiben – gerade dann, wenn Herausforderungen auf uns zukommen.

Frage: Wie kannst du in deinem eigenen Leben standhaft im Glauben bleiben, auch wenn äußere Einflüsse dich herausfordern?

Gal 2,6: Die verantwortlichen Männer in der Gemeinde haben mir jedenfalls keine Vorschriften gemacht – im Übrigen ist es mir ganz unwichtig, was sie früher einmal waren. Denn Gott schaut nicht auf Rang und Namen.

Die verantwortlichen Männer

Galater 2,6 berichtet, dass die sogenannten „Angesehenen“ der Gemeinde – die führenden Apostel – Paulus nichts auferlegten, sondern seine Berufung anerkannten. Dieser Vers verdeutlicht, dass menschlicher Rang oder Status für Gott keine Bedeutung hat: „Gott achtet das Ansehen der Person nicht.“

Paulus betont, dass seine apostolische Autorität direkt von Gott kommt und nicht von Menschen abhängig ist. Die Gemeinde in Jerusalem erkannte seine Berufung an, ohne ihn zu korrigieren oder zu ergänzen. Damit hebt Paulus die Einheit des Evangeliums hervor, das er verkündet, und macht deutlich, dass seine Botschaft eigenständig, aber im Einklang mit der der Jerusalemer Apostel steht.

Es geht um göttliche Berufung, nicht um menschliche Anerkennung.

Frage: Wie offen bin ich dafür, meine eigene Berufung jenseits von äußerer Anerkennung zu leben?

Parallelstellen zum Vers Gal 2,6: Äußere 2,2; Apg 10,34; Angesicht 2,2.9; keine Apg 15,11.19.28 

Gal 2,7: Diesen Leitern der Gemeinde ist klar geworden, dass Gott mir den Auftrag gegeben hat, den nichtjüdischen Völkern die Botschaft von Christus zu verkünden, so wie er Petrus aufgetragen hat, sie den Juden zu bringen.

Parallelstellen zum Vers Gal 2,7: Unbeschnitt. 1,16; betraut 1Tim 1,11 

Gal 2,8: Denn alle konnten sehen, dass meine Arbeit als Apostel ebenso von Gott bestätigt wurde wie die von Petrus.

Parallelstellen zum Vers Gal 2,8: Röm 15,15–19; Eph 3,2.7.8 

Gal 2,9: Jakobus, Petrus und Johannes, die als die Säulen der Gemeinde gelten, hatten erkannt, dass Gott mir diesen besonderen Auftrag gegeben hat. Da reichten sie mir und Barnabas die Hand zum Zeichen unserer Gemeinschaft. Wir einigten uns, dass sie die rettende Botschaft weiter unter den Juden verkünden sollten und wir unter den anderen Völkern.

Anerkennung von Paulus apostolischem Auftrag

Diese Verse verdeutlichen die Anerkennung und Akzeptanz von Paulus‘ apostolischem Auftrag. Sie zeigen, dass die Apostel, obwohl sie unterschiedliche Schwerpunkte hatten, gemeinsam die Vielfalt der apostolischen Aufgaben respektierten.

Diese Einheit stärkte die Verbindung zwischen den Aposteln und unterstrich die göttliche Berufung von Paulus. Das gegenseitige Verständnis und die Zusammenarbeit unter den Aposteln offenbaren die Einheit in der Vielfalt innerhalb der frühchristlichen Gemeinschaft.

Frage: Wie kannst du in deinem Leben Einheit und Vielfalt gleichermaßen leben und dadurch deine eigene Berufung erkennen?

Parallelstellen zum Vers Gal 2,9: Gnade Röm 1,5; Pfeiler 2,2; Jer 1,18; Gemeinschaft Apg 15,25 

Gal 2,10: Nur um eins haben sie uns gebeten: Wir sollten die Armen in der Gemeinde von Jerusalem nicht vergessen. Und dafür habe ich mich auch immer eingesetzt.

Andacht für dein Leben

  • Teile mit anderen: Du wirst ermutigt, das Evangelium nicht nur für dich zu behalten, sondern auch aktiv mit denen zu teilen, die es brauchen. Überlege, wie du Menschen in deinem Umfeld mit Liebe und Wahrheit begegnen kannst.
  • Hilf den Bedürftigen: Achte darauf, den Bedürftigen zu helfen, sei es durch materiellen oder seelischen Beistand. Dein Glaube soll sichtbar werden, indem du den Armen und Schwachen in deiner Umgebung beistehst.
  • Parallelstellen zum Vers Gal 2,10: Apg 11,29.30 

Andacht von der Erzabtei Beuron

Was er in Gal 2,7-10 über das Aposteltreffen in Jerusalem sagt, steht in einer gewissen Spannung zu dem, was Lukas darüber in Apg 15 berichtet. Paulus stellt die Sache von seinem Standpunkt aus dar. Ihm ist wichtig, dass seine Sendung zu den Heiden und seine Art, das Evangelium zu verkünden, von den maßgebenden Männern in Jerusalem anerkannt wurden, vor allem von Jakobus, Kephas und Johannes.

Von einer Aufteilung der Missionsarbeit („Wir sollten zu den Heiden gehen, sie zu den Beschnittenen“, Gal 2,9) steht nichts in Apg 15; es ist dabei auch gar nicht an das Nebeneinanderbestehen von zwei Kirchen zu denken, eher an zwei Richtungen, in die das eine Evangelium gesprochen wird.

Frage: Wie spürst du in deinem eigenen Glaubensweg die Balance zwischen individuellen Berufungen und dem gemeinsamen Ziel, das Evangelium zu leben?

Die Armen nicht vergessen

In Galater 2,10 hebt Paulus die wichtige Aufgabe hervor, sich um Bedürftige zu kümmern. Er erinnert die Gläubigen daran, dass die Armen in der Gemeinschaft nicht vergessen werden dürfen.

Diese Form der Wohltätigkeit ist mehr als ein einfacher Akt der Nächstenliebe – sie stärkt die Einheit in Christus. Paulus unterstreicht, wie wichtig es ist, die Bedürfnisse der Armen wahrzunehmen und ihnen tatkräftig beizustehen, um Gottes Liebe sichtbar und greifbar zu machen.

Diese persönliche Auslegung lädt dazu ein, soziale Gerechtigkeit und Mitgefühl innerhalb der christlichen Gemeinschaft zu fördern. Sie zeigt auf eindrucksvolle Weise, dass Glaube durch gelebte Liebe lebendig wird.

Frage: Wie kann ich heute ganz konkret Liebe und Mitgefühl in meinem Umfeld sichtbar werden lassen?

Gal 2,11-14: Der Konflikt in Antiochia

Christliche Bibel – Auslegung, Kommentar, Andacht, Impuls, Erklärung, Bedeutung bzw. Predigt zum Galater Brief Gal 2,11-14

Gal 2,11: Als aber Petrus später nach Antiochia kam, musste ich ihm vor allen widersprechen, denn er hatte sich eindeutig falsch verhalten.

Zum Abschnitt Gal 2,11-21

In Galater 2,11-21 wird die Auseinandersetzung zwischen Paulus und Petrus in Antiochien beschrieben. Paulus kritisiert Petrus öffentlich, weil dieser sich von den nichtjüdischen Christen zurückgezogen hatte, als einige jüdische Gläubige in die Stadt kamen. Dabei macht Paulus deutlich, dass Rechtfertigung nicht durch das Einhalten des Gesetzes geschieht, sondern allein durch den Glauben an Jesus Christus.

Er führt aus, dass, wenn das Gesetz die Kraft zur Rechtfertigung hätte, der Tod Christi umsonst gewesen wäre. Die Werke des Gesetzes können uns nicht vor Gott gerecht machen. Vielmehr erklärt Paulus, dass wir durch den Glauben an Christus mit ihm gekreuzigt und mit ihm auferstanden sind.

Dieses neue Leben in Christus fordert eine radikale Wende weg vom Gesetz und hin zur Gnade, die wir durch den Glauben annehmen.

Frage: Wie offen bin ich dafür, alte Sicherheiten loszulassen und mein Leben auf die Kraft des Glaubens und der Gnade zu gründen?

Parallelstellen zum Vers Gal 2,11: Antiochien Apg 15,35 

Gal 2,12: Zunächst hatte er ohne Bedenken mit den Christen, die keine Juden waren, an den gemeinsamen Mahlzeiten teilgenommen. Als aber einige jüdische Christen aus dem Kreis um Jakobus dazukamen, zog er sich zurück und wollte nicht mehr wie bisher mit allen zusammen essen. Er fürchtete nämlich die Vorwürfe der jüdischen Christen.

Parallelstellen zum Vers Gal 2,12: gegessen Mk 2,16; Apg 10,28; fürchtete Spr 29,25 

Gal 2,13: Auch die anderen Juden in der Gemeinde handelten daraufhin gegen ihre Überzeugung, und schließlich verleiteten sie sogar Barnabas dazu, den gemeinsamen Mahlzeiten fernzubleiben.

Handelten daraufhin gegen ihre Überzeugung

Paulus verurteilt dieses Verhalten als Heuchelei, weil Petrus dadurch die Freiheit im Evangelium verleugnete und einen Unterschied zwischen Juden und Heiden machte. Für Paulus steht fest: In Christus gibt es keine Trennung mehr.

Diese Episode zeigt, wie tief verwurzelt kulturelle und religiöse Unterschiede sein können, selbst bei führenden Aposteln. Gleichzeitig betont sie die Wichtigkeit, konsequent nach dem Evangelium zu handeln – ohne Angst vor menschlicher Meinung.

Frage: Wo in meinem Leben könnte ich offener werden, um Freiheit und Einheit im Geist des Evangeliums wirklich zu leben?

Gal 2,14: Als ich merkte, dass sie nicht ehrlich waren und von der Wahrheit der rettenden Botschaft abwichen, stellte ich Petrus vor der ganzen Gemeinde zur Rede: »Obwohl du als Jude geboren wurdest, lebst du nicht mehr streng nach den jüdischen Vorschriften, weil du Christ geworden bist. Weshalb verlangst du dann von den Christen, die aus den nichtjüdischen Völkern stammen, dass sie sich an die jüdischen Regeln und Gesetze halten sollen?

Andacht für dein Leben

  • Stärke deinen Stand: Wenn du siehst, dass jemand in deinem Umfeld nicht konsequent zu seinem Glauben steht, lass dich nicht beeinflussen, sondern bleibe fest und authentisch in deinen Überzeugungen.
  • Sei ein Vorbild: Lebe deine Prinzipien so, dass andere durch dein Verhalten inspiriert werden, den richtigen Weg zu gehen, ohne Kompromisse einzugehen.
  • Parallelstellen zum Vers Gal 2,14: geraden 2,5; Hebr 12,13; vor 1Tim 5,20; jüdisch 2,3; 6,12; Apg 15,10.19.28 

Andacht von der Erzabtei Beuron

Wie notwendig für die Einheit der Kirche der Kontakt zwischen Juden- und Heidenchristen war, zeigt der berühmte Zusammenstoß zwischen Petrus und Paulus in Antiochia (V. 11-14).

Es genügt nicht, grundsätzlich das Recht der Heidenchristen auf Freiheit vom jüdischen Gesetz anzuerkennen; das war für Petrus so klar wie für Paulus.

Der entscheidende Punkt in Antiochia war die Tischgemeinschaft, die Mahlgemeinschaft, in der sich die Gemeinschaft des Glaubens und der Liebe bezeugt und verwirklicht.

Frage: Wie erlebe ich heute Gemeinschaft im Glauben, die über Regeln hinaus die Verbindung von Herzen stärkt?

Gal 2,15-16: Rechtfertigung allein durch Glauben

Christliche Bibel – Auslegung, Kommentar, Andacht, Impuls, Erklärung, Bedeutung bzw. Predigt zum Galater Brief Gal 2,15-16

Gal 2,15: ‭Natürlich sind wir von Geburt an Juden und keine nichtjüdischen Sünder.

Parallelstellen zum Vers Gal 2,15: Sünder Eph 2,11.12; Mt 9,11

Gal 2,16: Trotzdem wissen wir inzwischen sehr genau, dass wir nicht durch Taten, wie das Gesetz sie von uns fordert, vor Gott bestehen können, sondern allein durch den Glauben an Jesus Christus.

Gal 2,16: So sind auch wir an Christus Jesus gläubig geworden, damit wir aus dem Glauben an Christus gerechtfertigt würden und nicht aus Werken des Gesetzes, weil aus Werken des Gesetzes kein Fleisch gerechtfertigt wird.

Andacht für dein Leben

  • Du bist nicht durch Werke gerecht: Es reicht nicht, nur gute Taten zu vollbringen, um vor Gott gerecht zu sein. Dein Vertrauen auf Jesus, nicht auf deine Leistungen, ist entscheidend.
  • Glaube an die Gnade Gottes: Du kannst dich nicht durch eigene Anstrengungen oder Gesetzestreue retten. Nur der Glaube an Jesus Christus, der dich liebt, bringt dich in die rechte Beziehung zu Gott.
  • Parallelstellen zum Vers Gal 2,16: Röm 3,20.28; Eph 2,8.9; auch Apg 13,39; 15,11; Phil 3,9 

Befreiende Erkenntnis

Bin ich das, was ich leiste und vorweisen kann? Oder bin ich das, was andere von mir sagen? Oder bin ich etwa das, was ich an Defiziten an mir erkenne und möglichst verberge?

Paulus gibt hier eine befreiende Antwort. Klar, bemühen wir uns ein Leben zu führen, wie es Gott entspricht. Aber das ist nicht das Entscheidende. Das Entscheidende ist, dass Jesus Christus in mir lebt, der Sohn Gottes, der mich geliebt und sich selbst für mich dahin gegeben hat.

Dies ist eine befreiende Erkenntnis. Ich kann meinen Leistungswahn, meinen Perfektionismus, meinen Konkurrenzkampf und vieles mehr kreuzigen. Denn es entsteht ein in Christus gegründetes Selbstbewusstsein. Ich bin geliebt, wertgeschätzt mit allem, trotz allem.

Im Wesentlichen sagte Paulus: Es ist mehr Sünde, wenn wir versuchen, durch unser Halten der Gesetze Akzeptanz vor Gott zu finden, als Sünde im täglichen Leben eines Christen.

Frage: Worauf gründet mein Selbstwert – auf dem, was ich leiste, oder auf der tiefen Gewissheit, dass ich bedingungslos geliebt bin?

Gal 2,17-19: Tot für das Gesetz

Christliche Bibel – Auslegung, Kommentar, Andacht, Impuls, Erklärung, Bedeutung bzw. Predigt zum Galater Brief Gal 2,17-19

Gal 2,17: ‭Wenn sich nun aber herausstellt, dass wir Sünder sind, wir, die durch Christus vor Gott als gerecht bestehen wollen, ist dann vielleicht Christus ein Diener der Sünde geworden? Das ist völlig ausgeschlossen!

Parallelstellen zum Vers Gal 2,17: Sünder Röm 3,9.23; Diener Röm 6,1.2 

Gal 2,18: ‭Ich würde vielmehr selbst zum Gesetzesbrecher, wenn ich dem wieder Geltung verschaffte, was ich vorher für ungültig erklärt habe.

Parallelstellen zum Vers Gal 2,18: niederriss Eph 2,14–16; wieder 4,9–11; 5,11 

Gal 2,19: Nun bin ich aber durch das Gesetz dem Gesetz gestorben, um für Gott zu leben.

Andacht für dein Leben

  • Gesetz und Freiheit: Du bist nicht mehr durch das Gesetz gebunden, sondern lebst in der Freiheit, die dir durch den Glauben an Christus gegeben wurde. Du darfst die Beziehung zu Gott aus Liebe und nicht aus Pflicht leben.
  • Glaube als Lebensgrundlage: Dein Leben ist nicht durch eigene Anstrengungen geprägt, sondern durch das Vertrauen auf Jesus Christus, der dich erlöst hat. Deine Identität und Hoffnung sind fest in ihm verankert.
  • Parallelstellen zum Vers Gal 2,19: durch Röm 7,7–11; starb Röm 7,4.6; Kol 2,20; lebe Röm 6,10–13; 7,6; 2Kor 5,15; gekreuzigt 5,24 

Wie starb Paulus für das Gesetz?

Ich bin durch das Gesetz dem Gesetz gestorben. Das Gesetz selbst „tötete“ Paulus. Es zeigte ihm, dass er niemals dem Gesetz gerecht werden und seinen heiligen Standard erfüllen konnte.

Lange bevor Paulus Jesus kannte, dachte er, Gott würde ihn wegen seiner Gesetzestreue annehmen. Aber er kam an den Punkt, wo er das Gesetz wirklich verstand – es so zu verstehen, wie Jesus es in der Bergpredigt erklärte – und dann erkannte Paulus, dass das Gesetz ihn vor Gott schuldig machte.

Dieses Schuldgefühl vor Gott „tötete“ Paulus und ließ ihn erkennen, dass es nicht die Lösung war, das Gesetz zu halten.

Frage: Wie kannst du in deinem eigenen Leben erkennen, wann etwas, das dich einschränkt, dich auch zu einer tieferen Wahrheit oder Freiheit führen will?

Andacht von Anselm Grün

Dieses Wort gilt es immer tiefer in das eigene Herz hineinfallen zu lassen, damit Christus unsere innerste Wirklichkeit wird.

Dann werden wir frei vom eigenen Ego, von den Illusionen, die wir uns vom Leben gemacht haben, aber auch frei von den Maßstäben dieser Welt, von dem Druck, von allen bestätigt und anerkannt zu werden.

All diese Maßstäbe sind durch Christus gekreuzigt, durchgestrichen, damit nun Christus in uns lebt.

Wenn Christus in uns lebt, dann sind wir heil und ganz, dann kommen wir in Berührung mit dem ursprünglichen Bild, das Gott sich von jedem von uns gemacht hat.

Die Erfahrung der Freiheit ist für Paulus Ausdruck der mystischen Erfahrung des Einswerdens mit Jesus Christus.

Anselm Grün

Frage: Wie kannst du Christus in deinem eigenen Herzen Raum geben, um die Freiheit von äußeren Erwartungen und inneren Begrenzungen zu erfahren?

Gal 2,20: Christus lebt in mir

Christliche Bibel – Auslegung, Kommentar, Andacht, Impuls, Erklärung, Bedeutung bzw. Predigt zum Galater Brief Gal 2,20

Gal 2,20: Ich bin mit Christus gekreuzigt; und nun lebe ich, aber nicht mehr ich selbst, sondern Christus lebt in mir. Was ich aber jetzt im Fleisch lebe, das lebe ich im Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt und sich selbst für mich hinge­geben hat.

Gal 2,20: Ich bin mit Christus gekreuzigt und nun lebe ich, aber nicht mehr ich, sondern Christus lebt in mir. Mein vergängliches Leben auf dieser Erde lebe ich im Glauben an Jesus Christus, den Sohn Gottes, der mich geliebt hat und sein Leben für mich gegeben hat.

Andacht für dein Leben

  • Mit Christus leben: Du bist mit Christus gekreuzigt. Dein altes Leben ist vergangen. Du lebst nun durch den Glauben an den Sohn Gottes, der dich liebt und für dich gestorben ist. Dein Handeln und Denken sollten von dieser Liebe geprägt sein.
  • Neue Identität: Du gehörst nicht mehr dir selbst. Deine Identität wird durch Christus bestimmt. Du bist in ihm ein neues Geschöpf, das nach Gottes Willen lebt, nicht nach eigenen Wünschen.
  • Parallelstellen zum Vers Gal 2,20: Christus Kol 3,3.4; Fleisch 2Kor 10,3; Phil 1,22; 1Petr 4,2; hingab 1,4; Joh 10,15; Eph 5,2.25 

Geliebt von Jesus

Früher basierte Pauls Beziehung zu Gott darauf, was er für Gott tun konnte. Sein Glaube ruhte in sich selbst. Nun aber gründete sich seine Beziehung auf das, was Jesus Christus für ihn getan hatte – sein Glaube war in Jesus verankert.

Paulus entdeckte einen wunderbaren Menschen, an den er glauben konnte. Es war eine Person, die ihn liebte. Eine Person, die diese Liebe eindrucksvoll zeigte, als sie sich für Paulus hingab.

Paulus kann sich Jesus vertrauensvoll hingeben, weil Jesus ihm in der Vergangenheit seine Liebe bewiesen hat. Es ist wahr, dass Jesus uns auch heute liebt, doch Paulus schreibt mit Überzeugung: „Der mich geliebt hat.“ Das Verb steht bewusst in der Vergangenheitsform.

Jesus hat mich am Kreuz geliebt, liebte mich in der Krippe von Bethlehem und liebte mich, bevor die Erde geschaffen war. Es gab niemals eine Zeit, in der Jesus sein Volk nicht geliebt hat.

Frage: Wie kannst du deine Beziehung zu Gott neu entdecken, indem du seine unermessliche Liebe aus der Vergangenheit in deinem Herzen heute lebendig werden lässt?

Ich, doch nicht mehr ich

Das ist und bedeutet Jesu Auferstehung für unser Leben. Wer das Herz des Menschen gewonnen hat, besitzt den ganzen Menschen. Jesus hat unser Herz gewonnen. Wir verzichten auf das Selber-sein-Wollen. Am auferstandenen Herrn halten wir uns fest, und wir wissen: Er hält uns fest!

Beachte: An ihm halten wir uns fest, so halten wir auch einander fest, werden ein Leib in ihm. Im Glauben dehnt sich das Ich des Glaubenden aus, um von einem Anderen bewohnt zu sein, um in einem Anderen zu leben, und so weitet sich sein Leben in der Liebe.

Wenn wir so leben, gestalten wir die Welt um in der Kraft der Auferstehung. Das Ich selber, die eigentliche Identität des Menschen ist verändert worden. Er existiert noch und er existiert nicht mehr. Er ist durch ein Nicht hindurchgegangen und steht immerfort in diesem Nicht. Ich, doch nicht mehr ich.

Das eigene Ich wird mir genommen und eingefügt in ein größeres, den Leib Jesu Christi. In diesem neuen Existenz-Raum bin ich ein Verwandelter und Aufgebrochener. Wir sind in die Liebe Christi hinein genommen. Das sind nicht nur Worte. Jesus liebt uns!

Frage: Wie verändert die Erfahrung der Auferstehung dein eigenes Selbstbild und deine Beziehung zu anderen Menschen?

Andacht von Franz von Sales

Wir müssen sterben, damit Gott in uns lebe. Es ist unmöglich, die Vereinigung unserer Seele mit Gott auf einem anderen Weg als auf dem der Abtötung zu erreichen. Die Worte: „Man muß sterben,“ sind bitter; dieser Bitterkeit folgt aber eine große Süße auf dem Fuß, denn dieses Sterben vereint uns mit Gott.

Man kann Gott nicht vollkommen lieben, wenn man die Zuneigungen zu den vergänglichen Dingen nicht aufgibt. Ach, Herr Jesus, wann werden wir, nachdem wir Dir alles geopfert, was wir haben, auch alles opfern, was wir sind?

Wann werden wir Dir unseren freien Willen zum Brandopfer darbringen, dieses einzige Kind unseres Geistes? Wann werden wir diesen freien Willen binden und auf den Scheiterhaufen Deines Kreuzes, Deiner Dornen, Deiner Lanze legen, damit er wie ein Schäflein ein Deinem Wohlgefallen angenehmes Opfer sei, um durch das Feuer und das Schwert Deiner heiligen Liebe zu sterben und zu verbrennen?

O Freiheit meines Herzens, wie gut wird es für dich sein, an das Kreuz des göttlichen Erlösers gebunden und ausgespannt zu sein! Wie wünschenswert ist es für dich, dir selbst zu sterben, um auf immer als Brandopfer des Herrn zu brennen!
Franz von Sales

Frage: Welche Teile von dir sind bereit, „zu sterben“, um Raum für Gottes Leben in dir zu schaffen?

Christus in uns

Ich bin mir nicht sicher, wo Jesus für Sie ist, aber wenn er für Sie irgendwo anders ist als in Ihnen selbst, dann haben Sie den Neuen Bund in Christus missverstanden.

Christsein bedeutet nicht nur, Glauben an Jesus zu haben oder Liebe für Christus zu praktizieren. Es geht auch darum zu erkennen, dass wir Teilhaber seiner göttlichen Natur sind, Erben mit Jesus, Kinder Gottes, dass wir eins sind mit ihm.

Wenn wir das verstehen, dann erkennen wir, dass unsere Zukunft nicht nur abhängig ist von unseren eigenen Gaben, Talenten, unserem Können oder unserer Intelligenz, sondern von seiner Gegenwart in uns. Damit sind wir nicht mehr nur auf uns selbst angewiesen, sondern auf ihn.

Wo das verstanden wird, hören wir auf, religiös zu sein, und beginnen, uns an dieser Gemeinschaft mit Christus zu erfreuen. Das ist allerdings ein ständiger Kampf und muss täglich eingeübt werden.

Frage: Wie spürst du die Gegenwart Jesu in deinem Inneren und wie verändert diese Erfahrung deinen Alltag?

Gal 2,21: Gnade Gottes wird nicht verworfen

Christliche Bibel – Auslegung, Kommentar, Andacht, Impuls, Erklärung, Bedeutung bzw. Predigt zum Galater Brief Gal 2,21

Gal 2,21: Ich verwerfe die Gnade Gottes nicht; denn wenn durch das Gesetz Gerechtigkeit kommt, so ist Christus vergeblich gestorben.

Gnade Gottes nicht verwerfen

Die Gnade zunichte zu machen, hieße, nicht auf die Errettung als Gottes Geschenk, sondern auf die eigene Anstrengung zu vertrauen.

Dies zu tun bedeutet, die Gnade insgesamt abzulehnen, und sich auf seine kümmerliche Anstrengung zu verlassen, bedeutet, dass man diese Gnade zunichte macht.

Frage: In welchen Bereichen deines Lebens fällt es dir schwer, die Gnade wirklich anzunehmen, statt auf deine eigene Kraft zu bauen?

Parallelstellen zum Vers Gal 2,21: 3,18.21; umsonst 5,2

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