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Hesekiel Hes 34. Kap.: Auslegung, Kommentar und Andacht zur Bibel

Christliche Bibel – Auslegung, Kommentar, Andacht, Impuls, Erklärung, Bedeutung bzw. Predigt zum Buch Hesekiel Hes 34. Kap.

Zu Hesekiel Hes 34. Kap.

Hesekiel 34 ist eine prophetische Anklage gegen die schlechten Hirten Israels – die Führer, die das Volk statt zu schützen und zu leiten, ausgebeutet haben. Gott stellt sich als der wahre Hirte dar, der sein Volk selbst suchen, retten und weiden wird. Diese Verheißung weist auf den kommenden Messias hin, den „guten Hirten“ (Johannes 10,11). Gleichzeitig unterscheidet Gott zwischen den gerechten und ungerechten Schafen, indem er die Starken warnt, die Schwachen nicht zu unterdrücken. Die Botschaft zeigt Gottes Fürsorge und Gerechtigkeit: Er bestraft ungerechte Herrscher und stellt ein gerechtes Reich unter seinem Knecht David auf. Dies ist eine Zusage des Heils, das in Jesus Christus seine Erfüllung findet.

Hes 34,1-10: Israels schlechte Hirten

Hes 34:1: ‭Und das Wort des HERRN erging an mich folgendermaßen:

Hes 34:2: ‭Menschensohn, weissage gegen die Hirten Israels, weissage und sprich zu ihnen, den Hirten: So spricht GOTT, der Herr: Wehe den Hirten Israels, die sich selbst weiden! Sollen die Hirten nicht die Herde weiden?

Wehe den Hirten Israels

Hesekiel 34,2 richtet sich an die „Hirten Israels“, also die Führer des Volkes, die ihre Verantwortung missbrauchen. Anstatt für das Wohl der ihnen anvertrauten Menschen zu sorgen, denken sie nur an sich selbst. Der Prophet Hesekiel kritisiert sie scharf: Sie nähren sich selbst, aber nicht die Herde.

Diese Worte haben eine tiefe geistliche Bedeutung. Sie fordern gerechte und verantwortungsvolle Führung – sei es in der Politik, der Kirche oder im persönlichen Leben. Gott selbst verspricht, die Aufgabe der schlechten Hirten zu übernehmen und für sein Volk zu sorgen.

Diese Stelle mahnt uns, Macht nicht egoistisch zu nutzen, sondern im Dienst an anderen zu stehen. Wahre Führung bedeutet Fürsorge, nicht Ausbeutung.

Hes 34:3: ‭Das Fette verzehrt ihr, mit der Wolle bekleidet ihr euch, und das Gemästete schlachtet ihr, aber die Herde weidet ihr nicht!

Hes 34:4: ‭Das Schwache stärkt ihr nicht, das Kranke heilt ihr nicht, das Verwundete verbindet ihr nicht, das Verscheuchte holt ihr nicht zurück, und das Verlorene sucht ihr nicht, sondern mit Gewalt und Härte herrscht ihr über sie!

Hes 34:5: ‭Und so haben sie sich zerstreut, weil sie ohne Hirten waren, und sind allen wilden Tieren des Feldes zum Fraß geworden und haben sich zerstreut.

Hes 34:6: ‭Auf allen Bergen und hohen Hügeln irren meine Schafe umher, und über das ganze Land sind meine Schafe zerstreut; und niemand ist da, der nach ihnen fragt, und niemand, der sie sucht.

Hes 34:7: ‭Darum, ihr Hirten, hört das Wort des HERRN!

Hes 34:8: ‭So wahr ich lebe, spricht GOTT, der Herr: Weil meine Schafe zum Raub geworden sind, ja, weil meine Schafe allen wilden Tieren des Feldes zum Fraß geworden sind, weil sie keinen Hirten haben und meine Hirten nicht nach meinen Schafen fragen, und weil die Hirten nur sich selbst weiden und nicht meine Schafe,

Hes 34:9: ‭so hört, ihr Hirten, das Wort des HERRN!

Hes 34:10: ‭So spricht GOTT, der Herr: Siehe, ich komme über die Hirten, und ich will meine Schafe von ihren Händen fordern und will ihrem Schafeweiden ein Ende machen, und die Hirten sollen nicht mehr sich selbst weiden; denn ich will meine Schafe aus ihrem Maul erretten, dass sie ihnen künftig nicht mehr zum Fraß dienen sollen.

Hes 34,11-22: Gott, der gute Hirte

Hes 34:11: ‭Denn so spricht GOTT, der Herr: Siehe, ich selbst will nach meinen Schafen suchen und mich ihrer annehmen!

Zum Abschnitt Hes 34,11-22

Hesekiel 34,11-22 beschreibt Gott als den guten Hirten, der sich um seine verstreuten Schafe kümmert. Er verspricht, sie aus der Zerstreuung zu sammeln, zu weiden und zu schützen. Dies steht im Gegensatz zu den schlechten Hirten – den Führern Israels –, die das Volk vernachlässigt haben. Gott greift ein, um Gerechtigkeit herzustellen: Er sorgt für die Schwachen, richtet aber auch über die Starken, die andere unterdrücken.

Die Passage weist auf Gottes Fürsorge und sein kommendes Reich hin, in dem er selbst als Hirte handelt. Christen sehen hierin oft einen Hinweis auf Jesus Christus, den guten Hirten (Johannes 10,11). Die Botschaft betont Verantwortung, göttliches Eingreifen und Hoffnung für die Unterdrückten, während die Mächtigen zur Rechenschaft gezogen werden.

Ich selbst will nach meinen Schafen suchen

Dies verweist auf Gottes Liebe, aber auch auf die messianische Hoffnung, die sich in Jesus Christus erfüllt. Jesus nennt sich selbst den „guten Hirten“ (Joh 10,11). Der Vers ermutigt dazu, auf Gottes Leitung zu vertrauen, denn er sorgt für sein Volk und rettet die Verlorenen. Es ist eine Zusage göttlicher Treue und Wiederherstellung.

Hes 34:12: ‭Wie ein Hirte seine Herde zusammensucht an dem Tag, da er mitten unter seinen zerstreuten Schafen ist, so will ich mich meiner Schafe annehmen und sie aus allen Orten erretten, wohin sie zerstreut wurden an dem Tag des Gewölks und des Wolkendunkels.

Hes 34:13: ‭Und ich werde sie aus den Völkern herausführen und aus den Ländern zusammenbringen und werde sie in ihr Land führen; und ich werde sie weiden auf den Bergen Israels, in den Tälern und allen bewohnten Gegenden des Landes.

Hes 34:14: ‭Auf einer guten Weide will ich sie weiden; und ihr Weideplatz soll auf den hohen Bergen Israels sein, dort sollen sie sich auf einem guten Weideplatz lagern und auf den Bergen Israels fette Weide haben!

Hes 34:15: ‭Ich selbst will meine Schafe weiden und sie lagern, spricht GOTT, der Herr.

Ich will meine Schafe weiden

Der Herr nährt uns als unser Hirte durch sein Wort. Das Wort ist Nahrung für den inneren Menschen. Es kräftigt uns auf dem Glaubensweg. Wir lernen den Herrn selbst und seine Gedanken besser kennen. Unsere Liebe zu ihm wird wachsen. Ja, er selbst ist Nahrung für uns.

Ich will sie lagern

Er möchte uns Zeiten der Ruhe geben. Zeiten der Ruhe möchte uns der Herr geben. Bei allen Aufgaben in irdischen Belangen in Beruf und Familie, bei allem Dienst für ihn, brauchen wir Zeiten, in denen wir bei Ihm Ruhe finden. Wo wir in Ruhe nachdenken über sein Wort.

Hes 34:16: ‭Das Verlorene will ich suchen und das Verscheuchte zurückholen und das Verwundete verbinden; das Schwache will ich stärken; das Fette aber und das Starke will ich vertilgen; ich will sie weiden, wie es recht ist.

Hes 34:17: ‭Und zu euch, meinen Schafen, spricht GOTT, der Herr: Siehe, ich will Recht sprechen zwischen den einzelnen Schafen, zwischen den Widdern und den Ziegenböcken.

Hes 34:18: ‭Ist es euch nicht genug, dass ihr eine so gute Weide abweidet; müsst ihr auch noch das übrige Weideland mit euren Füßen zertreten? Und wenn ihr klares Wasser getrunken habt, müsst ihr dann das Übrige mit euren Füßen trüben?

Hes 34:19: ‭Und sollen dann meine Schafe das abweiden, was ihr mit euren Füßen zertreten habt, und trinken, was ihr mit euren Füßen trübe gemacht habt?

Hes 34:20: ‭Darum, so spricht GOTT, der Herr, zu ihnen: Siehe, ich selbst will Recht sprechen zwischen den fetten und den mageren Schafen:

Hes 34:21: ‭weil ihr alle schwachen Schafe mit Seite und Schulter weggedrängt und mit euren Hörnern gestoßen habt, bis ihr sie hinausgetrieben hattet,

Hes 34:22: ‭so will ich meinen Schafen zu Hilfe kommen, dass sie künftig nicht mehr zur Beute werden sollen, und ich will Recht sprechen zwischen den einzelnen Schafen.

Hes 34,23-31: Das Friedensreich

Hes 34:23: ‭Ich will ihnen einen einzigen Hirten erwecken, der sie weiden soll, nämlich meinen Knecht David; der soll sie weiden, und der soll ihr Hirte sein.

Zum Abschnitt Hes 34,23-31

Hesekiel 34,23-31 beschreibt die Verheißung eines guten Hirten, den Gott über sein Volk setzen wird. Dieser Hirte, ein neuer David, steht für den Messias, der als gerechter König und Hirte das Volk führt. Gott selbst sorgt für Schutz, Frieden und Überfluss und beseitigt alle Bedrohungen.

Diese Passage zeigt Gottes Treue zu seinem Bund: Er macht Israel zu seinem Volk und verspricht Segen und Sicherheit. Die Schafe symbolisieren die Gläubigen, die unter Gottes Führung Ruhe finden. Das Bild des guten Hirten erinnert an Jesus Christus (Joh 10,11), der sich um seine Nachfolger kümmert. Insgesamt verkündet Hesekiel Hoffnung und Wiederherstellung – ein Leben in Gottes Segen, fern von Angst und Mangel.

Christus ist unser Hirte

Das messianische Bild des Hirten ist tief im Alten Testament verwurzelt und liegt der christlichen Überlieferung sehr am Herzen. Jesus ist der wahre Hirte Israels, weil er der Menschensohn ist, der die Natur der Menschen annehmen wollte, um ihnen das neue Leben zu schenken und sie zum Heil zu führen. Christus ist der wahre gute Hirt, der sein Leben für seine Schafe – für uns – hingegeben hat, indem er sich am Kreuz geopfert hat. Er kennt seine Schafe, und seine Schafe kennen

Hes 34:24: ‭Und ich, der HERR, will ihr Gott sein, und mein Knecht David soll Fürst sein in ihrer Mitte; ich, der HERR, habe es gesagt!

Hes 34:25: ‭Ich will einen Friedensbund mit ihnen schließen und alle bösen Tiere im Land ausrotten, dass sie in der Steppe sicher wohnen und in den Wäldern schlafen können.

Hes 34:26: ‭Ich will sie und die Umgebung meines Hügels zum Segen setzen und will ihnen den Regen zu seiner Zeit herabsenden; das sollen Regengüsse des Segens sein!

Ist das nicht unumschränkte, göttliche Gnade?

Denn wer darf sagen: Ich will ihnen Regen geben, außer allein Gott? So ist die Gnade Gottes Gabe und wird nicht von Menschen geschaffen. Es ist auch notwendige Gnade. Was sollte der Erdboden schaffen ohne Regen? Die Schollen könnt ihr brechen und einsäen euer Saatkorn; aber was vermögt ihr ohne den Regen? Ebenso unumgänglich nötig ist der göttliche Segen.

Ihr arbeitet umsonst, wenn Gott nicht Seinen fruchtbaren Regen gibt und Sein Heil herniedersendet. Weiter ist es reichliche Gnade. Ich will ihnen Regen geben. Es heißt nicht: Ich will ihnen Tropfen geben, sondern Regen. So verhält es sich mit der Gnade. Wo Gott Segen verleiht, schenkt Er ihn meist in solchem Maß, dass es an Raum fehlt ihn zu beherbergen. Reichliche Gnade! Spurgeon

Hes 34:27: ‭Und die Bäume des Feldes sollen ihre Früchte bringen und das Erdreich seinen Ertrag; und sie sollen sicher in ihrem Land wohnen; und sie sollen erkennen, dass ich der HERR bin, wenn ich die Balken ihres Joches zerbreche und sie aus der Hand derer errette, die sie knechteten.

Hes 34:28: ‭Sie sollen künftig nicht mehr eine Beute der Heiden werden, noch sollen die wilden Tiere des Landes sie fressen, sondern sie sollen sicher wohnen, und niemand wird sie erschrecken.

Hes 34:29: ‭Ich will ihnen auch eine Pflanzung erwecken zum Ruhm, dass sie nicht mehr durch Hunger im Land weggerafft werden und die Schmähung der Heiden nicht mehr tragen müssen.

Hes 34:30: ‭So werden sie erkennen, dass ich, der HERR, ihr Gott, bei ihnen bin und dass sie, das Haus Israel, mein Volk sind, spricht GOTT, der Herr.

Hes 34:31: ‭Und ihr seid meine Herde, die Schafe meiner Weide; ihr seid Menschen, und ich bin euer Gott, spricht GOTT, der Herr.

Abschluss des Kapitels

Diese Aussage steht am Ende einer langen Rede Gottes über die schlechten Hirten Israels, die das Volk vernachlässigten. Gott verspricht, selbst als guter Hirte für sein Volk zu sorgen. In Vers 31 macht er klar, dass seine „Herde“ nicht Tiere, sondern Menschen sind – sein erwähltes Volk. Diese Worte betonen Gottes Fürsorge, Nähe und die besondere Beziehung zwischen ihm und den Gläubigen. Er ist der wahre Hirte, der sie leitet, schützt und versorgt. Im christlichen Verständnis erfüllt Jesus diese Verheißung als der gute Hirte (Johannes 10:11), der sein Leben für die Seinen gibt.

Hier geht’s zu einer Auslegung von G. de Koning zu Hesekiel Hes 34. Kap.

Das war eine Christliche Bibel – Auslegung, Kommentar, Andacht, Impuls, Erklärung, Bedeutung bzw. Predigt zum Buch Hesekiel Hes 34. Kap.