
Tag mit Gott
Inhaltsverzeichnis
1. Start in den Tag
Ich will den neuen Tag mit meinem Lied begrüßen. Ps 57,9
Ich will sofort, wenn ich aufwache, Gott danken und mich zu Ihm wenden. Die ersten Minuten des Tages sind entscheidend. Später, wenn Streß und Sorgen uns bestimmen, kommen wir nur schwer wieder zum Herrn zurück.
Besser, gleich beim Aufwachen gegen das Negative in uns anzugehen und auf Jesus sehen. In den Morgenstunden, wo wir selber noch nicht zerstreut sind, da ist Herz und Seele noch am nächsten bei Gott und am empfänglichsten für seine Stimme und für alle seine Einwirkungen.
Die erste Morgenstunde ist das Steuerruder des Tages. Augustinus
Frage: Was öffnet sich in mir, wenn ich den Beginn meines Tages bewusst in Gottes Gegenwart stelle?
2. Früh am Morgen
Früh am Morgen juble ich dir zu, weil du so gnädig bist. Du bietest mir Schutz wie eine sichere Burg; zu dir kann ich in der Not fliehen. Ps 59,17
Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben, sagt ein Sprichwort.
Aber man kann bei solchen Worten auch einmal die andere Seite der Wirklichkeit zu sehen versuchen, die sie uns so leicht verbergen.
Lob den Tag schon vor dem Abend.
Dann empfängst du ihn nicht mit Misstrauen und Vorsicht, sondern mit dem Lob des Vertrauens und der Zuversicht.
Loben wir doch einmal den Tag vor dem Abend.
Sagen wir ihm:
Sei gegrüßt, Bote Gottes, kleines Kind der Ewigkeit unseres Gottes.
Sei gelobt, Stückchen Zeit,
Sei gelobt, Tag, an dem ich ein wenig abzahlen kann an den Schulden des Herzens und der Liebe, die ich bei anderen habe.
Sei herzlich willkommen, du kleiner armer Tag, ich werde dich zu einem kleinen Kunstwerk machen, zu einem seligen, ernsten Spiel des Lebens, worin alles mitspielt: Gott, die Welt und mein Herz.
Meint ihr nicht, dass man den Tag am Abend sicher wird loben dürfen, wenn man ihn so betend am Morgen vor Gott gelobt hat?
Karl Rahner
Ich will dir lobsingen, meine Stärke. Denn Gott ist meine sichere Burg, der Gott, der mir Gnade erweist! Ps 59:18
Frage: Wie kannst du deinen heutigen Tag innerlich so begrüßen, dass er zu einem Raum für Vertrauen, Liebe und Gottesnähe wird?
3. Gottes Wort in den Tag mitnehmen
Seine Gebote machen auch den klug, der bisher gedankenlos in den Tag hineinlebte. Ps 19,8
Beginne deinen Tag nicht ohne das Wort Gottes. Wie ein Arzt, der die passende Medizin verschreibt, schenkt uns Gottes Wort genau das, was unsere Seele braucht. Wenn Kummer oder Sorgen unsere Augen trüben, wirkt es wie ein heilender Blick, der Klarheit schenkt.
Während die Sonne uns manchmal blendet, strahlt Gottes Wort so hell, dass es unsere Augen öffnet und uns Orientierung gibt. Es erleuchtet unseren Weg, zeigt uns, was wichtig ist, und begleitet uns durch die Herausforderungen des Alltags, damit wir nicht einfach so gedankenlos in den Tag hinein leben.
Wer sich jeden Morgen daran ausrichtet, spürt, wie seine Schritte leichter und sicherer werden. Gottes Wort ist nicht nur Trost – es ist Licht für jeden Tag. Ähnlich wie ich mein Handy einstecke oder meine Schulsachen einpacke, nehme ich heute folgendes Wort Gottes mit in den Tag:
Nahe ist der Herr den zerbrochenen Herzen. Ps 34,19
Frage: Welche Wahrheit aus Gottes Wort möchte heute meine Schritte leiten und mein Herz neu ausrichten?
4. Getrostes Herz
Mein Herz ist getrost, o Gott: ich will singen und spielen, auch meine Seele! Ps 108:2
Die Räder eines Wagens drehen sich im Kreis, nicht aber die Achse.
Die Flügel der Windmühle drehen sich im Wind, nicht aber die Mühle selbst.
Die Erde fährt auf ihrer Bahn dahin, aber ihr Mittelpunkt steht fest.
So sollte ein Christ imstande sein, mitten unter den wechselnden Umständen mit diesen Worten in den Tag zu gehen:
O Gott, mein Herz ist fest, voller Zuversicht und getrost. Trotz der mancherlei Sorgen, die mich bestürmen, ist mein Herz doch fest auf eins gerichtet und lässt sich davon durch nichts mehr abbringen: Es ist gerichtet auf dich, meinem Herrn und Gott.
Frage: Wo in deinem Inneren spürst du einen festen Mittelpunkt, der dich durch die Veränderungen des Lebens trägt, und wie öffnest du diesen Raum für Gottes Gegenwart?
5. Gott hören
Gott, der Herr, hat mich bereitgemacht, auf ihn zu hören. Jes 50:5
Gott weckt in mir das Ohr, dass ich ihn täglich höre, nicht nur im Gebet am Morgen, sondern auf vieler Art und Weise durch den Tag. Er gibt mir Eingebungen über den Weg, den ich gehen soll. Das sind keine Erscheinungen oder sonstige große äußeren Phänomene.
Viel eher ist es mal ein innerer Gedanke, der aufkommt, oder ein Wort, eine Begegnung mit einem Mitmenschen. An uns liegt es, uns im Hören auf Gott zu üben, denn Gottes Stimme ist sanft.
Ja: der göttliche Geist ist wohl gewaltig, aber von einer sanften, milden, friedlichen Gewalt. Er hilft uns auch, die richtigen Worte zu finden und auf unsere Sprache zu achten, für mich im bleibend eine der größten Herausforderungen im Leben. Aber: Deo Gracias! Er hilft dabei.
Gott, der Herr, gibt mir die richtigen Worte. Jes 50:4
Frage: Wie öffnest du dich heute bewusst für Gottes sanfte Hinweise und lässt sie in deinem Inneren nachklingen?
6. Tägliche Bitte um Vergebung
Wem fällt es schon gleich auf, wenn er falsch gehandelt hat? Sprich mich frei von unbewusster Schuld! Ps 19:13
Jeden Tag bemühen wir uns. Sicher gelingt uns einiges, aber immer wieder verfehlen wir uns. Manches erkennen wir sofort oder im Rückblick, anderes wiederum nicht. Es ist aussichtslos zu erwarten, dass ich all meine Sünden sehe. Kein Mensch kann merken, wie oft er fehlt, aber Gott merkt es.
Nur der Unendliche kennt das Menschenherz. Ich erkenne nur mangelhaft. Gott aber erkennt mich völlig. Darum bitten wir den Herrn: Reinige du mich auch von den Sünden, welche mein Gewissen zu entdecken unfähig gewesen ist. Und lass mich mein Fehlen und meine Schuld tiefer und tiefer erkennen, umso tiefer und tiefer deine Erlösung zu erkennen.
Frage: Wo spüre ich heute den Wunsch, mich Gott ehrlicher zu öffnen und mich von ihm tiefer führen zu lassen?
7. Den Tag beenden
Ich werde mich in Frieden niederlegen und schlafen; denn du allein, HERR, lässt mich sicher wohnen. Ps 4,9
Ein Tag geht zu Ende. Was bleibt von all der Aufregung, von all dem Hin und Her der Gedanken, von all den Sorgen und Befürchtungen, von allen Wünschen und Hoffnungen? Es bleibt von all dem zuletzt nur eines, nämlich die Liebe Gottes, die uns nie vergisst!
Alles andere hört auf und vergeht. Seine Liebe hört nie auf. An ihr halten wir fest.
Dagegen: Am Ende des Tages, war er nun schön oder schlimm, heißt es Loslassen. Der Herr macht frei, auch vom Festhalten an der Vergangenheit. Egal, was war, am Ende des Tages steht Gottes Barmherzigkeit, weswegen wir alles Geschehene des Tages ihm hinlegen und abgeben können.
Jesus ich vertraue meine Vergangenheit Deiner Barmherzigkeit an. Pater pio
Meine Vergangenheit kümmert mich nicht mehr. Sie gehört dem göttlichen Erbarmen. Franz von Sales
Frage: Worin spürst du heute Gottes Liebe – und was möchtest du ihm im Vertrauen überlassen?
