Mt 26, 69-75 Petrus leugnet Jesus

Mt 26,69: Petrus aber saß draußen im Hof. Und eine Magd trat zu ihm und sprach: Auch du warst mit Jesus, dem Galiläer!‭

Mt 26,70: ‭Er aber leugnete vor allen und sprach: Ich weiß nicht, was du sagst!‭

Er aber leugnete

Diese Verleugnung verdeutlicht die Schwäche des Menschen unter Druck. Petrus, der zuvor Treue geschworen hatte (Mt 26,33-35), zeigt hier Angst und Feigheit. Seine Reaktion steht im starken Kontrast zu Jesu mutigem Schweigen vor dem Hohen Rat.

Die Stelle erinnert daran, dass auch gläubige Menschen in Krisen versagen können. Doch Petrus' spätere Reue und Wiederherstellung (Joh 21,15-17) zeigen Gottes Vergebung. Sie lädt dazu ein, Vertrauen in Gottes Gnade zu setzen, auch wenn man selbst scheitert.

Frage: In welchen Momenten fällt es dir schwer, auf Gottes Gnade zu vertrauen, und wie könntest du lernen, dich auch in deinen Schwächen angenommen zu fühlen?

Mt 26,71: ‭Als er dann in den Vorhof hinausging, sah ihn eine andere und sprach zu denen, die dort waren: Auch dieser war mit Jesus, dem Nazarener!‭

Mt 26,72: ‭Und er leugnete nochmals mit einem Schwur: Ich kenne den Menschen nicht!‭

Mt 26,73: ‭Bald darauf aber traten die Umstehenden herzu und sagten zu Petrus: Wahrhaftig, du bist auch einer von ihnen; denn auch deine Sprache verrät dich.‭

Mt 26,74: ‭Da fing er an, ‭sich‭ zu verfluchen und zu schwören: Ich kenne den Menschen nicht! Und sogleich krähte der Hahn.‭

Mt 26,75: Petrus erinnerte sich an das Wort Jesu, der zu ihm gesagt hatte: Ehe der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen. Und er ging hinaus und weinte bitterlich.‭

Die Verleugnung Jesu war eine sehr schwere Sünde durch verschiedene Umstände

Erstens aufgrund der Wiederholung der gleichen Sünde. Zweitens, weil sie am Tag der Kommunion und der vollkommenen Reinigung durch die Fußwaschung geschah.

Drittens, weil sie in der Nacht geschah, in der die Sünde getilgt wurde. Viertens, weil sie im gleichen Haus mit Christus geschah.

Fünftens geschah sie aus einem winzigen Anlaß. Zuletzt geschah sie durch den, von dem man es am wenigsten erwartet hätte, wegen der zahllosen Wohltaten, die er empfangen hatte und weil er ausdrücklich versprochen hatte, standhaft zu sein.

Als er seine schwere Sünden erkannte, zog er sich sogleich zurück, um sie bitterlich zu beweinen, und nicht nur damals, sondern er beweinte sie ein Leben lang.
Franz von Sales

Du kannst Gott verleugnen - er liebt dich immer noch. Max Lucado

Frage: Welche kleine oder scheinbar unbedeutende Handlung in meinem Alltag könnte mich näher zu innerer Reinigung und Selbsterkenntnis führen?

Andacht von Benedikt XVI

Petrus ist Jesus mit Eifer gefolgt, er hat die Glaubensprüfung bestanden, indem er sich ihm ganz hingab. Trotzdem kommt der Augenblick, in dem er der Angst nachgibt und fällt: Er verrät den Meister.

Die Schule des Glaubens ist kein Triumphmarsch, sondern ein Weg, der mit Leiden und Liebe bedeckt ist, mit Prüfungen und einer Treue, die jeden Tag erneuert werden muss.

Petrus, der vollkommene Treue versprochen hatte, kennt die Bitternis und die Demütigung der Verleugnung: Der Übermütige lernt auf eigene Kosten die Demut. Auch Petrus muss lernen, schwach zu sein und der Vergebung zu bedürfen.

Als ihm endlich die Maske abfällt und er die Wahrheit seines schwachen Herzens, das Herz eines gläubigen Sünders, begreift, bricht er in befreiende Tränen der Reue aus. Nach diesen Tränen ist er bereit für seine Sendung.

Frage: Welche Momente in meinem Leben haben mich schon gelehrt, dass wahre Stärke oft in der Einsicht der eigenen Schwäche liegt?

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Das war eine Christliche Bibel - Auslegung, Kommentar, Andacht, Impuls, Erklärung, Bedeutung bzw. Predigtzum Matthäus Evangelium Mt 26. Kap.

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