Mk 5, 35-43 Tochter des Jaïrus
Mk 5,35: Während er noch redete, kamen etliche von den Leuten des Obersten der Synagoge und sprachen: Deine Tochter ist gestorben, was bemühst du den Meister noch?
Mk 5,36: Sobald aber Jesus das Wort hörte, das sie redeten, sprach er zum Obersten der Synagoge: Fürchte dich nicht, glaube nur!
So bedeutet das Wort Glauben, sich auf etwas zu verlassen bzw. vertrauen.
Ein glaubender Mensch ist jemand, der vertraut, der in einer Haltung des Vertrauens durch das Leben schreitet.
Gesegnet der Mann, der auf den Herrn sich verlässt und dessen Hoffnung der Herr ist.
Glauben bedeutet eben diese innere Haltung zu suchen, in der du dich mit ganzem Herzen und mit deinem ganzen Leben an Gott hängst, innerlich und äußerlich arm wirst, dich ganz auf ihn verlässt und somit auch keine Furcht haben musst, denn Gott hält dich ja.
Frage: Wo in deinem Leben könntest du mehr Vertrauen loslassen und dich ganz auf die Führung Gottes einlassen?
Mk 5,37: Und er ließ niemand mitgehen als Petrus und Jakobus und Johannes, den Bruder des Jakobus.
Petrus und Jakobus und Johannes
Dies zeigt, dass Jesus in entscheidenden Momenten seines Wirkens nur seine engsten Jünger dabeihaben wollte. Diese Auswahl unterstreicht das besondere Vertrauen, das Jesus diesen Jüngern entgegenbrachte. Sie sollten Zeugen seiner göttlichen Macht werden, die sich in der Auferweckung des Mädchens zeigte.
Zudem könnte dies als Vorbereitung für ihre spätere Leitungsrolle in der Gemeinde dienen. Der Vers macht deutlich, dass nicht jeder alles verstehen oder erleben kann. Der Glaube und die Nähe zu Jesus spielen eine entscheidende Rolle, um seine Wunder zu erfahren.
Es ist eine Einladung, Jesus nachzufolgen und auf seine Kraft zu vertrauen.
Frage: Wie kann ich mein Vertrauen in die Führung und Kraft Jesu im Alltag bewusst stärken?
Mk 5,38: Und er kommt in das Haus des Obersten der Synagoge und sieht das Getümmel, wie sehr sie weinten und heulten.
Mk 5,39: Und er geht hinein und spricht zu ihnen: Was lärmt ihr so und weint? Das Kind ist nicht gestorben, sondern es schläft!
Beides ist wahr, gleich als wollte er sagen:
Sie ist für euch gestorben, für mich aber schläft sie. Denn sie war tot für die Menschen, welche sie nicht erwecken konnten; für Gott aber schlief sie, nach dessen Anordnung sowohl die aufgenommene Seele lebte, als auch das aufzuerweckende Fleisch ruhte.
Daher schreibt sich die Sitte bei den Christen, dass die Toten, an deren Auferstehung man nicht zweifelt, Schlafende heißen (1. Thess. 4).
Frage: Wie verändert sich mein eigenes Verhältnis zu Leben und Tod, wenn ich den Tod als einen Schlaf unter Gottes Obhut betrachte?
Mk 5,40: Und sie lachten ihn aus. Nachdem er aber alle hinausgetrieben hatte, nahm er den Vater und die Mutter des Kindes mit sich und die, welche bei ihm waren, und ging hinein, wo das Kind lag.
Andacht der goldenen Perle
Denn das Volk wird hinausgeschafft, damit das Mädchen aufgeweckt werde; denn wenn die Menge der zeitlichen Sorgen nicht zuvor von dem Innern des Hauses hinausgeschafft wird, steht die Seele, welche im Innern tot liegt, nicht auf.
Mk 5,41: Er ergriff die Hand des Kindes und sprach zu ihm: Talita kumi!, das heißt übersetzt: Mädchen, ich sage dir, steh auf.
Talita kumi
Dieses Talita kum heißt keineswegs Mädchen, steh auf, wie es in unserer Übersetzung heißt. Nein, so nüchtern hat Jesus in diesem Moment nicht gesprochen. Talita heißt: Lämmchen. Ein hebräisches Kosewort: Kleines Lamm, Lämmchen. Lämmchen, steh auf, sagt Jesus zu der Zwölfjährigen.
Wie viel Zärtlichkeit, wie viel Wärme, wieviel erbarmende Liebe ist in diesem Wort. Und auf dieses Wort des Herrn hin erhebt sich das Kind sofort und steht auf. Die Eltern sind fassungslos. Aber im Grunde ist es doch ganz natürlich: Wie soll der Tod Bestand haben können vor dem Herrn des Lebens?
Johannes Holdt
Frage: Welche Worte könnten in deinem Leben heute die Kraft haben, etwas Tiefes in dir zu wecken oder zu erlösen?
Mk 5,42: Und sogleich stand das Mädchen auf und ging umher; es war nämlich zwölf Jahre alt. Und sie gerieten außer sich vor Staunen.
Und sogleich stand das Mädchen auf
Diese Szene zeigt uns die Kraft Jesu über Krankheit und Tod. Das Mädchen, das durch Jesus geheilt wurde, ist ein Zeichen für neue Hoffnung und Lebensfreude.
Die Reaktion der Menschen – ihr Erschrecken – verdeutlicht, wie außergewöhnlich und überwältigend Gottes Wirken sein kann. Es erinnert uns daran, dass Jesus in unserem Leben Wunder vollbringen kann, auch wenn wir es manchmal nicht glauben oder nicht erwarten.
Diese Passage ermutigt uns, auf den Glauben zu vertrauen und die Möglichkeiten, die Gott uns bietet, bewusst wahrzunehmen.
Frage: Wo in meinem Leben könnte ich offen sein für ein Wunder oder einen Moment tiefer Hoffnung?
Mk 5,43: Und er gebot ihnen ernstlich, dass es niemand erfahren dürfe, und befahl, man solle ihr zu essen geben.
Er gebot ihnen ernstlich, dass es niemand erfahre
Die Tatsache, dass er die Eltern des Mädchens bittet, nichts von diesem Wunder zu verbreiten, hebt hervor, dass wahre Begegnungen mit dem Göttlichen oft in der Stille und im persönlichen Glauben ihren Raum finden.
Diese Geschichte ermutigt uns, unsere eigenen Herausforderungen im Vertrauen auf Gottes Macht und Liebe zu begegnen.
Frage: In welchen Momenten meines Lebens habe ich das Göttliche in der Stille gespürt, ohne dass jemand anderes davon erfahren musste?
Hier geht’s zu einer Auslegung von G. de Koning zu Mk 5. Kap
Das war eine Christliche Bibel – Auslegung, Kommentar, Andacht, Impuls, Erklärung, Bedeutung bzw. Predigt zum Markus Evangelium Mk 5. Kap.