Mk 1, 12-13 Der Satan versucht Jesus: Auslegung und Andacht
Mk 1, 12-13 im Überblick: Eine fortlaufende Auslegung zu Markus 1, 12 bis 13. Entdecke die Kerngedanken zur Versuchung Jesu durch den Satan und wie du die biblische Botschaft praktisch umsetzen kannst.
Inhaltsverzeichnis
Vers 12 Geist treibt in Wüste
Mk 1,12: Und sogleich treibt ihn der Geist in die Wüste hinaus.
Sogleich
Das Schlüsselwort "sogleich" kommt ganze 43 Mal vor (Vergleich: Mt 9x, Lk 10x, Joh 17x). Auf diese Weise bringt Markus das ständig eifernde und unermüdliche Dienen des Herrn zum Ausdruck.
Es unterstreicht, dass die Zeit des Reiches Gottes angebrochen ist, dass Gott greifbar nah unter den Menschen ist. Das lässt keinen Aufschub zu.
In diesem "Sogleich" leben auch wir. Die Beziehung zu Gott im Gebet und anderen Hinwendungen sollte nie lang verschoben werden. Immer und in jeder Situation sollten wir uns sogleich an den Herrn wenden.
Frage: Wie kann ich in meinem Alltag das „sogleich“ des Herrn in mein eigenes Leben integrieren und präsent bleiben für die Begegnung mit Gott?
Getrieben in die Wüste
Darum aber zeigt er, dass er nicht einfach in die Wüste gegangen, sondern getrieben worden sei, damit du erkennst, es sei auf göttliche Anordnung geschehen.
Dadurch zeigt er auch, dass der Mensch sich nicht selbst in die Versuchung stürzen solle, sondern dass die von einer anderen Macht gleichsam in die Versuchung Getriebenen Sieger bleiben.
Jesus wurde in Seiner Taufe mit Sündern identifiziert. Hier wurde er auch mit Sündern in ihren Versuchungen identifiziert.
Frage: Wo in meinem eigenen Leben spüre ich die Führung einer höheren Macht, die mich durch Herausforderungen trägt, und wie kann ich daraus inneren Frieden schöpfen?
Vers 13 Versuchung durch Satan
Mk 1,13: Und er war in der Wüste vierzig Tage und wurde vom Satan versucht; und er war bei den Tieren, und die Engel dienten ihm.
Vierzig Tage und Nächte
Er wird aber nach vierzig Tagen und Nächten versucht, um anzuzeigen, dass, so lange wir in diesem Leben dem Herrn dienen, mag uns das Glück schmeicheln, was sich auf den Tag bezieht, oder das Unglück verfolgen, was die Nacht ausdrückt, der Widersacher in dieser ganzen Zeit gegenwärtig ist, welcher durch die Versuchung unseren Wandel zu hindern nicht ablässt.
Denn vierzig Tage und Nächte bedeuten die ganze Zeit dieser Welt, weil die Welt, in welcher wir dem Herrn dienen, vierteilig ist, und es zehn Gebote gibt, durch deren Beobachtung wir gegen den Feind streiten, und viermal zehn vierzig gibt.
Vierzig – wie in den vierzig Tagen Jesu in der Wüste – ist eine Zahl, die oft eine Zeit der Prüfung oder des Gerichts anzeigt. Bei Noahs Sintflut regnete es 40 Tage und 40 Nächte. Israel war 40 Jahre in der Wüste. Mose hielt 40 Jahre lang Schafe in der Wildnis. Dies ist die Zeit der Prüfung für Jesus.
Frage: Welche vierzig Tage in meinem eigenen Leben haben mir die tiefste innere Prüfung oder spirituelle Einsicht geschenkt?
Zur Versuchung
Nach der Taufe wird Jesus vom Geist in die Wüste geführt. Die Wüste ist ein Bild für das Ringen mit Gott.
Kern aller Versuchungen ist das Beiseiteschieben Gottes. Die Quelle aller Versuchungen ist dabei das unbeständige Herz und das geringe Vertrauen zu Gott. Niemand ist zeitlebens vor Versuchungen sicher. Wir stehen immer wieder im Kampf zwischen Gut und Böse.
Wir müssen uns stets aufs Neue entscheiden. Dem Bösen widersagen, sich dem Guten zuwenden – das vermögen wir nicht aus uns selbst. Das geht nur mit Gottes Hilfe. Darum antwortet Jesus auf jede Versuchung mit einem Wort Gottes.
Jede Versuchung stellt für dich eine Gelegenheit dar, richtig zu handeln. Handelst du richtig, wirst du ein wenig mehr wie Jesus, der selbst auch in Versuchung geführt worden ist.
Gott bringt die Frucht des Heiligen Geistes – Liebe, Freude, Frieden, Geduld, Freundlichkeit … – in deinem Leben hervor, indem er dir erlaubt, in Situationen zu geraten, in denen du in Versuchung kommst, genau das Gegenteil auszuleben: Hass, Traurigkeit, Unfrieden …
Zum Beispiel lehrt Gott uns Liebe, indem er einige wenig liebenswerte Menschen in unser Umfeld stellt. Mittlerweile bin ich für diese Menschen sogar dankbar; sie sind für mich zu Übungsplätzen der Liebe geworden.
Meine Versuchungen waren die Reifeprüfung meines Lebens. Luther
Frage: Welche Menschen oder Situationen in deinem Leben könnten für dich zu "Übungsplätzen der Liebe" werden, und wie könntest du bewusst lernen, dort die Frucht des Geistes zu leben?