Lk 23, 13-25 Verurteilung Jesu
Inhaltsverzeichnis
Vers 13-16 Pilatus anerkennt Unschuld Jesus
Lk 23,13: Pilatus aber rief die obersten Priester und die führenden Männer und das Volk zusammen
Lk 23,14: und sprach zu ihnen: Ihr habt diesen Menschen zu mir gebracht, als mache er das Volk abtrünnig; und siehe, als ich ihn vor euch verhörte, habe ich an diesem Menschen keine Schuld gefunden, deretwegen ihr ihn anklagt,
Lk 23,15: aber auch Herodes nicht; denn ich habe euch zu ihm gesandt; und siehe, es ist nichts von ihm verübt worden, was des Todes würdig wäre.
Lk 23,16: Darum will ich ihn züchtigen und dann freilassen!
Darum will ich ihn züchtigen
Die „Züchtigung“ (Geißelung) war eine römische Strafe, oft als Vorstufe zur Kreuzigung, aber auch als eigenständige Strafe zur Bestrafung und Demütigung.
Pilatus versucht, mit einer milderen Bestrafung die jüdischen Ankläger zu besänftigen und Jesu Leben zu retten. Doch das Volk fordert weiterhin die Kreuzigung.
Der Vers zeigt Pilatus’ innere Zerrissenheit: Er sieht Jesu Unschuld, handelt aber aus Angst vor Unruhen politisch opportunistisch. Dies unterstreicht die Tragik der Verurteilung Jesu.
Frage: Wo erkenne ich in meinem eigenen Leben Situationen, in denen ich das Richtige erkenne, aber aus Angst oder Anpassung anders handle – und wie kann ich darin mutiger werden?
Vers 17-23 Barabbas gewählt
Lk 23,17: Er musste ihnen aber anlässlich des Festes einen freigeben.
Lk 23,18: Da schrie aber die ganze Menge und sprach: Hinweg mit diesem, und gib uns Barabbas frei!
Falschheit der Ankläger
Gerade die Männer, die eben noch Jesus wegen Verrates gegen den Kaiser angeklagt hatten, erbaten nun die Freilassung eines Mannes, der sich dieses Verbrechens wirklich schuldig gemacht hatte! Die Haltung der Hohenpriester war irrational und haarsträubend, aber so ist die Sünde nun einmal.
Lk 23,19: Der war wegen eines in der Stadt vorgefallenen Aufruhrs und Mordes ins Gefängnis geworfen worden.
Lk 23,20: Nun redete ihnen Pilatus noch einmal zu, weil er Jesus freilassen wollte.
Dies war eine seltsame, fast wahnsinnige Szene
Ein grausamer, rücksichtsloser römischer Gouverneur, der versuchte, das Leben eines wundertätigen jüdischen Lehrers zu gewinnen, trotz der unermüdlichen Bemühungen sowohl der jüdischen Führer als auch der Menge.
Lk 23,21: Sie aber riefen dagegen und sprachen: Kreuzige, kreuzige ihn!
Kreuzige ihn
Denn zum härtesten Tode wollen sie den Unschuldigen verdammen, d.h. zum Kreuz.
Denn die am Kreuz Hängenden, die mit Nägeln an Händen und Füßen an das Holz befestigt waren, starben eines langsamen Todes, damit ihr Schmerz sich nicht so bald endete.
Aber der Herr erwählte den Tod des Kreuzes, das er nach der Überwindung des Teufels als ein Siegeszeichen auf die Stirne der Gläubigen setzen wollte.
Goldene Perle
Frage: Was bedeutet das Kreuz als Siegeszeichen für mich persönlich und wie prägt es meinen Glauben im Alltag?
Lk 23,22: Und zum dritten Mal sprach er zu ihnen: Was hat dieser denn Böses getan? Ich habe keine des Todes würdige Schuld an ihm gefunden. Darum will ich ihn züchtigen und dann freilassen.
Zum dritten Male spricht aber Pilatus Christus los
Denn es folgt:
Er aber sagte zum dritten Male zu ihnen: Was hat er denn Böses getan? Ich will ihn züchtigen und entlassen.
Die Worte des Johannes beweisen, daß Pilatus diese Züchtigung, womit er dem Volk zu gefallen suchte, damit es nicht bis zur Kreuzigung des Erlösers wütete, nicht nur angeboten, sondern auch durch die Verspottung und die Geißelung vollzogen habe.
Weil sie aber die ganze Anklage, die sie gegen den Herrn erhoben, durch die genaue Untersuchung des Pilatus vernichtet sahen, so nahmen sie endlich bloß zu Bitten ihre Zuflucht und forderten, daß er gekreuzigt werden sollte.
Goldene Perle
Frage: Wann versuche ich – wie Pilatus – dem Druck anderer zu gefallen, anstatt dem inneren Ruf der Wahrheit zu folgen?
Lk 23,23: Sie aber hielten an mit lautem Geschrei und forderten, dass er gekreuzigt werde; und ihr Geschrei und das der obersten Priester nahm überhand.
Vers 24-25 Zum Tod überliefert
Lk 23,24: Da entschied Pilatus, dass ihre Forderung erfüllt werden sollte,
Da entschied Pilatus
Diese Szene zeigt die Macht des politischen Drucks und die Schwäche von Pilatus, der aus Angst vor Unruhen gegen sein eigenes Urteil handelt.
Lk 23,25: und gab ihnen den frei, den sie begehrten, welcher eines Aufruhrs und Mordes wegen ins Gefängnis geworfen worden war; Jesus aber übergab er ihrem Willen.
Jesus aber übergab er ihrem Willen
Der wahre Gerechte wird verurteilt, während der schuldige Barabbas freikommt. Dies kann theologisch als Hinweis auf das stellvertretende Leiden Jesu für die Schuld der Menschen verstanden werden. Die Entscheidung des Volkes offenbart ihre Verblendung, aber auch die Notwendigkeit von Jesu Opfer für die Erlösung.