Lk 23, 1-12 Jesus vor Pilatus und Herodes
Inhaltsverzeichnis
Vers 1 Jesus wird abgeführt
Lk 23,1: Und die ganze Versammlung stand auf, und sie führten ihn vor Pilatus.
Hintergrund
Die römische Regierung erlaubte den jüdischen Führern nicht, einen Verbrecher hinzurichten. Die religiösen Führer schickten Jesus zu Pontius Pilatus, dem römischen Statthalter der Region Judäa.
Vers 2 Anklage wegen Volksverhetzung
Lk 23,2: Sie fingen aber an, ihn zu verklagen und sprachen: Wir haben gefunden, dass dieser das Volk verführt und es davon abhalten will, dem Kaiser die Steuern zu zahlen. Er behauptet, er sei Christus, der König.
Anklagen
Drei politische Anklagen wurden von den religiösen Führern gegen ihn vorgebracht.
Als Erstes klagten sie ihn an, die Nation zu verführen, d. h. die Loyalität der Untertanen gegenüber Rom zu untergraben.
Zweitens behaupteten sie, dass er den Juden wehre, dem Kaiser Steuer zu geben, und die dritte Anklage lautete, dass er sich selbst zum König mache.
MacDonald
Frage: Wo in meinem eigenen Leben stelle ich die Frage nach wahrer Autorität – und wem schenke ich letztlich meine Loyalität?
Vers 3-5 Pilatus fragt nach Königsstatus
Lk 23,3: Da fragte ihn Pilatus und sprach: Bist du der König der Juden? Er antwortete ihm und sprach: Du sagst es!
Prozessbeginn
Mit dem Hahnenschrei war der Tag angebrochen. Der hohe Rat bringt Jesus zu Pilatus, da nur er das Recht hatte Todesurteile zu fällen. Der römische Statthalter Pilatus führte meist morgens Gerichtsurteile durch.
Jesus beansprucht im Verhör vor Pilatus sein Königsein, allerdings mit einem so ganz anderem Königreich. „Mein Reich ist nicht von dieser Welt.“ (Joh 18:36)
Was für Pilatus ein entscheidender Punkt war: das Nichtvorhandensein einer militärischen Macht, ein gewaltloses Reich und somit keine Gefahr für das römische Reich. Auf diesem Hintergrund lässt sich verstehen, dass Pilatus geradezu darum ringt, dass Jesus nicht verurteilt wird.
Frage: Wo erlebe ich in meinem Leben das Wirken eines Reiches, das nicht von dieser Welt ist – still, friedvoll und doch verwandelt es alles?
Gebet
Wie ohnmächtig stehst du, mein Jesus, vor Pilatus, dem römischen Statthalter von Jerusalem! In diesem Moment ist deine göttliche Natur ganz verborgen. So wird sichtbar, dass dein Königtum „nicht von dieser Welt“ ist, also nicht in weltlicher Macht besteht. Du willst vielmehr König in meinem Herzen sein. Dies fordert mich heraus, an dich zu glauben und dir zu dienen. Joachim Richter
Lk 23,4: Da sprach Pilatus zu den obersten Priestern und der Volksmenge: Ich finde keine Schuld an diesem Menschen!
Lk 23,5: Sie aber bestanden darauf und sprachen: Er wiegelt das Volk auf, indem er in ganz Judäa lehrt, angefangen in Galiläa bis hierher!
Vers 6-12 Vor Herodes
Lk 23,6: Als Pilatus von Galiläa hörte, fragte er, ob der Mensch ein Galiläer sei.
Lk 23,7: Und als er hörte, dass er aus dem Herrschaftsgebiet des Herodes sei, sandte er ihn zu Herodes, der in diesen Tagen auch selbst in Jerusalem war.
Lk 23,8: Herodes aber freute sich sehr, als er Jesus erblickte; denn er hätte ihn schon längst gern gesehen, weil er viel von ihm gehört hatte, und er hoffte, zu sehen, wie ein Zeichen von ihm vollbracht wurde.
Lk 23,9: Er legte ihm denn auch viele Fragen vor; aber er gab ihm keine Antwort.
Andacht der goldenen Perle
Der angeklagte Erlöser schwieg also, der ersehnte Wundertäter verachtete es, Wunder zu wirken; indem er sich in das Innere zurückzog, ließ er die Undankbaren außen zurück, welche, wie er erkannte, das Äußere suchen. Er wollte lieber von den Stolzen verachtet, als von den Ungläubigen mit leerem Lob gepriesen werden. Goldene Perle
Lk 23,10: Die obersten Priester aber und die Schriftgelehrten standen da und verklagten ihn heftig.
Lk 23,11: Und Herodes behandelte ihn verächtlich und verspottete ihn samt seinen Kriegsleuten und schickte ihn, nachdem er ihm ein Prachtgewand hatte anlegen lassen, wieder zu Pilatus.
Lk 23,12: An demselben Tag schlossen Pilatus und Herodes Freundschaft miteinander, denn zuvor waren sie einander feind gewesen.