Joh 20,11-18:
Auslegung und Andacht
Jesus erscheint Maria Magdalena
Inhaltsverzeichnis
Joh 20, 11 Marias Weinen am Grab
Joh 20,11: Maria aber stand draußen vor dem Grab und weinte. Wie sie nun weinte, beugte sie sich in das Grab.
Maria aber
Die ersten beiden Worte sind treffend: »Maria aber …« Die anderen beiden Jünger kehrten nach Hause zurück, Maria aber …
Hier haben wir wieder die Liebe und Hingabe einer Frau. Ihr war viel vergeben worden, deshalb liebte sie viel. Sie hielt als Einzelne Wache außerhalb des Grabes und weinte, weil der Leib des Herrn, wie sie mutmaßte, von seinen Feinden gestohlen worden war. MacDonald
Frage: In welchen Momenten meines Lebens habe ich wie Maria aus Liebe und Hingabe gewacht, selbst wenn alles verloren schien?
Sie stand draußen vor dem Grab
Trauer braucht einen Ort. Nichts ist schlimmer für Menschen, als einen lieben Angehörigen zu verlieren und nicht zu wissen, wohin man mit seiner Trauer soll. Maria geht darum zum Grab.
Der Tod als größte Distanz zwischen zwei Menschen geht Maria zum Weinen nahe. Die weinende Maria sucht Trost durch die Nähe zum Grab.
Eine tiefe Bedeutung darf ich in Marias Handeln erkennen: Sie versteckt ihre Bedürftigkeit nach ihrem Herrn nicht, sie lässt sich von ihr antreiben. Auch uns treibt lebenslang diese Bedürftigkeit nach dem Herrn an.
Bischof Franz Jung
Frage: Wie kann ich meine eigene Bedürftigkeit nach Nähe und Trost im Glauben bewusst wahrnehmen und zulassen?
Maria weinte
Maria stand weinend am Grab, als sie nach Christus suchte. Sie wollte ihn von Angesicht zu Angesicht sehen, und sie war entschlossen, ihn zu finden. Sie drehte nicht einfach um und ging nach Hause, als sie das leere Grab sah.
Sie suchte hartnäckig nach Christus weiter und war entschlossen, nicht nach Hause zu gehen, ehe sie ihn gefunden hatte. So sollten auch wir uns bemühen, Jesus im Gebet zu finden.
Wir sollten all unsere Kräfte, unsere ganze Aufmerksamkeit und Liebe in diese überaus wichtige Aufgabe legen. Christus wird unsere Anstrengung der Liebe bemerken und er wird sich uns zeigen. Sein heiligstes Herz kann nicht widerstehen, wenn er so viel Liebe sieht!
Frage: Wie kann ich heute in meinem eigenen Leben die Hartnäckigkeit und Liebe entwickeln, um Christus bewusster zu begegnen?
Maria weinte
Maria hatte in diesen entscheidenden Tagen alles mitbekommen. Ihre größten Hoffnungen, dass der Herr, Jesus, alles regeln und erneuern würde, waren jäh zerstört worden.
Wie oft geht es mir so, dass ich alle Hoffnungen auf ein Ereignis oder einen Menschen lege und dann enttäuscht werde, wenn sich nicht alles so entwickelt, wie ich es erdacht, erträumt und mir gewünscht habe?
Aber ist es nicht Gott, auf den wir hoffen und dem wir vertrauen sollen? Wie oft sind wir es, die meinen, alles selbst im Griff zu haben oder es wenigstens so haben wollen?
Svenja Nonnenmacher
Frage: Wo in meinem Leben halte ich an eigenen Vorstellungen fest, obwohl Gott vielleicht einen anderen, besseren Weg für mich vorgesehen hat?
Das Weinen lernen
Eine wichtige Grundlage für die Begegnung mit Jesus ist die Kunst des Weinens. Papst Franziskus gibt zu bedenken: „Gewisse Realitäten des Lebens sieht man nur mit Augen, die durch Tränen reingewaschen sind. Ich lade jeden von euch ein, sich zu fragen: Habe ich gelernt zu weinen?”
Ohne Sensibilität für die Nöte und Sorgen der Welt, die Anteilnahme am Leiden der Mitmenschen und die Trauer über die eigenen Sünden, finden wir Gott nicht.
Maria Magdalena wird fähig, Jesus zu erkennen, weil sie durch Weinen gereinigt wurde. Worüber weine ich?
Martin Baranowski
Frage: Welche Gefühle oder Erfahrungen in meinem Leben rufen ein stilles Weinen hervor, das mein Herz öffnet und mich näher zu Gott führt?
Joh 20, 12 Erscheinung zweier Engel
Joh 20,12: Sie sieht zwei Engel in weißen Kleidern sitzen, den einen beim Haupt, den anderen zu den Füßen, wo der Leib Jesu gelegen hatte.
Zwei Engel in weißen Kleidern
Diese Szene betont die Heiligkeit des Ortes und erinnert an die Bundeslade mit den Cherubim (2. Mose 25,18–22).
Die Engel verdeutlichen, dass Jesu Auferstehung ein göttliches Geschehen ist. Maria erkennt die Engel nicht als himmlische Wesen, sondern bleibt in ihrer Trauer gefangen. Dies zeigt, dass menschliches Erkennen begrenzt ist, besonders in Momenten emotionaler Verzweiflung.
Die Engel bereiten sie darauf vor, Jesus selbst zu begegnen. Der Vers betont die Realität der Auferstehung und lädt Gläubige ein, sich von Gottes Gegenwart trösten zu lassen.
Frage: In welchen Momenten deines Lebens fällt es dir schwer, das Wirken des Göttlichen zu erkennen, und wie könntest du dich dennoch für seine Gegenwart öffnen?
Joh 20, 13 Frage nach dem Weinen
Joh 20,13: Und diese sprechen zu ihr: Frau, warum weinst du? Sie spricht zu ihnen: Sie haben meinen Herrn weggenommen, und ich weiß nicht, wo sie ihn hingelegt haben!
Joh 20, 14 Begegnung mit Jesus
Joh 20,14: Als sie sich umblickte, sah sie Jesus dastehen. Aber sie erkannte ihn nicht.
Sie erkannte ihn nicht
Maria dachte, es sei der Gärtner. Offensichtlich hatte der Auferstehungsleib des Herrn eine sehr ähnliche Erscheinung wie ein natürlicher Leib. Die tiefere Bedeutung dieses Nicht-Erkennens liegt darin, dass sie durch ihre Not so gefesselt wird, dass sie nicht das Sehen entwickeln kann, das den Herrn erkennt.
Auch wir müssen uns fragen: Wie oft versinken wir in unseren Alltagsnöten? Unserem Selbstmitleid? Unseren Ängsten? Jesus nimmt uns ernst. Wir dürfen mit unseren Sorgen zu ihm kommen. Das ist kein psychologischer Trick. Der Auferstandene ist eine Person, ein Gegenüber, das uns tatsächlich ernst nimmt, liebt und uns helfen kann.
Die Auferstehung Jesus Christus ist der existentielle Wendepunkt der Menschheit, die alles anders macht und wandelt.
Frage: Welche Bereiche meines Lebens hindern mich daran, den Auferstandenen klar zu erkennen, und wie kann ich mein Herz dafür öffnen?
Joh 20, 15 Der vermeintliche Gärtner
Joh 20,15: Jesus spricht zu ihr: Frau, warum weinst du? Wen suchst du? Sie meint, es sei der Gärtner, und spricht zu ihm: Herr, wenn du ihn weggetragen hast, so sage mir, wo du ihn hingelegt hast, und ich will ihn holen!
Die Frage von Jesus
Wen suchst du? Jesus gibt sich nicht sofort zu erkennen, sondern fragt nach Marias Suche.
Unsere Suche ist ein Teil unseres Glaubens, weil wir als Suchende auf den Weg bewegt werden, der immer wieder neu zu Gott führt, der sich finden lässt. Halten wir daran voller Zuversicht fest.
Der Mensch trägt das suchende Bedürfnis nach Gott in sich. Dieses suchende Bedürfnis stellt eine unauslöschlich ins menschliche Herz eingeschriebene ständige Einladung dar, sich auf den Weg zu machen, um den zu treffen, den wir nicht suchen würden, wenn er uns nicht bereits entgegengekommen wäre in Jesus Christus, den Auferstandenen.
So viele kleine Begebenheiten meines Lebens sind seine Frage an mich: Wen suchst du? Jesus möchte mich bereiten für die Begegnung mit ihm.
Frage: Wo in meinem Leben spüre ich das stille Rufen Gottes, das mich auf den Weg zu ihm führen möchte?
Die Antwort von Maria
Ihre Worte offenbaren ihre Hingabe. Sie hielt nie inne, um darüber nachzudenken, wie sie die Leiche eines erwachsenen Mannes tragen oder wie sie ihren Besitz erklären würde. Liebe fühlt keine Last.
Jesus war in der Blüte seines Lebens, als er gekreuzigt wurde, und seinem Körper wurden hundert Pfund Gewürze hinzugefügt. Und doch denkt Maria an nichts Geringeres, als ihn mit sich fortzutragen, wenn sie nur finden kann, wo er liegt.
Frage: In welchen Momenten meines Lebens spüre ich eine Hingabe, die jede Last leicht erscheinen lässt?
Joh 20, 16 Erkennen durch Ruf
Joh 20,16: Jesus spricht zu ihr: Maria!
Jesus spricht zu ihr: Maria!
Maria! Nie war eine Ein-Wort-Äußerung emotionaler als diese. Jesus kann mit einem Wort eine perfekte Predigt halten. Jesus offenbarte sich Maria nicht, indem er ihr sagte, wer er war, sondern indem er ihr sagte, wer sie ihm war
Erkenntnis des Herrn
Erst als der Herr Jesus Maria direkt anspricht, erkennt sie, dass es der Herr ist. In dem Moment, in dem sie dem Ruf folgt und sich umdreht zu Jesus, erfährt ihr Leben eine Wende.
Jetzt hat ihr Leben wieder eine Perspektive. Jetzt ist Jesus ihr wieder nahe.
Die Schönheit der Intimität mit Jesus ist etwas Einmaliges. Für diese Intimität sind wir geschaffen und in ihr können wir umfassende Erfüllung finden. Wir brauchen diese persönliche Begegnung mit Jesus.
Ich muss erfahren, wer er für mich ist, ganz persönlich. An mir liegt es, ihn immer neu zu suchen, wenn er mich beim Namen ruft.
Frage: Wie würde sich mein Leben verändern, wenn ich Jesus jeden Tag ganz bewusst persönlich begegnen würde?
Jesus spricht mich an
Wie schön ist es, sich vor Augen zu halten, dass die erste Erscheinung des Auferstandenen – den Evangelien zufolge – auf so persönliche Weise geschehen ist! Dass jemand da ist, der uns kennt, der unser Leiden und unsere Enttäuschung sieht, der Mitleid für uns empfindet und uns beim Namen ruft.
Dieses Gesetz finden wir auf vielen Seiten des Evangeliums eingeprägt. Im Umkreis von Jesus sind viele Menschen, die Gott suchen; aber die wunderbarste Wirklichkeit ist, dass es vor allem und noch viel früher Gott ist, der für unser Leben Sorge trägt, der es wieder aufrichten will, und darum spricht er uns mit Namen an und erkennt das persönliche Gesicht eines jeden.
Jeder Mensch ist eine Liebesgeschichte, die Gott auf dieser Erde schreibt.
Papst Franziskus
Frage: Wie spüre ich persönlich die Zuwendung Gottes in meinem eigenen Leben und wo lasse ich mich von ihr tragen?
Joh 20,16: Sie wandte sich ihm zu und rief: Rabbuni! Das ist Hebräisch und heißt: Mein Lehrer.
Rabbuni - Mein Lehrer
O mein Jesus: O Jesus, ich will nur mit Dir eins sein.
Du bist der einzig Notwendige für meine Seele.
O treuer Freund meines Herzens, vereinige meine arme einzige Seele mit Deiner ganz einzigen Güte.
Herr Jesus, Liebhaber meiner Seele, ziehe mein Herz an Dich!
Drücke, presse und füge auf immer meine Seele an Dein väterliches Herz!
Versenke diesen Tropfen Geistes, den Du mir gegeben, in das Meer Deiner Güte, aus dem er hervorgeht!
Ziehe mich und ich werde Deinen Lockungen folgen.
Ich werde laufen, um mich in Deine Arme zu werfen und mich von dort nicht mehr wegrühren in alle Ewigkeit.
Amen
Jesus hat eine Frau zur ersten Zeugin seiner Auferstehung gemacht. Die Gerichte jener Zeit erkannten die Aussage einer Frau nicht an, aber Jesus tat es.
Frage: Wie spüre ich heute die Einladung, mein Herz ganz an die göttliche Liebe zu öffnen?
Joh 20, 17 Rühr mich nicht an
Joh 20,17: Jesus spricht zu ihr: Rühre mich nicht an, denn ich bin noch nicht aufgefahren zu meinem Vater. Geh aber zu meinen Brüdern und sage ihnen: Ich fahre auf zu meinem Vater und eurem Vater, zu meinem Gott und eurem Gott.
Joh 20:17: Jesus sagte: Halte mich nicht fest!
Jesus nicht fassen können
Maria sollte Jesus nicht festhalten. Das ging vielleicht sowieso nicht, weil man das Übernatürliche nicht einfach nach weltlichen Maßstäben fühlen noch begreifen kann.
Der Glaube ist eben eine Gewissheit von Dingen, die man mit den Sinnesvermögen und dem Verstand allein nicht erkennen kann. Man kann es aber mit der geistigen Wahrnehmungsfähigkeit, die wir in der Schule Jesu entwickeln.
Frage: Wie offen bist du dafür, Dinge in deinem Leben zuzulassen, die dein Verstand allein nicht erklären kann?
Rühre mich nicht an
Er sagte deshalb: Rühre mich nicht an, denn ich bin mehr als ein Mensch aus Fleisch und Blut. Ich bin noch nicht aufgefahren zum Vater.
Wenn ich in den Himmel zurückkehre, wird der Heilige Geist auf die Erde gesandt. Wenn er kommt, wird er mich deinem Herzen offenbaren, und zwar auf eine nie zuvor gekannte Weise.
Ich werde dir näher und lieber sein, als es während meines Lebens hier auf der Erde möglich war.
MacDonald
Frage: Wie offen bist du dafür, die Gegenwart des Heiligen Geistes in deinem eigenen Herzen zu spüren und seine Nähe zu erleben?
Ich bin noch nicht aufgefahren
Maria möchte sich an den auferstandenen Herrn klammern, ihn festhalten, damit er nicht wieder gehe. Sie will ihn nicht noch einmal verlieren.
Aber der Herr erlaubt es nicht. Erst nach der notwendigen Auffahrt zum Vater, der Himmelfahrt, wird er seinen endgültigen Platz einnehmen, indem er ganz beim Vater weilt und zugleich ganz bei uns ist.
Dann wird er jedem von uns, der mit seinem Ja seinen Willen und Glauben bekundet, die notwendige Fußwaschung geben, in der wir ganz ihm gehören. Das ist unser Glaube, und davon geben wir Zeugnis.
Frage: Wie kann ich lernen, im Vertrauen loszulassen und trotzdem die Gegenwart des Göttlichen in meinem Leben bewusst wahrzunehmen?
Geh aber zu meinen Brüdern
Brüder: Ich kann mich nicht erinnern, dass der Herr Jesus seine Jünger bis zu diesem Zeitpunkt jemals seine Brüder genannt hat. Er nannte sie Diener; er nannte sie Freunde; aber jetzt, da er von den Toten auferstanden ist, sagt er: Meine Brüder. Spurgeon
Andacht von Franz von Sales
Magdalena wollte den Herrn umfassen, der gütige Meister aber stellt eine Schranke auf, da er spricht: Nein, rühre mich nicht an!
Dort oben wird es keine Schranken mehr geben, hier aber müssen wir solche hinnehmen. Es muss uns genügen, dass Gott unser Gott ist und unser Herz seine Wohnung.
Wir haben unseren gütigen Jesus bei uns, wir sind nicht von ihm getrennt. Wenn unsere Seele den festen Willen hat, im Dienst Gottes zu leben und zu sterben, werden uns weder Dunkelheit, noch Schwäche, noch Hindernisse erschrecken können.
Solange wir entschlossen – wenn auch ohne Gefühl – sagen können: Es lebe Jesus!, brauchen wir nichts zu fürchten.
Franz von Sales
Frage: Wo in meinem Leben darf ich heute loslassen, um Gottes Nähe und Führung freier zuzulassen?
Joh 20, 18 Botschaft an die Jünger
Joh 20,18: Maria aus Magdala lief nun zu den Jüngern und berichtete ihnen: Ich habe den Herrn gesehen! Und sie erzählte alles, was Jesus ihr gesagt hatte.
Andacht zu Johannes 20,18
Maria aus Magdala war am Boden zerstört. Jesus – ihr Lehrer, ihre Hoffnung – war tot.
Doch dann wendet sich alles: Sie begegnet dem auferstandenen Herrn. Und was tut sie? Sie läuft. Sie hält die Freude nicht zurück, sie muss es erzählen: „Ich habe den Herrn gesehen!“
So ist es oft mit echten Begegnungen mit Gott – sie verändern uns. Aus Trauer wird Hoffnung, aus Stille wird Zeugnis.
Vielleicht erleben wir Jesus nicht so sichtbar wie Maria, aber in kleinen Momenten – im Gebet, durch andere Menschen oder mitten im Alltag – begegnet er uns. Die Frage ist: Bleiben wir stehen – oder laufen wir los wie Maria und teilen, was wir erlebt haben? Ich habe den Herrn gesehen! Sagst du das auch?
Frage: Wo in meinem Leben habe ich schon kleine Momente der Begegnung mit Gott erlebt, und wie kann ich sie mutig teilen?
Ich habe den Herrn gesehen
Das war kein beiläufiges Ereignis für Maria. Diese Begegnung hat nicht nur ihren Tag verändert, sondern ihr Leben. Und jetzt erzählt Maria den Aposteln von diesem ergreifenden Treffen mit Jesus.
Ihr Herz fließt über vor Freude und Staunen. Und diese Freude steckt an, sie lässt Hoffnung und Zuversicht aufkommen.
Marias Zeugnis lässt das Vertrauen auf den Herrn wachsen. Es ist unbeschreiblich, was ein persönliches Zeugnis bewirkt.
Frage: Welche Begegnung in deinem Leben hat dich so tief berührt, dass sie dein Herz erfüllt und dein Vertrauen gestärkt hat?
Häufige Fragen zu Joh 20,11-18
Was bedeutet Joh 20, 11-18?
Dieser Abschnitt schildert die erste Erscheinung des auferstandenen Jesus vor Maria Magdalena am Ostergarten. Das Geschehen zeigt die Verwandlung tiefer menschlicher Trauer in österliche Freude, offenbart die neue, geistliche Beziehung des Auferstandenen zu seinen Jüngern und setzt Maria als erste Zeugin und Botin der Auferstehung ein.
Warum bleibt Maria Magdalena am Grab zurück und was erblickt sie im Inneren der Grabstätte?
Maria bleibt weinend vor dem Grab stehen, während die Jünger bereits nach Hause zurückgekehrt sind. Als sie sich vornoverbeugt und in das Grab blickt, sieht sie zwei Engel in weißen Gewändern sitzen, einen zu Häupten und einen zu Füßen, wo zuvor der Leichnam Jesu gelegen hatte.
Wie reagiert Maria auf die Begegnung mit Jesus, den sie zunächst für den Gärtner hält?
Als Maria sich umdreht und Jesus sieht, erkennt sie ihn zunächst nicht und vermutet in ihm den Gärtner des Anwesens. Erst als Jesus sie direkt mit ihrem Namen „Maria“ anspricht, werden ihr die Augen geöffnet, woraufhin sie sich ihm zuwendet und ihn auf Hebräisch mit „Rabbuni“ (Meister) anredet.
Welchen Auftrag erteilt der Auferstandene Maria und wie begründet er die Veränderung im Umgang mit ihm?
Jesus weist Maria an, ihn nicht festzuhalten, da er noch nicht zum Vater aufgefahren ist. Er sendet sie zu seinen Brüdern mit der Botschaft, dass er auffährt zu seinem Vater und ihrem Vater, zu seinem Gott und ihrem Gott, womit er die neue, familiäre Gottesbeziehung der Glaubenden begründet.
Welche Rolle übernimmt Maria Magdalena im Anschluss an diese Begegnung?
Maria geht sogleich zu den Jüngern und verkündet als Apostelin der Apostel die Frohe Botschaft: „Ich habe den Herrn gesehen!“ Anschließend richtet sie ihnen genau die Worte aus, die er ihr aufgetragen hat.
Joh 20, 1-10 Das leere Grab
Joh 20, 19-23 Jesus erscheint den Jüngern