Lk 14, 1-6 Jesus heilt Arme eines Mannes
Inhaltsverzeichnis
Vers 1-2 Jesus isst beim Pharisäer
Lk 14,1: Und es begab sich, als er am Sabbat in das Haus eines Obersten der Pharisäer ging, um zu speisen, da beobachteten sie ihn.
Lk 14:1: An einem Sabbat war Jesus im Haus eines hochrangigen Pharisäers. Die Leute beobachteten ihn genau.
Jesus und die Pharisäer
Obwohl Jesus einige seiner größten Auseinandersetzungen mit den Pharisäern hatte, verkehrte er dennoch mit ihnen – nicht um einer von ihnen zu sein, sondern um sie zu lieben und zeige ihnen ein göttliches Beispiel.
Jesus versteckt sich nicht
Es ist schon unglaublich, wie vielseitig Jesus ist. Auf der einen Seite geht er auf die einfachen, armen und kranken Menschen zu. Auf der anderen Seite ruht er völlig in sich, wenn er bei einem hochrangigen Pharisäer zum Essen eingeladen wird.
Eigentlich ist er zunächst derjenige, der von allen Seiten kritisch beobachtet wird. Doch Jesus ist sich seiner Identität als Sohn Gottes bewusst. Er muss sich vor niemandem rechtfertigen oder beweisen.
Deswegen dreht er ganz einfach den Spieß um, hält den Gästen einen Spiegel vor und teilt ihnen eine seiner Beobachtungen in der Absicht mit, ihnen einen Wesenszug seiner Gottheit zu erklären.
Mathias Reimer
Frage: In welchen Momenten deines Lebens könntest du, wie Jesus, in innerer Ruhe bleiben und deine wahre Identität bewusst leben?
Beobachteten ihn genau
Während einige Pharisäer nichts anderes taten, als über die Einhaltung einer immer größer werdenden Zahl von Vorschriften zu wachen, stellte Christus die Liebe zu Gott, die das Wohl jedes einzelnen Menschen sucht, ins Zentrum seiner Botschaft.
Das war der eigentliche Sinn des Gesetzes, das der Herr Mose übergeben hatte: dem Menschen zu helfen, so zu leben, dass er glücklich wird.
Die jüdische Obrigkeit hatte im Lauf der Zeit jedoch so viele Vorschriften erlassen, dass der ursprüngliche Sinn der göttlichen Gebote in den Hintergrund getreten war: Wichtig war nur mehr, sie buchstabengetreu zu befolgen – welchen Nutzen sie für das eigene Leben stifteten, brauchte man nicht zu erkennen.
Frage: Wie kann ich in meinem eigenen Glaubensleben den Sinn hinter Gottes Geboten neu entdecken und sie aus Liebe statt aus Pflicht leben?
Lk 14,2: Und siehe, da war ein wassersüchtiger Mensch vor ihm.
Vers 3 Heilen am Sabbat erlaubt?
Lk 14,3: Und Jesus antwortete und sagte zu den Schriftgelehrten und Pharisäern und sprach: Ist's auch recht, am Sabbat zu heilen?
Lk 14,3: Und Jesus ergriff das Wort und redete zu den Gesetzesgelehrten und Pharisäern, indem er sprach: Ist es erlaubt, am Sabbat zu heilen?
Ist’s auch recht, am Sabbat zu heilen?
Diese Frage stellt Jesus, als er einen kranken Mann vor sich sieht. Die Pharisäer hielten streng am Sabbatgebot fest, das jede Arbeit verbot. Doch Jesus zeigt, dass göttliche Barmherzigkeit wichtiger ist als eine rigide Gesetzestreue.
Seine Frage entlarvt ihre Herzenshärte: Sie schweigen, weil sie wissen, dass ihr Verständnis des Gesetzes der Liebe Gottes widerspricht. Jesus lehrt hier, dass der Sabbat dem Menschen dient und nicht umgekehrt.
Heilung und Hilfe am Sabbat sind nicht nur erlaubt, sondern Ausdruck der wahren Erfüllung des Gesetzes. Damit offenbart er Gottes Wesen: Liebe und Erbarmen stehen über äußerlicher Gesetzestreue.
Frage: In welchen Momenten deines Lebens könntest du Barmherzigkeit und Mitgefühl höher stellen als starre Regeln oder Erwartungen?
Vers 4 Schweigen; Jesus heilt ihn
Lk 14,4: Sie aber schwiegen. Da rührte er ihn an, machte ihn gesund und entließ ihn.
Antwort Jesus
In seiner Entgegnung verlacht er ihren Unsinn. Denn da Gott den Sabbat segnete, verbieten sie, an ihm Gutes zu tun.
Der Tag aber, welcher keine guten Werke aufweisen kann, ist verflucht.
Aber mit Recht schweigen die Gefragten, weil sie sahen, daß Alles, was sie sagten, wider sie sei.
Denn wenn man am Sabbat heilen darf, warum beobachten sie den Erlöser, ob er heilt? Wenn es nicht erlaubt ist, warum fragen sie selbst am Sabbat für die Rinder Sorge?
Frage: Wie bewusst lebe ich meine eigenen Tage, um Gutes zu tun, auch in Momenten, die äußerlich „gebunden“ oder eingeschränkt erscheinen?
Was ist recht?
Eine atemlose Spannung herrschte in dem Saal. Man hatte dem Herrn Jesus eine Falle gestellt: An einem Sabbattage hatte man Ihn eingeladen. Und als Er zu Seinen Gastgebern kam, führte man Ihm einen kranken Menschen in den Weg.
„Und sie hatten acht auf ihn." Sie waren gewiß, daß Seine Barmherzigkeit Ihn dazu treiben würde, den Kranken zu heilen. Damit verging Er sich so schwer gegen die Sabbatordnung, daß kein Mensch, der „auf Religion hielt", Ihn noch anerkennen konnte.
Und was tat nun Jesus? Mit einem einzigen Sätzlein stellte Er diese Leute vor das Angesicht Gottes. Und vor Gott fragt Er sie: „Was ist denn recht?" Jesus rief ihr Gewissen wach.
„Was Sitte ist", sagte Er, „das wißt ihr! Und was in Eurem Stande allgemeine Übung ist, ist euch auch bekannt. Aber das will ich jetzt nicht wissen. Ich frage euch vielmehr: Was ist vor Gott recht?"
So macht Jesus es immer: Er packt unser Gewissen. Er will uns zwingen, unser Leben in der Verantwortung vor Gott nach dem Gewissen zu leben. Wie oft hat Er uns wohl angeschaut, wenn wir das taten, was alle tun. Und Seine Augen haben uns gefragt: Ist es recht?
Frage: In welchen Momenten deines Lebens spürst du Gottes Blick auf dein Handeln, und was möchte dein Herz daraus lernen?
Vers 5-6 Wer rettet Sabbat-Ochsen?
Lk 14,5: Wer von euch, wenn ihm sein Esel oder Ochse in den Brunnen fällt, wird ihn nicht sogleich herausziehen am Tag des Sabbats?
Bildhafter Vergleich
Dann wandte er sich an die Juden und erinnerte sie daran, dass sie bestimmt eines ihrer Tiere am Tag des Sabbats herausziehen, wenn es in einen Brunnen fällt. Es lag in ihrem eigenen Interesse, denn das Tier war viel Geld wert.
Wenn es jedoch um das Leiden eines Mitmenschen ging, scherten sie sich nicht darum, und sie hätten Jesus gerne dafür verurteilt, dass er dem Wassersüchtigen geholfen hat.
Obwohl sie dem Heiland darauf nicht antworten konnten, waren sie nach unserer festen Überzeugung umso mehr über ihn erbost.
MacDonald
Frage: In welchen Situationen handle ich aus Mitgefühl, auch wenn es unbequem oder gegen gesellschaftliche Erwartungen ist?
Klare, direkte Worte
Mit diesen Worten verdeutlicht der Herr den jüdischen Obrigkeiten, dass ihre Gesetzesauslegung nicht von Gott stammen konnte, weil sie das Wohl des Volkes außer Acht ließ.
Im Gegensatz dazu liegt die Attraktivität der Botschaft Christi darin, dass uns keiner mehr als er glücklich machen will.
Papst Franziskus kommentierte: „Das ganze Leben Jesu, seine Art, mit den Armen umzugehen, seine Gesten, seine Kohärenz, seine tägliche und schlichte Großherzigkeit und schließlich seine Ganzhingabe – alles ist wertvoll und berührt das eigene Leben.“
Frage: Wo in meinem Leben spüre ich den Wunsch Christi, mich wirklich glücklich zu machen – und lasse ich mich von dieser Liebe berühren?
Lk 14,6: Und sie konnten ihm nichts dagegen antworten.