Lk 13, 31-35 Jesus trauert über Jerusalem

Vers 31 Pharisäer warnen vor Herodes

Lk 13,31: An demselben Tag traten etliche Pharisäer hinzu und sagten zu ihm: Gehe fort und reise ab von hier; denn Herodes will dich töten!

Jesus begegnet auf seiner Reise nach Jerusalem Widerstand

Pharisäer kommen, um ihn vor Herodes zu warnen. Jesus lässt sich nicht verunsichern. Er weiß, dass der Wille des Vaters für ihn darin besteht, nach Jerusalem zu gehen und sein Leben am Kreuz hinzugeben.

Er versteckt sich nicht oder versucht, dem Willen des Vaters zu entkommen. Er weiß, dass das Kreuz vor ihm liegt, aber er weiß auch, dass der Tod und das Kreuz nicht das Ende sind. Jenseits des Todes ist die Auferstehung: „Am dritten Tag werde ich mein Werk vollenden.“

Christi Beispiel sollte uns Zuversicht geben, mitten in unseren eigenen Schwierigkeiten und Kämpfen vorwärts zu schreiten. Wir sollten uns ihm zuwenden, weil er weiß, wie man in der Sendung standhaft bleibt.

Und weil er in unser Leben mit einbezogen werden möchte, wird er uns auf unserem Weg begleiten. Er ist immer bei uns, bereit, uns mit seiner Gnade und der Stärke seiner Hand zu helfen.

James Swanson

Frage: Welche inneren Ängste oder Hindernisse könntest du loslassen, um dich mutig dem Weg hinzugeben, den du als richtig erkennst?

Scheinbare Fürsorge

Heute mal etwas ganz Neues: Einige Pharisäer meinen es offenbar gut mit Jesus. Sie warnen ihn vor den Machenschaften des Herodes und raten ihm zur Flucht, zumindest aus dessen Herrschaftsbereich.

Darauf lässt Jesus sich jedoch nicht ein. Er ist auf dem Weg, seine Mission in Jerusalem zu vollenden.

Hoffen die Pharisäer, dass er aus Angst vor Inhaftierung und Tod seine Pläne ändert? Vielleicht möchten sie ihn mit ihrer scheinbaren Fürsorge von seinem Auftrag abbringen, nach dem Motto „Wir meinen es doch nur gut mit dir…“.

Beate Scheilen

Frage: In welchen Bereichen meines Lebens lasse ich mich von wohlmeinender Angst abhalten, meinem inneren Ruf oder meiner Mission zu folgen?

Geh weg, verlass dieses Gebiet

Die Worte der Pharisäer mögen hart klingen, „Geh weg, verlass dieses Gebiet”, doch sie sind mir nicht so unbekannt, wie es zunächst scheint.

Es gibt viele Situationen, in denen ich Jesus sage „Geh weg, verlasse dieses Gebiet”. Oft will ich es alleine schaffen, vertraue auf meine Stärke. In viele Bereiche meines Lebens möchte ich ihn lieber gar nicht einlassen.

Wenn ich arbeite, muss ich auf meinen Profit und Vorteil achten, dabei kann es schon manchmal passieren, dass andere zu Schaden kommen. Wenn ich feiern gehe, dann vielleicht so, als gäbe es keinen Morgen mehr, denn man lebt ja nur einmal. Wenn ich mich mit Freunden treffe, dann vermeide ich gewisse Themen, sonst könnte ich als Sonderling abgestempelt werden.

Wenn ich aber abends bete, ja, dann lade ich Jesus ein, den Bereich meines Lebens kann er haben.

Grenze ich die einzelnen Bereiche in meinem Leben so hart ab, oder erlaube ich Jesus, diese zu erfüllen? Bitte ich ihn täglich darum, dass er meinen Arbeitstag heiligt? Habe ich ihn schon mal eingeladen, mit auf eine Feier zu gehen? Wünsche ich mir, dass er all meine Begegnungen mit anderen Menschen segnet?

Natalie K.

Frage: In welchen Bereichen meines Lebens halte ich Jesus vielleicht noch fern, und wie würde es sich anfühlen, ihn dort bewusst einzuladen?

Vers 32 Jesus: Sagt diesem Fuchs

Lk 13,32: Er sprach zu ihnen: Geht hin und sagt diesem Fuchs: Siehe, ich treibe Dämonen aus und vollbringe Heilungen heute und morgen, und am dritten Tag bin ich am Ziel.

Geht hin und sagt diesem Fuchs

Jesus spricht hier von Herodes Antipas, den er als „Fuchs“ bezeichnet – ein Hinweis auf dessen List und Bedeutungslosigkeit. Herodes wollte Jesus einschüchtern, doch Jesus bleibt unbeirrt bei seiner Mission.

Seine Aussage über „heute, morgen und den dritten Tag“ weist auf seinen Heilsplan hin: Er wird weiter wirken, bis sein Weg am Kreuz vollendet ist. Die Dreitagesformel könnte auch auf seine Auferstehung anspielen.

Diese Stelle lehrt, dass Jesus nicht von weltlicher Macht bestimmt wird, sondern seinem göttlichen Auftrag folgt. Sie ermutigt Christen, trotz Widerständen standhaft im Glauben zu bleiben und Gottes Plan zu vertrauen.

Frage: In welchen Bereichen deines Lebens könntest du lernen, mehr auf Gottes Führung zu vertrauen, statt auf äußere Sicherheiten?

Vers 33 Prophet stirbt nur in Jerusalem

Lk 13,33: Doch muss ich heute und morgen und übermorgen reisen; denn es geht nicht an, dass ein Prophet außerhalb von Jerusalem umkommt.

Bittere Nachfolge

Jesus steht in der Nachfolge der alttestamentlichen Propheten, deswegen „muss“ er in Jerusalem und nirgendwo anders sterben. Das liest sich so, als sei der Tod Jesu quasi eine Selbstverständlichkeit!

Aber ist es nicht skandalös, dass Propheten (und erst recht Jesus) getötet werden? Gott schickte seinem Volk immer wieder seine Boten; aber das Volk wollte einfach nicht hören, was die ihnen zu sagen hatten.

Das Bild von der Henne mit den Küken ist doch sehr fürsorglich – man fragt sich: Wer kann dagegen etwas haben?

Frage: Wo in meinem Leben darf ich Gottes Fürsorge annehmen, auch wenn ich mich manchmal gegen seine Wege sträube?

Das Muss des Christus

Ich muß, so drückt er keine ihn treffende Notwendigkeit aus, sondern daß er vielmehr aus freiem Antriebe dahinginge, wohin er wollte, bis er am ehrwürdigen Kreuze das Ende nähme.

Christus zeigt, daß die Zeit dazu schon nahe, indem er sagte: Heute und morgen.

Goldene Perle

Frage: Wie spüre ich in meinem eigenen Leben den Moment, in dem ich aus freiem Antrieb einem inneren Ruf folge, der mich zu einem tieferen Sinn führt?

Vers 34 Klage über Jerusalem

Lk 13,34: Jerusalem, Jerusalem, die du die Propheten tötest und steinigst, die zu dir gesandt sind; wie oft habe ich deine Kinder sammeln wollen wie eine Henne ihre Küken unter ihre Flügel, und ihr habt nicht gewollt!

Jerusalem, Jerusalem

Die Verdoppelung des Wortes drückt den großen Schmerz, oder die große Liebe aus; denn der Herr redet zu ihr wie zu einer Geliebten, welche auf den Liebenden nicht achtet.

Aber die Verdoppelung des Namens drückt auch den starken Tadel aus; denn da es Gott kennt, wie verfolgt es die Diener Gottes?

Goldene Perle

Frage: Wie spiegeln sich Schmerz und Liebe in deinem eigenen Leben, und auf welche Weise kann die Erkenntnis Gottes dich dabei führen?

Andacht von Papst Franziskus

Die Zärtlichkeit, die in diesem Ausdruck steckt. Jesus könnte Jerusalem verurteilen, schlechte Dinge sagen. Stattdessen klagt er, weil Jerusalem sich nicht lieben lässt wie die Küken von der Henne.

Diese Zärtlichkeit der Liebe Gottes in Jesus. Und das ist es, was Paulus verstanden hat.

Wenn es uns nicht gelingt, die Zärtlichkeit der Liebe Gottes in Jesus für jeden von uns zu fühlen, werden wir nie verstehen können, was die Liebe Christi ist.

Papst Franziskus

Frage: Wie kann ich die zärtliche Liebe Gottes in meinem eigenen Leben wahrnehmen und weitergeben?

Vers 35 Euer Haus bleibt leer

Lk 13,35: ‭Siehe, euer Haus wird euch verwüstet gelassen werden! Und wahrlich, ich sage euch: Ihr werdet mich nicht mehr sehen, bis die Zeit kommt, da ihr sprechen werdet: »Gepriesen sei der, welcher kommt im Namen des Herrn!

Euer Haus wird euch verwüstet gelassen werden

Diese Worte Jesu sind eine ernste Warnung an das Volk Israel. Die „Verwüstung des Hauses“ weist auf die Zerstörung Jerusalems (70 n. Chr.) hin, als Konsequenz der Ablehnung Jesu als Messias.

Doch die Aussage enthält auch Hoffnung: Es wird eine Zeit kommen, in der Israel ihn erkennen und annehmen wird. Dies deutet auf die Wiederkunft Christi hin, wenn das Volk ihn mit den Worten aus Psalm 118,26 willkommen heißen wird.

Die Stelle betont Gericht und Heil zugleich: Ablehnung führt zum Verlust, doch Umkehr bringt Erlösung.

Frage: Wie öffnest du in deinem eigenen Leben Raum für Erkenntnis und Umkehr, um Heil und Hoffnung zu erfahren?

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Das war eine Christliche Bibel - Auslegung, Kommentar, Andacht, Impuls, Erklärung, Bedeutung bzw. Predigt zum Lukas Evangelium Lk 13. Kap.

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